[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schmelzspinnen von synthetischen Fäden gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Vorrichtung zum Schmelzspinnen mehrerer
Fäden gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 9.
[0002] Bei der Herstellung von synthetischen Fäden ist es üblich, dass ein zuvor aufgeschmolzenes
Polymer mittels einer Spinnpumpe unter hohem Druck mehreren Spinndüsen zugeführt wird.
Die Spinndüsen weisen jeweils an ihren Unterseiten eine Düsenplatte mit einer Mehrzahl
von Düsenöffnungen auf, so dass die Polymerschmelze in feinste Filamentstränge extrudiert
wird. Die Filamente werden dann nach dem Extrudieren und nach einer Abkühlung jeweils
zu einem Faden zusammengefasst. In Abhängigkeit von dem jeweiligen Herstellungsverfahren
werden die Fäden gemeinsam durch Galetten abgezogen, verstreckt und am Ende des Prozesses
zu Spulen aufgewickelt. Der Herstellungsprozess wird überwacht und derart gesteuert,
dass die Fäden möglichst kontinuierlich herstellbar sind.
[0003] In der Praxis werden derartige Herstellungsprozesse zum Schmelzspinnen mehrerer Fäden
jedoch regelmäßig durch Wartungsarbeiten an den Spinndüsen unterbrochen. So gehört
das sogenannte Schaben der Düsenplatten einer Spinndüse zu einer wiederkehrenden Wartung,
die in regelmäßigen Zeitabständen durchzuführen ist. Hierbei wird die Unterseite der
Spinndüse von Materialablagerungen befreit, damit die Düsenöffnungen frei bleiben.
Desweiteren sind die innerhalb von Spinndüsen angeordneten Filterelemente nicht unendlich
einsetzbar, so dass ein regelmäßiger Austausch der Spinndüsen erfolgen muss. Diese
Wartungsarbeiten werden üblicherweise durch einen Operator durchgeführt, der diese
nach Bedarf ausführt.
[0004] Zur Unterstützung der Wartungsarbeiten setzt der Operator Hilfseinrichtungen ein,
die teilweise die mechanischen Arbeiten wie beispielsweise das Schaben der Düsenplatten,
übernehmen.
[0005] So ist beispielsweise aus der
EP 1 193 334 A1 eine derartige Hilfseinrichtung zum Schaben von Spinndüsen bekannt. Die bekannte
Hilfseinrichtung ist verfahrbar und lässt sich so einer von mehreren Spinndüsen einer
Spinnstelle zuführen. Ebenso können dabei die Werkzeuge zum Schaben der Düsenplatten
automatisiert geführt werden.
[0006] Ein Verfahren zum Behandeln von Spinndüsen ist aus der
JP S60 39404 A bekannt.
[0007] Es ist nun Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Schmelzspinnen
synthetischer Fäden dahingehend zu verbessern, dass die anstehenden Wartungsarbeiten
an den Spinndüsen möglichst schnell und gezielt ausführbar sind.
[0008] Ein weiteres Ziel der Erfindung liegt darin, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Schmelzspinnen synthetischer Fäden bereitzustellen, dass die zur Ausführung einer
Wartung vorzunehmenden Prozessänderungen automatisiert durchführbar sind.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß für ein Verfahren dadurch gelöst, dass durch eine
Maschinensteuereinrichtung zumindest ein Wartungszeitpunkt zum Warten zumindest einer
der Spinndüsen vorbestimmt oder ermittelt wird und dass bei einem Erreichen des Wartungszeitpunktes
durch die Maschinensteuereinrichtung ein Steuerbefehl zur Aktivierung eines Spinndüsenroboters
generiert wird, der die Wartung der Spinndüsen zumindest einleitet.
[0010] Die Lösung für die Vorrichtung zum Schmelzspinnen von synthetischen Fäden liegt erfindungsgemäß
darin, dass ein Spinndüsenroboter mit einem Robotersteuergerät zur Wartung der Spinndüsen
vorgesehen ist und dass das Robotersteuergerät mit der Maschinensteuereinrichtung
verbunden ist.
[0011] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind durch die Merkmale und Merkmalskombinationen
der jeweiligen Unteransprüche definiert.
[0012] Die Erfindung besitzt den besonderen Vorteil, dass die regelmäßig anfallenden Wartungsarbeiten
an den Spinndüsen in die Prozesssteuerung eingebunden sind. So können beispielsweise
günstige Betriebssituationen wie z.B. ein Fadenbruch genutzt werden, um die daraus
resultierende Prozessunterbrechung zur Wartung einer der Spinndüsen zu nutzen. Durch
die erfindungsgemäße Kombination zwischen der Maschinensteuereinrichtung und einem
Robotersteuergerät lassen sich anstehende Wartungen unmittelbar ausführen. So wird
bei Erreichen des Wartungszeitpunktes ein Steuerbefehl zur Aktivierung eines Spinndüsenroboters
generiert, der die Wartung der Spinndüsen zumindest einleitet. Der Wartungszeitpunkt
zum Warten einer der Spinndüsen wird innerhalb der Prozesssteuerung vorbestimmt oder
anhand von Prozessparametern ermittelt.
[0013] So lassen sich insbesondere die Wartungszeitpunkte durch eine kontinuierliche Überwachung
zumindest eines Betriebsparameters der Spinndüsen ermitteln. Mit fortlaufender Betriebsdauer
ist eine zunehmende Verschmutzung der Filterelemente in den Spinndüsen bekannt. Insoweit
könnte beispielsweise ein Betriebsdruck als Betriebsparameter der Spinndüse kontinuierlich
überwacht und kontrolliert werden. Sobald ein unzulässiger Druckanstieg registriert
wird, ist ein Austausch der Spinndüse erforderlich, um das Filterelement auszuwechseln
oder zu reinigen.
[0014] Grundsätzlich ist es auch bekannt, dass in Abhängigkeit von dem Polymertyp die Unterseiten
der Spinndüsen mehr oder weniger durch Ablagerungen belastet sind. Insoweit ist die
Verfahrensvariante bevorzugt ausgeführt, um den Wartungszeitpunkt zum Schaben einer
Spinndüse zu bestimmen. So kann die Betriebsdauer durch eine Anzahl von Betriebsstunden
und / oder einer Anzahl von gewickelten Spulen und / oder einer Anzahl von Fadenbrüchen
bestimmt sein, die eine Spinndüse ohne Reinigung der Unterseiten einsetzbar ist.
[0015] Damit die anstehende Wartungsarbeit durch den Spinndüsenroboter zielgerichtet ausgeführt
werden kann, ist die Verfahrensvariante bevorzugt ausgeführt, bei welcher der Steuerbefehl
mehrere von dem Spinndüsenroboter einlesbare Signalfolgen enthält, durch welche eine
Positionsangabe der Spinndüse, ein Austausch der Spinndüseneinheit und / oder eine
Düsenplattenreinigung einer Spinndüseneinheit übermittelt werden. Damit besteht die
Möglichkeit, dass der Spinndüsenroboter zielgerichtet mit den gewünschten Werkzeugen
ein Schaben oder ein Austausch der Spinndüsen vornimmt.
[0016] Dabei wird jede der Wartungsarbeiten durch den Spinndüsenroboter mit unterschiedlichen
Werkzeugen ausgeführt.
[0017] Die Werkzeuge können dabei durch mehrere Roboterarme oder abwechselnd durch einen
Roboterarm des Spinndüsenroboters geführt werden.
[0018] Um insbesondere die Werkzeuge des Spinndüsenroboters durch einen Operator prüfen
zu können, ist die Verfahrensvariante besonders vorteilhaft, bei welcher der Spinndüsenroboter
wiederkehrend aus einer Basisstation herausfährt und in einer von mehreren Wartungspositionen
anhält und sich positioniert. So wird der Spinndüsenroboter nur im Fall einer Wartungsarbeit
aus der Basisstation herausgeführt. Ansonsten verbleibt der Spinndüsenroboter in seiner
Basisstation.
[0019] Für den Fall, dass der Wartungszeitpunkt nicht mittels einer anstehenden Prozessstörung
kombiniert werden kann, wird die Verfahrensvariante genutzt, bei welcher der Steuerbefehl
gleichzeitig einen Fadenschnitt des Fadens nach einem Wickel einer Vollspule und einen
Pumpenstopp der Mehrfachspinnpumpe auslöst. Insoweit ist die jeweilige Spinnposition
bereit, um den Spinndüsenroboter zur Ausführung der Wartungsarbeiten zu empfangen.
[0020] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Schmelzspinnen von synthetischen Fäden besitzt
den großen Vorteil, dass die Wartungsarbeiten an den Spinndüsen vollautomatisiert
ohne Einsatz eines Operators durchführbar sind. Durch die Verbindung zwischen der
Maschinensteuereinrichtung und dem Robotersteuergerät ist ein ständiger Datenaustausch
sowohl über die anstehenden Wartungsarbeiten als auch über den Ablauf und über das
Ende der Wartungsarbeit gewährleistet. So lässt sich durch das Robotersteuergerät
ein Signal erzeugen, wenn die Wartungsarbeiten in der Spinndüse beendet sind.
[0021] Die Steuereinrichtung weist dabei zumindest einen Steueralgorithmus auf, durch welchen
ein Wartungszeitpunkt zur Wartung zumindest einer der Spinndüsen bestimmbar und überwachbar
ist. So lässt sich zum Wartungszeitpunkt durch die Maschinensteuereinrichtung ein
direkter Aktivierungsbefehl an das Robotersteuergerät ermitteln.
[0022] Für den Fall, dass mehrere Wartungsarbeiten durch den Spinndüsenroboter auszuführen
sind, wird durch die Maschinensteuereinrichtung oder durch das Robotersteuergerät
eine Arbeitsfolge vorzugsweise in Abhängigkeit möglichst kurzer Ausfallzeiten festgelegt.
[0023] Um den Wartungszeitpunkt der Spinndüsen oder einer Gruppe von Spinndüsen zu ermitteln,
ist die Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorteilhaft einsetzbar, bei
welcher die Steuereinrichtung mit einem Sensor zur Überwachung eines Betriebsparameters
einer der Spinndüsen verbunden ist. So könnte beispielsweise ein Drucksensor genutzt
werden, um einen Spinndruck der Spinndüsen zu überwachen.
[0024] Für den Fall, dass der wiederkehrende Wartungszeitpunkt im wesentlichen von der Betriebsdauer
bestimmt ist, ist die Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung bevorzugt ausgeführt,
bei welcher die Steuereinrichtung mit zumindest einer Zähleinrichtung gekoppelt ist,
durch welche eine Anzahl von Betriebsstunden und / oder eine Anzahl von gewickelten
Spulen und / oder eine Anzahl von Fadenbrüchen erfassbar ist. So ist es üblich, dass
ein Fadenbruchsensor zur Überwachung eines Fadenlaufs mit der Maschinensteuereinrichtung
verbunden ist, um entsprechende Prozessänderungen ausführen zu können. Somit lassen
sich die innerhalb einer Betriebsdauer auftretenden Fadenbrüche in einfacher Art und
Weise ermitteln, um daraus Rückschlüsse über mögliche Wartungsintervalle zu erhalten.
[0025] Damit die Wartungsarbeiten zielgerichtet an den Spinndüsen ausgeführt werden können,
ist des Weiteren vorgesehen, dass der Spinndüsenroboter zumindest ein Werkzeug zum
Lösen einer der Spinndüsen aus dem Spinnbalken und / oder ein Werkzeug zum Schaben
einer Düsenplatte eines der Spinndüsen aufweist. So lässt sich bereits bei der Aktivierung
des Spinndüsenroboters über die Maschinensteuereinrichtung eine entsprechende Signalgebung
auslösen, dass der Spinndüsenroboter mit dem entsprechenden Werkzeug die jeweilige
Spinnposition anfährt.
[0026] Hierbei weist der Spinndüsenroboter vorzugsweise zur Führung der Werkzeuge einen
Roboterarm mit einem Wechselhalter zur abwechselnden Aufnahme einer der Werkzeuge
oder alternativ mehrere Roboterarme auf.
[0027] Zur Vermeidung von Kollisionen wird der Spinndüsenroboter vorzugsweise selbstfahrend
an einer Hängebahn geführt, die sich entlang einer Basisstation und mehreren Wartungspositionen
erstreckt. Insoweit besteht die Möglichkeit, dass der Spinndüsenroboter während der
wartungsfreien Zeit in einer Basisstation gehalten werden kann, in welcher die Werkzeuge
kontrollierbar sind. Besonders vorteilhaft ist hierbei auch die Anbindung an eine
Spinndüsenaufbereitungseinrichtung, um den Austausch der Spinndüsen voll automatisch
zu gestalten. So könnte beispielsweise der Spinndüsenroboter die ausgebaute Spinndüse
an der Spinndüsenaufbereitungseinrichtung geben und eine neue bereits vorgewärmte
Spinndüse übernehmen und in der entsprechenden Spinnposition einsetzen.
[0028] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Schmelzspinnen von synthetischen Fäden sowie die
erfindungsgemäße Vorrichtung zum Schmelzspinnen von synthetischen Fäden werden nachfolgend
anhand einiger Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Vorrichtung näher erläutert.
[0029] Es stellen dar:
- Fig. 1
- schematisch eine Vorderansicht eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zum Schmelzspinnen
- Fig. 2
- schematisch eine Seitenansicht des Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zum Schmelzspinnen
- Fig. 3
- schematisch eine Vorderansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen
Vorrichtung
[0030] In den Fig. 1 und 2 ist ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung
schematisch in mehreren Ansichten und mehreren Betriebssituationen dargestellt, wobei
nur die für die Erläuterung der Erfindung maßgeblichen Bauteile gezeigt sind. In der
Fig. 1 ist das Ausführungsbeispiel in einer Vorderansicht in einem normalen Betriebszustand
gezeigt. In der Fig. 2 ist das Ausführungsbeispiel in einer Seitenansicht dargestellt,
wobei der Herstellungsprozess zur Ausführung einer Wartung unterbrochen ist.
[0031] Das Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird zunächst anhand beider
Figuren wie folgt erläutert.
[0032] Das Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht aus einer Spinneinrichtung
1, die eine Mehrzahl von Spinnstellen aufweist. In diesem Ausführungsbeispiel ist
eine erste Spinnstelle 1.1 komplett und eine benachbarte Spinnstelle 1.2 nur teilweise
gezeigt. Die Spinnstellen 1.1 und 1.2 weisen mehrere Spinnpositionen auf, wobei in
jeder Spinnposition ein Faden erzeugt wird. In diesem Fall sind sechs Spinnpositionen
2.1 bis 2.6 pro Spinnstelle 1.1 und 1.2 vorgesehen. Die Spinnstellen 1.1 und 1.2 der
Spinneinrichtung 1 sind üblicherweise identisch ausgeführt, so dass der Aufbau an
der Spinnstelle 1.1 erläutert wird.
[0033] Die Spinnstelle 1.1 weist einen Spinnbalken 3 auf, der sich über alle Spinnpositionen
2.1 bis 2.6 erstreckt. Der Spinnbalken ist beheizt ausgeführt und trägt an einer Unterseite
mehrere Spinndüsen. In diesem Ausführungsbeispiel sind insgesamt sechs Spinndüsen
4.1 bis 4.6 dargestellt. Die Spinndüsen 4.1 bis 4.6 sind lösbar an dem Spinnbalken
3 gehalten.
[0034] An der Oberseite des Spinnbalkens 3 ist eine Mehrfachspinnpumpe 5 angeordnet. Die
Mehrfachspinnpumpe 5 wird über einen Pumpenantrieb 5.1 angetrieben und über das Pumpensteuergerät
5.2 gesteuert. Auf einer Einlaufseite weist die Mehrfachspinnpumpe 5 einen Schmelzezulauf
6 auf. Über den Schmelzezulauf 6 ist die Mehrfachspinnpumpe 5 mit einer hier nicht
dargestellten Schmelzequelle beispielsweise einem Extruder verbunden. Auf der Auslassseite
ist die Mehrfachspinnpumpe 5 über ein Verteilleitungssystem 7 mit den Spinndüsen 4.1
bis 4.6 verbunden.
[0035] Zur Steuerung der Mehrfachspinnpumpe 5 ist das Pumpensteuergerät 5.2 mit einer Maschinensteuereinrichtung
12 verbunden.
[0036] Unterhalb des Spinnbalkens 3 ist in der Spinnstelle 1.1 eine Abkühleinrichtung 8
vorgesehen, um eine durch die Spinndüsen 4.1 bis 4.6 extrudierte Filamentschar abzukühlen.
[0037] Wie insbesondere aus der Darstellung in Fig. 2 hervorgeht, weist die Abkühleinrichtung
8 einen Kühlschacht 8.1 und eine seitlich angeordnete Blaskammer 8.2 auf, die durch
eine Blaswand 8.3 voneinander getrennt sind. Insoweit wird ein Kühlluftstrom quer
zu der Filamentschar erzeugt.
[0038] Die dargestellte Abkühleinrichtung 8 ist jedoch beispielhaft. Grundsätzlich können
auch andere Kühlsysteme genutzt werden, um beispielsweise eine Kühlluft radial von
außen nach innen auf die Filamente einwirken zu lassen. In diesem Fall würde jedes
Filamentbündel 10 einer der Spinndüsen 4.1 bis 4.6 durch einen gasdurchlässigen Kühlzylinder
ummantelt. Die Kühlzylinder wären höhenverstellbar, so dass ein Zugang zu den Spinndüsen
möglich ist.
[0039] Wie aus den Darstellungen in Fig. 1 und 2 hervorgeht, ist unterhalb der Abkühleinrichtung
8 jeder der Spinndüsen 4.1 bis 4.6 ein Sammelfadenführer 9 zugeordnet, um aus den
Filamentbündeln 10 jeweils einen Faden 11 zu bilden.
[0040] Wie aus der Darstellung in Fig. 1 hervorgeht, ist seitlich neben der Spinnstelle
1.1 eine Basisstation 24 eines Spinndüsenroboters 15 ausgebildet. Der Spinndüsenroboter
15 ist an einer Hängebahn 16 geführt, die parallel an einer Maschinenfrontseite der
Spinnpositionen 2.1 bis 2.6 verläuft. Die Hängebahn 16 erstreckt sich innerhalb der
Spinneinrichtung 1 über alle Spinnstellen 1.1 und 1.2. Der Spinndüsenroboter 15 wird
über ein Fahrgestell 17 an der Hängebahn 16 geführt, wobei ein hier nicht dargestellter
Fahrantrieb an dem Spinndüsenroboter 15 integriert ist.
[0041] Der Spinndüsenroboter 15 weist in diesem Ausführungsbeispiel einen Roboterarm 20
auf. Der Roboterarm 20 weist an seinem freien Ende einen Werkzeughalter 21 auf.
[0042] In der Basisstation 24 ist dem Spinndüsenroboter 15 eine Werkzeugstation 23 zugeordnet,
die mehrere Werkzeuge 22.1 und 22.2 vorhält. In diesem Ausführungsbeispiel sind nur
zwei Werkzeuge vorgesehen, wobei das Werkzeug 22.1 eine Einrichtung zum Schaben der
an den Unterseiten der Spinndüsen 4.1 bis 4.6 jeweils gehaltenen Düsenplatten und
das Werkzeug 22.2 eine Einrichtung zum Lösen einer der Spinndüsen 4.1 bis 4.6 aus
dem Spinnbalken 3 aufweisen. Hierzu sind die Spinndüsen 4.1 bis 4.6 beispielsweise
über ein Bajonettverschluss an dem Spinnbalken 3 fixiert.
[0043] Die Werkzeuge 22.1 und 22.2 können wahlweise von dem Roboterarm 20 an dem Werkzeughalter
21 aufgenommen werden.
[0044] Zur Steuerung des Spinndüsenroboters 15 ist ein Robotersteuergerät 18 vorgesehen.
Das Robotersteuergerät 18 ist über eine Steuerleitung vorzugsweise eine drahtlose
Funkverbindung 19 mit der Maschinensteuereinrichtung 12 verbunden. Hierzu ist an dem
Robotersteuergerät 18 ein Empfänger 19.1 und an der Maschinensteuereinrichtung 12
ein Sender 19.2 angedeutet.
[0045] In der Fig. 1 ist die Spinneinrichtung 1 in einem Betriebszustand dargestellt, in
welchem an jeder Spinndüse 4.1 bis 4.6 der Spinnstelle 1.1 eine Polymerschmelze zu
einer Mehrzahl von Filamenten 10 extrudiert wird. Die Polymerschmelze wird hierzu
mittels der Mehrfachspinnpumpe 5 den Spinndüsen 4.1 bis 4.6 unter Druck zugeführt.
In Abhängigkeit von dem jeweiligen extrudierten Polymer treten dabei an den Unterseiten
der Spinndüsen mehr oder weniger starke Materialablagerungen und Anhaftungen auf.
Die Unterseiten der Spinndüsen 4.1 bis 4.6 werden jeweils durch eine Düsenplatte (hier
nicht dargestellt) gebildet, die in bestimmten Wartungszyklen gereinigt werden müssen.
Der Wartungszeitpunkt zum Schaben der Spinndüsen 4.1 bis 4.6 wird hierbei in der Maschinensteuereinrichtung
12 unter Nutzung von Steueralgorithmen vorzugsweise bestimmt. So könnte beispielsweise
die Zeit zwischen zwei Wartungszyklen durch eine Betriebsdauer vorbestimmt sein. In
diesem Fall weist die Steuereinrichtung eine einfache Zähleinheit auf, die die Anzahl
der Betriebsstunden erfasst. Bei Erreichen der maximalen Betriebslaufzeit ist dann
der Wartungszeitpunkt erreicht.
[0046] Alternativ besteht auch die Möglichkeit, die durch die Spinndüsen extrudierte Durchflussmenge
als Maßstab für die nächste Wartung zu nehmen. In diesem Fall könnte beispielsweise
eine Anzahl von gewickelten Spulen erfasst und kontinuierlich durch eine Zähleinheit
aufaddiert werden. Die Menge an Fadengewicht gibt direkt Auskunft über die Durchflussmenge
beim Extrudieren der Polymerschmelze. So ist der Wartungszeitpunkt erreicht, wenn
eine maximal vorgegebene Fadenmenge erzeugt wurde.
[0047] Alternativ können auch Prozessstörungen genutzt werden, um Informationen über die
Oberflächeneigenschaft der Spinndüsenplatten zu erhalten. So ist bekannt, dass eine
Verengung der Düsenöffnungen an den Düsenplatten die Fadenbruchrate begünstigt. Insoweit
besteht auch die Möglichkeit, dass die Zähleinheit eine Anzahl von Fadenbrüchen in
der Spinnstelle 1.1 erfasst. In der Fig. 1 ist hierzu durch eine gestrichelte Darstellung
angedeutet, dass ein Fadenbruchsensor 14 mit der Maschinensteuereinrichtung 12 verbunden
ist.
[0048] Hierbei können der Steuereinrichtung unterschiedliche Grenzwerte der Betriebsstunden,
der gewickelten Spulen oder Fadenbrüche vorgegeben werden, so dass je nach Grenzwert
ein Wartungszeitpunkt zum Schaben der Spinndüsen oder ein Wartungszeitpunkt zum Auswechseln
der Spinndüsen erreicht ist.
[0049] Insbesondere eine Ermittlung des Wartungszeitpunktes zum Austausch der Spinndüse
wird bevorzugt durch eine direkte Überwachung eines Betriebsparameters ausgeführt.
So ist in Fig. 1 dargestellt, dass dem Verteilleitungssystem 7 ein Drucksensor 13
zugeordnet ist. Der Drucksensor 13 ist mit der Maschinensteuereinrichtung 12 verbunden.
Somit lässt sich ein Betriebsdruck zum Extrudieren der Polymerschmelze kontinuierlich
überwachen. Da die Spinndüsen 4.1 bis 4.6 ein hier nicht dargestelltes Filterelement
aufweisen, das bei fortlaufender Betriebsdauer zunehmend verschmutzt, ist mit einem
Anstieg des Betriebsdruckes zu rechnen. Insoweit können den Spinndüsen 4.1 bis 4.6
ein maximaler Betriebsdruck zugeordnet werden, der einen Austausch der jeweiligen
Spinndüse bestimmt. Durch die kontinuierliche Überwachung des Betriebsdruckes an den
Spinndüsen ist somit der Wartungszeitpunkt zur Wartung der Spinndüse sicher bestimmbar.
[0050] Für den Fall, dass innerhalb der Maschinensteuereinrichtung 12 ein Wartungszeitpunkt
für zumindest eine der Spinndüsen 4.1 bis 4.6 an der Spinnstelle 1.1 ermittelt wurde,
wird über die Steuerleitung 19 ein Steuerbefehl an das Robotersteuergerät 18 ermittelt.
Der Steuerbefehl weist dabei vorzugsweise eine Signalfolge auf, aus denen die für
den Einsatz des Spinndüsenroboters 15 notwendigen Informationen enthalten sind. So
wird mit dem Steuerbefehl dem Robotersteuergerät 18 die exakte Spinnposition einer
der Spinnpositionen 2.1 bis 2.6 übermittelt. Des Weiteren erhält das Robotersteuergerät
18 die Information über die anstehende Wartungsarbeit, ob ein Austausch der Spinndüse
oder eine Düsenplattenreinigung an der Spinndüse ausgeführt werden muss. Dementsprechend
wählt das Robotersteuergerät 18 das betreffende Werkzeug 22.1 oder 22.2 aus. Der Roboterarm
20 entnimmt das betreffende Werkzeug 22.1 oder 22.2 aus der Werkzeugstation 23. Anschließend
verfährt der Spinndüsenroboter 15 aus der Basisstation 24 in die betreffende Wartungsposition,
die einer der Spinnpositionen 2.1 bis 2.6 zugeordnet ist. Über hier nicht näher dargestellte
Positioniermittel fixiert sich der Spinndüsenroboter 15 in der Wartungsposition und
startet den Wartungsvorgang.
[0051] Hierzu ist in Fig. 2 eine Situation dargestellt, bei welcher der Spinndüsenroboter
15 an der Spinndüse 4.1 eine Düsenplattenreinigung ausführen muss. Der Roboterarm
20 trägt an seinem Werkzeughalter 21 das Werkzeug 22.1, das zum Schaben der Düsenplatten
dient. Der Spinndüsenroboter 15 ist in der dargestellten Wartungsposition fixiert,
so dass der Roboterarm 20 mit dem Werkzeug 22.1 an die Unterseite der Spinndüse 4.1
geführt wird.
[0052] Nach erfolgter Reinigung der Spinndüse 4.1 werden nacheinander alle benachbarten
Spinndüsen 4.2 bis 4.6 der Spinnstelle 1.1 gereinigt. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit,
dass nur einzelne Spinndüsen einer Spinnstelle 1.1 oder 1.2 gereinigt werden. Da die
Spinndüsen 4.1 bis 4.6 einer der Spinnstellen 1.1 und 1.2 durch eine Spinnpumpe 5
versorgt werden, werden bei einer Wartung zwangsläufig alle Spinndüsen 4.1 bis 4.6
außer Betrieb genommen, so dass alle Spinndüsen für eine Wartung bereit wären.
[0053] Nach Abschluss der Wartungsarbeiten wird durch das Robotersteuergerät 18 ein Wartungsende
signalisiert, so dass die Maschinensteuereinrichtung 12 den Prozess erneut starten
kann. Der Spinndüsenroboter 15 wird in seine Basisstation 24 zurückgeführt.
[0054] Bei dem in Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Spinndüsenroboter
15 in der Lage, wahlweise verschiedene Werkzeuge zur Ausführung von Wartungsarbeiten
zu benutzen. Grundsätzlich besteht jedoch auch die Möglichkeit, den Spinndüsenroboter
15 nur für eine Wartungstätigkeit auszulegen. Hierzu ist in Fig. 3 ein weiteres Ausführungsbeispiel
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Schmelzspinnen von mehreren Fäden dargestellt.
Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 ist im Wesentlichen identisch zu dem Ausführungsbeispiel
nach Fig. 1, so dass an dieser Stelle nur die Unterschiede erläutert werden und ansonsten
Bezug zu der vorgenannten Beschreibung gemacht wird.
[0055] Bei dem in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel liegt der Unterschied in der
Ausführung des Spinndüsenroboters 15. Der in Fig. 3 dargestellte Spinndüsenroboter
15 weist einen Roboterarm 20.1 auf, der an seinem freien Ende ein fest installiertes
Werkzeug 22.1 aufweist. Das Werkzeug 22.1 ist in diesem Ausführungsbeispiel zur Reinigung
der Unterseiten der Spinndüsen vorgesehen. Insoweit lässt sich der Spinndüsenroboter
15 nur zum Schaben der Spinndüsen nutzen.
[0056] Alternativ besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass der Spinndüsenroboter 15 zwei
separate Roboterarme 20.1 und 20.2 aufweist. Der zweite Roboterarm 20.2 ist hierzu
in Fig. 3 gestrichelt dargestellt. An jedem der Roboterarme 20.1 und 20.2 wird jeweils
ein unterschiedliches Werkzeug 22.1 und 22.2 getragen. Insoweit ist ein Werkzeugwechsel
nicht erforderlich. Je nach Anforderung der Wartung kann der Spinndüsenroboter 15
entweder den Roboterarm 20.1 zum Schaben einer Unterseite einer Spinndüse oder den
Roboterarm 20.2 zum Auswechseln der Spinndüse an dem Spinnbalken nutzen. Natürlich
können auch beide Roboterarme 20.1 und 20.2 gleichzeitig zum Schaben mehrere Spinndüsen
oder zum Auswechseln der Spinndüsen eingesetzt werden. Insbesondere zum Schaben der
Spinndüsen einer Spinnstelle könnte der Spinndüsenroboter auch mehr als zwei Roboterarme
aufweisen, so dass mehrere Spinndüsen gleichzeitig geschabt werden. Dadurch lassen
sich die Zeiten der Wartungsarbeiten erheblich verkürzen.
[0057] Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Schmelzspinnen
von synthetischen Fäden zeichnet sich dadurch aus, dass alle Wartungstätigkeiten an
den Spinndüsen automatisiert ausgeführt werden können. Hierbei besteht auch die Möglichkeit,
dass der Basisstation 24 unmittelbar eine Spinndüsenaufbereitungsstation zugeordnet
ist. So kann der Spinndüsenroboter 15 nach Ausbau einer der Spinndüsen diese in der
Basisstation 24 gegen eine neue Spinndüse eintauschen und erneut an der Unterseite
des Spinnbalkens fixieren. Darüber hinaus besitzt die Verknüpfung zwischen der Maschinensteuereinrichtung
der Spinneinrichtung mit dem Robotersteuergerät des Spinndüsenroboters den großen
Vorteil, dass auch unerwünschte Prozessunterbrechungen durch Prozessstörungen zur
Wartung der Spinndüsen genutzt werden können. Hier findet innerhalb der Maschinensteuereinrichtung
jeweils ein Abgleich zwischen den Wartungszeitpunkten und der Prozessführung statt.
[0058] Das erfindungsgemäße Verfahren sowie die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Schmelzspinnen
von synthetischen Fäden gewährleisten eine gleichmäßige Herstellungsqualität der Fäden
aufgrund strikter Einhaltung von Wartungsintervallen. Zudem lassen sich geringe Abfallmengen
und Ausfallzeiten bei der Herstellung der Fäden generieren aufgrund einer automatisierten
Ausführung der Wartungsarbeiten durch den Spinndüsenroboter.
1. Verfahren zum Schmelzspinnen von synthetischen Fäden, bei welchem eine Polymerschmelze
durch eine Mehrfachspinnpumpe gefördert und mehreren Spinndüsen unter einem Betriebsdruck
zugeführt wird, bei welchem die Spinndüsen die Polymerschmelze jeweils zu einer Vielzahl
von Filamenten extrudieren und bei welchem die Spinndüsen regelmäßig gewartet werden,
dadurch gekennzeichnet, dass durch eine Maschinensteuereinrichtung zumindest ein Wartungszeitpunkt zum Warten
zumindest einer der Spinndüsen vorbestimmt oder ermittelt wird und dass bei einem
Erreichen des Wartungszeitpunkts durch die Maschinensteuereinrichtung ein Steuerbefehl
zur Aktivierung eines Spinndüsenroboters generiert wird, der die Wartung der Spinndüsen
zumindest einleitet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Betriebsparameter der Spinndüse zur Ermittlung des Wartungszeitpunkts
kontinuierlich überwacht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Wartungszeitpunkt durch eine Anzahl von Betriebsstunden und/oder eine Anzahl
von gewickelten Spulen und/oder eine Anzahl von Fadenbrüchen bestimmt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerbefehl mehrere von dem Spinndüsenroboter einlesbare Signalfolgen enthält,
durch welche eine Positionsangabe der Spinndüse, ein Austausch der Spinndüsen und/oder
eine Düsenplattenreinigung an der Spinndüse übermittelt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Spinndüsenroboter ein Lösen der Spinndüse aus einem Spinnbalken und / oder ein
Schaben der Düsenplatte an der Spinndüse mit unterschiedlichen Werkzeugen ausführt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeuge durch mehrere Roboterarme oder abwechselnd durch einen Roboterarm des
Spinndüsenroboters geführt werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Spinndüsenroboter wiederkehrend aus einer Basisstation herausfährt und in einer
von mehreren Wartungspositionen anhält und sich positioniert.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuersignal einen Fadenschnitt des Fadens nach einem Wickeln einer Vollspule
und einen Pumpenstopp der Mehrfachspinnpumpe auslöst.
9. Vorrichtung zum Schmelzspinnen mehrerer Fäden mit einer Spinneinrichtung (1), die
zumindest eine Mehrfachspinnpumpe (5) und mehrere Spinndüsen (4.1 - 4.6) aufweist,
mit einem Spinnbalken (3) zur Aufnahme der lösbar gehalten Spinndüsen (4.1 - 4.6)
und mit einer Maschinensteuereinrichtung (12), die zumindest mit einem Steuergerät
(5.2) der Mehrfachspinnpumpe (5) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Spinndüsenroboter (15) zur Wartung der Spinndüsen (4.1 - 4.6) mit einem Robotersteuergerät
(18) vorgesehen ist und dass das Robotersteuergerät (18) mit der Maschinensteuereinrichtung
(12) der Spinneinrichtung (1) verbunden ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Maschinensteuereinrichtung (12) mit einem Sensor (13) zur Überwachung eines Betriebsparameters
einer der Spinndüsen (4.1 - 4.6) verbunden ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Maschinensteuereinrichtung (12) mit zumindest einer Zähleinheit gekoppelt ist,
durch welche eine Anzahl von Betriebsstunden und/oder eine Anzahl von gewickelten
Spulen und/oder eine Anzahl von Fadenbrüchen erfassbar ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Spinndüsenroboter (15) zumindest ein Werkzeug (22.1, 22.2) zum Lösen eines der
Spinndüsen (4.1 - 4.6) aus dem Spinnbalken (3) und/oder ein Werkzeug (22.1, 22.2)
zum Schaben einer Düsenplatte eines der Spinndüsen (4.1 - 4.6) aufweist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Spinndüsenroboter (15) zur Führung der Werkzeuge (22.1, 22.2) einen Roboterarm
(20) mit einem Werkzeughalter (21) zur abwechselnden Aufnahme der Werkzeuge (22.1,
22.2) oder mehrere Roboterarme (20.1, 20.2) aufweist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Spinndüsenroboter (15) selbstfahrend an einer Hängebahn (16) ausgebildet ist,
die sich entlang einer Basisstation (24) und mehreren Wartungspositionen erstreckt.
1. Method for melt-spinning synthetic threads, in which a polymer melt is conveyed through
a multiple spinning pump and fed to a plurality of spinning nozzles at an operating
pressure, in which the spinning nozzles extrude the polymer melt respectively into
a multiplicity of filaments and in which the spinning nozzles are regularly serviced,
characterized in that at least one service due time for servicing at least one of the spinning nozzles
is predetermined or determined by a machine control device, and in that, once the service due time is reached, a control command for activating a spinning
nozzle robot is generated by the machine control device, which control command at
least initiates the servicing of the spinning nozzles.
2. Method according to Claim 1, characterized in that at least one operating parameter of the spinning nozzle for determining the service
due time is continuously monitored.
3. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that the service due time is determined by a number of operating hours and/or a number
of wound packages and/or a number of thread breakages.
4. Method according to one of Claims 1 to 3, characterized in that the control command contains a plurality of signal sequences, which are readable
by the spinning nozzle robot and by which a position indication of the spinning nozzle,
an exchange of the spinning nozzles and/or a nozzle plate cleaning are transmitted
to the spinning nozzle.
5. Method according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the spinning nozzle robot executes with different tools a release of the spinning
nozzle from a spinning beam, and/or a scraping of the nozzle plate on the spinning
nozzle.
6. Method according to Claim 5, characterized in that the tools are guided by a plurality of robot arms, or alternatingly by one robot
arm of the spinning nozzle robot.
7. Method according to one of Claims 1 to 6, characterized in that the spinning nozzle robot moves recurringly out of a base station and stops and takes
up position in one of a plurality of servicing positions.
8. Method according to one of Claims 1 to 7, characterized in that the control signal triggers a thread cut of the thread after winding of a full package,
and a pump stoppage of the multiple spinning pump.
9. Apparatus for melt-spinning a plurality of threads with a spinning device (1), which
has at least one multiple spinning pump (5) and a plurality of spinning nozzles (4.1
- 4.6), comprising a spinning beam (3) for receiving the detachably held spinning
nozzles (4.1 - 4.6) and comprising a machine control device (12), which is connected
at least to a control unit (5.2) of the multiple spinning pump (5), characterized in that a spinning nozzle robot (15) for the servicing of the spinning nozzles (4.1 - 4.6),
having a robot control unit (18), is provided, and in that the robot control unit (18) is connected to the machine control device (12) of the
spinning device (1).
10. Apparatus according to Claim 9, characterized in that the machine control device (12) is connected to a sensor (13) for monitoring an operating
parameter of one of the spinning nozzles (4.1 - 4.6).
11. Apparatus according to Claim 9 or 10, characterized in that the machine control device (12) is coupled with at least one counting unit, by which
a number of operating hours and/or a number of wound packages and/or a number of thread
breakages can be registered.
12. Apparatus according to one of Claims 9 to 11, characterized in that the spinning nozzle robot (15) has at least one tool (22.1, 22.2) for releasing one
of the spinning nozzles (4.1 - 4.6) from the spinning beam (3) and/or a tool (22.1,
22.2) for scraping a nozzle plate of one of the spinning nozzles (4.1 - 4.6).
13. Apparatus according to Claim 12, characterized in that the spinning nozzle robot (15) has, for the guidance of the tools (22.1, 22.2), a
robot arm (20) having a tool holder (21) for the alternating reception of the tools
(22.1, 22.2), or a plurality of robot arms (20.1, 20.2).
14. Apparatus according to one of Claims 9 to 13, characterized in that the spinning nozzle robot (15) is configured in a self-propelled manner on an overhead
track (16) which extends along a base station (24) and a plurality of servicing positions
1. Procédé de filage par fusion de fils synthétiques, dans lequel une masse fondue de
polymère est transportée par une pompe de filage multiple et amenée à plusieurs filières
sous une pression de fonctionnement, dans lequel les filières extrudent la masse fondue
de polymère respectivement en une pluralité de filaments et dans lequel les filières
sont entretenues régulièrement, caractérisé en ce qu'au moins un moment d'entretien pour l'entretien d'au moins l'une des filières est
prédéterminé ou déterminé par un équipement de commande de machine et en ce que, lorsque le moment d'entretien est atteint, une instruction de commande pour l'activation
d'un robot de filière est générée par l'équipement de commande de machine, lequel
lance au moins l'entretien des filières.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'au moins un paramètre de fonctionnement de la filière est surveillé en continu pour
déterminer le moment d'entretien.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le moment d'entretien est déterminé par un nombre d'heures de fonctionnement et/ou
un nombre de bobines enroulées et/ou un nombre de ruptures de fils.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'instruction de commande contient plusieurs séquences de signaux pouvant être lues
par le robot de filière, par lesquelles une indication de position des filières, un
remplacement des filières et/ou un nettoyage des plaques de filière sur la filière
sont transmis.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le robot de filière effectue un détachement de la filière d'une barre de filage et/ou
un raclage de la plaque de filière sur la filière avec différents outils.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que les outils sont guidés par plusieurs bras de robot ou de manière alternée par un
bras de robot du robot de filière.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le robot de filière sort de manière répétitive d'une station de base et s'arrête
et se positionne dans l'une de plusieurs positions d'entretien.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le signal de commande déclenche une coupure du fil après un enroulement d'une bobine
pleine et un arrêt de pompe de la pompe de filage multiple.
9. Dispositif pour le filage par fusion de plusieurs fils avec un équipement de filage
(1) qui présente au moins une pompe de filage multiple (5) et plusieurs filières (4.1
à 4.6), avec une barre de filage (3) pour recevoir les filières (4.1 à 4.6) maintenues
de manière détachable, et avec un équipement de commande de machine (12) qui est relié
au moins à un appareil de commande (5.2) de la pompe de filage multiple (5), caractérisé en ce qu'un robot de filière (15) est prévu pour l'entretien des filières (4.1 à 4.6) avec
un appareil de commande de robot (18) et en ce que l'appareil de commande de robot (18) est relié à l'équipement de commande de machine
(12) de l'équipement de filage (1).
10. Dispositif selon la revendication 9, caractérisé en ce que l'équipement de commande de machine (12) est relié à un capteur (13) pour surveiller
un paramètre de fonctionnement de l'une des filières (4.1 à 4.6).
11. Dispositif selon la revendication 9 ou 10, caractérisé en ce que l'équipement de commande de machine (12) est couplé à au moins une unité de comptage,
par laquelle un nombre d'heures de fonctionnement et/ou un nombre de bobines enroulées
et/ou un nombre de ruptures de fils peuvent être détectés.
12. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 9 à 11, caractérisé en ce que le robot de filière (15) présente au moins un outil (22.1, 22.2) pour détacher l'une
des filières (4.1 à 4.6) de la barre de filage (3) et/ou un outil (22.1, 22.2) pour
racler une plaque de filière de l'une des filières (4.1 à 4.6).
13. Dispositif selon la revendication 12, caractérisé en ce que le robot de filière (15) pour le guidage des outils (22.1, 22.2) présente un bras
de robot (20) avec un porte-outil (21) pour la réception alternée des outils (22.1,
22.2) ou plusieurs bras de robot (20.1, 20.2).
14. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 9 à 13, caractérisé en ce que le robot de filière (15) est conçu pour se déplacer de manière autonome sur une piste
suspendue (16) qui s'étend le long d'une station de base (24) et de plusieurs positions
d'entretien.