[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zentrifuge zum Reinigen einer Reaktionsgefäßeinheit
mit einem Rotor und einem Rotorraum, in welchem der Rotor angeordnet und drehbar gelagert
ist, wobei der Rotor einen Aufnahmebereich zum Aufnehmen der Reaktionsgefäßeinheit
aufweist.
[0002] Die
EP 937502 A2 beschreibt ein Verfahren zur Handhabung einer Mikrotiterplatte, wobei die Mikrotiterplatte
mittels Zentrifugation gereinigt wird. Hierfür wird die Mikrotiterplatte über ein
Förderband in dem Rotationsgehäuse platziert, so dass die Öffnungen der Mikrotiterplatte
von der Rotationsachse weggerichtet sind.
[0003] Aus der
WO 2015/018878 A1 geht eine weitere Zentrifuge hervor, welche einen elastischen Arm aufweist, mit welchem
Mikrotiterplatten in ein Rotor der Zentrifuge gezogen werden können bzw. aus dem diesem
Rotor geschoben werden können. Dabei weist der Rotor nur einen sehr geringen Abstand
zu dem umliegenden Gehäuse und auch zu der im unteren Bereich angeordneten Abflussrinne
auf. Dieser kurze Abschnitt ist beabsichtigt, um durch den entstehenden Zirkulationswind
die aus den Reaktionsgefäßen ausgetretene Flüssigkeit in die Abflussrinne zu treiben
und sie dann mittels einer Pumpe abzupumpen. Durch den geringen Abstand besteht die
Gefahr, dass der Flüssigkeitspegel über der Abflussrinne liegt. Hierdurch kann der
Rotor beim Drehen in die Flüssigkeit eintauchen. Dies ist insbesondere dann kritisch,
wenn die Flüssigkeit eine Waschlösung Detergentien ist, da dann der Rotor die Flüssigkeit
zu Schaum schlägt. Dieser Schaum kann schnell einen Großteil des Volumens des Rotors
füllen und bei der Tür austreten. Auch kann das aufschäumende Material durch die beschriebene
Pumpe nicht gut abgepumpt werden, sondern verbleibt vielmehr im Rotorraum bzw. in
der Abflussrinne. Der nahe Abstand des Rotors zu der Abflussrinne ergibt sich vor
allem durch die zylindrische Form des Rotorraums, welcher derart gewählt ist, um den
gewünschten Zirkulationswind zu erzeugen.
[0005] DE 10 2008 042 971 A1 offenbart eine Zentrifuge, in welche eine Magneteinrichtung integriert ist, um dadurch
magnetisierbare Partikel innerhalb eines Reaktionsgefäßes mittels der Magnetkraft
zu halten.
[0006] CN 102175855 A offenbart einen vollautomatischen 360° Grad Plattenwaschautomaten. Die Rotationsachse
dieses Automaten läuft parallel zur horizontalen Ebene und erlaubt so das Waschen
mehrerer Platten gleichzeitig in einem Gehäuse, wodurch die Effektivität gesteigert
und die Kosten stark reduziert werden können.
[0007] US 4,953,575/
DE 39 32 456 betrifft eine Waschvorrichtung für Küvetten. Hierfür werden die Küvetten in einer
Halterung in einem Rotor platziert. Durch Drehen des Rotors wird die Flüssigkeit aus
den Küvetten entfernt. Das offenbarte Zentrifugengehäuse weist an seiner tiefsten
Stelle eine Öffnung auf, durch welche die entfernte Flüssigkeit das Gehäuse verlassen
kann.
[0008] JP 2009264927 A offenbart eine Vorrichtung umfassend eine Trommel, in welcher eine Mikroplatte platziert
werden kann. Die Trommel kann mit mehreren Mikrotiterplatten beladen werden, welche
sich dann um eine horizontale Rotationsachse drehen. Die Trommel wird derart mit der
Mikrotiterplatte beladen, dass deren Öffnungen in Richtung des Inneren der Trommel
gerichtet sind.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Zentrifuge zum Reinigen einer Reaktionsgefäßeinheit
zu schaffen, welche einen Rotor und einen Rotorraum aufweist, in welchem der Rotor
drehbar gelagert ist, so dass der Aufbau der Zentrifuge einfacher als bei eingangs
beschriebenen herkömmlichen Zentrifugen ist und ein zuverlässiger Betrieb möglich
ist.
[0010] Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine eingangs beschriebene
Zentrifuge zum Reinigen einer Reaktionsgefäßeinheit derart weiterzubilden, dass die
Gefahr von Kontamination der Reaktionsgefäßeinheiten verringert wird.
[0011] Grundsätzlich liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Zentrifuge
zum Reinigen einer Reaktionsgefäßeinheit zu schaffen, wobei eine schnelle, gründliche
und zuverlässige Reinigung möglich sein soll.
[0012] Eine oder mehrere der vorgenannten Aufgaben werden durch die Gegenstände der unabhängigen
Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den jeweiligen Unteransprüchen
angegeben.
[0013] Nach einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Zentrifuge zum Reinigen
einer Reaktionsgefäßeinheit mit einem Rotor und einem Rotorraum vorgesehen, in welchem
der Rotor angeordnet und drehbar gelagert ist, wobei der Rotor einen Aufnahmebereich
zum Aufnehmen der Reaktionsgefäßeinheit aufweist, und der Rotorraum von einem Gehäuse
begrenzt ist, wobei das Gehäuse unterhalb des Rotors eine Ablaufrinne aufweist und
die Innenflächen des Gehäuses benachbart zu der Rinne einen Trichter ausbilden, welcher
in die Rinne mündet, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse eine obere und eine
untere Schale umfasst, wobei die obere Schale eine rinnenförmige Form einer im Querschnitt
halbkreisförmigen Form aufweist, und eine Beladungs- und Entladungseinrichtung vorgesehen
ist, welche eine starre Verschiebestange zum Positionieren einer Reaktionsgefäßeinheit
im oder zum Entfernen einer Reaktionsgefäßeinheit vom Rotor umfasst, wobei die Verschiebestange
derart verschieblich angeordnet ist, dass sie zwischen einer Entladestellung, bei
der sie sich im Rotorraum durch den Rotor hindurch erstreckt, und einer Beladestellung,
bei der sie zumindest aus dem Bereich des Rotorraums herausgezogen ist, der vom Rotor
bei einer Umdrehung beansprucht wird, bewegt werden kann, und einen Linearantrieb
zum Bewegen der Verschiebestange zwischen der Entladestellung und der Beladestellung.
[0014] Durch das Vorsehen des Trichters unterhalb des Rotors werden aus der Reaktionsgefäßeinheit
ausgeschleuderte Flüssigkeiten in der Rinne gesammelt, so dass sie aus der Rinne abfließen
können.
[0015] Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass zum Abfließen der Flüssigkeiten aus
der Zentrifuge keine Absaugpumpe notwendig ist. Vielmehr genügt der Wind, der durch
das Drehen des Rotors erzeugt wird und die Ausbildung des Trichters dazu, dass die
Flüssigkeiten zuverlässig in der Rinne gesammelt und abgeleitet werden. Eine solche
Zentrifuge kann somit ohne Absaugpumpe betrieben werden. Es ist sogar vorteilhaft,
die Zentrifuge ohne Absaugpumpe zu betreiben, da bei einem Ausfall der Absaugpumpe
diese einen Strömungswiderstand darstellt, der den weiteren Betrieb der Zentrifuge
unmöglich macht, da dann die Flüssigkeit nicht mehr aus der Zentrifuge abgezogen werden
kann. Das Weglassen der Absaugpumpe ist zudem eine erhebliche Vereinfachung und Kosteneinsparung.
Die Verwendung einer Zentrifuge mit Absaugpumpe erfordert es auch, dass die Steuereinrichtung
der Zentrifuge mit der Absaugpumpe gekoppelt ist, was einen zusätzlichen technischen
Aufwand verursacht.
[0016] Dies alles kann durch die geschickte Ausgestaltung des Gehäuses eingespart werden,
wobei der Betrieb der Zentrifuge noch zuverlässiger ist, da das Abziehen der Flüssigkeit
aus dem Rotorraum nicht durch einen Ausfall einer Absaugpumpe beeinträchtigt werden
kann.
[0017] Weiterhin kann durch das Weglassen der Absagpumpe der Strömungsweg von dem Zentrifugengehäuse
zu einem Auffangbehälter wesentlich kürzer und einfacher ausgestaltet werden. Dieser
ist bei Wartungsarbeiten einfach zugänglich.
[0018] Die den Trichter ausbildenden Innenflächen des Gehäuses besitzen eine Krümmung, die
wesentlich größer als die Krümmung einer vom Rotor bei einer Umdrehung mit seinen
äußeren Rändern abgefahrenen Zylinderfläche ist. Der Krümmungsradius dieser den Trichter
ausbildenden Innenflächen beträgt vorzugsweise zumindest 0,5 m, insbesondere zumindest
1 m und ist vorzugsweise unendlich, d.h., dass die den Trichter ausbildenden Innenflächen
ebenflächig sind.
[0019] Die den Trichter ausbildenden Innenflächen, welche im Folgenden als Trichterflächen
bezeichnet werden, erstrecken sich vorzugsweise von der Rinne seitlich bis zum äußeren
Rand eines Rotationsvolumens des Rotors, d.h., dass der Trichter und die Rinne in
der Draufsicht die vollständige vertikale Projektion des Rotors abdecken. Mit anderen
Worten heißt dies, dass der Rotor in jeder beliebigen Stellung, auch in einer horizontalen
Stellung, sich nicht über den seitlichen Rand des Trichters hinaus erstreckt.
[0020] Eine solche Ausbildung der Trichterflächen mit einer geringen Krümmung hat den Effekt,
dass bei einer Umdrehung des Rotors dieser einem mittigen Bereich der Trichterfläche
am nächsten kommt und sowohl vom äußeren Rand als auch vom mittigen Rand, der angrenzend
an der Rinne ausgebildet ist, einen größeren Abstand besitzt. In diesen Bereichen
mit größerem Abstand vom Rotor liegt beim Drehen des Rotors ein geringer Luftstrom
vor, so dass sich hier die Flüssigkeiten sammeln und entlang der Trichterfläche abfließen.
[0021] Der Abstand der Rinne von einer Rotationsachse, um welche sich der Rotor dreht, beträgt
vorzugsweise zumindest das 1,31-fache des maximalen Radius des Rotors und insbesondere
zumindest das 1,2-fache bzw. das 1,3-fache des maximalen Radius des Rotors. Dieser
Abstand wird von der Oberkante der Rinne zur Rotationsachse gemessen. Durch diesen
Abstand zur Rotationsachse, der ein Stück größer als der Radius des Rotors ist, wird
im Trichter ein Freiraum geschaffen, in dem sich vorübergehend Flüssigkeit anstauen
kann. Wird eine Reaktionsgefäßeinheit mit großvolumigen Reaktionsgefäßen gereinigt,
die fast vollständig gefüllt sind, dann wird bei einer ersten oder bei den ersten
Drehungen des Rotors ein Großteil der in den Reaktionsgefäßen enthaltenen Flüssigkeit
auf einmal ausgeleert. Dieses kann sich in diesem Freiraum sammeln, ohne dass diese
Flüssigkeit in Kontakt mit dem sich drehenden Rotor kommt. Die Flüssigkeit kann dann
allmählich aus diesem Freiraum über die Rinne abfließen.
[0022] Die Innenfläche des Gehäuses ist vorzugsweise zumindest im Bereich des Trichters
und der Rinne mit einer glatten Schicht beschichtet. Diese Schicht kann eine hydrophobe
Schicht sein, welche zum Ableiten einer wässrigen Lösung vorteilhaft ist. Diese Schicht
kann beispielsweise aus PTFE (Polytetrafluorethylen) ausgebildet sein.
[0023] Die Rotationsachse des Rotors ist vorzugsweise parallel zu einer Standfläche des
Gehäuses angeordnet. Hierdurch ist die Rotationsachse des Rotors im Betrieb horizontal
angeordnet. Eine solche Anordnung der Rotationsachse erlaubt ein einfaches Beschicken
der Zentrifuge mit einer Reaktionsgefäßeinheit, da diese beim Einführen in den Rotorraum
mit den Öffnungen der Reaktionsgefäße nach oben weisend eingeführt werden kann. Bei
Reaktionsgefäßeinheiten mit großvolumigen Reaktionsgefä-ßen (z.B. Mikrotiterplatte
mit 96 Reaktionsgefäßen) haftet die Flüssigkeit nicht unbedingt vollständig aufgrund
von Kappillarkräften in Reaktionsgefäßen. Bei einer horizontalen Anordnung der Rotationsachse
können solche Reaktionsgefäßeinheiten nach dem Einführen in den Rotorraum bzw. in
den Rotor durch Drehen des Rotors um 180° einmal gewendet werden, so dass deren Öffnungen
nach unten zum Trichter weisen. Ein Großteil der Flüssigkeit fließt dann aus den Reaktionsgefäßeinheiten
und tropft direkt in den Trichter. Die aufgrund von Oberflächenspannungen haftenden
restlichen Mengen an Flüssigkeiten in den Reaktionsgefäßen können dann durch Zentrifugieren
ausgeschleudert werden.
[0024] Die Rinne weist vorzugsweise eine Neigung bezüglich der Standfläche des Gehäuses
auf. Am unteren Ende der Rinne mündet diese in eine Auslassöffnung des Gehäuses. An
diese Auslassöffnung kann ein Schlauch angeschlossen sein, mit welchem die Flüssigkeit
in einen Behälter geleitet wird. Diese Anordnung sollte so ausgebildet sein, dass
beim Ableiten der Flüssigkeit kein Gegendruck entsteht. Dies kann beispielsweise durch
Vorsehen einer Belüftungsöffnung im Behälter erfolgen.
[0025] Weiterhin kann es zweckmäßig sein, dass das Gehäuse eine in den Rotorraum mündende
Belüftungsöffnung aufweist. Ist der Rotorraum ansonsten im Wesentlichen luftdicht
abgeschlossen, könnte beim Abfließen der Flüssigkeit, wenn diese den Querschnitt der
Auslassöffnung vollständig ausfüllt, ein Unterdruck im Rotorraum entstehen, der dem
weiteren Abfließen der Flüssigkeit entgegenwirken würde. Dies wird durch das Vorsehen
einer Belüftungsöffnung verhindert. In die Belüftungsöffnung ist vorzugsweise ein
Filter, wie zum Beispiel ein Aktivkohlefilter, vorgesehen, welcher verhindert, dass
Keime von außen in den Rotorraum gelangen. Eine solche Belüftungsöffnung ist vorzugsweise
im Bereich einer Stirnwandung des Gehäuses vorgesehen, auf welche beim Zentrifugieren
nicht direkt Flüssigkeit aus der Reaktionsgefäßeinheit gespritzt wird. Die Belüftungsöffnung
kann auch mit einem Schirm gegenüber dem Rotorraum abgeschirmt sein, wobei der Schirm
mit Abstand zur Belüftungsöffnung angeordnet ist.
[0026] Eine solche Zentrifuge weist ein Gehäuse mit einer Öffnung zum Zuführen bzw. zum
Abziehen einer Reaktionsgefäßeinheit zu und vom Rotorraum auf. Diese Öffnung ist mittels
einer Tür verschließbar, welche typischerweise automatisch betätigt wird. Wenn diese
Tür nicht perfekt abdichtet, dann bildet sie auch im geschlossenen Zustand eine Belüftungsöffnung.
Vorzugsweise ist die Tür mit einem an ihren Schließkanten angeordneten Filterelement
versehen, so dass die an den Rändern der Tür einströmende Luft den Filter passieren
muss.
[0027] Nach einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Zentrifuge zum Reinigen
einer Reaktionsgefäßeinheit vorgesehen, welche einen Rotor und einen Rotorraum aufweist,
in welchem der Rotor angeordnet und drehbar gelagert ist. Der Rotor weist einen Aufnahmebereich
zum Aufnehmen einer Reaktionsgefäßeinheit auf. Die Zentrifuge ist mit einem Gehäuse
versehen, das den Rotorraum begrenzt. Weiterhin weist die Zentrifuge einen Antrieb
zum Drehen des Rotors auf. Die Zentrifuge ist mit einem Austauschmodul ausgebildet,
das den Rotor und einen Gehäuseabschnitt des Gehäuses umfasst, wobei dieser Gehäuseabschnitt
den Rotor umschließt. Das Austauschmodul ist lösbar von den übrigen Teilen der Zentrifuge
ausgebildet.
[0028] Hierdurch ist es möglich, nach dem ein- oder mehrmaligen Benutzen einer Zentrifuge
mit einem solchen Austauschmodul das Austauschmodul von den übrigen Teilen der Zentrifuge
zu entfernen und zu reinigen und/oder durch ein anderes Austauschmodul zu ersetzen.
Dieses Austauschmodul umfasst vorzugsweise nur mechanische Elemente, wie Rotor, Gehäuse,
Lager, etc. und keine elektronischen Elemente. Hierdurch ist es möglich, das Austauschmodul
zu autoklavieren und damit rückstandsfrei zu reinigen und zu sterilisieren.
[0029] Grundsätzlich kann eine solche Zentrifuge durch Einbringen von Reinigungsmittel,
welches beispielsweise in das Reaktionsgefäß einer Reaktionsgefäßeinheit gefüllt und
dann in der Zentrifuge zentrifugiert wird, oder mittels entsprechender Düsen im Rotorraum
eingebracht wird, gereinigt werden. Eine solche Reinigung ist jedoch nicht immer vollständig
rückstandsfrei.
[0030] Ein Austauschmodul umfasst wenige mechanische Teile, welche bezüglich der gesamten
Zentrifuge nur einen geringen Teil der Herstellungskosten verursachen. Eine solche
Zentrifuge weist einen Antrieb zum Drehen des Rotors, eine Steuereinrichtung zum Steuern
der Drehbewegung der Zentrifuge und weitere Komponenten, wie zum Beispiel eine Dispensiereinrichtung
und/oder eine Beladungs- und Entladungseinrichtung auf. Eine solche Beladungs- und
Entladungseinrichtung kann relativ komplex sein, insbesondere wenn sie mit einer Detektionseinrichtung
zur Bestimmung der Position einer Verschiebestange der Beladungs- und Entladungseinrichtung
ausgebildet ist. Durch das Austauschen des Austauschmoduls kann somit ein kostengünstiger
Bestandteil der Zentrifuge alleine ausgetauscht werden und die übrigen Bestandteile
unverändert benutzt werden. Dieses Austauschmodul kann daher ein Verbrauchsgegenstand
sein, der nur einmal oder eine vorbestimmte Zeitdauer oder vorbestimmte Anzahl von
Reinigungsvorgängen verwendet wird. Ist das Austauschmodul als Verbrauchsgegenstand
vorgesehen, dann kann es auch zweckmäßig sein, Teile hiervon aus Kunststoff, insbesondere
als Spritzgussgegenstände vorzusehen, wie zum Beispiel den Rotor und/oder den Gehäuseabschnitt
des Austauschmoduls. Andererseits kann das Austauschmodul auch hitzebeständig ausgebildet
sein, so dass es beispielsweise zuverlässig Temperaturen bis zu 100°C und vorzugsweise
bis zu 150°C widerstehen kann, so dass das Austauschmodul mittels einer Autoklavierung
gereinigt werden kann. Dadurch, dass das Austauschmodul von den elektronischen Bestandteilen
der Zentrifuge trennbar ist, ist es möglich, das Austauschmodul hitzebeständig auszubilden.
Dies erlaubt eine rückstandsfreie Reinigung und Wiederverwendung des Austauschmoduls.
[0031] Ein solches Austauschmodul weist vorzugsweise einen Befestigungsmechanismus auf,
mit welchem es einfach und schnell an die übrigen Teile der Zentrifuge gekoppelt,
fixiert und an die übrigen Funktionselemente, wie Antriebseinrichtung, Pipettiereinrichtung,
Kamera und/oder Beladungs- und Entladungseinrichtung derart koppelbar ist, dass die
Funktion dieser Elemente ausführbar ist.
[0032] Die Zentrifuge gemäß einer der oben erläuterten Ausführungsformen ist mit einer Beladungs-
und Entladungseinrichtung versehen, welche eine starre Verschiebestange zum Positionieren
einer Reaktionsgefäßeinheit im oder zum Entfernen einer Reaktionsgefäßeinheit vom
Rotor aufweist. Die Verschiebestange ist derart verschieblich angeordnet, dass sie
zwischen einer Entladestellung, bei der sie sich im Rotorraum durch den Rotor hindurch
erstreckt, und einer Beladestellung, bei der sie zumindest aus dem Bereich des Rotorraums
herausgezogen ist, der vom Rotor bei einer Umdrehung beansprucht wird, bewegt werden
kann. Zum Bewegen der Verschiebestange zwischen der Entladestellung und der Beladestellung
ist ein Linearantrieb vorgesehen.
[0033] An einem freien, in dem Rotorraum befindlichen Ende der Verschiebestange kann ein
Kopplungselement angeordnet sein. Das Kopplungselement dient zum wiederverbindbaren
Verbinden der Verschiebestange mit einer Reaktionsgefäßeinheit oder einer Trägereinheit
für eine Reaktionsgefäßeinheit.
[0034] Das Kopplungselement kann ein Rastelement aufweisen, welches mit einem an der Reaktionsgefäßeinheit
oder an der Trägereinheit vorgesehenen Gegenrastelement eingreifen kann, wobei zumindest
das Rastelement oder das Gegenrastelement elastisch gelagert ist.
[0035] Das Gegenrastelement der Reaktionsgefäßeinheit oder der Trägereinheit kann elastisch
gelagert sein und mit einem Verriegelungsbügel gekoppelt sein, so dass der Verriegelungsbügel
zwischen zwei Stellungen schwenkbar ist, wobei eine Entriegelungsstellung eingenommen
wird, wenn das Rastelement und das Gegenrastelement miteinander verrastet sind, und
eine Verriegelungsstellung eingenommen wird, wenn das Rastelement und das Gegenrastelement
voneinander getrennt sind, wobei der Verriegelungsbügel ein Verriegelungselement aufweist,
das in einer Verriegelungsstellung mit einem korrespondieren Gegenverriegelungselement
eingreifen kann.
[0036] Die Verschiebestange weist vorzugsweise eine glatte Oberfläche auf.
[0037] Die Verschiebestange kann hohl sein und an dem vom Rotorraum wegweisenden hinteren
Ende offen ausgebildet sein und es kann eine Gewindestange koaxial zur Verschiebestange
vorgesehen sein. Die Gewindestange kann sich mit einem, mit der Verschiebestange verbundenen
Gewinde in kämmendem In-Eingriff befinden, so dass durch eine Drehbewegung der Gewindestange
eine Translationsbewegung der Verschiebestange ausgeführt wird. Die Gewindestange
taucht hierbei im hinteren Ende in die Verschiebestange ein. Die Verschiebestange
kann durch eine Öffnung in einer Gehäusewand geführt sein, wobei im Bereich der Öffnung
ein Dichtungselement vorgesehen ist, das die Verschiebestange gegenüber der Gehäusewandung
abdichtet. Ist ein Austauschmodul vorgesehen, dann ist vorzugsweise eine zusätzliche
Gehäusewandung vorgesehen, welche nicht Bestandteil des Austauschmoduls ist und in
welcher die Öffnung mit einem Dichtungsring ausgebildet ist. In einer korrespondierenden
Öffnung der Gehäusewandung des Austauschmoduls kann ein weiteres Dichtungselement
vorgesehen sein.
[0038] Zum Bestimmen der Position der Verschiebestange kann eine Detektionseinrichtung vorgesehen
sein. Diese Detektionseinrichtung ist vorzugsweise eine optische Detektionseinrichtung.
[0039] Die Zentrifuge kann eine Pipettier- bzw. Dispensereinheit aufweisen, wobei die Dispensereinheit
vorzugsweise mehrere Pipettier- bzw. Dispenserdüsen aufweist. Die Dispenserdüsen sind
vorzugsweise entlang einer Linie nebeneinanderliegend angeordnet, wobei sich diese
Linie quer zur Bewegungsrichtung der Reaktionsgefäßeinheit beim Be- oder Entladen
erstreckt. Die Düsen der Dispensereinheit sind vorzugsweise benachbart zu einer Öffnung
zum Be- und Entladen der Zentrifuge mit der Reaktionsgefäßeinheit angeordnet.
[0040] Weiterhin kann eine optische Detektionseinheit vorgesehen sein, die benachbart zum
Rotorraum im Bewegungsraum der Reaktionsgefäßeinheit angeordnet ist, um diese abzutasten.
Diese Detektionseinheit umfasst beispielsweise eine Zeilenkamera, um eine Reaktionsgefäßeinheit
zeilenförmig abzutasten, wobei eine Abtastzeile etwa senkrecht zur Bewegungsrichtung
der Reaktionsgefäßeinheit ausgerichtet ist.
[0041] Die Detektionseinheit kann eine Farbkamera aufweisen, um eine Reaktionsgefäßeinheit
spektral abzutasten. Die optische Detektionseinheit kann auch zur 3D-Abtastung ausgebildet
sein.
[0042] Die Zentrifuge kann eine Auswerteeinrichtung aufweisen, mit welcher die mit der optischen
Detektionseinrichtung erhaltenen Signale automatisch nach einer oder mehreren der
folgenden Parameter ausgewertet werden:
- Farbe des Inhalts zumindest eines Reaktionsgefäßes der Reaktionsgefäßeinheit,
- Füllstand zumindest eines Reaktionsgefäßes der Reaktionsgefäßeinheit,
- Position der Reaktionsgefäßeinheit,
- Typ der Reaktionsgefäßeinheit.
[0043] Im Rotorraum kann eine Sprüheinrichtung zum Einsprühen von einer Dekontaminationslösung
bzw. Reinigungslösung in den Innenraum vorgesehen sein.
[0044] Das Gehäuse kann im Bereich des Rotorraums mit einem oder mehreren Fenstern versehen
sein.
[0045] Die Zentrifuge kann eine Steuereinrichtung aufweisen, welche die Position einer Reaktionsgefäßeinheit
bzw. eines Trägers einer Reaktionsgefäßeinheit erfasst und diese über eine Schnittstelle
an ein weiteres Gerät, wie zum Beispiel einen Roboter oder an eine weitere Komponente
in der Zentrifuge, wie zum Beispiel einer Dispensiereinheit übermittelt, so dass das
weitere Gerät bzw. die weitere Komponente die Position der Reaktionsgefäßeinheit bzw.
des Trägers der Reaktionsgefäßeinheit erhalten kann.
[0046] Ein Teil der oben erläuterten Komponenten sind in der
DE 10 2016 101 163 bzw. in der Internationalen Patentanmeldung
PCT/EP 2017/051289 beschrieben und dargestellt, weshalb auf diese Dokumente vollinhaltlich Bezug genommen
wird.
[0047] Die oben erläuterten Aspekte, Komponenten und Teile einer Zentrifuge können grundsätzlich
nach Belieben frei kombiniert werden.
[0048] Nach einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Reinigen
einer Reaktionsgefäßeinheit mit einer Zentrifuge mit einem Rotor vorgesehen. Die Reaktionsgefäßeinheit
wird in dem Rotor mit den Öffnungen der Reaktionsgefä-ße nach radial außen weisend
angeordnet. Der Rotor wird zusammen mit der Reaktionsgefäßeinheit um eine Rotationsachse
gedreht, so dass der Inhalt der Reaktionsgefäße ausgeschleudert wird. Alleine durch
die Drehbewegung des Rotors und der Schwerkraft wird der Inhalt der Reaktionsgefäße
in die Rinne und von dort nach au-ßen getrieben. Hierbei wird keine Absaugpumpe zum
Absaugen der Flüssigkeit aus dem Rotorraum verwendet.
[0049] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Reinigen
einer Reaktionsgefäßeinheit mit einer Zentrifuge mit einem Rotor vorgesehen, wobei
die Reaktionsgefäßeinheit in dem Rotor mit den Öffnungen der Reaktionsgefäße nach
radial außen weisend angeordnet wird. Der Rotor wird zusammen mit der Reaktionsgefäßeinheit
um eine Rotationsachse gedreht, so dass der Inhalt der Reaktionsgefäße ausgeschleudert
wird. Ein Austauschmodul, das einen Gehäuseabschnitt und den Rotor umfasst, wird nach
dem Reinigen einer oder mehrerer Reaktionsgefäßeinheiten vom übrigen Teil der Zentrifuge
getrennt und entweder gereinigt oder durch ein anderes Austauschmodul ersetzt.
[0050] Bei diesem Verfahren kann eine Zentrifuge verwendet werden, wie sie oben erläutert
ist.
[0051] Die Erfindung wird nachfolgend beispielhaft anhand der Zeichnungen näher erläutert.
[0052] Die Zeichnungen zeigen in:
- Figur 1
- ein Teil eines Gehäuses einer Zentrifuge in perspektivischer Ansicht,
- Figur 2
- das Teil des Gehäuses aus Figur 1 in einer Schnittansicht mit Blickrichtung von schräg
vorne,
- Figur 3
- das Teil des Gehäuses aus Figur 1 in einem Längsschnitt,
- Figur 4
- Teile einer Zentrifuge mit dem Gehäuseteil aus Figur 1 in einem Längsschnitt,
- Figur 5
- schematisch ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Zentrifuge mit einem Austauschmodul,
und
- Figur 6
- schematisch ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Zentrifuge mit einem Austauschmodul
in einem Längsschnitt.
[0053] Eine erfindungsgemäße Zentrifuge 1 (Figur 4) weist einen Rotor 2, ein Gehäuse 3,
eine Antriebseinrichtung 4 zum Drehen des Rotors 2 um eine Rotationsachse 5 auf.
[0054] Der Rotor besitzt zumindest einen Aufnahmebereich 6 zum Aufnehmen einer Reaktionsgefäßeinheit
7. Die Reaktionsgefäßeinheit 7 ist üblicherweise eine Mikrotiterplatte. Derartige
Mikrotiterplatten können mit einer unterschiedlichen Anzahl von Reaktionsgefäßen ausgebildet
sein. Es sind Mikrotiterplatten mit sechs bis 4096 Reaktionsgefäßen üblich, wobei
Mikrotiterplatten mit 96, 384 oder 1536 Reaktionsgefäßen die üblichsten Versionen
sind. Bei Mikrotiterplatten mit 384 oder 1536 Reaktionsgefäßen sind die einzelnen
Reaktionsgefäße so dünn, dass eine Flüssigkeit normalerweise darin alleine aufgrund
von Kapillarkräften haftet, so dass selbst beim Anordnen einer solchen Mikrotiterplatte
mit ihren Öffnungen nach unten die Flüssigkeit nicht ausfließt. Für Mikrotiterplatten
mit weniger Reaktionsgefäßen, die jeweils größer sind, gilt dies nicht. Eine solche
Reaktionsgefäßeinheit 7 kann alleine in ein Aufnahmegerät 6 eingefügt werden oder
auf einer Trägereinheit. Vorzugsweise wird eine Trägereinheit verwendet, welche ein
Koppelelement aufweist, das mit einer Beladungs- und Entladungseinrichtung 8 gekoppelt
werden kann. Eine solche Beladungs- und Entladungseinrichtung ist beispielsweise in
der
DE 10 2016 101 163 beschrieben. Sie wird unten noch näher erläutert.
[0055] Das Gehäuse 3 begrenzt einen Rotorraum 9. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist
der den Rotorraum 9 begrenzende Bereich des Gehäuses 3 aus einer unteren Schale 10,
oberen Schale 11, vorderseitigen Stirnwandung 12 und rückseitigen Stirnwandung 13
ausgebildet. An die rückseitige Stirnwandung schließen sich weitere Teile des Gehäuses
an, welche in den beigefügten Figuren nicht dargestellt sind.
[0056] In der vorderseitigen Stirnwandung 12 und rückseitigen Stirnwandung 13 befinden sich
jeweils ein Kugellager 14, in welcher eine durchgehende Welle 15 des Rotors 2 drehbar
gelagert ist. Die Mittellinie der Welle 15 bildet die Rotationsachse 5. Die Rotationsachse
5 verläuft parallel zu einer Standfläche 16, welche durch die Unterseite der unteren
Schale 10 ausgebildet ist.
[0057] Das rückseitige Ende der Welle 15 ist an die Antriebseinrichtung 4 gekoppelt. Der
weitere Teil des Gehäuses, der sich an der Rückseite des Gehäuses anschließt, enthält
die Antriebseinrichtung 17, die Beladungs- und Entladungseinrichtung 8 sowie eine
zentrale Steuereinrichtung (nicht dargestellt), mit der alle Komponenten der Zentrifuge
1 gesteuert werden.
[0058] An der vorderseitigen Stirnwandung 12 ist außenseitig ein Balkon 18 angebracht, der
zur Aufnahme einer Reaktionsgefäßeinheit 7 dient. Auf Höhe des Balkons 18 ist in der
vorderseitigen Stirnwandung 12 eine Be- und Entladeöffnung 19 ausgebildet, durch welche
eine Reaktionsgefäßeinheit 7 in den Rotorraum 9 eingeführt und wieder herausgeschoben
werden kann. Die Be- und Entladeöffnung 19 ist mit einer schwenkbaren Tür 20 versehen,
so dass der Rotorraum geschlossen werden kann.
[0059] Benachbart zu dieser Tür 20 kann eine Dispensereinheit mit mehreren Dispenserdüsen
und/oder eine optische Detektionseinheit, insbesondere in Form einer Zeilenkamera,
vorgesehen sein.
[0060] Die Beladungs- und Entladungseinrichtung 8 weist eine Verschiebestange (nicht dargestellt)
auf, welche durch eine Durchgangsöffnung 21 in der rückseitigen Stirnwandung 13 mit
ihrem freien Ende horizontal durch den Rotorraum 9 verfahren werden kann. Die Beladungs-
und Entladungseinrichtung 8 weist hierzu einen Linearantrieb auf, so dass die Verschiebestange
entlang ihrer Längsrichtung linear verfahren werden kann. Die Verschiebestange weist
an ihrem freien Ende ein Koppelelement auf, das mit einem entsprechenden Koppelelement
an der Trägereinheit bzw. an einer Reaktionsgefäßeinheit 7 gekoppelt werden kann,
so dass die Trägereinheit mit einer Reaktionsgefäßeinheit oder die Reaktionsgefäßeinheit
direkt durch Bewegen der Verschiebestange vom Balkon 18 durch die Be- und Entladeöffnung
19 in den Rotorraum 9 bewegt werden kann, wobei der Rotor 2 hierbei mit einem Aufnahmebereich
6 benachbart zur Be-und Entladeöffnung 19 angeordnet ist, so dass die Trägereinheit
bzw. die Reaktionsgefäßeinheit in den Aufnahmebereich 6 des Rotors 2 verschoben wird.
Die Kopplung zwischen der Verschiebestange und der Trägereinheit bzw. der Reaktionsgefäßeinheit
7 kann gelöst werden, so dass sich die Trägereinheit bzw. die Reaktionsgefäßeinheit
frei beweglich im Rotor 2 befindet und der Rotor mit dieser Einheit entsprechend gedreht
werden kann.
[0061] Mittels der Verschiebestange der Beladungs- und Entladungseinrichtung 8 kann die
Trägereinheit bzw. Reaktionsgefäßeinheit 7 aus dem Aufnahmebereich 6 des Rotors 2
durch die Be- und Entladeöffnung 19 wieder zurück auf den Balkon 18 geschoben werden.
Am Balkon 18 kann die Reaktionsgefäßeinheit 7 beispielsweise mittels eines Roboters
entnommen werden.
[0062] Die untere Schale 10 weist eine Rinne 22 auf, welche etwa parallel zur Rotationsachse
5 verläuft. Die Rinne 22 erstreckt sich von der rückseitigen Stirnwandung 13 bis in
den Bereich zur vorderseitigen Stirnwandung 12, wobei sie nach vorne hin geneigt bzw.
abfallend ausgebildet ist (Figur 4). An der Vorderseite der unteren Schale 10 ist
eine Auslassöffnung 23 ausgebildet, an welcher die Rinne 22 mündet. An der Auslassöffnung
23 ist ein Anschlusszapfen 24 angeordnet, an dem ein Schlauch 25 angeschlossen werden
kann. Der Schlauch 25 mündet in der Regel in einem Aufnahmebehälter (nicht dargestellt),
in dem die Flüssigkeiten aufgenommen werden, welche in der Zentrifuge 1 aus den Reaktionsgefäßen
der Reaktionsgefäßeinheit 7 herausgeschleudert werden. Der Behälter weist vorzugsweise
eine Belüftungsöffnung auf oder der Schlauch durchgreift mit etwas Spiel den Behälter,
so dass aus der Zentrifuge durch den Schlauch 25 auslaufende Flüssigkeit keinen Gegendruck
im Behälter erzeugt.
[0063] Die untere Schale 10 weist angrenzend an der Rinne 22 Innenflächen auf, welche sich
von einem oberen Rand der Rinne 22 jeweils nach außen hin schräg ansteigend verlaufen
(Fig. 2). Diese Innenflächen bilden somit einen Trichter 26 aus und werden im Folgenden
als Trichterflächen 27 bezeichnet. Die Trichterflächen 27 sind mit einem Winkel von
etwa 30° bis 60° gegenüber der Horizontalen geneigt. Im Wesentlichen ebenflächig bedeutet,
dass die Trichterflächen einen Krümmungsradius von mehr als 0,5 m und vorzugsweise
mehr als 1 m aufweisen. Die Trichterflächen 27 erstrecken sich beim vorliegenden Ausführungsbeispiel
seitlich in Richtung über den Bereich des Rotors 2 hinaus, selbst wenn er sich in
seiner horizontalen Stellung befindet.
[0064] Vom äußeren Rand des Trichters 26 bzw. der Trichterflächen 27 erstrecken sich die
Innenflächen der unteren Schale 10 etwa vertikal nach oben. Sie bilden somit Vertikalflächen
28.
[0065] Am oberen Rand der unteren Schale 10 ist die obere Schale 11 befestigt, welche eine
rinnenförmige Form einer im Querschnitt halbkreisförmigen Form aufweist. Die Innenfläche
der oberen Schale 11 geht bündig auf die Vertikalfläche 28 über. Der Querschnitt des
Gehäuses 3 ist also nicht, wie aus dem Stand der Technik bekannt, zylinderförmig,
sondern weist nur im oberen Bereich der Schale 11 eine zylinderförmige Krümmung auf,
wohingegen die untere Schale 10 im Querschnitt trichterförmig zuläuft und in der Rinne
22 endet. Die Rinne 22 ist von der trichterförmigen unteren Schale 10 nach unten etwas
abgesetzt und weist zwei etwa vertikal angeordnete Seitenwände 37a, 37b auf. Die Rinne
selbst ist mit einer Neigung ausgebildet, so dass eine darin befindliche Flüssigkeit
abläuft.
[0066] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist die untere Schale 10 und die obere Schale
11 aus Metall ausgebildet. Die Innenflächen der unteren Schale 10 und der oberen Schale
11 sind mit einer glatten Kunststoffschicht beschichtet, so dass Flüssigkeiten, die
aus den Reaktionsgefäßen der Reaktionsgefäßeinheiten 7 herausgeschleudert werden,
schnell entlang der Innenflächen ablaufen, vom Trichter 26 zur Rinne 22 geführt werden
und dort aus dem Rotorraum 9 austreten. Die Kunststoffschicht ist aus PTFE ausgebildet.
[0067] Der obere Rand der Rinne 22 ist von der Rotationsachse 5 zumindest mit dem 1,32-fachen
des maximalen Radius des Rotors 2 beabstandet. Hierdurch ist im Trichter 26 ein Freiraum
gebildet, der nicht vom Rotor 2 bei einer Umdrehung berührt wird. In diesem Freiraum
kann sich Flüssigkeit ansammeln. In Figur 2 ist ein maximales Niveau 29 der Flüssigkeit
eingezeichnet, die sich im Trichter 26 ansammeln kann, ohne dass sie in Kontakt mit
dem Rotor kommt. Hierdurch ist es möglich, bei großvolumigen Reaktionsgefäßen einer
Reaktionsgefäßeinheit 7 den Hauptteil der darin befindlichen Flüssigkeit auf einmal
auszuleeren, diesen im Trichter 26 zu sammeln, so dass er allmählich durch die Auslassöffnung
23 abfließen kann.
[0068] Weiterhin ist aufgrund des großen Abstandes der Rinne 22 vom Rotor und den damit
großen Querschnitt eine durch den Rotor beim Drehen erzeugte Luftströmung in diesem
Bereich am geringsten, so dass sich Flüssigkeit am Boden des Trichters, d.h. in der
Rinne 22, absetzen kann und aus der Rinne 22 durch die Auslassöffnung 23 ausfließt.
Aufgrund der geringen Strömungsgeschwindigkeit ist die Gefahr auch gering, dass Flüssigkeiten,
welche sich im trichterförmigen Bereich benachbart zur Rinne 22 befinden, von der
Luftströmung nach oben getrieben werden.
[0069] Da die Rinne durch etwa vertikale Seitenwände 37a, 37b begrenzt ist, kann selbst,
wenn eine Luftströmung in Drehrichtung 38 erzeugt wird, diese die Flüssigkeit nicht
mehr aus der Rinne treiben. Eine einmal in der Rinne 22 befindliche Flüssigkeit ist
somit darin gefangen und kann nur durch die Auslauföffnung 23 austreten. Bei dem in
Figur 2 gezeigten Ausführungsbeispiel kann eine Luftströmung an der Seitenwandung
37a anschlagen, welche in Drehrichtung 38 des Rotors nachfolgend in der Rinne 22 angeordnet
ist. Aber da die Seitenwand 37a in etwa senkrecht zur Strömungsrichtung steht, kann
die in der Rinne befindliche Flüssigkeit nicht mehr zurück in den Rotorraum getrieben
werden. Grundsätzlich genügt eine Rinne mit einer etwa vertikalen Seitenwandung an
der in Drehrichtung 38 nachfolgenden Seite der Rinne 22. Fertigungstechnisch ist es
jedoch zweckmäßig, eine Rinne mit zwei etwa vertikalen Seitenwandungen 37a, 37b herzustellen.
[0070] Durch diese Ausbildung des Trichters 26 und der Rinne 22 erübrigt sich die Verwendung
einer Absaugpumpe, wie es aus dem Stand der Technik bekannt ist.
[0071] Nachfolgend wird ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Zentrifuge erläutert, das
grob schematisch vereinfacht in Figur 5 gezeigt ist. Sofern nichts anderes ausgeführt
ist, ist dieses Ausführungsbeispiel genauso ausgebildet, wie das oben erläuterte Ausführungsbeispiel.
Deshalb werden für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen verwendet.
[0072] Die Zentrifuge 1 weist wiederum ein Gehäuse 3 mit einem Rotor 2, einer Antriebseinrichtung
4, einem Balkon 18, einer Beladungs- und Entladungseinrichtung 8 und einer zentralen
Steuereinrichtung 30 auf. Eine Rotorkammer 17 ist nach oben hin durch einen schwenkbaren
Deckel 31 abgeschlossen. Der schwenkbare Deckel 31 ist mit einem Schwenkgelenk mit
dem übrigen Teil des Gehäuses 3 verbunden und zwar im Bereich der rückseitigen Stirnwandung
13. Im Rotorraum 9 ist wiederum der Rotor 2 gelagert, der bei diesem Ausführungsbeispiel
jedoch Bestandteil eines Austauschmoduls 32 ist. Das Austauschmodul 32 weist ein Austauschmodulgehäuse
33 auf, das den Rotor 2 im Wesentlichen vollständig umschließt und in die Rotorkammer
17 des Gehäuses 3 mit geringem Spiel passt. Das Austauschmodulgehäuse 33 weist eine
vorderseitige Stirnwandung 12a, eine rückseitige Stirnwandung 13a, eine untere Schale
10a und eine obere Schale 11a auf. Diese Wandungen 12a, 13a, bzw. Schalen 10a, 11a
sind dünnwandige Wandungen, welche vorzugsweise Innenflächen ausbilden, die der Form
der Innenflächen des Rotorraums 9 des oben erläuterten ersten Ausführungsbeispiels
entsprechen.
[0073] Bei geöffnetem Deckel 31 kann das Austauschmodul 33 in Vertikalrichtung 34 aus dem
Gehäuse 3 entnommen und durch ein weiteres Austauschmodul 33 ersetzt oder gereinigt
und dann wieder eingesetzt werden. Beim Öffnen des Deckels 31 werden die Beladungs-
und Entladungseinrichtung 8 und die Antriebseinrichtung 4 horizontal jeweils ein Stück
weg von der Rotorkammer 17 bewegt. Hierdurch wird das freie Ende der Verschiebestange
der Beladungs- und Entladungseinrichtung 8 und ein Wellenzapfen der Antriebseinrichtung
4 aus der Rotorkammer 17 herausgezogen, so dass sie nicht einer Bewegung des Austauschmodulgehäuses
33 nach oben im Weg stehen. Beim Schließen des schwenkbaren Deckels 31 werden die
Beladungs- und Entladungseinrichtung 8 und die Antriebseinrichtung 4 horizontal in
Richtung des Pfeils 34 zurückgeschoben. Befindet sich ein Austauschmodul im Gehäuse
33 in der Rotorkammer 17, dann koppelt hierdurch der Wellenzapfen der Antriebseinrichtung
4 an die Welle des Rotors 2 und das freie Ende der Verschiebestange in eine entsprechende
Durchgangsöffnung des Austauschmodulgehäuses 33. Hierdurch wird das Austauschmodulgehäuse
33 automatisch in das Gehäuse 3 eingekoppelt und mit den entsprechenden Funktionsteilen
verbunden.
[0074] Am unteren Rand weist das Austauschmodulgehäuse 33 wiederum eine Rinne 22 auf, die
an eine Auslassöffnung 23 des Gehäuses 3 mündet.
[0075] Figur 6 weist eine Variante des zweiten Ausführungsbeispiels, bei welchem anstelle
eines schwenkbaren Deckels 31 zur Begrenzung der Rotorkammer 17 eine abnehmbare Haube
35 auf, welche die vorderseitige Stirnwandung 12 und eine, die Rotorkammer 17 nach
oben hin begrenzende Deckenwandung 36 aufweist. Diese Haube 35 kann in Horizontalrichtung
(Pfeil 34) abgezogen werden, so dass das Austauschmodulgehäuse 33 freiliegt. Das Austauschmodulgehäuse
33 kann in Horizontalrichtung (Pfeil 34) vom restlichen Teil des Gehäuses 3 abgezogen
werden. Hier ist kein Mechanismus zum Bewegen der Antriebseinrichtung 4 oder der Beladungs-
und Entladungseinrichtung 8 vorgesehen.
[0076] Bei geöffnetem Gehäuse 3 kann das Austauschmodulgehäuse 33 ausgetauscht oder zum
Reinigen entfernt und wieder eingesetzt werden.
[0077] Soll das Austauschmodulgehäuse 33 beispielsweise durch Autoklavieren gereinigt werden,
dann ist es zweckmäßig, dass es aus hitzebeständigen Materialien, wie zum Beispiel
Metall, ausgebildet ist. Es kann jedoch auch zweckmäßig sein, das Austauschmodul nach
einem gewissen Gebrauch vollständig zu ersetzen. Einerseits können die Reaktionsgefäßeinheiten
von Substanzen gereinigt werden, welche das Austauschmodul 32 angreifen und beispielsweise
korrodieren. Dann ist es sinnvoll, das Austauschmodul 32 nach einer vorbestimmten
Betriebsdauer von einigen Wochen bis einigen Monaten vollständig zu ersetzen. Werden
solche Austauschmodule 32 als Verbrauchsmittel verwendet, dann kann es auch zweckmäßig
sein, diese im Wesentlichen aus Kunststoff auszubilden. Das Austauschmodulgehäuse
33 wird vorzugsweise aus einem Material mit hoher Chemikalienbestädigkeit, wie zum
Beispiel PTFE, ausgebildet. Der Rotor besteht vorzugsweise aus einem harten Kunststoffmaterial,
insbesondere einem Spritzgussteil.
[0078] Sowohl die Haube 35 als auch der schwenkbare Deckel 31 können mit einem Rast- oder
Schnappmechanismus am übrigen Gehäuse 3 befestigt werden.
Bezugszeichenliste
[0079]
- 1
- Zentrifuge
- 2
- Rotor
- 3
- Gehäuse
- 4
- Antriebseinrichtung
- 5
- Rotationsachse
- 6
- Aufnahmebereich
- 7
- Reaktionsgefäßeinheit
- 8
- Beladungs- und Entladungseinrichtung
- 9
- Rotorraum
- 10
- untere Schale
- 10a
- untere Schale
- 11
- obere Schale
- 11a
- obere Schale
- 12
- vorderseitige Stirnwandung
- 12a
- vorderseitige Stirnwandung
- 13
- rückseitige Stirnwandung
- 13a
- rückseitige Stirnwandung
- 14
- Kugellager
- 15
- Welle
- 16
- Standfläche
- 17
- Rotorkammer
- 18
- Balkon
- 19
- Be- und Entlüftungsöffnung
- 20
- Tür
- 21
- Durchgangsöffnung
- 22
- Rinne
- 23
- Auslassöffnung
- 24
- Anschlusszapfen
- 25
- Schlauch
- 26
- Trichter
- 27
- Trichterfläche
- 28
- Vertikalfläche
- 29
- Niveau
- 30
- zentrale Steuereinrichtung
- 31
- schwenkbarer Deckel
- 32
- Austauschmodul
- 33
- Austauschmodulgehäuse
- 34
- Pfeil
- 35
- Haube
- 36
- Deckenwandung
- 37a
- Seitenwand
- 37b
- Seitenwand
- 38
- Drehrichtung
1. Zentrifuge (1) zum Reinigen einer Reaktionsgefäßeinheit (7) mit einem Rotor (2) und
einem Rotorraum (9), in welchem der Rotor (2) angeordnet und drehbar gelagert ist,
wobei der Rotor (2) einen Aufnahmebereich (6) zum Aufnehmen der Reaktionsgefäßeinheit
(7) aufweist, und
der Rotorraum (9) von einem Gehäuse (3) begrenzt ist, wobei das Gehäuse (3) unterhalb
des Rotors (2) eine Ablaufrinne (22) aufweist und die Innenflächen des Gehäuses (3)
benachbart zu der Rinne (22) einen Trichter (26) ausbilden, welcher in die Rinne (22)
mündet, dadurch gekennzeichnet, dass
das Gehäuse (3) eine obere (11) und eine untere Schale (10) umfasst, wobei die obere
Schale (11) eine rinnenförmige Form einer im Querschnitt halbkreisförmigen Form aufweist,
und
eine Beladungs- und Entladungseinrichtung (8) vorgesehen ist, welche eine starre Verschiebestange
zum Positionieren einer Reaktionsgefäßeinheit (7) im oder zum Entfernen einer Reaktionsgefäßeinheit
(7) vom Rotor (2) umfasst, wobei die Verschiebestange derart verschieblich angeordnet
ist, dass sie zwischen einer Entladestellung, bei der sie sich im Rotorraum (9) durch
den Rotor (2) hindurch erstreckt, und einer Beladestellung, bei der sie zumindest
aus dem Bereich des Rotorraums (9) herausgezogen ist, der vom Rotor (2) bei einer
Umdrehung beansprucht wird, bewegt werden kann, und
einen Linearantrieb zum Bewegen der Verschiebestange zwischen der Entladestellung
und der Beladestellung.
2. Zentrifuge (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Abstand der Rinne (22) von einer Rotationsachse (5), um welche sich der Rotor
(2) dreht, zumindest das 1,1-fache des Radius des Rotors (2) und vorzugsweise zumindest
das 1,2-fache des Radius des Rotors (2) beträgt
und/oder
dass die Rinne (22) eine Neigung bzgl. einer Standfläche (16) des Gehäuses (3) aufweist,
und/oder
dass die Rinne (22) zumindest eine in etwa vertikal angeordnete Seitenwand (37a) aufweist.
3. Zentrifuge (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Innenfläche des Gehäuses (3) zumindest im Bereich des Trichters (26) und der
Rinne (22) mit einer glatten, vorzugsweise hydrophoben Schicht beschichtet ist, wobei
die Schicht vorzugsweise aus PTFE ausgebildet ist.
4. Zentrifuge (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Rotationsachse (5) des Rotors (2) parallel zu einer Standfläche (16) des Gehäuses
(3) verläuft und/oder dadurch gekennzeichnet, dass
das Gehäuse (3) eine Belüftungsöffnung (19) aufweist, in welcher vorzugsweise ein
Luftfilter angeordnet ist.
5. Zentrifuge (1) zum Reinigen einer Reaktionsgefäßeinheit (7), nach
einem der Ansprüche 1 bis 4, mit
einem Rotor (2) und einem Rotorraum (9), in welchem der Rotor (2) angeordnet und drehbar
gelagert ist, wobei der Rotor (2) einen Aufnahmebereich (6) zum Aufnehmen der Reaktionsgefäßeinheit
(7) aufweist, und
einem Gehäuse (3), das den Rotorraum (9) begrenzt,
einem Antrieb zum Drehen des Rotors (2), wobei
die Zentrifuge (1) ein Austauschmodul (32) aufweist, das den Rotor (2) und einen Gehäuseabschnitt
des Gehäuses (3) umfasst, wobei dieser Gehäuseabschnitt den Rotor (2) umschließt und
das Austauschmodul (32) lösbar von den übrigen Teilen der Zentrifuge (1) ausgebildet
ist.
6. Zentrifuge (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass an einem freien in den Rotorraum (9) befindlichen Ende der Verschiebestange ein Kopplungselement
angeordnet ist, wobei das Kopplungselement zum wiederverbindbaren Verbinden der Verschiebestange
mit einer Reaktionsgefäßeinheit (7) oder einer Trägereinheit für eine Reaktionsgefäßeinheit
(7) ausgebildet ist.
7. Zentrifuge (1) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kopplungselement ein Rastelement aufweist, welches mit einem an der Reaktionsgefäßeinheit
(7) oder an der Trägereinheit vorgesehenen Gegenrastelement eingreifen kann, wobei
zumindest das Rastelement oder das Gegenrastelement elastisch gelagert ist und/oder
dass die Verschiebestange hohl ist und an dem vom Rotorraum (9) weg weisenden hinteren
Ende offen ausgebildet ist und eine Gewindestange koaxial zur Verschiebestange vorgesehen
ist, und die Gewindestange mit einem mit der Verschiebestange verbundenen Gewinde
sich in kämmenden in-Eingriff befindet, so dass durch eine Drehbewegung der Gewindestange
eine Translationsbewegung der Verschiebestange ausgeführt wird, wobei die Gewindestange
am hinteren Ende in die Verschiebestange eintauchen kann.
8. Zentrifuge (1) nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Detektionseinrichtung zur Bestimmung der Position des Verschiebestange in Bewegungsrichtung
vorgesehen ist und/oder gekennzeichnet durch eine Pipettiereinheit, wobei die Pipettiereinheit vorzugsweise mehrere Pipettierdüsen
aufweist.
9. Zentrifuge (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
gekennzeichnet durch
eine optische Detektionseinheit, wobei die optische Detektionseinheit vorzugsweise
derart ausgebildet und angeordnet ist, dass sie benachbart zum Rotorraum (9) im Bewegungsbereich
der Reaktionsgefäßeinheit (7) diese abtasten kann.
10. Zentrifuge (1) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Detektionseinheit eine Zeilenkamera umfasst, um eine Reaktionsgefäßeinheit zeilenförmig
abzutasten, wobei eine Abtastzeile etwa senkrecht zur Bewegungsrichtung der Reaktionsgefäßeinheit
(7) ausgerichtet ist.
11. Zentrifuge (1) nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zentrifuge (1) eine Auswerteeinrichtung aufweist, mit welcher die mit der optischen
Detektionseinrichtung erhaltenen Signale automatisch nach folgenden Parametern ausgewertet
werden:
- Farbe des Inhalts zumindest eines Reaktionsgefäßes der Reaktionsgefäßeinheit (7),
- Füllstand zumindest eines Reaktionsgefäßes der Reaktionsgefäßeinheit (7),
- Position der Reaktionsgefäßeinheit (7),
- Typ der Reaktionsgefäßeinheit (7).
12. Verfahren zum Reinigen einer Reaktionsgefäßeinheit (7) mit einer Zentrifuge (1) nach
einem der Ansprüche 1 bis 11 mit einem Rotor (2), wobei
die Reaktionsgefäßeinheit (7) in dem Rotor (2) mit den Öffnungen der Reaktionsgefäße
nach radial außen weisend angeordnet wird,
zusammen mit der Reaktionsgefäßeinheit (7) wird der Rotor (2) um eine Rotationsachse
(5) gedreht wird, so dass der Inhalt der Reaktionsgefäße ausgeschleudert wird,
und alleine durch die Drehbewegung des Rotors (2) und der Schwerkraft in die Rinne
(22) und von dort nach außen getrieben wird.
13. Verfahren zum Reinigen einer Reaktionsgefäßeinheit (7) mit einer Zentrifuge (1) mit
einem Rotor (2), nach Anspruch 12, wobei
die Reaktionsgefäßeinheit (7) in dem Rotor (2) mit den Öffnungen der Reaktionsgefäße
nach radial außen weisend angeordnet wird,
der Rotor (2) zusammen mit der Reaktionsgefäßeinheit (7) um eine Rotationsachse (5)
gedreht wird, so dass der Inhalt der Reaktionsgefäße ausgeschleudert wird, wobei ein
Austauschmodul (32), das einen Gehäuseabschnitt und den Rotor (2) umfasst, nach dem
Reinigen einer oder mehrerer Reaktionsgefäßeinheiten (7) vom übrigen Teil der Zentrifuge
(1) getrennt wird und entweder gereinigt oder durch ein anderes Austauschmodul (32)
ausgetauscht wird.
1. A centrifuge (1) for cleaning a reaction vessel unit (7) comprising a rotor (2) and
a rotor chamber (9) in which the rotor (2) is arranged and rotatably mounted, the
rotor (2) comprising a receiving area (6) for receiving the reaction vessel unit (7),
and
the rotor chamber (9) being delimited by a housing (3), the housing (3) comprising
a discharge channel (22) underneath the rotor (2) and the inner surfaces of the housing
(3) forming a funnel (26) adjacent to the channel (22), which funnel opens into the
channel (22),
characterized in that
the housing (3) comprises an upper shell (11) and a lower shell (10), the upper shell
(11) having a channel-shaped form of a semicircular shape in cross-section, and
a loading and unloading device (8) being provided, which comprises a rigid displacement
rod for positioning the reaction vessel unit (7) in the rotor (2) or for removing
the reaction vessel unit (7) from the rotor (2), the displacement rod being slidably
arranged such that it can be moved between an unloading position, in which it extends
through the rotor (2) in the rotor space (9), and a loading position, in which it
is withdrawn at least from that area of the rotor space (9) which is occupied by the
rotor (2) during one revolution, and
a linear drive for moving the displacement rod between the unloading position and
the loading position.
2. The centrifuge (1) according to claim 1,
characterized in that
the distance of the channel (22) from an axis of rotation (5), about which the rotor
(2) rotates, is at least 1.1 times the radius of the rotor (2) and preferably at least
1.2 times the radius of the rotor (2), and/or
the channel (22) comprises an inclination with respect to a standing surface (16)
of the housing (3), and/or
the channel (22) comprises at least one approximately vertically arranged side wall
(37a).
3. The centrifuge (1) according to claim 1 or 2,
characterized in that
the inner surface of the housing (3), at least in the area of the funnel (26) and
of the channel (22), is coated with a smooth, preferably hydrophobic layer, the layer
preferably being formed from PTFE.
4. The centrifuge (1) according to any one of claims 1 to 3,
characterized in that
an axis of rotation (5) of the rotor (2) extends parallel to a standing surface (16)
of the housing (3) and/or characterized in that
the housing (3) comprises a ventilation opening (19) in which an air filter is preferably
arranged.
5. The centrifuge (1) for cleaning a reaction vessel unit (7), according to any one of
claims 1 to 4, comprising
a rotor (2) and a rotor space (9) in which the rotor (2) is arranged and rotatably
mounted, the rotor (2) comprising a receiving area (6) for receiving the reaction
vessel unit (7), and
a housing (3) which delimits the rotor chamber (9),
a drive for rotating the rotor (2), wherein
the centrifuge (1) comprises an exchange module (32) which encompasses the rotor (2)
and a housing portion of the housing (3), this housing portion enclosing the rotor
(2), and the exchange module (32) being designed such that it can be detached from
the remaining parts of the centrifuge (1).
6. The centrifuge (1) according to any one of claims 1 to 5,
characterized in that
a coupling element is arranged on a free end of the displacement rod located in the
rotor space (9), the coupling element being designed for reconnectable connection
between the displacement rod and a reaction vessel unit (7) or a carrier unit for
a reaction vessel unit (7).
7. The centrifuge (1) according to claim 6,
characterized in that
the coupling element comprises a latching element which can engage with a counter-latching
element provided on the reaction vessel unit (7) or on the carrier unit, wherein at
least the latching element or the counter-latching element is elastically mounted,
and/or
the displacement rod is hollow and formed so as to be open at the rear end pointing
away from the rotor space (9), and a threaded rod is provided coaxially with the displacement
rod, and the threaded rod is in meshing engagement with a thread connected to the
displacement rod, so that a translational movement of the displacement rod is carried
out by a rotational movement of the threaded rod, wherein the threaded rod can enter
the displacement rod at the rear end.
8. The centrifuge (1) according to any of the preceding claims,
characterized in that
a detection device is provided to determine the position of the displacement rod in
the direction of movement and/or
characterized by a pipetting unit, the pipetting unit preferably comprising a plurality of pipetting
nozzles.
9. The centrifuge (1) according to any one of claims 1 to 8,
characterized by
an optical detection unit, the optical detection unit preferably being designed and
arranged in such a way that it can scan the reaction vessel unit (7) in the area of
movement of the latter, adjacent to the rotor space (9).
10. The centrifuge (1) according to claim 9,
characterized in that
the detection unit comprises a line camera in order to scan a reaction vessel unit
line by line, a scanning line being aligned approximately perpendicular to the direction
of movement of the reaction vessel unit (7).
11. The centrifuge (1) according to claim 9 or 10,
characterized in that
the centrifuge (1) comprises an evaluation device by means of which the signals obtained
with the optical detection device are automatically evaluated according to the following
parameters:
- color of the contents of at least one reaction vessel of the reaction vessel unit
(7),
- filling level of at least one reaction vessel of the reaction vessel unit (7),
- position of the reaction vessel unit (7),
- type of the reaction vessel unit (7).
12. A method of cleaning a reaction vessel unit (7) comprising a centrifuge (1) according
to any one of claims 1 to 11 comprising a rotor (2), wherein
the reaction vessel unit (7) is arranged in the rotor (2) with the openings of the
reaction vessels pointing radially outwards,
the rotor (2) together with the reaction vessel unit (7) is rotated about an axis
of rotation (5) so that the content of the reaction vessels is centrifuged
and driven into the channel (22) and from there towards outside solely by the rotational
movement of the rotor (2) and by gravity.
13. The method of cleaning a reaction vessel unit (7) comprising a centrifuge (1) comprising
a rotor (2), according to claim 12, wherein
the reaction vessel unit (7) is arranged in the rotor (2) with the openings of the
reaction vessels pointing radially outwards,
the rotor (2) together with the reaction vessel unit (7) is rotated about an axis
of rotation (5) so that the content of the reaction vessels is centrifuged, wherein
an exchange module (32) comprising a housing portion and the rotor (2), after cleaning
one or more reaction vessel units (7), is separated from the remaining part of the
centrifuge (1) and either cleaned or replaced by another exchange module (32).
1. Centrifugeuse (1) pour le nettoyage d'une unité de cuve de réaction (7) comprenant
un rotor (2) et une chambre de rotor (9) dans laquelle le rotor (2) est disposé et
monté de manière rotative, le rotor (2) comprenant une zone de réception (6) pour
recevoir l'unité de cuve de réaction (7), et
la chambre de rotor (9) est délimitée par un boîtier (3), le boîtier (3) comprenant
un canal d'évacuation (22) sous le rotor (2) et les surfaces intérieures du boîtier
(3) formant un entonnoir (26) adjacent au canal (22), lequel entonnoir débouchant
dans le canal (22), caractérisée en ce que
le boîtier (3) comprend une coque supérieure (11) et une coque inférieure (10), la
coque supérieure (11) ayant une forme de canal de forme semi-circulaire en section
transversale, et un dispositif de chargement et de déchargement (8) comprenant une
tige de déplacement rigide pour positionner l'unité de cuve de réaction (7) dans le
rotor (2) ou pour retirer l'unité de cuve de réaction (7) du rotor (2), la tige de
déplacement étant disposée de manière coulissante à pouvoir être déplacée entre une
position de déchargement, dans laquelle elle traverse le rotor (2) dans la chambre
de rotor (9), et une position de chargement, dans laquelle elle est retirée au moins
de ladite zone de la chambre de rotor (9) qui est occupée par le rotor (2) au cours
d'une révolution, et
un entraînement linéaire pour déplacer la tige de déplacement entre la position de
déchargement et la position de chargement.
2. La centrifugeuse (1) selon la revendication 1,
caractérisée en ce que
la distance entre le canal (22) et un axe de rotation (5) autour duquel tourne le
rotor (2) est au moins égale à 1,1 fois le rayon du rotor (2) et de préférence au
moins égale à 1,2 fois le rayon du rotor (2), et/ou
que le canal (22) est incliné par rapport à une surface d'appui (16) du boîtier (3),
et/ou
que le canal (22) comprend au moins une paroi latérale (37a) disposée approximativement
à la verticale.
3. La centrifugeuse (1) selon la revendication 1 ou 2,
caractérisée en ce que
la surface intérieure du boîtier (3), au moins dans la zone de l'entonnoir (26) et
du canal (22), est recouverte d'une couche lisse, de préférence d'une couche hydrophobe,
la couche étant de préférence formée de PTFE.
4. La centrifugeuse (1) selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisée en ce que
un axe de rotation (5) du rotor (2) s'étend parallèlement à une surface d'appui (16)
du boîtier (3) et/ou caractérisée en ce que
le boîtier (3) comprend une ouverture d'aération (19) dans laquelle un filtre à air
est de préférence disposé.
5. Centrifugeuse (1) pour le nettoyage d'une unité de cuve de réaction (7), selon l'une
quelconque des revendications 1 à 4, comprenant
un rotor (2) et un espace de rotor (9) dans lequel le rotor (2) est disposé et monté
de manière rotative, le rotor (2) comprenant une zone de réception (6) pour recevoir
l'unité de cuve de réaction (7), et
un boîtier (3) qui délimite la chambre de rotor (9),
un entraînement pour faire tourner le rotor (2), sachant que
la centrifugeuse (1) comprend un module d'échange (32) qui englobe le rotor (2) et
une section du boîtier (3), cette section du boîtier renfermant le rotor (2), et le
module d'échange (32) étant adapté de manière à pouvoir être détaché des autres parties
de la centrifugeuse (1).
6. La centrifugeuse (1) selon l'une quelconque des revendications 1 à 5,
caractérisée en ce que
un élément d'accouplement est disposé sur une extrémité libre de la tige de déplacement
située dans la chambre de rotor (9), l'élément d'accouplement étant adapté pour une
connexion reconnectable entre la tige de déplacement et une unité de cuve de réaction
(7) ou une unité de support pour une unité de cuve de réaction (7).
7. La centrifugeuse (1) selon la revendication 6,
caractérisée en ce que
l'élément d'accouplement comprend un élément de verrouillage qui peut s'engager dans
un élément de contre-verrouillage prévu sur l'unité de cuve de réaction (7) ou sur
l'unité de support, sachant qu'au moins l'élément de verrouillage ou l'élément de
contre-verrouillage est monté de manière élastique, et/ou
la tige de déplacement est creuse et ouverte à l'extrémité arrière orientée à l'opposé
de la chambre de rotor (9), et une tige filetée est fournie coaxialement avec la tige
de déplacement, et la tige filetée est en prise avec un filetage relié à la tige de
déplacement, de sorte qu'un mouvement de translation de la tige de déplacement est
effectué par un mouvement de rotation de la tige filetée, la tige filetée pouvant
pénétrer dans la tige de déplacement à l'extrémité arrière.
8. La centrifugeuse (1) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce que
un dispositif de détection est prévu pour déterminer la position de la tige de déplacement
dans la direction du mouvement et/ou
caractérisée par une unité de pipetage, l'unité de pipetage comprenant de préférence plusieurs buses
de pipetage.
9. La centrifugeuse (1) selon l'une quelconque des revendications 1 à 8,
caractérisée par
une unité de détection optique, l'unité de détection optique étant de préférence adaptée
et disposée de manière à pouvoir balayer l'unité de cuve de réaction (7) dans la zone
de mouvement de cette dernière, adjacente à la chambre de rotor (9).
10. La centrifugeuse (1) selon la revendication 9,
caractérisée en ce que
l'unité de détection comprend une caméra linéaire afin de balayer une unité de cuve
de réaction ligne par ligne, une ligne de balayage étant alignée approximativement
perpendiculairement à la direction de mouvement de l'unité de cuve de réaction (7).
11. La centrifugeuse (1) selon la revendication 9 ou 10,
caractérisée en ce que
la centrifugeuse (1) comprend un dispositif d'évaluation au moyen duquel les signaux
obtenus avec le dispositif de détection optique sont automatiquement évalués en fonction
des paramètres suivants :
- la couleur du contenu d'au moins une cuve de réaction de l'unité de cuve de réaction
(7),
- le niveau de remplissage d'au moins une cuve de réaction de l'unité de cuve de réaction
(7),
- la position de l'unité de cuve de réaction (7),
- le type de l'unité de cuve de réaction (7).
12. Procédé de nettoyage d'une unité de cuve de réaction (7) comprenant une centrifugeuse
(1) selon l'une quelconque des revendications 1 à 11, comprenant un rotor (2), sachant
que l'unité de cuve de réaction (7) est disposée dans le rotor (2) avec les ouvertures
des cuves de réaction orientées radialement vers l'extérieur,
le rotor (2) et l'unité de cuve de réaction (7) tournent autour d'un axe de rotation
(5) de manière à ce que le contenu des réacteurs soit centrifugé
et entraîné dans le canal (22) et de là vers l'extérieur uniquement par le mouvement
de rotation du rotor (2) et par la gravité.
13. Procédé de nettoyage d'une unité de cuve de réaction (7) comprenant une centrifugeuse
(1) comprenant un rotor (2), selon la revendication 12, sachant que
l'unité de cuve de réaction (7) est disposée dans le rotor (2) avec les ouvertures
des cuves de réaction orientées radialement vers l'extérieur,
le rotor (2) et l'unité de cuve de réaction (7) tournent autour d'un axe de rotation
(5) de manière à centrifuger le contenu des cuves de réaction, un module d'échange
(32) comprenant une section du boîtier et le rotor (2) étant séparé du reste de la
centrifugeuse (1) après le nettoyage d'une ou plusieurs unités de cuve de réaction
(7) et étant soit nettoyé, soit remplacé par un autre module d'échange (32).