[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von Verpackungen, insbesondere
zur Bearbeitung von Packungsmänteln, umfassend: ein Dornrad mit einer Dornradwelle
mit einer Mittelachse, mehrere an der Dornradwelle befestigte Dorne, wobei die Dorne
wenigstens eine Dorngruppe bilden, deren Dorne in einer Ebene senkrecht zur Mittelachse
der Dornradwelle angeordnet sind, wenigstens eine erste an dem Dornrad angeordnete
Bearbeitungsstation mit einem Antrieb, eine zweite an dem Dornrad angeordnete Bearbeitungsstation
mit einem Antrieb, wobei eine der Bearbeitungsstationen eine Presse ist und eine der
Bearbeitungsstationen eine Falteinrichtung ist, und einen Dornradantrieb zum Antrieb
der Dornradwelle, wobei der Dornradantrieb von den beiden Antrieben der wenigstens
zwei Bearbeitungsstationen mechanisch entkoppelt ist.
[0002] Derartige Vorrichtungen werden häufig als Teil einer Füllmaschine eingesetzt und
auch als "Dornradgruppe" bezeichnet.
[0003] Verpackungen können auf unterschiedliche Weisen und aus verschiedensten Materialien
hergestellt werden. Eine weit verbreitete Möglichkeit ihrer Herstellung besteht darin,
aus dem Verpackungsmaterial einen Zuschnitt herzustellen, aus dem durch Falten und
weitere Schritte zunächst ein Packungsmantel und schließlich eine Verpackung entsteht.
Diese Herstellungsart hat unter anderem den Vorteil, dass die Zuschnitte sehr flach
sind und somit platzsparend gestapelt werden können. Auf diese Weise können die Zuschnitte
bzw. Packungsmäntel an einem anderen Ort hergestellt werden als die Faltung und Befüllung
der Packungsmäntel erfolgt. Als Material werden häufig Verbundstoffe eingesetzt, beispielsweise
ein Verbund aus mehreren dünnen Lagen aus Papier, Pappe, Kunststoff oder Metall, insbesondere
Aluminium. Derartige Verpackungen finden insbesondere in der Lebensmittelindustrie
große Verbreitung.
[0004] Auf dem Gebiet der Verpackungstechnik sind zahlreiche Vorrichtungen und Verfahren
bekannt, mit denen flach zusammengefaltete Packungsmäntel aufgefaltet, einseitig verschlossen,
mit Inhalten befüllt und anschließend vollständig verschlossen werden können.
[0005] Eine besondere Herausforderung stellt das Verschließen der Packungsmäntel dar, weil
durch das Verschließen eine zuverlässige Abdichtung der Packungsmäntel erreicht werden
muss, die auch dem anschließenden Transport und anderen Belastungen standhalten muss.
Das Verschließen erfolgt oftmals in mehreren Schritten: Zunächst wird der Packungsmantel
in dem zu verschließenden Bereich erwärmt ("aktiviert"). Anschließend werden die gegenüberliegenden
Seiten des Packungsmantels in dem zu verschließenden Bereich zusammengepresst ("verpresst").
Der Zusammenhalt zwischen den zusammengepressten Bereichen wird beispielsweise dadurch
erreicht, dass eine innenliegende Kunststofflage vorgesehen ist, die bei der Erwärmung
zähflüssig wird und somit bei der anschließenden Verpressung eine Verklebung bildet.
Dieser Vorgang wird auch als "Versiegeln" bezeichnet.
[0006] Zum Bearbeiten, insbesondere zum Verschließen der Unterseite der Packungsmäntel werden
häufig so genannte "Dornräder" eingesetzt, auf deren radial abstehende Dorne die noch
unbefüllten Packungsmäntel aufgeschoben werden. Der Querschnitt der Dorne entspricht
etwa dem Querschnitt der herzustellenden Verpackungen, so dass die Packungsmäntel
bereits beim Aufschieben auf die Dorne die gewünschte Querschnittsform einnehmen.
[0007] Während der Packungsmantel sich auf dem Dorn befindet, erfolgt die Bearbeitung des
Packungsmantels taktweise im Bereich des abstehenden Endes des Dornes. Dies hat einerseits
den Vorteil, dass die Packungsmäntel durch eine Drehung des Dornrades nacheinander
von unterschiedlichen Werkzeugen an unterschiedlichen Bearbeitungsstationen bearbeitet
werden können. Beispielsweise kann in einer ersten Dornradstellung eine Erhitzung
erfolgen und im Anschluss daran kann in einer zweiten Dornradstellung eine Verpressung
erfolgen. Ein weiterer Vorteil von einer Bearbeitung der Packungsmäntel auf einem
Dornrad liegt darin, dass die Form der abstehenden Enden der Dorne an die Form der
Unterseite der herzustellenden Verpackungen angepasst werden kann, so dass die Enden
der Dorne bei der Verpressung als Widerlager dienen können.
[0008] Eine Herausforderung bei dem Einsatz von Dornrädern liegt in dem Antrieb des Dornrads
sowie in dem Antrieb der an dem Dornrad angeordneten Bearbeitungsstationen. Eine Schwierigkeit
liegt darin, dass die Bearbeitung der Packungsmäntel an den unterschiedlichen Bearbeitungsstationen
zeitlich präzise auf die taktweise Bewegung des Dornrads abgestimmt sein muss.
[0009] Um die geforderte Synchronität zu erreichen, wurde bereits vorgeschlagen, für den
Antrieb des Dornrades und für die daran angeordneten Bearbeitungsstationen denselben
Antrieb zu verwenden. Die Antriebsleistung wird in diesem Fall beispielsweise über
einen Zahnriemen auf unterschiedlichen Riemenscheiben verteilt und von dort an die
jeweilige Bearbeitungsstation weitergeleitet.
[0010] Dieses Prinzip ist vergleichbar mit der Funktion eines Zahnriemens oder einer Steuerkette
bei einem Verbrennungsmotor mit mehreren Nockenwellen, da auch dort die Drehstellung
der Nockenwellen - und damit die Stellung der Einlass- und Auslassventile - exakt
auf die Stellung der Kurbelwelle - und damit die Stellung der Kolben - abgestimmt
sein muss. Zur exakten Einhaltung der Steuerzeiten darf keine Veränderung der Winkellage
von Nocken- und Kurbelwelle auftreten. Dies wird dadurch erreicht, dass die Kurbelwelle
und alle Nockenwellen über einen Zahnriemen formschlüssig miteinander verbunden sind.
[0011] Neben der Synchronität wird ein gemeinsamer Antrieb auch aus Gründen der Kompaktheit
sowie aus Kostengründen eingesetzt. Auch hierfür gibt es ein Beispiel aus dem Bereich
der Verbrennungsmotoren, wo mehrere Verbraucher über denselben Keilriemen von der
Kurbelwelle angertrieben werden und somit denselben Antrieb haben. Bei den Verbrauchern
kann es sich beispielsweise um einen Generator ("Lichtmaschine"), eine Wasserpumpe,
eine Hydraulikpumpe oder dergleichen handeln.
[0012] Es gibt also zahlreiche Gründe, warum sich bei vielen in der Praxis eingesetzten
Dornrädern die Bearbeitungsstationen und das Dornrad denselben Antrieb teilen. Ein
derartiges, aus dem Stand der Technik bekanntes Antriebskonzept wird in Fig. 1 in
schematischer Darstellung gezeigt.
[0013] Ein derartiges Antriebskonzept hat neben den genannten Vorteilen jedoch auch Nachteile.
Ein erster Nachteil liegt darin, dass die mechanische Verbindung aller Bearbeitungsstationen
mit demselben Antrieb konstruktiv aufwändig ist und eine Vielzahl von Übertragungselementen
(Zahnriemen, Riemenscheiben, Antriebswellen, Kurvenscheiben, etc.) erfordert. Ein
weiterer Nachteil liegt in der schwierigen Wartung. Denn sobald an einer Bearbeitungsstation
ein Defekt auftritt und diese Bearbeitungsstation vom Antrieb entkoppelt werden muss
(z.B. durch Entfernen des Zahnriemens) müssen bei erneuten Wiederankopplung (z.B.
durch Montieren des Zahnriemens) alle aneinander gekoppelten Bearbeitungsstationen
in ihrer Drehstellung präzise aufeinander abgestimmt werden. Kurz gesagt hat ein Eingriff
in den Antrieb einer Bearbeitungsstation zur Folge, dass das gesamte Antriebssystem
neu eingestellt werden muss. Zudem muss bei jeder kleinen Veränderung der Verpackungsgröße
oder Verpackungsgeometrie eine neue Kurvenscheibe für den Antrieb der einzelnen Komponenten
berechnet, gefertigt, montiert und justiert werden.
[0014] Aus dem Stand der Technik ist die
DE 697 38 295 T2 bekannt, die eine gattungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung von Verpackungen zeigt.
[0015] Diese offenbart eine Öffnungsanordnung an einem Behälter mit flacher Oberwand sowie
eine Vorrichtung zum Formen, Befüllen und Versiegeln des Behälters.
[0016] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die eingangs beschriebene Vorrichtung
derart auszugestalten und weiterzubilden, dass die mechanische Komplexität der Vorrichtung
verringert wird und dass die Vorrichtung einfach gewartet werden kann.
[0017] Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung nach dem Oberbegriff von Patentanspruch
1 dadurch gelöst, dass als Antrieb wenigstens einer Bearbeitungsstation eine Antriebseinheit
eingesetzt wird, die einen Elektromotor und ein Getriebe umfasst oder als Antrieb
wenigstens einer Bearbeitungsstation ein Direktantrieb, also ein Elektromotor ohne
separates Getriebe, eingesetzt wird, dass als Dornradantrieb eine Antriebseinheit
eingesetzt wird, die einen Elektromotor und ein Getriebe umfasst oder als Dornradantrieb
ein Direktantrieb, also ein Elektromotor ohne separates Getriebe, eingesetzt wird,
und dass der Antrieb der Vorrichtung eine Steuerung aufweist, in der wenigstens ein
zeitlicher Verlauf eines Massenträgheitsmoments gespeichert ist zur Positionsregelung
des Elektromotors des Dornradantriebs durch eine Momentenvorsteuerung.
[0018] Es handelt sich um eine Vorrichtung zur Herstellung von Verpackungen, insbesondere
zur Bearbeitung von Packungsmänteln. Insbesondere kann es sich hierbei um Verpackungen
bzw. Packungsmäntel für Nahrungsmittel handeln, wobei die Verpackungen bzw. Packungsmäntel
vorzugsweise aus einem Verbundmaterial aus mehreren dünnen Lagen aus Papier, Pappe,
Kunststoff oder Metall, insbesondere Aluminium hergestellt sind. Die Vorrichtung umfasst
zunächst ein Dornrad mit einer Dornradwelle mit einer Mittelachse. Die Dornradwelle
ist vorzugsweise zylindrisch geformt und die Mittelachse verläuft in Längsrichtung
- also in axialer Richtung - zentral durch die Dornradwelle hindurch. Die Dornradwelle
kann beispielsweise aus Metall hergestellt sein. Das Dornrad umfasst zudem mehrere
an der Dornradwelle befestigte Dorne. Die Befestigung dient dem Zweck, dass sich die
Dorne bei einer Drehung der Dornradwelle um ihre Mittelachse ebenfalls um die Mittelachse
der Dornradwelle drehen. Gleichwohl kann es sich um eine lösbare Befestigung handeln,
um die Dorne austauschen zu können. Die Querschnittsfläche der Dorne kann rechteckig,
insbesondere quadratisch gestaltet sein. Die Dorne bilden wenigstens eine Dorngruppe,
deren Dorne in einer Ebene senkrecht zur Mittelachse der Dornradwelle angeordnet sind.
Die Anordnung in einer Ebene dient dem Zweck, dass die Dorne derselben Dorngruppe
durch eine Drehung der Dornradwelle nacheinander in dieselben Positionen gebracht
werden können, um dort eine Bearbeitung der Packungsmäntel durch unterschiedliche
ortsfeste Werkzeuge zu ermöglichen. Weiterhin umfasst die Vorrichtung wenigstens eine
erste an dem Dornrad angeordnete Bearbeitungsstation mit einem Antrieb, und einen
Dornradantrieb zum Antrieb der Dornradwelle. Bei dem Antrieb kann es sich beispielsweise
um einen Elektromotor handeln. Die Bearbeitungsstation kann beispielsweis ein Aufschieber,
eine Heizeinheit, eine Falteinheit (z.B. Längsfalter, Querfalter), eine Presse oder
ein Abzieher sein.
[0019] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass der Dornradantrieb von dem Antrieb der wenigstens
einen Bearbeitungsstation mechanisch entkoppelt ist. Unter einer mechanischen Entkopplung
wird insbesondere verstanden, dass die beiden Antriebe nicht mechanisch miteinander
verbunden sind. Das Ziel der mechanischen Entkopplung liegt beispielsweise darin,
die beiden Antriebe hinsichtlich aller Antriebsparameter (Drehzahl, Drehrichtung,
etc.) einzeln betreiben zu können. Ein Effekt der mechanischen Entkopplung liegt darin,
dass ein defekter Antrieb am Dornrad ausgetauscht werden kann, ohne dass hiervon der
Antrieb der Bearbeitungsstation betroffen ist. Bei der Bearbeitungsstation kann es
sich um einen Aufschieber, eine Heizeinheit, eine Falteinheit (z.B. Längsfalter, Querfalter),
eine Presse oder einen Abzieher handeln. In praktischen Versuchen hat sich jedoch
herausgestellt, dass eine mechanische Entkopplung des Dornradantriebs von der Presse
("Bodenpresse") und von der Falteinheit (insb. dem Längsfalter) besondere Vorteile
mit sich bringt. Dies liegt insbesondere daran, dass an diesen Bearbeitungsstationen
besonders hohe dynamische Kräfte erforderlich sind (Presse/Längsfalter) bzw. dass
an diesen Bearbeitungsstationen besonders komplexe Bewegungen zeitlich präzise abgestimmt
erforderlich sind (Längsfalter). Beides lässt sich mit separaten, auf die jeweiligen
Anforderungen abgestimmten Antrieben gut lösen.
[0020] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zeichnet sich aus durch eine zweite an dem Dornrad
angeordnete Bearbeitungsstation mit einem Antrieb. In diesem Fall ist vorgesehen,
dass der Dornradantrieb von den beiden Antrieben der wenigstens zwei Bearbeitungsstationen
mechanisch entkoppelt ist. Bei der zweiten Bearbeitungsstation kann es sich um einen
Aufschieber, eine Heizeinheit, eine Falteinheit (z.B. Längsfalter, Querfalter), eine
Presse oder einen Abzieher handeln, sofern diese nicht bereits als erste Bearbeitungsstation
vorgesehen sind. Die Begriffe "erste" und "zweite" Bearbeitungsstation dienen lediglich
der Unterscheidung und geben keinen Hinweis auf die Reihenfolge der Bearbeitung. Die
Idee liegt also darin, den Dornradantrieb nicht nur von dem Antrieb einer Bearbeitungsstation
zu entkoppeln, sondern den Dornradantrieb auch von dem Antrieb einer zweiten Bearbeitungsstation
zu entkoppeln, sofern wenigstens zwei Bearbeitungsstationen vorgesehen sind. Vorzugsweise
sind auch der Antrieb der ersten Bearbeitungsstation und der Antrieb der zweiten Bearbeitungsstation
mechanisch voneinander entkoppelt.
[0021] Die Vorrichtung kann nach einer Ausgestaltung ergänzt werden durch eine dritte an
dem Dornrad angeordnete Bearbeitungsstation mit einem Antrieb. In diesem Fall kann
vorgesehen sein, dass der Dornradantrieb von den drei Antrieben der wenigstens drei
Bearbeitungsstationen mechanisch entkoppelt ist. Auch bei der dritten Bearbeitungsstation
kann es sich um einen Aufschieber, eine Heizeinheit, eine Falteinheit (z.B. Längsfalter,
Querfalter), eine Presse oder einen Abzieher handeln, sofern diese nicht bereits als
erste oder als zweite Bearbeitungsstation vorgesehen sind. Die Begriffe "erste", "zweite"
und "dritte" Bearbeitungsstation dienen lediglich der Unterscheidung und geben keinen
Hinweis auf die Reihenfolge der Bearbeitung.
[0022] Die Idee liegt also darin, den Dornradantrieb nicht nur von dem Antrieb der ersten
beiden Bearbeitungsstation zu entkoppeln, sondern den Dornradantrieb auch von dem
Antrieb einer dritten Bearbeitungsstation zu entkoppeln, sofern wenigstens drei Bearbeitungsstationen
vorgesehen sind. Vorzugsweise sind auch der Antrieb der ersten Bearbeitungsstation,
der Antrieb der zweiten Bearbeitungsstation und der Antrieb der dritten Bearbeitungsstation
mechanisch voneinander entkoppelt.
[0023] Nach einer weiteren Ausbildung der Vorrichtung ist vorgesehen, dass der Dornradantrieb
von den Antrieben aller Bearbeitungsstationen mechanisch entkoppelt ist. Dieser Ausbildung
liegt die Idee zugrunde, den Dornradantrieb von dem Antrieb aller Bearbeitungsstation
zu entkoppeln - unabhängig davon, wie viele Bearbeitungsstationen vorgesehen sind.
Vorzugsweise sind auch die Antriebe aller Bearbeitungsstationen mechanisch voneinander
entkoppelt.
[0024] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung sieht vor, dass eine der Bearbeitungsstationen
eine Presse, insbesondere eine Bodenpresse zum Verpressen der Bodenflächen der Packungsmäntel
ist. An der Bodenpresse erfolgt das Verpressen der Endbereiche der Packungsmäntel
zur Bildung eines Bodens. Dieser Bearbeitungsschritt erfordert hohe Kräfte und entscheidet
darüber, ob die Verpackung im Bereich ihres Bodens dicht ist. Vor diesem Hintergrund
hat die mechanische Entkopplung des Antriebs der Presse von dem Dornradantrieb den
Vorteil, dass der Antrieb der Presse gezielt im Hinblick auf die genannten Anforderungen
ausgewählt und eingestellt werden kann. Zudem kann durch separate Antriebe besser
auf dem Umstand reagiert werden, dass die Presse zu einem Zeitpunkt auf den Packungsboden
gepresst wird, in dem das Dornrad stillsteht. Dies lässt sich mit mechanisch gekoppelten
Antrieben nur aufwändig umsetzen. Durch eine mechanische Entkopplung kann auf zusätzliche
mechanische Komponenten (z.B. einen Zahnriemen oder eine Kurvenscheibe) verzichtet
werden, wodurch weniger Verschleiß, Reibung, Spiel und Elastizität erreicht werden
können. Damit steigt die Positioniergenauigkeit der Bodenpresse relativ zu dem ihr
jeweils (momentan) zugeordneten Dorn. Die Positioniergenauigkeit ist maßgeblich für
die Dichtigkeit des Bodens und damit für die Qualität der Verpackung.
[0025] Bei einer erfindungsgemäßen Vorrichtung ist vorgesehen, dass eine der Bearbeitungsstationen
eine Falteinrichtung, insbesondere ein Längsfalter oder ein Querfalter zum Falten
der Bodenflächen der Packungsmäntel ist. An der Falteinrichtung erfolgt die Faltung
der Endbereiche der Packungsmäntel. Insbesondere kann es sich um einen Längsfalter
(Faltbewegung in Umfangsrichtung des Dornrads) oder um einen Querfalter (Faltbewegung
in Richtung der Mittelachse des Dornrads) handeln. Bei der Faltung des Packungsmantels
müssen besonders komplexe Bewegungen zeitlich präzise abgestimmt erfolgen. Die mechanische
Entkopplung des Antriebs der Falteinrichtung von dem Dornradantrieb hat den Vorteil,
dass der Antrieb der Falteinrichtung gezielt im Hinblick auf die genannten Anforderungen
ausgewählt und eingestellt werden kann. Zudem kann durch separate Antriebe besser
auf dem Umstand reagiert werden, dass die Faltung zu einem Zeitpunkt erfolgt, in dem
das Dornrad stillsteht. Dies lässt sich mit mechanisch gekoppelten Antrieben nur aufwändig
umsetzen. Auch hier kann durch eine mechanische Entkopplung auf zusätzliche mechanische
Komponenten (z.B. einen Zahnriemen) verzichtet werden, wodurch weniger Verschleiß,
Reibung, Spiel und Elastizität erreicht werden können. Damit steigt die Positioniergenauigkeit
der Falteinrichtung relativ zu dem ihr jeweils (momentan) zugeordneten Dorn. Die Positioniergenauigkeit
ist maßgeblich für die Dichtigkeit des Bodens und damit für die Qualität der Verpackung.
Darüber hinaus kann bei einer Änderung der Verpackungsgröße oder Verpackungsgeometrie
die Bewegung des Längsfalters einfach über die Steuerung, insbesondere über die Motorsteuerung,
angepasst werden; eine Änderung der Kurvenscheibe ist hingegen nicht erforderlich.
[0026] In weiterer Ausgestaltung der Vorrichtung ist vorgesehen, dass eine der Bearbeitungsstationen
ein Aufschieber zum Aufschieben der Packungsmäntel auf einen der Dorne ist. Alternativ
oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass eine der Bearbeitungsstationen ein Abzieher
zum Abziehen der Packungsmäntel von einem der Dorne ist. Auch das Aufschieben und
Abziehen der Packungsmäntel kann nur erfolgen, wenn das Dornrad stillsteht. Eine derartige
- asynchrone - Bewegung lässt sich mit mechanisch gekoppelten Antrieben nur aufwändig
umsetzen. Ein weiterer Vorteil eines mechanisch entkoppelten Antriebs liegt darin,
dass aufgrund des Entfalls einiger mechanischer Bauteile die Erreichbarkeit bzw. die
Zugänglichkeit des Aufschiebers/Abziehers verbessert wird. Dies ist insbesondere beim
Service oder bei der Überprüfung des Aktivierungsbildes oder auch beim Entfernen einer
fehlerhaften oder eingeklemmten Verpackung hilfreich. Durch eine bessere Erreichbarkeit
bzw. Zugänglichkeit wird auch die Verletzungsgefahr verringert, die beispielsweise
aufgrund der Nähe zu heißen Komponenten (z.B. Bodenheizung) besteht.
[0027] Gemäß einer weiteren Ausbildung der Vorrichtung ist vorgesehen, dass das Dornrad
wenigstens zwei, insbesondere wenigstens vier Dorngruppen umfasst. Nach einer weiteren
Ausgestaltung der Vorrichtung ist vorgesehen, dass jede Dorngruppe wenigstens vier
Dorne, insbesondere wenigstens sechs Dorne umfasst. Durch eine größere Anzahl an Dorngruppen
können mehrere Linien von Packungsmänteln gleichzeitig bearbeitet werden. Durch eine
größere Anzahl von Dornen pro Dorngruppe kann eine größere Anzahl von Bearbeitungsschritten
an den Packungsmänteln durchgeführt werden.
[0028] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung sieht vor, dass als Dornradantrieb eine Antriebseinheit
eingesetzt wird, die einen Elektromotor und ein Getriebe umfasst. Alternativ hierzu
ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass als Dornradantrieb ein Direktantrieb eingesetzt
wird. Erfindungsgemäß ist zusätzlich vorgesehen, dass als Antrieb wenigstens einer
Bearbeitungsstation eine Antriebseinheit eingesetzt wird, die einen Elektromotor und
ein Getriebe umfasst. Alternativ hierzu ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass als Antrieb
wenigstens einer Bearbeitungsstation ein Direktantrieb eingesetzt wird.
[0029] An die eingesetzten Antriebe werden hohe Anforderungen gestellt. Insbesondere müssen
die Antriebe dazu geeignet sein, zu einem vorbestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Drehstellung
einzunehmen und diese Drehstellung auch unter Last sehr genau einzuhalten. Die Einhaltung
bestimmter Winkellagen wird bei mechanisch gekoppelten Antrieben beispielsweise durch
einen Zahnriemen geleistet. Versuche haben ergeben, dass insbesondere Antriebe mit
einem geringen Verdrehspiel und einer hohen Verdrehsteifigkeit geeignet sind.
[0030] Vorzugsweise weist die Antriebseinheit oder der Direktantrieb gemeinsam mit dem davon
angetriebenen Dornrad bzw. gemeinsam mit der davon angetriebenen Bearbeitungsstation
eine Verdrehsteifigkeit von ≥ 450 Nm/arcmin, von ≥ 500 Nm/arcmin, von ≥ 550 Nm/arcmin,
von ≥ 600 Nm/arcmin oder von ≥ 650 Nm/arcmin auf. Die Verdrehsteifigkeit bezieht sich
also nicht auf die Antriebseinheit oder den Direktantrieb allein; sie bezieht sich
stattdessen auf das jeweilige System aus Antriebseinheit bzw. Direktantrieb und davon
angetriebener Komponente.
[0031] Bevorzugt weist die Antriebseinheit oder der Direktantrieb gemeinsam mit dem davon
angetriebenen Dornrad bzw. gemeinsam mit der davon angetriebenen Bearbeitungsstation
ein Verdrehspiel ≤ 5 arcmin, von ≤ 3 arcmin oder von ≤ 1 arcmin auf. Besonders bevorzugt
wird ein Verdrehspiel von 0 arcmin (spielfrei). Die Verdrehsteifigkeit bezieht sich
also nicht auf die Antriebseinheit oder den Direktantrieb allein; sie bezieht sich
stattdessen auf das jeweilige System aus Antriebseinheit bzw. Direktantrieb und davon
angetriebener Komponente.
[0032] Vorzugsweise weist die Antriebseinheit oder der Direktantrieb gemeinsam mit dem davon
angetriebenen Dornrad bzw. gemeinsam mit der davon angetriebenen Bearbeitungsstation
eine Kippsteifigkeit von ≥ 850 Nm/arcmin, von ≥ 1000 Nm/arcmin, von ≥ 1200 Nm/arcmin
oder von ≥ 1300 Nm/arcmin auf. Die Kippsteifigkeit bezieht sich also nicht auf die
Antriebseinheit oder den Direktantrieb allein; sie bezieht sich stattdessen auf das
jeweilige System aus Antriebseinheit bzw. Direktantrieb und davon angetriebener Komponente.
Durch eine ausreichend hohe Kippsteifigkeit zwischen Motor und der daran angeschlossenen
Komponente wird eine Taumelbewegung vermieden.
[0033] Anstelle einer Einheit aus Elektromotor und (vorzugsweise spielfreiem) Getriebe kann
auch ein Direktantrieb -also ein Elektromotor ohne separates Getriebe - eingesetzt
werden, beispielsweise ein Hohlwellen-Direktantrieb. Alternativ hierzu kann als Direktantrieb
ein Torquemotor ohne Getriebe eingesetzt werden. Direktantriebe zeichnen sich durch
die Eigenschaft aus, direkt - also ohne zwischengeschaltetes Getriebe - an der Welle
der anzutreibenden Komponente montiert werden zu können. Der Verzicht auf ein Getriebe
hat den Vorteil einer kompakten, besonders spielarmen oder sogar spielfreien Bauweise.
[0034] Bei der aus dem Stand der Technik bekannten - mechanisch gekoppelten - Bauweise gestaltet
sich die Positionsregelung des Elektromotors schwierig, da das Massenträgheitsmoment
des anzutreibenden Systems nicht konstant ist, sondern zeitveränderlich ist. Dies
liegt beispielsweise an der Überlagerung von mehreren komplexen dynamischen Prozessen
mit ungleichförmig übersetzten Mechanismen.
[0035] Bei einer hier vorgeschlagenen - mechanisch entkoppelten - Bauweise erfolgt die Positionsregelung
des Elektromotors hingegen durch eine Momentenvorsteuerung, also durch Vorgabe der
sich aus der Berechnung ergebenden Massenträgheitsmomente. Konkret wird vorgeschlagen,
dass die Vorrichtung bzw. deren Antrieb eine Steuerung aufweist, in der wenigstens
ein zeitlicher Verlauf eines Massenträgheitsmoments gespeichert ist. Jeder Antrieb
kann eine eigene Steuerung aufweisen; es kann hingegen auch eine gemeinsame Steuerung
für mehrere Antriebe vorgesehen sein.
[0036] Bisher befürchtete man so genannten Schleppfehler, die im Verlauf der Produktionsdauer
eine Verschlechterung der Synchronität bewirken. Um dies zu vermeiden, kann vorgesehen
sein, dass die bewegten Massen - vorzugsweise auf ihrer Rückbewegung aus der Arbeitsposition
- einen Referenzpunkt durchlaufen. Auf diese Weise können auftretende Abweichungen
ausgeglichen werden. Durch eine Vorsteuerung der Geschwindigkeit und/oder des Momentes
können derartige Schleppfehler ebenfalls vermieden werden.
[0037] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer lediglich ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
darstellenden Zeichnung erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1:
- eine aus dem Stand der Technik bekannte Vorrichtung zur Herstellung von Verpackungen
mit einem Dornrad in schematischer Darstellung, und
- Fig. 2:
- eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung von Verpackungen mit einem Dornrad
in schematischer Darstellung.
[0038] Fig. 1 zeigt eine aus dem Stand der Technik bekannte Vorrichtung 1 zur Herstellung
von Verpackungen mit einem Dornrad 2 in schematischer Darstellung. Zunächst werden
flache Rohlinge 3 in ein Magazin 4 eingeführt und anschließend in einer Auffalteinrichtung
5 zu Packungsmänteln 6 aufgefaltet. Die Vorrichtung 1 umfasst ein Dornrad 2 mit einer
Dornradwelle 7 mit einer Mittelachse 8. An der Dornradwelle 7 sind sechs Dorne 9 befestigt.
Die sechs in Fig. 1 gezeigten Dorne 9 bilden eine Dorngruppe, deren Dorne 9 in einer
Ebene senkrecht zur Mittelachse 8 der Dornradwelle 7 angeordnet sind. Das Dornrad
2 kann taktweise gegen den Uhrzeigersinn (dargestellt durch einen Pfeil) weiterbewegt
werden und dabei in sechs verschiedenen Dornradstellungen I-VI angehalten werden.
In den Dornradstellungen I - V ist vor dem Ende der Dorne 9 jeweils eine Bearbeitungsstation
B1-B5 angeordnet, an denen die Packungsmäntel 6 in ihren Endbereichen 10 - beispielsweise
in ihren Bodenbereichen - bearbeitet werden sollen.
[0039] Die in Fig. 1 gezeigte Vorrichtung 1 weist zudem einen Dornradantrieb 11 zum Antrieb
der Dornradwelle 7 auf. Der Dornradantrieb 11 ist mechanisch mit der Dornradwelle
7 gekoppelt, beispielsweise über einen Zahnriemen 12. Der Dornradantrieb 11 treibt
nicht nur die Dornradwelle 7 an, sondern er treibt auch die Bearbeitungsstationen
B1-B5 an. Hierzu ist der Dornradantrieb 11 mechanisch mit jedem der Bearbeitungsstationen
B1-B5 gekoppelt, beispielsweise über (in Fig. 1 nur schematisch dargestellte) Zahnriemen
12 und/oder andere geeignete Kopplungselemente wie Wellen, Zahnräder und dergleichen.
[0040] In Fig. 2 ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung 1' zur Herstellung von Verpackungen
mit einem Dornrad 2 in schematischer Darstellung gezeigt. Diejenigen Bereiche der
Vorrichtung 1', die bereits im Zusammenhang mit Fig. 1 beschrieben wurden, sind in
Fig. 2 mit entsprechenden Bezugszeichen versehen. Ein wesentlicher Unterschied zu
der aus dem Stand der Technik bekannten Vorrichtung 1 (Fig. 1) liegt darin, dass die
erfindungsgemäße Vorrichtung 1' ein anderes Antriebskonzept aufweist. Insbesondere
ist bei der in Fig. 2 gezeigten Vorrichtung vorgesehen, dass jede Bearbeitungsstation
B1-B1 einen eigenen Antrieb A1 bis A5 aufweist und dass der Dornradantrieb 11 von
den von den Antrieben A1-A5 aller Bearbeitungsstationen B1-B5 mechanisch entkoppelt
ist.
[0041] Anhand der in Fig. 2 gezeigten Vorrichtung 1 soll beispielhaft die Herstellung einer
(einseitig offenen) Verpackung dargestellt werden. Zunächst werden die bereits aufgefalteten
Packungsmäntel 6 von der ersten Bearbeitungsstation, bei der es sich um einen Aufschieber
B1 handelt, aus der Auffalteinrichtung 5 entnommen und auf denjenigen Dorn 9 aufgeschoben,
der sich in der Dornradstellung I befindet. Der Aufschieber B1 wird hierzu von einem
eigenen Antrieb A1 angetrieben, der mechanisch von dem Dornradantrieb 11 (und den
anderen Antrieben A2, A3, A4, A5) entkoppelt ist.
[0042] Im Anschluss daran wird das Dornrad 2 von der Dornradstellung I in die Dornradstellung
II gedreht. Die Dornradwelle 7 des Dornrads 2 wird hierzu von dem Dornradantrieb 11
angetrieben, der mechanisch von den Antrieben A1-A5 aller Bearbeitungsstationen B1-B5
mechanisch entkoppelt ist.
[0043] In der zweiten Dornradstellung II werden die Packungsmäntel 6 von der zweiten Bearbeitungsstation,
bei der es sich um eine Heizeinheit B2 handelt, in ihren Endbereichen 10 erhitzt.
Die Heizeinheit B2 wird hierzu von einem eigenen Antrieb A2 bewegt, der mechanisch
von dem Dornradantrieb 11 (und den anderen Antrieben A1, A3, A4, A5) entkoppelt ist.
[0044] Anschließend wird das Dornrad 2 von der Dornradstellung II in die Dornradstellung
III gedreht. Die Dornradwelle 7 des Dornrads 2 wird hierzu wiederum von dem Dornradantrieb
11 angetrieben, der mechanisch von den Antrieben A1-A5 aller Bearbeitungsstationen
B1-B5 mechanisch entkoppelt ist.
[0045] In der dritten Dornradstellung III erfolgt die Faltung der Endbereiche 10 der Packungsmäntel
6 durch die dritte Bearbeitungsstation, bei der es sich um eine Falteinheit B3 handelt.
Insbesondere kann es sich um einen Längsfalter (Faltbewegung in Umfangsrichtung des
Dornrads 2) oder um einen Querfalter (Faltbewegung in Richtung der Mittelachse 8 des
Dornrads 2) handeln. Die Falteinheit B3 wird hierzu von einem eigenen Antrieb A3 bewegt,
der mechanisch von dem Dornradantrieb 11 (und den anderen Antrieben A1, A2, A4, A5)
entkoppelt ist.
[0046] Im Anschluss daran wird das Dornrad 2 von der Dornradstellung III in die Dornradstellung
IV gedreht. Die Dornradwelle 7 des Dornrads 2 wird hierzu wiederum von dem Dornradantrieb
11 angetrieben, der mechanisch von den Antrieben A1-A5 aller Bearbeitungsstationen
B1-B5 mechanisch entkoppelt ist.
[0047] In der vierten Dornradstellung IV erfolgt das Verpressen der Endbereiche 10 der Packungsmäntel
6 durch die vierte Bearbeitungsstation, bei der es sich um eine Presse B4 handelt,
die auch als "Bodenpresse" bezeichnet wird. Die Presse B4 wird hierzu von einem eigenen
Antrieb A4 bewegt, der mechanisch von dem Dornradantrieb 11 (und den anderen Antrieben
A1, A2, A3, A5) entkoppelt ist.
[0048] Anschließend wird das Dornrad 2 von der Dornradstellung IV in die Dornradstellung
V gedreht. Die Dornradwelle 7 des Dornrads 2 wird hierzu wiederum von dem Dornradantrieb
11 angetrieben, der mechanisch von den Antrieben A1-A5 aller Bearbeitungsstationen
B1-B5 mechanisch entkoppelt ist.
[0049] In der fünften Dornradstellung V werden die Packungsmäntel 6 durch die fünfte Bearbeitungsstation,
bei der es sich um einen Abzieher B5 handelt, von dem Dorn 9 abgezogen, um weiteren
- nicht mehr auf der Vorrichtung 1' stattfindenden Bearbeitungsschritten zugeführt
werden zu können. Der Abzieher B5 wird hierzu von einem eigenen Antrieb A5 bewegt,
der mechanisch von dem Dornradantrieb 11 (und den anderen Antrieben A1, A2, A3, A4)
entkoppelt ist.
[0050] Nachdem die Packungsmäntel 6 die Bearbeitungsstationen B1 bis B6 durchlaufen haben,
sind die Packungsmäntel 6 einseitig (z.B. im Bereich des Bodens) verschlossen und
können in anschließenden Arbeitsschritten befüllt und von der anderen Seite (z.B.
im Bereich des Giebels) verschlossen werden.
Bezugszeichenliste:
[0051]
- 1, 1':
- Vorrichtung
- 2:
- Dornrad
- 3:
- Rohling
- 4:
- Magazin
- 5:
- Auffalteinrichtung
- 6:
- Packungsmantel
- 7:
- Dornradwelle
- 8:
- Mittelachse
- 9:
- Dorn
- 10:
- Endbereich (des Packungsmantels 6)
- 11:
- Dornradantrieb
- 12:
- Zahnriemen
- A1-A5:
- Antrieb (einer Bearbeitungsstation B1-B1)
- B1-B5:
- Bearbeitungsstation
- B1:
- Aufschieber
- B2:
- Heizeinheit
- B3:
- Falteinheit
- B4:
- Presse
- B5:
- Abzieher
- I-VI:
- Dornradstellung
1. Vorrichtung (1') zur Herstellung von Verpackungen, insbesondere zur Bearbeitung von
Packungsmänteln (6), umfassend:
- ein Dornrad (2) mit einer Dornradwelle (7) mit einer Mittelachse (8),
- mehrere an der Dornradwelle (7) befestigte Dorne (9),
- wobei die Dorne (9) wenigstens eine Dorngruppe bilden, deren Dorne (9) in einer
Ebene senkrecht zur Mittelachse (8) der Dornradwelle (7) angeordnet sind,
- wenigstens eine erste an dem Dornrad (2) angeordnete Bearbeitungsstation (B1-B5)
mit einem Antrieb (A1-A5),
- eine zweite an dem Dornrad (2) angeordnete Bearbeitungsstation (B1-B5) mit einem
Antrieb (A1-A5),
- wobei eine der Bearbeitungsstationen (B1-B5) eine Presse ist und eine der Bearbeitungsstationen
eine Falteinrichtung (B3) ist, und
- einen Dornradantrieb (11) zum Antrieb der Dornradwelle (7),
- wobei der Dornradantrieb (11) von den beiden Antrieben (A1-A5) der wenigstens zwei
Bearbeitungsstationen (B1-B5) mechanisch entkoppelt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- als Antrieb wenigstens einer Bearbeitungsstation (B1-B5) eine Antriebseinheit eingesetzt
wird, die einen Elektromotor und ein Getriebe umfasst oder als Antrieb wenigstens
einer Bearbeitungsstation (B1-B5) ein Direktantrieb, also ein Elektromotor ohne separates
Getriebe, eingesetzt wird, dass
- als Dornradantrieb (11) eine Antriebseinheit eingesetzt wird, die einen Elektromotor
und ein Getriebe umfasst oder als Dornradantrieb (11) ein Direktantrieb, also ein
Elektromotor ohne separates Getriebe, eingesetzt wird, und dass
- der Antrieb der Vorrichtung eine Steuerung aufweist, in der wenigstens ein zeitlicher
Verlauf eines Massenträgheitsmoments gespeichert ist zur Positionsregelung des Elektromotors
des Dornradantriebs (11) durch eine Momentenvorsteuerung.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
eine dritte an dem Dornrad (2) angeordnete Bearbeitungsstation (B1-B5) mit einem Antrieb
(A1-A5).
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Dornradantrieb (11) von den drei Antrieben (A1-A5) der wenigstens drei Bearbeitungsstationen
(B1-B5) mechanisch entkoppelt ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Dornradantrieb (11) von den Antrieben (A1-A5) aller Bearbeitungsstationen (B1-B5)
mechanisch entkoppelt ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine der Bearbeitungsstationen ein Aufschieber (B1) zum Aufschieben der Packungsmäntel
(6) auf einen der Dorne (9) ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine der Bearbeitungsstationen ein Abzieher (B5) zum Abziehen der Packungsmäntel (6)
von einem der Dorne (9) ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Dornrad (2) wenigstens zwei, insbesondere wenigstens vier Dorngruppen umfasst.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
jede Dorngruppe wenigstens vier Dorne (9), insbesondere wenigstens sechs Dorne (9)
umfasst.
1. Device (1') for producing packaging, in particular for processing package sleeves
(6), comprising:
- a mandrel wheel (2) with a mandrel wheel shaft (7) with a central axis (8),
- a plurality of mandrels (9) fastened to the mandrel wheel shaft (7),
- wherein the mandrels (9) form at least one mandrel group, whose mandrels (9) are
arranged in a plane perpendicular to the central axis (8) of the mandrel wheel shaft
(7),
- a first processing station (B1-B5) which is arranged on the mandrel wheel (2) and
comprises a drive (A1-A5),
- a second processing station (B1-B5) which is arranged on the mandrel wheel (2) and
comprises a drive (A1-A5)
- wherein one of the processing stations (B1-B5) is a press and one of the processing
stations is a folding device (B3), and
- a mandrel wheel drive (11) to drive the mandrel wheel shaft (7),
- wherein the mandrel wheel drive (11) is mechanically uncoupled from both drives
(A1-A5) of the at least two processing stations (B1-B5),
characterised in that
- a drive unit comprising an electric motor and a gearbox is used to drive at least
one processing station (B1-B5), or a direct drive, i.e. an electric motor without
a separate transmission, is used to drive at least one processing station (B1-B5),
that
- a drive unit comprising an electric motor and a transmission is used as the mandrel
wheel drive (11), or a direct drive, i.e. an electric motor without a separate transmission,
is used as the mandrel wheel drive (11), and that
- the drive of the device has a control unit in which at least one time characteristic
of a mass moment of inertia is stored for position control of the electric motor of
the mandrel wheel drive (11) by means of torque pre-control.
2. Device according to claim 1, characterised by a third processing station (B1-B5) which is arranged on the mandrel wheel (2) and
comprises a drive (A1-A5).
3. Device according claim 2, characterised in that the mandrel wheel drive (11) is mechanically uncoupled from the three drives (A1-A5)
of the at least three processing stations (B1-B5).
4. Device according to any one of claims 1 to 3, characterised in that the mandrel wheel drive (11) is mechanically uncoupled from the drives (A1-A5) of
all processing stations (B1-B5).
5. Device according to any one of claims 1 to 4, characterised in that one of the processing stations is a push-on device (B1) to push the package sleeves
(6) onto one of the mandrels (9).
6. Device according to any one of claims 1 to 5, characterised in that one of the processing stations is a pull-off device (B5) to pull off the package
sleeves (6) from one of the mandrels (9).
7. Device according to any one of claims 1 to 6, characterised in that the mandrel wheel (2) comprises at least two, in particular at least four mandrel
groups.
8. Device according to any one of claims 1 to 7, characterised in that each mandrel group comprises at least four mandrels (9), in particular at least six
mandrels (9).
1. Dispositif (1') de fabrication d'emballages, en particulier d'usinage des enveloppes
d'emballage (6), comprenant :
- une roue de mandrin (2) comportant un arbre de roue de mandrin (7) doté d'un axe
central (8),
- une pluralité de mandrins (9) fixés à l'arbre de roue de mandrin (7),
- les mandrins (9) formant au moins un groupe de mandrins dont les mandrins (9) sont
disposés dans un plan perpendiculairement à l'axe central (8) de l'arbre de roue de
mandrin (7),
- au moins une première station d'usinage (B1-B5) disposée sur la roue de mandrin
(2) dotée d'un entraînement (A1-A5),
- une deuxième station d'usinage (B1-B5) disposée sur la roue de mandrin (2) dotée
d'un entraînement (A1-A5),
- l'une des stations d'usinage (B1-B5) étant une presse et l'autre station d'usinage
étant un dispositif de pliage (B3), et
- un entraînement de roue de mandrin (11) pour l'entraînement de l'arbre de roue de
mandrin (7),
- l'entraînement de roue de mandrin (11) étant découplé mécaniquement des deux entraînements
(A1-A5) des au moins deux stations d'usinage (B1-B5),
caractérisée en ce que
- l'on utilise comme entraînement d'une station d'usinage (B1-B5) une unité d'entraînement
qui comporte un moteur électrique et un engrenage ou l'on utilise comme entraînement
d'une station d'usinage (B1-B5) un entraînement direct, c'est-à-dire un moteur électrique
sans engrenages séparés, et en ce que
- l'on utilise comme entraînement de roue de mandrin (11) une unité d'entraînement
comportant un moteur électrique et un engrenage ou l'on utilise comme entraînement
de roue de mandrin (11) un entraînement direct, c'est-à-dire un moteur électrique
sans engrenages séparés, et en ce que
- l'entraînement du dispositif présente une commande dans laquelle au moins une courbe
temporelle d'un moment d'inertie de masse est mémorisée pour la régulation de la position
du moteur électrique de l'entraînement de roue de mandrin (11) par l'intermédiaire
d'un asservissement de couple.
2. Dispositif selon la revendication 1,
caractérisé par
un troisième station d'usinage (B1-B5) disposée sur la roue de mandrin (2) dotée d'un
entraînement (A1-A5).
3. Dispositif selon la revendication 2,
caractérisée en ce que
l'entraînement de roue de mandrin (11) est découplé mécaniquement des trois entraînements
(A1-A5) des au moins trois stations d'usinage (B1-B5).
4. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisée en ce que
l'entraînement de roue de mandrin (11) est découplé mécaniquement des entraînements
(A1-A5) de toutes les stations d'usinage (B1-B5).
5. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 4,
caractérisée en ce que
l'une des stations d'usinage est un poussoir (B1) destiné à pousser les enveloppes
d'emballage (6) sur l'un des mandrins (9).
6. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 5,
caractérisée en ce que
l'une des stations d'usinage est un extracteur (B5) destiné à extraire les enveloppes
d'emballage (6) de l'un des mandrins (9).
7. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 6,
caractérisée en ce que
la roue de mandrin (2) comporte au moins deux, en particulier au moins quatre groupes
de mandrins.
8. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 7,
caractérisée en ce que
chaque groupe de mandrins comprend au moins quatre mandrins (9), en particulier au
moins six mandrins (9).