[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Schließteil für einen Fenster- oder Türbeschlag,
insbesondere für einen Fenster- oder Türbeschlag der zur innenliegenden Anordnung
im Bereich zwischen den Falzen des Flügels und des Rahmens des jeweiligen Fensters
bzw. der jeweiligen Tür ausgebildet ist. Ein solcher Fenster- oder Türbeschlag umfasst
in der Regel eine Beschlaganordnung, die in einer im Flügelfalz verlaufenden Nut zu
montieren ist und die mittels einer Antriebsmechanik von Hand oder motorisiert verstellbare
Riegelelemente aufweist, sowie ein Schließteil, das im Rahmenfalz zu montieren ist
und eine oder mehrere Aufnahmen aufweist, in die ein jeweiliges der Riegelelemente
je nach eingestellter Stellung eingreifen kann, um den Flügel am Rahmen zu verriegeln.
Grundsätzlich könnte auch umgekehrt die verstellbare Beschlaganordnung mit den Riegelelementen
am Rahmen und das Schließteil am Flügel vorgesehen sein.
[0002] Bei den Riegelelementen handelt es sich typischerweise um Riegelzapfen, die senkrecht
von einer verstellbaren Treibstange, an der sie befestigt sind, vorstehen und über
die Treibstange in Richtung von der Längserstreckung der Treibstange bewegt werden
können. Die Riegelzapfen können auch als Rollzapfen ausgebildet sein, bei denen am
Kopf des jeweiligen Zapfens eine drehbare Rolle angeordnet ist, die beim Eingreifen
in die jeweilige Aufnahme eines zugeordneten Schließteils an deren Rändern abrollen
kann, so dass im Vergleich zu starren Riegelzapfen Reibung vermieden werden kann.
[0003] Wenn die Rolle oder, bei starren Riegelzapfen ohne Rolle, der Kopf des Riegelzapfens
einen konstanten Durchmesser aufweist, kann der Riegelzapfen die Aufnahme, in die
er eingreift, grundsätzlich auch in Richtung seiner Längsachse, also quer zu seiner
eigentlichen Bewegungsrichtung, verlassen. Somit ist es möglich, einen mittels solcher
Riegelzapfen verriegelten Flügel aufzustemmen oder aufzuhebeln, da sich durch das
Aufstemmen oder Aufhebeln der Abstand zwischen dem Flügel und dem Rahmen vergrößert,
wodurch der Riegelzapfen die zugeordnete Aufnahme verlässt und die Verriegelung somit
gelöst wird.
[0004] Um die Sicherheit der Verriegelung zu verbessern, ist es daher zweckmäßig, Beschläge
zu verwenden, die als Riegelzapfen Pilzkopfzapfen aufweisen. Pilzkopfzapfen sind dadurch
gekennzeichnet, dass sie einen Kopf mit zumindest bereichsweise erweitertem Durchmesser
aufweisen. Die Durchmessererweiterung kann dabei vorteilhafterweise an einer drehbar
gelagerten Rolle am Kopf des Riegelzapfens ausgebildet. Der Pilzkopfzapfen und die
zugeordnete Aufnahme sind dabei derart relativ zueinander ausgebildet, dass der Pilzkopfzapfen,
wenn er in die Aufnahme aufgenommen ist, mit der Durchmessererweiterung Ränder der
Aufnahme derart hintergreift, dass es nicht möglich ist, ihn quer zu seiner eigentlichen
Bewegungsrichtung, insbesondere in Richtung seiner Längsachse, aus der Aufnahme herauszubewegen.
Auf diese Weise verhindern Pilzkopfzapfen, dass bei einem Versuch, den Flügel aufzustemmen
oder aufzuhebeln, der Eingriff des Riegelzapfens in das Schließteil gelöst wird.
[0005] Da durch Pilzkopfzapfen eine erhebliche Verbesserung der Sicherheit erzielt wird,
werden nicht nur neue Fenster und Türen vorzugsweise mit entsprechenden Beschlägen
versehen, sondern auch bereites montierte Fenster und Türen mit entsprechenden Beschlägen
nachgerüstet. Auch bei neuen Fenstern und Türen, vor allem aber bei nachzurüstenden
älteren Fenstern und Türen ist dabei problematisch, dass es eine Vielzahl verschiedener
Flügel- und Rahmenprofile gibt, so dass Anbieter von Fenster- und Türbeschlägen zahlreiche
verschiedene Beschläge bereitstellen müssen, die an die unterschiedlichen Profile
in jeweils spezifischer Weise angepasst sind. Dies verursacht einen gewissen Produktions-
und Lageraufwand. Auch die Montage ist dadurch aufwendig, da jeweils zunächst der
für das jeweilige Profil geeignete Beschlag festgestellt werden muss und dann unter
Umständen nicht unmittelbar zur Hand ist.
[0006] Die Schließteile eines zu montierenden Beschlags müssen insbesondere hinsichtlich
der Positionierung der von dem Schließteil für den Eingriff eines Riegelzapfens vorgesehenen
Aufnahme sowie hinsichtlich einer zuverlässigen Befestigung des Schließteils am Rahmen
an das jeweilige Profil des Fenster- oder Türflügels oder -rahmens angepasst sein.
Dazu kann die Unterseite eines jeweiligen Schließteils derart komplementär zum jeweiligen
Profil, an dem es angeordnet werden soll, ausgebildet sein, dass bei im Wesentlichen
passgenauer Anordnung ein zuverlässiger Sitz des Schließteils am Profil und zugleich
eine definierte Positionierung der betreffenden Aufnahme des Schließteils erreicht
wird. Hierbei muss aber für jede Profilform ein anderes Schließteil mit für die jeweilige
Profilform spezifischer Unterseite vorgesehen werden. Dieser Nachteil wird durch ein
Schließteil, an dessen Unterseite verschiedene Sockel als eine Art Adapter für verschiedene
Profile angebracht werden können, zwar gemindert, jedoch nicht gänzlich vermieden,
da immer noch eine Vielzahl verschiedener, für die verschiedenen Profile passender
Sockel vorgesehen werden muss.
[0007] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, ein Schließteil für einen Fenster- oder Türbeschlag
bereitzustellen, das möglichst universell an verschiedenen Fenster- oder Türflügel-
oder -rahmenprofilen, insbesondere für ein Zusammenwirken mit Pilzkopfzapfen des jeweiligen
Beschlags, einsetzbar ist.
[0008] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Schließteil mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
Vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der vorliegenden
Beschreibung sowie den Figuren.
[0009] Das erfindungsgemäße Schließteil erstreckt sich in eine Längsrichtung und weist eine
erste Seitenfläche sowie eine zweite Seitenfläche auf, wobei die erste Seitenfläche
und die zweite Seitenfläche zu der Längsrichtung jeweils parallel und zueinander entgegengesetzt
ausgerichtet sind. Folglich sind die erste Seitenfläche und die zweite Seitenfläche
auch parallel zueinander, weisen aber in entgegengesetzte Richtung quer zur genannten
Längsrichtung. Des Weiteren erstreckt sich in die erste Seitenfläche eine parallel
zur Längsrichtung verlaufende erste Aufnahme und in die zweite Seitenfläche eine parallel
zur Längsrichtung verlaufende zweite Aufnahme. Die erste Aufnahme und die zweite Aufnahme
weisen vorzugsweise jeweils einen zumindest im Wesentlichen geraden Verlauf auf, der
parallel zur Längsrichtung ausgerichtet ist. Beispielsweise können die erste Aufnahme
und die zweite Aufnahme jeweils eine konstante Breite, d.h. Ausdehnung quer zur Längsrichtung,
aufweisen, so dass die jeweilige Aufnahme zwei entgegengesetzte und zur Längsrichtung
parallele Ränder aufweist. Die Breite der jeweiligen Aufnahme muss aber nicht konstant
sein, sondern kann sich auch, insbesondere je weiter sich die Aufnahme in die jeweilige
Seitenfläche erstreckt, desto stärker, symmetrisch oder einseitig, verengen, damit
ein Eingreifen des der jeweiligen Aufnahme zugeordneten Riegelzapfens in die Aufnahme
zu einem Anziehen des Flügels gegen den Rahmen führt.
[0010] Die erste Aufnahme und die zweite Aufnahme können jeweils als ein zumindest einseitig
offenes Langloch ausgebildet sein, dessen Längserstreckung parallel zur genannten
Längsrichtung ist. Durch das offene Ende kann dann ein zugeordneter Riegelzapfen entweder
in die Längsrichtung oder entgegen der Längsrichtung in die jeweilige Aufnahme eingreifen.
Die erste Aufnahme und die zweite Aufnahme erstecken sich dabei vorzugsweise jeweils
von einem in die Längsrichtung oder entgegen der Längsrichtung weisenden Rand der
Seitenfläche in die Seitenfläche hinein, so dass die jeweilige Aufnahme zu diesem
Rand hin offen ist. In die jeweils entgegengesetzte Richtung, d.h. in Richtung der
Erstreckung der jeweiligen Aufnahme, ist die jeweilige Aufnahme dagegen vorzugsweise
geschlossen, so dass sie für einen gegebenenfalls zugeordneten Riegelzapfen eine Sackgasse
darstellt.
[0011] Die erste Aufnahme und die zweite Aufnahme sind jeweils dazu ausgebildet, einen Riegelzapfen,
insbesondere einen Pilzkopfzapfen, des Beschlags aufzunehmen. Insbesondere sind die
erste Aufnahme und die zweite Aufnahme jeweils dazu ausgebildet, einen Pilzkopfzapfen
des Beschlags so aufzunehmen, dass er entgegengesetzte Ränder der jeweiligen Aufnahme,
welche die Aufnahme quer zur Längsrichtung begrenzen, hintergreift, wenn er in der
jeweiligen Aufnahme aufgenommen ist. Das Einführen eines zugeordneten Riegelzapfens
in die jeweilige Aufnahme erfolgt dabei vorzugsweise jeweils entlang der Längsrichtung,
d.h. in die Längsrichtung oder gerade entgegengesetzt dazu.
[0012] Erfindungsgemäß sind die erste Aufnahme und die zweite Aufnahme in eine Querrichtung,
die parallel zu den Seitenflächen und quer zu der Längsrichtung ausgerichtet ist,
versetzt zueinander angeordnet, vorzugsweise um zumindest 1 mm, besonders bevorzugt
um zumindest 2 mm, insbesondere um zumindest 4 mm. Der Versatz zwischen der ersten
Aufnahme und der zweiten Aufnahme ist insbesondere auf eine Mittellinie der jeweiligen
Aufnahme bezogen definiert, die zumindest bei Aufnahmen konstanter Breite von den
beiden Rändern der jeweiligen Aufnahmen vorzugsweise gleich weit entfernt ist und
einer Spiegelachse der jeweiligen Aufnahme entsprechen kann.
[0013] Das Schließteil ist vorzugsweise dazu ausgebildet, am Rahmen des jeweiligen Fensters
oder der jeweiligen Tür angeordnet zu werden, während eine entsprechende Beschlaganordnung,
die einen mit dem Schließteil zusammenwirkenden Riegelzapfen aufweist, am Flügel angeordnet
wird. Grundsätzlich kann aber auch vorgesehen sein, dass gerade umgekehrt das Schließteil
am Flügel angeordnet wird und die entsprechende Beschlaganordnung am Rahmen angeordnet
wird.
[0014] Das Schließteil kann insbesondere mit einer der beiden genannten Seitenflächen zum
Rahmen (bzw. bei Anbringung des Schließteils am Flügel: zum Flügel) weisend an diesem
befestigt werden und dabei zumindest teilweise an ihm anliegen, während die andere
Seitenfläche zum Flügel (bzw. bei Anbringung des Schließteils am Flügel: zum Rahmen)
des jeweiligen Fensters bzw. der jeweiligen Tür weist und die zumindest eine an dieser
Seitenfläche ausgebildete Aufnahme für ein Zusammenwirken mit einem Riegelzapfen zur
Verfügung stellt. Von der in der ersten Seitenfläche ausgebildeten ersten Aufnahme
und der in der zweiten Seitenfläche ausgebildeten zweiten Aufnahme wird also jeweils
nur entweder die eine oder die andere tatsächlich als Aufnahme genutzt. Welche das
ist, hängt dabei davon ab, wie herum das Schließteil am Rahmen (bzw. am Flügel) befestigt
wird.
[0015] Das Schließteil ist dabei vorteilhafterweise derart ausgebildet, dass es sich nicht
nur in einer Ausrichtung, sondern auch auf Umschlag montieren lässt und folglich zumindest
zwei mögliche Montageausrichtungen aufweist. In der einen Montageausrichtung stellt
die erste Seitenfläche die Oberseite des Schließteils dar, an der die erste Aufnahme
für ein Eingreifen eines zugeordneten Riegelzapfens zur Verfügung steht, während die
zweite Seitenfläche die Unterseite des Schließteils darstellt, mit der das Schließteil
am Rahmen (bzw. am Flügel) befestigt ist. Bei der anderen Montageausrichtung wird
dagegen gerade umgekehrt die Oberseite des Schließteils durch die zweite Seitenfläche
und die Unterseite des Schließteils durch die erste Seitenfläche gebildet.
[0016] Der Versatz zwischen der ersten Aufnahme und der zweiten Aufnahme hat dabei zur Folge,
dass die Position der für ein Eingreifen eines zugeordneten Riegelzapfens zur Verfügung
stehenden Aufnahme davon abhängt, in welcher Ausrichtung das Schließteil montiert
ist. Auf diese Weise lässt sich das Schließteil an zumindest zwei verschiedene sogenannte
Nutmittellagen jeweiliger Fenster- bzw. Türprofile anpassen. Dabei ist der Versatz
zwischen der ersten Aufnahme und der zweiten Aufnahme vorzugsweise so gewählt, dass
zumindest die beiden gängigsten Nutmittellagen abgedeckt werden. Da zudem kleinere
Abweichungen durch ohnehin vorhandenes Spiel oder eine oftmals in gewissen Grenzen
mögliche Justierung der Position des jeweiligen Riegelzapfens an der Treibstange ausgeglichen
werden können, können durch das Schließteil auch mehr als nur genau zwei verschiedene
Nutmittellagen abgedeckt werden. Insofern ist das erfindungsgemäße Schließteil weitgehend
universell an verschiedenen Fenster- und Türprofilen einsetzbar.
[0017] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform erstreckt sich zusätzlich zu der ersten
Aufnahme eine ebenfalls parallel zur Längsrichtung verlaufende dritte Aufnahme in
die erste Seitenfläche. Dabei ist es außerdem bevorzugt, wenn sich zusätzlich zu der
zweiten Aufnahme noch eine wiederum parallel zur Längsrichtung verlaufende vierte
Aufnahme in die zweite Seitenfläche erstreckt. Folglich weisen die erste Seitenfläche
und die zweite Seitenfläche dann jeweils zumindest zwei Aufnahmen auf. Je nachdem,
mit welcher Seitenfläche das Schließteil am Rahmen (bzw. am Flügel) befestigt wird,
können an der entgegengesetzten Seitenfläche dann jeweils zumindest zwei Aufnahmen
für das Eingreifen eines Riegelzapfens zur Verfügung stehen.
[0018] Grundsätzlich können die erste Aufnahme und die dritte Aufnahme ebenso wie die zweite
Aufnahme und die vierte Aufnahme, sofern vorhanden, in Querrichtung zueinander versetzt
sein, um an der jeweiligen Seitenfläche an verschiedenen Positionen Aufnahmen bereitzustellen.
Alternativ dazu sind die erste Aufnahme und die dritte Aufnahme jedoch in Querrichtung
nicht versetzt zueinander angeordnet und sind auch die zweite Aufnahme und die vierte
Aufnahme, sofern vorhanden, vorzugsweise in Querrichtung nicht versetzt zueinander
angeordnet. Somit sind dabei jeweils zwei auf derselben jeweiligen Seitenfläche des
Schließteils vorgesehene Aufnahmen hinsichtlich ihrer Position in Querrichtung gleich
angeordnet. Insbesondere können die zwei auf derselben jeweiligen Seitenfläche des
Schließteils vorgesehenen Aufnahmen entlang derselben, zu der Längsrichtung parallelen
Geraden verlaufen. Die beiden Aufnahmen einer jeweiligen Seitenfläche können auf diese
Weise an dieselbe jeweilige Nutmittenlage des Fenster- oder Türprofils angepasst sein.
[0019] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform sind die genannten Aufnahmen,
d.h. zumindest die erste Aufnahme und die zweite Aufnahme sowie, sofern jeweils vorhanden,
auch die dritte Aufnahme und die vierte Aufnahme, jeweils als einseitig offenes Langloch
ausgebildet. Insbesondere kann ein solches Langloch entweder in die Längsrichtung
offen und in die entgegengesetzte Richtung geschlossen sein oder, gerade umgekehrt,
in die Längsrichtung geschlossen und in die entgegengesetzte Richtung offen sein.
Der Verlauf einer jeweiligen solchen Aufnahme kann dann auch durch die Verbindung
zwischen dem offenen und dem geschlossenen Ende des Langlochs definiert sein. Dass
eine Aufnahme an einer Seite offen ist, meint insbesondere, dass ein Riegelzapfen,
insbesondere ein Pilzkopfzapfen, von dieser Seite aus in die Aufnahme eingeführt werden
bzw. an dieser Seite die Aufnahme verlassen kann, was an der geschlossenen Seite nicht
möglich ist. Um einseitig offen zu sein, kann das jeweilige Langloch beispielsweise
einfach an einem entsprechenden Rand der Seitenfläche, in dem es ausgebildet ist,
münden.
[0020] Wenn bei einer solchen Ausführungsform auf eine der vorstehend beschriebenen Weisen
eine dritte Aufnahme vorgesehen ist, so erstrecken sich die erste Aufnahme und die
dritte Aufnahme vorzugsweise entgegengesetzt zueinander in die erste Seitenfläche.
D.h. dass die eine dieser beiden Aufnahmen in die Längsrichtung offen und entgegen
der Längsrichtung geschlossen ist, wohingegen die andere der beiden Aufnahmen in die
Längsrichtung geschlossen und entgegen der Längsrichtung offen ist. Auf diese Weise
können an der ersten Seitenfläche zwei Aufnahmen für das Aufnehmen eines zugeordneten
Riegelzapfens aus zwei unterschiedlichen Richtungen zur Verfügung stehen. Dadurch
wird die flexible Einsetzbarkeit des Schließteils noch verbessert, da es unabhängig
davon eingesetzt werden kann, in welche Richtung parallel zur Längsrichtung die Riegelzapfen
beim Verriegeln bzw. Entriegeln verstellt werden. Um diesen Vorteil für beide Montageausrichtungen
(normale Ausrichtung bzw. auf Umschlag) zu erzielen, kann auch die zweite Seitenfläche,
sofern daran eine vierte Aufnahme vorgesehen ist, in entsprechender Weise ausgebildet
sein. Dabei erstrecken sich die zweite Aufnahme und die vierte Aufnahme dann entgegengesetzt
zueinander in die zweite Seitenfläche, insbesondere ausgehend von einem jeweiligen
Rand der Seitenfläche in entgegengesetzte Richtungen oder mit in entgegengesetzte
Richtungen weisender offener Seite.
[0021] Die erste Aufnahme und die dritte Aufnahme bzw. die zweite Aufnahme und die vierte
Aufnahme können sich dabei z.B. aufeinander zu erstrecken. Ein Riegelzapfen kann dann
parallel zur Längsrichtung entweder von der einen Seite aus oder von der entgegensetzten
Seite aus in die erste Seitenfläche bzw. in die zweite Seitenfläche eingreifen. Alternativ
dazu kann es auch vorteilhaft sein, wenn sich die erste Aufnahme und die dritte Aufnahme
bzw. die zweite Aufnahme und die vierte Aufnahme voneinander weg erstrecken. Der Riegelzapfen
kann dann von einer Mitte zwischen den beiden Aufnahmen aus entweder in Längsrichtung
in die eine Aufnahme oder entgegen der Längsrichtung in die andere Aufnahme eingreifen.
Eine solche Ausführungsform kann insbesondere dann zweckmäßig sein, wenn der Riegelzapfen
zwischen einer mittleren Entriegelungsstellung und zwei verschiedenen Verriegelungsstellungen
beweglich ist, die auf entgegengesetzten Seiten der Entriegelungsstellung liegen und
in denen der Riegelzapfen jeweils in das Schließteil verriegelnd eingreifen soll,
etwa um in der einen Verriegelungsstellung den Flügel vollständig zu verriegeln und
in der anderen Verriegelungsstellung ein teilweises Öffnen, z.B. ein Kippöffnen, des
Flügels zuzulassen.
[0022] Vorzugsweise entsprechen die genannten Aufnahmen einander hinsichtlich ihrer Form.
Dies gilt insbesondere für die erste Aufnahme und die zweite Aufnahme. Zudem kann
es, sofern vorhanden, auch für die dritte Aufnahme und die vierte Aufnahme gelten,
so dass die Aufnahmen zumindest paarweise dieselbe Form aufweisen. Insbesondere können
alle vier Aufnahmen einander hinsichtlich ihrer Form entsprechen. Aufnahmen, die einander
hinsichtlich ihrer Form entsprechen, können beispielsweise eine identische oder zumindest
zueinander spiegelsymmetrische Form aufweisen. Beispielsweise können die Aufnahmen
jeweils eine Stanzkontur aufweisen, wobei dann die Stanzkonturen von Aufnahmen, die
einander hinsichtlich ihrer Form entsprechen, vorzugsweise identisch oder zueinander
spiegelsymmetrisch sind.
[0023] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist das Schließteil eine Schmalseite
auf, die senkrecht zu der ersten Seitenfläche und zu der zweiten Seitenfläche ausgerichtet
ist und das Schließteil in die Querrichtung begrenzt, wobei die erste Aufnahme, ebenso
wie gegebenenfalls die dritte Aufnahme, einen Abstand von höchstens 11 mm, insbesondere
zwischen 8,5 mm und 9,5 mm, beispielsweise von etwa 9 mm, zu der Schmalseite aufweist
und die zweite Aufnahme, ebenso wie gegebenenfalls die vierte Aufnahme, einen Abstand
von mindestens 11 mm, insbesondere zwischen 12,2 mm und 13,8 mm, beispielsweise von
etwa 13 mm, zu der Schmalseite aufweist. Diese Abstände haben sich als zweckmäßig
erwiesen, um die gängigsten Nutmittellagen verschiedener Fenster- oder Türprofile
abzudecken. Dabei kann ein solches Schließteil dann auch an Profilen verwendet werden,
die eigentlich geringfügig abweichende Abstände von beispielsweise 12,4 mm oder 13,1
mm anstelle der genannten 13 mm voraussetzen. Die genannten Abstände beziehen sich
dabei hinsichtlich der jeweiligen Aufnahme vorzugsweise auf eine, insbesondere in
Längsrichtung verlaufende, Mittellinie der Aufnahme sowie hinsichtlich der Schmalseite
vorzugsweise auf eine nach außen weisende Oberfläche der Schmalseite des Schließteils.
[0024] Die Bezeichnung als "Schmalseite" dient hierbei grundsätzlich lediglich der begrifflichen
Unterscheidung der Schmalseite von den genannten Seitenflächen des Schließteils. Die
Schmalseite muss daher nicht unbedingt schmaler als die Seitenflächen sein. Vorzugsweise
ist die Schmalseite aber schmaler, bezogen auf die jeweilige Ausdehnung quer zur Längsrichtung,
als die erste Seitenfläche und als die zweite Seitenfläche. Insbesondere kann durch
die Breite der Schmalseite die Höhe des Schließteils definiert werden. Diese kann
beispielsweise 8,5 mm betragen, so dass das Schließteil zwischen dem Rahmen und dem
Flügel montiert werden kann, zwischen denen typischerweise etwa 12 mm bis 13 mm Falzluft
zur Verfügung stehen. Die Schmalseite kann ferner als Bezugspunkt für die Anordnung
des Schließteils am Rahmen (bzw. Flügel) des jeweiligen Fensters oder der jeweiligen
Tür dienen. Beispielsweise kann das Schließteil dazu ausgebildet sein, mit der Schmalseite
zumindest im Wesentlichen bündig zu einer inneren Vorderkante des Rahmenprofils (bzw.
Flügelprofils) angeordnet zu werden. Diese Vorderkante kann beispielsweise an einem
Steg ausgebildet sein, welcher eine Nut des Profils begrenzt, in die das Schließteil
eingeschraubt wird.
[0025] Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn das Schließteil bezüglich einer zur Längsrichtung
senkrechten Spiegelebene symmetrisch ausgebildet ist. Eine solche symmetrische Ausbildung
kann die Flexibilität der Verwendung des Schließteils weiter erhöhen, beispielsweise
da es dann gleichermaßen gut an zueinander spiegelsymmetrischen Varianten von Fenster-
oder Türprofilen, z.B. für links- oder rechtsöffnende Flügel, eingesetzt werden kann.
Sofern in der ersten Seitenfläche eine dritte Aufnahme ausgebildet ist, kann diese
spiegelsymmetrisch zur ersten Aufnahme ausgebildet und angeordnet sein. Sofern in
der zweiten Seitenfläche eine vierte Aufnahme ausgebildet ist, kann diese spiegelsymmetrisch
zur zweiten Aufnahme ausgebildet und angeordnet sein.
[0026] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform weisen die erste Seitenfläche und die zweite
Seitenfläche jeweils ein oder mehrere Löcher auf, wobei durch jeweils ein Loch der
ersten Seitenfläche und ein an entsprechender Stelle vorgesehenes Loch der zweiten
Seitenfläche ein oder mehrere durchgehende Kanäle gebildet werden. Diese Kanäle erstrecken
sich vorzugsweise von einer Seite des Schließteils zur anderen Seite des Schließteils
vollständig durch das Schließteil hindurch. Dabei können die Kanäle insbesondere senkrecht
zu der ersten Seitenfläche und zu der zweiten Seitenfläche verlaufen; sie können aber
auch schräg zu den Seitenflächen ausgerichtet sein. Derartige Kanäle können dann der
Befestigung des Schließteils am Rahmen (bzw. Flügel) des jeweiligen Fensters oder
der jeweiligen Tür dienen, beispielsweise indem das Schließteil mittels Schrauben
befestigt wird, die sich jeweils durch einen der durchgehenden Kanäle hindurch erstrecken.
Je nach Form und/oder Ausrichtung des jeweiligen Kanals können dabei auch Schrägverschraubungen
möglich sein. Die Löcher sind vorteilhafterweise im Hinblick darauf in den Seitenflächen
platziert, dass sich das Schließteil an möglichst vielen verschieden typischen Profilen
befestigen lässt.
[0027] In diesem Zusammenhang ist eine Ausführungsform besonders vorteilhaft, bei der das
Schließteil eine Schmalseite, insbesondere eine Schmalseite der vorstehen beschriebenen
Art, aufweist, die senkrecht zu der ersten Seitenfläche und zu der zweiten Seitenfläche
ausgerichtet ist und das Schließteil in die Querrichtung begrenzt, wobei in der ersten
Seitenfläche und in der zweiten Seitenfläche jeweils zumindest zwei Justierlöcher
vorgesehen sind, die denselben Abstand von der Schmalseite aufweisen, wobei dieser
Abstand geringer als der Abstand der ersten Aufnahme von der Schmalseite und/oder
geringer als der Abstand der zweiten Aufnahme von der Schmalseite ist; wobei in der
ersten Seitenfläche und in der zweiten Seitenfläche ferner jeweils zumindest ein Fixierloch
in einem Abstand von der Schmalseite vorgesehen ist, wobei dieser Abstand größer als
der Abstand der ersten Seitenfläche von der Schmalseite und/oder größer als der Abstand
der zweiten Seitenflächen von der Schmalseite ist; und wobei in der ersten Seitenfläche
und in der zweiten Seitenfläche jeweils zumindest ein Abstandshalterloch in einem
Abstand von der Schmalseite vorgesehen ist, wobei dieser Abstand größer als der Abstand
der ersten Aufnahme von der Schmalseite und/oder größer als der Abstand der zweiten
Aufnahme von der Schmalseite ist. Vorzugsweise sind in der ersten Seitenfläche und
in der zweiten Seitenfläche jeweils zumindest zwei Fixierlöcher vorgesehen sind, die
von der Schmalseite denselben Abstand aufweisen. Ferner sind in der ersten Seitenfläche
und in der zweiten Seitenfläche vorzugsweise jeweils zumindest zwei Abstandshalterlöcher
vorgesehen sind, die von der Schmalseite denselben Abstand aufweisen.
[0028] Die Bezeichnungen der Löcher als Justierloch, Fixierloch bzw. Abstandshalterloch
dienen dabei jeweils grundsätzlich lediglich der begrifflichen Unterscheidung der
Löcher, ohne dass dadurch zwangsläufig eine bestimmte Funktion oder strukturelle Ausbildung
impliziert würde. Löcher, die auf diese Weise begrifflich unterschieden werden, können
sich, müssen sich aber nicht unbedingt hinsichtlich ihrer Funktion und/oder strukturellen
Ausbildung unterscheiden.
[0029] Das Schließteil muss nicht zwingend alle drei genannten Arten von Löchern aufweisen,
sondern kann auch lediglich Löcher zweier oder auch nur einer dieser Arten aufweisen.
Vorzugsweise dienen die Justierlöcher und die Fixierlöcher der Aufnahme von Schrauben.
Dazu können die Justierlöcher und die Fixierlöcher insbesondere glatte umlaufende
Wände aufweisen und/oder, um die jeweiligen Schrauben versenken zu können, eine nach
außen konische Mündung aufweisen oder auch insgesamt konisch ausgebildet sein. Die
Abstandshalterlöcher dagegen dienen vorzugsweise der Aufnahme von Abstandshaltern,
welche das Schließteil gegenüber dem Rahmen bzw. dem Flügel abstützen, wobei durch
Wahl verschiedener Abstandshalter, insbesondere von Abstandshaltern verschiedener
Länge, oder durch Verwendung längenverstellbarer Abstandshalter eine Anpassung an
den jeweils zu überbrückenden Abstand des Schließteils zum Rahmen bzw. zum Flügel
ermöglicht wird. Eine solche Anpassung kann zusätzlich oder alternativ auch dadurch
erreicht werden, dass der jeweilige Abstandshalter unterschiedlich weit in das jeweilige
Abstandshalterloch eingesetzt, z.B. eingesteckt oder eingeschraubt oder auf sonstige
Weise darin befestigt, wird.
[0030] Bei den Abstandshaltern, zu deren Aufnahme die Abstandshalterlöcher ausgebildet sein
können, kann es sich beispielsweise um Gewindestifte handeln. Zur Aufnahme solcher
Gewindestifte können die Abstandshalterlöcher an ihren umlaufenden Wänden jeweils
ein Gewinde, bevorzugt ein Feingewinde, aufweisen. Das Gewinde eines in der ersten
Seitenfläche ausgebildeten Abstandshalterlochs und das Gewinde eines an entsprechender
Stelle in der zweiten Seitenfläche ausgebildeten Abstandshalterlochs sind vorzugsweise
derart aufeinander abgestimmt, dass diese beiden Abstandshalterlöcher einen durchgehenden
Gewindekanal für einen jeweiligen Gewindestift bilden.
[0031] Alternativ zu einer Ausbildung als Gewindestift kann ein jeweiliger Abstandshalter
aber auch auf andere Weise ausgebildet sein. Grundsätzlich kommt dabei jedes Mittel
in Betracht, das eine zuverlässige Abstützung gegenüber dem Rahmen bzw. dem Flügel
über den jeweils vorliegenden Abstand zwischen dem Schließteil und dem Profil des
Rahmens bzw. Flügels hinweg ermöglicht. Beispielsweise kann ein Abstandshalter eine
oder mehrere Unterlegscheiben oder Abstandshülsen umfassen, durch die hindurch sich
eine Schraube, ein Fixierstift oder dergleichen erstrecken kann, der/die dann zusätzlich
zwei korrespondierende Abstandshalterlöcher der ersten und der zweiten Seitenfläche
durchgreifen kann. Der Abstandshalter kann auch ein, z.B. als ein Klotz, beispielsweise
aus Kunststoff, ausgebildetes, Abstandselement umfassen, das einen oder mehrere stiftartige
Fortsätze aufweist. Das Schließteil kann dann mit seinen Abstandshalterlöchern auf
die stiftartigen Fortsätze aufgesteckt werden. Anschließend können überstehende Enden
der Fortsätze, sofern erforderlich, noch abgelängt werden. Des Weiteren kann ein Abstandshalter
als ein Rastpin ausgebildet sein, an dem mehrere Rastelemente ausgebildet sind, welche
das jeweilige Abstandshalterloch hintergreifen, nachdem sie durch es hindurch geführt
wurden, so dass solche Rastpins ähnlich wie ein Kabelbinder unterschiedlich weit durch
die Abstandshalterlöcher hindurchgesteckt, in die entgegengesetzte Richtung aber nicht
mehr wieder herausgezogen werden können.
[0032] Die Abstände zwischen den Löchern bzw. den Aufnahmen einerseits und der Schmalseite
andererseits sind hinsichtlich eines jeweiligen Lochs vorzugsweise auf einen Mittelpunkt
des Lochs, hinsichtlich einer jeweiligen Aufnahme vorzugsweise auf eine, insbesondere
in Längsrichtung verlaufende, Mittellinie der Aufnahme und hinsichtlich der Schmalseite
vorzugsweise auf eine nach außen weisende Oberfläche der Schmalseite bezogen. Vorzugweise
sind die Justierlöcher sowohl näher an der Schmalseite als die erste Aufnahme als
auch näher an der Schmalseite als die zweite Aufnahme. Die Fixierlöcher ebenso wie
die Abstandshalterlöcher sind jeweils vorzugsweise sowohl weiter von der Schmalseite
entfernt als die erste Aufnahme als auch weiter von der Schmalseite entfernt als die
zweite Aufnahme.
[0033] Dadurch, dass die Justierlöcher und die Fixierlöcher, die jeweils für Schrauben vorgesehen
sein können, aufgrund der vorstehend beschriebenen Anordnung auf unterschiedlichen
Seiten der Aufnahmen angeordnet sind, kann eine besonders stabile Befestigung des
Schließteils erreicht werden. Die Justierlöcher können dabei insbesondere für Schrauben
vorgesehen sein, die in eine im jeweiligen Rahmenprofil (bzw. Flügelprofil) ausgebildete
Nut eingeschraubt werden. Im Bereich der Justierlöcher kann das Schließteil vorteilhafterweise
direkt an den Rändern einer solchen Nut aufliegen. Dadurch, dass in der ersten Seitenfläche
und in der zweiten Seitenfläche jeweils zumindest zwei Justierlöcher ausgebildet sind,
durch die somit zwei Kanäle für eine jeweilige Schraube gebildet werden können, kann
durch das Einschrauben zweier Schrauben in die Nut nicht nur die Position des Schließteils,
sondern vorteilhafterweise auch die Winkelausrichtung des Schließteils relativ zur
Nut zuverlässig festgelegt werden.
[0034] Die Fixierlöcher können Kanäle für Schrauben bilden, die in einen sonstigen, bei
verschiedenen Profilen unterschiedlich geformten Teil des Profils eingeschraubt werden
können. Dabei können im Bereich der Fixierlöcher zwischen dem Schließteil und dem
Profil je nach Profil unterschiedliche Abstände zu überbrücken sein. Je nach Abstand
können dazu Schrauben unterschiedlicher Länge genutzt werden. Um das Schließteil über
den jeweiligen Abstand zum Profil hinweg zuverlässig abzustützen, sind auf derselben
Seite relativ zu den Aufnahmen wie die Fixierlöcher vorzugsweise auch ein oder mehrere
Abstandshalterlöcher vorgesehen, die jeweils durchgehende Kanäle für Abstandshalter,
insbesondere Gewindekanäle für Gewindestifte, bilden können. Durch Gewindestifte,
die unterschiedliche Länge aufweisen und/oder unterschiedlich weit in den jeweiligen
Gewindekanal eingeschraubt werden können und folglich an der jeweiligen Unterseite
des Schließteils unterschiedlich weit vorstehen können, oder durch andersartige Abstandshalter,
wie z.B. Abstandhalter einer der vorstehend beschriebenen Arten, die ebenfalls variable
Abstände überbrücken können, kann das Schließteil flexibel über verschiedene Abstände
hinweg an dem Profil abgestützt werden. So wird insgesamt eine an verschiedene Profile
anpassbare und jeweils zuverlässige Befestigung des Schließteils erreicht.
[0035] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist der Querschnitt des Schließteils,
insbesondere bezogen auf einen zur Längsrichtung senkrechten Schnitt, rechteckig.
Zwei entgegengesetzte Kanten der Rechteckform können dann der ersten Seitenfläche
bzw. der zweiten Seitenfläche entsprechen, während eine der beiden übrigen Kanten,
die vorzugsweise die kürzeren Kanten der Rechteckform sind, der genannten Schmalseite
des Schließteils entsprechen kann. Die dazu entgegengesetzte Kante kann einer weiteren
Schmalseite des Schließteils entsprechen. Die Rechteckform kann abgerundete Ecken
aufweisen. Dabei müssen nicht zwingend alle Ecken abgerundet sein. Vorzugsweise sind
zumindest drei Ecken abgerundet.
[0036] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist das Schließteil eine umfänglich geschlossene
Rohrform auf, insbesondere mit einem zentralen Durchgang, der sich in Längsrichtung
durch das Schließteil hindurch erstreckt. Die Rohrform muss dabei nicht unbedingt
einen kreisrunden Querschnitt aufweisen, sondern kann, insbesondere wie vorstehend
erläutert, einen rechteckigen Querschnitt oder auch einen anderen Querschnitt aufweisen.
Das Schließteil erstreckt sich dabei vorzugsweise zumindest im Wesentlichen entlang
der Kontur des jeweiligen Querschnitts, während die Innenfläche des Querschnitts frei
ist und den genannten zentralen Durchgang bildet. Der Querschnitt ist dabei über die
gesamte Erstreckung des Schließteils in Längsrichtung hinweg vorzugsweise zumindest
im Wesentlichen, insbesondere abgesehen von den vorgesehenen Aufnahmen und Löchern,
konstant.
[0037] Zur Ausbildung der genannten Rohrform kann das Schließteil beispielsweise aus einem
Blech gebildet sein, das in die umfänglich geschlossene Rohrform umgebogen ist. Zur
Ausbildung einer Rohrform mit rechteckigem Querschnitt können dazu drei Umbiegungen
von jeweils etwa 90° ausreichen. Die in der ersten Seitenfläche und in der zweiten
Seitenfläche des Schließteils gegebenenfalls vorzusehenden Aufnahmen und Löcher können
dann vergleichsweise einfach in das noch flache Blech eingebracht werden. Dies kann
insbesondere durch Stanzen oder Schneiden, grundsätzlich aber auch durch spanende
Bearbeitung erfolgen. Die Ausbildung des Schließteils als umgebogenes Blech ermöglicht
vorteilhafterweise eine besonders effiziente Herstellung des Schließteils in einem
Folgeverbund mittels eines Folgeverbundwerkzeugs, welches das Blech stanzen sowie
zumindest teilweise umformen kann. Dabei kann mittels eines einzigen Werkzeugs das
Schließteil weitgehend fertiggestellt werden. Ein zweiter Arbeitsgang ist dann vorteilhafterweise
nur noch für das vollständige Umformen erforderlich sowie gegebenenfalls für ein Verbinden
der beiden Seitenkanten, die durch das Umformen des Bleches zu der umfänglich geschlossenen
Rohrform aufeinandertreffen.
[0038] Im Zusammenhang mit dem Verbinden der beiden Seitenkanten ist eine weitere Ausführungsform
vorteilhaft, bei der das Blech eine parallel zur Längsrichtung verlaufende erste Seitenkante
und eine dazu entgegengesetzte, parallel zur Längsrichtung verlaufende zweite Seitenkante
aufweist, wobei die erste Seitenkante und die zweite Seitenkante aneinander angrenzen,
und wobei an der ersten Seitenkante eine Lasche ausgebildet ist und an der zweiten
Seitenkante eine Laschenaufnahme ausgebildet ist, in welche die Lasche, vorzugsweise
formschlüssig, eingreift, um die erste Seitenkante und die zweite Seitenkante aneinander
zu befestigen. Bei noch flachem Blech weisen die erste Seitenkante und die zweite
Seitenkante in entgegengesetzte Richtungen, insbesondere quer zur Längsrichtung. Wenn
die umfänglich geschlossene Rohrform vorliegt, so dass die erste Seitenkante und die
zweite Seitenkante aneinander angrenzen, ist die zweite Seitenkante in Bezug auf die
Umfangsrichtung der ersten Seitenkante entgegengesetzt. Das Eingreifen der Lasche
in die Laschenaufnahme dient dazu, die erste Seitenkante und die zweite Seitenkante,
zuverlässig aneinander zu halten, damit die zwischen der erste Seitenkante und der
zweiten Seitenkante verlaufende Naht der Rohrform auch bei Krafteinwirkung, z.B. bei
einem Aufbruchsversuch, möglichst nicht geweitet oder das Blech sogar vollständig
aufgebogen werden kann.
[0039] Die Lasche und die Laschenaufnahme können grundsätzlich auch als Haken bzw. Öse ausgebildet
sein, wobei der Haken dann insbesondere in bezüglich der Rohrform radialer Richtung
in die Öse eingreifen kann. Vorzugsweise erfolgt ein formschlüssiges Hintergreifen
der Laschenaufnahme durch die Lasche aber in Längsrichtung. Dabei steht ein Abschnitt
der Lasche in Längsrichtung oder entgegen der Längsrichtung über einen Rand der Laschenaufnahme
vor, so dass die Lasche in Umfangsrichtung nicht an diesem Rand vorbeigeführt werden
kann. Die Lasche kann beispielsweise eine T-Form aufweisen und mit den entgegengesetzt
ausgerichteten Enden des Holms des T-Form sowohl in Längsrichtung als auch entgegen
der Längsrichtung einen jeweiligen Rand der Laschenaufnahme hintergreifen, so dass
die Lasche nur in radialer Richtung in die Laschenaufnahme oder aus der Laschenaufnahme
bewegt werden kann, aber nicht in Umfangsrichtung.
[0040] An den Seitenkanten können auch mehr als ein Lasche und mehr als eine Laschenaufnahme
vorgesehen sein, um die Seitenkanten an mehreren Punkten miteinander zu verbinden.
Grundsätzlich kann die Befestigung der beiden Seitenkanten aneinander ausschließlich
auf dem Zusammenwirken zumindest einer Lasche mit zumindest einer Laschenaufnahme
beruhen. Alternativ oder ergänzend dazu können die erste Seitenkante und die zweite
Seitenkante aber auch durch andere Strukturen, z.B. durch Verrasten, oder andersartig,
beispielsweise durch Schweißen, miteinander verbunden sein. Vorzugsweise ist die Verbindung
formschlüssig oder stoffschlüssig.
[0041] Die Rohrform des Schließteils kann aber auch auf andere Weise als durch ein umgebogenes
Blech erzielt werden. Gemäß einer alternativen vorteilhaften Ausführungsform ist das
Schließteil aus einem, vorzugsweise gezogenen oder stranggepressten, Rohrprofil gebildet.
Das Rohrprofil kann insbesondere als Rechteckprofil ausgebildet sein. In ein solches
Rohprofil können Aufnahmen und Löcher ebenfalls insbesondere durch Stanzen oder durch
spanende Bearbeitung eingebracht werden. Da bei der Bearbeitung die Rohrform bereits
vorliegt, ist die Bearbeitung unter Umständen umständlicher als bei einem zunächst
flachen Blech. Dafür weist das Rohrprofil keine Naht auf und kann daher resistenter
gegen ein Aufbrechen sein.
[0042] Die Erfindung wird nachfolgend lediglich beispielhaft unter Bezugnahme auf die Figuren
weiter erläutert, die jeweils eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schließteils
in schematischer perspektivischer Darstellung zeigen.
- Fig. 1
- zeigt eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schließteils.
- Fig. 2
- zeigt die erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schließteils um 180° gedreht.
- Fig. 3
- zeigt eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schließteils.
- Fig. 4
- zeigt eine dritte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schließteils.
[0043] Bei den in den Figuren gezeigten Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Schließteils
11 handelt es sich jeweils um ein Schließteil 11 für einen Fenster- oder Türbeschlag,
das dazu ausgebildet ist, am Rahmen des jeweiligen Fensters oder der jeweiligen Tür
befestigt zu werden, um dort mit einem zugeordneten Riegelzapfen, insbesondere Pilzkopfzapfen,
einer am Flügel des jeweiligen Fenster oder der jeweiligen Tür zu montierenden verstellbaren
Beschlaganordnung zusammenzuwirken. Dazu weist das Schließteil 11 eine erste Seitenfläche
13 sowie eine dazu entgegengesetzte zweite Seitenfläche 15 auf, in denen jeweils zwei
Aufnahmen 17, 19, 21, 23 ausgebildet sind, in die ein jeweiliger Riegelzapfen verriegelnd
eingreifen kann.
[0044] Das Schließteil 11 kann dabei jeweils in zwei unterschiedlichen Montageausrichtungen
am jeweiligen Rahmen befestigt werden. In einer ersten Montageausrichtung, die in
Fig. 1 für eine erste Ausführungsform gezeigt ist, wird das Schließteil 11 derart
an dem Rahmen befestigt, dass die zweite Seitenfläche 15 die zum Rahmen weisende Unterseite
des Schließteils 11 bildet und vorzugsweise zumindest teilweise am Rahmen anliegt,
während die erste Seitenfläche 13 die Oberseite des Schließteils 11 bildet, deren
darin ausgebildete Aufnahmen 17, 21 für das Eingreifen eines jeweiligen Riegelzapfens
zur Verfügung stehen. Wird das Schließteil dagegen auf Umschlag montiert, weist es
die in Fig. 2 für die erste Ausführungsform gezeigte alternative Montageausrichtung
auf, in der es gegenüber der in Fig. 1 gezeigten Ausrichtung um 180° um die als punktierte
Linie mit einem Drehpfeil dargestellte Drehachse D gedreht ist. Dadurch bildet dann
die erste Seitenfläche 13 die zum Rahmen weisende und vorzugsweise zumindest teilweise
am Rahmen anliegende Unterseite des Schließteils 11, während die zweite Seitenfläche
15 die Oberseite des Schließteils 11 bildet, welche die darin ausgebildeten Aufnahmen
19, 23 für das Eingreifen eines jeweiligen Riegelzapfens bereitstellt.
[0045] Das Schließteil 11 erstreckt sich in eine Längsrichtung L (vgl. Fig. 1) und weist
eine Rohrform mit im Wesentlichen rechteckigem Querschnitt auf, der im Wesentlichen
über die gesamte Längserstreckung des Schließteils 11 konstant ist. Die erste Seitenfläche
13 und die zweite Seitenfläche 15 entsprechen dabei den beiden längeren Kanten der
Rechteckform. An ihren parallel zur Längsrichtung L verlaufenden Rändern miteinander
verbunden werden die Seitenflächen 13, 15 durch eine erste Schmalseite 25 und eine
zweite Schmalseite 27, die den beiden kürzeren Kanten der Rechteckform entsprechen,
welche eine Länge von etwa 8,5 mm aufweisen. Diese Länge definiert die Höhe des Schließteils
11, die dem Abstand zwischen den nach außen weisenden Oberflächen der beiden Seitenflächen
13, 15 entspricht.
[0046] Die Aufnahmen 17, 19, 21, 23 sind jeweils als Langloch ausgebildet, das sich ausgehend
von einem jeweiligen Rand der jeweiligen Seitenfläche 13, 15 parallel zur Längsrichtung
in die jeweilige Seitenfläche 13, 15 hinein erstreckt und innerhalb der jeweiligen
Seitenfläche 13, 15 endet. Die Länge und die Form des Langlochs ist dabei für alle
Aufnahmen 17, 19, 21, 23 gleich. Dadurch, dass die Langlöcher jeweils in einen Rand
der jeweiligen Seitenfläche 13, 15 münden, sind sie einseitig offen, so dass an dem
offenen Ende jeweils ein Riegelzapfen in die jeweilige Aufnahme 17, 19, 21, 23 aufgenommen
werden kann. Der zugeordnete Riegelzapfen ist dabei vorzugsweise als Pilzkopfzapfen
ausgebildet, dessen Pilzkopf einen maximalen Durchmesser aufweist, der größer als
die Breite der Aufnahmen 17, 19, 21, 23 quer zur Längsrichtung L ist, so dass der
Pilzkopfzapfen, wenn er in einer jeweiligen Aufnahme 17, 19, 21, 23 aufgenommen ist,
entgegengesetzte und zur Längsrichtung L parallele Ränder der Aufnahme 17, 19, 21,
23 hintergreift und dadurch die Aufnahme 17, 19, 21, 23 nicht senkrecht zur jeweiligen
Seitenfläche 13, 15, sondern nur entlang der Längsrichtung L über das offene Ende
der Aufnahme 17, 19, 21, 23 verlassen kann.
[0047] In die erste Seitenfläche 13 erstrecken sich die erste Aufnahme 17 sowie die dritte
Aufnahme 21 entgegengesetzt zueinander, so dass ihre offenen Enden entlang der Längsrichtung
L voneinander weg (vgl. erste und zweite Ausführungsform gemäß Fig. 1 und 2 bzw. Fig.
3) oder aufeinander zu (vgl. dritte Ausführungsform gemäß Fig. 4) weisen. In hierzu
entsprechender Weise erstrecken sich die zweite Aufnahme 19 sowie die vierte Aufnahme
23 in die zweite Seitenfläche 15 ebenfalls entgegengesetzt zueinander, so dass ihre
offenen Enden entlang der Längsrichtung L voneinander weg (vgl. erste und zweite Ausführungsform
gemäß Fig. 1 und 2 bzw. Fig. 3) oder aufeinander zu (vgl. dritte Ausführungsform gemäß
Fig. 4) weisen.
[0048] Dabei weisen die erste Aufnahme 17 und die dritte Aufnahme 21 bezüglich einer Querrichtung
Q (vgl. Fig. 1), die parallel zu den Seitenflächen 13, 15 und quer zu der Längsrichtung
L ausgerichtet ist und somit der Ausrichtung der genannten Drehachse D entspricht,
dieselbe Lage auf, die durch den Abstand zu der ersten Schmalseite 25 definiert ist.
Dieser Abstand ist in Fig. 1 durch einen Doppelpfeil gekennzeichnet, der sich zwischen
der parallel zur Längsrichtung L verlaufenden Mittellinie der ersten Aufnahme 17 und
der nach außen weisenden Oberfläche der ersten Schmalseite 25 erstreckt. Auch die
zweite Aufnahme 19 und die vierte Aufnahme 23 weisen einen übereinstimmenden Abstand
zur Schmalseite 25 auf, der in Fig. 2 durch einen Doppelpfeil gekennzeichnet ist,
der sich zwischen der parallel zur Längsrichtung L verlaufenden Mittellinie der zweiten
Aufnahme 19 und der nach außen weisenden Oberfläche der ersten Schmalseite 25 erstreckt.
Die genannten Mittellinien stellen jeweils zugleich eine Symmetrielinie der jeweiligen
Aufnahme 17, 19, 21, 23 dar.
[0049] Wie insbesondere durch die unterschiedliche Länge der Doppelpfeile in Fig. 1 und
Fig. 2 deutlich wird, weisen die erste Aufnahme 17 und die dritte Aufnahme 21 einen
anderen Abstand zur Schmalseite 25 auf als die zweite Aufnahme 19 und die vierte Aufnahme
23, so dass die erste Aufnahme 17 und die dritte Aufnahme 21 einerseits und die zweite
Aufnahme 19 und die vierte Aufnahme 23 andererseits in die genannte Querrichtung Q
versetzt zueinander angeordnet sind. Der Versatz beträgt dabei etwa 4 mm. Auf diese
Weise können je nach Montageausrichtung des Schließteils 11 in zwei unterschiedlichen
Lagen eine oder mehrere Aufnahmen 17, 19, 21, 23 für das Eingreifen eines Riegelzapfens
bereitgestellt werden.
[0050] Das Schließteil 11 weist in allen gezeigten Ausführungsformen jeweils mehrere Löcher
29, 31, 33 auf, die in der ersten Seitenfläche 13 bzw. in der zweiten Seitenfläche
15 ausgebildet sind. Dabei entsprechen die Anordnung und die Art der Löcher 29, 31,
33 in der ersten Seitenfläche 13 der Anordnung bzw. der Art der Löcher 29, 31, 33
in der zweiten Seitenfläche 15. Dadurch werden durch jeweils ein Loch 29, 31, 33 der
ersten Seitenfläche 13 und ein entsprechendes an entsprechender Stelle vorgesehenes
Loch 29, 31, 33 der zweiten Seitenfläche 15 durchgehende Kanäle gebildet, die sich
senkrecht zu den Seitenflächen 13, 15 durch das Schließteil hindurch erstrecken.
[0051] Dabei stellen in den beiden Seitenflächen 13, 15 jeweils zwei Löcher 29, 31, 33,
die in Bezug auf ihren jeweiligen Mittelpunkt näher an der ersten Schmalseite 25 angeordnet
sind als die Aufnahmen 17, 19, 21, 23, Justierlöcher 29 dar, durch die hindurch Schrauben
in den Rahmen der jeweiligen Fenster oder der jeweiligen Tür, insbesondere in eine
im Rahmen ausgebildete Nut, eingeschraubt werden können. Dadurch, dass auf diese Weise
zwei voneinander beabstandete Schrauben in eine Nut eingreifen, kann das Schließteil
11 mit seiner Längsrichtung L präzise parallel zur Nut des Rahmens positioniert werden.
[0052] Jeweils drei weitere Löcher 29, 31, 33, die in Bezug auf ihren jeweiligen Mittelpunkt
weiter von der ersten Schmalseite 25 entfernt angeordnet sind als die Aufnahmen 17,
19, 21, 23, stellen Fixierlöcher 31 dar, durch die hindurch weitere Schrauben oder
sonstige Befestigungsmittel zur Befestigung des Schließteils an einem bei verschiedenen
Rahmenprofilen unterschiedlich profilierten Bereich des Rahmenprofils dringen können.
Die Fixierlöcher 31 weisen jeweils einen größeren Durchmesser als die Justierlöcher
29 auf, wobei eines der jeweils drei Fixierlöcher 31, nämlich das in Längsrichtung
L mittlere, gegenüber den beiden anderen einen größeren Durchmesser aufweist. Dadurch
eignet sich das mittlere Fixierloch 31 insbesondere zur Aufnahme eines Schrägankers,
der im Rahmenprofil unter Umständen mittels Mörtels verankert wird. Zum Versenken
der Schrauben oder sonstiger Befestigungsmittel sind die Justierlöcher 29 und die
Fixierlöcher 31 an ihren nach außen weisenden Rändern jeweils konisch erweitert.
[0053] Zwei weitere in den beiden Seitenflächen 13, 15 jeweils ausgebildete Löcher 29, 31,
33, die in Bezug auf ihren jeweiligen Mittelpunkt weiter von der ersten Schmalseite
25 entfernt angeordnet sind als die Aufnahmen 17, 19, 21, 23, stellen Abstandshalterlöcher
33 dar, die bei der gezeigten Ausführungsform als Gewindelöcher ausgebildet sind.
Diese Abstandshalterlöcher 33 sind nicht konisch erweitert und weisen jeweils ein
Gewinde, insbesondere ein Feingewinde, auf, so dass durch jeweils ein Abstandshalterloch
33 der ersten Seitenfläche 13 und ein Abstandshalterloch 33 der zweiten Seitenfläche
insgesamt zwei durchgehende Gewindekanäle gebildet werden, in die Gewindestifte eingeschraubt
werden können. Diese Gewindestifte können dann als variable Abstandshalter fungieren,
um das Schließteil 11, das im Bereich der ersten Schmalseite 25 vorzugsweise unmittelbar
an der genannten Nut des Rahmens aufliegt, auf der anderen Seite der Aufnahmen 17,
19, 21, 23, insbesondere im Bereich der zweiten Schmalseite 27, gegenüber dem Rahmenprofil
weitgehend unabhängig von dessen jeweiliger konkreter Struktur abstützen zu können.
Grundsätzlich können aber auch andere Abstandhalter auf andere Weise mit den Abstandshalterlöchern
33 verwendet werden, so dass die Abstandshalterlöcher 33 je nach Art des Abstandshalters
nicht unbedingt ein Gewinde aufweisen müssen.
[0054] Bei der in den Fig. 1 und 2 gezeigten ersten Ausführungsform ist das Schließteil
11 aus einem Blech gebildet, das durch Umbiegen an drei Kanten in die gezeigte umfänglich
geschlossene Rohrform gebracht wurde. Durch das Umbiegen treffen eine erste Seitenkante
35 und eine dazu in Umfangsrichtung entgegengesetzte zweite Seitenkante 37 entlang
einer dadurch gebildeten Naht der Rohrform aufeinander. Wäre das Blech noch flach,
würden die beiden Seitenkanten 35, 37 quer zur Längsrichtung L in entgegengesetzte
Richtungen weisen. Bei der gezeigten ersten Ausführungsform verläuft die Naht im Bereich
der Ecke zwischen der ersten Seitenfläche 13 und der zweiten Schmalseite 29. Grundsätzlich
kann sich die Naht aber auch an anderer Stelle befinden, wobei sie vorzugsweise im
Bereich einer Ecke des Querschnitts des Schließteils 11 vorgesehen ist.
[0055] Damit das Schließteil 11 nicht aufgebogen werden kann, müssen die erste Seitenkante
35 und die zweite Seitenkante 37 fest miteinander verbunden sein. Dazu können sie
z.B. miteinander verschweißt sein. Bei der ersten Ausführungsform erfolgt die Verbindung
nicht durch Verschweißen, sondern durch das Zusammenwirken einer an der ersten Seitenkante
35 ausgebildeten Lasche 39 mit einer an der zweiten Seitenkante 37 ausgebildeten Laschenaufnahme
41. Die Lasche 39 weist eine T-Form auf und greift dadurch, dass der Stamm der T-Form
um die Ecke, an der die beiden Seitenkanten 35, 37 aufeinandertreffen, herum gebogen
ist, mit dem Holm der T-Form formschlüssig in die Laschenaufnahme 41 ein. Da die Enden
des Holms der T-Form, die sich parallel zur Längsrichtung L erstrecken, die Ränder
der Laschenaufnahme 41 hintergreifen, kann die Lasche 39 nur in bezüglich der Rohrform
des Schließteils 11 radialer Richtung (aufgrund der Lage der Laschenaufnahme 41 in
der zweiten Schmalseite 27 entspricht diese radiale Richtung bei der gezeigten Ausführungsform
der genannten Querrichtung Q) in die Laschenaufnahme 41 bzw. aus der Laschenaufnahme
41 bewegt werden, jedoch nicht in Umfangsrichtung. Dadurch sind die erste Seitenkante
35 und die zweite Seitenkante 37 zuverlässig aneinander befestigt. Eine solche Ausbildung
ermöglicht eine weitgehende Fertigung des Schließteils 11 in einem Folgeverbund, in
dem das Blech mittels eines Folgeverbundwerkzeugs geschnitten und/oder gestanzt sowie
umgebogen werden kann.
[0056] Die Fig. 3 zeigt eine alternative zweite Ausführungsform, bei der das Schließteil
11 aus einem hohlen Rechteckprofil, also einem umfänglich durchgehend geschlossenen
Rohrprofil mit rechteckigem Querschnitt, gebildet ist. Das Rechteckprofil ist vorzugsweise
nahtlos, so dass es anders als bei der ersten Ausführungsform nicht erforderlich ist,
zwei Seitenkanten fest miteinander zu verbinden. Daher weist das Schließteil 11 der
zweiten Ausführungsform auch weder eine Lasche und eine Laschenaufnahme noch sonstige
Befestigungsmittel zum Überbrücken einer Naht auf. Ansonsten entspricht das Schließteil
11 aber weitgehend der ersten Ausführungsform. Die Ecken der Rechteckform sind in
entsprechender Weise abgerundet wie bei dem umgebogenen Blech des Schließteils 11
der ersten Ausführungsform. Grundsätzlich können die Abrundungsradien aber auch anders
als dargestellt, insbesondere kleiner, sein. Zudem können einzelne oder alle Ecken
auch nicht abgerundet sein.
[0057] Die in Fig. 4 gezeigte dritte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schließteils
11 entspricht hinsichtlich der Ausbildung der Rohrform als eines umgebogenen Bleches
wieder der ersten Ausführungsform. Grundsätzlich könnte diese Ausführungsform aber
auch wie die zweite Ausführungsform aus einem umfänglich durchgehend geschlossenen
Rohrprofil gebildet sein. Ferner sind bei der dritten Ausführungsform wie bei der
ersten und der zweiten Ausführungsform Justierlöcher 29, Fixierlöcher 31 und Abstandshalterlöcher
33 mit entsprechender Funktion vorgesehen, die bei der dritten Ausführungsform allerdings
eine andere Position entlang der Längsrichtung L aufweisen. Ferner unterscheidet sich
die dritte Ausführungsform von der ersten und der zweiten Ausführungsform vor allem
dadurch, in welcher Weise, insbesondere in welche Richtung, sich die Aufnahmen 17,
19, 21, 23 in die erste Seitenfläche 13 bzw. in die zweite Seitenfläche 15 erstrecken.
Denn die erste Aufnahme 17 und die dritte Aufnahme 21 bzw. die zweite Aufnahme 19
und die vierte Aufnahme 23 erstrecken sich ausgehend von ihrem jeweiligen offenen
Ende nicht wie bei der ersten Ausführungsform und bei der zweiten Ausführungsform
aufeinander zu, sondern voneinander weg in die jeweilige Seitenfläche 13, 15.
[0058] Dazu ist an dem Schließteil 11 eine zentrale Queraussparung 43 vorgesehen, die sich
in Querrichtung Q von der ersten Schmalseite 25 aus sowohl in die erste Seitenfläche
13 als auch in die zweite Seitenfläche 15 hinein erstreckt. In der ersten Seitenfläche
13 erstreckt sich die Queraussparung 43 bis zwischen die erste Aufnahme 17 und die
dritte Aufnahme 21 und in der zweiten Seitenfläche 15 erstreckt sich die Queraussparung
43 bis zwischen die zweite Aufnahme 19 und die vierte Aufnahme 23, so dass die Aussparungen
17, 19, 21, 23 jeweils mit ihrem offenen Ende in die Queraussparung 43 münden. Dadurch
verbinden sich die Queraussparung 43 und die jeweils zwei Aufnahmen 17, 19, 21, 23
der jeweiligen Seitenfläche 13, 15 zu einem T-förmigen Freiraum, wobei der Holm der
T-Form in der ersten Seitenfläche 13 und der Holm der T-Form in der zweiten Seitenfläche
15 in die Querrichtung Q versetzt zueinander angeordnet sind (vgl. die in Fig. 4 punktiert
dargestellten Konturen der zweiten Aufnahme 19 und der vierten Aufnahme 23, die bei
dem gezeigten Blickwinkel durch die erste Seitenfläche 13 nahezu vollständig verdeckt
sind).
[0059] Bei einem Schließteil 11 gemäß der in Fig. 4 gezeigten dritten Ausführungsform kann
ein zugeordneter Riegelzapfen, beispielsweise beim Schließen des Flügels des jeweiligen
Fensters oder der jeweiligen Tür durch die Queraussparung 43 in Querrichtung Q in
den Bereich zwischen die beiden Aussparungen 17, 19, 21, 23 der jeweils von dem Rahmen
weg weisenden Seitenfläche 13, 15 gelangen. Durch Verstellen der Beschlaganordnung,
an welcher der Riegelzapfen vorgesehen ist, kann der Riegelzapfen dann je nach Bewegungsrichtung
entweder in die eine oder in die andere dieser beiden Aufnahmen eingreifen. Auf diese
Weise kann ein einzelnes Schließteil 11 genutzt werden, um zwei Aufnahmen für ein
Sichern des Riegelzapfens in zwei bezüglich der Längsrichtung L entgegengesetzten
Verriegelungsstellungen bereitzustellen.
[0060] Dadurch, dass auch bei dieser dritten Ausführungsform die erste Aufnahme 17 und die
dritte Aufnahme 19 gegenüber der zweiten Aufnahme 19 und der vierten Aufnahmen 23
in Querrichtung Q versetzt sind, können auch bei der dritten Ausführungsform je nach
Montageausrichtung des Schließteils 11 am Rahmen Aufnahmen 17, 19, 21, 23 für das
Eingreifen eines Riegelzapfens, insbesondere eines Pilzkopfzapfens, in zwei unterschiedlichen
Positionen, die unterschiedlichen Nutmittellagen des jeweiligen Fensters bzw. der
jeweiligen Tür entsprechen, bereitgestellt werden.
Bezugszeichen
[0061]
- 11
- Schließteil
- 13
- erste Seitenfläche
- 15
- zweite Seitenfläche
- 17
- erste Aufnahme
- 19
- zweite Aufnahme
- 21
- dritte Aufnahme
- 23
- vierte Aufnahme
- 25
- erste Schmalseite
- 27
- zweite Schmalseite
- 29
- Justierloch
- 31
- Fixierloch
- 33
- Abstandshalterloch
- 35
- erste Seitenkante
- 37
- zweite Seitenkante
- 39
- Lasche
- 41
- Laschenaufnahme
- 43
- Queraussparung
- D
- Drehachse
- L
- Längsrichtung
- Q
- Querrichtung
1. Schließteil (11) für einen Fenster- oder Türbeschlag, das sich in eine Längsrichtung
(L) erstreckt und eine erste Seitenfläche (13) sowie eine zweite Seitenfläche (15)
aufweist,
wobei die erste Seitenfläche (13) und die zweite Seitenfläche (15) zu der Längsrichtung
(L) jeweils parallel und zueinander entgegengesetzt ausgerichtet sind,
wobei sich in die erste Seitenfläche (13) eine parallel zur Längsrichtung (15) verlaufende
erste Aufnahme (17) erstreckt und sich in die zweite Seitenfläche (15) eine parallel
zur Längsrichtung (L) verlaufende zweite Aufnahme (19) erstreckt,
wobei die erste Aufnahme (13) und die zweite Aufnahme (15) jeweils dazu ausgebildet
sind, einen Riegelzapfen, insbesondere einen Pilzkopfzapfen, des Beschlags aufzunehmen,
und
wobei die erste Aufnahme (13) und die zweite Aufnahme (15) in eine Querrichtung (Q),
die parallel zu den Seitenflächen (13, 15) und quer zu der Längsrichtung (L) ausgerichtet
ist, versetzt zueinander angeordnet sind, vorzugsweise um zumindest 1 mm, insbesondere
um etwa 4 mm.
2. Schließteil nach Anspruch 1,
wobei sich in die erste Seitenfläche (13) eine parallel zur Längsrichtung (L) verlaufende
dritte Aufnahme (21) erstreckt und sich in die zweite Seitenfläche (15) eine parallel
zur Längsrichtung (L) verlaufende vierte Aufnahme (23) erstreckt.
3. Schließteil nach Anspruch 2,
wobei die erste Aufnahme (17) und die dritte Aufnahme (21) in Querrichtung (Q) nicht
versetzt zueinander angeordnet sind und
wobei die zweite Aufnahme (19) und die vierte Aufnahme (23) in Querrichtung (Q) nicht
versetzt zueinander angeordnet sind.
4. Schließteil nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei die genannten Aufnahmen (17, 19, 21, 23) jeweils als einseitig offenes Langloch
ausgebildet sind.
5. Schließteil nach Anspruch 2 und 4,
wobei sich die erste Aufnahme (17) und die dritte Aufnahme (21) entgegengesetzt zueinander
in die erste Seitenfläche (13) erstrecken und sich die zweite Aufnahme (19) und die
vierte Aufnahme (23) entgegengesetzt zueinander in die zweite Seitenfläche (15) erstrecken.
6. Schließteil nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei die genannten Aufnahmen (17, 19, 21, 23) einander hinsichtlich ihrer Form entsprechen.
7. Schließteil nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei das Schließteil (11) eine Schmalseite (25) aufweist, die senkrecht zu der ersten
Seitenfläche (13) und zu der zweiten Seitenfläche (15) ausgerichtet ist und das Schließteil
(11) in die Querrichtung (Q) begrenzt, und wobei die erste Aufnahme (17) einen Abstand
von höchstens 11 mm, insbesondere von etwa 9 mm, zu der Schmalseite (25) aufweist
und die zweite Aufnahme (19) einen Abstand von mindestens 11 mm, insbesondere von
etwa 13 mm, zu der Schmalseite (25) aufweist.
8. Schließteil nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei das Schließteil (11) bezüglich einer zur Längsrichtung (L) senkrechten Spiegelebene
symmetrisch ausgebildet ist.
9. Schließteil nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei die erste Seitenfläche (13) und die zweite Seitenfläche (15) jeweils ein oder
mehrere Löcher (29, 31, 33) aufweisen, wobei durch jeweils ein Loch (29, 31, 33) der
ersten Seitenfläche (13) und ein an entsprechender Stelle vorgesehenes Loch (29, 31,
33) der zweiten Seitenfläche (15) ein oder mehrere durchgehende Kanäle gebildet werden.
10. Schließteil nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei das Schließteil (11) eine Schmalseite (25) aufweist, die senkrecht zu der ersten
Seitenfläche (13) und zu der zweiten Seitenfläche (15) ausgerichtet ist und das Schließteil
(11) in die Querrichtung (Q) begrenzt,
wobei in der ersten Seitenfläche (13) und in der zweiten Seitenfläche (15) jeweils
zumindest zwei Justierlöcher (29) vorgesehen sind, die denselben Abstand von der Schmalseite
(25) aufweisen, wobei dieser Abstand geringer als der Abstand der ersten Aufnahme
(17) von der Schmalseite (25) und/oder geringer als der Abstand der zweiten Aufnahme
(19) von der Schmalseite (25) ist;
wobei in der ersten Seitenfläche (13) und in der zweiten Seitenfläche (15) jeweils
zumindest ein Fixierloch (31) in einem Abstand von der Schmalseite (25) vorgesehen
ist, vorzugsweise zumindest zwei Fixierlöcher (31) vorgesehen sind, die von der Schmalseite
(25) denselben Abstand aufweisen, wobei dieser Abstand größer als der Abstand der
ersten Aufnahme (17) von der Schmalseite (25) und/oder größer als der Abstand der
zweiten Aufnahme (19) von der Schmalseite (25) ist; und
wobei in der ersten Seitenfläche (13) und in der zweiten Seitenfläche (15) jeweils
zumindest ein Abstandshalterloch (33) in einem Abstand von der Schmalseite (25) vorgesehen
ist, vorzugsweise zumindest zwei Abstandshalterlöcher (33) vorgesehen sind, die von
der Schmalseite (25) denselben Abstand aufweisen, wobei dieser Abstand größer als
der Abstand der ersten Aufnahme (17) von der Schmalseite (25) und/oder größer als
der Abstand der zweiten Aufnahme (19) von der Schmalseite (25) ist.
11. Schließteil nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei der Querschnitt des Schließteils (11) rechteckig, vorzugsweise mit abgerundeten
Ecken, ist.
12. Schließteil nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei das Schließteil (11) eine umfänglich geschlossene Rohrform aufweist, insbesondere
mit einem zentralen Durchgang, der sich in Längsrichtung (L) durch das Schließteil
(11) hindurch erstreckt.
13. Schließteil nach Anspruch 12,
wobei das Schließteil (11) aus einem Blech gebildet ist, das in die umfänglich geschlossene
Rohrform umgebogen ist.
14. Schließteil nach Anspruch 13,
wobei das Blech eine parallel zur Längsrichtung (L) verlaufende erste Seitenkante
(35) und eine dazu entgegengesetzte, parallel zur Längsrichtung (L) verlaufende zweite
Seitenkante (37) aufweist,
wobei die erste Seitenkante (35) und die zweite Seitenkante (37) aneinander angrenzen,
und
wobei an der ersten Seitenkante (35) eine Lasche (39) ausgebildet ist und an der zweiten
Seitenkante (37) eine Laschenaufnahme (41) ausgebildet ist, in welche die Lasche (39),
vorzugsweise formschlüssig, eingreift, um die erste Seitenkante (35) und die zweite
Seitenkante (37) aneinander zu befestigen.
15. Schließteil nach Anspruch 12,
wobei das Schließteil (11) aus einem, vorzugsweise gezogenen oder stranggepressten,
Rohrprofil, insbesondere Rechteckprofil, gebildet ist.