[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Brandschutzsystem für ein Gebäude mit einem
Aufzugsschacht und wenigstens zwei Aufzugtüren mit einem jeweiligen Türrahmen, welche
jeweils selektiv dazu betreibbar sind, einen Zugang zu dem Aufzugsschacht zu sperren
oder freigeben.
[0002] Beim Brandschutz in Gebäuden ist es nicht nur ein wichtiger Aspekt, die Ausbreitung
des Brands von seinem Brandherd aus in andere Teile des Gebäudes möglichst lange hinauszuzögern,
so dass ausreichend Zeit bleibt, um effiziente Brandbekämpfungsmaßnahmen einleiten
zu können oder wenigstens genug Zeit für eine Evakuierung des Gebäudes zu gewinnen,
sondern ebenfalls, eine Verteilung des durch den Brand entstehenden Rauchs möglichst
lange zu verhindern, da sich in der Vergangenheit gezeigt hat, dass durch die Wirkung
des Rauchs häufig mehr Personen zu Schaden kommen als durch den Brand an sich. Hierbei
stellen Aufzugschächte durch ihre Kaminwirkung und indem sie häufig die kürzesten
Verbindungen zwischen verschiedenen Stockwerken in einem Gebäude sind, besonders neuralgische
Punkte der Rauchausbreitung dar.
[0003] Wenngleich die sich in der Regel in horizontaler Richtung öffnenden Aufzugtüren durch
ihre Bauweise eine gute Barriere für das Ausbreiten eines Brands bieten, so sind sie
bedingt durch die zueinander beweglichen Komponenten und die notwendigen Spaltmaße
nicht als Rauchschutz geeignet. Ein nachträgliches Abdichten von Aufzugtüren, beispielsweise
mittels Dichtungen oder Bürsten, wäre hingegen kontraproduktiv zum Brandschutz und
außerdem sehr aufwändig. Außerdem könnte eine dauerhafte Sicherstellung der Funktionalität
aufgrund von Verschleiß nicht gewährleistet werden.
[0004] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Brandschutzsystem für ein
Gebäude mit einem Aufzugschacht bereitzustellen, das sowohl die Ausbreitung des Brands
als auch die Ausbreitung von Rauch verhindert und das hinsichtlich der beiden genannten
Aspekte sämtliche Sicherheitsvorschriften und Normen erfüllt, so dass es als einzelne
Einheit zertifiziert werden kann und nicht mehr getrennte Zertifizierungen von Brandschutz
und Rauchschutz im Zusammenhang mit Aufzugtüren in Gebäuden notwendig sind.
[0005] Zu diesem Zweck umfasst das erfindungsgemäße Brandschutzsystem wenigstens einen Brand-
und/oder Rauchmelder, welcher dazu eingerichtet ist, an seiner Installationsposition
in dem Gebäude das Auftreten eines Brands und/oder von Rauch zu detektieren, wenigstens
einen Rauchschutzvorhang, welcher einer der Aufzugtüren zugeordnet ist, wobei der
Rauchschutzvorhang von einem verstauten Zustand, in welchem er die Aufzugtür freigibt,
in einen ausgefahrenen Zustand, in welchem er den Türrahmen der Aufzugtür rauchdicht
abdichtet, überführbar ist, wenigstens eine Steuereinrichtung, welche mit dem wenigstens
einen Rauchmelder und dem wenigstens einen Rauchschutzvorhang betriebsmäßig gekoppelt
und dazu eingerichtet ist, auf ein Detektieren eines Brands und/oder von Rauch hin
den Rauchschutzvorhang in seinen ausgefahrenen Zustand zu überführen, wobei die wenigstens
eine Aufzugtür mit dem ihr zugeordneten Rauchschutzvorhang eine bauliche Einheit bildet.
[0006] Indem auf diese Weise die den Brandschutz darstellende Aufzugtür als bauliche Einheit
mit dem als Rauchschutz fungierenden Rauchschutzvorhang ausgeführt ist, und ferner
mittels einer Steuervorrichtung der Rauchschutzvorhang ausgelöst werden kann, wird
ein einheitliches Brandschutzsystem geschaffen, mit dem sämtliche Anforderungen hinsichtlich
Brandschutz und Rauchschutz integral erfüllt werden können. Hierbei ist zu beachten,
dass gebräuchliche Rauchschutzvorhänge keine effektive Barriere für einen Brand darstellen,
sondern sich ab einer gewissen Temperatur selbst entzünden können. Die spezifische
Aufgabe solcher Rauchschutzvorhänge ist es demnach, möglichst lange wirkungsvoll das
Ausbreiten von Rauch innerhalb des Gebäudes zu verhindern.
[0007] Da sich, wie oben bereits angesprochen, Aufzugtüren in der Regel horizontal zu einer
oder beiden Seiten öffnen, ist es zweckmäßig, den Rauchschutzvorhang oberhalb der
Aufzugtür oder wenigstens im oberen Bereich der Aufzugtür vorzusehen, so dass der
Zugang zu der Aufzugskabine für Benutzer des Aufzugs uneingeschränkt möglich bleibt.
[0008] Hierzu kann der Rauchschutzvorhang in seinem verstauten Zustand auf eine Rolle aufgerollt
und in einem Aufnahmegehäuse aufgenommen sein, welches oberhalb und vorderhalb der
entsprechenden Aufzugtür angeordnet ist. Von dieser Rolle kann sich der Rauchschutzvorhang
dann auf eine Anweisung der Steuereinrichtung hin in einer Weise abrollen, dass er
in seinen ausgefahrenen Zustand übergeht. Dieses Abrollen kann einerseits durch geeignete
Mittel angetrieben werden, wie beispielsweise vorgespannte Federmittel oder einen
elektrischen Antrieb, oder der Rauchschutzvorhang kann derart ausgeführt sein, dass
er sich nach seiner Freigabe allein durch die Wirkung der Schwerkraft abrollt.
[0009] Um die Dichtheit des Brandschutzsystems zusammen mit dem Türrahmen der Aufzugtür
sicherzustellen, kann der Rauchschutzvorhang in seinem ausgefahrenen Zustand flächig
an dem entsprechenden Türrahmen anliegen und an diesem gehalten sein, beispielsweise
mittels Magnetelementen. Hierbei sollte die Haltekraft der Magnetelemente derart gewählt
sein, dass ein Lösen des Rauchvorhangs von dem Türrahmen für einen Benutzer des Aufzugs
noch möglich ist, andererseits aber die Dichtheit des Vorhangs und des Türrahmens
sichergestellt wird. Hierbei ist es unerheblich, in welcher Weise die Magnetelemente
zwischen dem Türrahmen und dem Rauchvorhang aufgeteilt sind, zweckmäßig bietet es
sich hier jedoch an, im Fall eines ohnehin metallischen Türrahmens die Magnetelemente
dem Rauchschutzvorhang entlang seiner seitlichen Ränder zuzuordnen.
[0010] Alternativ oder zusätzlich kann wenigstens eine Führungsschiene vorgesehen sein,
welche dazu eingerichtet ist, die Überführung des Rauchschutzvorhangs von seinem verstauten
Zustand in seinen ausgefahrenen Zustand sicherzustellen. Auch diese Führungsschiene
kann im Bereich des Türrahmens der Aufzugtür vorgesehen sein und sich entlang diesem
in vertikaler Richtung erstrecken, wobei dann dem Rauchschutzvorhang entsprechend
in der Führungsschiene geführte Gegenelemente zugeordnet sind.
[0011] Zweckmäßigerweise kann in dem erfindungsgemäßen Brandschutzsystem der Aufzugschacht
ferner an seinem oberen Ende mit einem Rauchabzug versehen sein, welcher folglich
ebenfalls einen Teil des erfindungsgemäßen Brandschutzsystems bildet. Dieser Rauchabzug
ist insbesondere dann von Belang, wenn Rauch im Aufzugschacht selbst vorliegt und
eine Abdichtung gegenüber den einzelnen Stockwerken durch entsprechende Rauchschutzvorhänge
gegeben ist, so dass der Rauch eine Möglichkeit bekommt, das Gebäude in kontrollierter
Weise durch den Abzug zu verlassen, ohne dass hierdurch Personen gefährdet werden,
die sich noch in dem Gebäude auf Stockwerken aufhalten, in denen selbst keine Rauchentstehung
vorliegt. Der Rauchabzug kann ferner stets geöffnet sein oder auf eine Anweisung hin
öffenbar.
[0012] Um eine Koordination des Brand- und Rauchschutzes in dem gesamten Gebäude bewerkstelligen
zu können, kann das erfindungsgemäße Brandschutzsystem eine Mehrzahl von jeweiligen
Aufzugtüren zugeordneten Rauchschutzvorhängen umfassen, deren Steuereinrichtungen
miteinander betriebsmäßig verbunden sind oder durch eine einzelne Zentral-Steuereinrichtung
gebildet sein können. Hierdurch besteht die Möglichkeit, das jeweilige Auslösen der
einzelnen Rauchschutzvorhänge in koordinierter Weise durchführen zu können, so dass
die Wirkung der einzelnen Rauchschutzvorhänge optimiert werden kann.
[0013] Insbesondere kann in diesem Zusammenhang eine Mehrzahl von Brand- und/oder Rauchmeldern
vorgesehen sein, welche jeweils einem der Rauchschutzvorhänge zugewiesen sind, wobei
die betriebsmäßig verbundenen Steuereinrichtungen oder die Zentralsteuereinrichtung
dazu eingerichtet sind/ist, auf ein Detektieren eines Brands und/oder von Rauch durch
einen der Brand- und/oder Rauchmelder hin zunächst lediglich den dem entsprechenden
Brand- und/oder Rauchmelder zugeordneten Rauchschutzvorhang in seinen ausgefahrenen
Zustand zu überführen. Indem auf diese Weise zunächst lediglich ein einzelner Rauchschutzvorhang
ausgelöst wird, kann sichergestellt werden, dass die übrigen Rauchschutzvorhänge zunächst
einmal in ihrem verstauten Zustand verbleiben, so dass der Zeitpunkt ihres Einsatzes
später optimal gewählt werden kann.
[0014] Hierbei kann die Zuweisung von Rauchmeldern zu Rauchschutzvorhängen beispielsweise
stockwerkweise erfolgen. Des Weiteren können die betriebsmäßig verbundenen Steuereinrichtungen
oder die Zentralsteuereinrichtung dazu eingerichtet sein, nach Ablauf einer vorbestimmten
Zeit nach Detektieren eines Brands und/oder von Rauch durch einen der Brand- und/oder
Rauchmelder die weiteren Rauchschutzvorhänge ebenfalls in ihren ausgefahrenen Zustand
zu überführen.
[0015] Alternativ können die betriebsmäßig verbundenen Steuereinrichtungen oder die Zentralsteuereinrichtung
dazu eingerichtet sein, nach einem zusätzlichen Detektieren eines Brands und/oder
von Rauch durch einen in dem Aufzugschacht vorgesehenen weiteren Brand- und/oder Rauchmelder
die weiteren Rauchschutzvorhänge ebenfalls in ihren ausgefahrenen Zustand zu überführen.
Auf diese Weise kann ausgenutzt werden, dass, nachdem in einem Stockwerk ein Brand
ausgebrochen ist, zunächst einmal lediglich der Rauchschutzvorhang auf diesem Stockwerk
ausgelöst wird, und erst nachdem dieser nach einer gewissen Zeit seine Dichtheit nicht
mehr halten kann und folglich Rauch in den Aufzugschacht eindringt, die weiteren Rauchschutzvorhänge
ausgelöst werden, um die entsprechenden weiteren Stockwerke möglichst lange gegen
Rauch abzudichten.
[0016] Zuletzt kann das erfindungsgemäße Brandschutzsystem ferner derart eingerichtet sein,
dass die wenigstens eine Steuereinrichtung und wenigstens eine Tür-Steuereinheit,
welche dazu eingerichtet ist, den Betrieb von wenigstens einer der Aufzugtüren zu
steuern, betriebsmäßig verbunden sind oder durch eine einzelne übergeordnete Steuereinrichtung
gebildet sind. Auf diese Weise können Maßnahmen zur Rauchbekämpfung und zur Brandbekämpfung
durch Schließen der Aufzugtüren und Auslösen der Rauchschutzvorhänge in optimaler
Weise kombiniert werden, wobei ferner auch daran gedacht werden kann, im Falle eines
offenbaren Rauchabzugs diesen ebenfalls betriebsmäßig mit der oder den entsprechenden
Steuereinrichtung/en für seinen Betrieb zu koppeln.
[0017] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden aus der nachfolgenden
Beschreibung einer Ausführungsform deutlich, wenn diese zusammen mit den beiliegenden
Figuren betrachtet werden. Diese zeigen im Einzelnen:
- Figur 1
- eine vereinfachte Vorderansicht eines erfindungsgemäßen Brandschutzsystems;
- Figuren 2a bis 2c
- eine Querschnittsansicht des Rauchschutzvorhangs des Brandschutzsystems aus Figur
1 in seinem verstauten Zustand, sowie schematische Ansichten der Überführung in den
ausgefahrenen Zustand; und
- Figuren 3a bis 3c
- schematische Querschnittsansichten durch ein mit einem erfindungsgemäßen Brandschutzsystem
ausgerüstetes Gebäude.
[0018] Figur 1 zeigt in einer Vorderansicht ein erfindungsgemäßes Brandschutzsystem 10,
wobei das Aufnahmegehäuse des Rauchschutzvorhangs 12 aus Gründen der Übersichtlichkeit
nicht dargestellt ist. Dieser Rauchschutzvorhang 12 ist auf eine Rolle 14 aufgerollt,
welche sich oberhalb und vorderhalb einer Aufzugtür 16 befindet, die von einem derartigen
Typ ist, dass sie sich in horizontaler Richtung nach beiden Seiten öffnet. Diese Aufzugtür
16 umfasst ferner einen Türrahmen 18, zusammen mit welchem der Rauchschutzvorhang
12 eine Abdichtung gegen Rauch bereitstellt, wenn er in seinen ausgefahrenen Zustand
überführt wird.
[0019] Dieses Überführen des Rauchschutzvorhangs 12 von seinem verstauten in seinen ausgefahrenen
Zustand lässt sich anhand der Figuren 2a bis 2c nachvollziehen. Hierbei zeigt zunächst
die Figur 2a schematisch den Rauchschutzvorhang 12 aufgewickelt auf seine Rolle 14
in einer Querschnittsansicht. Der Rauchschutzvorhang ist hierbei in einem Gehäuse
20 aufgenommen, das nach unten durch eine Klappe 22 verschließbar ist. Des Weiteren
ist in dem Gehäuse 20 eine Auslösevorrichtung 24 vorgesehen, die das Abrollen des
Rauchschutzvorhangs 12 unterstützen kann. Wird nun, wie in Figur 2a durch den Pfeil
A angedeutet, die Klappe 22 geöffnet, so kann sich der Rauchschutzvorhang 12 von seiner
Rolle 14 abrollen, um entlang des Türrahmens 18 flächig zur Anlage zu kommen.
[0020] Dieser Abrollvorgang ist in den Figuren 2b und 2c schematisch dargestellt, wobei
ferner Magnetelemente 26 am seitlichen Rand des Rauchschutzvorhangs 12 gezeigt sind,
welche die flächige Anlage des Rauchschutzvorhangs 12 an dem Türrahmen 18 sicherstellen.
Nachdem das Abrollen abgeschlossen ist, befindet sich der Rauchschutzvorhang 12 in
der in Figur 2c dargestellten Position, die seinem ausgefahrenen Zustand entspricht,
und in der er eine rauchdichte Abdichtung vor der Aufzugtür 16 darstellt.
[0021] Die Figuren 3a bis 3c zeigen zuletzt einen Ablauf, zu welchem eine nicht gezeigte
Steuereinrichtung eingerichtet sein kann, die betriebsmäßig mit mehreren Brand- und/oder
Rauchmeldern und Rauchschutzvorhängen in einem Gebäude 100 gekoppelt ist, um ein erfindungsgemäßes
Brandschutzsystem in diesem Gebäude 100 zu bilden. Hierbei umfasst das Gebäude 100
einen Aufzugschacht 102 sowie vier Stockwerke 104, 106, 108 und 110, wobei dem Aufzugschacht
102 eine Mehrzahl von Rauchmeldern 112 zugeordnet sind, während in jedem der Stockwerke
104 bis 110 jeweilige Rauchmelder 114, 116, 118 und 120 zugeordnet sind. Ferner sind
den einzelnen Stockwerken 104 bis 110 jeweils im Bereich ihrer Zugangsöffnungen zu
dem Aufzugschacht 102 Baugruppen aus einer Aufzugtür und einem Brandschutzvorhang
zugeordnet, wie sie in den Figuren 1 und 2a bis 2c gezeigt sind. Diese Baugruppen
sind in den Figuren 3a bis 3c jeweils mit den Bezugszeichen 10a bis 10d bezeichnet.
[0022] Die Figur 3a zeigt nun eine Situation, in der im zweiten Stockwerk 106 des Gebäudes
100 ein Brand ausgebrochen ist, durch den sich unter der Decke des Stockwerks 106
eine Rauchwolke R ansammelt. Der dort platzierte Rauchmelder 116 erkennt das Vorliegen
von Rauch und meldet es an die nicht gezeigte Steuerungsvorrichtung des gesamten Brandschutzsystems.
Diese ist dazu eingerichtet, zunächst den Rauchschutzvorhang der Anordnung 10b auszulösen,
die sich auf dem Stockwerk 106 zusammen mit dem betreffenden Rauchmelder 116 befindet,
wobei die Überführung des Rauchvorhangs in der Darstellung aus Figur 3a bereits geschehen
ist, so dass sich der entsprechende Rauchschutzvorhang im Bereich des Zugangs von
dem Stockwerk 106 zu dem Aufzugschacht 102 befindet.
[0023] Der Rauchschutzvorhang stellt hierbei so lange eine wirksame Rauchbarriere dar, bis
die Temperaturen im Stockwerk 106 zu hoch geworden sind und der Rauchschutzvorhang
anfängt, nachzugeben. Diesen Zeitpunkt stellt die Figur 3b dar, in der bereits Rauch
in den Aufzugschacht 102 von Stockwerk 106 aus eindringt, so dass sich die Rauchwolke
R nun in den Aufzugschacht 102 hinein erstreckt. Dieser Rauch wird von einem der im
Aufzugschacht 102 angeordneten Rauchmelder 112 erkannt und an die Steuereinrichtung
gemeldet. Diese löst daraufhin die Rauchschutzvorhänge der Anordnungen 10a, 10c und
10d aus und öffnet ferner einen Rauchabzug 122, der sich am oberen Ende des Aufzugschachts
befindet und ein Austreten des Rauchs aus dem Gebäude 100 ermöglicht.
[0024] Da nun einerseits die entsprechenden Rauchvorhänge die Stockwerke 104, 108 und 110
von dem Aufzugschacht 102 her abdichten und andererseits der Rauchabzug 122 geöffnet
ist, wird im weiteren Verlauf des Brands der Zustand aus Figur 3c eintreten, gemäß
welchem der in Stockwerk 106 entstehende Rauch durch den Aufzugschacht 102 und den
Rauchabzug 122 in die Umgebung des Gebäudes 100 austreten kann, während die Brandschutzvorhänge
der Anordnungen 10a, 10c und 10d das Eindringen von Rauch in die Stockwerke 104, 108
und 110 verhindern.
1. Brandschutzsystem für ein Gebäude (100) mit einem Aufzugschacht (102) und wenigstens
zwei Aufzugtüren (16) mit einem jeweiligen Türrahmen (18), welche jeweils selektiv
dazu betreibbar sind, einen Zugang zu dem Aufzugschacht (102) zu sperren oder freigeben,
das Brandschutzsystem umfassend:
- wenigstens einen Brand- und/oder Rauchmelder (112 - 120), welcher dazu eingerichtet
ist, an seiner Installationsposition in dem Gebäude (100) das Auftreten eines Brands
und/oder von Rauch zu detektieren;
- wenigstens einen Rauchschutzvorhang (12), welcher einer der Aufzugtüren (16) zugeordnet
ist, wobei der Rauchschutzvorhang (12) von einem verstauten Zustand, in welchem er
die Aufzugtür (16) freigibt, in einen ausgefahrenen Zustand, in welchem er den Türrahmen
(18) der Aufzugtür (16) rauchdicht abdichtet, überführbar ist; und
- wenigstens eine Steuereinrichtung, welche mit dem wenigstens einen Rauchmelder (112
- 120) und dem wenigstens einen Rauchschutzvorhang (12) betriebsmäßig gekoppelt und
dazu eingerichtet ist, auf ein Detektieren eines Brands und/oder von Rauch hin den
Rauchschutzvorhang (12) in seinen ausgefahrenen Zustand zu überführen;
wobei die wenigstens eine Aufzugtür (16) mit dem ihr zugeordneten Rauchschutzvorhang
(12) eine bauliche Einheit bildet.
2. Brandschutzsystem nach Anspruch 1, wobei der Rauschschutzvorhang (12) in seinem verstautem
Zustand auf eine Rolle (14) aufgerollt und in einem Aufnahmegehäuse (20) aufgenommen
ist, welches oberhalb und vorderhalb der entsprechenden Aufzugtür (16) angeordnet
ist.
3. Brandschutzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Rauschschutzvorhang
(12) in seinem ausgefahrenen Zustand flächig an dem entsprechenden Türrahmen (18)
anliegt und an diesem gehalten ist, beispielsweise mittels Magnetelementen (26), wobei
insbesondere die Haltekraft derart gewählt ist, dass der Rauchschutzvorhang (12) von
dem Türrahmen manuell lösbar ist, um ein Verlassen der Aufzugkabine zu erlauben.
4. Brandschutzsystem einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner umfassend wenigstens
eine Führungsschiene, welche dazu eingerichtet ist, die Überführung des Rauchschutzvorhangs
(12) von seinem verstauten Zustand in seinen ausgefahrenen Zustand sicherzustellen.
5. Brandschutzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Aufzugschacht
(102) ferner an seinem oberen Ende mit einem Rauchabzug (122) versehen ist.
6. Brandschutzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei es eine Mehrzahl
von jeweiligen Aufzugtüren zugeordneten Rauchschutzvorhängen umfasst, deren Steuereinrichtungen
miteinander betriebsmäßig verbunden sind oder durch eine einzelne Zentral-Steuereinrichtung
gebildet sind.
7. Brandschutzsystem nach Anspruch 6, wobei eine Mehrzahl von Brand- und/oder Rauchmeldern
(112 - 120) vorgesehen sind, welche jeweils einem der Rauchschutzvorhänge zugewiesen
sind, wobei die betriebsmäßig verbundenen Steuereinrichtungen oder die Zentralsteuereinrichtung
dazu eingerichtet sind/ist, auf ein Detektieren eines Brands und/oder von Rauch durch
einen der Brand- und/oder Rauchmelder hin zunächst lediglich den dem entsprechenden
Brand- und/oder Rauchmelder zugeordneten Rauchschutzvorhang in seinen ausgefahrenen
Zustand zu überführen.
8. Brandschutzsystem nach Anspruch 7, wobei die Zuweisung von Rauchmeldern zu Rauchschutzvorhängen
stockwerkweise erfolgt.
9. Brandschutzsystem nach Anspruch 7 oder 8, wobei die betriebsmäßig verbundenen Steuereinrichtungen
oder die Zentralsteuereinrichtung dazu eingerichtet sind/ist, nach Ablauf einer vorbestimmten
Zeit nach Detektieren eines Brands und/oder von Rauch durch einen der Brand- und/oder
Rauchmelder die weiteren Rauchschutzvorhänge ebenfalls in ihren ausgefahrenen Zustand
zu überführen.
10. Brandschutzsystem nach Anspruch 7 oder 8, wobei die betriebsmäßig verbundenen Steuereinrichtungen
oder die Zentralsteuereinrichtung dazu eingerichtet sind/ist, nach einem zusätzlichen
Detektieren eines Brands und/oder von Rauch durch einen in dem Aufzugschacht vorgesehenen
weiteren Brand- und/oder Rauchmelder die weiteren Rauchschutzvorhänge ebenfalls in
ihren ausgefahrenen Zustand zu überführen.
11. Brandschutzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ferner die wenigstens
eine Steuereinrichtung und wenigstens eine Tür-Steuereinheit, welche dazu eingerichtet
ist, den Betrieb von wenigstens einer der Aufzugtüren zu steuern, betriebsmäßig verbunden
sind oder durch eine einzelne übergeordnete Steuereinrichtung gebildet sind.