[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Gießvorrichtung zum Gießen
unter Druck, insbesondere Gegendruck- Kokillengießvorrichtung oder Niederdruck- Kokillengießvorrichtung,.
[0002] Solche Gießvorrichtungen insbesondere zum Gießen unter einem durch eine Gasphase
erzeugten Druck finden in der Gießereitechnik, insbesondere für die Herstellung von
Gussstücken mit hohen physikalischen und mechanischen Kennwerten, insbesondere aus
Leichtmetall-Legierungen, Anwendung.
[0003] Aus der
WO 2011/003396 A1 ist eine Anlage zum Gießen unter Druck, mit wenigstens einer Gießvorrichtung aus
einer unteren hermetisch abdichtbaren Kammer und einer oberen hermetisch abdichtbaren
Kammer bekannt. Die Kammern sind durch eine Zwischenplatte bzw. Formaufspannplatte
voneinander getrennt, wobei die untere Kammer einen Ofen mit Schmelze aufweist, und
in der oberen Kammer eine in etwa horizontal geteilte Gießform angeordnet ist, die
aus einer unteren Gießformhälfte und einer oberen Gießformhälfte angeordnet ist, besteht.
Der Ofen mit Schmelze und die Gießform sind über wenigstens ein, an der Zwischenplatte
bzw. Formaufspannplatte montiertes Steigrohr miteinander verbunden.
[0004] Aus der
GB 1 471 882 A ist ein Druckgießverfahren bekannt, bei dem drei druckluftgesteuerte Ventile zum
Einbringen von Druckluft in den Ofen verwendet werden. Der Gießprozess ist in drei
Phasen unterteilt. In der ersten Phase wird das geschmolzene Metall im Steigrohr angehoben.
In der zweiten Phase wird die Gießform mit Metall gefüllt. In der dritten Phase wird
die gefüllte Gießform mit Druck beaufschlagt. Jedes der drei druckluftgesteuerten
Ventile ist zum Einbringen von Druckluft in den Ofen in einer der drei Phasen vorgesehen.
[0005] Aus der
DE 1178979 A ist ein Druckgießverfahren bekannt, bei dem unter der Einwirkung eines Druckunterschieds
eine Schmelze aus einem in einer hermetisch abgedichteten Speisekammer befindlichen
Ofen durch ein Gießrohr in den Hohlraum einer Gießform befördert wird, wobei die Gießform
in einer anderen hermetisch abgedichteten Ausgleichskammer angeordnet ist. In der
Ausgleichskammer erstarrt das Gussstück bei der dort vorliegenden Temperatur und bei
dem dort vorliegenden Druck. Anschließend wird das fertige Gussstück aus der Gießform
entnommen und ein neuer Gießzyklus kann durchgeführt werden.
[0006] Das dem Fachmann bekannte Gegendruck-Kokillengießverfahren, auch bekannt als CPC
(Counter Pressure Casting)-Gießverfahren, ist eine Weiterentwicklung des so genannten
Niederdruck-Gießverfahrens und aus diversen Druckschriften, beispielsweise der
EP 0 221 196 B1, der
EP 0 564 774 B1 oder der
DE 3422 121 A1 bekannt. Im Gegensatz zum, dem Fachmann ebenfalls bekannten Niederdruck- Gießverfahren
wird allerdings nicht nur der Gießofen, sondern auch die Kokille bzw. Gießform mit
Druckgas beaufschlagt.
[0008] Die
US 2014/294664 A1 offenbart einen Gießofen, welcher mittels eines kleinen und eines großen Ventiles
unter Druck gesetzt werden kann.
[0009] Der eigentliche Gießvorgang erfolgt sowohl beim Niederdruck-Gießverfahren als auch
beim Gegendruck-Kokillengießverfahren mit Hilfe eines Steigrohres, durch das die Schmelze
nach oben in die Kokille gefördert wird.
[0010] Die Druckbeaufschlagung der Schmelze im Ofen zum Hochfördern der Schmelze in die
Kokille wird jedoch beim Gegendruck-Kokillengießverfahren durch eine Druckdifferenz
herbeigeführt, indem der Gasdruck in der Kokille etwas abgesenkt wird. Dadurch entsteht
ein Überdruck im Gießofen, der für das Hochsteigen der Schmelze in die Kokille ausreicht.
[0011] Nachteilig an den bekannten Anlagen ist, dass der Gießvorgang nur sehr ungenau gesteuert
werden kann und somit die Werkstückqualität des gegossenen Werkstückes Einbußen erleiden
kann.
[0012] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, die Nachteile des Standes der Technik
zu überwinden und ein Verfahren zur Verfügung zu stellen, mittels dem hochqualitative
Werkstücke gegossen werden können.
[0013] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß den Ansprüchen gelöst.
[0014] Insbesondere kann eine Gießvorrichtung zum Gießen unter Druck, insbesondere Gegendruck-Kokillengießvorrichtung
oder Niederdruck- Kokillengießvorrichtung ausgebildet sein. Die Gießvorrichtung umfasst:
- einen Ofen in dem ein Aufnahmeraum zur Aufnahme von Schmelze ausgebildet ist, wobei
der Aufnahmeraum mit Druckluft beaufschlagbar ist;
- ein Ventilblock zum geregelten Einlassen von Druckluft in den Aufnahmeraum des Ofens;
- ein Drucksensor, der zum Erfassen des im Aufnahmeraum des Ofens anliegenden Druckes
ausgebildet ist;
- eine Gussform, die einen Formhohlraum bildet;
- eine Zwischenplatte, die zwischen dem Ofen und der Gussform angeordnet ist, wobei
die Gussform an der Zwischenplatte befestigt ist;
- zumindest ein Steigrohr, mittels welchem der Aufnahmeraum des Ofens mit der Gussform
strömungsverbunden ist. Der Ventilblock umfasst zumindest vier Einzelventile, welche
dazu geeignet sind, parallel zueinander Druckluft in den Aufnahmeraum des Ofens einströmen
zu lassen, wobei zumindest zwei der Einzelventile zueinander unterschiedliche Kenndaten
aufweisen, wobei die Einzelventile mit einem elektronischen Digitalrechner gekoppelt
sind, von welchem sie angesteuert werden, wobei der elektronische Digitalrechner mit
dem Drucksensor gekoppelt ist, wobei die Einzelventile unabhängig voneinander einzeln
oder auch gleichzeitig geöffnet werden können, sodass verschiedene Durchflussmengen
einstellbar sind.
[0015] Von Vorteil an der Gießvorrichtung ist, dass mittels der zumindest vier Einzelventile
die Luftdurchflussmenge variabel eingestellt werden kann und somit der Gießprozess
exakt gesteuert werden kann. Durch die Ansteuerung der einzelnen Ventile mittels dem
elektronischen Digitalrechner kann darüber hinaus auch der zeitliche Ablauf des Gießvorganges
exakt gesteuert werden. Der Drucksensor dient hierbei als Überwachungsgröße für den
Regelzyklus. Dadurch, dass die Einzelventile unabhängig voneinander einzeln oder auch
gleichzeitig geöffnet werden können, und darüber hinaus unterschiedliche Kenndaten
aufweisen, kann durch selektives Schalten der Einzelventile die Luftdurchflussmenge
annähernd stufenlos bzw. im Idealfall sogar zur Gänze stufenlos eingestellt werden.
[0016] Ferner kann vorgesehen sein, dass die Einzelventile in Form von Schieberventilen
ausgebildet sind. Von Vorteil ist hierbei, dass derartige Schieberventile ein exaktes
Schaltverhalten aufweisen und somit die Luftdurchflussmenge unter Verwendung von Schieberventilen
exakt einstellbar ist.
[0017] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass die Einzelventile in Form von digital gesteuerten
Ventilen ausgebildet sind. Von Vorteil ist hierbei, dass digital gesteuerte Ventile
direkt vom elektronischen Digitalrechner angesteuert werden können und somit sehr
kurze Schaltzeiten bzw. Reaktionszeiten aufweisen können.
[0018] Vorteilhaft ist auch eine Ausprägung, gemäß welcher vorgesehen sein kann, dass an
der Druckluftversorgungsseite des Ventilblockes zumindest ein weiterer Drucksensor
angeordnet ist, welcher mit dem elektronischen Digitalrechner gekoppelt ist. Von Vorteil
ist hierbei, dass durch diese Maßnahme auch der am Ventilblock anliegende Eingangsdruck
berücksichtigt werden kann. Somit kann das Strömungsverhalten der Einzelventile vorausgesagt
werden, wodurch die Regelung der zugeführten Luftmenge vereinfacht wird.
[0019] Gemäß einer Weiterbildung ist es möglich, dass im Aufnahmeraum des Ofens ein Temperatursensor
angeordnet ist, welcher mit dem elektronischen Digitalrechner gekoppelt ist. Von Vorteil
ist hierbei, dass durch diese Maßnahme die Temperatur im Aufnahmeraum des Ofens und
somit auch die Wärmedehnung der Luft, welche in den Aufnahmeraum des Ofens eingebracht
wird, berücksichtigt werden kann.
[0020] Ferner kann es zweckmäßig sein, wenn die Gussform einen unteren Gussformteil und
einen oberen Gussformteil umfasst, wobei die beiden Gussformteile im zusammengefügten
Zustand einen Formhohlraum bilden und eine Tragkonstruktion ausgebildet ist, an welcher
der obere Gussformteil angeordnet ist, wobei der obere Gussformteil mittels der Tragkonstruktion
relativ zum unteren Gussformteil verschiebbar ist. Von Vorteil ist hierbei, dass durch
diese Maßnahme die beiden Gussformteile einfach zueinander zu bewegen sind.
[0021] Beim Verfahren zum Betreiben einer obig beschriebenen Gießvorrichtung ist erfindungsgemäß
vorgesehen, dass das Verfahren die folgenden Verfahrensschritte umfasst:
- Erfassen des Druckes im Aufnahmeraum des Ofens;
- Regelung der zumindest vier Einzelventile des Ventilblockes mittels dem elektronischen
Digitalrechner, wobei die Regelung der Einzelventile auf Basis des vom Drucksensor
erfassten Druckes im Aufnahmeraum des Ofens und auf Basis eines mathematischen Modells
der Gießvorrichtung erfolgt, wobei im mathematischen Modell der Gießvorrichtung die
Kenndaten aller Einzelventile des Ventilblockes hinterlegt ist.
[0022] Von Vorteil am erfindungsgemäßen Verfahren ist, dass durch die Regelung der Einzelventile
des Ventilblockes auf Basis des mathematischen Modells der Gießvorrichtung die einzelnen
Gießschritte hochgenau und zeitlich exakt abgestimmt erfolgen können. Dadurch ist
es möglich, Gusswerkstücke von extrem hoher Qualität herzustellen.
[0023] Weiters kann vorgesehen sein, dass im mathematischen Modell der Gießvorrichtung die
Druckluftleckage aus dem Aufnahmeraum des Ofens berücksichtigt ist. Von Vorteil ist
hierbei, dass dadurch die Genauigkeit der Druckluftregelung verbessert werden kann.
[0024] Gemäß einer besonderen Ausprägung ist es möglich, dass die Druckluftleckage dadurch
ermittelt wird, dass der Aufnahmeraum des Ofens mit Luftdruck beaufschlagt wird und
dass anschließend die Einzelventile des Ventilblockes geschlossen werden und der Druckabfall
über die Zeit beobachtet wird. Durch diese Maßnahme kann in periodischen Zeitabständen
die aktuell vorliegende Druckluftleckage ermittelt werden und somit ein hochgenaues
Modell der Gießvorrichtung bereitgestellt werden.
[0025] Entsprechend einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass im mathematischen
Modell der Gießvorrichtung die geometrischen Abmessungen des Aufnahmeraumes des Ofens
hinterlegt sind. Von Vorteil ist hierbei, dass auf Basis der Kenntnis der geometrischen
Abmessungen des Aufnahmeraums des Ofens, der Zusammenhang zwischen dem Füllstand der
Schmelze im Aufnahmeraum und dem für Druckluft frei zugänglichen Bereich berücksichtigt
werden kann.
[0026] Insbesondere kann es vorteilhaft sein, wenn im mathematischen Modell der Gießvorrichtung
das Strömverhalten der Einzelventile in Abhängigkeit vom Druck im Aufnahmeraum des
Ofens und vom Druck an der Druckluftversorgungsseite des Ventilblockes hinterlegt
ist. Ferner kann vorgesehen sein, dass im mathematischen Modell der Gießvorrichtung
die Wärmedehnung der Luft im Aufnahmeraum des Ofens berücksichtigt wird, wobei diese
auf Basis des thermischen Ausdehnungskoeffizienten der zugeführten Luft, der geometrischen
Abmessungen des Aufnahmeraumes des Ofens, der Füllmenge von Schmelze im Aufnahmeraum
des Ofens, der Temperatur der zugeführten Luft und der Temperatur im Aufnahmeraum
des Ofens berechnet wird. Von Vorteil ist hierbei, dass durch diese Maßnahme die Genauigkeit
des Gießvorganges und dadurch die Werkstückgüte verbessert werden kann.
[0027] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass im mathematischen Modell der Gießvorrichtung
der Füllzustand der Schmelze im Aufnahmeraum berücksichtigt wird.
[0028] Gemäß einer Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass der Füllzustand der Schmelze
im Aufnahmeraum nach einem neuen Befüllvorgang des Aufnahmeraumes dadurch berechnet
wird, dass der Aufnahmeraum druckfrei gemacht wird, anschließend mittels den Einzelventilen
des Ventilblockes ein bestimmter Volumenstrom an Luft in den Aufnahmeraum des Ofens
eingelassen wird und dabei über den zeitlichen Verlauf des Druckanstieges im Aufnahmeraum
des Ofens das freie Volumen und davon abgeleitet das mit Schmelze befüllte Volumen
im Aufnahmeraum des Ofens berechnet wird. Von Vorteil ist hierbei, dass der Füllzustand
der Schmelze im Aufnahmeraum somit nicht durch weitere Sensoren ermittelt werden muss,
welche einen komplizierten Aufbau aufweisen und auch fehleranfällig sind.
[0029] Gemäß einer Weiterbildung ist es möglich, dass die Einzelventile des Ventilblockes
zum Regeln der Durchflussmenge der Luft nur in den Offenzustand oder in den Geschlossenzustand
gebracht werden, und daher ausschließlich binärzustände einnehmen. Von Vorteil ist
hierbei, dass durch diese Maßnahme die Durchflussmengen an Druckluft in den Einzelventilen
exakt bekannt ist. Somit kann zu jedem Zeitpunkt die aktuelle Durchflussmenge an Druckluft
genau gesteuert werden.
[0030] Ferner kann es zweckmäßig sein, wenn die Einzelventile beim Öffenvorgang mit einer
erhöhten Überspannung beaufschlagt werden, um die Schaltzeit zu verkürzen und anschließend
unter Beaufschlagung mit einer niedrigeren Schaltspannung im Offenzustand gehalten
werden. Von Vorteil ist hierbei, dass durch diese Maßnahme die Schaltzeiten der einzelnen
Ventile verkürzt werden können und somit eine hochgenaue Regelung ermöglicht wird.
[0031] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass beim Entfernen des fertig gegossenen Werkstückes
aus der Gießvorrichtung die Einzelventile des Ventilblockes derart angesteuert werden,
dass die Leckage der Druckluft aus dem Ofen ausgeglichen wird und somit der Druck
im Aufnahmeraum des Ofens gleichbleibend groß ist und die Schmelze im Steigrohr nicht
absinkt. Von Vorteil ist hierbei, dass durch diese Maßnahme die Schmelze im Steigrohr
beim Gießen eines neuen Gusswerkstückes nicht zuerst wieder angehoben werden muss,
sondern dass der eigentliche Gießvorgang unverzüglich gestartet werden kann. Dadurch
kann die Gießzeit verringert werden und die Effizienz des Gießvorganges bzw. der Gießanlage
wesentlich erhöht werden.
[0032] Gemäß der Erfindung werden die Einzelventile des Ventilblockes derart angesteuert,
dass eines der Einzelventile geöffnet wird, während ein anderes der Einzelventile
geschlossen wird und somit das zeitliche Verhalten der Luftdurchflussmengen in den
Einzelventilen während dem Öffenvorgang und während dem Schließvorgang genutzt wird,
um eine bestimmte Gesamtdurchflussmenge des Ventilblockes zu erreichen. Von Vorteil
ist hierbei, dass durch diese Maßnahme die Durchflussmenge des Ventilblockes mit einer
feineren Abstufung eingestellt werden kann, als der Anteil eines Einzelventiles an
der Gesamtdurchflussmenge beträgt. Hierbei kann es notwendig sein, dass die Einzelventile
ständig geschalten werden.
[0033] Weiters kann vorgesehen sein, dass die Einzelventile des Ventilblockes über einen
bestimmten Zeitraum gesehen derart oft geöffnet bzw. wieder geschlossen werden, dass
die integrierte geöffnete Zeit eines Ventils über diesen Zeitraum die Durchflussmenge
bestimmt. Mit anderen Worten ausgedrückt kann durch diese Maßnahme in den Einzelventilen
des Ventilblockes eine Pulsweitenmodulation realisiert werden.
[0034] Zu den wichtigsten Kenndaten der Einzelventile zählt die Luftdurchflussmenge im zur
Gänze geöffneten Zustand und bei einer bestimmten Viskosität der Luft. Die Luftdurchflussmenge
bei einer bestimmten Viskosität der Luft wird hauptsächlich durch den Durchflussquerschnitt
beeinflusst. Weiters kann die Luftdurchflussmenge durch die Geometrie des Einzelventiles
beeinflusst werden. Weitere Kenndaten sind das Öffenverhalten des Einzelventils und
das Schließverhalten des Einzelventils. Als Öffenverhalten und Schließverhalten des
Einzelventils wird das zeitliche Verhalten der Luftdurchflussmengen während dem Öffenvorgang
und während dem Schließvorgang bezeichnet.
[0035] Als Ventilblock wird eine Ansammlung von mehreren Einzelventilen bezeichnet, welche
dazu geeignet sind parallel zueinander Druckluft in den Aufnahmeraum des Ofens einströmen
zu lassen. Vorzugsweise sind die Einzelventile hierbei im Ventilblock baulich miteinander
gekoppelt. Es ist jedoch auch denkbar und als Äquivalent anzusehen, wenn die Einzelventile
nicht baulich miteinander gekoppelt sind. Als Ventilblock in seiner breitesten Definition
wird somit das Vorhandensein von mehreren Einzelventilen verstanden, welche dazu geeignet
sind parallel zueinander Druckluft in den Aufnahmeraum des Ofens einströmen zu lassen.
[0036] Die Zwischenplatte kann auch als Formaufspannplatte bezeichnet werden, da sie zur
Aufnahme und zum Befestigen des unteren Gussformteiles dient.
[0037] Zum besseren Verständnis der Erfindung wird diese anhand der nachfolgenden Figuren
näher erläutert.
[0038] Es zeigen jeweils in stark vereinfachter, schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer Gießvorrichtung.
[0039] Einführend sei festgehalten, dass in den unterschiedlich beschriebenen Ausführungsformen
gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen versehen
werden, wobei die in der gesamten Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sinngemäß
auf gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen übertragen
werden können. Auch sind die in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B. oben,
unten, seitlich usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen
und sind diese Lageangaben bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen.
[0040] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer Gießvorrichtung
1. Die Gießvorrichtung 1 ist insbesondere eine Niederdruck-Kokillengießvorrichtung
oder eine Gegendruck-Kokillengießvorrichtung.
[0041] Die Gießvorrichtung 1 umfasst einen Ofen 2 in dem ein Aufnahmeraum 3 zur Aufnahme
von Schmelze 4 ausgebildet ist. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass im Ofen 2
ein Behältnis 5 angeordnet ist, in welchem die Schmelze 4 aufgenommen wird. Das Behältnis
5 kann aus einem keramischen Werkstoff gebildet sein, welcher eine hohe Temperaturbeständigkeit
aufweist. Der Ofen 2 kann insbesondere dazu dienen, um die Schmelze 4 auf einem hohen
Temperaturniveau zu halten, sodass sie im geschmolzenen Zustand verbleibt.
[0042] Weiters ist eine Zwischenplatte 6 ausgebildet, welche den Ofen 2 nach oben hin begrenzt.
Die Zwischenplatte 6 kann entweder als eigener Bauteil oder als integraler Bauteil
des Ofens 2 ausgebildet sein. Oberhalb der Zwischenplatte 6 ist eine Gussform 7 angeordnet,
welche einen unteren Gussformteil 8 und einen oberen Gussformteil 9 aufweist. Die
beiden Gussformteile 8, 9 bilden einen Formhohlraum 10 aus, welcher zur Aufnahme der
Schmelze 4 und zur Formgebung des Gusswerkstückes dient.
[0043] Die Gussform 7 kann beispielsweise in Form einer Kokille ausgebildet sein, welche
zum Abgießen von mehreren tausend Werkstücken geeignet ist.
[0044] Alternativ dazu ist es auch denkbar, dass die Gussform 7 als verlorene Gussform ausgebildet
ist, wie etwa aus einem Sandmaterial, und somit nur zum Abguss eines einzelnen Werkstückes
dient.
[0045] Weiters ist ein Steigrohr 11 ausgebildet, welches in den Aufnahmeraum 3 des Ofens
2 hineinragt und die Zwischenplatte 6 durchdringt. Der untere Gussformteil 8 kann
direkt an das Steigrohr 11 anschließen und einen Schmelzeeinlauf 12 aufweisen, in
welchen das Steigrohr 11 mündet. Außerdem ist stark vereinfacht eine Tragkonstruktion
13 dargestellt, die mit dem oberen Gussformteil 9 gekoppelt sein kann und zum Bewegen
des oberen Gussformteiles 9 relativ zum unteren Gussformteil 8 dienen kann.
[0046] Der Ofen 2 weist darüber hinaus eine Druckluftzufuhröffnung 14 auf, durch welche
Druckluft in den Aufnahmeraum 3 des Ofens 2 eingebracht werden kann. Durch beaufschlagen
des Aufnahmeraums 3 des Ofens 2 mit Druckluft wird die Schmelze 4 im Steigrohr 11
in den Formhohlraum 10 gedrückt.
[0047] Darüber hinaus kann eine Druckluftzufuhrleitung 15 vorgesehen sein, welche an die
Druckluftzufuhröffnung 14 angeschlossen ist. An die Druckluftzufuhrleitung 15 kann
in einem Abzweiger ein Ablassventil 16 gekoppelt sein, welches zum Ablassen der Druckluft
aus dem Aufnahmeraum 3 des Ofens 2 dient.
[0048] Alternativ dazu kann auch vorgesehen sein, dass das Ablassventil 16 an einem eigenen
Anschluss an den Ofen 2 gekoppelt ist.
[0049] Mit der Druckluftzufuhrleitung 15 kann darüber hinaus ein Ventilblock 17 gekoppelt
sein, welcher mehrere Einzelventile 18 aufweist. Insbesondere kann vorgesehen sein,
dass die Einzelventile 18 des Ventilblockes 17 in Parallelschaltung zueinander ausgebildet
sind. Die einzelnen im Ventilblock 17 ausgebildeten Einzelventile 18 weisen eine zueinander
unterschiedliche Durchflussgröße auf, wodurch im Ventilblock 17 durch selektives Schalten
der Einzelventile 18 verschiedene Durchströmmengen eingestellt werden können. Insbesondere
kann vorgesehen sein, dass einige der Einzelventile 18 gleiche Kenndaten aufweisen
und dass einige der Einzelventile 18 zueinander unterschiedliche Kenndaten aufweisen.
[0050] Beispielsweise ist es denkbar, dass der Ventilblock 17 insgesamt dreizehn Einzelventile
18 aufweist, wobei die Einzelventile 18 insgesamt sechs unterschiedliche Kenndaten
aufweisen.
[0051] Darüber hinaus ist ein elektronischer Digitalrechner 19 ausgebildet, welcher zur
Steuerung der Einzelventile 18 bzw. des Ablassventiles 16 dient. Insbesondere kann
vorgesehen sein, dass mit dem elektronischen Digitalrechner 19 ein Drucksensor 20
gekoppelt ist, welcher den im Aufnahmeraum 3 des Ofens 2 herrschenden Innendruck erfasst.
[0052] Darüber hinaus kann ein weiterer Drucksensor 21 ausgebildet sein, welcher den Eingangsdruck
des Ventilblockes 17 erfasst.
[0053] Optional kann noch ein weiterer Drucksensor 22 ausgebildet sein, welcher den Ausgangsdruck
des Ventilblockes 17 umfasst. Dieser weitere Drucksensor 22 und der Drucksensor 20
befinden sich im selben Strömungsraum, wodurch der weitere Drucksensor 22 auch weggelassen
werden kann. Weiters kann ein Temperatursensor 23 ausgebildet sein, mittels welchem
eine Temperatur im Inneren des Ofens 2 erfasst werden kann. Darüber hinaus kann ein
weiterer Temperatursensor 24 ausgebildet sein, mittels welchem die Temperatur der
in den Ofen 2 einströmenden Druckluft erfasst werden kann.
[0054] Im Folgenden wird ein Verfahren zum Herstellen eines Gusswerkstückes bzw. ein Verfahren
zum Betreiben der Gießvorrichtung 1 beschrieben.
[0055] In einem ersten Verfahrensschritt wird der Ofen 2 unter Druck gesetzt und anschließend
die Druckluftzufuhr geschlossen. Über den zeitlichen Verlauf des Druckabfalles im
Inneren des Ofens 2 kann die Leckagemenge an Druckluft im Ofen 2 ermittelt werden.
Diese Leckagemenge wird im mathematischen Modell des Ofens hinterlegt und dient in
weiterer Folge als Größe zur Regelung der Druckluftzufuhr des Ofens 2. Zur Ermittlung
der Leckagemenge kann das Steigrohr 11 entweder durch die Schmelze und/oder durch
einen zusätzlichen Verschluss verschlossen werden. Weiters kann die Leckagemenge des
Ofens 2 ermittelt werden, während im Ofen 2 ein Behältnis 5 mit Schmelze 4 angeordnet
ist oder auch während im Ofen 2 kein Behältnis 5 mit Schmelze 4 angeordnet ist.
[0056] Durch Kenntnis der Kenngrößen der Einzelventile 18 und somit Kenntnis der zugeführten
Luftmenge über den zeitlichen Verlauf, sowie durch Kenntnis der Leckage im Ofen 2
kann die zeitliche Massenbilanz der Luftmenge im Ofen exakt bestimmt bzw. gesteuert
werden.
[0057] In einem weiteren Verfahrensschritt wird das Behältnis 5 mit Schmelze 4 befüllt bzw.
ein mit Schmelze 4 aufgefülltes Behältnis 5 in den Ofen 2 eingebracht.
[0058] Die Menge an Schmelze 4 im Behältnis 5 kann beispielsweise über Gewichtssensoren
26 ermittelt werden.
[0059] Alternativ dazu ist es auch denkbar, dass die Menge an Schmelze 4 im Behältnis 5
dadurch ermittelt wird, dass Druck auf den Innenraum des Ofens 2 aufgebracht wird,
wodurch die Schmelze 4 im Steigrohr 11 aufsteigt. Durch Kenntnis der physikalischen
Eigenschaften der Schmelze 4, des frei verfügbaren Volumens innerhalb des Ofens 2
sowie der geometrischen Eigenschaften des Ofens 2 und des Behältnisses 5, sowie des
Druckes, der Temperatur und der in den Ofen 2 eingebrachten Luftmenge, sowie der physikalischen
Eigenschaften der in den Ofen 2 eingebrachten Druckluft kann die Verdrängung der Schmelze
4 berechnet werden und daraus die Füllmenge an Schmelze 4 im Behältnis 5 berechnet
werden.
[0060] In einem weiteren Verfahrensschritt kann anschließend der eigentliche Gießvorgang
gestartet werden. Die Gießgeschwindigkeit kann durch Regeln des Innendruckes im Ofen
2 und somit durch Einstellen der zugeführten Luftmenge geregelt werden.
[0061] Während dem Erstarren des Gusswerkstückes im Formhohlraum 10, kann der Innendruck
im Ofen 2 konstant gehalten werden, wobei die Leckage an Druckluft aus dem Ofen 2
durch die nachgeführte Druckluft ausgeglichen wird. Zusätzlich kann dadurch das Schwinden
der Schmelze 4 im Formhohlraum 10 während dem Auskühl- und Erstarrungsvorgang ausgeglichen
werden.
[0062] Anschließend kann der Druck im Ofen 2 abgesenkt werden und die Gussform 7 zur Entnahme
des Gusswerkstückes geöffnet werden. Der Innendruck im Ofen 2 kann hierbei auf einem
derartigen Niveau erhalten werden, dass die Schmelze 4 während dem Herausnehmen des
Gusswerkstückes im Steigrohr 11 verbleibt. Anschließend kann die Gussform 7 geschlossen
werden und ein weiterer Gussprozess gestartet werden. Durch Berechnung des Materialabganges
an Schmelze 4 in das Gusswerkstück, kann die Menge der im Behältnis 5 befindlichen
Schmelze 4 zu jedem Zeitpunkt bestimmt werden.
[0063] Um den zeitlichen Verlauf der Druckluftzufuhr in den Ofen 2 exakt steuern zu können,
werden die Einzelventile 18 des Ventilblockes 17 entsprechend in zeitlicher Abfolge
geöffnet bzw. geschlossen.
[0064] Weiters kann vorgesehen sein, dass eine Induktionsvorrichtung 25 ausgebildet ist,
welche um das Steigrohr herum angeordnet ist.
[0065] Mittels der Induktionsvorrichtung 25 kann auf die im Steigrohr 11 befindliche Schmelze
4 eine Kraft in Flussrichtung oder entgegen der Flussrichtung der Schmelze 4 ausgeübt
werden. Somit kann die Beförderung der Schmelze 4 vom Aufnahmeraum 3 in den Formhohlraum
10 mittels der Induktionsvorrichtung 25 unterstützt oder dieser entgegengewirkt werden.
Beispielsweise ist es dadurch möglich beim Wechseln der Gussform 7 eine Kraft auf
die Schmelze entgegen der Flussrichtung aufzubringen, wodurch erreicht werden kann,
dass trotz Druckaufbringung auf den Aufnahmeraum 3 die Schmelze nicht aus dem Steigrohr
11 austritt.
[0066] In einer weiteren Ausführungsvariante kann vorgesehen sein, dass mittels der Induktionsvorrichtung
25 die Position der Schmelze erfasst wird, indem der Spannungsabfall an der Induktionsvorrichtung
25 gemessen wird.
[0067] Die Induktionsvorrichtung 25 ist vorzugsweise in Form einer Spule ausgebildet, die
das Steigrohr 11 schraubenlinienförmig umgibt.
[0068] Die Ausführungsbeispiele zeigen mögliche Ausführungsvarianten, wobei an dieser Stelle
bemerkt sei, dass die Erfindung nicht auf die speziell dargestellten Ausführungsvarianten
derselben eingeschränkt ist, sondern vielmehr auch diverse Kombinationen der einzelnen
Ausführungsvarianten untereinander möglich sind und diese Variationsmöglichkeit aufgrund
der Lehre zum technischen Handeln durch gegenständliche Erfindung im Können des auf
diesem technischen Gebiet tätigen Fachmannes liegt.
[0069] Der Schutzbereich ist durch die Ansprüche bestimmt. Die Beschreibung und die Zeichnungen
sind jedoch zur Auslegung der Ansprüche heranzuziehen. Einzelmerkmale oder Merkmalskombinationen
aus den gezeigten und beschriebenen unterschiedlichen Ausführungsbeispielen können
für sich eigenständige erfinderische Lösungen darstellen. Die den eigenständigen erfinderischen
Lösungen zugrundeliegende Aufgabe kann der Beschreibung entnommen werden.
[0070] Sämtliche Angaben zu Wertebereichen in gegenständlicher Beschreibung sind so zu verstehen,
dass diese beliebige und alle Teilbereiche daraus mitumfassen, z.B. ist die Angabe
1 bis 10 so zu verstehen, dass sämtliche Teilbereiche, ausgehend von der unteren Grenze
1 und der oberen Grenze 10 mit umfasst sind, d.h. sämtliche Teilbereiche beginnen
mit einer unteren Grenze von 1 oder größer und enden bei einer oberen Grenze von 10
oder weniger, z.B. 1 bis 1,7, oder 3,2 bis 8,1, oder 5,5 bis 10.
[0071] Der Ordnung halber sei abschließend darauf hingewiesen, dass zum besseren Verständnis
des Aufbaus Elemente teilweise unmaßstäblich und/oder vergrößert und/oder verkleinert
dargestellt wurden.
Bezugszeichenaufstellung
[0072]
- 1
- Gießvorrichtung
- 2
- Ofen
- 3
- Aufnahmeraum
- 4
- Schmelze
- 5
- Behältnis
- 6
- Zwischenplatte
- 7
- Gussform
- 8
- unterer Gussformteil
- 9
- oberer Gussformteil
- 10
- Formhohlraum
- 11
- Steigrohr
- 12
- Schmelzeeinlauf
- 13
- Tragkonstruktion
- 14
- Druckluftzufuhröffnung
- 15
- Druckluftzufuhrleitung
- 16
- Ablassventil
- 17
- Ventilblock
- 18
- Einzel ventil
- 19
- elektronischer Digitalrechner
- 20
- Drucksensor
- 21
- weiterer Drucksensor
- 22
- weiterer Drucksensor
- 23
- Temperatursensor
- 24
- weiterer Temperatursensor
- 25
- Induktionsvorrichtung
- 26
- Gewichtssensor
1. Verfahren zum Betreiben einer Gießvorrichtung (1) zum Gießen unter Druck, insbesondere
Gegendruck- Kokillengießvorrichtung oder Niederdruck- Kokillengießvorrichtung, umfassend:
- einen Ofen (2) in dem ein Aufnahmeraum (3) zur Aufnahme von Schmelze (4) ausgebildet
ist, wobei der Aufnahmeraum (3) mit Druckluft beaufschlagbar ist;
- ein Ventilblock (17) zum geregelten Einlassen von Druckluft in den Aufnahmeraum
(3) des Ofens (2);
- ein Drucksensor (20), der zum Erfassen des im Aufnahmeraum (3) des Ofens (2) anliegenden
Druckes ausgebildet ist;
- eine Gussform (7), die einen Formhohlraum (10) bildet;
- eine Zwischenplatte (6), die zwischen dem Ofen (2) und der Gussform (7) angeordnet
ist, wobei die Gussform (7) an der Zwischenplatte (6) befestigt ist;
- zumindest ein Steigrohr (11), mittels welchem der Aufnahmeraum (3) des Ofens (2)
mit der Gussform (7) strömungsverbunden ist;
wobei der Ventilblock (17) zumindest vier Einzelventile (18) umfasst, welche dazu
geeignet sind, parallel zueinander Druckluft in den Aufnahmeraum (3) des Ofens (2)
einströmen zu lassen, wobei zumindest zwei der Einzelventile (18) zueinander unterschiedliche
Kenndaten aufweisen, wobei die Einzelventile (18) mit einem elektronischen Digitalrechner
(19) gekoppelt sind, von welchem sie angesteuert werden, wobei der elektronische Digitalrechner
(19) mit dem Drucksensor (20) gekoppelt ist, wobei die Einzelventile (18) unabhängig
voneinander einzeln oder auch gleichzeitig geöffnet werden können, sodass verschiedene
Durchflussmengen einstellbar sind,, wobei das Verfahren die folgenden Verfahrensschritte
umfasst:
- Erfassen des Druckes im Aufnahmeraum (3) des Ofens (2);
- Regelung der zumindest vier Einzelventile (18) des Ventilblockes (17) mittels dem
elektronischen Digitalrechner (19), wobei die Regelung der Einzelventile (18) auf
Basis des vom Drucksensor (20) erfassten Druckes im Aufnahmeraum (3) des Ofens (2)
und auf Basis eines mathematischen Modells der Gießvorrichtung (1) erfolgt, wobei
im mathematischen Modell der Gießvorrichtung (1) die Kenndaten aller Einzelventile
(18) des Ventilblockes (17) hinterlegt sind und wobei die Einzelventile (18) parallel
zueinander Druckluft in den Aufnahmeraum (3) des Ofens (2) einströmen lassen,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Einzelventile (18) des Ventilblockes (17) derart angesteuert werden, dass eines
der Einzelventile (18) geöffnet wird, während ein anderes der Einzelventile (18) geschlossen
wird und somit das zeitliche Verhalten der Luftdurchflussmengen in den Einzelventilen
(18) während dem Öffenvorgang und während dem Schließvorgang genutzt wird, um eine
bestimmte Gesamtdurchflussmenge des Ventilblockes (17) zu erreichen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im mathematischen Modell der Gießvorrichtung (1) die Druckluftleckage aus dem Aufnahmeraum
(3) des Ofens (2) berücksichtigt ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckluftleckage dadurch ermittelt wird, dass der Aufnahmeraum (3) des Ofens
(2) mit Luftdruck beaufschlagt wird und dass anschließend die Einzelventile (18) des
Ventilblockes (17) geschlossen werden und der Druckabfall über die Zeit beobachtet
wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass im mathematischen Modell der Gießvorrichtung (1) die geometrischen Abmessungen des
Aufnahmeraumes (3) des Ofens (2) hinterlegt sind.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass im mathematischen Modell der Gießvorrichtung (1) das Strömverhalten der Einzelventile
(18) in Abhängigkeit vom Druck im Aufnahmeraum (3) des Ofens (2) und vom Druck an
der Druckluftversorgungsseite des Ventilblockes (17) hinterlegt ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass im mathematischen Modell der Gießvorrichtung (1) die Wärmedehnung der Luft im Aufnahmeraum
(3) des Ofens (2) berücksichtigt wird, wobei diese auf Basis des thermischen Ausdehnungskoeffizienten
der zugeführten Luft, der geometrischen Abmessungen des Aufnahmeraumes (3) des Ofens
(2), der Füllmenge von Schmelze (4) im Aufnahmeraum (3) des Ofens (2), der Temperatur
der zugeführten Luft und der Temperatur im Aufnahmeraum (3) des Ofens (2) berechnet
wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass im mathematischen Modell der Gießvorrichtung (1) der Füllzustand der Schmelze (4)
im Aufnahmeraum (3) berücksichtigt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Füllzustand der Schmelze (4) im Aufnahmeraum (3) nach einem neuen Befüllvorgang
des Aufnahmeraumes (3) dadurch berechnet wird, dass der Aufnahmeraum (3) druckfrei
gemacht wird, anschließend mittels den Einzelventilen (18) des Ventilblockes (17)
ein bestimmter Volumenstrom an Luft in den Aufnahmeraum (3) des Ofens (2) eingelassen
wird und dabei über den zeitlichen Verlauf des Druckanstieges im Aufnahmeraum (3)
des Ofens (2) das freie Volumen und davon abgeleitet das mit Schmelze (4) befüllte
Volumen im Aufnahmeraum (3) des Ofens (2) berechnet wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzelventile (18) des Ventilblockes (17) zum Regeln der Durchflussmenge der
Luft nur in den Offenzustand oder in den Geschlossenzustand gebracht werden, und daher
ausschließlich binärzustände einnehmen.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzelventile (18) beim Öffenvorgang mit einer erhöhten Überspannung beaufschlagt
werden, um die Schaltzeit zu verkürzen und anschließend unter Beaufschlagung mit einer
niedrigeren Schaltspannung im Offenzustand gehalten werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass beim Entfernen des fertig gegossenen Werkstückes aus der Gießvorrichtung (1) die
Einzelventile (18) des Ventilblockes (17) derart angesteuert werden, dass die Leckage
der Druckluft aus dem Ofen (2) ausgeglichen wird und somit der Druck im Aufnahmeraum
(3) des Ofens (2) gleichbleibend groß ist und die Schmelze (4) im Steigrohr (11) nicht
absinkt.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Schmelze (4) im Steigrohr (11) mittels einer Induktionsvorrichtung (25) eine
Kraft in Flussrichtung oder entgegen der Flussrichtung ausgeübt wird.
1. A method for operating a casting device (1) for casting under pressure, in particular
a counter-pressure ingot casting device or a low-pressure ingot casting device, comprising:
- a furnace (2), in which a receiving space (3) for receiving melt (4) is formed,
wherein the receiving space (3) can be acted upon by compressed air;
- a valve block (17) for admitting compressed air into the receiving space (3) of
the furnace (2) in a controlled manner;
- a pressure sensor (20), which is configured for detecting the pressure in the receiving
space (3) of the furnace (2);
- a mold (7) forming a mold cavity (10);
- an intermediate plate (6), which is arranged between the furnace (2) and the mold
(7), wherein the mold (7) is fastened to the intermediate plate (6);
- at least one riser tube (11), by means of which the receiving space (3) of the furnace
(2) is fluidically connected to the mold (7);
wherein the valve block (17) comprises at least four individual valves (18), which
are suitable for admitting, in parallel to each other, compressed air into the receiving
space (3) of the furnace (2), wherein at least two of the four individual valves (18)
have different specifications, wherein the individual valves (18) are coupled with
an electronic digital computer (19), from which they are controlled, wherein the electronic
digital computer (19) is coupled with the pressure sensor (20), wherein the individual
valves (18) can be opened independently of each other, individually or simultaneously,
so that different flow rates can be adjusted, wherein the method comprises the following
method steps:
- detecting the pressure in the receiving space (3) of the furnace (2);
- controlling the at least four individual valves (18) of the valve block (17) by
means of the electronic digital computer (19), wherein the control of the individual
valves (18) takes place on the basis of the pressure in the receiving space (3) of
the furnace (2) detected by the pressure sensor (20) and on the basis of a mathematical
model of the casting device (1), wherein the specifications of all of the individual
valves (18) of the valve block (17) are stored in the mathematical model of the casting
device (1), and wherein the individual valves (18) let compressed air flow into the
receiving space (3) of the furnace (2) in a parallel manner,
characterized in that
the individual valves (18) of the valve block (17) are controlled such that one of
the individual valves (18) is opened while another one of the individual valves (18)
is closed, and thereby the temporal behavior of the air flow rates in the individual
valves (18) during the opening operation and during the closing operation is utilized
to achieve a certain total flow rate of the valve block (17).
2. The method according to claim 1, characterized in that the compressed air leakage out of the receiving space (3) of the furnace (2) is taken
into account in the mathematical model of the casting device (1).
3. The method according to claim 2, characterized in that the compressed air leakage is determined in that the receiving space (3) of the furnace (2) is acted upon by air pressure, and that
subsequently, the individual valves (18) of the valve block (17) are closed and the
pressure drop over time is monitored.
4. The method according to one of claims 1 to 3, characterized in that the geometric dimensions of the receiving space (3) of the furnace (2) are stored
in the mathematical model of the casting device (1).
5. The method according to one of claims 1 to 4, characterized in that the flow behavior of the individual valves (18) dependent on the pressure in the
receiving space (3) of the furnace (2) and on the pressure at the compressed air supply
side of the valve block (17) is stored in the mathematical model of the casting device
(1).
6. The method according to one of claims 1 to 5, characterized in that the thermal expansion of the air in the receiving space (3) of the furnace (2) is
taken into account in the mathematical model of the casting device (1), wherein said
thermal expansion is calculated on the basis of the thermal expansion coefficient
of the supplied air, the geometric dimensions of the receiving space (3) of the furnace
(2), the filling quantity of melt (4) in the receiving space (3) of the furnace (2),
the temperature of the supplied air and the temperature in the receiving space (3)
of the furnace (2).
7. The method according to one of claims 1 to 6, characterized in that the fill level of the melt (4) in the receiving space (3) are stored in the mathematical
model of the casting device (1).
8. The method according to claim 7, characterized in that the fill level of the melt (4) in the receiving space (3) is calculated after a new
filling operation of the receiving space (3) by the receiving space (3) being made
pressure-free, a certain volume flow of air being subsequently admitted into the receiving
space (3) of the furnace (2) by means of the individual valves (18) of the valve block
(17), and in the course of this, the free volume and, derived therefrom, the volume
filled with melt (4) in the receiving space (3) of the furnace (2) being calculated
over the temporal progression of the pressure increase in the receiving space (3)
of the furnace (2).
9. The method according to one of claims 1 to 8, characterized in that the individual valves (18) of the valve block (17) are brought only into the open
state or in the closed state for controlling the flow rate of the air, and thus only
assume binary states.
10. The method according to one of claims 1 to 9, characterized in that the individual valves (18), during the opening operation, are acted upon by an increased
overvoltage to shorten the switching time and subsequently, being acted upon by a
lower switching voltage, are maintained in the open state.
11. The method according to one of claims 1 to 10, characterized in that when removing the finished cast workpiece out of the casting device (1), the individual
valves (18) of the valve block (17) are controlled such that the leakage of the compressed
air out of the furnace (2) is compensated and thus, the pressure in the receiving
space (3) of the furnace (2) has a consistent level, and the melt (4) in the riser
tube (11) does not descend.
12. The method according to one of claims 1 to 11, characterized in that a force is exerted, in the flow direction or against the flow direction, on the melt
(4) in the riser tube (11) by means of an induction device (25).
1. Procédé de fonctionnement d'un dispositif de coulée (1) pour une coulée sous pression,
plu particulièrement un dispositif de coulée à lingotière à contre-pression ou un
dispositif de coulée à lingotière à basse pression, comprenant :
- un four (2), dans lequel un espace de logement (3) est réalisé pour le logement
d'une fonte (4), dans lequel l'espace de logement (3) peut être alimenté en air comprimé
;
- un bloc de soupapes (17) pour l'admission régulée d'air comprimé dans l'espace de
logement (3) du four (2) ;
- un capteur de pression (20), qui est conçu pour la mesure de la pression régnant
dans l'espace de logement (3) du four (2) ;
- un moule de coulée (7), qui forme une cavité de moule (10) ;
- une plaque intermédiaire (6), qui est disposée entre le four (2) et le moule de
coulée (7), dans lequel le moule de coulée (7) est fixé à la plaque intermédiaire
(6) ;
- au moins un tube ascendant (11) au moyen duquel l'espace de logement (3) du four
(2) est relié en écoulement avec le moule de coulée (7) ;
dans lequel le bloc de soupapes (17) comprend au moins quatre soupapes individuelles
(18) qui sont conçus pour laisser entrer, parallèlement entre elles, de l'air comprimé
dans l'espace de logement (3) du four (2), dans lequel au moins deux des soupapes
individuelles (18) présentent des données caractéristiques différentes entre elles,
dans lequel les soupapes individuelles (18) sont couplées avec un calculateur numérique
électronique (19), par lequel elles sont contrôlées, dans lequel le calculateur numérique
électronique (19) est couplé avec le capteur de pression (20), dans lequel les soupapes
individuelles (18) peuvent être ouvertes indépendamment entre elles ou simultanément,
de façon à ce que différents débits puissent être réglés, dans lequel le procédé comprend
les étapes suivantes :
- mesure de la pression dans l'espace de logement (3) du four (2) ;
- régulation des au moins quatre soupapes individuelles (18) du bloc de soupapes (17)
au moyen du calculateur numérique électronique (19), dans lequel la régulation des
soupapes individuelles (18) a lieu sur la base de la pression dans l'espace de logement
(3) du four (2), mesurée par le capteur de pression (20), et sur la base d'un modèle
mathématique du dispositif de coulée (1), dans lequel, dans le modèle mathématique
du dispositif de coulée (1), les données caractéristiques de toutes les soupapes individuelles
(18) du bloc de soupapes (17) sont enregistrées et dans lequel les soupapes individuelles
(18) laisser entrer, parallèlement entre elles, de l'air comprimé dans l'espace de
logement (3) du four (2),
caractérisé en ce que
les soupapes individuelles (18) du bloc de soupapes (17) sont contrôlées de façon
à ce qu'une des soupapes individuelles (18) soit ouverte tandis qu'une autre des soupapes
individuelles (18) est fermée et donc le comportement en fonction du temps des débits
d'air dans les soupapes individuelles (18) pendant le processus d'ouverture et pendant
le processus de fermeture est utilisé afin d'obtenir un débit total déterminé du bloc
de soupapes (17).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, dans le modèle mathématique du dispositif de coulée (1), les fuites d'air comprimé
hors de l'espace de logement (3) du four (2) sont prises en compte.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que les fuites d'air comprimé sont déterminées en alimentant l'espace de logement (3)
du four (2) en air comprimé puis en fermant les soupapes individuelles (18) du bloc
de soupapes (17) et en observant la chute de pression dans le temps.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que, dans le modèle mathématique du dispositif de coulée (1), sont enregistrées les dimensions
géométriques de l'espace de logement (3) du four (2).
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que, dans le modèle mathématique du dispositif de coulée (1), est enregistré le comportement
d'écoulement des soupapes individuelles (18) en fonction de la pression dans l'espace
de logement (3) du four (2) et de la pression du côté d'alimentation en air comprimé
du bloc de soupapes (17).
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que, dans le modèle mathématique du dispositif de coulée (1), la dilatation thermique
de l'air dans l'espace de logement (3) du four (2) est prise en compte, dans lequel
celle-ci est calculée sur la base du coefficient de dilatation thermique de l'air
introduit, des dimensions géométriques de l'espace de logement (3) du four (2), de
la quantité de remplissage de la fonte (4) dans l'espace de logement (3) du four (2),
de la température de l'air introduit et de la température dans l'espace de logement
(3) du four (2).
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que, dans le modèle mathématique du dispositif de coulée (1), l'état de remplissage de
la fonte (4) dans l'espace de logement (3) est pris en compte.
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que l'état de remplissage de la fonte (4) dans l'espace de logement (3) est calculé,
après un nouveau processus de remplissage de l'espace de logement (3), en dépressurisant
l'espace de logement (3) puis en admettant, au moyen des soupapes individuelles (18)
du bloc de soupapes (17), un débit volumique déterminé d'air dans l'espace de logement
(3) du four (2) et, par l'intermédiaire de l'évolution en fonction du temps de l'augmentation
de pression dans l'espace de logement (3) du four (2), le volume libre et, à partir
de celui-ci, le volume rempli de fonte (4) dans l'espace de logement (3) du four (2)
est calculé.
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que les soupapes individuelles (18) du bloc de soupapes (17) sont amenées uniquement
dans l'état ouvert ou dans l'état fermé pour la régulation du débit d'air et adoptent
donc des états binaires.
10. Procédé selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que les soupapes individuelles (18) sont sollicitées, lors du processus d'ouverture,
avec une surtension augmentée, afin de raccourcir le temps de commutation puis sont
maintenues dans l'état ouvert par une sollicitation avec une tension de commutation
plus basse.
11. Procédé selon l'une des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que, lors de l'éjection de la pièce coulée finie hors du dispositif de coulée (1), les
soupapes individuelles (18) du bloc de soupapes (17) sont contrôlées de façon à ce
que les fuites d'air comprimé hors du four (2) sont compensées et donc la pression
dans l'espace de logement (3) du four (2) reste constante et la fonte (4) ne descend
pas dans le tube ascendant (11).
12. Procédé selon l'une des revendications 1 à 11, caractérisé en ce que, sur la fonte (4), dans le tube ascendant (11), une force exercée dans le sens du
flux ou dans le sens opposé au flux au moyen d'un dispositif d'induction (25).