[0001] Die Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeugschloss für eine Kraftfahrzeugtür gemäß dem
Oberbegriff von Anspruch 1, eine Kraftfahrzeugschiossanordnung gemäß Anspruch 10,
ein Kraftfahrzeugschließsystem gemäß Anspruch 11 sowie eine Kraftfahrzeugtüranordnung
gemäß Anspruch 12.
[0002] Das in Rede stehende Kraftfahrzeugschloss kann bei allen Arten von Kraftfahrzeugtüren
Anwendung finden. Der Begriff "Kraftfahrzeugtür" ist vorliegend weit zu verstehen.
Er umfasst insbesondere Seitentüren, Hecktüren, Heckklappen, Heckdeckel oder Motorhauben.
Eine Kraftfahrzeugtür in diesem Sinne kann grundsätzlich auch nach Art einer Schiebetür
ausgestaltet sein.
[0003] Ein bekanntes Kraftfahrzeugschloss (
DE 10 2017 117 728 A1) ist Bestandteil einer Kraftfahrzeugschlossanordnung, die neben dem Kraftfahrzeugschloss
auch ein Schließelement, insbesondere einen Schließbügel, aufweist, mit dem die Schlossfalle
des Kraftfahrzeugschlosses in haltenden Eingriff bringbar ist. Die Kraftfahrzeugschlossanordnung
ist einer Kraftfahrzeugtür zugeordnet, die mit einer Kraftfahrzeugkarosserie verstellbar
gekoppelt ist. Im Sinne einer Komfortsteigerung ist das bekannte Kraftfahrzeugschloss
mit einer Aufdrückanordnung ausgestattet, mit der sich die Kraftfahrzeugtür in einem
Aufdrückvorgang aus einer Schließ-Türstellung in eine Aufdrück-Türstellung verstellen
lässt. Bei der Schließ-Türstellung handelt es sich hier um die Hauptschließ-Türstellung,
in der sich die Schlossfalle des bekannten Kraftfahrzeugschlosses in ihrer Hauptschließstellung
befindet. Von dieser Hauptschließ-Türstellung wird die Aufdrück-Türstellung über die
Vorschließ-Türstellung, in der sich die Schlossfalle in ihrer Vorschließstellung befindet,
erreicht. In der Aufdrück-Türstellung ergibt sich ein Eingriffsspalt zwischen Kraftfahrzeugtür
und Kraftfahrzeugkarosserie, der vom Bediener für ein anschließendes, manuelles Öffnen
der Kraftfahrzeugtür hintergriffen werden kann. Mit diesem Aufdrückvorgang ergibt
sich grundsätzlich die Möglichkeit, eine Kraftfahrzeugtür ohne einen Türaußengriff
zu gestalten, da das Eingreifen in den Türaußengriff ersetzt werden kann durch das
Hintergreifen des Eingriffsspaltes.
[0004] Während die obige Aufdrückfunktion als solche auch mit einer beträchtlichen Komfortsteigerung
einhergeht, da die Kraftfahrzeugtür dem Bediener beim Öffnen bereits ein Stück entgegen
kommt, ist auch ein einfacher Aufbau und eine hohe Betriebssicherheit einer entsprechenden
Kraftfahrzeugschlossanordnung insgesamt von Bedeutung.
[0005] Ein weiteres bekanntes Kraftfahrzeugschloss mit einer Aufdrückanordnung ist aus der
DE 10 2014 109 111 A1 bekannt. Dieses weist außerdem eine Schließhilfsanordnung auf. Aus der Druckschrift
DE 10 2014 003737 A1 ist ein Kraftfahrzeugschloss mit einer Aufdrückanordnung und mit einer Schließhilfe
bekannt.
[0006] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, das bekannte Kraftfahrzeugschloss derart
auszugestalten und weiterzubilden, dass es möglichst einfach aufgebaut ist.
[0007] Das obige Problem wird bei einem Kraftfahrzeugschloss gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1 durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils von Anspruch 1 gelöst.
[0008] Vorzugsweise ist es dabei so, dass der Aufdrückhebel auf das Schließelement, insbesondere
einen Schließbügel, der vorzugsweise an der Kraftfahrzeugkarosserie angeordnet ist,
wirkt. Auf diese Weise ist es nicht notwendig, eine separate Einrichtung an der Kraftfahrzeugkarosserie
vorzusehen, an der sich bei einem Aufdrückvorgang der Aufdrückhebel abstützt, um den
Eingriffsspalt zu erzeugen. Bei der vorschlagsgemäßen Lösung kann vielmehr auf das
ohnehin vorhandene Schließelement, insbesondere den Schließbügel, zurückgegriffen
werden. Zum einen kann auf diese Weise mit geringem konstruktiven Aufwand ein Kraftfahrzeugschloss
mit Aufdrückanordnung und eine entsprechende Kraftfahrzeugschlossanordnung bereitgestellt
werden. Zum anderen wird auch eine hohe Betriebssicherheit gewährleistet, da hier
ohnehin vorhandene Elemente einer Kraftfahrzeugschlossanordnung mit verwendet werden,
um die Aufdrückfunktion zu bewerkstelligen, und keine separaten Bauteile speziell
für diese Aufdrückfunktion konfiguriert und angeordnet werden müssen.
[0009] Nach der Ausgestaltung gemäß Anspruch 2 ist vorgesehen, dass der Aufdrückhebel so
ausgestaltet und angeordnet ist, dass er im montierten Zustand zum Aufdrücken der
Kraftfahrzeugtür, insbesondere unmittelbar, auf das Schließelement wirkt. Das Schließelement
ist also dasjenige Bauteil der Kraftfahrzeugschlossanordnung, auf das der Aufdrückhebel
im Rahmen des Aufdrückvorgangs, insbesondere unmittelbar, Druckkräfte überträgt, um
die Kraftfahrzeugtür in deren Aufdrück-Türstellung zu verstellen. Ein Aufdrückhebel
ist vorliegend ganz allgemein dadurch definiert, dass er geeignet ist, zumindest Druckkräfte
zu übertragen. Grundsätzlich kann der Aufdrückhebel aber zusätzlich auch zur Übertragung
von Zugkräften ausgelegt sein.
[0010] Vorschlagsgemäß ist zusätzlich zu der Aufdrückanordnung auch eine Schließhilfsanordnung
vorgesehen ist. Diese weist einen Schließhilfshebel auf, über den die Schlossfalle
im montierten Zustand in einem Schließhilfsvorgang in deren Schließrichtung verstellbar
ist. Insbesondere kann die Schlossfalle durch die Schließhilfsanordnung von einer
Vorschließstellung in eine Hauptschließstellung verstellt werden.
[0011] Vorschlagsgemäß ist das Kraftfahrzeugschloss im montierten Zustand mit einer separat
von dem Kraftfahrzeugschloss ausgestalteten Antriebsanordnung über einen Bowdenzug
antriebstechnisch gekoppelt oder koppelbar. "Separat von dem Kraftfahrzeugschloss"
meint, dass die Antriebsanordnung an anderer Stelle im Kraftfahrzeug, insbesondere
in der Kraftfahrzeugtür, angeordnet ist, wobei die räumliche Distanz zwischen der
Schlossmechanik des Kraftfahrzeugschlosses, also den durch die Antriebsanordnung antreibbaren
Schlosskomponenten, und der Antriebsanordnung über den Bowdenzug überbrückt wird.
Der Bowdenzug dient vorzugsweise zur Übertragung von Zugkräften, kann zusätzlich oder
alternativ aber auch zur Übertragung von Druckkräften ausgestaltet sein. Dabei ist
die Bowdenzugseele in Form eines Drahtseils oder dergleichen in einer druckfesten
Hülle, dem Bowdenzugmantel, axialbeweglich, kann also gegenüber dem Bowdenzugmantel
in axialer Richtung hin- und her bewegt werden. Die Antriebsanordnung wiederum kann
einen Elektromotor aufweisen, der eine Antriebsbewegung bzw. -last auf den Bowdenzug
überträgt, wodurch sich die Bowdenzugseele relativ zum Bowdenzugmantel linear bewegt.
[0012] Die Ansprüche 3 und 4 betreffen einen Übertragungshebel des Kraftfahrzeugschlosses,
über den eine Antriebslast, insbesondere eine Antriebskraft, vorzugsweise eine Zugkraft,
in das Kraftfahrzeugschloss bzw. die Schlossmechanik eingeleitet werden kann. Besonders
bevorzugt ist der Übertragungshebel antriebstechnisch zumindest über den Bowdenzug
mit der Antriebsanordnung gekoppelt. Vorzugsweise ist die Bowdenzugseele, insbesondere
unmittelbar, mit dem Übertragungshebel gekoppelt. Ist der Bowdenzugmantel an einer
Komponente des Kraftfahrzeugschlosses axialfest montiert, gegenüber der der Übertragungshebel
schwenkbar ist, wird eine lineare Relativbewegung zwischen Bowdenzugseele und Bowdenzugmantel
in eine Schwenkbewegung des Übertragungshebels umgewandelt. Die Betätigung des Übertragungshebels,
also dessen Schwenkbewegung, bewirkt dann, insbesondere unmittelbar oder aber mittelbar
über ein Zwischenelement, beispielsweise einen weiteren Hebel, eine Betätigung bzw.
eine Bewegung des Aufdrückhebels und/oder eine Betätigung bzw. Bewegung des Schließhilfshebels.
Grundsätzlich ist es dabei auch denkbar, dass bei der Betätigung des Übertragungshebels
sowohl der Aufdrückhebel als auch der Schließhilfshebel betätigt, also bewegt, werden,
wobei dann aber nur einer der beiden Hebel funktionsfähig ist, während der jeweils
andere Hebel nicht aktiv ist und insbesondere einen Freilauf ausführt. Grundsätzlich
ist es aber auch denkbar, dass der Aufdrückhebel vom Übertragungshebel unabhängig
ist und eine Betätigung bzw. Schwenkbewegung des Übertragungshebels nur die Betätigung
des Schließhilfshebels bewirkt, aber keinen Einfluss auf den Aufdrückhebel hat. Der
Aufdrückhebel kann in diesem Fall, insbesondere über denselben Bowdenzug, auf andere
Weise betätigt werden.
[0013] Vorschlagsgemäß weist das Kraftfahrzeugschloss eine schaltbare Kupplungsanordnung
auf, die je nach Kupplungszustand entweder den Aufdrückvorgang oder den Schließhilfsvorgang
bewirkt. In dem einen Fall wird ein über den Bowdenzug übertragener Betätigungshub
zu der Aufdrückanordnung und/oder zu dem Aufdrückhebel durchgeschaltet. In dem anderen
Fall wird ein über den Bowdenzug übertragener Betätigungshub zu der Schließhilfsanordnung
und/oder über den Schließhilfshebel auf die Schlossfalle durchgeschaltet. Auf diese
Weise kann mit ein und demselben Bowdenzug sowohl der Aufdrückvorgang als auch der
Schließhilfsvorgang durchgeführt werden. Dabei kann insbesondere immer nur entweder
der Aufdrückvorgang oder aber der Schließhilfsvorgang durchgeführt werden. Der jeweils
andere Vorgang ist dann gesperrt. Vorzugsweise ist aber die Hubrichtung, also die
Richtung der Relativbewegung der Bowdenzugseele gegenüber dem Bowdenzugmantel, beim
Aufdrückvorgang dieselbe wie beim Schließhilfsvorgang (Anspruch 5).
[0014] Es sind verschiedene Ausgestaltungen des Kraftfahrzeugschlosses und insbesondere
der schaltbaren Kupplungsanordnung denkbar.
[0015] Nach der Ausgestaltung gemäß Anspruch 6 ist die Kupplungsanordnung so ausgestaltet,
dass eine von Seiten der Antriebsanordnung in die Schlossmechanik bzw. in das Kraftfahrzeugschloss
eingeleitete Antriebslast je nach Kupplungszustand entweder auf den Aufdrückhebel
übertragen wird und dadurch den Aufdrückvorgang bewirken kann, oder aber die eingeleitete
Antriebslast wird über den Schließhilfshebel auf die Schlossfalle übertragen, wodurch
dann der Schließhilfsvorgang bewirkt werden kann. Hierbei dient also der Übertragungshebel
zur Einleitung der Antriebslast sowohl zum Zwecke der Durchführung des Aufdrückvorgangs
als auch zum Zwecke der Durchführung des Schließhilfsvorgangs. Da die Bewegungsrichtung
der Relativbewegung zwischen Bowdenzugseele und Bowdenzugmantel vorzugsweise sowohl
für den Aufdrückvorgang als auch den Schließhilfsvorgang dieselbe ist, wird vorzugsweise
durch das Umschalten zwischen dem einen Kupplungszustand und dem anderen Kupplungszustand
eine Bewegungsumkehr erzeugt.
[0016] Vorzugsweise ist dabei vorgesehen, dass der über den Bowdenzug übertragene Betätigungshub
eine Schwenkbewegung des Übertragungshebels im Uhrzeigersinn bewirkt, die je nach
Kupplungszustand eine Schwenkbewegung des Aufdrückhebels im Gegenuhrzeigersinn oder
eine Schwenkbewegung der Schlossfalle im Uhrzeigersinn bewirkt, oder, dass der über
den Bowdenzug übertragene Betätigungshub eine Schwenkbewegung des Übertragungshebels
im Gegenuhrzeigersinn bewirkt, die je nach Kupplungszustand eine Schwenkbewegung des
Aufdrückhebels im Gegenuhrzeigersinn oder eine Schwenkbewegung der Schlossfalle im
Uhrzeigersinn bewirkt (Anspruch 7).
[0017] Bei einer anderen Ausgestaltung, die Anspruch 8 definiert, wird die seitens der Antriebsanordnung
in die Schlossmechanik bzw. das Kraftfahrzeugschloss eingeleitete Antriebslast je
nach Kupplungszustand entweder über den Schließhilfshebel auf die Schlossfalle übertragen,
um dadurch den Schließhilfsvorgang durchzuführen, oder aber die Antriebslast wird,
insbesondere unmittelbar, in den Aufdrückhebel eingeleitet, um den Aufdrückvorgang
zu bewirken. Bei dieser Ausgestaltung ist es vorzugsweise so, dass die Bowdenzugseele
mit dem Übertragungshebel axialfest verbunden ist, während der Bowdenzugmantel mit
dem relativ zum Übertragungshebel beweglichen Aufdrückhebel axialfest verbunden ist.
Eine Betätigung des Bowdenzugs führt dann zwangsläufig dazu, dass der Übertragungshebel
relativ zum Aufdrückhebel verschwenkt wird. Wird dabei der Aufdrückhebel blockiert,
so dass sich dieser nicht gegenüber dem Kraftfahrzeugschloss im Übrigen und insbesondere
nicht gegenüber dem Schließblech des Kraftfahrzeugschlosses bewegen kann, wird der
Übertragungshebel durch den Bowdenzug verschwenkt. Im umgekehrten Fall, wenn der Übertragungshebel
gegenüber dem Kraftfahrzeugschloss im Übrigen blockiert wird, wird der Aufdrückhebel
über den Bowdenzug verschwenkt.
[0018] Auch hier ist, da vorzugsweise die Bewegungsrichtung der Relativbewegung von Bowdenzugseele
zu Bowdenzugmantel sowohl für den Aufdrückvorgang als auch den Schließhilfsvorgang
dieselbe ist, bevorzugt, wenn eine Bewegungsumkehr durch die Kupplungsanordnung erzeugt
wird. Vorzugsweise ist dann vorgesehen, dass der über den Bowdenzug übertragene Betätigungshub
je nach Kupplungszustand eine Schwenkbewegung des Übertragungshebels im Uhrzeigersinn
bewirkt, die, insbesondere über den Schließhilfshebel, eine Schwenkbewegung der Schlossfalle
im Uhrzeigersinn bewirkt, oder eine Schwenkbewegung des Aufdrückhebels im Gegenuhrzeigersinn
bewirkt (Anspruch 9).
[0019] Erfindungsgemäß wird ein Kraftfahrzeugschloss für eine Kraftfahrzeugtür mit sowohl
einer Aufdrückanordnung als auch einer Schließhilfsanordnung beansprucht. Eine schaltbare
Kupplungsanordnung schaltet dann einen über einen Bowdenzug übertragenen Betätigungshub
je nach Kupplungszustand so durch, dass entweder ein Aufdrückvorgang oder ein Schließhilfsvorgang
bewirkt wird. In dem einen Kupplungszustand schaltet die Kupplungsanordnung den Betätigungshub
zu der Aufdrückanordnung und/oder zum Aufdrückhebel durch, während in dem anderen
Kupplungszustand der Betätigungshub zu der Schließhilfsanordnung und/oder über den
Schließhilfshebel auf die Schlossfalle durchgeschaltet wird.
[0020] Nach einer weiteren Lehre gemäß Anspruch 10, der eigenständige Bedeutung zukommt,
wird eine Kraftfahrzeugschlossanordnung als solche beansprucht. Bei der vorschlagsgemäßen
Kraftfahrzeugschlossanordnung werden dieselben Vorteile wie vorstehend im Zusammenhang
mit dem vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschloss erreicht. Auf alle Ausführungen zum
vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschloss darf insoweit verwiesen werden.
[0021] Nach einer weiteren Lehre gemäß Anspruch 11, der ebenfalls eigenständige Bedeutung
zukommt, wird ein Kraftfahrzeugschließsystem beansprucht, welches ein vorschlagsgemäßes
Kraftfahrzeugschloss und/oder eine vorschlagsgemäße Kraftfahrzeugschlossanordnung
sowie eine Antriebsanordnung aufweist. Bei dem vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschließsystem
werden dieselben Vorteile wie vorstehend im Zusammenhang mit dem vorschlagsgemäßen
Kraftfahrzeugschloss und der vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschlossanordnung erreicht.
Auf alle Ausführungen zum vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschloss und zur vorschlagsgemäßen
Kraftfahrzeugschlossanordnung darf insoweit verwiesen werden.
[0022] Nach einer weiteren Lehre gemäß Anspruch 12, der ebenfalls eigenständige Bedeutung
zukommt, wird eine Kraftfahrzeugtüranordnung mit einer Kraftfahrzeugtür und einer
der Kraftfahrzeugtür zugeordneten vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschlossanordnung
beansprucht. Bei der vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugtüranordnung werden dieselben
Vorteile wie vorstehend im Zusammenhang mit der vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschlossanordnung
erreicht. Auf alle Ausführungen zur vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschlossanordnung
darf insoweit verwiesen werden.
[0023] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich Ausführungsbeispiele darstellenden
Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt
- Fig. 1
- ein Kraftfahrzeug mit einem vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschloss einer vorschlagsgemäßen
Kraftfahrzeugschlossanordnung für die dortige Kraftfahrzeugtüranordnung,
- Fig. 2
- ein erstes Ausführungsbeispiel einer vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschlossanordnung
gemäß Fig. 1 im Hauptschließzustand,
- Fig. 3
- die Kraftfahrzeugschlossanordnung gemäß Fig. 2 a) während des Aufdrückvorgangs und
b) nach Abschluss des Aufdrückvorgangs,
- Fig. 4
- die Kraftfahrzeugschlossanordnung gemäß Fig. 2 a) im Aufdrückzustand nach Rückstellung
der Aufdrückanordnung in ihren Ausgangszustand und b) im Vorschließzustand,
- Fig. 5
- die Kraftfahrzeugschlossanordnung gemäß Fig. 2 a) während des Schließhilfsvorgangs
und b) im Hauptschließzustand nach Abschluss des Schließhilfsvorgangs,
- Fig. 6
- ein zweites Ausführungsbeispiel einer vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschlossanordnung
gemäß Fig. 1 im Hauptschließzustand,
- Fig. 7
- die Kraftfahrzeugschlossanordnung gemäß Fig. 6 a) während des Aufdrückvorgangs und
b) nach Abschluss des Aufdrückvorgangs,
- Fig. 8
- die Kraftfahrzeugschlossanordnung gemäß Fig. 6 a) im Aufdrückzustand nach Rückstellung
der Aufdrückanordnung in ihren Ausgangszustand und b) im Vorschließzustand,
- Fig. 9
- die Kraftfahrzeugschlossanordnung gemäß Fig. 6 a) während des Schließhilfsvorgangs
und b) im Hauptschließzustand nach Abschluss des Schließhilfsvorgangs.
[0024] Das vorschlagsgemäße Kraftfahrzeugschloss 1 ist Bestandteil einer Kraftfahrzeugschlossanordnung
2, wie sie in Fig. 1 dargestellt ist. Die Kraftfahrzeugschlossanordnung 2 ist einer
Kraftfahrzeugtür 3 zugeordnet, die mit einer Kraftfahrzeugkarosserie 4 verstellbar
gekoppelt ist. Auf das weite Verständnis des Begriffs "Kraftfahrzeugtür" des einleitenden
Teils der Beschreibung darf verwiesen werden. Hier und vorzugsweise handelt es sich
bei der Kraftfahrzeugtür 3 um eine Seitentür eines Kraftfahrzeugs. Alle diesbezüglichen
Ausführungen gelten für alle anderen Arten von Kraftfahrzeugtüren entsprechend.
[0025] Das der Kraftfahrzeugschlossanordnung 2 zugeordnete Kraftfahrzeugschloss 1 ist im
dargestellten, montierten Zustand an der Kraftfahrzeugtür 3 angeordnet. Alternativ
und hier nicht dargestellt kann es vorgesehen sein, dass das Kraftfahrzeugschloss
1 im montierten Zustand an der Kraftfahrzeugkarosserie 4 angeordnet ist.
[0026] Das Kraftfahrzeugschloss 1 weist in an sich üblicher Weise die Schlosskomponenten
Schlossfalle 5 und Sperrklinke 6 auf, wobei die Schlossfalle 5 zum Halten der Kraftfahrzeugtür
3 in haltenden Eingriff mit einem Schließelement 7, hier und vorzugsweise einem Schließbügel,
bringbar ist. Im in Fig. 1 dargestellten Fall ist das Schließelement 7 an der Kraftfahrzeugkarosserie
4 angeordnet. In dem hier nicht dargestellten Fall eines an der Kraftfahrzeugkarosserie
4 angeordneten Kraftfahrzeugschlosses 1 kann es vorgesehen sein, dass das Schließelement
7 an der Kraftfahrzeugtür 3 angeordnet ist.
[0027] Das vorschlagsgemäße Kraftfahrzeugschloss 1 weist eine Aufdrückanordnung 8 zur Ausübung
einer Antriebskraft auf die Kraftfahrzeugtür 3 in deren Öffnungsrichtung 9 auf. Die
Aufdrückanordnung 8 weist einen separat von der Schlossfalle 5 ausgestalteten Aufdrückhebel
10 auf, über den die Kraftfahrzeugtür 3 im montierten Zustand in einem Aufdrückvorgang
aus einer Schließ-Türstellung heraus in eine Aufdrück-Türstellung aufdrückbar ist
und dadurch ein Eingriffsspalt 11 zwischen Kraftfahrzeugtür 3 und Kraftfahrzeugkarosserie
4 erzeugbar ist. Insbesondere kann die Aufdrückanordnung 8 über den Aufdrückhebel
10 die Kraftfahrzeugtür 3 aus einer Hauptschließ-Türstellung (Fig. 2, Fig. 6) heraus,
in der sich die Schlossfalle 5 in ihrer Hauptschließstellung befindet, in die Aufdrück-Türstellung
(Fig. 1) aufdrücken. Zusätzlich oder alternativ kann der Aufdrückvorgang aber auch
aus einer nicht dargestellten Vorschließ-Türstellung heraus gestartet werden, in der
sich die Schlossfalle 5 in einer Vorschließstellung befindet. Bevor die Aufdrückanordnung
8 dabei den Aufdrückvorgang startet, wird die Sperrklinke 6 aus ihrer in Fig. 2 bzw.
Fig. 6 gezeigten Sperrstellung, in der sie ein Öffnen der Schlossfalle 5 blockiert,
ausgehoben, was hier und vorzugsweise motorisch erfolgt.
[0028] In der Aufdrück-Türstellung (Fig. 1) ergibt sich ein Eingriffsspalt 11, dessen Spaltbreite
vorzugsweise größer als 18 mm, weiter vorzugsweise größer als 22 mm, ist. In besonders
bevorzugter Ausgestaltung liegt die Spaltbreite des Eingriffsspalts 11 zwischen etwa
26 mm und etwa 31 mm, besonders bevorzugt bei etwa 30 mm. Diese Werte haben sich insbesondere
für das Hintergreifen des Eingriffsspalts 11 durch die Hand eines Bedieners als vorteilhaft
herausgestellt.
[0029] In der Vorschließ-Türstellung verbleibt dagegen lediglich ein Spalt zwischen der
Kraftfahrzeugtür 3 und der Kraftfahrzeugkarosserie 4 mit einer Spaltbreite von weniger
als 10 mm, vorzugsweise von etwa 6 mm. Dieser Spalt ist also gerade so bemessen, dass
der Spalt von der Hand eines Bedieners nicht hintergriffen werden kann. Die Spaltbreite
wird vorliegend stets in Öffnungsrichtung 9 gemessen.
[0030] Hier und vorzugsweise ist der Aufdrückhebel 10 so ausgestaltet und angeordnet, dass
er im montierten Zustand zum Aufdrücken der Kraftfahrzeugtür 3, hier und vorzugsweise
unmittelbar, auf das Schließelement 7, hier den Schließbügel, wirkt. Der Aufdrückhebel
10 wirkt also auf eine ohnehin üblicherweise vorhandene Komponente einer Kraftfahrzeugschlossanordnung
2, so dass es nicht notwendig ist, eine separate Einrichtung, beispielsweise an der
Kraftfahrzeugkarosserie 4, vorzusehen, mit der der Aufdrückhebel 10 beim Aufdrückvorgang
zusammenwirkt. Auf diese Weise lässt sich mit einem vergleichsweise geringen konstruktiven
Aufwand eine hohe Betriebssicherheit gewährleisten.
[0031] Das vorschlagsgemäße Kraftfahrzeugschloss 1 weist zusätzlich zu der Aufdrückanordnung
8 eine Schließhilfsanordnung 12 auf, die einen Schließhilfshebel 13 aufweist, über
den die Schlossfalle 5 im montierten Zustand in einem Schließhilfsvorgang (Fig. 5a)
und b), Fig. 9a) und b)) in deren Schließrichtung verstellbar ist. Insbesondere ist
die Schlossfalle 5 durch den Schließhilfsvorgang von ihrer Vorschließstellung in ihre
Hauptschließstellung verstellbar. In der Vorschließstellung der Schlossfalle 5 ist
dann die Sperrklinke 6 insbesondere in eine Vorrast eingefallen, während in der Hauptschließstellung
der Schlossfalle 5 die Sperrklinke 6 dann in eine Hauptrast eingefallen ist. In beiden
Stellungen der Sperrklinke 6 relativ zur Schlossfalle 5 blockiert diese eine Schwenkbewegung
der Schlossfalle 5 in deren Öffnungsrichtung (Fig. 5a) und b), Fig. 9a) und b)).
[0032] Um den Aufdrückvorgang einerseits und den Schließhilfsvorgang andererseits durchzuführen,
ist das vorschlagsgemäße Kraftfahrzeugschloss 1 im montierten Zustand mit einer separat
von dem Kraftfahrzeugschloss 1 ausgestalteten Antriebsanordnung 14 gekoppelt, die
ebenfalls Teil der vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschlossanordnung 2 ist. Die Antriebsanordnung
14 ist hier und vorzugsweise eine motorische Antriebsanordnung. Das Kraftfahrzeugschloss
1 ist über einen Bowdenzug 15 antriebstechnisch mit der Antriebsanordnung 14 gekoppelt.
[0033] Der Bowdenzug 15 weist in an sich üblicher Weise eine Bowdenzugseele 15a auf, die
linear in einem Bowdenzugmantel 15b geführt ist. Die Bowdenzugseele 15a weist endseitig
jeweils ein Bowdenzug-Endstück 15c auf, mit der die Bowdenzugseele 15a festgelegt
wird. Der Bowdenzugmantel 15b weist wiederum ebenfalls endseitig jeweils ein Bowdenzug-Anschlussstück
15d auf, mit der der Bowdenzugmantel 15b festgelegt wird. Ein Betätigungshub, der
über den Bowdenzug 15 übertragen wird, führt dann zu einer Relativbewegung der Bowdenzugseele
15a gegenüber dem Bowdenzugmantel 15b bzw. des Bowdenzug-Endstücks 15c gegenüber dem
Bowdenzug-Anschlussstück 15d.
[0034] Bei den hier beschriebenen Ausführungsbeispielen weist das jeweilige Kraftfahrzeugschloss
1 einen Übertragungshebel 16 auf, der hier und vorzugsweise antriebstechnisch zumindest
über den Bowdenzug 15 mit der Antriebsanordnung 14 antriebstechnisch gekoppelt ist.
Der Übertragungshebel 16 dient dazu, eine Antriebslast, insbesondere eine Antriebskraft,
hier und vorzugsweise eine Zugkraft, die von dem Bowdenzug 15 übertragen wird, in
das Kraftfahrzeugschloss 1 bzw. in die Schlossmechanik 17 des Kraftfahrzeugschlosses
1 einzuleiten. Dies gilt hier und vorzugsweise jedenfalls für eine den Schließhilfsvorgang
bewirkende Antriebslast.
[0035] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß der Fig. 2 bis 5 gilt dies zusätzlich auch für
eine den Aufdrückvorgang bewirkende Antriebslast. Bei dem in den Fig. 6 bis 9 dargestellten
Ausführungsbeispiel wird dagegen die den Aufdrückvorgang bewirkende Antriebslast,
die ebenfalls über den Bowdenzug 15 übertragen wird, nicht über den Übertragungshebel
16, sondern über den Aufdrückhebel übertragen.
[0036] Der Übertragungshebel 16 des Kraftfahrzeugschlosses 1 ist bei beiden Ausführungsbeispielen
so ausgestaltet und angeordnet, dass er bei seiner Betätigung, wenn er also mittels
des Bowdenzugs 15 verschwenkt wird, eine Betätigung jedenfalls des Schließhilfshebels
13 bewirkt.
[0037] Bei dem Ausführungsbeispiel in den Fig. 2 bis 5 bewirkt die Betätigung bzw. Schwenkbewegung
des Übertragungshebels 16 auch eine Betätigung des Aufdrückhebels 10.
[0038] Mit einer "Betätigung" ist ganz allgemein eine Bewegung des jeweiligen Hebels gemeint,
die durch eine einwirkende Antriebslast hervorgerufen wird. Die Bewegung bzw. Betätigung
muss dabei nicht zwangsläufig eine Funktion erfüllen, sondern kann auch eine Freilauf-Bewegung
sein. So kann beispielsweise der Schließhilfshebel 13 bei dessen Betätigung entweder
den Schließhilfsvorgang bewirken oder einen Freilauf ausführen, in welchem der Schließhilfshebel
13 insbesondere funktionslos ist. Entsprechendes kann in einem alternativen Ausführungsbeispiel
auch für den Aufdrückhebel 10 vorgesehen sein. Auch dieser kann bei Betätigung entweder
den Aufdrückvorgang bewirken oder funktionslos sein und dann insbesondere einen Freilauf
ausführen.
[0039] Wie bereits zuvor erläutert, ist bei beiden Ausführungsbeispielen ein und dieselbe
Antriebsanordnung 14 und ein und derselbe Bowdenzug 15 vorgesehen, um sowohl den Aufdrückvorgang
als auch den Schließhilfsvorgang zu bewirken. Dies erfolgt hier und vorzugsweise auch
über dieselbe Bewegungsrichtung des über den Bowdenzug 15 übertragenen Betätigungshubs.
Die Bowdenzugseele 15a wird also relativ zum Bowdenzugmantel 15b für den Aufdrückvorgang
einerseits und für den Schließhilfsvorgang andererseits in dieselbe Richtung, im Folgenden
als Hubrichtung bezeichnet, bewegt.
[0040] Damit nun die zwei unterschiedlichen Vorgänge, nämlich der Aufdrückvorgang einerseits
und der Schließhilfsvorgang andererseits, ausgeführt werden können, weist das Kraftfahrzeugschloss
1 eine schaltbare Kupplungsanordnung 18 auf, die im montierten Zustand einen über
den Bowdenzug 15 übertragenen Betätigungshub je nach Kupplungszustand auf unterschiedliche
Weise durchschaltet. So wird zum Bewirken eines Aufdrückvorgangs in einem ersten Kupplungszustand
ein über den Bowdenzug 15 übertragener Betätigungshub zu der Aufdrückanordnung 8 und/oder
zum Aufdrückhebel 10 durchgeschaltet. Zum Bewirken des Schließhilfsvorgangs kann die
Kupplungsanordnung 18 noch einen zweiten Kupplungszustand einnehmen, in welchem dann
der über den Bowdenzug 15 übertragene Betätigungshub zu der Schließhilfsanordnung
12 und/oder über den Schließhilfshebel 13 auf die Schlossfalle 5 durchgeschaltet wird.
Um die Kupplungsanordnung 18 zwischen diesen beiden Kupplungszuständen umzuschalten,
ist hier und vorzugsweise ein Kupplungselement, insbesondere ein Kupplungshebel 19,
vorgesehen, der, hier und vorzugsweise motorisch, umschaltbar ist. Hier und vorzugsweise
wird sowohl der Kupplungshebel 19 als auch die Sperrklinke 6 über einen OBW(Open By
Wire)-Mechanismus 23 betätigt. Es können aber auch separate Antriebe für die Betätigung
des Kupplungshebels 19 und der Sperrklinke 6 vorgesehen sein.
[0041] Mittels der Kupplungsanordnung 18 ist es bei dem vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschloss
1 möglich, dass ein über den Bowdenzug 15 übertragener Betätigungshub, der den Aufdrückvorgang
bewirkt, und ein über den Bowdenzug 15 übertragener Betätigungshub, der den Schließhilfsvorgang
bewirkt, dieselbe Hubrichtung haben. Dabei bewirkt hier eine Veränderung, hier und
vorzugsweise eine Verringerung, des axialen Abstands zwischen dem Bowdenzug-Endstück
15c und dem Bowdenzug-Anschlußstück 15d je nach Kupplungszustand entweder den Aufdrückvorgang
oder den Schließhilfsvorgang.
[0042] Im Folgenden soll nun auf die besondere Ausgestaltung des Ausführungsbeispiels gemäß
den Fig. 2 bis 5 eingegangen werden.
[0043] Bei diesem Ausführungsbeispiel ist der Aufdrückhebel 10 der Aufdrückanordnung 8 um
dieselbe Schwenkachse S
1 schwenkbar wie die Schlossfalle 5. Der Aufdrückhebel 10 ist dabei aber unabhängig
von der Schlossfalle 5 schwenkbar. Der Übertragungshebel 16, der über einen jeweiligen
Betätigungshub des Bowdenzugs 15 betätigt, hier verschwenkt, wird, ist um eine weitere
Schwenkachse S
2 schwenkbar. Die Schwenkachse S
1 ist zur Schwenkachse S
2 beabstandet und parallel. Beide Schwenkachsen S
1 und S
2 sind auch zueinander ortsfest.
[0044] Auf dem Übertragungshebel 16 ist nun der Schließhilfshebel 13 schwenkbar angeordnet,
nämlich um eine Schwenkachse S
3. Die Schwenkachse S
3 bewegt sich mit einer Schwenkbewegung des Übertragungshebels 16 mit. Der Schließhilfshebel
13 hat hier und vorzugsweise zwei Hebelarme 13a und 13b, die jeweils um die Schwenkachse
S
3 des Schließhilfshebels 13 verschwenkbar sind.
[0045] Weiterhin ist als Teil der Aufdrückanordnung 8 hier und vorzugsweise ein Zwischenhebel
20 vorgesehen, der ebenfalls um die Schwenkachse S
2 des Übertragungshebels 16 schwenkbar ist. Der Zwischenhebel 20 ist dabei unabhängig
von dem Übertragungshebel 16 schwenkbar. Der Zwischenhebel 20 ist dabei zur Übertragung
eines Drehmoments mit dem Aufdrückhebel 10 gekoppelt, hier und vorzugsweise über eine
Verzahnung 21. Über diese Kopplung bzw. Verzahnung 21 wird eine Drehrichtungsumkehr
erreicht, derart, dass eine Schwenkbewegung des Zwischenhebels 16 im Uhrzeigersinn
eine Schwenkbewegung des Aufdrückhebels 10 im Gegenuhrzeigersinn bewirkt, und umgekehrt.
[0046] Im Falle eines Aufdrückvorgangs folgt nun die Schwenkachse S
3 des Schließhilfshebels 13 der Schwenkbewegung des Übertragungshebels 16. Dabei ist
der Schließhilfshebel 13 über einen Vorsprung 13c in einer Kulisse 22 geführt, die
ortsfest zu der Schwenkachse S
1 und der Schwenkachse S
2 verläuft. Die Kulisse 22 hat nun einen solchen Verlauf, dass bei besagter Schwenkbewegung
des Übertragungshebels 16 der Schließhilfshebel 13 über einen Hebelarm 13b auf einen
Vorsprung 20a des Zwischenhebels 20 wirkt und dadurch ein Verschwenken des Zwischenhebels
20 bewirkt. Diese Schwenkbewegung des Zwischenhebels 20 wird wie erläutert auf den
Aufdrückhebel 10 übertragen, der dann eine entsprechende Druckkraft auf das Schließelement
7 überträgt und dadurch die Kraftfahrzeugtür 3 in die Aufdrück-Türstellung verstellt.
[0047] In Fig. 2 ist der Hauptschließzustand der Kraftfahrzeugschlossanordnung 2 bzw. der
Ausgangszustand der Aufdrückanordnung 8 dargestellt. Davon ausgehend erfolgt dann
der zuvor beschriebene Aufdrückvorgang, wie dies in den Fig. 3a) und b) dargestellt
ist.
[0048] Fig. 4a) zeigt im Anschluss an den Aufdrückvorgang eine Rückstellung der Aufdrückanordnung
8 in ihren Ausgangszustand, wobei die Kraftfahrzeugtür 3 immer noch in ihrer Aufdrück-Türstellung
ist.
[0049] Fig. 4b) zeigt nun das Umschalten der Kupplungsanordnung 18, bei der hier und vorzugsweise
ein Kupplungshebel 19 verstellt wird, der hier ebenfalls um die Schwenkachse S
2 schwenkbar ist.
[0050] Der Kupplungshebel 19 ist dabei so geformt, das er im ersten Kupplungszustand der
Kupplungsanordnung 18, in der der Aufdrückvorgang durchführbar ist, einen Abschnitt
der Kulisse 22 blockiert. Entsprechend kann sich im ersten Kupplungszustand der Vorsprung
13c nur in dem freigegebenen Abschnitt der Kulisse 22 bewegen.
[0051] Nach dem Umschalten in den zweiten Kupplungszustand wird nun auch der zweite Abschnitt
der Kulisse 22 freigegeben, was in dem in Fig. 4b gezeigten Ausgangszustand der Schließhilfsanordnung
12 dazu führt, dass bei einer Schwenkbewegung des Übertragungshebels 16 in dieselbe
Richtung wie zuvor bei dem Aufdrückvorgang nun der Vorsprung 13c des Schließhilfshebels
13 in dem anderen Abschnitt der Kulisse 22 entlanggeführt wird. Der Schließhilfshebel
13 wird dadurch so bewegt, dass dieser mit der hier und vorzugsweise in der Vorschließstellung
befindlichen Schlossfalle 5, und zwar mit einem Vorsprung 5a der Schlossfalle 5, zusammenwirkt,
so dass die Schlossfalle 5 in ihre Hauptschließstellung bewegt wird. Letzteres ist
in den Fig. 5a) und b) dargestellt.
[0052] Hier und vorzugsweise ist es dabei so, dass die Kupplungsanordnung 18 im montierten
Zustand eine mittels des Bowdenzugs 15 über den Übertragungshebel 16 eingeleitete
Antriebslast je nach Kupplungszustand entweder auf den Aufdrückhebel 10 oder, hier
über den Schließhilfshebel 12, auf die Schlossfalle 5 überträgt.
[0053] Dabei bewirkt der über den Bowdenzug 15 übertragene Betätigungshub hier und vorzugsweise
eine Schwenkbewegung des Übertragungshebels 16 im Uhrzeigersinn, wobei diese Schwenkbewegung
je nach Kupplungszustand eine Schwenkbewegung des Aufdrückhebels 10 im Gegenuhrzeigersinn
oder, hier über den Schließhilfshebel 13, eine Schwenkbewegung der Schlossfalle 5
im Uhrzeigersinn bewirkt.
[0054] Im Folgenden soll nun auf die besondere Ausgestaltung des Ausführungsbeispiels gemäß
den Fig. 6 bis 9 eingegangen werden.
[0055] Bei diesem Ausführungsbeispiel ist der Aufdrückhebel 10 der Aufdrückanordnung 8 um
eine von der Schwenkachse S
1 der Schlossfalle 5 verschiedene, weitere Schwenkachse S
2 schwenkbar. Der Aufdrückhebel 10, der über einen Betätigungshub des Bowdenzugs 15
betätigt, hier verschwenkt, wird, ist dabei unabhängig von der Schlossfalle 5 schwenkbar.
Der Übertragungshebel 16, der auch über einen Betätigungshub des Bowdenzugs 15 betätigt,
hier verschwenkt, wird, ist um dieselbe Schwenkachse S
2 wie der Aufdrückhebel 10 schwenkbar. Die Schwenkachse S
1 ist zur Schwenkachse S
2 beabstandet und parallel. Beide Schwenkachsen S
1 und S
2 sind auch zueinander ortsfest.
[0056] Auf dem Übertragungshebel 16 ist nun der Schließhilfshebel 13 schwenkbar angeordnet,
nämlich um eine Schwenkachse S
3. Die Schwenkachse S
3 bewegt sich mit einer Schwenkbewegung des Übertragungshebels 16 mit.
[0057] Sowohl der Aufdrückhebel 10 als auch der davon unabhängig schwenkbare Übertragungshebel
16 ist jeweils mit dem Bowdenzug 15 gekoppelt, hier und vorzugsweise derart, dass
die Bowdenzugseele 15a über ein Bowdenzug-Endstück 15c mit dem Übertragungshebel 16
axialfest verbunden ist und der Bowdenzugmantel 15b über ein Bowdenzug-Anschlussstück
15d mit dem Aufdrückhebel 10 axialfest verbunden ist. Bei Durchführung eines Betätigungshubs
des Bowdenzugs 15 wird dadurch eine Antriebslast, insbsondere Antriebskraft, hier
eine Zugkraft, zwischen Aufdrückhebel 10 und Übertragungshebel 16 erzeugt, die dazu
führt, das der Aufdrückhebel 10 relativ zum Übertragungshebel 16 verschwenkt wird.
Wird der jeweils eine der Hebel 10, 16, was noch näher beschrieben wird, über die
Kupplingsanordnung 18 blockiert, bewegt sich der jeweils andere der Hebel 10, 16 relativ
zum Kraftfahrzeugschloss im Übrigen und somit relativ zu den zueinander ortsfesten
Schwenkachsen S
1 und S
2. Wird beispielsweise der Übertragungshebel 16 blockiert, bewegt sich der Aufdrückhebel
10 relativ zum Kraftfahrzeugschloss im Übrigen, wodurch der Aufdrückvorgang bewirkt
werden kann. Wird dagegen der Aufdrückhebel 10 blockiert, bewegt sich der Übertragungshebel
16 relativ zum Kraftfahrzeugschloss im Übrigen, wodurch der Schließhilfsvorgang bewirkt
werden kann.
[0058] Im Falle eines Aufdrückvorgangs wird der Aufdrückhebel 10 wie beschrieben verschwenkt,
wobei dieser dann eine entsprechende Druckkraft auf das Schließelement 7 überträgt
und dadurch die Kraftfahrzeugtür 3 in die Aufdrück-Türstellung verstellt.
[0059] In Fig. 6 ist der Hauptschließzustand der Kraftfahrzeugschlossanordnung 2 bzw. der
Ausgangszustand der Aufdrückanordnung 8 dargestellt. Davon ausgehend erfolgt dann
der zuvor beschriebene Aufdrückvorgang, wie dies in den Fig. 7a) und b) dargestellt
ist.
[0060] Fig. 8a) zeigt im Anschluss an den Aufdrückvorgang eine Rückstellung der Aufdrückanordnung
8 in ihren Ausgangszustand, wobei die Kraftfahrzeugtür 3 immer noch in ihrer Aufdrück-Türstellung
ist.
[0061] Fig. 8b) zeigt nun das Umschalten der Kupplungsanordnung 18, bei der hier und vorzugsweise
ein Kupplungshebel 19 verstellt wird, der hier um eine eigene Schwenkachse S
4 schwenkbar ist. Die Schwenkachse S
4 ist zu den Schwenkachsen S
1 und S
2 beabstandet und parallel. Die Schwenkachse S
4 ist zu den Schwenkachsen S
1 und S
2 auch ortsfest.
[0062] Der Kupplungshebel 19 ist dabei so geformt, das er im ersten Kupplungszustand der
Kupplungsanordnung 18, in der der Aufdrückvorgang durchführbar ist, den Übertragungshebel
16 bzw. dessen Schwenkbewegung blockiert. Entsprechend kann sich im ersten Kupplungszustand
von den beiden Hebeln 10, 16 nur der Aufdrückhebel 10 bewegen.
[0063] Nach dem Umschalten in den zweiten Kupplungszustand wird nun der Übertragungshebel
16 freigegeben und dabei der Aufdrückhebel 10 bzw. dessen Schwenkbewegung blockiert.
Entsprechend kann sich im zweiten Kupplungszustand von den beiden Hebeln 10, 16 nur
der Übertragungshebel 16 bewegen, was in dem in Fig. 8b gezeigten Ausgangszustand
der Schließhilfsanordnung 12 dazu führt, dass bei einem Betätigungshub des Bowdenzugs
15 in derselben Hubrichtung wie zuvor bei dem Aufdrückvorgang eine Schwenkbewegung
des Übertragungshebels 16 erfolgt, wobei der Vorsprung 13c des Schließhilfshebels
13 in der Kulisse 22 entlanggeführt wird. Der Schließhilfshebel 13 wird dadurch so
bewegt, dass dieser mit der hier und vorzugsweise in der Vorschließstellung befindlichen
Schlossfalle 5, und zwar mit einem Vorsprung 5a der Schlossfalle 5, zusammenwirkt,
so dass die Schlossfalle 5 in ihre Hauptschließstellung bewegt wird. Letzteres ist
in den Fig. 9a) und b) dargestellt.
[0064] Hier und vorzugsweise ist es dabei so, dass die Kupplungsanordnung 18 im montierten
Zustand je nach Kupplungszustand entweder eine, insbesondere mittels des Bowdenzugs
15, über den Übertragungshebel 16 eingeleitete Antriebslast über den Schließhilfshebel
13 auf die Schlossfalle 5 überträgt oder eine Antriebslast, insbesondere mittels des
Bowdenzugs 15, in den Aufdrückhebel 10 einleitet.
[0065] Dabei bewirkt der über den Bowdenzug 15 übertragene Betätigungshub je nach Kupplungszustand
entweder eine Schwenkbewegung des Übertragungshebels 16 im Uhrzeigersinn, die, insbesondere
über den Schließhilfshebel 13, eine Schwenkbewegung der Schlossfalle 5 im Uhrzeigersinn
bewirkt, oder eine Schwenkbewegung des Aufdrückhebels 10 im Gegenuhrzeigersinn.
[0066] Nach einer weiteren Lehre, der eigenständige Bedeutung zukommt, wird ein Kraftfahrzeugschlossanordnung
2 beansprucht, mit einem vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschloss 1 und mit einem Schließelement
7, insbesondere einem Schließbügel, mit dem die Schlossfalle 5 des Kraftfahrzeugschlosses
1 in haltenden Eingriff bringbar ist. Auf alle Ausführungen zum vorschlagsgemäßen
Kraftfahrzeugschloss 1 darf insoweit verwiesen werden.
[0067] Nach einer weiteren Lehre, der ebenfalls eigenständige Bedeutung zukommt, wird ein
Kraftfahrzeugschließsystem beansprucht, mit einem vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschloss
1 oder einer vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschlossanordnung 2, mit einer separat
von dem Kraftfahrzeugschloss 1 bzw. der Kraftfahrzeugschlossanordnung 2 ausgestalteten
Antriebsanordnung 14 sowie mit einem Bowdenzug 15, der das Kraftfahrzeugschloss 1
bzw. die Kraftfahrzeugschlossanordnung 2 mit der Antriebsanordnung 14 antriebstechnisch
koppelt. Auf alle Ausführungen zum vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschloss 1 und zur
vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschlossanordnung 2 darf insoweit verwiesen werden.
[0068] Nach einer weiteren Lehre, der ebenfalls eigenständige Bedeutung zukommt, wird eine
Kraftfahrzeugtüranordnung mit einer Kraftfahrzeugtür 3 und mit einer der Kraftfahrzeugtür
3 zugeordneten vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschlossanordnung 2 beansprucht. Auf
alle Ausführungen zur vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschlossanordnung 2 darf insoweit
verwiesen werden.
1. Kraftfahrzeugschloss für eine Kraftfahrzeugtür (3), wobei das Kraftfahrzeugschloss
(1) die Schlosskomponenten Schlossfalle (5) und Sperrklinke (6) aufweist, wobei die
Schlossfalle (5) zum Halten der Kraftfahrzeugtür (3) in haltenden Eingriff mit einem
Schließelement (7), insbesondere einem Schließbügel, bringbar ist,
wobei eine Aufdrückanordnung (8) mit einem separat von der Schlossfalle (5) ausgestalteten
Aufdrückhebel (10) vorgesehen ist, über den die Kraftfahrzeugtür (3) im montierten
Zustand in einem Aufdrückvorgang aus einer Schließ-Türstellung heraus in eine Aufdrück-Türstellung
aufdrückbar ist und dadurch ein Eingriffsspalt (11) zwischen Kraftfahrzeugtür (3)
und Kraftfahrzeugkarosserie (4) erzeugbar ist,
wobei eine Schließhilfsanordnung (12) mit einem Schließhilfshebel (13) vorgesehen
ist, über den die Schlossfalle (5) im montierten Zustand in einem Schließhilfsvorgang
in deren Schließrichtung, insbesondere von einer Vorschließstellung in eine Hauptschließstellung,
verstellbar ist,
wobei das Kraftfahrzeugschloss (1) im montierten Zustand mit einer separat von dem
Kraftfahrzeugschloss (1) ausgestalteten Antriebsanordnung (14) über einen Bowdenzug
(15) antriebstechnisch gekoppelt ist oder koppelbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kraftfahrzeugschloss (1) eine schaltbare Kupplungsanordnung (18) aufweist, die
im montieren Zustand einen über den Bowdenzug (15) übertragenen Betätigungshub je
nach Kupplungszustand
- entweder zu der Aufdrückanordnung (8) und/oder dem Aufdrückhebel (10) durchschaltet
- oder zu der Schließhilfsanordnung (12) und/oder über den Schließhilfshebel (13)
zur Schlossfalle (5) durchschaltet.
2. Kraftfahrzeugschloss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufdrückhebel (10) so ausgestaltet und angeordnet ist, dass er im montierten
Zustand zum Aufdrücken der Kraftfahrzeugtür (3), insbesondere unmittelbar, auf das
Schließelement (7) wirkt.
3. Kraftfahrzeugschloss nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftfahrzeugschloss (1) einen Übertragungshebel (16) aufweist, über den eine
den Aufdrückvorgang oder den Schließhilfsvorgang bewirkende Antriebskraft in die Schlossmechanik
(17) des Kraftfahrzeugschlosses (1) eingeleitet wird, vorzugsweise, dass der Übertragungshebel
(16) antriebstechnisch, insbesondere zumindest über den Bowdenzug (15), mit der Antriebsanordnung
(14) gekoppelt ist.
4. Kraftfahrzeugschloss nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Übertragungshebel (16) des Kraftfahrzeugschlosses (1) so ausgestaltet und angeordnet
ist, dass er bei seiner Betätigung, insbesondere unmittelbar oder mittelbar, eine
Betätigung des Aufdrückhebels (10) oder des Schließhilfshebels (13) bewirkt.
5. Kraftfahrzeugschloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass ein über den Bowdenzug (15) übertragener Betätigungshub, der den Aufdrückvorgang
bewirkt, und ein über den Bowdenzug (15) übertragener Betätigungshub, der den Schließhilfsvorgang
bewirkt, dieselbe Hubrichtung haben, vorzugsweise, dass eine Veränderung, insbesondere
Verringerung, des axialen Abstands zwischen einem Bowdenzug-Endstück (15c), das mit
der Bowdenzugseele (15a) des Bowdenzugs (15) axialfest gekoppelt ist, und einem dem
Bowdenzug-Endstück (15c) zugeordneten Bowdenzug-Anschlussstück (15d), das mit dem
Bowdenzugmantel (15b) des Bowdenzugs (15) axialfest gekoppelt ist, je nach Kupplungszustand
- entweder den Aufdrückvorgang bewirkt
- oder den Schließhilfsvorgang bewirkt.
6. Kraftfahrzeugschloss nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungsanordnung (18) im montierten Zustand eine, insbesondere mittels des
Bowdenzugs (15), über den Übertragungshebel (16) eingeleitete Antriebslast je nach
Kupplungszustand
- entweder auf den Aufdrückhebel (10) überträgt
- oder über den Schiießhilfshebel (13) auf die Schlossfalle (5) überträgt.
7. Kraftfahrzeugschloss nach einem der Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass der über den Bowdenzug (15) übertragene Betätigungshub eine Schwenkbewegung des Übertragungshebels
(16) im Uhrzeigersinn bewirkt, die je nach Kupplungszustand
- entweder eine Schwenkbewegung des Aufdrückhebels (10) im Gegenuhrzeigersinn bewirkt
- oder eine Schwenkbewegung der Schlossfalle (5) im Uhrzeigersinn bewirkt, oder,
dass der über den Bowdenzug (15) übertragene Betätigungshub eine Schwenkbewegung des
Übertragungshebels (16) im Gegenuhrzeigersinn bewirkt, die je nach Kupplungszustand
- entweder eine Schwenkbewegung des Aufdrückhebels (10) im Gegenuhrzeigersinn bewirkt
- oder eine Schwenkbewegung der Schlossfalle (5) im Uhrzeigersinn bewirkt.
8. Kraftfahrzeugschloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungsanordnung (18) im montierten Zustand je nach Kupplungszustand
- entweder eine, insbesondere mittels des Bowdenzugs (15), über den Übertragungshebel
(16) eingeleitete Antriebslast über den Schließhilfshebel (13) auf die Schlossfalle
(5) überträgt
- oder eine Antriebslast, insbesondere mittels des Bowdenzugs (15), in den Aufdrückhebel
(10) einleitet.
9. Kraftfahrzeugschloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der über den Bowdenzug (15) übertragene Betätigungshub je nach Kupplungszustand
- entweder eine Schwenkbewegung des Übertragungshebels (16) im Uhrzeigersinn bewirkt,
die, insbesondere über den Schließhilfshebel (13), eine Schwenkbewegung der Schlossfalle
(5) im Uhrzeigersinn bewirkt,
- oder eine Schwenkbewegung des Aufdrückhebels (10) im Gegenuhrzeigersinn bewirkt.
10. Kraftfahrzeugschlossanordnung mit einem Kraftfahrzeugschloss (1) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche und mit einem Schließelement (7), insbesondere einem Schließbügel, mit dem
die Schlossfalle (5) des Kraftfahrzeugschlosses (1) in haltenden Eingriff bringbar
ist.
11. Kraftfahrzeugschließsystem mit einem Kraftfahrzeugschloss (1) nach einem der Ansprüche
1 bis 9 oder einer Kraftfahrzeugschlossanordnung (2) nach Anspruch 10, mit einer separat
von dem Kraftfahrzeugschloss (1) bzw. der Kraftfahrzeugschlossanordnung (2) ausgestalteten
Antriebsanordnung (14) sowie mit einem Bowdenzug (15), der das Kraftfahrzeugschloss
(1) bzw. die Kraftfahrzeugschlossanordnung (2) mit der Antriebsanordnung (14) antriebstechnisch
koppelt.
12. Kraftfahrzeugtüranordnung mit einer Kraftfahrzeugtür (3) und mit einer der Kraftfahrzeugtür
(3) zugeordneten Kraftfahrzeugschlossanordnung (2) nach Anspruch 10.
1. Motor vehicle lock for a motor vehicle door (3), wherein the motor vehicle lock (1)
has the lock components - a lock latch (5) and a pawl (6), wherein the lock latch
(5) can be brought into holding engagement with a locking element (7), in particular
a lock striker, for holding the motor vehicle door (3),
wherein a push-open arrangement (8) is provided having a push-open lever (10) which
is formed separately from the lock latch (5) and via which the motor vehicle door
(3) in the mounted state can be pushed open in a push-open operation from a locking
door position into a push-open door position and, as a result, an engagement gap (11)
can be produced between motor vehicle door (3) and motor vehicle body (4),
wherein a locking-aid arrangement (12) is provided having a locking-aid lever (13)
via which the lock latch (5) in the mounted state can be adjusted in a locking-aid
operation in its locking direction, in particular from a preliminary locking position
into a main locking position,
wherein the motor vehicle lock (1) in the mounted state is coupled or can be coupled
in terms of drive via a Bowden cable (15) to a drive arrangement (14) configured separately
from the motor vehicle lock (1),
characterized in that the motor vehicle lock (1) has a switchable coupling arrangement (18) which, in the
mounted state, connects an actuating stroke, which is transmitted via the Bowden cable
(15), depending on the coupling state
- either through to the push-open arrangement (8) and/or to the push-open lever (10)
- or connects same through to the locking-aid arrangement (12) and/or via the locking-aid
lever (13) to the lock latch (5).
2. Motor vehicle lock according to Claim 1, characterized in that the push-open lever (10) is configured and arranged in such a manner that, in the
mounted state, it acts on the locking element (7), in particular directly, in order
to push open the motor vehicle door (3).
3. Motor vehicle lock according to Claim 1 or 2, characterized in that the motor vehicle lock (1) has a transmission lever (16) via which a driving force,
which brings about the push-open operation or the locking-aid operation, is introduced
into the lock mechanism (17) of the motor vehicle lock (1), preferably in that the transmission lever (16) is coupled in terms of drive to the drive arrangement
(14), in particular at least via the Bowden cable (15) .
4. Motor vehicle lock according to Claim 3, characterized in that the transmission lever (16) of the motor vehicle lock (1) is configured and arranged
in such a manner that, when it is actuated, it brings about, in particular directly
or indirectly, an actuation of the push-open lever (10) or of the locking aid lever
(13).
5. Motor vehicle lock according to one of the preceding claims,
characterized in that an actuating stroke which is transmitted via the Bowden cable (15) and brings about
the push-open operation, and an actuating stroke which is transmitted via the Bowden
cable (15) and brings about the locking-aid operation, have the same stroke direction,
preferably
in that a change, in particular reduction, of the axial distance between a Bowden cable end
piece (15c), which is coupled in an axially fixed manner to the Bowden cable core
(15a) of the Bowden cable (15), and a Bowden cable connection piece (15d), which is
assigned to the Bowden cable end piece (15c) and is coupled in an axially fixed manner
to the Bowden cable sheath (15b) of the Bowden cable (15), depending on the coupling
state
- either brings about the push-open operation
- or brings about the locking-aid operation.
6. Motor vehicle lock according to one of Claims 3 to 5,
characterized in that the coupling arrangement (18) in the mounted state transmits a driving load, which
is introduced in particular by means of the Bowden cable (15) via the transmission
lever (16), depending on the coupling state
- either to the push-open lever (10)
- or transmits same via the locking-aid lever (13) to the lock latch (5).
7. Motor vehicle lock according to one of Claims 3 to 6,
characterized in that the actuating stroke which is transmitted via the Bowden cable (15) brings about
a pivoting movement of the transmission lever (16) in the clockwise direction, which
pivoting movement, depending on the coupling state
- either brings about a pivoting movement of the push-open lever (10) in the anticlockwise
direction
- or brings about a pivoting movement of the lock latch (5) in the clockwise direction,
or
in that the actuating stroke which is transmitted via the Bowden cable (15) brings about
a pivoting movement of the transmission lever (16) in the anticlockwise direction,
which pivoting movement, depending on the coupling state
- either brings about a pivoting movement of the push-open lever (10) in the anticlockwise
direction
- or brings about a pivoting movement of the lock latch (5) in the clockwise direction.
8. Motor vehicle lock according to one of the preceding claims,
characterized in that the coupling arrangement (18) in the mounted state, depending on the coupling state
- either transmits a driving load, which is introduced in particular by means of the
Bowden cable (15) via the transmission lever (16), via the locking-aid lever (13)
to the lock latch (5)
- or introduces a driving load, in particular by means of the Bowden cable (15), into
the push-open lever (10).
9. Motor vehicle lock according to one of the preceding claims,
characterized in that the actuating stroke transmitted via the Bowden cable (15), depending on the coupling
state
- either brings about a pivoting movement of the transmission lever (16) in the clockwise
direction, which pivoting movement, in particular via the locking-aid lever (13),
brings about a pivoting movement of the lock latch (5) in the clockwise direction,
- or brings about a pivoting movement of the push-open lever (10) in the anticlockwise
direction.
10. Motor vehicle lock arrangement with a motor vehicle lock (1) according to one of the
preceding claims and with a locking element (7), in particular a lock striker, with
which the lock latch (5) of the motor vehicle lock (1) can be brought into holding
engagement.
11. Motor vehicle locking system with a motor vehicle lock (1) according to one of Claims
1 to 9 or a motor vehicle lock arrangement (2) according to Claim 10, with a drive
arrangement (14) configured separately from the motor vehicle lock (1) or the motor
vehicle lock arrangement (2) and with a Bowden cable (15) which couples the motor
vehicle lock (1) or the motor vehicle lock arrangement (2) in terms of drive to the
drive arrangement (14).
12. Motor vehicle door arrangement with a motor vehicle door (3) and with a motor vehicle
lock arrangement (2), which is assigned to the motor vehicle door (3), according to
Claim 10.
1. Serrure de véhicule automobile pour une porte de véhicule automobile (3),
la serrure de véhicule automobile (1) présentant les composants de serrure que sont
le pêne lançant (5) et le cliquet de verrouillage (6), le pêne lançant (5) pouvant
être amené en prise de maintien avec un élément de fermeture (7), notamment un étrier
de fermeture, pour maintenir la porte de véhicule automobile (3),
un agencement d'engagement par pression (8) étant prévu avec un levier d'engagement
par pression (10) conçu séparément du pêne lançant (5), par l'intermédiaire duquel
la porte de véhicule automobile (3) peut être engagée par pression, à l'état monté,
dans une opération d'engagement par pression, d'une position de porte de fermeture
à une position de porte d'engagement par pression, et une fente de préhension (11)
peut ainsi être produite entre la porte de véhicule automobile (3) et la carrosserie
de véhicule automobile (4),
un agencement d'aide à la fermeture (12) étant prévu avec un levier d'aide à la fermeture
(13), par l'intermédiaire duquel le pêne lançant (5), à l'état monté, peut être déplacé
dans sa direction de fermeture, notamment d'une position de pré-fermeture à une position
de fermeture principale, lors d'une opération d'aide à la fermeture, la serrure de
véhicule automobile (1) étant accouplée ou pouvant être accouplée en termes d'entraînement,
à l'état monté, à un agencement d'entraînement (14) conçu séparément de la serrure
de véhicule automobile (1), par l'intermédiaire d'un câble Bowden (15),
caractérisée en ce que
la serrure de véhicule automobile (1) présente un agencement d'accouplement commutable
(18) qui, à l'état monté, connecte une course d'actionnement transmise par le câble
Bowden (15), selon l'état d'accouplement,
- soit à l'agencement d'engagement par pression (8) et/ou au levier d'engagement par
pression (10),
- soit à l'agencement d'aide à la fermeture (12) et/ou au pêne lançant (5) par l'intermédiaire
du levier d'aide à la fermeture (13).
2. Serrure de véhicule automobile selon la revendication 1, caractérisée en ce que le levier d'engagement par pression (10) est conçu et agencé de telle sorte qu'il
agit, à l'état monté, sur l'élément de fermeture (7) pour l'engagement par pression
de la porte de véhicule automobile (3), notamment directement.
3. Serrure de véhicule automobile selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que la serrure de véhicule automobile (1) présente un levier de transmission (16), par
l'intermédiaire duquel une force d'entraînement provoquant l'opération d'engagement
par pression ou l'opération d'aide à la fermeture est introduite dans le mécanisme
de serrure (17) de la serrure de véhicule automobile (1), de préférence en ce que le levier de transmission (16) est accouplé en termes d'entraînement, notamment au
moins par l'intermédiaire du câble Bowden (15), à l'agencement d'entraînement (14)
.
4. Serrure de véhicule automobile selon la revendication 3, caractérisée en ce que le levier de transmission (16) de la serrure de véhicule automobile (1) est conçu
et agencé de telle sorte que, lors de son actionnement, il provoque, notamment directement
ou indirectement, un actionnement du levier d'engagement par pression (10) ou du levier
d'aide à la fermeture (13).
5. Serrure de véhicule automobile selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce qu'une course d'actionnement transmise par l'intermédiaire du câble Bowden (15), qui
provoque le processus d'engagement par pression, et une course d'actionnement transmise
par le câble Bowden (15), qui provoque le processus d'aide à la fermeture, ont la
même direction de course, de préférence
en ce qu'une modification, notamment une réduction, de la distance axiale entre une pièce d'extrémité
de câble Bowden (15c), qui est accouplée de manière fixe axialement à l'âme de câble
Bowden (15a) du câble Bowden (15), et une pièce de raccordement de câble Bowden (15d)
associée à la pièce d'extrémité de câble Bowden (15c), qui est accouplée de manière
fixe axialement à la gaine de câble Bowden (15b) du câble Bowden (15), provoque, selon
l'état d'accouplement
- soit l'opération d'engagement par pression,
- soit l'opération d'aide à la fermeture.
6. Serrure de véhicule automobile selon l'une quelconque des revendications 3 à 5,
caractérisée en ce qu'à l'état monté, l'agencement d'accouplement (18) transmet une charge d'entraînement
introduite par l'intermédiaire du levier de transmission (16), notamment au moyen
du câble Bowden (15), selon l'état d'accouplement,
- soit au levier d'engagement par pression (10),
- soit au pêne lançant (5) par l'intermédiaire du levier d'aide à la fermeture (13).
7. Serrure de véhicule automobile selon l'une quelconque des revendications 3 à 6,
caractérisée en ce que la course d'actionnement transmise par l'intermédiaire du câble Bowden (15) provoque
un mouvement de pivotement du levier de transmission (16) dans le sens horaire, qui
provoque, selon l'état d'accouplement,
- soit un mouvement de pivotement du levier d'engagement par pression (10) dans le
sens antihoraire,
- soit un mouvement de pivotement du pêne lançant (5) dans le sens horaire, ou
en ce que la course d'actionnement transmise par le câble Bowden (15) provoque un mouvement
de pivotement du levier de transmission (16) dans le sens antihoraire, qui provoque,
selon l'état d'accouplement,
- soit un mouvement de pivotement du levier d'engagement par pression (10) dans le
sens antihoraire,
soit un mouvement de pivotement du pêne lançant (5) dans le sens horaire.
8. Serrure de véhicule automobile selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce qu'à l'état monté, l'agencement d'accouplement (18), selon l'état d'accouplement,
- soit transmet une charge d'entraînement introduite par l'intermédiaire du levier
de transmission (16), notamment au moyen du câble Bowden (15), par l'intermédiaire
du levier d'aide à la fermeture (13), au pêne lançant (5),
- soit introduit une charge d'entraînement, notamment au moyen du câble Bowden (15),
dans le levier d'engagement par pression (10).
9. Serrure de véhicule automobile selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que la course d'actionnement transmise par l'intermédiaire du câble Bowden (15) provoque,
selon l'état d'accouplement,
- soit un mouvement de pivotement du levier de transmission (16) dans le sens horaire,
qui provoque, notamment par l'intermédiaire du levier d'aide à la fermeture (13),
un mouvement de pivotement du pêne lançant (5) dans le sens horaire,
- soit un mouvement de pivotement du levier d'engagement par pression (10) dans le
sens antihoraire.
10. Agencement de serrure de véhicule automobile comprenant une serrure de véhicule automobile
(1) selon l'une quelconque des revendications précédentes et comprenant un élément
de fermeture (7), notamment un étrier de fermeture, avec lequel le pêne lançant (5)
de la serrure de véhicule automobile (1) peut être amené en prise de maintien.
11. Système de fermeture de véhicule automobile comprenant une serrure de véhicule automobile
(1) selon l'une quelconque des revendications 1 à 9 ou un agencement de serrure de
véhicule automobile (2) selon la revendication 10, comprenant un agencement d'entraînement
(14) conçu séparément de la serrure de véhicule automobile (1) ou de l'agencement
de serrure de véhicule automobile (2), ainsi que comprenant un câble Bowden (15),
qui accouple en termes d'entraînement la serrure de véhicule automobile (1) ou l'agencement
de serrure de véhicule automobile (2) à l'agencement d'entraînement (14).
12. Agencement de porte de véhicule automobile comprenant une porte de véhicule automobile
(3) et comprenant un agencement de serrure de véhicule automobile (2) selon la revendication
10 associé à la porte de véhicule automobile (3).