[0001] Die Erfindung betrifft zum einen ein Verfahren zum Betreiben einer Luftspinnvorrichtung
nach einer Spinnunterbrechung. Der Luftspinnvorrichtung ist ein Streckwerk zum Verziehen
eines Faserbandes in Faserbandlaufrichtung vorgeschaltet und eine einzelmotorisch
antreibbare Fadenabzugseinrichtung zum Abziehen eines mittels der Luftspinnvorrichtung
gesponnenen Fadens nachgeschaltet.
[0002] Zum anderen betrifft die Erfindung einen Fadenleitkanal zur Anordnung zwischen einer
Spinnvorrichtung und einer eine Auflaufspule erzeugenden Spulvorrichtung einer Textilmaschine
wie bspw. einer Luftspinnmaschine sowie eine solche Luftspinnmaschine. Der Fadenleitkanal
eignet sich insbesondere zur Durchführung des Verfahrens, wobei der Fadenleitkanal
einen Durchgangskanal zum Durchleiten eines zwischen der Spinnvorrichtung und der
Spulvorrichtung verlaufenden Fadens ausbildet.
[0003] In der Textilindustrie sind im Zusammenhang mit der Herstellung textiler Fäden verschiedene
Verfahren und Spinnvorrichtungen bekannt. Seit langem weit verbreitet und überaus
bewährt sind beispielsweise Ringspinnmaschinen und/oder Offenend-Rotorspinnmaschinen.
Des Weiteren sind, insbesondere im Zusammenhang mit der Verarbeitung synthetischen
Garnmaterials, auch so genannte Luftspinnmaschinen bekannt.
[0004] Die vorstehend genannten Spinnverfahren bzw. die zugehörigen Spinnverfahren sind
in der Patentliteratur auch in zahlreichen Patentschriften relativ ausführlich beschrieben.
[0005] In der
DE 40 36 119 C2 ist beispielsweise eine Luftspinnvorrichtung einer Luftspinnmaschine beschrieben,
die über einen eingangsseitig angeordneten Düsenblock sowie über eine nachgeschaltete
rotierbar gelagerte hohle Spinnspindel verfügt. Der Düsenblock weist dabei neben Lufteinblasdüsen
zur Erzeugung einer umlaufenden Luftströmung noch eine Faserbandführung auf, die für
ein zugeführtes Faserband als Drallstopp wirkt.
[0006] Die durch die Lufteinblasdüsen initiierte umlaufende Luftströmung führt während des
Spinnprozesses im Bereich der Fasereintrittsöffnung des Düsenblocks zu einer Saugströmung,
die das Einführen des in einem vorgeschalteten Streckwerk verzogenen Faserbands in
die Luftspinnvorrichtung begünstigt. Das heißt, das in die Luftspinnvorrichtung eingeführte
Faserband gelangt durch den Düsenblock zur Einlassöffnung einer während des Spinnprozesses
rotierenden, durch einen Antriebsriemen beaufschlagten hohlen Spinnspindel.
[0007] Beim Eintreten des Faserbandes in die rotierende Spinnspindel werden die freien Faserenden
mittels des umlaufenden Luftstroms um den kegelförmig ausgebildeten Spindelkopf der
rotierenden Spinnspindel geschlungen und wickeln sich während des Einziehens des Fadens
in die Spindel spiralförmig um so genannte Kernfasern. Das bedeutet, während des Spinnprozesses
bilden die Kernfasern gemeinsam mit den so genannten Umwindefasern einen neuen Faden.
[0008] Eine vergleichbare Vorrichtung zur Herstellung eines Fadens mittels eines umlaufenden
Luftstroms ist auch durch die
DE 199 26 492 A1 bekannt. Diese bekannte Luftspinnvorrichtung weist allerdings keinen rotierbar gelagerten,
sondern einen stationären Spinnkonus auf.
[0009] Auch bei dieser Luftspinnvorrichtung wird das zu verspinnende Faserband über eine
in einem Düsenblock angeordnete Faserbandführung in die Luftspinnvorrichtung eingeführt
und gelangt in eine Einlassöffnung eines stationär angeordneten hohlen Spinnkonus.
[0010] Wie vorstehend bereits im Zusammenhang mit der
DE 40 36 119 C2 beschrieben, wird auch bei dieser bekannten Vorrichtung das Faserband im Bereich
der Einlassöffnung des Spinnkonus einem umlaufenden Luftstrom ausgesetzt, der durch
im Düsenblock angeordnete Lufteinblasöffnungen initiiert wird. Der umlaufende Luftstrom
legt die freien Faserenden des Faserbandes dann, wie bekannt, um den Kopf des Spinnkonus
und unterstützt außerdem das Einführen des Faserbandes in die Luftspinnvorrichtung.
Auch bei dieser bekannten Luftspinnvorrichtung schlingen sich die freien Faserenden
spiralförmig als so genannte Umwindefasern um die Kernfasern und bilden dabei einen
Faden.
[0011] Kommt es bei einer solchen Luftspinnvorrichtung zu einer Unterbrechung des Spinnprozesses,
beispielsweise aufgrund eines Bruches des zugeführten Faserbandes, oder weil der gesponnene
Faden durch einen kontrollierten Schnitt eines Fadenreinigers getrennt wurde, muss
im Zuge des der Behebung der Spinnunterbrechung dienenden nachfolgenden Anspinnvorgangs
zunächst das Fadenende des bereits gesponnenen, in der Regel auf eine zugehörige Kreuzspule
aufgelaufenen Fadens zurückgeholt und durch die Luftspinnvorrichtung hindurch bis
in den Bereich des Streckwerkes transportiert werden. Als Transportmedium innerhalb
der Luftspinnvorrichtung kommt dabei oft eine entgegen der betriebsmäßigen Transportrichtung
des Fadens gerichtete Luftströmung zum Einsatz.
[0012] In der
DE 10 2011 053 810 A1 ist beispielsweise eine Luftspinnvorrichtung beschrieben, bei der das Transportmedium
durch eine Druckluftquelle erzeugt wird. Bei dieser bekannten Luftspinnvorrichtung
strömt die Druckluft durch einen in den Spinnkonus der Luftspinnvorrichtung integrierten
Injektionskanal, der zum Beispiel in den Fadenabzugskanal des Spinnkonus mündet. Das
heißt, für den Rücktransport eines Fadenendes durch die Luftspinnvorrichtung wird
der Injektionskanal mit Druckluft beaufschlagt, die im Fadenabzugskanal des Spinnkonus
einen in Richtung des Streckwerkes gerichteten Saugluftstrom hervorruft, der das Fadenende
eines von der Kreuzspule der Arbeitsstelle zurückgeholten Fadens zum Lieferwalzenpaar
eines vor der Luftspinnvorrichtung angeordneten Streckwerkes fördert.
[0013] Ein solcher in den Spinnkonus einer Luftspinnvorrichtung integrierter Injektorkanal
zeichnet sich zwar durch eine recht gute Funktionssicherheit aus, allerdings ist die
Herstellung eines derartigen in den Spinnkonus integrierten Injektionskanals fertigungstechnisch
relativ anspruchsvoll und damit verhältnismäßig kostspielig.
[0014] Eine Luftspinnvorrichtung zur Herstellung eines Fadens mittels eines umlaufenden
Luftstroms ist auch in der
DE 10 2007 009 074 A1 beschrieben. Auch diese Luftspinnvorrichtung verfügt über einen in einem Spinngehäuse
angeordneten hohlen Spinnkonus sowie über einen mit Druckluft beaufschlagbaren Düsenblock
zur Erzeugung eines umlaufenden Luftstromes. Allerdings weist das Spinngehäuse dieser
bekannten Luftspinnvorrichtung außerdem einen Expansionsraum auf, der mit einem Abluftkanal
versehen ist. Für den Anspinnvorgang ist an den Abluftkanal eine Druckluftquelle anschließbar,
während der Düsenblock gleichzeitig von der Druckluftversorgung trennbar ist. Das
heißt, durch Druckluft, die über den Abluftkanal in das Spinngehäuse eingeblasen wird,
wird im Expansionsraum eine Luftströmung erzeugt, die entlang des Spinnkonus in Richtung
auf die im Düsenblock angeordnete Faserbandführung verläuft. Dadurch entsteht im Bereich
der Eintrittsöffnung des Spinnkonus' ein Sog, mit dem ein Faden entgegen der Spinnrichtung
durch den Spinnkonus hindurch transportierbar ist.
[0015] Das bedeutet, die Luftspinnvorrichtung gemäß
DE 10 2007 009 074 A1 macht sich den Umstand zunutze, dass der Expansionsraum zur Abführung der während
des Spinnprozesses über den Düsenblock eingebrachte Druckluft einen Abluftkanal aufweist,
der im Zusammenhang mit dem Anspinnvorgang zusätzlich im Sinne einer Injektordüse
nutzbar ist. Die Herstellung einer solchen Luftspinnvorrichtung ist insgesamt relativ
einfach und damit kostengünstig.
[0016] Luftspinnmaschinen, die mit den vorstehend beschrieben Luftspinnvorrichtungen ausgestattet
sind, weisen insbesondere bei der Verarbeitung synthetischen Garnmaterials relativ
gute Wirkungsgrade auf. Allerdings sind die Verfahren, die bei den bekannten Luftspinnvorrichtungen
im Zusammenhang mit dem Wiederanspinnen nach einer Spinnunterbrechung zum Einsatz
kommen, um das verstreckte Faserband wieder mit dem bereits gefertigten Faden zu verbinden,
durchaus verbesserungswürdig.
[0017] In der
EP 1 072 702 A2 ist als Stand der Technik zum Beispiel eine Luftspinnvorrichtung beschrieben, bei
der nach einer Spinnunterbrechung das Fadenende des bereits gesponnenen Fadens mittels
eines Transferarms in die Nähe der Auslassöffnung des als Spindel bezeichneten Spinnkonus
transportiert wird. Anschließend wird der Faden durch ein Saugelement, das in Fadenlaufrichtung
vor der Luftspinnvorrichtung positioniert ist, angesaugt. Das heißt, der Faden wird
entgegen der während des Spinnprozesses üblichen Fadenlaufrichtung durch den Spinnkonus
befördert und in das Saugelement gesaugt. In das Saugelement wird auch das im Streckwerk
bearbeitete aus dem Streckwerk austretende Faserband eingesaugt und im Saugelement
mit dem Faden verschlungen. Die beiden verschlungenen Faserelemente werden anschließend
zum endgültigen Verbinden in den Spinnkonus der Luftspinnvorrichtung gesaugt.
[0018] Bei diesem bekannten Verfahren treten während der Vorbereitungsphase zur Fadenverbindung
allerdings häufig Fehler auf, die die Bildung einer Fadenverbindung stören oder sogar
verhindern. Ein weiterer Nachteil dieses bekannten Verfahrens besteht darin, dass
der Fadenabschnitt, der die Verbindung zwischen Faden und Faserband enthält, deutlich
erkennbar dicker ist, als der übrige Faden. Da eine derartige Dickstelle im Endprodukt,
zum Beispiel in einem Gewebe, oft störend auffällt, stellt sie einen erheblichen Qualitätsmangel
dar.
[0019] Ein vergleichbares Verfahren zum Verbinden eines verzogenen Faserbandes mit einem
gesponnenen Faden nach einer Spinnunterbrechung ist auch in der
DE 103 35 651 A1 beschrieben.
[0020] Bei diesem bekannten Verfahren wird nach einer Spinnunterbrechung der gesponnene
Faden zunächst rückwärts, das heißt, entgegen der während des Spinnprozesses üblichen
Fadenlaufrichtung, durch ein stillstehendes, hinter der Luftspinnvorrichtung angeordnetes
Abzugswalzenpaar sowie die Luftspinnvorrichtung hindurch zu einem ebenfalls stillstehenden
vor der Luftspinnvorrichtung installierten Streckwerk befördert. Das Fadenende wird
dann mit vorgebbarer Länge zwischen dem geöffneten Ausgangswalzenpaar des Streckwerkes
positioniert und das Fadenende vorbereitet. Anschließend wird das Ausgangswalzenpaar
des Streckwerkes geschlossen und das Streckwerk sowie das Abzugswalzenpaar gestartet,
mit der Folge, dass das vorbereitete Fadenende des Fadens in das Faserband eingewalzt
und mit diesem verbunden wird.
[0021] Auch bei diesem bekannten Ansetzverfahren entsteht eine Verbindungsstelle, die dicker
ist als der übrige Faden und somit einen nicht unerheblichen Qualitätsmangel darstellt.
[0022] Um das Auftreten derartiger Fehler beim Wiederanspinnen einer Luftspinnvorrichtung
zu minimieren, ist außerdem bereits vorgeschlagen worden, beim Anspinnen einer Luftspinnvorrichtung
mit einem Hilfsfaden zu arbeiten.
[0023] Bei einem solchen, beispielsweise In der
DE 10 2005 022 187 A1 beschriebenen Verfahren erfolgt das Einführen des Hilfsfadens in die Luftspinnvorrichtung
in zwei Stufen. In einer ersten Stufe wird der Hilfsfaden mittels einer Injektorströmung
zunächst von vorne durch den Faserbandkanal eines Düsenblocks befördert und dann in
einer zweiten Stufe in den Spinnkonus der Luftspinnvorrichtung eingeführt, wobei das
Einführen des Hilfsfadens in den Spinnkonus durch Beaufschlagen des Spinnkonus mit
Unterdruck erfolgt, der durch eine Saugeinrichtung initiiert wird, die im Bereich
der Ausgangsöffnung des Spinnkonus' positioniert ist.
[0024] Die zur Durchführung dieses Verfahrens eingesetzte Luftspinnvorrichtung besteht aus
zwei verschiebbar gelagerten Baukomponenten, die während des Einführens des Hilfsfadens
in den Faserbandkanal des Düsenblocks sowie bei dem Einführen des Hilfsfadens in den
Spinnkonus etwas beabstandet voneinander positioniert sind. Das heißt, der Hilfsfaden
kann jeweils manuell erfasst und problemlos in den Düsenblock bzw. in den Spinnkonus
eingeführt werden. Nach dem Einführen des Hilfsfadens wird die Luftspinnvorrichtung
geschlossen und der Anspinnvorgang gestartet. Das im Streckwerk verzogene Faserband
wird dabei an den Hilfsfaden angewalzt und mit diesem sicher durch die Luftspinnvorrichtung
befördert, wobei ein neuer Faden erstellt wird. Anschließend werden sowohl der Hilfsfaden
als auch die Verbindungsstelle Hilfsfaden/Faserband wiederentfernt und der neue Faden
mittels einer Fadenspleißvorrichtung nahezu garngleich mit einem von der Kreuzspule
zurückgeholten Oberfaden verbunden.
[0025] Mit dem in der
DE 10 2005 022 187 A1 beschriebenen Verfahren lassen sich sowohl die Anspinnvorgänge von Luftspinnvorrichtungen
sicherer gestalten, als auch qualitativ gute Fadenverbindungsstellen erstellen. Allerdings
ist auch hier der konstruktive Aufwand an den Arbeitsstellen, der notwendig wird,
um das vorstehend beschriebene Verfahren vorteilhaft zum Einsatz bringen zu können,
relativ hoch.
[0026] Ein weiteres Verfahren zum Betreiben einer Luftspinnvorrichtung gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs ist aus der Druckschrift
EP 3 100 971 A1 bekannt.
[0027] Ausgehend von wie beispielhaft vorstehend beschriebenen Luftspinnvorrichtungen und
Verfahren zum Betreiben einer solchen soll mit der Erfindung eine Möglichkeit bereitgestellt
werden, mittels welcher nach einer Spinnunterbrechung eine Erstellung neuer, qualitativ
verbesserter Anspinner unter Ausnutzung handelsüblicher Luftspinnvorrichtungen ermöglicht
wird, wobei die zugehörige Luftspinnvorrichtung bezüglich ihres konstruktiven Aufwandes
insbesondere möglichst einfach gehalten ist und zuverlässig funktioniert.
[0028] Nach der vorliegenden Erfindung wird dafür ein Verfahren zum Betreiben einer Luftspinnvorrichtung,
welcher ein Streckwerk zum Verziehen eines Faserbandes in Faserbandlaufrichtung vorgeschaltet
und eine einzelmotorisch antreibbare Fadenabzugseinrichtung zum Abziehen eines mittels
der Luftspinnvorrichtung gesponnenen Fadens nachgeschaltet ist, vorgeschlagen. Gemäß
dem vorgeschlagenen Verfahren wird nach einer Spinnunterbrechung das auf eine Auflaufspule,
im Allgemeinen als Kreuzspule bezeichnet, aufgelaufene Fadenende des gesponnenen Fadens
mittels einer Saugdüse aufgenommen und an eine in Faserbandlaufrichtung der Luftspinnvorrichtung
nachgeordnete Fadenendvorbereitungseinrichtung überführt. In der Fadenendvorbereitungseinrichtung
wird das Fadenende bearbeitet und anschließend in den Bereich der Austrittsöffnung
des Spinnkonus' überstellt, von wo aus das Fadenende mittels der einzelmotorisch antreibbaren
Fadenabzugseinrichtung, welche dazu gemäß der vorliegenden Erfindung reversibel antreibbar
ausgelegt ist, zur Eintrittsöffnung des Spinnkonus' transportiert und dort innerhalb
der Luftspinnvorrichtung beabstandet vor der Eintrittsöffnung positioniert wird. Im
Anschluss wird das Steckwerk der betreffenden Arbeitsstelle hochgefahren und dabei
das Faserband durch die Faserbandführung des Düsenblocks in den Bereich der Eintrittsöffnung
des Spinnkonus' befördert und dort an das vorbereitete Fadenende des gesponnenen Fadens
angesponnen.
[0029] Das nach einer Spinnunterbrechung auf die Auflaufspule aufgelaufene Fadenende des
gesponnenen bzw. fertiggestellten Fadens wird mittels einer Saugdüse aufgenommen,
die jeweils Bestandteil jeder der Arbeitsstellen der Luftspinnmaschine ist.
[0030] Das vorgeschlagene Verfahren hat insbesondere den Vorteil, dass es erfolgreich zum
Einsatz gebracht werden kann, ohne dass vorher neue, aufwendige Entwicklungen an den
Luftspinnvorrichtungen notwendig sind. Das heißt, durch die Verwendung von aus dem
Textilmaschinenbau seit langem bekannter und bewährter Bauelemente, wie eine einzelmotorisch
antreibbare Fadenabzugseinrichtung, eine Saugdüse und/oder ein Halte- und Auflöseröhrchen
einhergehend mit einer relativ einfachen und geringfügigen Modifikation einer bekannten
Luftspinnvorrichtung kann auf relativ einfache Weise eine zuverlässige, kostengünstige
Luftspinnvorrichtung erstellt werden, die eine problemlose Durchführung des vorgeschlagenen
Verfahrens ermöglicht.
[0031] Durch das vorgeschlagene Verfahren kann dabei außerdem sichergestellt werden, dass
die beim Anspinnen erstellten Faserband/Fadenverbindungen gegenüber vergleichbaren
Verbindungen bekannter Verfahren qualitativ verbessert sind.
[0032] Das an jeder Arbeitsstelle eine arbeitsstelleneigene Saugdüse angeordnet ist, hat
dabei den Vorteil, dass durch eine solche Konstruktion unnötige Wartezeiten zuverlässig
vermieden werden können, was sich positiv auf den Wirkungsgrad der Luftspinnmaschine
auswirkt. Das heißt, auch wenn es an der Luftspinnmaschine an mehreren Arbeitsstellen
gleichzeitig zu einer Spinnunterbrechung kommt, kann durch die Saugdüse der jeweils
betroffenen Arbeitsstelle stets sofort der auf die Auflaufspule aufgelaufene Faden
zur Luftspinnvorrichtung zurückgeholt, vorbereitet und anschließend unverzüglich der
Anspinnvorgang an der Arbeitsstelle gestartet werden.
[0033] Des Weiteren ist es bevorzugt, wenn die Vorbereitung des Fadenendes für den Anspinnvorgang
durch eine Fadenendvorbereitungseinrichtung erfolgt, die mit einem so genannten Halteund
Auflöseröhrchen zur Vorbereitung des Fadenendes des gesponnenen Fadens für den Anspinnvorgang
ausgestattet ist. Solche, beispielsweise in der
DE 35 18 316 A1 oder der
DE 102 02 781 A1 relativ ausführlich beschriebenen Halte- und Auflöseröhrchen stellen seit langem
bekannte und im Textilmaschinenbau bewährte Bauteile dar.
[0034] Ein weiterer Vorteil des Verfahrens ist bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
gegeben, bei welcher das Streckwerk der Arbeitsstelle einzelmotorisch antreibbar ist,
um das Faserband definiert zuführen zu können. Weiter bevorzugt ist das Streckwerk
reversibel antreibbar, um im Bedarfsfall eine Korrektur der Faserbandzuführung bzw.
ein definiertes Rückziehen des zugeführten Faserbandes zu ermöglichen. Durch ein solch
definiertes Zuführen des Faserbandes kann sichergestellt werden, dass einerseits das
Faserband zunächst relativ vorsichtig an das vorbereitete Fadenenden des Fadens herangeführt
und mit diesem verbunden wird und dass andererseits nach einer bestimmten Zeitspanne,
mit anderen Worten nach einer gewissen Einlaufphase, die Luftspinnvorrichtung wieder
mit normaler Arbeitsgeschwindigkeit produzieren kann. Die Antriebe des Streckwerkes
als auch der Fadenabzugseinrichtung sind in bevorzugter Weise unabhängig voneinander
bspw. über eine Zentralsteuerung der Spinnmaschine oder über eine Arbeitsstellen eigene
Steuerung ansteuerbar, um so ein effektives und bedarfsgerechtes Zusammenwirken dieser
beiden Einrichtungen zu ermöglichen.
[0035] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist ein Fadenleitkanal zwischen
der Luftspinnvorrichtung und der Auflaufspule angeordnet, wobei der Fadenleitkanal
einen Durchgangskanal zum Durchleiten eines zwischen der Luftspinnvorrichtung und
der Spulvorrichtung verlaufenden Fadens ausbildet. Der Fadenleitkanal weist mehrere
miteinander gekoppelte, pneumatisch beaufschlagbare Kanalabschnitte umfassend wenigstens
einen ersten Kanalabschnitt, einen zweiten Kanalabschnitt und einen zwischen dem ersten
und zweiten Kanalabschnitt angeordneten Kanalverbindungsabschnitt auf, wobei der Kanalverbindungsabschnitt
eine Einmündung zum Zuführen von Druckluft in den Fadenleitkanal zum Erzeugen eines
pneumatischen Überdruckes in dem ersten Kanalabschnitt einhergehend mit einer pneumatischen
Sogwirkung in dem zweiten Kanalabschnitt umfasst. Der erste Kanalabschnitt, der zweite
Kanalabschnitt und der Kanalverbindungsabschnitt können aus jeweils einzelnen oder
mehreren zusammengesetzten Elementen ausgebildet sein. Alternativ oder zusätzlich
dazu kann wenigstens einer dieser Abschnitte in Verbindung mit wenigstens einem weiteren
Abschnitt des Fadenleitkanals aus einem einstückigen, integralen Bauteil ausgestaltet
sein. Weiterhin alternativ können wenigstens zwei dieser Abschnitte aus einem einstückigen,
integralen Bauteil ausgeformt sein
[0036] Mit anderen Worten ist der Fadenleitkanal ausgebildet, in einem definierten Bereich
zwischen der Luftspinnvorrichtung und der Spulvorrichtung, insbesondere zwischen der
Luftspinnvorrichtung und üblicherweise einem dieser nachgeschalteten Fadenabzugsvorrichtung,
angeordnet werden zu können, womit wenigstens ein Abschnitt eines zwischen diesen
Vorrichtungen verlaufenden Fadenlaufwegs durch den Fadenleitkanal verläuft. Hinsichtlich
des vorstehend beschriebenen Verfahrens nach dem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung
wird in bevorzugter Weise unter Verwendung des Fadenleitkanals mit dem Schritt des
Überstellens des bearbeiteten Fadenendes in den Bereich der Austrittsöffnung des Spinnkonus'
das Fadenende durch den Fadenleitkanal hindurch in den Bereich der Austrittsöffnung
des Spinnkonus' überstellt. Eine Überstellung des Fadenendes kann vorzugsweise mittels
der einzelmotorisch und reversibel angetriebenen Fadenabzugseinrichtung erfolgen.
[0037] Die in dem Kanalverbindungsabschnitt angeordnete Einmündung ermöglicht vorteilhafterweise
im Besonderen ein automatisches Leiten mittels pneumatischen Begleitens eines in den
Fadenleitkanal eingebrachten Fadenendes. Die Einmündung kann vorzugsweise als Bohrung
oder als Ringspalt ausgestaltet sein. Abhängig von der Anordnung des ersten und zweiten
Kanalabschnittes kann das eingebrachte Fadenende dadurch entweder in Richtung der
Luftspinnvorrichtung oder in Richtung der Spulvorrichtung pneumatisch geleitet werden.
[0038] Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist der Luftspinnvorrichtung in Fadenlaufrichtung,
welche identisch zu der Faserbandlaufrichtung ist, zunächst der erste Kanalabschnitt,
anschließend der Kanalverbindungsabschnitt und dann der zweite Kanalabschnitt nachgeschaltet.
Bei dieser bevorzugten Ausführungsform kann somit im Zuge eines Anspinnvorgangs ein
in dem zweiten Kanalabschnitt eingebrachtes Fadenende über den ersten Kanalabschnitt
in Richtung der Luftspinnvorrichtung pneumatisch geleitet werden.
[0039] Nach einer alternativ bevorzugten Ausführungsform kann der Luftspinnvorrichtung in
Fadenlaufrichtung zunächst der zweite Kanalabschnitt, anschließend der Kanalverbindungsabschnitt
und dann der erste Kanalabschnitt nachgeschaltet sein. Bei dieser bevorzugten Ausführungsform
kann somit im Zuge eines Spleissvorganges ein in dem zweiten Kanalabschnitt eingebrachtes
Fadenende über den ersten Kanalabschnitt in Richtung der Spulvorrichtung pneumatisch
geleitet werden. Dadurch kann in weiter bevorzugter Weise zwischen dem Fadenleitkanal
und der Spulvorrichtung bspw. eine längstens aus dem technischen Gebiet der Spulmaschinen
bekannte Spleissvorrichtung zum Verbinden zweier Fadenenden vorgesehen werden. Dabei
könnte nach einer weiterhin bevorzugten Ausführungsform eine Spleissvorrichtung an
einem die Arbeitsstellen der Spinnmaschine versorgenden Serviceaggregat oder pro Arbeitsstelle
vorgesehen werden. Dazu wäre zusätzlich lediglich eine Vorrichtung zum Verbringen
des aus dem Fadenleitkanal geleiteten Fadenendes zu der Spleissvorrichtung vorzusehen,
wie bspw. ein ebenfalls aus dem technischen Gebiet der Spulmaschinen bekanntes Greiferrohr.
Mittels einer solch bevorzugten Ausführungsform wird es ermöglicht, im Falle eines
Fadenbruchs von einem Anspinnprozess abzusehen und die Fadenverbindung mittels einer
Spleissverbindung herzustellen.
[0040] Gemäß einer alternativ bevorzugten Ausführungsform weist der Fadenleitkanal, vorzugsweise
der Kanalverbindungsabschnitt, eine zweite Einmündung auf, welche der ersten Einmündung
derart entgegenwirkt, dass Druckluft in den Fadenleitkanal zum Erzeugen eines pneumatischen
Überdruckes anstelle des ersten Kanalabschnittes in dem zweiten Kanalabschnitt einhergehend
mit einer pneumatischen Sogwirkung anstelle des zweiten Kanalabschnittes in dem ersten
Kanalabschnitt zugeführt wird. Im Sinne der vorliegenden Erfindung wird im Folgenden
unter einem ersten Kanalabschnitt ein solcher Kanalabschnitt des Fadenleitkanals verstanden,
in welchem durch Zuführen von Druckluft über die zugeordnete Einmündung ein pneumatischer
Überdruck erzeugt wird. Unter einem zweiten Kanalabschnitt wird entsprechend ein solcher
Kanalabschnitt des Fadenleitkanals verstanden, in welchem durch Zuführen von Druckluft
über die zugeordnete Einmündung bzw. weitere Einmündung eine Sogwirkung erzeugt wird.
Ein und derselbe Kanalabschnitt des Fadenleitkanals bildet demnach abhängig von der
Zuführung der Druckluft über die Einmündung oder über die weitere Einmündung einen
ersten oder zweiten Kanalabschnitt aus. Die erste Einmündung und die zweite Einmündung
sind dazu in bevorzugter Weise bedarfsgerecht gesteuert mit Druckluft beaufschlagbar
ausgelegt. Mittels einer solch bevorzugten Ausführungsform kann eine Vorrichtung bereitgestellt
werden, mittels welcher im Falle eines Fadenbruchs bedarfsgerecht zwischen einem Anspinnprozess
und einer Spleissverbindung ausgewählt werden kann. Die Auswahl kann programmtechnisch
bzw. steuerseitig derart eingestellt oder einstellbar sein, dass abhängig von einem
Ort der Faserband- bzw. Fadenunterbrechung der Anspinnprozess oder die Spleissverbindung
durchgeführt wird. Als Auswahlkriterium können natürlich weitere, textiltechnologisch
sinnvolle Kriterien hergenommen werden.
[0041] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist der Fadenleitkanal, insbesondere
der Kanalverbindungsabschnitt einen Fadenumlenkabschnitt zum Umlenken des Fadens auf.
Eine Durchgangsachse eines Kanalabschnitts des Fadenleitkanals, insbesondere des ersten
Kanalabschnitts, auf einer Seite des Fadenumlenkabschnitts, welche sich entlang des
in dem Kanalabschnitt bzw. des ersten Kanalabschnitts verlaufenden Fadenlaufwegs bzw.
Fadenleitachse erstreckt, verläuft dabei in einer Projektionsebene quer, also mit
einem eingeschlossenen Winkel ungleich 180°, zu einer entsprechenden Durchgangsachse
eines auf der anderen Seite des Fadenumlenkabschnitts angeordneten Kanalabschnitts
des Fadenleitkanals, insbesondere des zweiten Kanalabschnitts. Dadurch kann der Fadenleitkanal
als auch insgesamt die Spinnmaschine im Bereich des Fadenleitkanals platzsparender
ausgebildet werden.
[0042] In weiter bevorzugter Weise kann eine Einmündung derart vorgesehen und mit dem Fadenleitkanal
ausgebildet sein, dass sich eine Durchgangsachse der Einmündung, welche senkrecht
zu einer von der Einmündungsöffnung aufgespannten Durchgangsebene verläuft, parallel,
weiter bevorzugt kongruent, zu der Fadenleitachse bzw. der Durchgangsachse des ersten
Kanalabschnitts und quer zu der Fadenleitachse des zweiten Kanalabschnitts erstreckt.
Die Überdruckund Sogwirkung lassen sich somit effektiv in dem jeweiligen ersten und
zweiten Kanalabschnitt unter Vermeidung bzw. durch Verringerung ansonsten störender
Strömungswirbel erzeugen. Ferner kann ein mit der Einmündung zusammenwirkender Druckluftanschluss
von außen problemlos zugänglich an dem Fadenleitkanal angeordnet oder mit diesem ausgebildet
werden.
[0043] Weiterhin kann der Fadenleitkanal nach einer bevorzugten Ausführungsform einen Befestigungsabschnitt
zum, insbesondere lösbaren, Befestigen des Fadenleitkanals an einem Gehäuse- oder
Rahmenabschnitt einer Arbeitsstelle der Spinnmaschine aufweisen. Der Fadenleitkanal
kann modular an der Spinnmaschine angeordnet und nach der weiter bevorzugten Ausführungsform
im Bedarfsfall auch ausgetauscht bzw. demontiert werden.
[0044] Weiter bevorzugt bildet der Befestigungsabschnitt ein Gehäuse zur Aufnahme wenigstens
des Fadenumlenkabschnitts aus oder ist an einem solchen Gehäuse angeordnet. Damit
kann der Fadenleitkanal kompakter ausgestaltet werden. Beispielsweise kann das Gehäuse
zudem den der Einmündung bzw. der weiteren Einmündung zugeordneten Druckluftanschluss
aufweisen. Weiterhin bevorzugt kann das Gehäuse den der Luftspinnvorrichtung in Fadenlaufrichtung
am nahesten gelegenen Kanalabschnitt des Fadenleitkanals beherbergen, wodurch zusätzliche
Dichtmaßnahmen wie bspw. O-Ringe oder dergleichen reduzierbar und der Fadenleitkanal
an sich konstruktiv einfacher ausgestaltbar ist.
[0045] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist eine Fadenendvorbereitungseinrichtung
mit wenigstens einem Halte- und Auflöseröhrchen zum Vorbereiten des Fadenendes vorgesehen,
wobei das Halte- und Auflöseröhrchen an einem der Auflaufspule nahen Ende des Fadenleitkanals
angeordnet oder ausgebildet ist. Halte- und Auflöseröhrchen sind weithin bekannt,
weswegen auf eine detaillierte Beschreibung der Ausgestaltung dieser im Folgenden
verzichtet werden kann. Im Zuge eines Anspinnvorgangs kann das Fadenende vor Eintritt
in den Kanalverbindungsabschnitt mittels des Halte- und Auflöseröhrchens zunächst
aufgelöst bzw. vorbereitet und anschließend in Richtung der Luftspinnvorrichtung im
bereits aufgelösten bzw. vorbereiteten Zustand geleitet werden.
[0046] Vorteilhafterweise formt das wenigstens eine Halte- und Auflöseröhrchen einen Kanalabschnitt
des Fadenleitkanals, insbesondere den zweiten Kanalabschnitt aus. Dadurch kann der
Fadenleitkanal kompakter und konstruktiv weiter vereinfacht ausgebildet werden. Dabei
kann die Einmündung in weiter bevorzugter Weise angrenzend zu dem Halte- und Auflöseröhrchen
angeordnet sein. Dadurch lässt sich ein Druckluftanschluss, welcher nur zum Zuführen
von Druckluft zum Auflösen bzw. Vorbereiten des Fadenendes vorzusehen wäre, einsparen.
Denn mittels der Einmündung kann zum Einen die Einfädelung des Fadenendes in das Halte-
und Auflöseröhrchen einhergehend mit dem Auflösen bzw. Vorbereiten des Fadenendes
und zum anderen das pneumatische Leiten des vorbereiteten Fadenendes über den ersten
Kanalabschnitt in die Luftspinnvorrichtung ermöglicht werden. Die Druckluftzufuhr
kann dabei in bevorzugter Weise automatisch geregelt sein, um die für den Auflöseprozess
und den Fadenleitvorgang ggf. unterschiedlich erforderliche Druckluftintensität automatisch
bereitzustellen. Dafür kann bei Bedarf in weiter bevorzugter Weise ein Druckluftsensor
zur Erfassung der vorherrschenden Druckluftintensität geeignet angeordnet sein.
[0047] Weiterhin bevorzugt ist nach einer Ausführungsform ein der Luftspinnvorrichtung nahes
Ende des Fadenleitkanals düsenartig ausgebildet oder grenzt an ein düsenartig ausgebildetes
Element an. Das düsenartige Ende des Fadenleitkanals kann nach einer bevorzugten Ausführungsform
durch das entsprechende Ende des der Luftspinnvorrichtung in Fadenlaufrichtung am
nahesten gelegenen Kanalabschnitts ausgebildet. Das düsenartige Element kann bevorzugt
derart ausgebildet sein, dass das düsenartige Element ein Einsatzelement ausformt,
welches weiter bevorzugt am Fadenleitkanalende zerstörungsfrei einsetz- und entnehmbar
ist. So kann entsprechend einer zu produzierenden Garnart ein geeignetes Düsenende
zum definiert pneumatischen Leiten des Fadenendes in Richtung der Luftspinnvorrichtung
eingesetzt werden, ohne den Fadenleitkanal an sich austauschen zu müssen.
[0048] Weiter bevorzugt ist das der Luftspinnvorrichtung nahe Ende des Fadenleitkanals bzw.
das düsenartige Element beabstandet zu einem Trichtereingang eines zu der Luftspinnvorrichtung
führenden Fadenleittrichters angeordnet, wobei der Abstand derart gewählt ist, dass
ein das der Luftspinnvorrichtung nahe Ende des Fadenleitkanals bzw. des düsenartigen
Elements verlassende Fadenende mittels der in dem Kanalverbindungsabschnitt erzeugten
Druckluft wenigstens in den Trichtereingang leitbar ist. Die das Fadenende begleitende
Druckluft kann somit beim Verlassen des Fadenleitkanals und vor Eintritt in den Bereich
der Luftspinnvorrichtung in ihrer Stärke geeignet abgeschwächt bzw. kontrolliert werden.
Vorzugsweise folgt dem Trichtereingang in Richtung der Luftspinnvorrichtung wenigstens
ein weiterer Fadendurchgang, dessen Fadendurchgangseingang beabstandet zu einem Ausgang
des dem Trichtereingang in Richtung der Luftspinnvorrichtung folgenden Trichterausgangs
angeordnet ist. Somit lässt sich eine weitere bedarfsgerecht kontrollierbare Abschwächung
der Stärke der das Fadenende begleitenden Druckluft erreichen.
[0049] Die Erfindung wird nachfolgend anhand in den Zeichnungen dargestellter Ausführungsbeispiele
näher erläutert.
Es zeigt:
[0050]
- Fig. 1
- in Vorderansicht eine Luftspinnmaschine mit Arbeitsstellen, die zur Versorgung ihrer
Luftspinnvorrichtung jeweils eine arbeitsstelleneigne Saugdüse und eine Fadenendvorbereitungseinrichtung
aufweisen,
- Fig. 2
- schematisch, im Schnitt, eine Luftspinnvorrichtung während des Spinnbetriebes,
- Fig. 3
- die Luftspinnvorrichtung gemäß Fig.2 während des Anspinnvorgangs,
- Fig. 4
- einen Fadenleitkanal nach einem Ausführungsbeispiel, welche bei einer wie in Fig.
1 gezeigten Luftspinnmaschine eingesetzt werden kann,
- Fig. 5
- einen Fadenleitkanal nach einem Ausführungsbeispiel in einer geschnittenen perspektivischen
Draufsicht,
- Fig. 6
- den in Fig. 5 gezeigten Fadenleitkanal in einer geschnittenen perspektivischen Seitenansicht,
und
- Fig. 7
- einen wie in Fig. 5 und 6 gezeigten Fadenleitkanal im montierten Zustand an einer
Arbeitsstelle einer Luftspinnmaschine.
[0051] Die Fig. 1 zeigt schematisch in Vorderansicht eine üblicherweise als Kreuzspule 9
bezeichnete Auflaufspule herstellende Textilmaschine, im vorliegenden Fall eine Luftspinnmaschine
1.
[0052] Derartige Textilmaschinen 1 weisen zwischen maschinenendseitig angeordneten Maschinengestellen
13A, 13B eine Vielzahl von Arbeitsstellen 2 auf. Diese in Reihe nebeneinander angeordneten,
in der Regel identisch ausgebildeten Arbeitsstellen 2 sind auch als Spinnstellen bekannt.
An jeder der Arbeitsstellen 2 ist eine Spinnkanne 3 positioniert, die mit einem Vorrat
an Vorlagematerial, beispielsweise mit Faserband 25, ausgestattet ist.
[0053] Die Arbeitsstellen 2 verfügen des Weiteren jeweils über ein Streckwerk 4, eine Luftspinnvorrichtung
5, eine Fadenabzugseinrichtung 6, einen Garnreiniger 7 sowie über eine Fadenchangiereinrichtung
8, die dafür sorgt, dass der in der Luftspinnvorrichtung 5 aus dem Faserband 25 gesponnene
bzw. gefertigte Faden 36 in sich kreuzenden Lagen auf eine Auflaufspule 9 gewickelt
wird. Die während des Spinnprozesses entstehende, sogenannte Kreuzspule 9 ist dabei
jeweils, wie üblich, in einem (nicht dargestellten) Spulenrahmen gehalten und wird
durch einen (ebenfalls nicht dargestellten) Spulenantrieb rotiert.
[0054] Jede der Arbeitsstellen 2 ist außerdem mit einer Saugdüse 39 ausgestattet, die es
ermöglicht, ein nach einer Spinnunterbrechung auf die Kreuzspule 9 aufgelaufenes Fadenende
37 eines gefertigten Fadens 36 aufzunehmen und an eine im Bereich der Fadenabzugseinrichtung
6 angeordnete, so genannte Fadenendvorbereitungseinrichtung 40 zu überführen.
[0055] Die Fig. 2 zeigt in Seitenansicht sowie einem größeren Maßstab eine zur Durchführung
des Verfahrens nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel geeignete Luftspinnvorrichtung
5 während des normalen Spinnprozesses.
[0056] Wie ersichtlich, ist der im Schnitt dargestellten Luftspinnvorrichtung 5 ein Streckwerk
4 zum Verzeihen eines Faserbandes 25 vorgeschaltet. In Faserbandlaufrichtung R hinter
der Luftspinnvorrichtung 5 ist eine einzelmotorisch und reversibel antreibbare Fadenabzugseinrichtung
6 installiert, die dafür sorgt, dass der gefertigte Faden 36 in Richtung der Auflaufspule
9 und in dazu entgegengesetzter Richtung befördert werden kann.
[0057] Im Bereich der Fadenabzugseinrichtung 6 ist außerdem eine in den Figuren 2 und 3
nicht dargestellte Fadenvorbereitungseinrichtung 40 angeordnet, die das durch die
Saugdüse 39 zurückgeholte Fadenende 37 des fertigen Fadens 36 für den nachfolgenden
Anspinnvorgang vorbereitet.
[0058] Solche Fadenendvorbereitungseinrichtungen 40 sind im Prinzip bekannt und beispielsweise
in der
DE 35 18 316 A1 oder in der
DE 102 02 781 A1 relativ ausführlich beschrieben.
[0059] Wie später anhand der Fig. 4 näher erläutert werden wird, verfügt eine solche Fadenendvorbereitungseinrichtung
40 über ein pneumatisch beaufschlagbares Halte- und Auflöseröhrchen 31.
[0060] Wie in Fig.2 dargestellt, besteht die Luftspinnvorrichtung 5 im Wesentlichen aus
einem zweiteiligen Außengehäuse 14, 15, einem Expansionsgehäuse 16, einem Düsenblock
17, einer Faserbandführung 18 sowie einem hohlen Spinnkonus 19.
[0061] Das Expansionsgehäuse 16 bildet dabei in Verbindung mit dem vorderen Gehäuseteil
14 des Außengehäuses einen vorderen Ringraum 20, der über eine Pneumatikleitung 21
an eine Überdruckquelle 22 angeschlossen ist und in Verbindung mit dem hinteren Gehäuseteil
15 des Außengehäuses einen Expansionsraum 28 steht.
[0062] Während der Expansionsraum 28 über einen Abluftkanal 29 indirekt mit der Umgebungsatmosphäre
verbunden ist, ist der Ringraum 20 pneumatisch durchgängig mit wenigstens einer Blasluftdüse
23 verbunden, die im Düsenblock 17 angeordnet sind.
[0063] Die Blasluftdüse 23 ist dabei im Bereich der Eintrittsöffnung 35 des Spinnkonus"
19 tangential so auf den Kopf 24 des Spinnkonus' 19 gerichtet, dass sich an diesem
eine rotierende Luftströmung einstellt. Der Spinnkonus 19 ist vorzugsweise aus einem
hochverschleißfesten Material gefertigt, beispielsweise einem technischen Keramikwerkstoff.
[0064] Zur Steuerung der Druckluftzufuhr ist die Pneumatikleitung 21 mit einem Ventil 32
ausgestattet, dessen Betätigen vorzugsweise durch eine spinnstelleneigene Steuervorrichtung
38 erfolgt, die über entsprechende Steuerleitungen mit dem Ventil verbunden ist.
[0065] Während des normalen, in der Fig. 2 dargestellten, vorbekannten Spinnvorganges durchläuft
das jeweils in einer Spinnkanne 3 bevorratete Faserband 25 auf seinem Weg zur Kreuzspule
9 zunächst das Streckwerk 4, wo es stark verzogen wird. Über das Ausgangswalzenpaar
26 des Streckwerks 4 wird das verstreckte Faserband 25 dann in den Bereich der Eingangsöffnung
27 der Luftspinnvorrichtung 5 überführt und unter dem Einfluss einer dort anstehenden
Unterdruckströmung in die Luftspinnvorrichtung 5 eingesaugt. Innerhalb der Luftspinnvorrichtung
5 gelangt das verstreckte Faserband 25 über die Faserbandführung 18 sowie den Düsenblock
17 zur Eintrittsöffnung 35 des hohlen Spinnkonus" 19 und wird durch den sich innerhalb
des Spinnkonus' 19 bildenden Faden 36 in den Spinnkonus 19 hineingezogen. Das Faserband
25 ist dabei im Bereich des Kopfes 24 des Spinnkonus' 19 dem Einfluss einer Rotationsströmung
ausgesetzt, die durch den aus dem Düsenblock 17 austretenden Luftstrom erzeugt wird.
[0066] Zur definierten Zuleitung dieses durch die Druckluftquelle 22 initiierten Luftstromes
zum Düsenblock 17 ist das Ventil 32 geöffnet. Um während des Spinnprozesses das Abströmen
des über den Düsenblock 17 einströmenden Luftstromes durch den Abluftkanal 29 an die
Umgebungsatmosphäre oder an eine maschineneigene Absaugung zu ermöglichen, ist ein
über eine entsprechende Steuerleitung mit der Steuervorrichtung 38 verbundenes Ventil
34 geöffnet.
[0067] Während des Spinnprozesses wird aufgrund der kontinuierlichen Bewegung des Faserbandes
25 in Faserbandlaufrichtung R das Faserband 25 fortlaufend in den hohlen Spinnkonus
19 eingezogen, wobei die Randfasern schraubenförmig um die Kernfasern des Faserbandes
25 geschlungen werden. Der dadurch gefertigte Faden 36 wird mittels der Fadenabzugseinrichtung
6 aus der Luftspinnvorrichtung 5 gezogen und anschließend zu einer Kreuzspule 9 aufgewickelt.
[0068] Wenn es während des Spinnprozesses zu einer Spinnunterbrechung kommt, zum Beispiel
aufgrund eines Bruches des Faserbandes 25 oder aufgrund eines kontrollierten Schnittes
des bereits gesponnenen Fadens 36 durch den Garnreiniger 7, muss vor einem Neustart
des Spinnprozesses zunächst ein Anspinnvorgang durchgeführt werden.
[0069] Zur Durchführung eines Anspinnvorgangs wird bekanntlich einerseits das verstreckte
Faserband 25 und anderseits der auf die Kreuzspule 9 aufgelaufene, bereits fertiggestellte
Faden 36 benötigt.
[0070] Gemäß dem Verfahren nach der vorliegenden Erfindung wird im Zuge eines Ausführungsbeispiels
nach einer Spinnunterbrechung durch eine arbeitsstelleneigene Saugdüse 39 der betroffenen
Arbeitsstelle 2 zunächst das Fadenende 37 des bereits fertiggestellten Fadens 36 von
der Kreuzspule 9 zurückgeholt und in eine mit einem Halte- und Auflöseröhrchen 31
ausgestattete, vorzugsweise der Luftspinnvorrichtung 5 in Faserbandlaufrichtung R
nachgeschaltet angeordnete Fadenendvorbereitungseinrichtung 40 überführt, wie beispielhaft
mit Figuren 4 bis 7 gezeigt. In dem Halte- und Auflöseröhrchen 31 wird das Fadenende
37 weitestgehend von Drehung und losen Fasern befreit.
[0071] Wie im Einzelnen den Fig. 4 bis 6 entnehmbar, verfügt die Fadenendvorbereitungseinrichtung
40 dazu über ein in einem Aufnahmegehäuse 47 angeordnetes Halte- und Auflöseröhrchen
31. Das Aufnahmegehäuse 47 weist seinerseits einen Ringraum 46 auf, an den über eine
Pneumatikleitung 41 eine Druckluftquelle 42 angeschlossen ist. In die Pneumatikleitung
41 ist ein Ventil 43 eingeschaltet, das über eine Steuerleitung 44 zum Beispiel an
die (in Fig. 4 bis 6 nicht dargestellte) Steuereinrichtung 38 der Arbeitsstelle 2
angeschlossen ist. Das Halte- und Auflöseröhrchen 31 ist mit wenigstens einer Blasdüse
45 ausgestattet, die mit dem Ringraum 46 in Verbindung steht.
[0072] Wie an sich bekannt, muss ein Faden zum Vorbereiten seines Fadenendes für einen Fadenverbindungsvorgang
zunächst in ein Halte- und Auflöseröhrchen 31 eingelegt werden. Das heißt, der durch
die Saugdüse 39 von der Kreuzspule 9 zurückgeholte Faden 36 wird von der Saugdüse
39 so an der Fadenendvorbereitungseinrichtung 40 bereitgestellt, dass er pneumatisch
in das Halte- und Auflöseröhrchen 31 eingefädelt werden kann. Die Fadenendvorbereitungseinrichtung
40 kann dazu, wie beispielhaft in Fig. 4 bis 6 angedeutet, mit wenigstens einer Schneideinrichtung
50 zusammenwirken, welche den zurückgeholten Faden 36 bedarfsgerecht ablängt. Im Zuge
des Schneidvorganges wird das Ventil 43 angesteuert und über die Blasdüse 45 Druckluft
in das Halte- und Auflöseröhrchen 31 eingeblasen, um das geschnittene Fadenende 37
in das Halte- und Auflöseröhrchen 31 pneumatisch einzufädeln bzw. einzusaugen. Das
eingefädelte Fadenende 37 wird im Halte- und Auflöseröhrchen von Garndrehung und losen
Fasern befreit. Falls erforderliche kann gleichfalls eine Klemmeinrichtung vorgesehen
sein, welche den Faden vor dem Schneidvorgang in bekannter Weise klemmt. Die Klemmeinrichtung
kann dabei in weiter bevorzugter Weise mit der Schneideinrichtung kombiniert sein.
[0073] Wie mit den Fig. 4 bis 7 ferner gezeigt, ist die Fadenendvorbereitungseinrichtung
40 mit einem Fadenleitkanal 60 zum Durchleiten des Fadens 36 gekoppelt, wobei der
Fadenleitkanal 60 in Faserbandlaufrichtung R zwischen der Luftspinnvorrichtung 5 und
der Fadenendvorbereitungseinrichtung 40 unmittelbar an diese angrenzend angeordnet
ist. Die Faserbandlaufrichtung R ist identisch zu der Laufrichtung des Fadens im Spinnbetrieb
der Luftspinnmaschine, bei welchem der Faden 36 mittels der Luftspinnvorrichtung 5
gesponnen wird.
[0074] Der Fadenleitkanal 60 nach dem mit Fig. 4 gezeigten Ausführungsbeispiel umfasst einen
ersten Kanalabschnitt 62 sowie einen zweiten Kanalabschnitt 64 unter Zwischenlage
eines Kanalverbindungsabschnitts 66. Der erste Kanalabschnitt 62 und der Kanalverbindungsabschnitt
66 sind von einem Gehäuse 70 aufgenommen. Das Gehäuse 70 weist einen nicht dargestellten
Befestigungsabschnitt zum Befestigen des Fadenleitkanals 60 an einen Rahmen oder Gehäuse
100 einer Arbeitsstelle 2 der Luftspinnmaschine 1 auf, wie beispielhaft in Fig. 7
gezeigt. Ein erstes Ende 64A des zweiten Kanalabschnitts 64 endet in dem Gehäuse 70
dichtend unter Zwischenlage eines O-Ringes 80. Ein zweites Ende 64B des zweiten Kanalabschnitts
64 endet gemäß dem in Fig. 4 gezeigten Ausführungsbeispiel dichtend in dem Aufnahmegehäuse
47 der Fadenendvorbereitungseinrichtung 40 unter Zwischenlage eines weiteres O-Ringes
80, wobei das zweite Ende 64B direkt an dem zugeordneten Ende des Halte- und Auflöseröhrchens
31 anliegt und mit diesem einen gemeinsamen Kanaldurchgang für den Faden 36 bzw. das
Fadenende 37 ausformt.
[0075] Der Kanalverbindungsabschnitt 66 umfasst einen Fadenumlenkabschnitt 67 zum Umlenken
des Fadens 36 zwischen dem ersten 62 und zweiten Kanalabschnitt 64. Der Fadenumlenkabschnitt
67 ist querschnittlich kreisbogenartig ausgestaltet, wobei das in das Gehäuse 70 hineinragende
und mit dem Kanalverbindungsabschnitt 66 verbundene Ende 64A des zweiten Kanalabschnitts
64 über den querschnittlich kreisbogenförmigen Fadenumlenkabschnitt 67 mit einem mit
dem Kanalverbindungsabschnitt 66 verbundene ersten Ende 62A des ersten Kanalabschnitts
62 zum Durchleiten des Fadens 36 zwischen der Luftspinnvorrichtung 5 und der Fadenendvorbereitungseinrichtung
40 gekoppelt ist. Der Fadenleitkanal 60 bildet damit einen den Fadenlaufweg teilweise
einhausenden Abschnitt aus. Zwischen dem ersten 62 und zweiten Kanalabschnitt 64 wird
dadurch zudem ein Winkel von kleiner als 180°, im gezeigten Ausführungsbeispiel von
kleiner als 90°, ausgebildet. Der Fadenleitkanal 60 ist dadurch kompakt ausbildbar.
Der Befestigungsabschnitt kann dabei problemlos an einer Seite des Fadenleitkanals
60 vorgesehen werden, welcher zu der den Winkel einschließenden Seite abgewandt ist.
[0076] Das Gehäuse 70 umfasst des Weiteren eine Aufnahme für einen Druckluftanschluss 72
beispielhaft in Form eines Injektors, über welchen Druckluft über eine Einmündung
68 in den ersten Kanalabschnitt 62 zum Erzeugen pneumatischen Überdruckes zuführbar
ist, wobei gleichzeitig in dem zweiten Kanalabschnitt 64 eine Sogwirkung entsteht.
Die Einmündung 68 grenzt an dem ersten Ende 62A des ersten Kanalabschnitts 62 an und
führt die Druckluft parallel, insbesondere kongruent, zu einer Fadenleitachse des
ersten Kanalabschnitts 62 und quer zu einer Fadenleitachse des zweiten Kanalabschnitts
64 zu. Die Fadenleitachse ist dabei die Achse entlang welcher der Faden in dem Fadenleitkanal
60 bzw. in den jeweiligen Kanalabschnitten 62, 64, 66 geleitet wird.
[0077] Das zweite Ende 62B des ersten Kanalabschnitts 62 grenzt an einen in dem Gehäuse
70 aufgenommenen Düseneinsatz 74, welcher vorzugsweise zerstörungsfrei auswechselbar
einsetzund demontierbar ist, an. Über diesen Düseneinsatz 74 wird das aus dem ersten
Kanalabschnitt 62 mit Druckluft geleitete Fadenende 37 in Richtung eines zu dem Ausgang
des Düseneinsatzes 74 beabstandet gegenüberliegenden Trichtereingangs 76 geblasen.
Der Abstand zwischen dem Ausgang des Düseneinsatzes 74 und dem Trichtereingang 76
ist nach einem Ausführungsbeispiel relativ zueinander unveränderbar und nach einem
weiteren Ausführungsbeispiel insbesondere variabel einstellbar, wodurch jeweils eine
Verringerung einer Intensität der das Fadenende 37 leitenden Druckluft erreicht werden
kann. Mit anderen Worten kann ein Anteil der das Fadenende 37 leitenden Druckluft
in dem zwischen dem Ausgang des Düseneinsatzes 74 und dem Trichtereingang 76 ausgebildeten
Zwischenraumes entweichen, während der restliche Anteil das Fadenende 37 in den Trichtereingang
76 leitet. Dem Trichtereingang 76 folgen in Richtung der Luftspinnvorrichtung 5 nach
diesem Ausführungsbeispiel zwei weitere Fadendurchgänge 77, 78, zwischen denen jeweils
weitere Zwischenräume zum Entweichen eines definierten Anteils der Druckluft ausgebildet
sind bevor das Fadenende 37 in die Luftspinnvorrichtung 5 entgegen der Fadenband-
bzw. Fadenlaufrichtung R eintreten kann. Der Trichtereingang 76 mit den zwischenliegenden
Fadendurchgängen 77, 78 sind mittels Befestigungsschrauben 79 zwischen dem Gehäuse
70 und der Luftspinnvorrichtung 5 gehalten. Mittels der Befestigungsschrauben 79 sind
die Luftspinnvorrichtung 5 und das Gehäuse 70 miteinander gekoppelt. Insbesondere
kann nach einem weiteren Ausführungsbeispiel eine Position des Trichtereingangs 76
und/oder der zwischenliegenden Fadendurchgänge 77, 78 entlang der Befestigungsschrauben
variabel in bedarfsgerechter Weise eingestellt werden, um den Anteil der entweichenden
Druckluft in den einzelnen Abschnitten einstellen zu können. Mittels der Anordnung
nach einem dieser Ausführungsbeispiele kann der Faden bzw. das vorbereitete Fadenende
37 in schonender Weise zu der Luftspinnvorrichtung 5 geleitet werden. Das wie vorstehend
vorbereitete und an die Luftspinnvorrichtung 5 überführte Fadenende 37 wird anschließend
mit dem von dem Streckwerk 4 vorgelegten Faserband 25 verbunden.
[0078] Dabei endet die Zuführung des vorbereiteten Fadenendes 37, wenn das vorbereitete
Fadenende 37, wie in Fig. 3 dargestellt, etwas beabstandet vor der Eintrittsöffnung
35 des Spinnkonus'19 innerhalb der Luftspinnvorrichtung 5 positioniert ist. Um sicherzustellen,
dass das Fadenende 37 stets ordnungsgemäß positioniert ist, ist die Fadenabzugseinrichtung
6 einzelmotorisch bspw. über einen Schrittmotor angetrieben, wobei der Schrittmotor
derart angesteuert wird, dass mittels Erfassung der Anzahl der Schritte des Schrittmotors
die Fadenabzugseinrichtung 6 reversibel, also entgegen der im Spinnbetrieb vorherrschenden
Fadenabzugsrichtung angetrieben wird, um eine definierte bedarfsgerechte Rückführung
des Fadenendes 37 begleitet von der in dem Fadenleitkanal 60 vorherrschenden Luftströmung
entlang der von der Fadenabzugseinrichtung 6 zu der Luftspinnvorrichtung 5 weisenden
Richtung bis an die vorbestimmte Position bewirken zu können. Vorzugsweise kann im
Bereich des Düsenblocks 17 und der Eintrittsöffnung 35 des Spinnkonus" 19 ein an die
Steuervorrichtung 38 angeschlossener Sensor vorgesehen sein, mittels welchem die ordnungsgemäße
Positionierung des Fadenendes 37 zudem bestätigt werden kann.
[0079] Sobald das Fadenende 37 seine vorbestimmte Position erreicht hat, veranlasst die
Steuervorrichtung 38 eine Umschaltung der Ventile 32 und 34 derart, dass der Düsenblock
17 wieder mit Druckluft beaufschlagt wird. Gleichzeitig werden das ebenfalls einzelmotorisch
angetriebene Streckwerk 4 und die Fadenabzugseinrichtung 6 derart angesteuert, dass
ein freies Ende des Faserbandes 25 zunächst in Kontakt mit dem vorbereiteten Fadenende
37 des Fadens 36 gelangt das Faserband 25 mit dem vorbereiteten Fadenende 37 des Fadens
36 verwirbelt und dabei so miteinander verbunden werden, dass ein abzugsfähiger neuer
Faden entsteht, der mittels der Fadenabzugseinrichtung 6 definiert aus der Luftspinnvorrichtung
5 abgezogen werden kann. Der Anspinnvorgang geht somit in den normalen Spinnprozess
über.
[0080] Fig. 5 und 6 zeigen einen Fadenleitkanal 90 nach einem weiteren Ausführungsbeispiel.
Dieser Fadenleitkanal 90 unterscheidet sich von dem mit Fig. 4 gezeigten Fadenleitkanal
60 konstruktiv im Wesentlichen durch den Anordnungsort der Einmündung 98. Im Einzelnen
ist die Einmündung 98 im Vergleich zu dem mit Fig. 4 gezeigten Fadenleitkanal 60 in
einem dem Halteund Auflöseröhrchen 31 in Fadenlaufrichtung R vorgeschalteten Abschnitt
angeordnet. Die Einmündung 98 ist in Form eines entgegen der Fadenlaufrichtung R gerichteten
Ringspaltes ausgestaltet, um die einzublasende Druckluft in Richtung der Luftspinnvorrichtung
5 bzw. einer der Fadenlaufrichtung R entgegengesetzten Richtung in den Fadenleitkanal
60 einzuleiten. Der die Einmündung 98 umfassende Kanalabschnitt bildet im Sinne der
vorliegenden Erfindung den Kanalverbindungsabschnitt 96 des Fadenleitkanals 90 aus.
Der Kanalverbindungsabschnitt 96 umfasst einen weiteren Ringraum 97, welcher mit der
Einmündung 98 zum Zuführen der Druckluft gekoppelt ist. Der Ringraum 97 ist über eine
in dem Aufnahmegehäuse 47 ausgebildete Öffnung 48 mit einer weiteren Pneumatikleitung
92 gekoppelt, welche in eine für diese vorgesehene Aufnahme 49 des Aufnahmegehäuses
angrenzend zur Öffnung 48 endet.
[0081] Bei diesem Ausführungsbeispiel ist der Kanalverbindungsabschnitt 96 nahe dem Halte-
und Auflöseröhrchen 31 unter Zwischenlage des zweiten Kanalabschnitts 94 angeordnet.
Der zweite Kanalabschnitt 94 ist bei diesem Ausführungsbeispiel über ein dazwischen
angeordnetes Düsenelement 93 mit dem Halte- und Auflöseröhrchen 31 zum Durchleiten
des Fadenendes 37 gekoppelt.
[0082] Der Kanalverbindungsabschnitt 96 grenzt auf einer dem zweiten Kanalabschnitt 94 abgewandten
Seite an den ersten Kanalabschnitt 92 an. Der erste Kanalabschnitt 92 ist bei diesem
Ausführungsbeispiel folglich konstruktiv identisch wie der zweite Kanalabschnitt 64
des mit Fig. 4 beschriebenen Fadenleitkanals 60 ausgestaltet. Nach einem nicht dargestellten
weiteren Ausführungsbeispiel kann in alternativer Weise der erste Kanalabschnitt 92
mit dem Kanalverbindungsabschnitt 96 einstückig ausgestaltet sein.
[0083] Dem ersten Kanalabschnitt 92 folgt in Richtung der Luftspinnvorrichtung 5 ein Gehäuse
70, welches annähernd identisch zu dem in Verbindung mit Fig. 4 beschriebenen Gehäuse
70 mit dem Fadenumlenkabschnitt 67 und dem Düseneinsatz 74 jedoch ohne die Einmündung
68 und dem zu der Einmündung 68 führenden Injektor 72 ausgebildet ist. In diesem Zusammenhang
wird mit Blick auf die Ausgestaltung des Gehäuses 70 und des Düseneinsatzes 74 nach
diesem Ausführungsbeispiel auf die vorstehende Beschreibung in Verbindung mit der
nachfolgenden Beschreibung verwiesen.
[0084] Wie in Fig. 5 explizit gezeigt, führt zu dem Fadenumlenkabschnitt 67 ein von einem
Deckelelement 71 verschlossener Durchgang, über welchen der Fadenumlenkabschnitt 67
und damit die Fadenumlenkung zugänglich ist. Über den Durchgang können so abhängig
von der zu verarbeitenden Garnart unterschiedlich ausgebildete Fadenumlenkabschnitte
67 in das Gehäuse 70 einsetzbar bzw. auswechselbar für das Gehäuse 70 bereitgestellt
sein. Nach einem weiteren Ausführungsbeispiel kann eine Fixierung des Fadenumlenkabschnitts
67 in dem Gehäuse 70 mittels des Deckelelementes 71 erfolgen.
[0085] Der Fadenumlenkabschnitt 67 ist bei diesem Ausführungsbeispiel im Wesentlichen bikonisch,
auch bekannt als Diaboloform, ausgebildet. Die Ausgestaltung dieser spezifisch bikonischen
als auch jede andere Form des Fadenumlenkabschnitts 67 kann entsprechend der zu leitenden
Garnart geeignet gewählt sein. Beispielsweise können die zu dem Fadenführungsflächenabschnitt
führenden Seitenflächen der bikonischen Form je nach Garnerfordernis querschnittlich
eine konkave oder konvexe Wölbung aufweisen oder weiterhin alternativ querschnittlich
gerade ausgebildet sein. Die senkrecht zur Fadenumlenkrichtung verlaufende Breite
des Fadenführungsflächenabschnitts kann an die zu verarbeitenden Garnart angepasst
geeignet ausgewählt sein. Auch der die Fadenumlenkung ausmachende Radius kann der
Garnart angepasst geeignet ausgewählt sein.
[0086] Dem Gehäuse 70 folgen in Richtung der Luftspinnvorrichtung 5 ferner in einer wie
in Fig. 4 gezeigten und in Verbindung mit dieser beschriebenen und darauf Bezug genommenen
Weise der Düseneinsatz 74, der Trichtereingang 76 und die weiteren Fadendurchgänge
77, 78.
[0087] Fig. 7 zeigt beispielhaft einen wie in Fig. 4 bis 6 gezeigten Fadenleitkanal 60 im
montierten Zustand an einer Arbeitsstelle 2 der Luftspinnmaschine 1. Im Besonderen
wird deutlich, dass die umgelenkte Ausführung des Fadenleitkanals 60 nach diesem Ausführungsbeispiel
platzsparend zwischen den übrigen an der Arbeitsstelle 2 angeordneten Einrichtungen
platzierbar ist.
[0088] Der Fadenleitkanal ist nach einem nicht dargestellten Ausführungsbeispiel noch kompakter
ausgestaltbar, indem beispielsweise der zweite Kanalabschnitt mit dem Halte- und Auflöseröhrchen
derart kombiniert werden, dass das Halte- und Auflöseröhrchen den zweiten Kanalabschnitt
ausbildet, wobei die Einmündung beispielsweise in Form eines Ringspaltes am Ende des
Halte- und Auflöseröhrchens positioniert bzw. im Endbereich des Halte- und Auflöseröhrchens
ausgebildet wird. Dadurch kann Druckluft über die Einmündung zugeführt werden, um
zum einen das mittels der Saugdüse 39 zugeführte Fadenende einzusaugen und das Fadenende
37 unmittelbar vorzubereiten bzw. aufzulösen und zum anderen das vorbereitete Fadenende
37 in dem Fadenleitkanal 60 pneumatisch zu leiten. Damit kann eine schonende bzw.
weniger aggressive Vorbereitung des Fadenendes 37 erreicht werden. Zudem kann ein
nur für die Auflösung des Fadenendes 37 vorzusehender Druckluftanschluss eingespart
werden.
[0089] Die beschriebenen und in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele sind nur beispielhaft
gewählt. Unterschiedliche Ausführungsbeispiele können vollständig oder in Bezug auf
einzelne Merkmale miteinander kombiniert werden. Auch kann ein Ausführungsbeispiel
durch Merkmale eines weiteren Ausführungsbeispiels ergänzt werden. So kann beispielsweise
das Gehäuse als Drehgelenk ausgestaltet sein, um den über den Fadenumlenkabschnitt
eingeschlossenen Winkel bedarfsgerecht an den Installationsort und/oder den Installationsvorgang
verändern zu können. Alternativ dazu kann die Einmündung oder zusätzlich eine weitere
Einmündung im Bereich des ersten Kanalabschnitts derart angeordnet und ausgestaltet
sein, dass die Druckluftzufuhr quer zu der Fadenleitachse des ersten Kanalabschnitts
erfolgt. Weiterhin können nach einem Ausführungsbeispiel der erste und zweite Kanalabschnitt
in unterschiedlichen Ebenen verlaufen, um so ein zuverlässiges, ungehindertes Vorbeiführen
der Saugdüse an dem Streckwerk und an dem zweiten Kanalabschnitt zum Zuführen des
eingefangenen Fadenendes in den Bereich der Fadenendvorbereitungseinrichtung zu gewährleisten.
[0090] Umfasst ein Ausführungsbeispiel eine "und/oder" Verknüpfung zwischen einem ersten
Merkmal und einem zweiten Merkmal, so kann dies so gelesen werden, dass das Ausführungsbeispiel
gemäß einer Ausführungsform sowohl das erste Merkmal als auch das zweite Merkmal und
gemäß einer weiteren Ausführungsform entweder nur das erste Merkmal oder nur das zweite
Merkmal aufweist.
1. Verfahren zum Betreiben einer Luftspinnvorrichtung (5) nach einer Spinnunterbrechung,
wobei der Luftspinnvorrichtung (5) in Faserbandlaufrichtung (R) ein Streckwerk (4)
zum Verziehen eines Faserbandes (25) vorgeschaltet und eine einzelmotorisch antreibbare
Fadenabzugseinrichtung (6) zum Abziehen eines mittels der Luftspinnvorrichtung (5)
gesponnenen Fadens (36) nachgeschaltet ist,
nach einer Spinnunterbrechung das auf eine Auflaufspule (9) aufgelaufene Fadenende
(37) des gesponnenen Fadens (36) mittels einer Saugdüse (39) aufgenommen und an eine
in Faserbandlaufrichtung (R) der Luftspinnvorrichtung (5) nachgeordnete Fadenendvorbereitungseinrichtung
(40) überführt wird,
das Fadenende (37) in der Fadenendvorbereitungseinrichtung (40) bearbeitet und anschließend
in den Bereich der Austrittsöffnung des Spinnkonus" (19) überstellt wird, und das
Fadenende (37) mittels der einzelmotorisch und reversibel angetriebenen Fadenabzugseinrichtung
(6) zur Eintrittsöffnung (35) des Spinnkonus" (19) transportiert wird, dadurch gekennzeichnet, dass
das Fadenende (37) mittels der einzelmotorisch und reversibel angetriebenen Fadenabzugseinrichtung
(6) innerhalb der Luftspinnvorrichtung (5) beabstandet vor der Eintrittsöffnung (35)
positioniert wird, und
das Steckwerk (4) der betreffenden Arbeitsstelle (2) hochgefahren und dabei das Faserband
(25) durch eine Faserbandführung (18) des Düsenblocks (17) in den Bereich der Eintrittsöffnung
(35) des Spinnkonus" (19) befördert und dort an das vorbereitete Fadenende (37) des
gesponnenen Fadens (36) angesponnen wird,
wobei das auf die Auflaufspule (9) aufgelaufene Fadenende (37) des gesponnenen Fadens
(36) mittels der Saugdüse (39) aufgenommen wird, die jeweils Bestandteil jeder Arbeitsstelle
(2) einer Luftspinnmaschine ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenendvorbereitungseinrichtung (40) Halte- und Auflöseröhrchen (31) zur Vorbereitung
des Fadenendes (37) des gesponnenen Fadens (36) für den Anspinnvorgang aufweist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Streckwerk (4) der betreffenden Arbeitsstelle (5), das das Faserband (25) verzieht,
einzelmotorisch und insbesondere reversibel antreibbar ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Fadenleitkanal (60; 90) zwischen der Luftspinnvorrichtung (5) und der Auflaufspule
(9) angeordnet ist, wobei der Fadenleitkanal (60; 90) einen Durchgangskanal zum Durchleiten
des zwischen der Luftspinnvorrichtung (5) und der Spulvorrichtung verlaufenden Fadens
(36) ausbildet, und wobei der Fadenleitkanal (60; 90) mehrere miteinander gekoppelte,
pneumatisch beaufschlagbare Kanalabschnitte (62, 64, 66; 92, 94, 96) umfassend wenigstens
einen ersten Kanalabschnitt (62; 92), einen zweiten Kanalabschnitt (64; 94) und einen
zwischen dem ersten (62; 92) und zweiten Kanalabschnitt (64; 94) angeordneten Kanalverbindungsabschnitt
(66; 96) aufweist, wobei der Kanalverbindungsabschnitt (66; 96) eine Einmündung (68;
98) zum Zuführen von Druckluft in den Fadenleitkanal (60; 90) zum Erzeugen eines pneumatischen
Überdruckes in dem ersten Kanalabschnitt (62; 92) einhergehend mit einer pneumatischen
Sogwirkung in dem zweiten Kanalabschnitt (64; 94) umfasst.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Fadenleitkanal (60; 90), insbesondere der Kanalverbindungsabschnitt (66), einen
Fadenumlenkabschnitt (67) zum Umlenken des Fadens (36) aufweist.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass sich eine Durchgangsachse der Einmündung (68) parallel, insbesondere kongruent, zu
einer Fadenleitachse des ersten Kanalabschnittes (62) und quer zu einer Fadenleitachse
des zweiten Kanalabschnittes (64) erstreckt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Fadenleitkanal (60; 90) einen Befestigungsabschnitt zum Befestigen des Fadenleitkanals
(60; 90) an einem Gehäuse- oder Rahmenabschnitt (100) einer Arbeitsstelle (2) der
Luftspinnmaschine (1) aufweist, wobei der Befestigungsabschnitt insbesondere ein Gehäuse
(70) zur Aufnahme wenigstens eines Fadenumlenkabschnitts (67) ausbildet.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 7, in Verbindung mit dem Anspruch 2, wobei
das Halte- und Auflöseröhrchen (31) an einem der Auflaufspule (9) nahen Ende (64B)
des Fadenleitkanals (60; 90) angeordnet oder ausgebildet ist.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Halte- und Auflöseröhrchen (31) den zweiten Kanalabschnitt (64; 94) ausbildet.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein der Luftspinnvorrichtung (5) nahes Ende (62B) des Fadenleitkanals (60; 90) düsenartig
ausgebildet ist oder an ein düsenartig ausgebildetes Element (74) angrenzt.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das der Luftspinnvorrichtung (5) düsenartig ausgebildete nahe Ende (62B) des Fadenleitkanals
(60; 90) bzw. das düsenartig ausgebildete Element (74) beabstandet zu einem Trichtereingang
(76) eines zu der Luftspinnvorrichtung (5) führenden Fadenleittrichters (76, 77, 78)
angeordnet ist, wobei der Abstand derart gewählt ist, dass ein das der Luftspinnvorrichtung
(5) nahe Ende des Fadenleitkanals (60; 90) bzw. des düsenartigen Elements (74) verlassendes
Fadenende (37) mittels der in dem Kanalverbindungsabschnitt (66; 96) erzeugten Druckluft
wenigstens in den Trichtereingang (76), und insbesondere zusätzlich in wenigstens
einen an den Trichtereingang (76) anschließenden Fadendurchgang (77; 78), welcher
beabstandet zu dem Trichtereingang (76) angeordnet ist, leitbar ist.
1. A method for operating an air-jet spinning device (5) after a spinning interruption,
wherein, in the fibre band running direction (R), a drafting system (4) for drafting
a fibre band (25) is arranged upstream of the air-jet spinning device (5) and a thread
take-up device (6) for drawing off a thread (36) spun by means of the air-jet spinning
device (5) is arranged downstream of the air-jet spinning device (5), which thread
take-up device (6) can be driven by an individual motor,
after a spinning interruption, the thread end (37) of the spun thread (36) which has
run onto a take-up package (9) is picked up by means of a suction nozzle (39) and
transferred to a thread-end preparation device (40) arranged downstream of the air-jet
spinning device (5) in the fibre band running direction (R),
the thread end (37) is processed in the thread-end preparation device (40) and subsequently
transferred into the area of the outlet opening of the spinning cone (19), and
the thread end (37) is transported to the inlet opening (35) of the spinning cone
(19) by means of the thread take-up device (6), which is reversibly driven by an individual
motor,
characterised in that
the thread end (37) is positioned within the air-jet spinning device (5) at a distance
in front of the inlet opening (35) by means of the thread take-up device (6), which
is reversibly driven by an individual motor, and
the drafting system (4) of the workstation (2) in question is started up and the fibre
band (25) is conveyed through a fibre band guide (18) of the nozzle block (17) into
the area of the inlet opening (35) of the spinning cone (19) and is pieced there to
the prepared thread end (37) of the spun thread (36),
the thread end (37) of the spun thread (36) which has run onto the take-up package
(9) being picked up by means of the suction nozzle (39) which is a component of each
workstation (2) of an air-spinning machine.
2. The method according to claim 1, characterised in that the thread-end preparation device (40) has small holding and opening tubes (31) for
preparing the thread end (37) of the spun thread (36) for the piecing process.
3. The method according to claim 1, characterised in that the drafting system (4) of the workstation (5) in question, which drafting system
(4) drafts the fibre band (25), can be driven by an individual motor and in particular
reversibly.
4. The method according to one of the preceding claims, characterised in that a thread guide channel (60; 90) is arranged between the air-jet spinning device (5)
and the take-up package (9), the thread guide channel (60; 90) forming a through-duct
for conducting the thread (36) running between the air-jet spinning device (5) and
the winding device, and the thread guide channel (60; 90) having a plurality of channel
sections (62, 64, 66; 92, 94, 96) which can be pressurised pneumatically and are coupled
to one another, comprising at least a first channel section (62; 92), a second channel
section (64; 94) and a channel connection section (66; 96) arranged between the first
channel section (62; 92) and the second channel section (64; 94), the channel connection
section (66; 96) comprising a mouth (68; 98) for feeding compressed air into the thread
guide channel (60; 90) in order to generate a pneumatic positive pressure in the first
channel section (62; 92) together with pneumatic suction in the second channel section
(64; 94).
5. The method according to claim 4, characterised in that the thread guide channel (60; 90), in particular the channel connection section (66),
has a thread deflection section (67) for deflecting the thread (36).
6. The method according to claim 5, characterised in that a passage axis of the mouth (68) extends parallel, in particular congruent, to a
thread guide axis of the first channel section (62) and perpendicular to a thread
guide axis of the second channel section (64).
7. The method according to one of claims 4 to 6, characterised in that the thread guide channel (60; 90) has a fastening section for fastening the thread
guide channel (60; 90) to a housing section or frame section (100) of a workstation
(2) of the air-spinning machine (1), the fastening section in particular forming a
housing (70) for receiving at least one thread deflection section (67).
8. The method according to one of claims 4 to 7, in conjunction with claim 2, wherein
the small holding and opening tube (31) is arranged or formed at an end (64B) of the
thread guide channel (60; 90) near the take-up package (9).
9. The method according to claim 8, characterised in that the small holding and opening tube (31) forms the second channel section (64; 94).
10. The method according to one of claims 4 to 9, characterised in that an end (62B) of the thread guide channel (60; 90) near the air-jet spinning device
(5) is of a nozzle-like construction or adjoins an element (74) which is of a nozzle-like
construction.
11. The method according to claim 10, characterised in that the nozzle-like end (62B) of the thread guide channel (60; 90) near the air-jet spinning
device (5) or the nozzle-like element (74) is arranged at a distance from a funnel
inlet (76) of a thread guide funnel (76, 77, 78) leading to the air-jet spinning device
(5), the distance being selected such that a thread end (37) leaving the end of the
thread guide channel (60; 90) or of the nozzle-like element (74) near the air-jet
spinning device (5) can be guided at least into the funnel inlet (76) by means of
the compressed air generated in the channel connection section (66; 96), and in particular
additionally into at least one thread passage (77; 78) adjacent to the funnel inlet
(76) and arranged at a distance from the funnel inlet (76).
1. Procédé destiné à exploiter un métier à filer à jet d'air (5) après une interruption
de filage, un train d'étirage (4) pour étirer un ruban de fibres (25) étant monté
en amont du métier à filer à jet d'air (5) dans le sens d'avancement du ruban de fibres
(R) et un dispositif d'extraction de fil (6) pouvant être entraîné par un moteur individuel
étant monté en aval pour étirer un fil (36) filé au moyen du métier à filer à jet
d'air (5),
après une interruption de filage, l'extrémité (37) du fil (36) filé enroulée sur une
bobine d'enroulement (9) étant recueillie au moyen d'une buse d'aspiration (39) et
transférée à un dispositif de préparation de l'extrémité du fil (40) disposé en aval
du métier à filer à jet d'air (5) dans le sens de défilement du ruban de fibres (R),
l'extrémité du fil (37) étant traitée dans le dispositif de préparation de l'extrémité
du fil (40) et étant ensuite transférée dans la buse de sortie du cône de filature
(19), et l'extrémité du fil (37) étant transportée vers la buse d'entrée (35) du cône
de filature (19) au moyen du dispositif d'extraction de fil (6) entraîné par un moteur
individuel et de manière réversible,
caractérisé en ce que
l'extrémité du fil (37) est positionnée à distance devant la buse d'entrée (35) à
l'intérieur du métier à filer à jet d'air (5) au moyen du dispositif d'extraction
de fil (6) entraîné par un moteur individuel et de manière réversible, et
le train d'étirage (4) du poste de travail (2) concerné est relevé et le ruban de
fibres (25) est alors transporté à travers un guide-ruban de fibres (18) du bloc de
buses (17) dans la zone de la buse d'entrée (35) du cône de filature (19) et y est
rattaché à l'extrémité (37) préparée du fil (36) filé,
l'extrémité (37) du fil (36) filé enroulée sur une bobine d'enroulement (9) étant
recueillie au moyen de la buse d'aspiration (39) qui fait respectivement partie de
chaque poste de travail (2) d'une machine à filer à air.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dispositif de préparation de l'extrémité du fil (40) présente des tubes de maintien
et de dénouage (31) pour la préparation de l'extrémité (37) du fil filé (36) pour
la procédure de rattachement.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le train d'étirage (4) du poste de travail (5) concerné, qui étire le ruban de fibres
(25), peut être entraîné par un moteur individuel, notamment de manière réversible.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un canal de guidage de fil (60 ; 90) est disposé entre le métier à filer à jet d'air
(5) et la bobine d'enroulement (9), le canal de guidage de fil (60 ; 90) formant un
canal de passage pour le passage du fil (36) s'étendant entre le métier à filer à
jet d'air (5) et le dispositif de bobinage, et le canal de guidage de fil (60 ; 90)
comportant plusieurs sections de canal (62, 64, 66 ; 92, 94, 96) couplées les unes
aux autres, chargées pneumatiquement et comprenant au moins une première section de
canal (62 ; 92), un deuxième section de canal (64 ; 94) et une section de liaison
de canal (66 ; 96) disposée entre la première (62 ; 92) et la deuxième section de
canal (64 ; 94), la section de liaison de canal (66 ; 96) comprenant une embouchure
(68 ; 98) pour fournir de l'air comprimé dans le canal de guidage de fil (60 ; 90)
pour créer une surpression pneumatique dans la première section de canal (62 ; 92)
accompagnée d'une aspiration pneumatique dans la deuxième section de canal (64 ; 94).
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que le canal de guidage de fil (60 ;
90), en particulier la section de liaison de canal (66), présente une section de déviation
de fil (67) pour dévier le fil (36).
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'un axe de passage de l'embouchure (68) s'étend parallèlement, en particulier de manière
coïncidente, à un axe de guidage de fil de la première section de canal (62) et transversalement
à un axe de guidage de fil de la deuxième section de canal (64).
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 4 à 6, caractérisé en ce que le canal de guidage de fil (60 ; 90) comprend une section de fixation pour fixer
le canal de guidage de fil (60 ; 90) à une section de boîtier ou de cadre (100) d'un
poste de travail (2) du métier à filer à air (1), la section de fixation formant notamment
un boîtier (70) pour loger au moins une section de déviation de fil (67).
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 4 à 7, en combinaison avec la revendication
2, par lequel le tube de maintien et de dénouage (31) est disposé ou formé à une extrémité
(64B) du canal de guidage de fil (60 ; 90) proche de la bobine d'enroulement (9).
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que le tube de maintien et de dénouage (31) forme la deuxième section de canal (64 ;
94).
10. Procédé selon l'une des revendications 4 à 9, caractérisé en ce qu'une extrémité (62B) du canal de guidage de fil (60 ; 90) proche du métier à filer
à jet d'air (5) est conçue sous forme de buse ou est adjacente à un élément (74) conçu
sous forme de buse.
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que l'extrémité (62B) du canal de guidage de fil (60 ; 90) proche du métier à filer à
jet d'air (5) et conçue sous forme de buse ou l'élément (74) conçu sous forme de buse
est disposé(e) à une certaine distance d'une entrée (76) d'un entonnoir de guidage
de fil (76, 77, 78) menant au métier à filer à jet d'air (5), l'écartement étant choisi
de telle sorte qu'une extrémité de fil (37) sortant du métier à filer à jet d'air
(5) à proximité de l'extrémité du canal de guidage de fil (60 ; 90) ou de l'élément
(74) conçu sous forme de buse peut être guidé au moyen de l'air comprimé produit dans
la section de liaison de canal (66 ; 96) au moins dans l'entrée d'entonnoir (76),
et en particulier en plus dans au moins un passage de fil (77 ; 78) se raccordant
à l'entrée d'entonnoir (76), qui est disposé à une certaine distance de l'entrée d'entonnoir
(76).