Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft ein Schmiedeverfahren, insbesondere ein Leichtbaulegierungsschmiedeverfahren,
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Aus
EP 3 124 633 A1 und
EP 2 644 727 B1 sind bereits Schmiedeverfahren, insbesondere Leichtbaulegierungsschmiedeverfahren,
bekannt, die zu einer Herstellung von geschmiedeten Bauteilen vorgesehen sind, insbesondere
von geschmiedeten Aluminiumbauteilen.
[0002] Ferner sind aus
DE 10 2007 040 597 A1 und
DE 27 14 648 A1 bereits Schmiedeverfahren bekannt, bei denen in zumindest einem Verfahrensschritt
eine Abkühlung eines Schmiedebauteils in einem Schmiedewerkzeug erfolgt.
[0003] Zudem ist aus
US 2015/202680 A1 ein gattungsgemäßes Schmiedeverfahren bekannt, wobei in zumindest einem Verfahrensschritt
eine Abkühlung eines Schmiedebauteils in einem Schmiedewerkzeug erfolgt, wobei in
zumindest einem Verfahrensschritt zumindest eine Pressenstößelposition einer Schmiedepresse
in Abhängigkeit von einer Abkühlung des Schmiedebauteils in dem Schmiedewerkzeug geändert
wird.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung besteht insbesondere darin, ein gattungsgemäßes Verfahren
mit verbesserten Eigenschaften hinsichtlich erzielbarer Werkstoffeigenschaften von
geschmiedeten Bauteilen und hinsichtlich einer Prozessstabilität bereitzustellen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst, während
vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung den Unteransprüchen
entnommen werden können.
Vorteile der Erfindung
[0005] Die Erfindung geht aus von einem Schmiedeverfahren, insbesondere von einem Leichtbaulegierungsschmiedeverfahren,
insbesondere zu einer Herstellung von Leichtbaulegierungsbauteilen für den Automobil-,
Luftfahrt- und/oder Industriebereich, wobei in zumindest einem Verfahrensschritt eine
Abkühlung eines Schmiedebauteils in einem Schmiedewerkzeug, insbesondere in einem
Umform-, Stanz- und/oder Kalibrierwerkzeug, erfolgt, wobei in zumindest einem Verfahrensschritt
zumindest eine Schmiedepressenkenngröße einer Schmiedepresse, die als eine maximale
Pressenkraft und/oder eine Pressenstößelposition ausgebildet ist, in Abhängigkeit
von einer Abkühlung des Schmiedebauteils in dem Schmiedewerkzeug geändert wird.
[0006] Es wird vorgeschlagen, dass während einer Abkühlung des Schmiedebauteils im Schmiedewerkzeug
in Abhängigkeit von einer durch eine Abkühlung des Schmiedebauteils bedingte Schrumpfkenngröße
des Schmiedebauteils zumindest ein Schmiedewerkzeugteil, insbesondere zumindest eine
Gesenkhälfte des als Gesenk ausgebildeten Schmiedewerkzeugs, näher an das Schmiedebauteil
herangefahren und/oder eine auf das im Schmiedewerkzeug angeordnete Schmiedebauteil
wirkende Pressenkraft erhöht wird . Bevorzugt erfolgt eine Abkühlung des Schmiedebauteils
direkt im Schmiedewerkzeug, insbesondere in einem unmittelbaren Anschluss an eine
Warmumformung des Schmiedebauteils oder bereits während einer Warmumformung des Schmiedebauteils.
[0007] Vorzugsweise ist das Schmiedeverfahren derart auf eine, einem Fachmann bereits bekannte
Art und Weise ausgelegt, dass in zumindest einem Verfahrensschritt des Schmiedeverfahrens
ein zumindest im Wesentlichen gesamter Werkstoffquerschnitt des Schmiedebauteils plastifiziert
wird. Bevorzugt erfolgt durch das Schmiedeverfahren eine dreidimensionale Spannungsverteilung
im Schmiedebauteil während einer Umformung eines Halbzeugs zum Schmiedebauteil. Vorzugsweise
wird ein Halbzeug in Form eines Stranggussmaterials oder eines Strangpressmaterials
zu einer Herstellung des Schmiedebauteils mittels des Schmiedeverfahrens genutzt.
Bevorzugt ist das Schmiedeverfahren derart ausgestaltet, dass eine möglichst homogene
Temperaturverteilung im Schmiedebauteil realisierbar ist, wie beispielsweise mittels
eines, einem Fachmann bereits bekannten Schmiedewerkzeugs, das bevorzugt als Vorgesenk
ausgebildet ist, insbesondere um lokale Umformgrade im Schmiedebauteil gezielt auf
eine, einem Fachmann bereits bekannte Art und Weise zu beeinflussen.
[0008] Vorzugsweise erfolgt in zumindest einem Verfahrensschritt, insbesondere vor einer
Abkühlung eines Schmiedebauteils in einem Schmiedewerkzeug, eine Warmumformung des
Schmiedebauteils in einem Schmiedewerkzeug. Das Schmiedewerkzeug, in dem das Schmiedebauteil
warmumgeformt wird, kann verschieden sein von dem Schmiedewerkzeug, in dem das Schmiedebauteil
abgekühlt wird oder es kann dasselbe Schmiedewerkzeug sein, in dem das Schmiedebauteil
warmumgeformt wird und abgekühlt wird. Bevorzugt ist das Schmiedewerkzeug als Gesenk
ausgebildet, wie beispielsweise als Vorgesenk, als Fertiggesenk oder als ein anderes,
einem Fachmann als sinnvoll erscheinendes Gesenk. Das, insbesondere als Gesenk ausgebildete,
Schmiedewerkzeug kann als Umform-, Stanz- oder Kalibrierwerkzeug ausgebildet sein.
[0009] Bevorzugt erfolgt eine Umformung des Schmiedebauteils in dem, insbesondere als Gesenk
ausgebildeten, Schmiedewerkzeug bei einer Umformtemperatur von insbesondere mehr als
300 °C, vorzugsweise mehr als 400 °C, besonders bevorzugt mehr als 490 °C und ganz
besonders bevorzugt von weniger als 700 °C. Vorzugsweise erfolgt eine Umformung des
Schmiedebauteils in dem, insbesondere als Gesenk ausgebildeten, Schmiedewerkzeug bei
einer Umformtemperatur mit einem Wert aus einem Wertebereich von 500 °C bis 560 °C.
Vorzugsweise wird in zumindest einem Verfahrensschritt des Schmiedeverfahrens, insbesondere
vor einer Abkühlung eines Schmiedebauteils in einem Schmiedewerkzeug und/oder vor
einem als Warmumformung ausgebildeten Verfahrensschritt des Schmiedeverfahrens, zumindest
ein Halbzeug, das zum Schmieden des Schmiedebauteils genutzt wird, vorgewärmt, insbesondere
bis auf eine Temperatur von mehr als 300 °C, vorzugsweise von mehr als 400 °C, besonders
bevorzugt von mehr als 490 °C und ganz besonders bevorzugt von weniger als 700 °C.
Vorzugsweise erfolgt eine Vorwärmung des Schmiedebauteils mittels einer, einem Fachmann
bereist bekannten Vorrichtung, wie beispielsweise einem Ofen o. dgl.
[0010] Bevorzugt erfolgt in zumindest einem Verfahrensschritt, insbesondere vor einer Abkühlung
eines Schmiedebauteils in einem Schmiedewerkzeug und insbesondere nach einer Vorwärmung
des Halbzeugs, eine Übergabe, insbesondere eine zumindest teilweise automatische Übergabe,
des Halbzeugs zu einer Schmiedevorrichtung. Die Schmiedevorrichtung umfasst vorzugsweise
zumindest das Schmiedewerkzeug, in dem das Schmiedebauteil, insbesondere nach einer
Warmumformung, abgekühlt wird. Zusätzlich kann die Schmiedevorrichtung weitere Schmiedewerkzeuge
zu einer Bearbeitung des Halbzeugs und/oder des Schmiedebauteils aufweisen, wie beispielsweise
ein Schmiedewerkzeug zu einer Vorformung des Halbzeugs, ein Schmiedewerkzeug zu einem
Entgraten und/oder Zuschneiden des Schmiedebauteils, ein Schmiedewerkzeug zu einem
Kalibrieren des Schmiedebauteils und/oder weitere, einem Fachmann als sinnvoll erscheinende
Schmiedewerkzeuge. Es ist jedoch auch denkbar, dass das Halbzeug oder das Schmiedebauteil
während des Schmiedeverfahrens an unterschiedliche Schmiedevorrichtungen mit voneinander
verschiedenen Schmiedewerkzeugen zu einer Vorbearbeitung, Bearbeitung und/oder Nachbearbeitung,
wie beispielsweise ein Vorformen, ein Warmumformen, ein Zuschneiden, ein Abkühlen,
ein Kalibrieren o. dgl., übergeben werden.
[0011] Bevorzugt erfolgt in zumindest einem Verfahrensschritt des Schmiedeverfahrens ein
Warmauslagern des Schmiedebauteils, insbesondere nach einer Abkühlung des Schmiedebauteils
in einem Schmiedewerkzeug, insbesondere zu einer Erreichung eines T4-, T5-, T6- oder
T7-Zustands gemäß DIN EN 515. Vorzugsweise erfolgt eine Warmauslagerung des Schmiedebauteils
bei einer Temperatur von insbesondere weniger als 280 °C, bevorzugt von weniger als
250 °C und besonders bevorzugt von weniger als 220 °C. Ganz besonders bevorzugt erfolgt
eine Warmauslagerung des Schmiedebauteils bei einer Temperatur mit einem Wert aus
einem Wertebereich von 120 °C bis 250 °C. Vorzugsweise erfolgt in zumindest einem
Verfahrensschritt des Schmiedeverfahrens eine Schmiedebauteilübergabe, insbesondere
eine zumindest teilweise automatische Schmiedebauteilübergabe, des Schmiedebauteils
von der Schmiedevorrichtung an eine, einem Fachmann bereits bekannte Warmauslagerungsvorrichtung,
insbesondere nach einer Abkühlung des Schmiedebauteils in einem Schmiedewerkzeug.
Bevorzugt erfolgt eine Schmiedebauteilübergabe des Schmiedebauteils von der Schmiedevorrichtung
an eine, einem Fachmann bereits bekannte Warmauslagerungsvorrichtung bei einer Temperatur,
die oberhalb einer Warmauslagerungstemperatur des Schmiedebauteils liegt. Vorzugsweise
ist das Schmiedeverfahren derart ausgestaltet, dass eine Restwärme in einem Grat des
Schmiedebauteils vorteilhaft zu einer Erwärmung des Schmiedebauteils nach einer Abkühlung
in dem Schmiedewerkzeug auf eine Warmauslagerungstemperatur genutzt wird.
[0012] Alternativ oder zusätzlich kann die Schmiedepressenkenngröße in Abhängigkeit von
einem Abkühlungsstartzeitpunkt geändert werden. Vorzugsweise umfasst die Schmiedepresse
eine Wegmessvorrichtung, die dazu vorgesehen ist, zumindest einen Verfahrweg eines
Schmiedepressenstößels und/oder zumindest eines Schmiedewerkzeugteils, insbesondere
zumindest einer Gesenkhälfte des als Gesenk ausgebildeten Schmiedewerkzeugs, zu erfassen.
Unter "vorgesehen" soll insbesondere speziell ausgelegt und/oder speziell ausgestattet
verstanden werden. Darunter, dass ein Element und/oder eine Einheit zu einer bestimmten
Funktion vorgesehen ist/sind, soll insbesondere verstanden werden, dass das Element
und/oder die Einheit diese bestimmte Funktion in zumindest einem Anwendungs- und/oder
Betriebszustand erfüllen/erfüllt und/oder ausführen/ausführt. Bevorzugt ist die Schmiedepresse
derart ausgebildet, dass zumindest ein Schmiedewerkzeugteil, insbesondere zumindest
eine Gesenkhälfte des als Gesenk ausgebildeten Schmiedewerkzeugs, in Abhängigkeit
von einer durch eine Abkühlung des Schmiedebauteils bedingte Schrumpfkenngröße des
Schmiedebauteils in einer Position und/oder in einer Krafteinwirkung auf das Schmiedebauteil
anpassbar ist. Erfindungsgemäß wird während einer Abkühlung des Schmiedebauteils im
Schmiedewerkzeug, zumindest ein Schmiedewerkzeugteil, insbesondere zumindest eine
Gesenkhälfte des als Gesenk ausgebildeten Schmiedewerkzeugs, in Abhängigkeit von einer
durch eine Abkühlung des Schmiedebauteils bedingte Schrumpfkenngröße des Schmiedebauteils
näher an das Schmiedebauteil herangefahren und/oder eine auf das im Schmiedewerkzeug
angeordnete Schmiedebauteil wirkende Pressenkraft wird erhöht, insbesondere um einem
Kontaktverlust zwischen dem Schmiedebauteil infolge einer durch die Abkühlung bedingte
Schrumpfung des Schmiedebauteils entgegenzuwirken.
[0013] Es ist auch denkbar, dass das Schmiedewerkzeugteil, insbesondere die zumindest eine
Gesenkhälfte des als Gesenk ausgebildeten Schmiedewerkzeugs, einzeln bewegbar ausgebildete
Teilbereiche aufweist, die unabhängig voneinander, insbesondere zusätzlich zu einem
Verfahrweg des gesamten Schmiedewerkzeugteils, insbesondere der zumindest einen Gesenkhälfte
des als Gesenk ausgebildeten Schmiedewerkzeugs, bewegbar sind, insbesondere um gezielt
einzelne Bereiche des Schmiedebauteils abzukühlen, die beispielsweise eine größere
maximale Materialstärke aufweisen als andere Bereiche des Schmiedebauteils, insbesondere
zu einer Erreichung einer weitestgehend homogenen Temperaturverteilung im Schmiedebauteil
während einer Abkühlung des Schmiedebauteils im Schmiedewerkzeug. Vorzugsweise sind
die einzeln bewegbar ausgebildeten Teilbereiche des Schmiedewerkzeugs derart ausgebildet,
dass diese unabhängig voneinander und/oder unabhängig von einem Grundkörper des Schmiedewerkzeugs
bewegbar sind. Vorzugsweise erfolgt in zumindest einem Verfahrensschritt eine Nachführbewegung
der einzelnen Teilbereiche des Schmiedewerkzeugs in Abhängigkeit von einem durch die
Abkühlung des Schmiedebauteils bedingten Schrumpfen des Schmiedebauteils. Bevorzugt
erfolgt zumindest einem Verfahrensschritt eine Nachführbewegung der einzelnen Teilbereiche
des Schmiedewerkzeugs oder des gesamten Schmiedewerkzeugs, insbesondere des als Gesenkhälfte
ausgebildeten Schmiedewerkzeugs, in Abhängigkeit von einem durch die Abkühlung des
Schmiedebauteils bedingten Schrumpfen des Schmiedebauteils, um vorteilhaft ein Anliegen
der einzelnen Teilbereiche des Schmiedewerkzeugs oder des Schmiedewerkzeugs an einer
Außenfläche des im Schmiedewerkzeug angeordneten Schmiedebauteils zu einer zuverlässigen
Abkühlung zu ermöglichen. Bevorzugt erfolgt in zumindest einem Verfahrensschritt eine
Positionsänderung der einzelnen Teilbereiche des Schmiedewerkzeugs oder des gesamten
Schmiedewerkzeugs, insbesondere des als Gesenkhälfte ausgebildeten Schmiedewerkzeugs,
in Abhängigkeit von einem durch die Abkühlung des Schmiedebauteils bedingten Schrumpfen
des Schmiedebauteils. Es ist auch denkbar, dass in zumindest einem Verfahrensschritt
die einzelnen Teilbereiche des Schmiedewerkzeugs unterschiedlich, insbesondere unterschiedlich
schnell, unterschiedlich weit o. dgl., voneinander bewegt werden, insbesondere in
Abhängigkeit von einer Abkühlrate von einzelnen Bereichen des Schmiedebauteils.
[0014] Es ist auch denkbar, dass das Schmiedewerkzeug als vollständig verschließbares Gesenk
ausgebildet ist, das zumindest eine Kühlfluidanschlussleitung aufweist, mittels derer
ein Kühlfluid in das Schmiedewerkzeug einbringbar ist, das zu einer Abkühlung des
im Schmiedewerkzeug angeordneten Schmiedebauteils vorgesehen ist. Vorzugsweise wird
in zumindest einem Verfahrensschritt zumindest eine Kenngröße, wie beispielsweise
eine Kühlfluidmenge, eine Kühlfluidtemperatur o. dgl., des Kühlfluids in Abhängigkeit
von einer Abkühlung, insbesondere von einem durch die Abkühlung des Schmiedebauteils
bedingten Schrumpfen, des Schmiedebauteils geregelt. Erfindungsgemäß umfasst die als
Schmiedepresse ausgebildete Schmiedevorrichtung zumindest eine Sensoreinheit zu einer
Erfassung einer Abkühlkenngröße des Schmiedebauteils. Erfindungsgemäß umfasst die
als Schmiedepresse ausgebildete Schmiedevorrichtung zumindest eine Steuer- und/oder
Regeleinheit zu einer Steuerung und/oder Regelung der Kenngröße des Kühlfluids und/oder
der Schmiedepressenkenngröße. Die Abkühlkenngröße des Schmiedebauteils kann direkt
oder indirekt mittels der Sensoreinheit erfasst werden. Weitere, einem Fachmann als
sinnvoll erscheinende Ausgestaltungen des Schmiedeverfahrens sind ebenfalls denkbar.
[0015] Mittels der erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Schmiedeverfahrens kann eine vorteilhafte
Werkstoffeigenschaft des Schmiedebauteils erreicht werden. Es kann vorteilhaft eine
hohe Prozessstabilität des Schmiedeverfahrens erreicht werden. Es kann eine vorteilhafte
Energieeffizienz des Schmiedeverfahrens erreicht werden, insbesondere da durch das
Schmiedewerkzeug eine große Kühloberfläche zur Verfügung gestellt werden kann. Es
kann vorteilhaft ein geringer Verzug im Schmiedebauteil realisiert werden, insbesondere
da eine zumindest im Wesentlichen direkte und schnelle Abkühlung des Schmiedebauteils
im fixierten Zustand nach oder während einer Warmumformung durchführbar ist. Es kann
eine vorteilhafte Werkstoffeigenschaft des Schmiedebauteils erreicht werden. Es kann
vorteilhaft eine hohe Prozessstabilität des Schmiedeverfahrens erreicht werden. Es
kann eine vorteilhafte Energieeffizienz des Schmiedeverfahrens erreicht werden, insbesondere
da durch das Schmiedewerkzeug eine große Kühloberfläche zur Verfügung gestellt werden
kann. Es kann vorteilhaft ein geringer Verzug im Schmiedebauteil realisiert werden,
insbesondere da eine zumindest im Wesentlichen direkte und schnelle Abkühlung des
Schmiedebauteils im fixierten Zustand nach oder während einer Warmumformung durchführbar
ist.
[0016] Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass das Schmiedebauteil in dem Schmiedewerkzeug,
insbesondere ausgehend von einer Umformtemperatur des Schmiedebauteils von mehr als
400 °C, bevorzugt von mehr als 500 °C und besonders bevorzugt von weniger als 700
°C, auf eine Temperatur von weniger als 300 °C, bevorzugt von weniger als 250 °C,
abgekühlt wird, insbesondere direkt in dem Schmiedewerkzeug, in dem das Schmiedebauteil,
insbesondere ausgehend von einem Halbzeug, warmumgeformt wird. Bevorzugt wird das
Schmiedebauteil in dem Schmiedewerkzeug, insbesondere ausgehend von einer Umformtemperatur
des Schmiedebauteils von mehr als 400 °C, auf eine Temperatur mit einem Wert aus einem
Wertebereich von 150 °C bis 180 °C abgekühlt, insbesondere direkt in dem Schmiedewerkzeug,
in dem das Schmiedebauteil, insbesondere ausgehend von einem Halbzeug, warmumgeformt
wird. Das Schmiedewerkzeug, in dem das Schmiedebauteil abgekühlt wird, kann verschieden
sein von dem Schmiedewerkzeug, in dem das Schmiedebauteil warmumgeformt wird oder
es kann das selbe Schmiedewerkzeug sein, in dem das Schmiedebauteil warmumgeformt
wird und direkt anschließend an die Warmumformung abgekühlt wird. Mittels der erfindungsgemäßen
Ausgestaltung des Schmiedeverfahrens kann eine vorteilhafte Werkstoffeigenschaft des
Schmiedebauteils erreicht werden. Es kann vorteilhaft eine hohe Festigkeit des Schmiedebauteils
realisiert werden. Es kann vorteilhaft eine hohe Duktilität des Schmiedebauteils realisiert
werden. Es kann vorteilhaft ein geringer Verzug im Schmiedebauteil realisiert werden,
insbesondere da eine zumindest im Wesentlichen direkte und schnelle Abkühlung des
Schmiedebauteils im fixierten Zustand, insbesondere im Schmiedewerkzeug angeordneten
und/oder fixierten Zustan, nach oder während einer Warmumformung durchführbar ist.
[0017] Ferner wird vorgeschlagen, dass eine, insbesondere durchschnittliche, Abkühlrate
des Schmiedebauteils, insbesondere während der Abkühlung, in dem Schmiedewerkzeug
größer ist als 25 K/s. Vorzugsweise ist eine, insbesondere durchschnittliche, Abkühlrate
des Schmiedebauteils in dem Schmiedewerkzeug insbesondere größer als 50 K/s, bevorzugt
größer als 100 K/s und besonders bevorzugt größer als 200 K/s. Bevorzugt ist eine,
insbesondere durchschnittliche, Abkühlrate des Schmiedebauteils in dem Schmiedewerkzeug
insbesondere kleiner als 400 K/s, bevorzugt kleiner als 350 K/s und besonders bevorzugt
kleiner als 310 K/s. Mittels der erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Schmiedeverfahrens
kann eine vorteilhafte Werkstoffeigenschaft des Schmiedebauteils erreicht werden.
[0018] Zudem wird vorgeschlagen, dass die Abkühlung des Schmiedebauteils nach einer Umformung,
insbesondere einer Warmumformung, des Schmiedebauteils in dem Schmiedewerkzeug erfolgt.
Vorzugsweise ist das Schmiedewerkzeug, in dem das Schmiedebauteil abgekühlt wird,
dasselbe Schmiedewerkzeug, in dem das Schmiedebauteil warmumgeformt wird. Bevorzugt
wird das Schmiedebauteil direkt anschließend an die Warmumformung durch das Schmiedewerkzeug
in dem Schmiedewerkzeug abgekühlt. Mittels der erfindungsgemäßen Ausgestaltung des
Schmiedeverfahrens kann eine vorteilhaft geringe Taktzeit realisiert werden. Es kann
eine vorteilhafte Werkstoffeigenschaft des Schmiedebauteils erreicht werden.
[0019] Des Weiteren wird, insbesondere in einer alternativen Ausgestaltung des Schmiedeverfahrens,
vorgeschlagen, dass die Abkühlung des Schmiedebauteils in dem Schmiedewerkzeug nach
einer in einem weiteren Schmiedewerkzeug durchgeführten Umformung, insbesondere einer
Warmumformung, des Schmiedebauteils erfolgt, insbesondere nach einer, insbesondere
zumindest teilweise automatischen, Schmiedebauteilübergabe des Schmiedebauteils von
dem weiteren Schmiedewerkzeug zu dem Schmiedewerkzeug. Beispielsweise ist es denkbar,
dass das Schmiedebauteil in dem als Vorgesenk ausgebildeten weiteren Schmiedewerkzeug
warmumgeformt wird, anschließend in dem als Fertiggesenk ausgebildeten Schmiedewerkzeug
erneut, insbesondere ebenfalls oder zusätzlich, warmumgeformt wird und anschließend
oder gleichzeitig in dem als Fertiggesenk ausgebildeten Schmiedewerkzeug abgekühlt
wird. Es ist jedoch auch denkbar, dass das Schmiedebauteil in dem als Fertiggesenk
ausgebildeten weiteren Schmiedewerkzeug warmumgeformt wird und anschließend in dem
als Stanz- und/oder Schnittwerkzeug ausgebildeten Schmiedewerkzeug abgekühlt wird.
Mittels der erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Schmiedeverfahrens kann eine vorteilhafte
Werkstoffeigenschaft des Schmiedebauteils erreicht werden. Es kann vorteilhaft ein
optimierter Prozessablauf, insbesondere in Abhängigkeit von Prozessanforderungen,
realisiert werden. Das Schmiedeverfahren kann vorteilhaft besonders flexibel eingesetzt
werden.
[0020] Ferner wird, insbesondere in einer alternativen Ausgestaltung des Schmiedeverfahrens,
vorgeschlagen, dass in zumindest einem Verfahrensschritt zu einer Abkühlung des Schmiedebauteils
in dem Schmiedewerkzeug eine zumindest teilweise automatische Schmiedebauteilübergabe
von dem weiteren Schmiedewerkzeug zu dem Schmiedewerkzeug erfolgt. Das Schmiedewerkzeug
und das weitere Schmiedewerkzeug können zusammen in einer Schmiedevorrichtung, insbesondere
in zumindest einer Schmiedepresse, angeordnet sein oder das Schmiedewerkzeug und das
weitere Schmiedewerkzeug können in unterschiedlichen Schmiedevorrichtungen, insbesondere
in unterschiedlichen Schmiedepressen, angeordnet sein. Die zumindest teilweise automatische
Schmiedebauteilübergabe des Schmiedebauteils von dem weiteren Schmiedewerkzeug zu
dem Schmiedewerkzeug kann mittels eines Hubbalkensystems, mittels eines Roboters oder
mittels einer anderen, einem Fachmann als sinnvoll erscheinenden Vorrichtung erfolgen.
Es ist jedoch auch denkbar, dass die Schmiedebauteilübergabe des Schmiedebauteils
von dem weiteren Schmiedewerkzeug zu dem Schmiedewerkzeug händisch erfolgt. Mittels
der erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Schmiedeverfahrens kann vorteilhaft ein optimierter
Prozessablauf, insbesondere in Abhängigkeit von Prozessanforderungen, realisiert werden.
Das Schmiedeverfahren kann vorteilhaft besonders flexibel eingesetzt werden. Es kann
eine vorteilhafte Werkstoffeigenschaft des Schmiedebauteils erreicht werden.
[0021] Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass in zumindest einem Verfahrensschritt das Schmiedewerkzeug
aktiv gekühlt wird. Vorzugsweise wird zumindest zu einer Abkühlung des Schmiedebauteils
im Schmiedewerkzeug dem Schmiedewerkzeug aktiv ein Kühlmedium, insbesondere ein Kühlfluid,
wie beispielsweise Kühlwasser, Kühlöl, Graphitemulsion o. dgl., zugeführt. Vorzugsweise
umfasst das Schmiedewerkzeug zumindest eine Kühleinheit, die zumindest in ein Schmiedewerkzeugteil
des Schmiedewerkzeugs, insbesondere in zumindest eine Gesenkhälfte des als Gesenk
ausgebildeten Schmiedewerkzeugs, integriert ist. Vorzugsweise ist das Schmiedewerkzeug
als offenes Gesenk ausgebildet. Es kann vorteilhaft eine ungewollte Druckänderung
im Schmiedewerkzeug infolge eines Einströmens von Kühlmedium vermieden werden. Es
kann vorteilhaft ein Abfließen von Kühlmedium aus dem Schmiedewerkzeug ermöglicht
werden, insbesondere zwischen zumindest zwei Gesenkhälften des als Gesenk ausgebildeten
Schmiedewerkzeugs. Es ist jedoch auch denkbar, dass das Schmiedewerkzeug als geschlossenes
Gesenk ausgebildet ist. Vorzugsweise wird in zumindest in einem Verfahrensschritt
das Schmiedewerkzeug aktiv gekühlt, wobei eine Abkühlung des Schmiedebauteils im Schmiedewerkzeug
mittels eines Kühlfluids erfolgt, das in Bohrungskavitäten, insbesondere Kühlkavitäten
der Kühleinheit, des Schmiedewerkzeugs konturfolgend durch das Schmiedewerkzeug geleitet
wird. Die Kühlkavitäten des Schmiedewerkzeugs können beispielsweise über ein trennendes
Verfahren, wie Bohren, Erodieren oder ähnliche, einem Fachmann bekannte Bearbeitungsverfahren,
als auch durch einen generativen Werkzeugaufbau hergestellt werden, bei dem die das
Kühlfluid leitenden Kühlkavitäten in einem Aufbauprozess eines gewählten generativen
Verfahrens herstellbar sind. Insbesondere ist eine Ausgestaltung der Schmiedewerkzeuge
in Form eines mehrteiligen Aufbaus angedacht, bei dem die Kühlkavitäten durch halbseitige
Ausnehmungen in den einzelnen Werkzeugsegementen, insbesondere Gesenkhälften, des
Schmiedewerkzeugs gebildet sind und durch einen Zusammenbau der Werkzeugsegemente
zu einer geschlossenen Kanalstruktur führen. Mittels der erfindungsgemäßen Ausgestaltung
kann vorteilhaft eine hohe Abkühlrate des Schmiedebauteils realisiert werden. Es kann
vorteilhaft ein Schmiedebauteil mit einer hohen Festigkeit und einer hohen Duktilität
erreicht werden.
[0022] Ferner wird vorgeschlagen, dass in zumindest einem Verfahrensschritt das Schmiedebauteil
in dem Schmiedewerkzeug aktiv mit einem Kühlfluid behandelt, insbesondere besprüht,
wird. Vorzugsweise umfasst das Schmiedewerkzeug zumindest eine Kühlzuführöffnung,
über die das Kühlfluid dem im Schmiedewerkzeug angeordneten Schmiedebauteil zumindest
während eines Abkühlungsschritts aktiv zuführbar ist. Bevorzugt umfasst das Schmiedewerkzeug
eine Vielzahl an Kühlzuführöffnungen, über die das Kühlfluid dem im Schmiedewerkzeug
angeordneten Schmiedebauteil zumindest während eines Abkühlungsschritts aktiv zuführbar
ist. Mittels der erfindungsgemäßen Ausgestaltung kann vorteilhaft eine hohe Abkühlrate
des Schmiedebauteils realisiert werden. Es kann vorteilhaft eine ein Schmiedebauteil
mit einer hohen Festigkeit und einer hohen Duktilität erreicht werden.
[0023] Zudem geht die Erfindung aus von einer als Schmiedepresse ausgebildeten Schmiedevorrichtung,
insbesondere zu einer Durchführung eines erfindungsgemäßen Schmiedeverfahrens, mit
zumindest einem Schmiedewerkzeug, insbesondere einem Umform-, Stanz- oder Kalibrierwerkzeug
und mit zumindest einer zumindest teilweise an dem Schmiedewerkzeug angeordneten Kühleinheit,
wobei die Schmiedepresse derart ausgebildet ist, dass zumindest eine Schmiedepressenkenngröße
und/oder eine Kenngröße eines Kühlfluids in Abhängigkeit von einer Abkühlung eines
im Schmiedewerkzeug angeordneten Schmiedebauteils geändert wird, und mit zumindest
einer Steuer- und/oder Regeleinheit zu einer Steuerung und/oder Regelung der Kenngröße
des Kühlfluids und/oder der Schmiedepressenkenngröße. Es wird vorgeschlagen, dass
die Schmiedepresse zumindest eine Sensoreinheit zu einer Erfassung einer Abkühlkenngröße
des Schmiedebauteils aufweist, wobei in Abhängigkeit von einer durch eine Abkühlung
des Schmiedebauteils bedingte Schrumpfkenngröße des Schmiedebauteils zumindest ein
Schmiedewerkzeugteil, insbesondere zumindest eine Gesenkhälfte des als Gesenk ausgebildeten
Schmiedewerkzeugs, näher an das Schmiedebauteil heranfahrbar ist und/oder eine auf
das im Schmiedewerkzeug angeordnete Schmiedebauteil wirkende Pressenkraft erhöhbar
ist. Die Kühleinheit ist vorzugsweise dazu vorgesehen, das Schmiedewerkzeug aktiv
zu kühlen, insbesondere um vorteilhaft von dem im Schmiedewerkzeug angeordneten Schmiedebauteil
aktiv Wärme abzuführen. Alternativ oder zusätzlich ist die Kühleinheit zu einer aktiven
Kühlung des im Schmiedewerkzeug angeordneten Schmiedebauteils vorgesehen, wie beispielsweise
zu einer Besprühung und/oder Benetzung des im Schmiedewerkzeug angeordneten Schmiedebauteils
mittels eines Kühlfluids o. dgl. Es ist denkbar, dass das Schmiedewerkzeug, insbesondere
zumindest im Bereich einer Schmiedegravur des Schmiedewerkzeugs, zu einer Abkühlung
des Schmiedebauteils im Schmiedewerkzeug einen vollflächen Kontakt zum Schmiedebauteil
aufweist oder dass das Schmiedewerkzeug, insbesondere zumindest im Bereich einer Schmiedegravur
des Schmiedewerkzeugs, zu einer Abkühlung des Schmiedebauteils im Schmiedewerkzeug
einen partiellen Kontakt zum Schmiedebauteil aufweist. Mittels der erfindungsgemäßen
Ausgestaltung kann vorteilhaft eine hohe
[0024] Abkühlrate des Schmiedebauteils realisiert werden. Es kann vorteilhaft ein Schmiedebauteil
mit einer hohen Festigkeit und einer hohen Duktilität erreicht werden.
[0025] Des Weiteren wird ein Schmiedebauteil, insbesondere ein Leichtbaulegierungsschmiedebauteil,
das mittels eines erfindungsgemäßen Schmiedeverfahrens hergestellt ist, vorgeschlagen.
Vorzugsweise ist das Schmiedebauteil aus einer Aluminiumlegierung, einer Titanlegierung
oder einer anderen, einem Fachmann als sinnvoll erscheinenden Leichtbaulegierung gebildet.
Bevorzugt ist das Schmiedebauteil aus einer Legierung, insbesondere einer Aluminiumlegierung,
aus der 2000er- (EN AW 2xxx), der 3000er- (EN AW 3XXX), der 4000er- (EN AW 4XXX),
der 5000er- (EN AW 5xxx), der 6000er- (EN AW 6xxx), der 7000er- (EN AW 7xxx) oder
der 8000er-Reihe (EN AW 8xxx) hergestellt. Bevorzugt ist das Schmiedebauteil insbesondere
aus einer technisch nutzbaren Aluminiumlegierung hergestellt, die in Ihrer Legierungszusammensetzung
mit Werten zumindest einer Reihe aus den EN-AW 1XXXer-8XXXer-Reihen zusammenfällt.
Vorzugsweise weist das mittels des erfindungsgemäßen Schmiedeverfahrens hergestellte
Schmiedebauteil eine maximale Materialstärke von insbesondere weniger als 200 mm,
bevorzugt von weniger als 100 mm und besonders bevorzugt von weniger als 10 mm auf.
Ganz besonders bevorzugt weist das mittels des erfindungsgemäßen Schmiedeverfahrens
eine maximale Materialstärke mit einem Wert aus einem Wertebereich von 1 mm bis 200
mm auf. Mittels der erfindungsgemäßen Ausgestaltung kann besonders vorteilhaft ein
dünnwandiges Schmiedebauteil mit einer hohen Festigkeit und einer hohen Duktilität
erreicht werden. Es kann vorteilhaft ein dünnwandiges Schmiedebauteil realisiert werden,
das eine hohe Widerstandsfähigkeit aufweist.
[0026] Das erfindungsgemäße Schmiedeverfahren und/oder die erfindungsgemäße Schmiedevorrichtung
sollen/soll hierbei nicht auf die oben beschriebene Anwendung und Ausführungsform
beschränkt sein. Insbesondere können/kann das erfindungsgemäße Schmiedeverfahren und/oder
die erfindungsgemäße Schmiedevorrichtung zu einer Erfüllung einer hierin beschriebenen
Funktionsweise eine von einer hierin genannten Anzahl von einzelnen Elementen, Bauteilen
und Einheiten sowie Verfahrensschritten abweichende Anzahl aufweisen. Zudem sollen
bei den in dieser Offenbarung angegebenen
[0027] Wertebereichen auch innerhalb der genannten Grenzen liegende Werte als offenbart
und als beliebig einsetzbar gelten.
Zeichnungen
[0028] Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung. In den Zeichnungen
sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Die Zeichnungen, die Beschreibung
und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der Fachmann wird
die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren
Kombinationen zusammenfassen.
[0029] Es zeigen:
- Fig. 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Schmiedeverfahrens, das mittels
einer erfindungsgemäßen Schmiedevorrichtung durchführbar ist, in einer schematischen
Darstellung,
- Fig. 2
- Diagramme eines Wärmeverlaufs in einem mittels der erfindungsgemäßen Schmiedevorrichtung
geschmiedeten Schmiedebauteil während des erfindungsgemäßen Schmiedeverfahrens im
Vergleich zu einem Kraftverlauf in der Schmiedevorrichtung in einer schematischen
Darstellung,
- Fig. 3
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Schmiedeverfahrens, das mittels
einer erfindungsgemäßen Schmiedevorrichtung durchführbar ist, in einer schematischen
Darstellung und
- Fig. 4
- ein drittes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Schmiedeverfahrens, das mittels
einer erfindungsgemäßen Schmiedevorrichtung durchführbar ist, in einer schematischen
Darstellung.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0030] Figur 1 zeigt eine Schmiedeproduktionslinie 30a mit einer Schmiedevorrichtung zu
einer Durchführung eines Schmiedeverfahrens 10a, insbesondere eines Leichtbauschmiedeverfahrens,
zu einer Herstellung von einem Schmiedebauteil 12a insbesondere zu einer Herstellung
von Leichtbaulegierungsbauteilen für den Automobil-, Luftfahrt- und/oder Industriebereich.
Es ist jedoch auch denkbar, dass mittels des Schmiedeverfahrens 10a Schmiedebauteile
12a hergestellt werden, die in einem anderen, einem Fachmann als sinnvoll erscheinenden
Bereich einsetzbar sind, wie beispielsweise einem Flugzeugbereich o. dgl. In der Figur
1 sind einzelne Verfahrensschritte des Schmiedeverfahrens 10a grafisch einem Temperaturverlauf
in dem Schmiedebauteil 12a, insbesondere ausgehend von einem Halbzeug 32a bis zu einem
fertig geschmiedeten Schmiedebauteil 12a, zugeordnet (vgl. Temperatur-Zeit-Diagramm
und entsprechend gestrichelte Zuordnung in Figur 1).
[0031] In zumindest einem, insbesondere ersten, Verfahrensschritt des Schmiedeverfahrens
10a wird ein Halbzeug 32a einer Vorwärmvorrichtung 34a der Schmiedeproduktionslinie
30a zugeführt, in der das Halbzeug 32a in zumindest einem, insbesondere zweiten, Verfahrensschritt
des Schmiedeverfahrens 10a vorgewärmt wird, insbesondere ausgehend von einer Raumtemperatur
des Halbzeugs 32a, insbesondere bis auf eine Temperatur von mehr als 300 °C, vorzugsweise
von mehr als 400 °C, besonders bevorzugt von mehr als 490 °C und ganz besonders bevorzugt
von weniger als 700 °C. Die Vorwärmvorrichtung 34a weist vorzugsweise eine, einem
Fachmann bereits bekannte Ausgestaltung auf, wie beispielsweise eine Ausgestaltung
als Vorwärmeofen o. dgl. Vorzugsweise wird das Halbzeug 32a in Form eines Stranggussmaterials
oder eines Strangpressmaterials zu einer Herstellung des Schmiedebauteils 12a mittels
des Schmiedeverfahrens 10a genutzt.
[0032] In zumindest einem, insbesondere dritten, Verfahrensschritt des Schmiedeverfahrens
10a, insbesondere nach einer Vorwärmung des Halbzeugs 32a in der Vorwärmvorrichtung
34a, erfolgt eine Übergabe, insbesondere eine zumindest teilweise automatische Übergabe,
des Halbzeugs 32a an eine Schmiedevorrichtung der Schmiedeproduktionslinie 30a. Die
Schmiedevorrichtung, insbesondere zu einer Durchführung eines Schmiedeverfahrens 10a,
umfasst zumindest ein Schmiedewerkzeug 14a, 16a, insbesondere ein Umform-, Stanz-
oder Kalibrierwerkzeug. Die Schmiedevorrichtung ist vorzugsweise als Schmiedepresse
20a ausgebildet. Die Schmiedepresse 20a kann als Spindelpresse, als Hydraulikpresse,
als Servopresse oder als eine andere, einem Fachmann als sinnvoll erscheinende Presse
ausgebildet sein. Die Übergabe des Halbzeugs 32a von der Vorwärmvorrichtung 34a kann
manuell, teilautomatisch oder vollautomatisch erfolgen. Vorzugsweise erfolgt eine
vollautomatische Übergabe des Halbzeugs 32a an die Schmiedevorrichtung, insbesondere
mittels einer Übergabevorrichtung 36a der Schmiedeproduktionslinie 30a. Die Übergabevorrichtung
36a kann als Roboter, als Hubbalkenvorrichtung, als Fördervorrichtung o. dgl. ausgebildet
sein. Die Schmiedevorrichtung umfasst vorzugsweise zumindest ein Schmiedewerkzeug
14a, insbesondere in einem Umform-, Stanz- und/oder Kalibrierwerkzeug, in dem das
Schmiedebauteil 12a abgekühlt werden kann. Die Schmiedevorrichtung umfasst vorzugsweise
zumindest ein weiteres Schmiedewerkzeug 16a zu einer Umformung, insbesondere einer
Warmumformung, des Schmiedebauteils 12a, insbesondere vor einer Abkühlung des Schmiedebauteils
12a in dem Schmiedewerkzeug 14a. Das Schmiedewerkzeug 14a ist vorzugsweise als Fertiggesenk
ausgebildet. Das weitere Schmiedewerkzeug 16a ist bevorzugt als Vorgesenk ausgebildet.
Vorzugsweise erfolgt ein Zuschnitt des Schmiedebauteils 12a in dem Schmiedewerkzeug
14a. Das Schmiedewerkzeug 14a ist bevorzugt einteilig mit einem Zuschnittwerkzeug
oder einem Stanzwerkzeug ausgebildet.
[0033] In zumindest einem, insbesondere vierten, Verfahrensschritt des Schmiedeverfahrens
10a erfolgt eine Vorformung des Schmiedebauteils 12a mittels des weiteren Schmiedewerkzeugs
16a. Vorzugsweise erfolgt in zumindest einem, insbesondere fünften, Verfahrensschritt
des Schmiedeverfahrens 10a eine Schmiedebauteilübergabe, insbesondere eine zumindest
teilweise automatische Schmiedebauteilübergabe, des Schmiedebauteils 12a von dem weiteren
Schmiedewerkzeug 16a an das Schmiedewerkzeug 14a. Die Schmiedebauteilübergabe des
Schmiedebauteils 12a von dem weiteren Schmiedewerkzeug 16a zum Schmiedewerkzeug 14a
kann manuell, teilautomatisch oder vollautomatisch erfolgen. Vorzugsweise erfolgt
eine vollautomatische Schmiedebauteilübergabe des Schmiedebauteils 12a von dem weiteren
Schmiedewerkzeug 16a zum Schmiedewerkzeug 14a, insbesondere mittels einer an der Schmiedevorrichtung
angeordneten Übergabevorrichtung (hier nicht näher dargestellt) der Schmiedeproduktionslinie
30a. Die an der Schmiedevorrichtung angeordnete Übergabevorrichtung kann als Roboter,
als Hubbalkenvorrichtung, als Fördervorrichtung o. dgl. ausgebildet sein.
[0034] In zumindest einem, insbesondere fünften, Verfahrensschritt des Schmiedeverfahrens
10a erfolgt eine Umformung, insbesondere eine Warmumformung, des Schmiedebauteils
12a in dem, insbesondere als Gesenk ausgebildeten, Schmiedewerkzeug 14a bei einer
Umformtemperatur von insbesondere mehr als 300 °C, vorzugsweise mehr als 400 °C, besonders
bevorzugt mehr als 490 °C und ganz besonders bevorzugt von weniger als 700 °C. Vorzugsweise
erfolgt eine Umformung, insbesondere eine Warmumformung, des Schmiedebauteils 12a
in dem, insbesondere als Gesenk ausgebildeten, Schmiedewerkzeug 14a bei einer Umformtemperatur
mit einem Wert aus einem Wertebereich von 500 °C bis 560 °C.
[0035] In zumindest einem, insbesondere sechsten, Verfahrensschritt erfolgt eine Abkühlung
des Schmiedebauteils 12a in dem Schmiedewerkzeug 14a. Die Abkühlung des Schmiedebauteils
12a erfolgt nach einer Umformung des Schmiedebauteils 12a in dem Schmiedewerkzeug
14a. Vorzugsweise erfolgt die Abkühlung des Schmiedebauteils 12a in dem Schmiedewerkzeug
14a nach einer in dem weiteren Schmiedewerkzeug 16a durchgeführten Umformung, insbesondere
Vorformung, des Schmiedebauteils 12a. In zumindest einem Verfahrensschritt erfolgt
zu einer Abkühlung des Schmiedebauteils 12a in dem Schmiedewerkzeug 14a eine zumindest
teilweise automatische Schmiedebauteilübergabe von dem weiteren Schmiedewerkzeug 16a
zu dem Schmiedewerkzeug 14a. Die Schmiedevorrichtung umfasst zu einer Abkühlung des
Schmiedebauteils 12a in dem Schmiedewerkzeug 14a zumindest eine zumindest teilweise
an dem Schmiedewerkzeug 14a angeordnete, insbesondere zumindest teilweise in dem Schmiedewerkzeug
14a integrierte, Kühleinheit 24a, 26a. Das Schmiedebauteil 12a wird vorzugsweise direkt
anschließend an die in dem Schmiedewerkzeug 14a erfolgte Warmumformung des Schmiedebauteils
12a, insbesondere direkt, in dem Schmiedewerkzeug 14a abgekühlt. In zumindest einem
Verfahrensschritt, insbesondere im sechsten Verfahrensschritt, des Schmiedeverfahrens
10a, wird das Schmiedewerkzeug 14a aktiv gekühlt. Vorzugsweise wird dem Schmiedewerkzeug
14a mittels der Kühleinheit 24a, 26a Kühlfluid zugeführt und durch das Schmiedewerkzeug
14a geleitet. Bevorzugt ist jeweils an einem Schmiedewerkzeugteil des Schmiedewerkzeugs
14a, insbesondere jeweils an zumindest einer Gesenkhälfte des als Gesenk ausgebildeten
Schmiedewerkzeugs 14a, zumindest eine Kühleinheit 24a, 26a angeordnet, die zu einer
Kühlung des entsprechenden Schmiedewerkzeugteils, insbesondere der entsprechenden
Gesenkhälfte, vorgesehen ist.
[0036] In zumindest einem Verfahrensschritt, insbesondere im sechsten Verfahrensschritt,
des Schmiedeverfahrens 10a, wird das Schmiedebauteil 12a in dem Schmiedewerkzeug 14a
aktiv mit einem Kühlfluid behandelt, insbesondere besprüht und/oder umströmt. Es ist
jedoch auch denkbar, dass das Schmiedewerkzeug 14a alternativ oder zusätzlich mit
einem Kühlfluid durchströmt wird, insbesondere zu einer vorteilhaft Wärmeabführung
aus dem Schmiedebauteil 12a und/oder dem Schmiedewerkzeug 14a. Bevorzugt wird das
Schmiedebauteil 12a in dem Schmiedewerkzeug 14a, insbesondere ausgehend von einer
Umformtemperatur des Schmiedebauteils 12a von mehr als 400 °C, auf eine Temperatur
von weniger als 300 °C abgekühlt. Insbesondere wird das Schmiedebauteil 12a in dem
Schmiedewerkzeug 14a, insbesondere ausgehend von einer Umformtemperatur des Schmiedebauteils
12a von mehr als 400 °C, auf eine Temperatur mit einem Wert aus einem Wertebereich
von 150 °C bis 180 °C abgekühlt, insbesondere direkt in dem Schmiedewerkzeug 14a,
in dem das Schmiedebauteil 12a warmumgeformt wurde/wird. Eine Abkühlrate des Schmiedebauteils
12a in dem Schmiedewerkzeug 14a ist größer als 25 K/s, insbesondere infolge einer
Wärmeübertragung einer Wärme des Schmiedebauteils 12a an das Schmiedewerkzeug 14a
und/oder das Kühlfluid. Vorzugsweise ist eine Abkühlrate des Schmiedebauteils 12a
in dem Schmiedewerkzeug 14a insbesondere größer als 50 K/s, bevorzugt größer als 100
K/s und besonders bevorzugt größer als 200 K/s. Bevorzugt ist eine Abkühlrate des
Schmiedebauteils 12a in dem Schmiedewerkzeug 14a insbesondere kleiner als 400 K/s,
bevorzugt kleiner als 350 K/s und besonders bevorzugt kleiner als 310 K/s.
[0037] In zumindest einem Verfahrensschritt, insbesondere im sechsten Verfahrensschritt,
des Schmiedeverfahrens 10a wird zumindest eine Schmiedepressenkenngröße, insbesondere
eine maximale Pressenkraft und/oder eine Pressenstößelposition, der als Schmiedepresse
20a ausgebildeten Schmiedevorrichtung geändert (vgl. hierzu auch Figur 2). Vorzugsweise
kann die Schmiedepressenkenngröße in Abhängigkeit von einem Abkühlungsstartzeitpunkt
und/oder von zumindest einer durch die Abkühlung des Schmiedebauteils 12a in dem Schmiedewerkzeug
14a bedingte Kenngröße des Schmiedebauteils 12a, insbesondere eine Schrumpfkenngröße
des Schmiedebauteils 12a, geändert werden. Vorzugsweise umfasst die Schmiedepresse
20a eine Wegmessvorrichtung 38a, die dazu vorgesehen ist, zumindest einen Verfahrweg
eines Schmiedepressenstößels und/oder zumindest eines Schmiedewerkzeugteils, insbesondere
zumindest einer Gesenkhälfte des als Gesenk ausgebildeten Schmiedewerkzeugs 14a, zu
erfassen. Bevorzugt ist die Schmiedepresse 20a derart ausgebildet, dass zumindest
ein Schmiedewerkzeugteil, insbesondere zumindest eine Gesenkhälfte des als Gesenk
ausgebildeten Schmiedewerkzeugs 14a, in Abhängigkeit von einer durch eine Abkühlung
des Schmiedebauteils 12a bedingte Schrumpfkenngröße des Schmiedebauteils 12a in einer
Position und/oder in einer Krafteinwirkung auf das Schmiedebauteil 12a anpassbar ist.
Bevorzugt wird, insbesondere während einer Abkühlung des Schmiedebauteils 12a im Schmiedewerkzeug
14a, zumindest ein Schmiedewerkzeugteil, insbesondere zumindest eine Gesenkhälfte
des als Gesenk ausgebildeten Schmiedewerkzeugs 14a, in Abhängigkeit von einer durch
eine Abkühlung des Schmiedebauteils 12a bedingte Schrumpfkenngröße des Schmiedebauteils
12a näher an das Schmiedebauteil 12a herangefahren und/oder eine auf das im Schmiedewerkzeug
14a angeordnete Schmiedebauteil 12a wirkende Pressenkraft wird erhöht, insbesondere
um einem Kontaktverlust zwischen dem Schmiedebauteil 12a infolge einer durch die Abkühlung
bedingte Schrumpfung des Schmiedebauteils 12a entgegenzuwirken. Es ist jedoch auch
denkbar, dass eine auf das im Schmiedewerkzeug 14a angeordnete Schmiedebauteil 12a
wirkende Pressenkraft in Abhängigkeit von einem Abkühlungsstartzeitpunkt reduziert
wird, insbesondere um eine Kühlwirkung des Schmiedewerkzeugs 14a auf das im Schmiedewerkzeug
14a angeordnete Schmiedebauteil 12a gezielt zu beeinflussen.
[0038] Bevorzugt erfolgt in zumindest einem, insbesondere achten Verfahrensschritt, des
Schmiedeverfahrens 10a ein Warmauslagern des Schmiedebauteils 12a, insbesondere nach
einer aktiven Abkühlung des Schmiedebauteils 12a in dem Schmiedewerkzeug 14a, insbesondere
zu einer Erreichung eines T4-, T5-, T6- oder T7-Zustands gemäß DIN EN 515 des Schmiedebauteils
12a. Vorzugsweise erfolgt eine Warmauslagerung des Schmiedebauteils 12a bei einer
Temperatur von insbesondere weniger als 280 °C, bevorzugt von weniger als 250 °C und
besonders bevorzugt von weniger als 220 °C. Ganz besonders bevorzugt erfolgt eine
Warmauslagerung des Schmiedebauteils 12a bei einer Temperatur mit einem Wert aus einem
Wertebereich von 120 °C bis 250 °C. Vorzugsweise erfolgt in zumindest einem, insbesondere
siebten, Verfahrensschritt des Schmiedeverfahrens 10a eine Schmiedebauteilübergabe,
insbesondere eine zumindest teilweise automatische Schmiedebauteilübergabe, des Schmiedebauteils
12a von der Schmiedevorrichtung an eine, einem Fachmann bereits bekannte Warmauslagerungsvorrichtung
28a, insbesondere nach einer, insbesondere aktiven, Abkühlung des Schmiedebauteils
12a im Schmiedewerkzeug 14a. Bevorzugt erfolgt eine Schmiedebauteilübergabe des Schmiedebauteils
12a von der Schmiedevorrichtung an eine, einem Fachmann bereits bekannte Warmauslagerungsvorrichtung
28a mittels einer weiteren Übergabevorrichtung 40a der Schmiedeproduktionslinie 30a.
Die weitere Übergabevorrichtung 40a ist vorzugsweise zumindest im Wesentlichen analog
zur Übergabevorrichtung 36a ausgebildet. Bevorzugt erfolgt eine Schmiedebauteilübergabe
des Schmiedebauteils 12a von der Schmiedevorrichtung an eine, einem Fachmann bereits
bekannte Warmauslagerungsvorrichtung 28a bei einer Temperatur, die oberhalb einer
Warmauslagerungstemperatur des Schmiedebauteils 12a liegt. Vorzugsweise ist das Schmiedeverfahren
10a derart ausgestaltet, dass eine Restwärme in einem Grat des Schmiedebauteils 12a
vorteilhaft zu einer Erwärmung des Schmiedebauteils 12a nach einer, insbesondere aktiven,
Abkühlung des Schmiedebauteils 12a in dem Schmiedewerkzeug 14a auf eine Warmauslagerungstemperatur
genutzt wird. Nach der Warmauslagerung des Schmiedebauteils 12a können weitere, einem
Fachmann als sinnvoll erscheinende Verfahrensschritte folgen.
[0039] Figuren 3 und 4 zeigen weitere Ausführungsbeispiele der Erfindung. Die nachfolgenden
Beschreibungen und die Zeichnungen beschränken sich im Wesentlichen auf die Unterschiede
zwischen den Ausführungsbeispielen, wobei bezüglich gleich bezeichneter Bauteile,
insbesondere in Bezug auf Bauteile mit gleichen Bezugszeichen, grundsätzlich auch
auf die Zeichnungen und/oder die Beschreibung der anderen Ausführungsbeispiele, insbesondere
der Figuren 1 und 2, verwiesen werden kann. Zur Unterscheidung der Ausführungsbeispiele
ist der Buchstabe a den Bezugszeichen des Ausführungsbeispiels in den Figuren 1 und
2 nachgestellt. In den Ausführungsbeispielen der Figuren 3 und 4 ist der Buchstabe
a durch die Buchstaben b und c ersetzt.
[0040] Figur 3 zeigt eine Schmiedeproduktionslinie 30b mit einer Schmiedevorrichtung zu
einer Durchführung eines Schmiedeverfahrens 10b, insbesondere eines Leichtbauschmiedeverfahrens,
zu einer Herstellung von einem Schmiedebauteil 12b, insbesondere zu einer Herstellung
von Leichtbaulegierungsbauteilen, für den Automobil,-Luftfahrt,- oder Industriebereich.
Es ist jedoch auch denkbar, dass mittels des Schmiedeverfahrens 10b Schmiedebauteil
12b hergestellt werden, die in einem anderen, einem Fachmann als sinnvoll erscheinenden
Bereich einsetzbar sind, wie beispielsweise einem Flugzeugbereich o. dgl. In der Figur
3 sind einzelne Verfahrensschritte des Schmiedeverfahrens 10b grafisch einem Temperaturverlauf
in dem Schmiedebauteil 12b, insbesondere ausgehend von einem Halbzeug 32b bis zu einem
fertig geschmiedeten Schmiedebauteil 12b, zugeordnet (vgl. Temperatur-Zeit-Diagramm
und entsprechend gestrichelte Zuordnung in Figur 3). Die in Figur 3 dargestellte Schmiedeproduktionslinie
30b und das damit durchführbare Schmiedeverfahren 10b unterscheidet sich von der in
der Figur 1 dargestellten Schmiedeproduktionslinie 30a und von dem damit durchführbaren
Schmiedeverfahren 10a dadurch, dass die Schmiedeproduktionslinie 30b eine Schmiedevorrichtung
umfasst, die zumindest drei Schmiedewerkzeuge 14b, 16b, 18b, insbesondere ein Umform-,
ein Stanz- und/oder ein Kalibrierwerkzeug, umfasst.
[0041] Vorzugsweise wird das Schmiedebauteil 12b, insbesondere nach einer, insbesondere
direkten, Abkühlung im Schmiedewerkzeug 14b, das vorzugsweise als Fertiggesenk ausgebildet
ist, in zumindest einem Verfahrensschritt des Schmiedeverfahrens 10b an ein zusätzliches
Schmiedewerkzeug 18b, das vorzugsweise als Stanz- und/oder Schnittwerkzeug ausgebildet
ist, übergeben. Vorzugsweise erfolgt in zumindest einem, insbesondere nach einer Bearbeitung
mit dem zusätzlichen Schmiedewerkzeug 18b durchgeführten, Verfahrensschritt des Schmiedeverfahrens
10b eine Schmiedebauteilübergabe, insbesondere eine zumindest teilweise automatische
Schmiedebauteilübergabe, des Schmiedebauteils 12b von der Schmiedevorrichtung an eine,
einem Fachmann bereits bekannte Warmauslagerungsvorrichtung 28b. Hinsichtlich weiterer
Merkmale, Funktionen und/oder Verfahrensschritte der Schmiedeproduktionslinie 30b
und des damit durchführbaren Schmiedeverfahrens 10b darf auf die Beschreibung der
in der Figur 1 dargestellten Schmiedeproduktionslinie 30a und des damit durchführbaren
Schmiedeverfahrens 10a verwiesen werden.
[0042] Figur 4 zeigt eine Schmiedeproduktionslinie 30c mit einer Schmiedevorrichtung zu
einer Durchführung eines Schmiedeverfahrens 10c, insbesondere eines Leichtbauschmiedeverfahrens,
zu einer Herstellung von einem Schmiedebauteil 12c, insbesondere zu einer Herstellung
von Leichtbaulegierungsbauteilen, für den Automobil,-Luftfahrt,- oder Industriebereich.
Es ist jedoch auch denkbar, dass mittels des Schmiedeverfahrens 10c Schmiedebauteil
12c hergestellt werden, die in einem anderen, einem Fachmann als sinnvoll erscheinenden
Bereich einsetzbar sind, wie beispielsweise einem Flugzeugbereich o. dgl. In der Figur
4 sind einzelne Verfahrensschritte des Schmiedeverfahrens 10c grafisch einem Temperaturverlauf
in dem Schmiedebauteil 12c, insbesondere ausgehend von einem Halbzeug 32c bis zu einem
fertig geschmiedeten Schmiedebauteil 12c, zugeordnet (vgl. Temperatur-Zeit-Diagramm
und entsprechend gestrichelte Zuordnung in Figur 4). Die in Figur 4 dargestellte Schmiedeproduktionslinie
30c und das damit durchführbare Schmiedeverfahren 10c unterscheidet sich von der in
der Figur 1 dargestellten Schmiedeproduktionslinie 30a und von dem damit durchführbaren
Schmiedeverfahren 10a dadurch, dass die Schmiedeproduktionslinie 30c eine Schmiedevorrichtung
mit zumindest einem Schmiedewerkzeug 14c und mit zumindest einem weiteren Schmiedewerkzeug
16c sowie zumindest eine weitere Schmiedevorrichtung, die als Schmiedepresse 22c ausgebildet
ist, mit zumindest einem zusätzlichen Schmiedewerkzeug 18c, das vorzugsweise als Stanz-
und/oder Schnittwerkzeug ausgebildet ist, aufweist. Bevorzugt ist die weitere Schmiedevorrichtung
als Schmiedepresse 22c ausgebildet ist. Vorzugsweise wird das Schmiedebauteil 12c,
insbesondere nach einer Umformung, insbesondere einer Warmumformung, im Schmiedewerkzeug
14c, das vorzugsweise als Fertiggesenk ausgebildet ist, in zumindest einem Verfahrensschritt
des Schmiedeverfahrens 10c an die weitere Schmiedevorrichtung übergeben, insbesondere
zumindest teilweise automatisch, insbesondere mittels einer zusätzlichen Übergabevorrichtung
42c der Schmiedeproduktionslinie 30c. Bevorzugt wird das Schmiedebauteil 12c, insbesondere
nach einer Umformung, insbesondere einer Warmumformung, im Schmiedewerkzeug 14c, das
vorzugsweise als Fertiggesenk ausgebildet ist, in zumindest einem Verfahrensschritt
des Schmiedeverfahrens 10c an das zusätzliche Schmiedewerkzeug 18c, das vorzugsweise
als Stanz- und/oder Schnittwerkzeug ausgebildet ist, übergeben. In zumindest einem
Verfahrensschritt, insbesondere nach einer Übergabe des Schmiedebauteils 12c an das
zusätzliche Schmiedewerkzeug 18c, erfolgt eine Abkühlung des Schmiedebauteils 12c
in dem zusätzlichen Schmiedewerkzeug 18c. Die Abkühlung des Schmiedebauteils 12c erfolgt
bevorzugt nach einer Umformung des Schmiedebauteils 12c in dem Schmiedewerkzeug 14c.
Die Abkühlung des Schmiedebauteils 12c in dem zusätzlichen Schmiedewerkzeug 18c erfolgt
nach einer in dem Schmiedewerkzeug 14c und dem weiteren Schmiedewerkzeug 16c durchgeführten
Umformung des Schmiedebauteils 12c.
[0043] Vorzugsweise erfolgt in zumindest einem, insbesondere nach einer Abkühlung in dem
zusätzlichen Schmiedewerkzeug 18c durchgeführten, Verfahrensschritt des Schmiedeverfahrens
10c eine Schmiedebauteilübergabe, insbesondere eine zumindest teilweise automatische
Schmiedebauteilübergabe, des Schmiedebauteils 12c von der weiteren Schmiedevorrichtung
an eine, einem Fachmann bereits bekannte Warmauslagerungsvorrichtung 28c. Hinsichtlich
weiterer Merkmale, Funktionen und/oder Verfahrensschritte der Schmiedeproduktionslinie
30c und des damit durchführbaren Schmiedeverfahrens 10c darf auf die Beschreibung
der in der Figur 1 dargestellten Schmiedeproduktionslinie 30a und des damit durchführbaren
Schmiedeverfahrens 10a verwiesen werden.
Bezugszeichen
[0044]
- 10
- Schmiedeverfahren
- 12
- Schmiedebauteil
- 14
- Schmiedewerkzeug
- 16
- Schmiedewerkzeug
- 18
- Schmiedewerkzeug
- 20
- Schmiedepresse
- 22
- Schmiedepresse
- 24
- Kühleinheit
- 26
- Kühleinheit
- 28
- Warmauslagerungsvorrichtung
- 30
- Schmiedeproduktionslinie
- 32
- Halbzeug
- 34
- Vorwärmvorrichtung
- 36
- Übergabevorrichtung
- 38
- Wegmessvorrichtung
- 40
- Übergabevorrichtung
- 42
- Übergabevorrichtung
1. Schmiedeverfahren, insbesondere Leichtbaulegierungsschmiedeverfahren, wobei in zumindest
einem Verfahrensschritt eine Abkühlung eines Schmiedebauteils in einem Schmiedewerkzeug
(14, 16, 18), insbesondere in einem Umform-, Stanz- und/oder Kalibrierwerkzeug, erfolgt,
wobei in zumindest einem Verfahrensschritt zumindest eine maximale Pressenkraft und/oder
eine Pressenstößelposition einer Schmiedepresse (20, 22) in Abhängigkeit von einer
Abkühlung des Schmiedebauteils in dem Schmiedewerkzeug (14, 16, 18), geändert wird,
dadurch gekennzeichnet, dass während einer Abkühlung des Schmiedebauteils im Schmiedewerkzeug in Abhängigkeit
von einer durch eine Abkühlung des Schmiedebauteils bedingte Schrumpfkenngröße des
Schmiedebauteils zumindest ein Schmiedewerkzeugteil, insbesondere zumindest eine Gesenkhälfte
des als Gesenk ausgebildeten Schmiedewerkzeugs (14, 16, 18), näher an das Schmiedebauteil
herangefahren und/oder eine auf das im Schmiedewerkzeug (14, 16, 18) angeordnete Schmiedebauteil
wirkende Pressenkraft erhöht wird.
2. Schmiedeverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schmiedebauteil in dem Schmiedewerkzeug (14, 16, 18), insbesondere ausgehend
von einer Umformtemperatur des Schmiedebauteils von mehr als 400 °C, auf eine Temperatur
von weniger als 300 °C abgekühlt wird.
3. Schmiedeverfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Abkühlrate des Schmiedebauteils in dem Schmiedewerkzeug (14, 16, 18) größer
ist als 25 K/s.
4. Schmiedeverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abkühlung des Schmiedebauteils nach einer Umformung des Schmiedebauteils in dem
Schmiedewerkzeug (14, 16, 18) erfolgt.
5. Schmiedeverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Abkühlung des Schmiedebauteils in dem Schmiedewerkzeug (14) nach einer in einem
weiteren Schmiedewerkzeug (16, 18) durchgeführten Umformung des Schmiedebauteils erfolgt.
6. Schmiedeverfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass in zumindest einem Verfahrensschritt zu einer Abkühlung des Schmiedebauteils in dem
Schmiedewerkzeug (14) eine zumindest teilweise automatische Schmiedebauteilübergabe
von dem weiteren Schmiedewerkzeug (16, 18) zu dem Schmiedewerkzeug (14) erfolgt.
7. Schmiedeverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in zumindest einem Verfahrensschritt das Schmiedewerkzeug (14, 16, 18) aktiv gekühlt
wird.
8. Schmiedeverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in zumindest einem Verfahrensschritt das Schmiedebauteil in dem Schmiedewerkzeug
(14, 16, 18) aktiv mit einem Kühlfluid behandelt, insbesondere besprüht, wird.
9. Schmiedepresse, insbesondere zu einer Durchführung eines Schmiedeverfahrens nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, mit zumindest einem Schmiedewerkzeug (14, 16, 18), insbesondere
einem Umform-, Stanz- oder Kalibrierwerkzeug, und mit zumindest einer zumindest teilweise
an dem Schmiedewerkzeug (14, 16, 18) angeordneten Kühleinheit (24, 26), wobei die
Schmiedepresse derart ausgebildet ist, dass zumindest eine Schmiedepressenkenngröße
und/oder eine Kenngröße eines Kühlfluids in Abhängigkeit von einer Abkühlung eines
im Schmiedewerkzeug (14, 16, 18) angeordneten Schmiedebauteils (12) geändert wird,
und mit zumindest einer Steuer- und/oder Regeleinheit zu einer Steuerung und/oder
Regelung der Kenngröße des Kühlfluids und/oder der Schmiedepressenkenngröße, gekennzeichnet durch zumindest eine Sensoreinheit zu einer Erfassung einer Abkühlkenngröße des Schmiedebauteils,
wobei in Abhängigkeit von einer durch eine Abkühlung des Schmiedebauteils bedingte
Schrumpfkenngröße des Schmiedebauteils zumindest ein Schmiedewerkzeugteil, insbesondere
zumindest eine Gesenkhälfte des als Gesenk ausgebildeten Schmiedewerkzeugs (14, 16,
18), näher an das Schmiedebauteil heranfahrbar ist und/oder eine auf das im Schmiedewerkzeug
(14, 16, 18) angeordnete Schmiedebauteil wirkende Pressenkraft erhöhbar ist.
1. Forging method, in particular lightweight construction alloy forging method,
wherein in at least one method step a cooling of a forging component is effected in
a forging tool (14, 16, 18), in particular in a forming, punching and/or calibration
tool, wherein in at least one method step at least a maximum press force and/or a
press piston position of a forging press (20, 22) are/is changed depending on a cooling
of the forging component in the forging tool (14, 16, 18),
characterised in that during a cooling of the forging component in the forging tool, depending on a shrinkage
parameter of the forging component on account of a cooling of the forging component,
at least one forging tool part, in particular at least one die half of the forging
tool (14, 16, 18) realized as a die, is moved closer to the forging component and/or
a press force which acts onto the forging component arranged in the forging tool (14,
16, 18) is increased.
2. Forging method according to claim 1,
characterised in that the forging component is cooled in the forging tool (14, 16, 18), in particular starting
from a forming temperature of the forging component of more than 400°C, down to a
temperature of less than 300°C.
3. Forging method according to claim 1 or 2,
characterised in that a cooling rate of the forging component in the forging tool (14, 16, 18) is greater
than 25 K/s.
4. Forging method according to one of the preceding claims,
characterised in that the cooling of the forging component is effected after a forming of the forging component
in the forging tool (14, 16, 18).
5. Forging method according to one of claims 1 to 3,
characterised in that the cooling of the forging component in the forging tool (14) is effected after a
forming of the forging component carried out in a further forging tool (16, 18).
6. Forging method according to claim 5,
characterised in that in at least one method step, for a cooling of the forging component in the forging
tool (14), an at least semiautomated forging component transfer is effected from the
further forging tool (16, 18) to the forging tool (14).
7. Forging method according to one of the preceding claims,
characterised in that in at least one method step the forging tool (14, 16, 18) is cooled actively.
8. Forging method according to one of the preceding claims,
characterised in that in at least one method step the forging component in the forging tool (14, 16, 18)
is actively treated, in particular sprayed, with a cooling fluid.
9. Forging press, in particular for an execution of a forging method according to one
of the preceding claims, with at least one forging tool (14, 16, 18), in particular
a forming, punching or calibration tool, and with at least one cooling unit (24, 26),
which is at least partly arranged on the forging tool (14, 16, 18),
wherein the forging press is implemented in such a way that at least a forging press
parameter and/or a parameter of a cooling fluid are/is changed depending on a cooling
of a forging component arranged in the forging tool (14, 16, 18), and with at least
one control and/or regulation unit for a control and/or regulation of the parameter
of the cooling fluid and/or of the forging press parameter, characterised by at least one sensor unit for capturing a cooling parameter of the forging component
wherein, depending on a shrinkage parameter of the forging component on account of
a cooling of the forging component, at least one forging tool part, in particular
at least one die half of the forging tool (14, 16, 18) realized as a die, can be moved
closer to the forging component and/or a press force which acts onto the forging component
arranged in the forging tool (14, 16, 18) is augmentable.
1. Procédé de forgeage, notamment procédé de forgeage d'un alliage à construction légère,
où dans au moins une étape de procédé s'effectue un refroidissement d'un composant
de forgeage dans un outil à forgeage (14, 16, 18), en particulier dans un outil à
formage, à poinçonnage et/ou à calibration,
où dans au moins une étape de procédé au moins une force de presse maximale et/ou
une position de poussoir-presse d'une presse à forger (20, 22) sont/est changé en
dépendance à un refroidissement du composant de forgeage dans l'outil à forgeage (14,
16, 18),
caractérisé en ce que pendant un refroidissement du composant de forgeage dans l'outil à forgeage, en dépendance
à un paramètre de retraite du composant de forgeage relié à un refroidissement du
composant de forgeage, au moins une partie d'outil à forgeage, en particulier au moins
une demi-matrice de l'outil à forgeage (14, 16, 18) réalisé comme matrice, est approché
au composant de forgeage et/ou une force de presse agissant sur le composant de forgeage
disposé dans l'outil à forgeage (14, 16, 18) est augmentée.
2. Procédé de forgeage selon la revendication 1,
caractérisé en ce que le composant de forgeage est refroidi dans l'outil à forgeage (14, 16, 18), en particulier
à partir d'une température de formage du composant de forgeage de plus de 400°C, à
une température de moins de 300°C.
3. Procédé de forgeage selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce qu'une vitesse de refroidissement du composant de forgeage dans l'outil à forgeage (14,
16, 18) est plus de 25 K/s.
4. Procédé de forgeage selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le refroidissement du composant de forgeage s'effectue après un formage du composant
de forgeage dans l'outil à forgeage (14, 16, 18).
5. Procédé de forgeage selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que le refroidissement du composant de forgeage dans l'outil à forgeage (14) s'effectue
après un formage du composant de forgeage exécuté dans un autre outil à forgeage (16,
18).
6. Procédé de forgeage selon la revendication 5,
caractérisé en ce que dans au moins une étape de procédé, pour un refroidissement du composant de forgeage
dans l'outil à forgeage (14), un transfert au moins semi-automatique de composant
de forgeage est effectué de l'autre outil à forgeage (16, 18) à l'outil à forgeage
(14).
7. Procédé de forgeage selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que dans au moins une étape de procédé l'outil à forgeage (14, 16, 18) est activement
refroidi.
8. Procédé de forgeage selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que dans au moins une étape de procédé le composant de forgeage dans l'outil à forgeage
(14, 16, 18) est activement traité, en particulier aspergé, avec un fluide refroidissant.
9. Presse à forger, notamment pour une exécution d'un procédé de forgeage selon l'une
des revendications précédentes, avec
au moins un outil à forgeage (14, 16, 18), en particulier un outil à formage, à poinçonnage
ou à calibration, et avec au moins une unité de refroidissement (24, 26) disposée
au moins partiellement sur l'outil à forgeage (14, 16, 18),
où la presse à forger est réalisée de façon qu'au moins un paramètre de presse à forger
et/ou un paramètre d'un fluide refroidissant est changé en dépendance à un refroidissement
d'un composant de forgeage (12) disposé dans l'outil à forgeage (14, 16, 18), et avec
au moins une unité de commande et/ou de régulation pour commander et/ou réguler le
paramètre du fluide refroidissant et/ou le paramètre de presse à forger,
caractérisé par au moins une unité de capteur pour capturer un paramètre de refroidissement du composant
de forgeage,
où en dépendance à un paramètre de retrait du composant de forgeage relié à un refroidissement
du composant de forgeage, au moins un outil à forgeage, en particulier au moins une
demi-matrice de l'outil à forgeage (14, 16, 18) réalisé comme matrice, peut être approché
au composant de forgeage et/ou une force de presse agissant sur le composant de forgeage
disposé dans l'outil à forgeage (14, 16, 18) peut être augmentée.