| (19) |
 |
|
(11) |
EP 3 640 358 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
28.12.2022 Patentblatt 2022/52 |
| (22) |
Anmeldetag: 11.09.2019 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
|
| (54) |
VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG EINES HOCHFESTEN ALUMINIUM-LEGIERUNGSBLECHS
METHOD FOR PRODUCING A HIGH-STRENGTH ALUMINUM ALLOY SHEET
PROCÉDÉ DE FABRICATION D'UNE TÔLE D'ALLIAGE D'ALUMINIUM À HAUTE RÉSISTANCE
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
15.10.2018 DE 102018125521
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
22.04.2020 Patentblatt 2020/17 |
| (73) |
Patentinhaber: Achenbach Buschhütten GmbH & Co. KG |
|
57223 Kreuztal (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- BARTEN, Axel
57223 Kreuztal (DE)
|
| (74) |
Vertreter: advotec. |
|
Patent- und Rechtsanwaltspartnerschaft
Tappe mbB
Bahnhofstrasse 4 57072 Siegen 57072 Siegen (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 0 599 696 US-A- 3 556 872
|
WO-A1-2018/025769 US-A- 5 516 374
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines hochfesten
Aluminium-Legierungsblechs aus einem Ausgangsmaterial aus einer Aluminiumlegierung
mit einem Magnesiumanteil größer oder gleich 6,2%, bei dem das Ausgangsmaterial in
einem Warmwalzprozess zu einem Walzmaterial mit einer Warmwalzdicke d
W umgeformt wird.
[0002] Aus der
WO 2005/080619 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung eines hochfesten Aluminium-Legierungsblechs bekannt,
bei dem eine Aluminiumlegierung mit einem Magnesiumanteil von 10 % in einem Warmwalzprozess
auf das gewünschte Endmaß gewalzt wird.
[0003] Aluminiumbleche mit einem hohen Magnesiumanteil, die sich insbesondere zur Verwendung
als Karosserieblech eignen, erweisen sich wegen der hohen Grundfestigkeit des Ausgangsmaterials
in der Walzbearbeitung als anspruchsvoll. Insbesondere erweist es sich als schwierig,
im Walzprozess eine weitere gewünschte Steigerung der mechanischen Festigkeitswerte
zu erzielen.
[0004] Bei dem bekannten "in-line"-Verfahren wird das Ausgangsmaterial für den Warmwalzprozess
in einem Stranggießverfahren hergestellt, wobei das Ausgangsmaterial eine Dicke von
8 mm aufweist, die mit einmaliger Stichabnahme auf ein Endmaß von 0,9 mm reduziert
wird. Zur Erzielung ausreichender Festigkeitswerte ist es bei dem bekannten Verfahren
notwendig, im Anschluss an den Warmwalzprozess eine Rekristallisationsglühung mit
anschließender Abschreckung vorzunehmen, um somit Festigkeitswerte mit einer Streckgrenze
von etwa 220 MPa und einer Bruchgrenze von etwa 400 MPa erzielen zu können.
[0005] Das in der
WO 2005/080619 A1 beschriebene Verfahren soll die bekannten Walzverfahren ersetzen, bei denen ausgehend
von einem als Bramme ausgebildeten Ausgangsmaterial zunächst ein Warmwalzprozess durchgeführt
wird, in dem das Ausgangsmaterial auf eine für den nachfolgenden Kaltwalzprozess geeignete
Dicke reduziert wird und das gewünschte Endmaß des Blechmaterials nachfolgend im Kaltwalzprozess
erzeugt wird.
[0006] An diesem "zweistufigen", also einen Warmwalzprozess und einen nachfolgenden Kaltwalzprozess
aufweisenden Verfahren wird es als nachteilig empfunden, dass zwischen dem Warmwalzprozess
und dem Kaltwalzprozess eine Zwischenglühung und darüber hinaus häufig noch eine thermische
Nachbehandlung erforderlich ist, um Bleche mit der gewünschten Qualität zu erhalten.
[0007] Gegenüber dem "zweistufigen" Verfahren wird in dem beschriebenen In-Line-Verfahren
der besondere Vorteil einer kurzen Produktionszeit für die Herstellung von Blechen,
insbesondere hochfesten Aluminium-Legierungsblechen mit einem hohen Magnesium-Anteil,
gesehen.
[0008] Aus der
WO 2018/025769 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung eines hochfesten Alumniumlegierungsblechs bekannt,
bei dem das Ausgangsmaterial in einem Warmwalzprozess umgeformt wird, wobei nachfolgend
dem Warmwalzprozess in einem Kaltwalzprozess mehrere konsekutive Stichabnahmen ohne
Zwischenglühen erfolgen.
[0009] Die
EP 0 599 696 A1 offenbart ebenfalls ein Verfahren zur Herstellung eines hochfesten Aluminium-Legierungsblechs,
bei dem nachfolgend einem Warmwalzprozess in einem Kaltwalzprozess mehrere konsekutive
Stichabnahmen durchgeführt werden.
[0010] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung
von Aluminium-Legierungsblechen aus einer hochfesten Aluminiumlegierung vorzuschlagen,
dass einerseits verkürzte Produktionszeiten sowie auch andererseits die Herstellung
der Aluminiumbleche mit hohen mechanischen Festigkeitswerten ermöglicht.
[0011] Zur Lösung dieser Aufgabe weist das erfindungsgemäße Verfahren die Merkmale des Anspruchs
1 auf.
[0012] Im Gegensatz zu dem für die Herstellung eines hochfesten Aluminium-Legierungsblechs
mit einem hohen Magnesiumanteil in einem In-Line-Verfahren, wie in der
WO 2005/080619 A1 beschrieben, ermöglicht es die Einhaltung definierter Temperaturfenster für den Warmwalzprozess
und den Kaltwalzprozess das "zweistufige" Walzverfahren auch für die Herstellung von
in Bezug auf den Magnesiumanteil hochlegierten Aluminiumblechen zu verwenden, so dass
auf die in dem Kaltwalzprozess erfolgende und sich auf die mechanische Festigkeit
des Aluminiumblechs positiv auswirkende Kaltverfestigung nicht verzichtet werden muss,
um die Herstellung von Aluminiumblechen in einer vergleichsweise kurzen Produktionszeit
zu ermöglichen.
[0013] Aufgrund der erfindungsgemäßen Temperaturfenster erweist sich einerseits eine Zwischenglühung
als überflüssig, andererseits wird trotz des hohen Magnesiumanteils eine Kaltverfestigung
erreicht, ohne dass damit qualitätsmindernde Effekte, wie beispielsweise die Ausbildung
von Kantenrissen einhergeht oder dass diese zumindest nur in einem geringfügigen Umfang
auftreten.
[0014] Im Ergebnis ermöglicht somit das erfindungsgemäße Verfahren eine Herstellung von
hochfesten Aluminium-Legierungsblechen, also insbesondere von Blechen, deren Material
ein Magnesiumanteil von 6,2 % oder mehr aufweist, ohne dabei auf die durch den Kaltwalzprozess
erzielte und sich positiv auf die mechanischen Festigkeitswerte des Endprodukts auswirkende
Kaltverfestigung verzichten zu müssen.
[0015] Dieser vorteilhafte Effekt wird insbesondere dadurch ermöglicht, dass im Warmwalzprozess
innerhalb eines Warmwalztemperaturfensters mehrere Stichabnahmen erfolgen, derart,
dass das ΔT zwischen der Eingangstemperatur und der Ausganstemperatur des Warmwalzprozesses
kleiner als 120°C ist, wobei die Eingangstemperatur kleiner 500°C ist.
[0016] Erfindungsgemäß erfolgen im Kaltwalzprozess mehrere Stichabnahmen in einem Kaltwalztemperaturfenster
zur Dickenabnahme zwischen 20°C und 200°C. Vorzugsweise ist das ΔT der Aufwärmung
zwischen der Eingangstemperatur des Walzmaterials und der Ausgangstemperatur des Walzmaterials
kleiner als 120°C, wobei die Eingangstemperatur kleiner als 50°C ist.
[0017] Erfindungsgemäß erfolgt der Kaltwalzprozess mit zusätzlicher Scherbeanspruchung des
Walzmaterials, wobei die Scherkräfte in Abhängigkeit von der Walzkraft rechnerisch
ermittelt und als Leitwert der Prozesssteuerung dienen.
[0018] Hierbei hat es sich insbesondere als vorteilhaft im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren erwiesen, wenn der Kaltwalzprozess in einem asymmetrischen Walzgerüst erfolgt,
wobei die durch ihren Abstand den Walzspalt definierenden, einander gegenüberliegenden
Arbeitswalzen einen unterschiedlichen Durchmesser aufweisen. Damit ergeben sich unterschiedliche
Umfangsgeschwindigkeiten im Kontaktbereich der Arbeitswalzen mit dem Walzmaterial,
so dass zusätzlich zu der über einen Haspel in das Walzmaterial eingebrachten Bandzugkraft
eine asymmetrische Schubkraftverteilung im Bereich des Walzspaltes im Walzmaterial
erzeugt wird. Hierdurch können insbesondere die über das Walzgerüst, also die Arbeitswalzen
in das Walzmaterial einzubringenden Walzkräfte bzw. Walzmoment reduziert werden, was
wiederum einen positiven Effekt auf die Dimensionierung des Walzgerüstes hat.
[0019] Bei den durchgeführten Versuchen betreffend das erfindungsgemäße Verfahren hat sich
gezeigt, dass der Höhe der Warmwalzeingangstemperatur in Abhängigkeit von dem Magnesiumgehalt
des Ausgangsmaterials eine besondere Bedeutung zukommt, wobei es sich als besonders
vorteilhaft herausgestellt hat, wenn bei einem Ausgangsmaterial mit einem Magnesiumgehalt
von 6,2% bis kleiner 7% die Warmwalzeingangstemperatur kleiner als 460 °C und die
Warmwalzausgangstemperatur größer als 350 °C gewählt wird. Vorzugsweise ist die Warmwalzeingangstemperatur
kleiner als 440°C und die Warmwalzausgangstemperatur größer als 400°C.
[0020] Bei einem Ausgangsmaterial mit einem Magnesiumgehalt größer gleich 7% bis kleiner
8 % ist es hingegen vorteilhaft, wenn die Warmwalzeingangstemperatur kleiner als 440
°C und die Warmwalzausgangstemperatur größer als 350 °C ist. Vorzugsweise ist die
Warmwalzeingangstemperatur kleiner als 420°C und die Warmwalzausgangstemperatur größer
als 380°C.
[0021] Wenn die Warmwalzeingangstemperatur kleiner als 420 °C und die Warmwalzausgangstemperatur
größer als 350 °C ist, können bei einem Ausgangsmaterial mit einem Magnesiumgehalt
größer gleich 8 % bis kleiner 9 % in Kombination mit dem erfindungsgemäß durchgeführten
Kaltwalzschritt besonders gute Ergebnisse hinsichtlich der mechanischen Festigkeitswerte
und der Umformbarkeit des Endprodukts erzielt werden. Vorzugsweise ist die Warmwalzeingangstemperatur
kleiner als 410 °C und die Warmwalzausgangstemperatur größer als 360 °C.
[0022] Bei einem Ausgangsmaterial mit einem Magnesiumgehalt von größer gleich 9 % ist es
vorteilhaft, wenn die Warmwalzeingangstemperatur kleiner als 400 °C und die Warmwalzausgangstemperatur
größer als 350 °C ist. Vorzugsweise ist die Warmwalzeingangstemperatur kleiner als
390 °C und die Warmwalzausgangstemperatur größer als 360 °C.
[0023] Besonders gute Ergebnisse hinsichtlich der mechanischen Festigkeitswerte bzw. der
Umformbarkeit (Dehnung) des Endprodukts können erzielt werden, wenn zumindest eine
von mehreren im Kaltwalzprozess durchgeführten Stichabnahmen mit einem ΔT
Stich zwischen der Eingangstemperatur des Walzmaterials und der Ausgangstemperatur des
Walzmaterials kleiner als 20 °C erfolgt.
[0024] Insbesondere dann, wenn das ΔT
Stich zwischen der Eingangstemperatur des Walzmaterials und der Ausgangstemperatur des
Walzmaterials kleiner als 10 °C ist, erfolgt eine quasi-isotherme Stichabnahme. Dabei
erweist es sich in jedem Fall als vorteilhaft, wenn die Eingangstemperatur des Walzmaterials
größer als 80 °C und kleiner als 120 °C ist.
[0025] Vorteilhaft ist es, wenn zur Reduktion der erforderlichen Walzkraft bzw. des Walzmomentes
die von einem Haspel auf das Walzmaterial aufgebrachte Bandzugkraft in Abhängigkeit
von der Eintrittsdicke des Walzmaterials in das Kaltwalzgerüst gewählt wird.
[0026] Vorzugsweise wird die Bandzugkraft in Abhängigkeit von Materialdaten des Walzmaterials
rechnerisch ermittelt und dient als Leitwert der Prozesssteuerung.
[0027] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert, wobei
als ein Ausgangsmaterial eine Aluminiumlegierung mit einem Mangananteil von 6,5 %
gewählt wurde, die im Übrigen hinsichtlich ihrer Zusammensetzung der in der
EP 2 677 049 A1 offenbarten Aluminiumlegierung entspricht.
[0028] In dem Versuch wurde als Ausgangsmaterial eine Bramme aus der vorgenannten AlMg 6,5-Legierung
mit einer Dicke von 325 mm auf eine Warmwalzdicke von 6 mm gewalzt, wobei die Dickenabnahme
von 325 mm auf 6 mm in 23 Stichen erfolgte, wobei die Eingangstemperatur des Walzmaterials
480 °C und die Ausgangstemperatur des Walzmaterials am Ende des Warmwalzschrittes
378 °C betrug. Der erreichte Warmwalzumformgrad ϕ
m betrug 3,9.
[0029] Nach einer Abkühlung auf Raumtemperatur erfolgt der Kaltwalzschritt mit insgesamt
6 Stichen, wobei ausgehend von der Eingangstemperatur T
E = 20 °C am Ende der unmittelbar einander nachfolgend durchgeführten Kaltwalzschritte
eine Ausgangstemperatur T
A = 154 °C erreicht wurde. Der bei der Dickenabnahme von 6 mm auf 1 mm Enddicke erreichte
Umformgrad ϕ betrug 1,8.
[0030] Die Ermittlung der Festigkeitswerte des derart hergestellten Aluminiumblechs erfolgt
unmittelbar nach Beendigung des Kaltwalzschrittes und Abkühlung des Blechmaterials
auf Raumtemperatur. Hierbei ergab sich für das Blechmaterial eine Streckgrenze von
465 MPa und eine Bruchgrenze von 517 MPa.
[0031] Diese hohen durch die Kaltverfestigung erzielten Festigkeitswerte ermöglichen es,
dass eine für den jeweiligen Einsatzzweck des hergestellten Aluminiumblechs ausreichende
Festigkeit bereits bei sehr viel geringen Umformgraden erreichbar ist, so dass für
eine nachfolgende Umformtechnik, also etwa einen Tiefziehvorgang, eine ausreichende
Restdehnung zur Verfügung steht, ohne dass die Gefahr der Ausbildung von Fehlstellen
oder Rissen im Blechmaterial besteht oder zumindest erheblich reduziert wird. Diese
vorteilhafte Eigenschaft des derart hergestellten Aluminiumblechs lässt sich insbesondere
bei der Herstellung von Gehäusen oder Karosserieteilen aus einem hochfesten Aluminiumblech
nutzen.
[0032] Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel wurde im Anschluss an den wie vorstehend ausgeführten
Warmwalzschritt der Kaltwalzschritt mit einer Dickenabnahme von 6 mm auf 1 mm modifiziert
derart ausgeführt, dass die ersten 4 Stiche ausgehend von einer Eingangstemperatur
T
E = 20 °C unmittelbar einander nachfolgend ausgeführt wurden, wobei am Ende des vierten
Stichs eine Ausgangstemperatur T
A von 150 °C erreicht wurde und anschließend der Kaltwalzschritt für 1 Stunde, 45 Minuten
zur Abkühlung des Walzmaterials auf eine Temperatur von T
E = 108 °C unterbrochen wurde, um erst anschließend die beiden weiteren Stiche bis
zur Dickenabnahme auf 1 mm mit einer Endtemperatur von T
E = 112°C durchzuführen.
[0033] Die anschließend nach einer Abkühlung auf Raumtemperatur durchgeführte Materialprüfung
ergab eine Streckgrenze von 483 MPa und eine Bruchgrenze von 536 MPa.
1. Verfahren zur Herstellung eines hochfesten Aluminium-Legierungsblechs aus einem Ausgangsmaterial
aus einer Aluminiumlegierung mit einem Mg-Anteil ≥ 6,2%, bei dem das Ausgangsmaterial
in einem Warmwalzprozess zu einem Walzmaterial mit einer Warmwalzdicke d
W umgeformt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass nachfolgend dem Warmwalzprozess in einem Kaltwalzprozess das Walzmaterial auf eine
Enddicke d gewalzt wird, wobei im Warmwalzprozess innerhalb eines definierten Warmwalztemperaturfensters
mehrere Stichabnahmen erfolgen, wobei im Kaltwalzprozess zur Dickenabnahme in einem
Kaltwalztemperaturfenster zwischen 20°C und 200°C mehrere Stichabnahmen erfolgen,
wobei der Kaltwalzprozess mit zusätzlicher Scherbeanspruchung des Walzmaterials erfolgt,
wobei die Scherkräfte in Abhängigkeit von der Walzkraft rechnerisch ermittelt und
als Leitwert der Prozesssteuerung dienen.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kaltwalzprozess in einem asymmetrischen Walzgerüst erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Kaltwalzprozess ausgehend von einer Eingangstemperatur kleiner 50°C eine Temperaturerhöhung
um weniger als 120°C erfolgt.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei einem Ausgangsmaterial mit einem Mg-Gehalt von 6,2% bis kleiner 7% die Warmwalzeingangstemperatur
kleiner als 460°C und die Warmwalzausgangstemperatur größer als 350°C ist.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Warmwalzeingangstemperatur kleiner als 440°C und die Warmwalzausgangstemperatur
größer als 400°C ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3 ,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei einem Ausgangsmaterial mit einem Mg-Gehalt größer gleich 7% bis kleiner 8% die
Warmwalzeingangstemperatur kleiner als 440°C und die Warmwalzausgangstemperatur größer
als 350°C ist.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Warmwalzeingangstemperatur kleiner als 420°C und die Warmwalzausgangstemperatur
größer als 380°C ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei einem Ausgangsmaterial mit einem Mg-Gehalt größer gleich 8% bis kleiner 9% die
Warmwalzeingangstemperatur kleiner als 420°C und die Warmwalzausgangstemperatur größer
als 350°C ist.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Warmwalzeingangstemperatur kleiner als 410°C und die Warmwalzausgangstemperatur
größer als 360°C ist.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei einem Ausgangsmaterial mit einem Magnesiumgehalt von größer gleich 9% die Warmwalzeingangstemperatur
kleiner als 400°C und die Warmwalzausgangstemperatur größer als 350°C ist.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Warmwalzeingangstemperatur kleiner als 390°C und die Warmwalzausgangstemperatur
größer als 360°C ist.
12. Verfahren nach Anspruch einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest eine von mehreren im Kaltwalzprozess durchgeführten Stichabnahmen mit einem
ΔT zwischen der Eingangstemperatur des Walzmaterials und der Ausgangstemperatur des
Walzmaterials kleiner als 20°C erfolgt.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass das ΔT zwischen der Eingangstemperatur des Walzmaterials und der Ausgangstemperatur
des Walzmaterials kleiner als 10°C ist.
14. Verfahren nach Anspruch 1 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Eingangstemperatur des Walzmaterials größer als 80°C und kleiner als 120°C ist.
15. .Verfahren nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass zur Reduktion der erforderlichen Walzkraft die von einem Haspel auf das Walzmaterial
aufgebrachte Bandzugkraft in Abhängigkeit von der Eintrittsdicke des Walzmaterials
in das Kaltwalzgerüst gewählt wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bandzugkraft in Abhängigkeit von Materialdaten des Walzmaterials rechnerisch
ermittelt und als Leitwert der Prozesssteuerung dient.
1. A method for producing a high-strength aluminum alloy sheet from a starting material
made of an aluminum alloy having an Mg content of ≥ 6.2 %, in which the starting material
is deformed to a rolling material having a hot-rolling thickness d
W in a hot-rolling procedure,
characterized in that
the rolling material is rolled to a final thickness d in a cold-rolling procedure
following the hot-rolling procedure, several reductions per pass being conducted in
the hot-rolling procedure within a defined hot-rolling temperature range, several
reductions per pass being conducted for thinning in the cold-rolling procedure in
a cold-rolling temperature range between 20 °C and 200 °C,
the cold-rolling procedure being conducted with an additional shear stress of the
rolling material, the shear forces being computed as a function of the rolling force
and serving as a guide value of the process control.
2. The method according to claim 1,
characterized in that
the cold-rolling procedure takes place in an asymmetric rolling stand.
3. The method according to claim 1 or 2,
characterized in that
the temperature is increased by less than 120 °C from a start temperature of less
than 50 °C in the cold-rolling process.
4. The method according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the hot-rolling start temperature is less than 460 °C and the hot-rolling end temperature
is greater than 350 °C when a starting material has an Mg content of 6.2 % to less
than 7 %.
5. The method according to claim 4,
characterized in that
the hot-rolling start temperature is less than 440 °C and the hot-rolling end temperature
is greater than 400 °C.
6. The method according to any one of claims 1 to 3,
characterized in that
the hot-rolling start temperature is less than 440 °C and the hot-rolling end temperature
is greater than 350 °C when a starting material has an Mg content greater than or
equal to 7 % to less than 8 %.
7. The method according to claim 6,
characterized in that
the hot-rolling start temperature is less than 420 °C and the hot-rolling end temperature
is greater than 380 °C.
8. The method according to any one of claims 1 to 3,
characterized in that
the hot-rolling start temperature is less than 420 °C and the hot-rolling end temperature
is greater than 350 °C when a starting material has an Mg content greater than or
equal to 8 % to less than 9 %.
9. The method according to claim 8,
characterized in that
the hot-rolling start temperature is less than 410 °C and the hot-rolling end temperature
is greater than 360 °C.
10. The method according to any one of claims 1 to 3,
characterized in that
the hot-rolling start temperature is less than 400 °C and the hot-rolling end temperature
is greater than 350 °C when a starting material has a magnesium content of greater
than or equal to 9 %.
11. The method according to claim 10,
characterized in that
the hot-rolling start temperature is less than 390 °C and the hot-rolling end temperature
is greater than 360 °C.
12. The method according to one or more of the preceding claims, characterized in that
at least one of several reductions per pass conducted during the cold-rolling procedure
is conducted with a ΔT less than 20 °C between the start temperature of the rolling
material and the end temperature of the rolling material.
13. The method according to claim 12,
characterized in that
the ΔT between the start temperature of the rolling material and the end temperature
of the rolling material is less than 10 °C.
14. The method according to claim 1 or 11,
characterized in that
the start temperature of the rolling material is greater than 80 °C and less than
120 °C.
15. The method according to one or more of the preceding claims, characterized in that
the tape tension exerted on the rolling material by a reel is chosen as a function
of the input thickness of the rolling material into the cold rolling stand for reducing
the required rolling force.
16. The method according to claim 15,
characterized in that
the tape tension is computed as a function of material data of the rolling material
and serves as a guide value of the process control.
1. Procédé de fabrication d'une tôle en alliage d'aluminium à haute résistance à partir
d'un matériau de départ en alliage d'aluminium ayant une teneur en Mg de ≥ 6,2 %,
dans lequel le matériau de départ est déformé en matériau de laminage ayant une épaisseur
d
W de laminage à chaud dans un processus de laminage à chaud,
caractérisé en ce que
le matériau de laminage est laminé en épaisseur d finale dans un processus de laminage
à froid suivant le processus de laminage à chaud, plusieurs réductions par passe étant
effectuées dans une gamme de température de laminage à chaud définie dans le processus
de laminage à chaud, plusieurs réductions par passe étant effectuées dans une gamme
de température de laminage à froid entre 20 °C et 200 °C dans le processus de laminage
à froid afin de réduire l'épaisseur,
le processus de laminage à froid étant effectué sous une contrainte de cisaillement
additionnelle du matériau de laminage, les forces de cisaillement étant calculées
en fonction de la force de laminage et servant de valeur guide de la commande de processus.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
le processus de laminage à froid s'effectue dans une cage de laminoir asymétrique.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
la température est augmentée par moins de 120 °C à partir d'une température d'entrée
inférieure à 50 °C dans le processus de laminage à froid.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que
la température d'entrée de laminage à chaud est inférieure à 460 °C et la température
de sortie de laminage à chaud est supérieure à 350 °C si un matériau de départ a une
teneur en Mg de 6,2 % à moins de 7 %.
5. Procédé selon la revendication 4,
caractérisé en ce que
la température d'entrée de laminage à chaud est inférieure à 440 °C et la température
de sortie de laminage à chaud est supérieure à 400 °C.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
la température d'entrée de laminage à chaud est inférieure à 440 °C et la température
de sortie de laminage à chaud est supérieure à 350 °C si un matériau de départ a une
teneur en Mg supérieure ou égale à 7 % à moins de 8 %.
7. Procédé selon la revendication 6,
caractérisé en ce que
la température d'entrée de laminage à chaud est inférieure à 420 °C et la température
de sortie de laminage à chaud est supérieure à 380 °C.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
la température d'entrée de laminage à chaud est inférieure à 420 °C et la température
de sortie de laminage à chaud est supérieure à 350 °C si un matériau de départ a une
teneur en Mg supérieure ou égale à 8 % à moins de 9 %.
9. Procédé selon la revendication 8,
caractérisé en ce que
la température d'entrée de laminage à chaud est inférieure à 410 °C et la température
de sortie de laminage à chaud est supérieure à 360 °C.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
la température d'entrée de laminage à chaud est inférieure à 400 °C et la température
de sortie de laminage à chaud est supérieure à 350 °C si un matériau de départ a une
teneur en magnésium supérieure ou égale à 9 %.
11. Procédé selon la revendication 10,
caractérisé en ce que
la température d'entrée de laminage à chaud est inférieure à 390 °C et la température
de sortie de laminage à chaud est supérieure à 360 °C.
12. Procédé selon l'une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce
qu'au moins une parmi plusieurs réductions par passe effectuées dans le processus de
laminage à froid est effectuée à un ΔT inférieur à 20 °C entre la température d'entrée
du matériau de laminage et la température de sortie du matériau de laminage.
13. Procédé selon la revendication 12,
caractérisé en ce que
le ΔT entre la température d'entrée du matériau de laminage et la température de sortie
du matériau de laminage est inférieure à 10 °C.
14. Procédé selon la revendication 1 ou 11,
caractérisé en ce que
la température d'entrée du matériau de laminage est supérieure à 80 °C et inférieure
à 120 °C.
15. Procédé selon l'une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que
la tension de bande exercée sur le matériau de laminage par un dévidoir est sélectionnée
en fonction de l'épaisseur d'entrée du matériau de laminage dans le cage de laminoir
à froid afin de réduire la force de laminage nécessaire.
16. Procédé selon la revendication 15,
caractérisé en ce que
la tension de bande est calculée en fonction de données de matériau du matériau de
laminage et sert de valeur guide de la commande de processus.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente