(19)
(11) EP 3 649 285 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
08.09.2021  Patentblatt  2021/36

(21) Anmeldenummer: 17736950.1

(22) Anmeldetag:  07.07.2017
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D06F 95/00(2006.01)
A41D 15/04(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2017/067121
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2019/007534 (10.01.2019 Gazette  2019/02)

(54)

TEXTILPRODUKT MIT INTEGRIERTEM WÄSCHEBEUTEL

TEXTILE PRODUCT HAVING AN INTEGRATED LAUNDRY BAG

PRODUIT TEXTILE À SAC À LINGE INTÉGRÉ


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
13.05.2020  Patentblatt  2020/20

(73) Patentinhaber: Nolte, Alexander
10437 Berlin (DE)

(72) Erfinder:
  • SPIES, Oliver
    10119 Berlin (DE)
  • NOLTE, Alexander
    10437 Berlin (DE)

(74) Vertreter: Grättinger Möhring von Poschinger Patentanwälte Partnerschaft mbB 
Wittelsbacherstrasse 2b
82319 Starnberg
82319 Starnberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A1-2009/083777
US-A1- 2007 261 176
DE-U1- 29 910 873
US-A1- 2016 270 460
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kunststofffasern enthaltendes Textilprodukt, insbesondere ein Kunststofffasern enthaltendes Bekleidungsstück.

    [0002] Viele der heutzutage vertriebenen Textilprodukte bzw. Bekleidungsstücke, insbesondere Outdoor-Kleidung oder sonstige aus synthetischen Fasern bestehende Funktionsbekleidung, bestehen zu nicht unwesentlichen Anteilen aus Kunststofffasern. Diese Textilprodukte haben den Nachteil, dass bei ihrer Wäsche Kunststofffasern bzw. Kunststofffaserbruchstücke ausgewaschen bzw. herausgelöst werden, die dann mit dem Abwasser in die Umwelt gelangen. Da es sich bei den ausgewaschenen Kunststofffasern in aller Regel um sehr kleine und kurze Fasern bzw. Faserbruchstücke handelt, sind herkömmliche Abwasserfilter von Waschmaschinen nicht in der Lage, besagte Fasern in nennenswertem Umfang zurückzuhalten. Kläranlagen können zwar einen gewissen Anteil der im Abwasser befindlichen Kunststofffasern zurückhalten, lassen jedoch ebenfalls nach wie vor einen Großteil solcher Fasern passieren, die damit in nicht unerheblichem Umfang zur Verschmutzung der Flüsse und Weltmeere beitragen, wo sie durch die Nahrungsaufnahme von Tieren letztlich wieder in der Nahrungskette landen.

    [0003] Selbstverständlich ist es wünschenswert, dass Waschmaschinen, Kläranlagen, etc. mit geeigneten Mikroplastikfiltern versehen werden, was jedoch offenbar noch nicht flächendeckend möglich ist.

    [0004] Aus der nicht vorveröffentlichten DE 10 2016 100 493 ist es in diesem Zusammenhang bereits bekannt, Kunststofffasern enthaltende Bekleidungstücke in einer Waschmaschine mittels eines speziell ausgestalteten und das Bekleidungsstück aufnehmenden Wäschebeutels zu waschen, wobei der Wäschebeutel als Rückhaltemittel für während des Waschvorgangs aus dem Bekleidungsstück ausgewaschene Kunststofffasern dient. Die während eines Waschvorgang in dem Wäschebeutel angesammelten Kunststofffasern können nach Abschluss des Waschvorgangs aus dem Wäschebeutel entnommen und ordnungsgemäß entsorgt werden, was einen Beitrag zur Reduzierung der Abwasserbelastung durch Kunststofffasern leistet. Allerdings kann dieser umweltschonende Effekt selbstverständlich nur in solchen Haushalten eintreten, die sich aus Umweltschutzgründen für die Anschaffung eines entsprechenden Wäschebeutels entschieden haben.

    [0005] Ferner sind aus dem Stand der Technik, z.B. aus den deutschen Gebrauchsmustern DE 84 04 746 U1, DE 201 04 636 U1 oder dem US-Patent US 4,630,312 bereits Wäschebeutel bzw. Wäschesäcke für die Maschinenwäsche empfindlicher Textilwaren bekannt. Derartige Wäschebeutel dienen als Schutz für darin bei einem Waschvorgang verstaute Kleidungsstücke, wie z.B. BH's, oder als Schutz für sonstige in dem gleichen Waschvorgang mitgewaschenen Textilien, z.B. vor etwaigen Haken an dem während des Waschvorgangs innerhalb des Wäschebeutels verstauten Bekleidungsstück. Umweltschutzaspekte spielen für derartige Wäschebeutel keine Rolle.

    [0006] Die DE 299 10 873 U1 zeigt ein Kunststofffasern enthaltendes Textilprodukt, insbesondere ein Bekleidungsstück in Art einer Jacke oder dergleichen, welches eine integrierte und verschließbare Tasche zur Aufnahme der übrigen Teile des Bekleidungsstücks aufweist. Dadurch wird ein platzsparendes Transportieren der in der Tasche in zusammengefalteten Zustand aufgenommenen Jacke ermöglicht, wobei die Tasche in einem weiteren Aspekt gemäß der DE 299 10 873 U1 U-förmig in Art einer Nackenrolle ausgebildet sein kann. Umweltschutzaspekte spielen dabei ebenfalls keine Rolle.

    [0007] Und schließlich zeigt die US 2007/261176 A1 einen Wäschebeutel zum Waschen von losen Naturfasern, welcher aus einem Kunststoffgewebe mit einer Maschenweite zwischen 0,1 mm und 0,5 mm besteht, wobei auch hier wiederum Aspekte des Umweltschutzes keine Rolle spielen.

    [0008] Vor dem Hintergrund des vorstehend erläuterten Stands der Technik besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, Kunststofffasern enthaltende Textilprodukte bzw. Bekleidungsstücke zu verbessern, dass bei deren Wäsche die Abwasserbelastung mit Kunststofffasern in einer für den Nutzer besonders einfachen und bequemen Weise deutlich reduziert werden kann.

    [0009] Diese Aufgabe wird durch ein Kunststofffasern enthaltendes Textilprodukt nach Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen und der vorliegenden Beschreibung.

    [0010] Das erfindungsgemäße Textilprodukt ist dadurch gekennzeichnet, dass in das Textilprodukt, bei welchem es sich in bevorzugter Weise um ein Bekleidungsstück handeln kann, ein verschließbarer Wäschebeutel integriert ist, welcher aus einem thermofixierten Kunststoffsiebgewebe mit einer mittleren Maschenweite im Bereich zwischen 5 µm und 200 µm hergestellt ist, welcher in seinen Abmessungen zur vollständigen Aufnahme des Bekleidungsstücks geeignet ist und welcher während eines Waschvorgangs mit innerhalb des verschlossenen Wäschebeutels aufgenommenem Textilprodukt als Rückhaltemittel für etwaige aus dem Textilprodukt ausgewaschene Kunststofffasern dient.

    [0011] Dadurch, dass der erfindungsgemäß vorgesehene Wäschebeutel in das Textilprodukt integriert ist, steht der Wäschebeutel in vorteilhafter Weise bei jedem Waschvorgang des betreffenden Textilprodukts zur Verfügung. Das zu waschende Textilprodukt muss somit lediglich in dem in das Textilprodukt integrierten Wäschebeutel verstaut und der Wäschebeutel verschlossen werden, woraufhin der Wäschebeutel samt darin verstautem Textilprodukt in einer Waschmaschine einem umweltschonenden Waschvorgang unterzogen werden kann. Ferner ist vorteilhaft, dass der betreffende Wäschebeutel hinsichtlich seiner Abmessungen, insbesondere seines Volumens, an das hiermit zu waschende Textil angepasst ist, so dass er stets nur (mindestens) so groß zu sein braucht, wie es für das betreffende Textilprodukt zu dessen Aufnahme erforderlich ist. Vorteilhaft kann der Wäschebeutel jedoch auch - mehr oder weniger - geringfügig größer gewählt werden, um während eines Waschvorgangs ggfs. zusätzlich noch ein weiteres Kunststofffasern enthaltendes Textilprodukt / Bekleidungsstück aufnehmen zu können.

    [0012] Im Übrigen erweist es sich als besonders vorteilhaft, dass der Wäschebeutel aus einem thermofixierten Kunststoffsiebgewebe mit einer mittleren Maschenweite im Bereich zwischen 5 µm und 200 µm hergestellt ist. Versuche haben gezeigt, dass mit einem solchen Wäschebeutel einerseits eine zuverlässige Rückhaltewirkung für die aus Textilien ausgewaschenen Kunststofffasern mit einer an beinahe 100% heranreichenden Rückhaltequote erzielbar ist, während andererseits ein gutes Waschergebnis erzielbar ist. Vorteilhaft werden Rückhaltequoten von wenigstens 90 % oder wenigstens 95 % erzielt. Die erfindungsgemäße Verwendung eines thermofixierten Kunststoffsiebgewebes erlaubt die präzise Einstellung der anspruchsgemäßen (mittleren) Maschenweiten, die sich zur effektiven Zurückhaltung der ansonsten in die Umwelt gelangenden Kunststofffasern des Textilprodukts eignen.

    [0013] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung kann dabei die mittlere Maschenweite des Kunststoffsiebgewebes vorteilhaft auch konkret an die in dem betreffenden Textilprodukt verwendeten Kunststofffasern angepasst werden, so dass die Maschenweite des Kunststoffsiebgewebes beispielsweise je nach Art und Dicke der in dem betreffenden Textilprodukt verwendeten Kunststofffasern gewählt werden kann. Somit kann z.B. für Textilprodukte mit besonders feinen Kunststoffasern ein Wäschebeutel mit geringer Maschenweite und für Textilprodukte mit gröberen Fasern ein Wäschebeutel mit größeren Maschenweiten Verwendung finden.

    [0014] Soweit vorstehend davon gesprochen ist, dass der Wäschebeutel in das Textilprodukt integriert ist, so kann er hierfür in besonders bevorzugter Weise auf geeignete Weise dauerhaft in oder an dem Textilstück befestigt, insbesondere daran vernäht, sein, wobei unter Umständen auch eine lösbare Befestigung mittels geeigneter Befestigungsmittel (Reißverschluss, Druckknöpfe, etc.) in Frage kommt, falls der Wäschebeutel bei Bedarf (z.B. um auch separat zum Waschen von anderen Bekleidungsstücken genutzt zu werden) von dem Textilstück abnehmbar sein soll.

    [0015] Zur Effektivität der vorliegenden Erfindung trägt bei, dass während des Waschvorgangs in einer Waschmaschine im unregelmäßigen Wechsel von außen und innen Wasserdruck auf den Wäschebeutel einwirkt. Durch die besonders glatte Oberfläche eines thermofixierten Kunststoffsiebgewebes werden an der Beutelinnenfläche abgelagerte Faserstücke durch das hin- und herströmende Wasser zurückgespült, wodurch Filterkuchenbildung verhindert wird. Dies vermindert den entstehenden Staudruck, hält das als Filter fungierende Beutelmaterial sauber und gewährleistet eine hohe Filterleistung.

    [0016] In zweckmäßiger Ausgestaltung der Erfindung ist der Wäschebeutel an einer derart unauffälligen Stelle des Textilprodukts bzw. Bekleidungsstücks angeordnet, dass er bei bestimmungsgemäßer Benutzung des Textilprodukts bzw. Bekleidungsstücks nicht zu erkennen ist und somit Dritten nicht auffällt.

    [0017] Bei Bekleidungsstücken bietet es sich hierfür bevorzugt an, dass der Wäschebeutel an einer Innenseite des Bekleidungsstücks, in oder an einem Innenfutter oder im Bereich eines Kragens des Bekleidungsstücks angeordnet ist.

    [0018] Weiterhin kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung vorteilhaft vorgesehen sein, dass der Wäschebeutel einen zu einer Innen- oder Außenseite des Bekleidungsstücks weisenden Reißverschluss aufweist, durch welchen hindurch das Bekleidungsstück bei geöffnetem Reißverschluss in den Innenraum des Wäschebeutels hinein umgestülpt werden kann und mittels welchem der Wäschebeutel bei darin aufgenommenem Bekleidungsstück verschlossen werden kann. Dies erweist sich als praktisch in der Handhabung des erfindungsgemäßen Wäschebeutels. Weiterhin kann der Wäschebeutel bei einem entsprechend ausgestalteten Bekleidungsstück dann ggfs. auch beim Nutzen / Tragen des Bekleidungsstücks in Art einer mittels des Reißverschlusses verschließbaren Tasche genutzt werden.

    [0019] In bevorzugter Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung liegt die mittlere Maschenweite des für den Wäschebeutel verwendeten Gewebes im Bereich zwischen 5 µm und 100 µm, insbesondere bei etwa 50 - 80 µm, was die Effektivität der beabsichtigten Filterwirkung bei gleichzeitiger Erhaltung eines guten Waschresultates optimiert.

    [0020] Für das erfindungsgemäß zu verwendende Kunststoffsiebgewebe wird bevorzugt auf ein thermofixiertes Polyamid, insbesondere Polyamid 6.6 (PA 6.6), zurückgegriffen. Hierdurch lässt sich insbesondere eine Dauertemperaturbeständigkeit von 100°C (nass) erzielen, die für den vorliegenden Zweck bestens geeignet ist. Selbstverständlich können im Rahmen der vorliegenden Erfindung jedoch auch andere Materialien Verwendung finden, sofern diese unter den bei (insbesondere maschinellen) Waschvorgängen üblichen Umgebungsbedingen hinreichend stabil sind.

    [0021] Ferner ist die Verwendung eines monofilen Gewebes von Vorteil, welches im Übrigen einlagig verwendet werden kann. Als für die vorliegende Erfindung besonders geeignet erwiesen hat sich Verwendung eines einlagigen, monofilen Siebgewebes aus PA 6.6 mit einer Gewebedicke von ca. 80 µm, einer Maschenweite von Kette und Schuß von jeweils 50 µm mit einer Toleranz von nur +/- 10% und einer offenen Siebfläche von 27%.

    [0022] Soweit weiter oben davon gesprochen wurde, dass der Wäschebeutel auf geeignete Weise verschließbar ist, so sollte auch der Verschluss des Wäschebeutels selbstverständlich die Rückhaltefunktion unterstützen und somit für die in Rede stehenden Kunststofffasern mit Längen in der Größenordnung von 100 µm (oder kleiner) zumindest weitgehend undurchlässig sein.

    [0023] Von Vorteil ist insofern, wenn der Wäschebeutel mit einem ebenfalls die Kunststofffasern zurückhaltenden Verschluss, insbesondere einem geeignet feinen (vorteilhaft im Wesentlichen wasserdichten) und/oder ggfs. durch eine Schicht aus dem Beutelmaterial verdeckten Reißverschluss verschließbar ist.

    [0024] Als geeigneter Verschluss kann jedoch auch vorgesehen sein, dass eine randseitig am Wäschebeutel vorgesehene Öffnung nach Aufnahme des bzw. der zu waschenden Textilien verschlossen wird, indem der Wäschebeutel im Bereich seiner Öffnung eingerollt und anschließend - insbesondere mittels geeigneter Verschlusselemente (z.B. mittels an einer Verstärkung des Wäschebeutels angeordneter Druckknöpfe oder eines dort vorgesehenen Reißverschlusses) - in der eingerollten Stellung fixiert wird. Hierdurch kann das im Bereich der Öffnung eingerollte Beutelmaterial in einer Art Labyrinthdichtung einen Austritt der zurückzuhaltenden Kunststofffasern aus dem Wäschebeutel verhindern.

    [0025] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Abbildungen näher erläutert. Dabei zeigen die
    Fig. 1 - 3
    drei Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Textilprodukts mit darin bzw. daran auf verschiedene Weise integriertem Wäschebeutel.


    [0026] Fig. 1 zeigt in den beiden oberen dort enthaltenen Ansichten ein Kunststoffasern enthaltendes Textilprodukt 1 in Art eines Bekleidungsstücks, nämlich eines Fleece-Pullovers, mit einem darin integrierten Wäschebeutel 2 in Frontalansicht, wobei der Wäschebeutel 2 mittels eines an der vorderen Außenseite des Fleece-Pullovers angeordneten Reißverschlusses 3, welcher Quer auf Höhe des Brustbereichs verläuft, verschließbar ist.

    [0027] In der linken Darstellung ist durch eine gestrichelte Linie angedeutet, dass der Wäschebeutel 2 versteckt an der in der gegebenen Darstellung nicht erkennbaren Innenseite des Fleece-Pullovers angeordnet ist. Wenn der Reißverschluss 3 geöffnet ist, dann kann der Wäschebeutel 2, wie in der rechts oberen Ansicht dargestellt, durch die Reißverschlussöffnung herausgestülpt werden.

    [0028] Der Wäschebeutel 2 ist an seiner Außenumrandung, auch im Bereich des Reißverschlusses 3, an welchem er dauerhaft vernäht ist, mit einer randseitigen Verstärkung 4 versehen und ansonsten, wie bereits weiter oben erläutert, vorteilhaft aus einem thermofixierten Kunststoffsiebgewebe aus Polyamid (PA 6.6) mit einer mittleren Maschenweite im Bereich zwischen 5 µm und 200 µm, vorteilhaft im Bereich zwischen 5 µm und 100 µm hergestellt. Auch der Reißverschluss 3 ist zur Rückhaltung von Kunststofffasern in einem Größenbereich von etwa 100 µm eingerichtet.

    [0029] Ausgehend von der in Fig. 1 rechts oben dargestellten Konfiguration kann der Fleece-Pullover dann - wie in Fig. 1 links unten dargestellt - in den Wäschebeutel hineingesteckt werden, bis er schließlich vollständig darin aufgenommen ist (vgl. die Ansicht in Fig. 1 rechts unten). Nach Schließen des Reißverschlusses 3 kann dann der das (übrige) Textilprodukt 1 beinhaltende Wäschebeutel 2 in eine Waschmaschine gegeben und so umweltschonend gewaschen werden. Die während des Waschvorgangs aus dem Textilprodukt 1 ausgewaschenen Kunststofffasern bzw. Kunststofffaserbruchstücke bleiben in dem als Rückhaltemittel für die Fasern dienenden Wäschebeutel 3 und können nach Abschluss des Waschvorgangs aus dem Wäschebeutel 2 entnommen und fachgerecht entsorgt werden, ohne dass diese das Abwasser belasten.

    [0030] Fig. 2 zeigt in den beiden oberen Darstellungen ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Textilprodukts 1 in Art einer Jacke 1 in Front- und Rückansicht, bei welcher an der inneren Rückseite der Jacke in erfindungsgemäßer Weise ein während eines Waschvorgangs die Jacke vollständig aufnehmender und als Rückhaltemittel für Kunststofffasern dienender Wäschebeutel 2 der bereits beschriebenen Art eingenäht oder - ggfs. abnehmbar - befestigt ist, wie durch die gestrichelte Linie in der rechts oben dargestellten Rückansicht von Fig. 2 angedeutet.

    [0031] Die beiden unteren Ansichten von Fig. 2 veranschaulichen wieder, wie bereits bei dem Ausführungsbeispiel aus Fig. 1, dass die Jacke für einen umweltschonenden Waschvorgang nach Öffnung eines an dem Wäschebeutel 2 vorgesehenen Reißverschlusses 3 vollständig in dem Wäschebeute12 aufgenommen werden kann.

    [0032] Fig. 3 zeigt schließlich noch in den beiden dort oberen Darstellungen ein drittes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Textilprodukts 1 in Art einer (Kunststofffasern enthaltenden) Jacke in Front- und Rückansicht mit integriertem Wäschebeutel 2, wobei hier der Wäschebeutel 2 in einer z.B. für Kapuzen bekannten Weise im Bereich des Kragens 5 und eines dort vorgesehenen Reißverschlusses 3 eingerollt verstaut ist. Auch hier kann - vergleichbar zu der Variante aus Fig. 1 - der Wäschebeutel 2 nach Öffnen des Reißverschlusses 3 aus dem Kragen 5 herausgestülpt und anschließend die Jacke gemäß Pfeil P in der unteren Darstellung aus Fig. 3 durch die Reißverschlussöffnung 6 in den Wäschebeutel 2 hineingestülpt werden.


    Ansprüche

    1. Kunststofffasern enthaltendes Textilprodukt (1), insbesondere Bekleidungsstück,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass in das Textilprodukt (1) ein verschließbarer Wäschebeutel (2) integriert ist, welcher aus einem thermofixierten Kunststoffsiebgewebe mit einer mittleren Maschenweite im Bereich zwischen 5 µm und 200 µm hergestellt ist, welcher in seinen Abmessungen zur vollständigen Aufnahme des Textilprodukts (1) geeignet ist und welcher während eines Waschvorgangs mit innerhalb des verschlossenen Wäschebeutels (2) aufgenommenem Textilprodukt als Rückhaltemittel für etwaige aus dem Textilprodukt (1) ausgewaschene Kunststofffasern dient.


     
    2. Textilprodukt (1) nach Anspruch 1, wobei der Wäschebeutel (2) dauerhaft in oder an dem Textilprodukt (1) befestigt, insbesondere daran vernäht, ist.
     
    3. Textilprodukt (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Wäschebeutel (2) an einer derart unauffälligen Stelle des Textilprodukts (1) angeordnet, dass er bei bestimmungsgemäßer Benutzung des Textilprodukts (1) nicht zu erkennen ist.
     
    4. Textilprodukt (1) nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, wobei es sich bei dem Textilprodukt (1) um ein Bekleidungsstück handelt und dass der Wäschebeutel (2) an einer Innenseite des Bekleidungsstücks, in oder an einem Innenfutter oder im Bereich eines Kragens (5) des Bekleidungsstücks angeordnet ist.
     
    5. Textilprodukt (1) nach Anspruch 4, wobei der Wäschebeutel (2) einen zu einer Innen- oder Außenseite des Bekleidungsstücks weisenden Reißverschluss (3) aufweist, durch welchen hindurch das Bekleidungsstück bei geöffnetem Reißverschluss (3) in den Innenraum des Wäschebeutels (2) hinein umgestülpt werden kann und mittels welchem der Wäschebeutel (2) bei darin aufgenommenem Bekleidungsstück verschlossen werden kann.
     
    6. Textilprodukt (1) nach Anspruch 1, wobei die mittlere Maschenweite im Bereich zwischen 5µm und 100 µm, insbesondere bei etwa 50 - 80 µm, liegt.
     
    7. Textilprodukt (1) nach Anspruch 1, wobei das Kunststoffsiebgewebe ein thermofixiertes Polyamid, insbesondere Polyamid 6.6 ist.
     
    8. Textilprodukt (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Kunststoffsiebgewebe ein monofiles Gewebe ist.
     
    9. Textilprodukt (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Wäschebeutel (2) mit einem Kunststofffasern zurückhaltenden Verschluss, insbesondere einem Reißverschluss, verschließbar ist.
     


    Claims

    1. Textile product (1) containing synthetic fibres, in particular item of clothing,
    characterized in that
    a closeable wash bag (2) is integrated into the textile product (1), which bag is made from a thermoset plastic screen fabric having an average mesh width in the range of 5 µm to 200 µm, which is suitable in its dimensions for completely containing the textile product (1) and which during a washing operation with the textile product contained within the closed wash bag (2) serves as a retaining means for synthetic fibres washed out of the textile product (1).
     
    2. Textile product (1) according to Claim 1, wherein the wash bag (2) is permanently attached in or to the textile product (1), in particular is sewn into it.
     
    3. Textile product (1) according to one of the preceding claims, wherein the wash bag (2) is arranged on such an inconspicuous part of the textile product (1) that it cannot be seen when the textile product (1) is used as intended.
     
    4. Textile product (1) according to Claim 1 or Claim 2, wherein the textile product (1) is an item of clothing and in that the wash bag (2) is arranged on an inner side of the item of clothing, in or on an inner lining or in the area of a collar (5) of the item of clothing.
     
    5. Textile product (1) according to Claim 4, wherein the wash bag (2) has a zip (3) facing an inner or outer side of the item of clothing, through which the item of clothing can be transferred to the inside of the wash bag (2) when the zip (3) is open and by means of which the wash bag (2) can be closed when the item of clothing is contained inside.
     
    6. Textile product (1) according to Claim 1, wherein the average mesh width is in the range of 5 µm to 100 µm, in particular approximately 50 - 80 µm.
     
    7. Textile product (1) according to Claim 1, wherein the plastic screen fabric is a thermoset polyamide, in particular polyamide 6.6.
     
    8. Textile product (1) according to one of the preceding claims, wherein the plastic screen fabric is a monofilament fabric.
     
    9. Textile product (1) according to one of the preceding claims, wherein the wash bag (2) can be closed with a closure retaining synthetic fibres, in particular with a zip.
     


    Revendications

    1. Produit textile contenant des fibres synthétiques (1), en particulier pièce de vêtement,
    caractérisé en ce qu'
    un sac de linge fermable (2) est intégré dans le produit textile (1), lequel est fabriqué à partir d'un tissu de tamisage thermofixé avec une largeur de maille moyenne se situant entre 5 µm et 200 µm, lequel convient dans ses dimensions à la réception complète du produit textile (1) et lequel sert, pendant une opération de lavage avec le produit textile logé à l'intérieur du sac de linge (2) fermé, de moyen de retenue pour des fibres synthétiques éventuelles enlevées par lavage du produit textile (1).
     
    2. Produit textile (1) selon la revendication 1, sachant que le sac de linge (2) est fixé de façon permanente dans ou sur le produit textile (1), en particulier cousu dessus.
     
    3. Produit textile (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, sachant que le sac de linge (2) est disposé à un emplacement passant inaperçu du produit textile (1), de telle manière qu'il n'est pas identifiable lors de l'utilisation conforme du produit textile (1).
     
    4. Produit textile (1) selon la revendication 1 ou la revendication 2, sachant que concernant le produit textile (1), il s'agit d'une pièce de vêtement et que le sac de linge (2) est disposé sur un côté intérieur de la pièce de vêtement, dans ou sur un revêtement intérieur ou dans la zone d'un col (5) de la pièce de vêtement.
     
    5. Produit textile (1) selon la revendication 4, sachant que le sac de linge (2) comporte une fermeture à glissière (3) tournée vers un côté intérieur ou extérieur de la pièce de vêtement à travers laquelle la pièce de vêtement peut être retroussée vers l'intérieur dans l'espace intérieur du sac de linge (2), lorsque la fermeture à glissière (3) est ouverte et au moyen de laquelle le sac de linge (2) peut être fermé lorsque la pièce de vêtement est logée dedans.
     
    6. Produit textile (1) selon la revendication 1, sachant que la largeur de maille moyenne se situe entre 5 µm et 100 µm, en particulier d'environ 50 - 80 µm.
     
    7. Produit textile (1) selon la revendication 1, sachant que le tissu de tamisage synthétique est un polyamide thermofixé, en particulier du polyamide 6.6.
     
    8. Produit textile (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, sachant que le tissu de tamisage synthétique est un tissu monofil.
     
    9. Produit textile (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, sachant que le sac de linge (2) peut être fermé avec une fermeture retenant les fibres synthétiques, en particulier une fermeture à glissière.
     




    Zeichnung














    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente