[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Stabilisierung und gesteuerten Anhebung
von Bauwerken und Bauteilen.
[0002] Aus der
DE 41 37 359 A1 ist ein Verfahren zur Sicherung von Bauwerken gegen Baugrundbewegungen aufgrund einer
mobilen Erdstufe bekannt, die zwischen einem ruhenden Baugrundblock und einem absackenden
Baugrundblock eine Versatzflanke ausbildet. Dabei wird im Boden im Abstand unterhalb
des zu sichernden Bauwerks mittels Injizieren einer Bindemittelsuspension eine als
Stabilisierungsschicht dienende Widerlagerzone ausgebildet. Unterhalb der Widerlagerzone
wird eine kraftschlüssig mit dieser verbundene Volumenersatzzone zum Ausgleich von
aufgetretenen oder zu erwartenden Senkungen ausgebildet. Die Volumenersatzzone wird
durch Injizieren unterschiedlicher Bindemittelsuspensionen gebildet. Die Injektion
der Bindemittelsuspension erfolgt über ein- oder mehrdimensional im Boden angeordnete,
sich fächerartig erstreckende Ventilrohre. In Abhängigkeit von durchgeführten Senkungs-
und/oder Neigungsmessungen werden weitere Kraftschluss- bzw. Volumennachführinjektionen
in der Volumenersatzzone durchgeführt.
[0003] Aus der
RU 2603783 ist ein Verfahren zur Sicherung von Bauwerken bekannt. Hierfür werden erste Schichten
in den Boden injiziert, mittels einer Suspension mit einer hohen Durchlässigkeit mit
einem Mikrozement, sowie mehrere zweite Schichten, die zwischen den ersten Schichten
liegen und die mittels einer Suspension mit einer geringeren Durchlässigkeit erzeugt
werden.
[0004] Aus dem Prospekt 61-02 D der Anmelderin ist ein Injektionsverfahren zur Sicherung
von Bauwerken bekannt, das auch von der Anmelderin auch unter dem Markennamen Soilfrac-Verfahren
vermarktet wird. Bei diesem Verfahren werden im Boden Fließwege geöffnet (Fracs) in
die das Injektionsgut eindringt und erhärtet. Durch mehrmalige Einwirkung kann eine
große Bandbreite an Boden verbessert und es können Hebungen eingeleitet werden. In
den zu behandelnden Baugrund werden Ventilrohre eingebaut. In dem Ringraum zwischen
Bohrlochwand und Ventilrohr wird eine erhärtende Suspension (Mantelmischung) eingefüllt.
Zum Einpressen der Soilfrac-Suspension wird in das Ventilrohr ein Injektionsschlauch
eingeführt. An dessen unterem Ende ist ein Doppelpacker befestigt, der das Ventilrohr
ober- und unterhalb des Ventils abdichtet und so die Verpressung von einzelnen Ventilstufen
ermöglicht. Die einzelnen Ventilstufen werden je nach Bauaufgabe einmal oder mehrmals
verpresst. Dazu ist die Injektionsmenge, der maximale Injektionsdruck und bei Wiederholung
die Erhärtungspause nach Vorgabe einzuhalten. Ventilrohre können über lange Zeiträume
betriebsbereit gehalten werden.
[0005] Aus dem Prospekt 66-01 D der Anmelderin ist ein Verfahren zur Verdichtungsinjektion
(Compaction Grouting) zur Gründungssanierung bei setzungsgefährdeten Bauwerken bekannt.
[0006] Unter gewissen Randbedingungen wie Geometrie oder Art des Baukörpers sowie auch der
geologischen Situation sind beide Verfahren nur noch beschränkt oder gar nicht mehr
einsetzbar. Eine gezielte Anhebung von Bauteilen ist kaum steuerbar beziehungsweise
der Aufwand wird durch undefinierte Spannungserzeugung innerhalb der Verfestigungsbereiche
unwirtschaftlich. Gerade in besonders weichen Bodenschichtungen ist der zeitliche
und technische Aufwand (Injektionsaufwand) kaum erreichbar und gezielte Rückstellungen
damit nicht sicher ausführbar.
[0007] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Stabilisierung
beziehungsweise gesteuerten Anhebung von Bauwerken vorzuschlagen, das insbesondere
in weichen Böden eine gezielte Anhebung und gegebenenfalls auch nachträgliche Kompensation
von Bodenveränderungen ermöglicht.
[0008] Zur Lösung wird ein Verfahren zur Stabilisierung von Bauwerken vorgeschlagen, umfassend:
Durchführung von Verdichtungsinjektionen unterhalb des Bauwerks jeweils durch Abteufen
eines Injektionsrohres und Einpressen eines Injektionsmittels in den Boden, wobei
eine Reihe von einzelnen, übereinanderliegenden Injektionskörpern hergestellt wird,
die gemeinsam jeweils ein Stabilisierungselement bilden; Durchführung von Aufbrechinjektionen
unterhalb des Bauwerks mittels zumindest eines in den Boden eingebrachten Aufbrech-Injektionsrohres,
das bis in eine Tiefe von mindestens einem Viertel der Tiefe des längsten Stabilisierungselements
in den Boden eingebracht wird; wobei die Aufbrechinjektionen - im Horizontalschnitt
betrachtet - in Bodenbereichen zwischen zwei oder mehr Stabilisierungselementen durchgeführt
werden; und wobei die Aufbrechinjektionen durch Einpressen einer Suspension in verschiedenen
Tiefen vorgenommen werden, derart, dass die mittels Aufbrechinjektionen hergestellten
Aufbrechinjektionskörper mit den Stabilsierungselementen in Tiefenrichtung eine Überdeckung
von mindestens einem Viertel des längsten Stabilisierungselements haben.
[0009] Ein Vorteil des beschriebenen Verfahrens ist, dass durch die mittels Verdichtungsinjektionen
hergestellten Stabilisierungselemente bereits eine Stabilisierungsstruktur im Boden
besteht, wenn anschließend Aufbrechinjektionen mittels Suspension in überdeckenden
Tiefenbereichen durchgeführt werden. Dabei wirken beide Verfahren, Verdichtungsinjektionen
einerseits und Aufbrechinjektionen andererseits, in günstiger Weise zusammen. Die
zuerst eingebrachten Verdichtungsinjektionen, welche insofern auch als Primärinjektionen
bezeichnet werden können, bewirken eine großvolumige Verspannung und Vorstabilisierung
des vorher entspannten oder nur unzureichend tragfähigen Bodens. Die nachfolgenden
Aufbrechinjektionen, die insofern auch als Sekundärinjektionen bezeichnet werden können,
nutzen die bereits vorher aufgebaute Vorspannung des Bodens für weitere Hebungsinjektionen.
Durch die zumindest teilweise Überdeckung in Tiefenrichtung beziehungsweise vertikale
Richtung zwischen den Aufbrechinjektionen und den vorher mittels Verdichtungsinjektionen
in den Boden eingebrachten Stabilisierungselementen wird insbesondere eine unkontrollierte
seitliche Suspensionsabwanderung verhindert, da die Stabilisierungselemente eine Barriere
beim Einbringen der Suspension bilden. Nach dem Erstarren der Suspension wirken die
hiermit hergestellten Aufbrechinjektionskörper und die vormals hergestellten Stabilisierungselemente
funktional parallel, das heißt das Bauwerk stützt sich auf beiden Körperstrukturen
gleichzeitig ab. Es versteht sich, dass die beschriebenen Schritte, dass die Aufbrechinjektionen
- im Horizontalschnitt betrachtet - in Bodenbereichen zwischen zwei oder mehr Stabilisierungselementen
durchgeführt werden und, dass die Aufbrechinjektionen bis in eine Tiefe von mindestens
einem Viertel des längsten Stabilisierungselements erstellt werden, nur für eine Teilzahl,
insbesondere eine Mehrzahl der Aufbrechinjektionen, gegebenenfalls auch für alle Aufbrechinjektionen
gelten kann.
[0010] Das für die Verdichtungsinjektionen verwendete Injektionsmittel hat beim Einpressen
eine größere Steifheit, Pastösität und/oder Viskosität, als die Suspension für die
Aufbrechinjektionen. So werden mittels der Verdichtungsinjektionen kompakte Stabilisierungselemente
erzeugt, während mit den Aufbrechinjektionen lamellenartige Strukturen im Boden hergestellt
werden.
[0011] Vorzugsweise werden die Aufbrechinjektionen mittels mehrerer Aufbrech-Injektionsrohre
durchgeführt, die in den Boden eingebracht werden und dort verbleiben. Diese im Boden
verbleibenden Rohre können auch als Manschettenrohre oder Ventilrohre bezeichnet werden.
Je nach Erfordernis können im Rahmen der Aufbrechinjektionen mehrere Injektionsdurchgänge
über das Rohrsystem an die örtliche Situation angepasst und wiederholt werden. So
kann die gewünschte Höhe beziehungsweise Neigung des Bauwerks gezielt eingestellt
werden, was auch nachträglich weiterhin möglich bleibt. Dabei können erforderliche
Anhebungen nach kurzer Zeit individuell über einzelne Stufen der Aufbrech-Injektionsrohre
beziehungsweise Manschettenrohre unmittelbar beim Injizieren fein gesteuert werden.
Die Aufbrechinjektionen können bei Bedarf aber auch im Nachgang, beispielsweise nach
mehreren Jahren, wiederholt werden, um weitere Anhebungen zu erzeugen. Die positive
Wirkungsweise zeigt sich insbesondere bei bindigen oder auch sehr weichen oder lockeren
Böden, in denen die Gefahr von unkontrollierten Suspensionsabwanderungen gegeben ist.
Zusätzlich kann das Verfahren auch zielgerichtet bei kleinen oder instabilen Gründungskörpern
angewendet werden.
[0012] Als Verdichtungsinjektion wird im Rahmen dieser Offenbarung, wie auch nach allgemeinen
technischen Verständnis, ein Injektionsverfahren mit Verdrängung des Baugrundes verstanden,
mit dem Zweck, ein Injektionsmittel mit hoher innerer Reibung in den Boden zu pressen,
um den Boden zu verdichten ohne ihn aufzubrechen. Das unter hohem Druck eingebrachte,
insbesondere pastöse Injektionsmittel verdrängt den anstehenden Boden und verdichtet
ihn dabei. Die innere Reibung des Injektionsmittels gewährleistet, dass ein kompakter
Injektionskörper im Boden entsteht.
[0013] Als Injektionsmittel für die Verdichtungsinjektionen kann beispielsweise ein Mörtel
oder ein anderes pastöses Dickmittel verwendet werden. Das verwendete Injektionsmittel
hat im Verarbeitungszustand eine verhältnismäßig hohe Steifigkeit beziehungsweise
hohe Viskosität, was auch mit pastös bezeichnet wird. Vorzugsweise ist die Steifheit
des Injektionsmittels gleich groß oder größer, als die von Frischbeton des Konsistenzbereichs
plastisch, das heißt plastisch, steif oder sehr steif. Die zugehörigen Ausbreitmaßklassen
für den Konsistenzbereich von Frischbeton nach DIN 1045 lauten F2 oder kleiner (F1),
die zugehörigen Verdichtungsmaßklassen sind C2 oder kleiner (C1, C0). Vorzugsweise
wird ein Injektionsmittel mit einem Wasserfeststoffwert von kleiner 0,6 verwendet.
Dabei bezeichnet der Wasserfeststoffwert das Mischungsverhältnis von Wasser zu Feststoff,
wobei der Feststoff insbesondere Mörtel oder ein anderer Dickstoff sein kann, wie
oben erwähnt.
[0014] Unter Aufbrechinjektionsverfahren wird im Rahmen der vorliegenden Offenbarung, wie
auch nach allgemeinen technischen Verständnis, ein Injektionsverfahren verstanden,
bei dem eine Suspension mit verhältnismäßig geringer Viskosität in den Boden eingepresst
werden. Dieses Verfahren wird von der Anmelderin auch unter der Bezeichnung Soilfrac-Verfahren
vermarktet. Dabei wird der Boden aufgebrochen und es entstehen skelettartige Verästelungen
beziehungsweise lamellenförmige Strukturen. Die Volumenzunahme bewirkt dabei eine
entsprechende Konsolidation im Boden, welche die Bodenstruktur verdichtet und den
Porenraum verringert. Die für die Aufbrechinjektionen verwendete Suspension hat einen
Wasserbindemittelwert (Mischungsverhältnis von Wasser zu Bindemittel) von vorzugsweise
größer als 0,8. Als Bindemittel kann beispielsweise Zement, Steinmehl, Dämmer und/oder
Bentonit verwendet werden. Optional können der die Suspension Erstarrungsbeschleuniger
wie Wasserglas oder andere Silikate hinzugefügt werden.
[0015] Die Verdichtungsinjektionen können in mehreren Reihen und/oder Ebenen durchgeführt
werden. Dabei können die Reihen beziehungsweise Ebenen parallel und/oder winklig zueinander
verlaufen. Die Reihen und/oder Ebenen verlaufen vorzugsweise zumindest größtenteils
unterhalb des abzustützenden Bauwerks. Nach einer möglichen Verfahrensführung wird
zumindest eine Teilzahl der Verdichtungsinjektionen derart durchgeführt, dass die
damit hergestellten Stabilisierungselemente relativ zu einer Vertikalachse einen Winkel
von 0°bis 80°, insbesondere von 0°bis 60°, vorzugsweise von 0° bis 45° einschließen.
[0016] Nach einer bevorzugten Ausführungsform werden die Verdichtungsinjektionen entlang
eines Randbereichs des Bauwerks beziehungsweise eines Fundaments des Bauwerks durchgeführt,
so dass die mittels Verdichtungsinjektionen hergestellten Stabilisierungselemente
eine begrenzende Struktur im Boden unterhalb des Randbereichs des Bauwerks bilden.
Hierdurch wird eine besonders gute Vorstabilisierung beziehungsweise Struktur gegen
ungewünschte Suspensionsabwanderung bei den nachfolgenden Soilfrac-Injektionen gewährleistet.
[0017] Für eine gute Verzahnung beziehungsweise zusammenwirkende Stabilisierung der Stabilisierungskörper
einerseits und der Soilfrac-Körper andererseits können die Aufbrech-Injektionsrohre
- im Vertikalschnitt betrachtet - jeweils in Zwischenräume zwischen zwei oder mehr
benachbarter Stabilisierungskörper in den Boden eingebracht werden. Entsprechend gilt
auch für die Aufbrech-Injektionsrohre, dass diese in mehreren Reihen beziehungsweise
Ebenen in den Boden eingebracht werden können, die parallel oder winklig zueinander
angeordnet sein können. Dabei kann zumindest eine Teilzahl der Aufbrech-Injektionsrohre
derart in den Boden eingebracht werden, dass sie mit einer Vertikalachse einen Winkel
von 0° bis 80°, insbesondere 0° bis 60°, vorzugsweise von 0° bis 45° einschließen.
[0018] Nach einer bevorzugten Verfahrensführung wird zur Kontrolle der Neigung beziehungsweise
Höhe ein Messsystem an zumindest einem Teil des Bauwerks installiert. Das Messsystem
kann dauerhaft am Bauwerk integriert sein oder temporär an diesem angebracht werden.
Alternativ oder in Ergänzung kann ein Messsystem auch auf der Bodenplatte zur Höhenüberwachung
vorgesehen sein. Es sind ein oder mehrere Messsysteme denkbar. Das mindestens eine
Messsystem ist ausgestaltet, um zumindest eine die Neigung und/oder Höhe des Bauwerks
repräsentierende physikalische Messgröße zu erfassen. Mittels dieser Messgröße(n)
kann während der Durchführung der Aufbrechinjektionen die Höhe und/oder Neigung des
Bauwerks überwacht werden, so dass eine genaue Anhebung beziehungsweise Ausrichtung
ermöglicht wird. Die Ausrichtung kann bevorzugt automatisiert oder bei Einhaltung
hoher Genauigkeiten im Einzelfall manuell vorgenommen werden.
[0019] Nach einer möglichen Verfahrensführung können Kernbohrungen im Fundament hergestellt
werden, durch welche Verpressrohre zur Herstellung der Verdichtungsinjektionen und/oder
die Aufbrech-Injektionsrohre zur Herstellung der Aufbrechinjektionen hindurchgeführt
werden. Mittels der Aufbrech-Injektionsrohre können die Sekündärverpressungen und
weitere Nachverpressungen durchgeführt werden. Die Durchführung von Kernbohrungen
ist optional. Nach einer ergänzenden oder alternativen Ausführung können die Bohrungen
auch seitlich am Fundament vorbeigeführt werden.
[0020] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand der Zeichnungsfiguren
erläutert. Hierin zeigt:
- Figur 1
- ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Stabilisierung beziehungsweise gesteuerten Anhebung
eines Bauwerks, schematisch im Vertikalschnitt
- a) nach dem Installieren eines Messsystems am Bauwerk und Durchführung von Kernbohrungen
im Fundament des Bauwerks;
- b) nach dem Herstellen von Stabilisierungselementen mittels Verdichtungsinjektionen;
- c) nach dem Einbringen von Aufbrech-Injektionsrohren in Bereichen zwischen bereits
hergestellten Stabilisierungselementen;
- d) nach dem Durchführen von Aufbrechinjektionen mittels der Aufbrech-Injektionsrohre;
und
- Figur 2
- die Anordnung von Bauwerk und dem gemäß Figur 1 hergestellten Stabilisierungssystem
in fertig hergestelltem Zustand
- a) in Draufsicht und
- b) in Seitenansicht.
[0021] Die Figuren 1 und 2, welche im Folgenden gemeinsam beschrieben werden, zeigen ein
erfindungsgemäßes Verfahren zur Stabilisierung beziehungsweise gesteuerten Anhebung
eines Bauwerks 2 sowie die fertig hergestellte Anordnung.
[0022] Figur 1A zeigt ein Bauwerk 2 mit Fundament 3, Bodenplatte 4, Seitenwand 5 und Dach
6 im Vertikalschnitt. Das Fundament 3 ist vorliegend als Einzelfundament ausgebildet
und im Boden angeordnet, wobei ebenso die Verwendung von Streifenfundamenten möglich
ist. Es ist erkennbar, dass die unter der Geländeoberkante 7 liegenden Bodenschichten
8, 9 eine unterschiedliche Beschaffenheit aufweisen. Beispielhaft ist die Beschaffenheit
der obersten Bodenschicht 8 weich, während die darunter liegende Bodenschicht 9 einen
tragfähigen Boden darstellt.
[0023] Figur 1A zeigt das Bauwerk nach dem Installieren eines Messsystems 10 zur Kontrolle
der Neigung beziehungsweise Höhe. Das Messsystem 10 kann beispielsweise an der Wand
5 des Bauwerks 2 und gegebenenfalls kann zusätzlich ein Messsystem 10' auf der Bodenplatte
3 angebracht werden und ist vorliegend lediglich schematisch dargestellt. Es ist ausgestaltet,
um zumindest eine die Neigung und/oder Höhe des Bauwerks 2 repräsentierende physikalische
Messgröße zu erfassen. Hierfür kann das Messsystem zumindest einen Höhensensor und/oder
zumindest einen Neigungssensor aufweisen, wobei auch eine Schlauchwaage und/oder ein
Tiltmeter zum Einsatz kommen können. Mittels der erfassten Messgrößen kann während
der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens die Höhe beziehungsweise Neigung
des Bauwerks 2 überwacht werden, so dass eine genaue Anhebung beziehungsweise Ausrichtung
ermöglicht wird.
[0024] Es sind ferner Kernbohrungen 11 erkennbar, die durch das Fundament 3 durchgebohrt
worden sind. Die Kernbohrungen 11, welche je nach Bauraumverhältnissen des zu stabilisierenden
Bauwerks optional hergestellt werden können, dienen zum Setzen von Leerrohren für
später durchzuführende Injektionen, nämlich Verdichtungs- und/oder Aufbrechinjektionen,
was nachstehend näher beschrieben wird.
[0025] In einem ersten Schritt werden Verdichtungsinjektionen unterhalb des Bauwerks 2 beziehungsweise
unterhalb des Fundaments 4 durchgeführt, um eine Mehrzahl von Stabilisierungselementen
12, 13 herzustellen. Die Verdichtungsinjektionen werden jeweils durch Abteufen eines
Injektionsrohres (nicht dargestellt) und Einpressen eines insbesondere pastösen beziehungsweise
steifen Injektionsmittels in den Boden 8 hergestellt. Dabei verdrängt das unter hohem
Druck eingebrachte pastöse Injektionsmittel den anstehenden Boden 8, 9 und verdichtet
ihn dabei, ohne ihn aufzubrechen. Durch die innere Reibung des Injektionsmittels entsteht
jeweils ein kompakter Injektionskörper im Boden. Die Injektionen werden so durchgeführt,
dass jeweils eine Reihe von einzelnen, übereinanderliegenden Injektionskörpern 14,
14', 14", usw. hergestellt wird, die gemeinsam jeweils ein Stabilisierungselement
12a, 12b, 12c, 13a, 13b bilden. Die Stabilisierungselemente können vom Fundament einwirkende
Vertikalkräfte nach unten in die tieferliegende Bodenbereiche 9 mit höherer Tragfähigkeit
abstützen. Sie sind insbesondere säulenförmig gestaltet und können insofern auch als
Säulenelemente bezeichnet werden.
[0026] Als Injektionsmittel für die Verdichtungsinjektionen wird insbesondere ein Mörtel
mit einem Wasserfeststoffwert von kleiner 0,6 verwendet. Hierdurch hat das Injektionsmittel
im Verarbeitungszustand eine verhältnismäßig hohe Steifigkeit beziehungsweise hohe
Viskosität, so dass kompakte Injektionskörper 14, 14', 14" usw. erzeugt werden. Es
versteht sich, dass auch andere pastöse Dickstoffe als Injektionsmittel verwendet
werden können. Die Steifheit des Injektionsmittels kann insbesondere gleich steif
oder steifer als Frischbeton der Konsistenzklassen C2 (Verdichtungsmaßklasse) und/oder
F2 (Ausbreitmaßklassen) nach DIN 1045 sein, das heißt plastisch bis steif.
[0027] Wie insbesondere aus Figur 2A hervorgeht, die eine Draufsicht auf die Verdichtungsanordnung
zeigt, werden entlang des Fundaments 4 mehrere Reihen von Stabilisierungselementen
12, 13 hergestellt. Es versteht sich, dass die Anordnung und Anzahl der Stabilisierungselemente
nach den technischen Anforderungen in Hinblick auf die Bodenverhältnisse und das Bauwerk
individuell gewählt werden, um das gewünschte Verdichtungsergebnis zu erreichen. Insbesondere
können die Verdichtungsinjektionen in mehreren Reihen und/oder Ebenen durchgeführt
werden, wobei die Reihen beziehungsweise Ebenen parallel und/oder winklig zueinander
verlaufen können. Für eine gute Abstützung des Fundaments ist es günstig, wenn die
Stabilisierungselemente 12, 13 zumindest größtenteils unterhalb des abzustützenden
Bauwerks 2 hergestellt werden. Die Stabilisierungselemente 12, 13 können fächerartig
in den Boden 8, 9 eingebracht werden und relativ zu einer Vertikalachse einen Winkel
von beispielsweise zwischen 0° bis 80° oder kleiner einschließen.
[0028] Bei der vorliegenden, beispielhaft gezeigten Ausführungsform sind Stabilisierungselemente
12, 13 in vier Ebenen Ea, Eb, Ec, Ed angeordnet. Jeweils in einer Ebene liegende Stabilisierungselemente
können fächerartig in den Boden eingebracht werden. In der ersten Ebene Ea, die in
einem seitlichen Randbereich des Fundaments 4 liegt, ist ein erstes Stabilisierungselement
12a unter einem Winkel von 90° zur Horizontalen in einem außerhalb der Seitenwand
5 liegenden Bodenbereich in den Boden 8, 9 eingebracht, sowie ein zweites Säulenelement
13a, das unter einem Winkel von ca. 70° zur Horizontalen unterhalb der Bodenplatte
3 in den Boden 8 eingebracht ist. Das erste Stabilisierungselement 12a und das zweite
Stabilisierungselement 13a erstrecken sich beide bis in den unteren Bodenbereich 9,
wobei die jeweiligen Tiefen mit T12a und T13a bezeichnet sind. So können die Stabilisierungselemente
12a, 13a und jeder analog hierzu gestaltete weitere Stabilisierungselemente vom Fundament
4 beziehungsweise vom Bauwerk 2 einwirkende Kräfte in den tiefer liegenden Bodenbereich
9 abstützen. Analog zur ersten Ebene Ea ist in einer auf der anderen Seite des Fundaments
4 liegenden Ebene Ed eine entsprechende Anordnung von Stabilisierungselementen 12d,
13d vorgesehen. So bilden die Stabilisierungselemente 12a, 13a der ersten Ebene Ea
und die Stabilisierungselemente 12d, 13c der zweiten Ebene Ed Stabilisierungen in
zum Fundament 4 seitlich benachbarten Bodenbereichen.
[0029] In weiteren Ebenen Eb, Ec, die zwischen den beiden seitlichen Ebenen Ea und Ed liegen,
werden weitere Säulenelemente 12, 13 in den Boden eingebracht. Konkret ist bei der
vorliegenden Ausführungsform vorgesehen, dass in der mittleren Ebene Eb ein erstes
Säulenelement 12b unter einem Winkel von ca. 85° zur Horizontalen in einem außenliegenden
Randbereich unterhalb des Fundaments 4 in den Boden 8, 9 eingebracht wird, sowie ein
zweites Säulenelement 13b unter einem Winkel von ca. 70° zur Horizontalen unterhalb
eines innen liegenden Randbereichs des Fundaments 4 beziehungsweise unterhalb der
Bodenplatte 3 in den Boden 8, 9 eingebracht wird. Das erste Stabilisierungselement
12b der Ebene Eb hat eine ähnliche Tiefe wie das erste Stabilisierungselement 12a
der ersten Ebene Ea, und das zweite Stabilisierungselement 12b der Ebene Eb hat eine
ähnliche Tiefe wie das zweite Stabilisierungselement 13a der ersten Ebene Ea. Die
Ebene Ec befindet sich unmittelbar benachbart zur Ebene Eb. Hier ist lediglich ein
Stabilisierungselement 12c vorgesehen, der unter einem Winkel von ca. 45° zur Horizontalen
unterhalb eines innen liegenden Randbereichs des Fundaments 4 beziehungsweise unterhalb
der Bodenplatte 3 in den Boden 8 eingebracht wird. In Figur 1C ist der Zustand nach
dem Einbringen der Stabilisierungselemente 12, 13 mittels Verdichtungsinjektionen
gezeigt.
[0030] In einem nachfolgenden Verfahrensschritt, das heißt zeitlich nach dem Einpressen
zumindest einer Teilzahl der Stabilisierungselemente 12, 13, werden Aufbrechinjektionen
unterhalb des Bauwerks 2 mittels in den Boden 8 eingebrachter Aufbrech-Injektionsrohre
15, 16 vorgenommen. Die Aufbrech-Injektionsrohre 15, 16, die in Form von Manschettenrohren
gestaltet sein können, können zeitlich vor, mit zeitlicher Überschneidung und/oder
nach dem Herstellen der Stabilisierungselemente 12, 13 in den Boden 8 eingebracht
werden. Dabei ist vorgesehen, dass zumindest eine Teilzahl der Manschettenrohre 15,
16, vorzugsweise der größte Teil oder sogar alle Manschettenrohre, bis in eine Tiefe
T15, T16 von mindestens einem Viertel, vorzugsweise mindestens einem Drittel, insbesondere
mindestens der Hälfte der Tiefe T12 des längsten Stabilisierungselements in den Boden
8 eingebracht wird. Figur 1C zeigt den Zustand nach dem Einbringen der Manschettenrohre
15, 16 in den Boden 8. Die Manschettenrohre 15, 16 können aus Stahl, Kunststoff oder
Verbundwerkstoff hergestellt sein. Sie haben über der Länge jeweils mehrere Öffnungen
zum Injizieren der Suspension und werden auch als Ventilrohre bezeichnet.
[0031] Die Aufbrechinjektionen werden durch Einpressen einer Suspension in verschiedenen
Tiefen entlang des jeweiligen Manschettenrohres 15, 16 vorgenommen. Dabei wird der
anstehende Boden 8 aufgebrochen und es entstehen skelettartige Verästelungen 17, 17',
17" usw. beziehungsweise lamellenförmige Strukturen. Die Volumenzunahme bewirkt dabei
eine entsprechende Konsolidation im Boden, welche die Bodenstruktur verdichtet und
den Porenraum verringert. Die für die Aufbrechinjektionen verwendete Suspension hat
eine geringere Viskosität als das für die Herstellung der Stabilisierungselemente
12, 13 verwendete Injektionsmittel. Vorzugsweise hat die Suspension einen Wasserbindemittelwert,
das heißt Mischungsverhältnis von Wasser zu Bindemittel, von vorzugsweise größer als
0,8. Als Bindemittel kann beispielsweise Zement verwendet werden, wobei optional bei
Bedarf Erstarrungsbeschleuniger wie Wasserglas oder andere Silikate hinzugefügt werden
können.
[0032] Wie insbesondere in den Figuren 2A und 2B erkennbar, werden die Aufbrechinjektionen
sowohl im Horizontalschnitt, als auch im Vertikalschnitt gesehen, in Bodenbereichen
zwischen den Stabilisierungselementen 12, 13 durchgeführt. Die Manschettenrohre 15,
16 können in mehreren Reihen beziehungsweise Ebenen in den Boden eingebracht werden,
die parallel oder winklig zueinander angeordnet sein können. Dabei kann zumindest
eine Teilzahl der Manschettenrohre, vorzugsweise der größte Teil oder alle Manschettenrohre
15, 16, derart in den Boden eingebracht werden, dass sie mit einer Vertikalachse einen
Winkel von 0° bis 80° oder kleiner einschließen.
[0033] Die beiden beschriebenen Injektionsverfahren, beziehungsweise die damit hergestellten
Verdichtungsstrukturen (Stabilisierungselemente einerseits und Lamellenelemente andererseits)
wirken zusammen, um gemeinsam eine gute Stabilisierung und/oder gesteuerte Anhebung
des Bauwerks zu erreichen. Die zuerst in den Boden 8, 9 eingebrachten Stabilisierungselemente
12, 13 bewirken eine großvolumige Verspannung und Vorstabilisierung des Bodens. Die
nachfolgend eingebrachten Aufbrechinjektionen nutzen die bereits vorher aufgebaute
Vorspannung des Bodens 8, 9, wobei durch die vertikale Überdeckung der erzeugten Aufbrechinjektionen
und den vorher hergestellten Stabilisierungselementen 12, 13 eine unkontrollierte
Suspensionsabwanderung verhindert wird, da die Stabilisierungselemente 12, 13 eine
Barriere beim Einbringen der Suspension bilden. Nach dem Erstarren der Suspension
wirken die hiermit hergestellten Aufbrechinjektionskörper 18 und die vormals hergestellten
Stabilisierungselemente 12, 13 funktional parallel, das heißt das Bauwerk 2 stützt
sich auf beiden Körperstrukturen gleichzeitig ab.
[0034] Bei der vorliegenden, beispielhaft gezeigten Ausführungsform werden die Aufbrechinjektionen
in vier Ebenen Fa, Fb, Fc, Fd in den Boden 8 eingepresst, wobei die genannten Ebenen
Fa, Fb, Fc, Fd zwischen den beiden äußeren Ebenen Ea, Ed der Verdichtungsinjektionen
angeordnet sind. In der ersten Ebene Fa, die im Horizontalschnitt betrachtet zwischen
der äußeren Stabilisierungsebene Ea und der mittleren Stabilisierungsebene Eb liegt,
ist das Manschettenrohr 16a unter einem Winkel von ca. 55° zur Horizontalen in einem
unterhalb des Fundaments 4 liegenden Bodenbereich in den Boden 8 eingebracht. Ein
weiteres Manschettenrohr 18b ist In einer zweiten Ebene Fb unter einem Winkel von
ca. 85° zur Horizontalen unterhalb des Fundaments 4 in den Boden 8 eingebracht. Im
Vertikalschnitt betrachtet (Figur 2B) wird der erste Aufbrechinjektionskörper 18a
somit zwischen den Stabilisierungselementen 12c und 13b erstellt, und der zweite Aufbrechinjektionskörper
18b zwischen den Stabilisierungselementen 13b und 12b. Es sind weitere Aufbrechinjektionskörper
18c, 18d in Soilfrac-Ebenen Fc, Fd injiziert, die hinsichtlich der Ausrichtung und
Ausgestaltung zwischen der mittleren Stabilisierungsebene Eb und der zweiten äußeren
Stabilisierungsebene Ed analog zu den Aufbrechinjektionskörper 18a, 18b hergestellt
sind. In Figur 1D ist die Verdichtungsanordnung nach dem Einpressen der Suspension
und Herstellen der Aufbrechinjektionskörper 18a, 18b gezeigt, welche vorliegend mit
fetten Linien dargestellt sind.
[0035] Mittels der Aufbrechinjektionen können mehrere Injektionsdurchgänge über das Rohrsystem
15, 16 in Abhängigkeit von den örtlichen Bodenverhältnissen oder sonstigen technischen
Rahmenbedingungen wiederholt werden. So kann die gewünschte Höhe beziehungsweise Neigung
des Bauwerks 2 gezielt eingestellt werden.
[0036] Insgesamt wird durch die erfindungsgemäße Kombination des Verdichtungsinjektionsverfahrens
mit dem Aufbrechinjektionsverfahren ein sicheres und genau steuerbares Kompensationsverfahren
vorgeschlagen, mit dem besonders in weichen Böden gezielte Anhebungen unmittelbar
oder zu einem späteren Zeitpunkt nach Erfordernis möglich sind.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 2
- Bauwerk
- 3
- Fundament
- 4
- Bodenplatte
- 5
- Seitenwand
- 6
- Dach
- 7
- Geländeroberkante
- 8
- Bodenschicht
- 9
- Bodenschicht
- 10, 10'
- Messsystem
- 11
- Kernbohrungen
- 12
- Stabilisierungselement
- 13
- Stabilisierungselement
- 14, 14', 14"
- Injektionskörper
- 15
- Manschettenrohr
- 16
- Manschettenrohr
- 17, 17', 17"
- Verästelungen
- 18
- Aufbrechinjektionskörper
- A
- Vertikalachse
- Ea, Eb, Ec, Ed
- Ebene
- Fa, Fb, Fc, Fd
- Ebene
1. Verfahren zur Stabilisierung und Anhebung von Bauwerken, umfassend:
Durchführung von Verdichtungsinjektionen unterhalb des Bauwerks (2) jeweils durch
Abteufen eines Injektionsrohres und Einpressen eines Injektionsmittels in den Boden
(8, 9), wobei eine Reihe von einzelnen, übereinanderliegenden Injektionskörpern (14,
14', 14") hergestellt wird, die gemeinsam jeweils ein Stabilisierungselement (12,
13) bilden;
Durchführung von Aufbrechinjektionen unterhalb des Bauwerks (2) mittels zumindest
eines in den Boden (8) eingebrachten Aufbrech-Injektionsrohres (15, 16), das bis in
eine Tiefe (T15, T16) von mindestens einem Viertel der Tiefe (T12a) des längsten Stabilisierungselements
(12, 13) in den Boden eingebracht wird,
wobei die Aufbrechinjektionen - im Horizontalschnitt betrachtet - in Bodenbereichen
zwischen zwei oder mehr Stabilisierungselementen (12, 13) durchgeführt werden, und
wobei die Aufbrechinjektionen durch Einpressen einer Suspension in verschiedenen Tiefen
vorgenommen werden, derart, dass die mittels Aufbrechinjektionen hergestellten Aufbrechinjektionskörper
(17, 18) mit den Stabilisierungselementen (12, 13) in Tiefenrichtung eine Überdeckung
von mindestens einem Viertel des längsten Stabilisierungselements (12, 13) haben.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass für die Verdichtungsinjektionen ein Injektionsmittel verwendet wird, das beim Einpressen
eine größere Steifheit und/oder Pastösität aufweist, als die Suspension.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verdichtungsinjektionen in mehreren Reihen und/oder Ebenen (Ea, Eb, Ec, Ed) durchgeführt
werden, die parallel oder winklig zueinander angeordnet sein können.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verdichtungsinjektionen entlang eines Randbereichs eines Fundaments (4) des Bauwerks
(2) durchgeführt werden, so dass die mittels Verdichtungsinjektionen hergestellten
Stabilisierungselemente (12, 13) eine begrenzende Struktur im Boden unterhalb des
Randbereichs des Fundaments (4) bilden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest eine Teilzahl der Verdichtungsinjektionen derart durchgeführt wird, dass
die damit hergestellten Stabilisierungselemente (12, 13) relativ zu einer Vertikalachse
(A) einen Winkel von 0° bis 80°, insbesondere 0° bis 60°, insbesondere 0° bis 45°
einschließen.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass - im Vertikalschnitt betrachtet - jeweils ein Aufbrech-Injektionsrohr (15, 16) zwischen
zwei benachbarte Stabilisierungselementen (12, 13) in den Boden (8, 9) eingebracht
wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Aufbrech-Injektionsrohre (15, 16) in mehreren Ebenen (Fa, Fb, Fc, Fd) in den
Boden (8) eingebracht werden, die parallel oder winklig zueinander angeordnet sein
können.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest eine Teilzahl der Aufbrech-Injektionsrohre (15, 16) derart in den Boden
(8) eingebracht wird, dass sie mit einer Vertikalachse (A) einen Winkel von 0° bis
80°, insbesondere 0° bis 60°, insbesondere 0° bis 45° einschließen.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass für die Verdichtungsinjektionen ein Injektionsmittel mit einem Wasserfeststoffwert
von kleiner 0,6 verwendet wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass für die Aufbrechinjektionen eine Suspension mit einem Wasserbindemittelwert von größer
0,8 verwendet wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Suspension Erstarrungsbeschleuniger wie Wasserglas oder andere Silikate enthält.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Messsystem (10, 10') an zumindest einem Teil des Bauwerks (2) installiert wird,
wobei das Messsystem (10, 10') ausgestaltet ist, um zumindest eine die Neigung und/oder
Höhe des Bauwerks (2) repräsentierende physikalische Messgröße zu erfassen.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass während der Durchführung der Aufbrechinjektionen die Höhe und/oder Neigung des Bauwerks
(2) mittels des Messsystems (10, 10') überwacht wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass Kernbohrungen (11) im Fundament (4) hergestellt werden, durch welche Verpressrohre
zur Herstellung der Verdichtungsinjektionen und/oder die Aufbrech-Injektionsrohre
(15, 16) zur Herstellung der Aufbrechinjektionen hindurchgeführt werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass mehrere Aufbrech-Injektionsrohre (15, 16) verwendet werden, die nach der Durchführung
der Aufbrechinjektionen im Boden (8) verbleiben, wobei mittels der Aufbrech-Injektionsrohre
(15, 16) mehrfache Nachverpressungen, insbesondere auch zu späteren Zeiten, durchgeführt
werden.