[0001] Die Erfindung betrifft ein selbstbalancierendes, einachsiges Fahrgestell mit einer
Treppensteigfunktion. Mit "Treppensteigfunktion" ist hier insbesondere gemeint, dass
das Fahrgestell dazu in der Lage ist, sich entweder selbsttätig oder durch die Kraft
eines Benutzers eine Treppe hinauf und hinunter zu bewegen. Die Treppensteigfunktion
kann aber auch dazu genutzt werden, andere Hindernisse wie z.B. Bordsteine, Schwellen
oder ähnliches zu überwinden.
[0002] Transportaufgaben sind heutzutage mannigfaltig. Beispielsweise müssen teils schwere
Waren in Transportfahrzeuge ein- und am Bestimmungsort wieder ausgeladen werden. In
Häusern ohne Fahrstuhl müssen schwere Gegenstände durch das Treppenhaus häufig über
mehrere Stockwerke hinweg transportiert werden. Im industriellen Umfeld (z.B. in einer
Fabrik oder in der Logistik) müssen Lasten aller Art hin und her bewegt werden, oft
unter beengten räumlichen Bedingungen.
[0003] Insbesondere beim Transport körperbehinderter, kranker oder verletzter Menschen erschwert
die zunehmende Anzahl von Personen mit erhöhtem Körpergewicht die zu lösende Transportaufgabe.
Hinzu kommen oft räumliche Einschränkungen wie enge Treppenhäuser, schmale Flure und
ähnliches. Rettungssanitäter und Personen, die in Krankenhäusern oder Pflegeheimen
tätig sind, sehen sich daher zunehmend größeren Belastungen bei der Umlagerung und
dem Transport von Patienten ausgesetzt. Zu berücksichtigen ist ferner, dass ein Patiententransport
unter Umständen auch unter widrigen Bedingungen (Wetter, abfallende oder ansteigende
Untergründe, unebene oder rutschige Untergründe etc.) stattfinden muss und dadurch
zusätzlich erschwert sein kann.
[0004] Aus der
US Patentschrift 5 971 091 ist ein Transportvehikel mit einer Treppensteigfunktion bekannt. Gemäß einer Gruppe
von Ausführungsbeispielen sind zur Fortbewegung Antriebsräder vorhanden, die beim
Treppensteigen nicht zum Einsatz kommen. Zum Treppensteigen dienen bei diesen Ausführungsbeispielen
ausfahrbare Füße, die beim Treppensteigen um eine Vertikalachse verschwenkt werden.
Bei einer zweiten Gruppe von Ausführungsbeispielen wird stattdessen vorgeschlagen,
sogenannte "wheel cluster" auf beiden Seiten des Fahrgestells zu verwenden, um damit
sowohl die Treppensteigfunktion als auch die Fortbewegungsfunktion zu realisieren.
Speichensterne dienen dazu, die Räder eines einzelnen "wheel Cluster" mechanisch miteinander
zu verbinden. Es existiert ein Antrieb für jeden "wheel Cluster" und jedes Rad eines
"wheel cluster" wird von einem eigenen Motor angetrieben.
[0005] Es besteht grundsätzlich der Wunsch nach einer kompakten, gut manövrierbaren und
universell einsetzbaren Transportvorrichtung, die eine Lösung der geschilderten und
weiterer Transportaufgaben vereinfacht.
[0006] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß durch ein selbstbalancierendes, einachsiges Fahrgestell
mit den im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst. Demnach enthält das erfindungsgemäße
Fahrgestell ein Bewegungsmodul mit einer Antriebsachse, an der zwei Antriebsräder
drehbar montiert sind. Ein vorzugsweise elektrischer und ebenfalls zum Fahrgestell
gehörender Antrieb ist mit den zwei Antriebsrädern koppelbar. Das erfindungsgemäße
Fahrgestell umfasst ferner ein Lasttragmodul mit einem ersten Arm, der sich von dem
Bewegungsmodul erstreckt, und einem zweiten Arm. Der zweite Arm hat ein erstes Ende,
das gelenkig mit dem ersten Arm verbunden ist, und ein zweites Ende, an dem eine Lastaufnahmeschnittstelle
vorzugsweise gelenkig angebracht ist. Die Lastaufnahmeschnittstelle dient dazu, eine
Verbindung mit dem zu transportierenden Gegenstand oder einer Transportvorrichtung
herzustellen, in der oder auf der sich zu transportierende Gegenstände oder Güter
befinden. Beispielsweise kann die Lastaufnahmeschnittstelle zur lösbaren Befestigung
einer Krankentrage ausgeführt sein. Alternativ kann die Lastaufnahmeschnittstelle
zur Verbindung mit einem Korb oder anderen Behälter dienen, in dem sich zu transportierende
Waren befinden. Die Lastaufnahmeschnittstelle kann auch dazu ausgestaltet sein, eine
Tragplattform abzustützen, auf der zu transportierende Gegenstände abgesetzt werden.
Die Lastaufnahmeschnittstelle kann eine genormte Lastaufnahmeschnittstelle sein. Insbesondere
kann die Lastaufnahmeschnittstelle dazu ausgestaltet sein, ein schnelles Befestigen
und Lösen einer mit ihr zu verbindenden Transportvorrichtung zu ermöglichen. Durch
Verändern des Winkels zwischen dem ersten Arm und dem zweiten Arm des Lasttragmoduls
kann die Lastaufnahmeschnittstelle in eine höhere oder tiefere Stellung gebracht werden.
[0007] Das erfindungsgemäße Fahrgestell ist ferner mit einem Treppensteigmodul ausgerüstet,
das zwei Speichensterne aufweist, die so montiert sind, dass sie sich um die Antriebsachse
drehen können. Mit anderen Worten, die zwei Antriebsräder und die zwei Speichensterne
des erfindungsgemäßen Fahrgestells können sich um dieselbe Achse drehen. Jeweils ein
Speichenstern ist seitlich neben einem der Antriebsräder angeordnet. Bezüglich der
Antriebsachse kann der einem Antriebsrad zugeordnete Speichenstern seitlich außerhalb
des Antriebsrades angeordnet sein, jedoch ist er bei einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Fahrgestells seitlich innerhalb des zugeordneten Antriebsrades
angeordnet.
[0008] Mit "Speichenstern" ist hier ein ein- oder mehrteiliges Bauteil mit einem Zentrum
gemeint, das koaxial zur Antriebsachse angeordnet ist und von dem aus sich speichenartig
mehrere als Tragspeichen bezeichnete Stützarme zumindest im Wesentlichen radial nach
außen erstrecken. Am radial äußeren, freien Ende jeder Tragspeiche ist ein Bodenkontaktelement
angebracht, mit welchem sich die Tragspeiche auf dem Untergrund abstützen kann, auf
dem das Fahrgestell sich befindet. Das Bodenkontaktelement kann beispielsweise ein
Fuß sein, der vorzugsweise aus einem rutschfesten Material besteht, etwa aus Gummi
oder einem gummiartigen Elastomermaterial. Der Fuß kann an das freie Ende der Tragspeiche
angesetzt sein oder kann das freie Ende der Tragspeiche umgeben. Beispielsweise kann
jeder Fuß ein Formteil sein, das auf das freie Ende der zugehörigen Tragspeiche aufgeschoben
wird. Jeder Fuß kann durch seine Gestalt ein Abrollen auf dem Untergrund ermöglichen
oder unterstützen. Dazu ist es nicht erforderlich, dass der Fuß drehbar an der Tragspeiche
angebracht ist. In einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Fahrgestells
sind zumindest einige der Bodenkontaktelemente Räder, die am oder in der Nähe des
freien Endes der zugehörigen Tragspeiche drehbar gelagert sind.
[0009] Schließlich hat das erfindungsgemäße Fahrgestell eine Steuerung, die einen Neigungssensor
und/oder einen Beschleunigungssensor enthält und dazu konfiguriert ist, durch gesteuertes
Aufbringen eines Drehmoments auf die Antriebsräder und/oder die Speichensterne ein
Kippen der Lastaufnahmeschnittstelle bezüglich einer durch die Lastaufnahmeschnittstelle
verlaufenden Vertikalen zu verhindern oder zu begrenzen. Hingewiesen sei in diesem
Zusammenhang darauf, dass mit der durch die Lastaufnahmeschnittstelle verlaufenden
Vertikalen immer diejenige Vertikale gemeint ist, die in einem Ausgangszustand durch
die Lastaufnahmeschnittstelle verläuft, also vor einem beginnenden Kippen der Lastaufnahmeschnittstelle.
Je nach dem Untergrund, auf dem sich das Fahrgestell befindet, können die Drehmomente,
die auf die Antriebsräder und/oder Speichensterne aufgebracht werden, für beide Antriebsräder
oder Speichensterne gleich oder unterschiedlich sein. Je nach Situation kann ein Drehmoment
auch auf nur ein Antriebsrad oder einen Speichenstern aufgebracht werden. Mit dem
Kippen der Lastaufnahmeschnittstelle bezüglich einer durch die Lastaufnahmeschnittstelle
verlaufenden Vertikalen ist in erster Linie ein Kippen um die Antriebsachse gemeint,
d.h. ein Kippen nach vorne oder nach hinten. Jedoch kann alternativ oder zusätzlich
auch ein seitliches Kippen der Lastaufnahmeschnittstelle gemeint sein, d.h. ein Kippen
nach links oder rechts, das durch die Steuerung ebenfalls verhindert werden kann,
beispielsweise indem durch Antreiben nur eines der zwei Antriebsräder oder durch gegensinniges
Antreiben der zwei Antriebsräder das Fahrgestell zunächst so um seine Hochachse (z-Richtung,
siehe auch Fig. 2) verdreht wird, dass durch anschließendes gesteuertes Aufbringen
eines Drehmoments auf die Antriebsräder (oder Speichensterne) dem Kippen der Lastaufnahmeschnittstelle
entgegengewirkt werden kann.
[0010] Die zuvor beschriebene Selbstbalancierungs- oder Selbststabilisierungsfunktion ist
aus dem Stand der Technik bereits bekannt, z.B. aus der
DE 10 2011 084 236 A1 oder der
DE 600 21 419 T2. Es kann daher im Folgenden davon abgesehen werden, die erforderliche Steuerung und
ihre Funktionsweise in allen Einzelheiten zu beschreiben.
[0011] Grundsätzlich basiert die Fähigkeit zur Selbstbalancierung auf einer Regelung für
ein inverses Pendel, d.h., ein Pendel, dessen Gewicht sich oben und dessen Drehpunkt
sich unterhalb des Gewichts befindet. Im Gleichgewichtszustand befinden sich Gewicht
und Drehpunkt auf einer Vertikalen, welche durch den Drehpunkt und den Schwerpunkt
des Gewichts verläuft. Verlässt das Gewicht seinen Gleichgewichtszustand auf der Vertikalen
(dies entspricht dem Kippen der Lastaufnahmeschnittstelle bei der vorliegenden Erfindung),
versucht die Steuerung, dem entgegenzuwirken. Eine Steuerungsstrategie besteht darin,
wieder einen Gleichgewichtszustand herzustellen. Dieses Ziel kann erreicht werden,
indem das Gewicht durch eine gesteuerte Kraft- oder Drehmomenteinwirkung wieder in
seine ursprüngliche Position zurückgeführt wird. Dieses Ziel kann aber auch erreicht
werden, indem der Drehpunkt des Systems in eine neue Position unterhalb des Gewichts
gebracht wird, genauer in eine Position, die sich auf einer Vertikalen befindet, die
sich in der momentanen Position des Gewichts durch den Schwerpunkt des Gewichts erstreckt.
Im Falle eines komplexeren Systems ist mit dem Begriff "Schwerpunkt" immer der resultierende
Schwerpunkt des Gesamtsystems gemeint, im Fall der vorliegenden Erfindung also beispielsweise
der resultierende Schwerpunkt des Fahrgestells oder, falls das Fahrgestell zur Lösung
einer Transportaufgabe verwendet wird, der resultierende Schwerpunkt des Fahrgestells
einschließlich der mit ihm transportierten Last.
[0012] Zumindest für die Zwecke der vorliegenden Erfindung ist es aber keine notwendige
Bedingung, den resultierenden Schwerpunkt des Gesamtsystems vertikal über dem Drehpunkt
des Systems zu positionieren. Die Steuerung des erfindungsgemäßen Fahrgestells kann
vielmehr Ungleichgewichtszustände des Gesamtsystems zulassen, solange die Kraft des
Fahrgestellantriebs dazu ausreicht, ein das Ungleichgewicht kompensierendes Drehmoment
auf die Antriebsräder und/oder die Speichensterne aufzubringen, um so ein Umkippen
des Fahrgestells zu verhindern. Es versteht sich, dass in einem solchen Fall das zur
Kompensation eines aktuell vorhandenen Ungleichgewichtszustands notwendige Drehmoment
dauerhaft und nicht nur momentan auf die Antriebsräder und/oder Speichensterne aufgebracht
werden muss. Es versteht sich somit auch, dass der im Rahmen der vorliegenden Erfindung
in Bezug genommene Ausgangszustand, aus dem heraus ein Kippen der Lastaufnahmeschnittstelle
stattfindet, ein Gleichgewichtszustand des Gesamtsystems oder ein Ungleichgewichtszustand
des Gesamtsystems sein kann. Die im Ausgangszustand durch die Lastaufnahmeschnittstelle
verlaufende Vertikale muss also im Ausgangszustand nicht notwendigerweise auch durch
den Drehpunkt des Gesamtsystems verlaufen.
[0013] In bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Fahrgestells ist die Steuerung
in wenigstens zwei Betriebsmodi betreibbar, einem sogenannten Stillstandsmodus und
einem Bewegungsmodus. Der Stillstandsmodus dient dazu, das Fahrgestell im Stillstand
selbsttätig zu stabilisieren, d.h. ein Umkippen des Fahrgestells zu verhindern. Im
Stillstandsmodus wird daher vorzugsweise ein Kippen der Lastaufnahmeschnittstelle
bezüglich der im Ausgangszustand durch die Lastaufnahmeschnittstelle verlaufenden
Vertikalen nicht zugelassen bzw. nur soweit zugelassen, wie es zur Erfassung eines
beginnenden Kippens notwendig ist. Eine Fortbewegung des Fahrgestells wird im Stillstandsmodus
nicht unterstützt. Allerdings kann das Fahrgestell im Stillstandsmodus diejenigen
Bewegungen ausführen, die zum Verhindern eines Kippens der Lastaufnahmeschnittstelle
bezüglich der durch die Lastaufnahmeschnittstelle verlaufenden Vertikalen notwendig
sind, beispielsweise ein Drehen des Fahrgestells um seine Hochachse durch einseitiges
Antreiben eines Antriebsrades oder gegensinniges Antreiben beider Antriebsräder (und/oder
Speichensterne).
[0014] Im Bewegungsmodus ist die Steuerung vorzugsweise dazu konfiguriert, ein Kippen der
Lastaufnahmeschnittstelle bezüglich der im Ausgangszustand durch die Lastaufnahmeschnittstelle
verlaufenden Vertikalen lediglich zu begrenzen. Mit anderen Worten, ein gewisses Maß
eines Kippens der Lastaufnahmeschnittstelle bezüglich der durch sie verlaufenden Vertikalen,
insbesondere nach vorne und nach hinten, kann zugelassen werden und dient insbesondere
zur Erfassung des Wunsches eines Benutzers, dass das Fahrgestell sich nach vorne oder
nach hinten fortbewegen soll. Nach Erfassen eines solchen Benutzerwunsches begrenzt
die Steuerung ein Kippen der Lastaufnahmeschnittstelle bezüglich der durch sie verlaufenden
Vertikalen vorzugsweise durch Drehen der Antriebsräder in die Kipprichtung. Dadurch
wird zum einen einem weiteren Kippen der Lastaufnahmeschnittstelle entgegengewirkt
und zum anderen bewegt sich das Fahrgestell selbsttätig in der vom Benutzer gewünschten
Richtung. Während der Fortbewegung des Fahrgestells kann der Kippwinkel wieder auf
null zurückgeführt werden, d.h. die Lastaufnahmeschnittstelle befindet sich dann wieder
auf der vor dem Beginn des Kippens durch sie verlaufenden Vertikalen. Im Bewegungsmodus
kann das gesteuerte Aufbringen eines Drehmoments auf die Antriebsräder (und/oder Speichensterne)
solchermaßen erfolgen, dass das Fahrgestell sich nach Erfassen eines entsprechenden
Benutzerwunsches selbsttätig in der gewünschten Richtung fortbewegt. Dabei kann die
Geschwindigkeit der Fortbewegung vorgegeben werden. Der Benutzer braucht dann für
diese Fortbewegung des Fahrgestells keine zusätzliche Kraft auszuüben. Das gesteuerte
Aufbringen eines Drehmoments auf die Antriebsräder kann im Bewegungsmodus auch so
erfolgen, dass der Antrieb des Fahrgestells lediglich unterstützend tätig ist, d.h.
der Benutzer muss für die Fortbewegung des Fahrgestells noch eine gewisse Kraft, die
vorzugsweise einstellbar ist, selbst aufbringen.
[0015] In bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Fahrgestells ist die Steuerung
zusätzlich dazu konfiguriert, durch dynamisches Verändern eines Winkels zwischen dem
ersten Arm und dem zweiten Arm des Lasttragmoduls einem Kippen der Lastaufnahmeschnittstelle
bezüglich einer durch sie verlaufenden Vertikalen entgegenzuwirken. Durch Verstellen
des Winkels zwischen dem ersten Arm und dem zweiten Arm des Lasttragmoduls kann der
sich für die gesamte Anordnung (Fahrgestell plus gegebenenfalls an der Lastaufnahmeschnittstelle
angebrachte Last) ergebende, resultierende Schwerpunkt in eine Position gebracht werden,
in der ein Kippen der Lastaufnahmeschnittstelle bezüglich der durch sie verlaufenden
Vertikalen minimiert oder verhindert wird. Durch das dynamische Verändern der Position
des resultierenden Schwerpunktes können die Drehmomente kleiner gehalten werden, die
zum Verhindern oder Begrenzen des Kippens der Lastaufnahmeschnittstelle auf die Antriebsräder
(und/oder Speichensterne) aufgebracht werden müssen. Eine Überlastung des Antriebs
kann auf diese Weise besser verhindert werden.
[0016] Das Treppensteigmodul eines erfindungsgemäßen Fahrgestells ist solchermaßen ausgebildet,
dass beim in Kontakt kommen mit einer Treppe oder einem ähnlichen Hindernis zumindest
ein Teil der Bodenkontaktelemente jedes Speichensterns mit den Treppenstufen in Eingriff
gerät. Dies lässt sich beispielsweise dadurch erreichen, dass die Antriebsräder des
Fahrgestells bei einem Kontakt mit der Kante einer Treppenstufe sich soweit zusammendrücken
lassen, dass mindestens ein Bodenkontaktelement jedes Speichensterns des Treppensteigmoduls
in einen lasttragenden Kontakt mit der Treppenstufe gerät, sodass das Fahrgestell
mittels der an den Speichensternen montierten Bodenkontaktelemente auf der Treppe
"abrollen" kann. In einer Ausführungsform sind die Antriebsräder des Fahrgestells
luftbereift und stehen mit einem Reifendrucksteuersystem in Verbindung, welches es
erlaubt, Luft den Antriebsrädern zuzuführen und aus ihnen abzulassen. Bei einer solchen
Ausführungsform kann dann, wenn das Fahrgestell eine Treppe hinauf- oder hinabfahren
soll, Luft aus den Antriebsrädern solange abgelassen werden, bis Bodenkontaktelemente
der Speichensterne des Treppensteigmoduls in lasttragenden Kontakt mit einer Treppenstufe
kommen. Nach Überwinden der Treppe kann das Reifendrucksteuersystem wieder Luft in
die Antriebsräder einleiten, um deren Funktionstüchtigkeit herzustellen. Das Reifendrucksteuersystem
kann dazu einen am Fahrgestell angebrachten Druckluftspeicher aufweisen, aus dem die
Luft den Antriebsrädern zugeführt wird. Das erwähnte Reifendrucksteuersystem kann
auf diese Weise die Funktion des Treppensteigmoduls ermöglichen, es kann aber auch
lediglich dafür vorgesehen sein, immer für einen korrekten Druck luftbereifter Antriebsräder
zu sorgen.
[0017] Das Treppensteigmodul kann so ausgeführt sein, dass sich jeder in einer Richtung
leicht drehen lässt und in der entgegengesetzten Drehrichtung der Drehung ein Widerstand
entgegengesetzt wird. Auf diese Weise kann ein solches Fahrgestell von einem Benutzer
eine Treppe hinaufgezogen werden, ohne dass das Treppensteigmodul dieser Bewegung
einen Widerstand entgegensetzt, wohingegen das Fahrgestell beim Herunterfahren über
eine Treppe durch den dann wirkenden Drehwiderstand abgebremst wird, wodurch die von
einem Benutzer aufzubringende Haltekraft verringert wird.
[0018] In bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Fahrgestells ist jeder Speichenstern
mit dem Antrieb des Fahrgestells koppelbar. Auf diese Weise kann ein selbsttätiges
oder zumindest kraftunterstütztes Hinauf- und Hinabfahren des Fahrgestells über eine
Treppe oder ein Überwinden eines Hindernisses realisiert werden. Vorzugsweise ist
die Steuerung dann, wenn die Speichensterne mit dem Antrieb gekoppelt sind, dazu konfiguriert,
durch gesteuertes Aufbringen eines Drehmoments auch auf die Speichensterne oder ausschließlich
auf die Speichensterne anstelle der Antriebsräder ein Kippen der Lastaufnahmeschnittstelle
bezüglich einer durch die Lastaufnahmeschnittstelle verlaufenden Vertikalen zu verhindern
oder zu begrenzen. Da die Speichensterne dann mit dem Antrieb gekoppelt werden, wenn
jedenfalls ein Teil ihrer Bodenkontaktelemente in lasttragender Verbindung mit einer
Treppenstufe steht, und da die Speichensterne mit ihren Bodenkontaktelementen dann
häufig den überwiegenden Teil des Lasttransfers vom Fahrgestell auf den Boden übernehmen,
ist das gesteuerte Aufbringen eines Drehmoments auf die Speichensterne zur Vermeidung
eines Kippens der Lastaufnahmeschnittstelle effektiver als das Aufbringen eines Drehmoments
auf die Antriebsräder. Gegebenenfalls kann das gesteuerte Aufbringen eines Drehmoments
aber sowohl auf die Speichensterne als auch auf die Antriebsräder erfolgen, wenn die
Antriebsräder noch Kontakt zum Untergrund haben. Eine entsprechende Sensorik ähnlich
einer Radschlupfregelung bei Kraftfahrzeugen kann das zur Vermeidung eines Kippens
der Lastaufnahmeschnittstelle erforderliche Drehmoment im Zusammenwirken mit der Steuerung
geeignet zwischen den Speichensternen und den Antriebsrädern aufteilen.
[0019] Konstruktiv kann jeder Speichenstern so ausgestaltet sein, dass er eine der Anzahl
seiner Bodenkontaktelemente entsprechende Anzahl radial zur Antriebsachse verlaufender
Tragspeichen umfasst, deren radial inneres Ende auf der Antriebsachse drehbar gelagert
ist, wobei am radial äußeren Ende der Tragspeichen jeweils das Bodenkontaktelement
angebracht ist. In Umfangsrichtung ist der Winkelversatz der Tragspeichen eines Speichensterns
vorzugsweise konstant, d.h. bei einem Speichenstern mit drei Tragspeichen sind die
Tragspeichen und damit die Bodenkontaktelemente in einem Winkelabstand von 120° angeordnet.
[0020] Die Tragspeichen eines Speichensterns können eine Länge haben, die kleiner ist als
der Radius des zugeordneten Antriebsrades. Die an einem Speichenstern angebrachten
Bodenkontaktelemente stehen dann im normalen Betrieb des Fahrgestells, d.h., wenn
keine Treppenstufen überwunden werden müssen, nicht in lasttragendem Kontakt mit dem
Untergrund, auf dem sich das Fahrgestell befindet. Sie können jedoch in der weiter
oben bereits beschriebenen Weise in lasttragenden Kontakt mit einer Treppenstufe gelangen,
wenn die Funktion des Treppensteigmoduls genutzt werden soll.
[0021] Alternativ können die Tragspeichen jedes Speichensterns längenverstellbar ausgeführt
sein, wobei ihre kürzeste Länge kleiner ist als der Radius des zugeordneten Antriebsrades,
und wobei ihre größte Länge größer ist als der Radius des zugeordneten Antriebsrades.
Die Längenverstellbarkeit der Tragspeichen lässt sich beispielsweise auf hydraulische
Art realisieren, indem ein Teil jeder Tragspeiche hydraulisch gegenüber einem anderen
Teil der Tragspeiche verfahren wird. Die Längenverstellbarkeit kann aber auch elektromechanisch
realisiert werden, beispielsweise mittels einer von einem Elektromotor angetriebenen
Spindel/Mutter-Anordnung. In der eingefahrenen Stellung (kürzeste Länge der Tragspeichen)
stehen die Bodenkontaktelemente jedes Speichensterns in keinem lasttragenden Kontakt
mit dem Untergrund, auf dem sich das Fahrgestell befindet, und behindern somit ein
Abrollen der Antriebsräder nicht. In der ausgefahrenen Stellung der Tragspeichen (größte
Länge der Tragspeichen) ragen die am radial äußeren Ende der Tragspeichen angebrachten
Bodenkontaktelemente radial über das zugeordnete Antriebsrad hinaus, sodass eine Treppensteigfunktion
realisiert werden kann, bei der die Antriebsräder des Fahrgestells in keinem oder
allenfalls unterstützendem Kontakt mit dem Untergrund stehen. Dies ermöglicht die
Ausführung der Treppensteigfunktion.
[0022] Auch bei Ausführungsformen des Fahrgestells, bei denen die Tragspeichen längenverstellbar
sind, können die Tragspeichen Teil eines Speichensterns sein, der drehbar auf der
Antriebsachse gelagert ist und der, falls gewünscht, mit dem Antrieb des Fahrgestells
koppelbar ist. Unabhängig davon, ob die Tragspeichen längenverstellbar sind oder nicht,
soll der Begriff "Tragspeiche" das entsprechende Element nicht auf einen schmalen,
länglichen Körper einschränken, entscheidend ist vielmehr die zugrundeliegende Funktion.
Eine Tragspeiche im Rahmen der vorliegenden Erfindung kann beispielsweise auch ein
flächiger Körper sein, der die Verbindung zwischen dem Bodenkontaktelement und der
Antriebsachse herstellt. Ein solcher flächiger Körper kann sich auch von seiner der
Antriebsachse benachbarten Basis zu seinem freien Ende hin verjüngen.
[0023] Wie bereits erwähnt, sind in einer bevorzugten Ausgestaltung die Bodenkontaktelemente
als drehbare Räder ausgebildet. Die an einem Speichenstern angebrachten Räder bilden
dabei eine Radgruppe, wobei jedes Rad einer Radgruppe in radialem Abstand von der
Antriebsachse angeordnet und drehbar gelagert ist.
[0024] In bestimmten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Fahrgestells ist der erste
Arm des Lasttragmoduls starr mit einem Gehäuse des Fahrgestells verbunden. In dem
Gehäuse des Fahrgestells kann der Antrieb des Fahrgestells angeordnet sein. Insgesamt
ergibt sich dadurch eine vereinfachte konstruktive Ausgestaltung des Fahrgestells.
Der Antrieb des Fahrgestells kann so ausgeführt sein, dass er auch den Winkel zwischen
dem ersten Arm und dem zweiten Arm des Lasttragmoduls verstellen kann. Alternativ
kann vorzugsweise im Gelenk zwischen dem ersten Arm und dem zweiten Arm des Lasttragmoduls
ein separater Antrieb zur Verstellung des Winkels zwischen dem ersten Arm und dem
zweiten Arm vorhanden sein, der mit der Steuerung zusammenwirken kann.
[0025] Bei allen Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Fahrgestells können an einer
Gelenkachse, an der der erste Arm und der zweite Arm des Lasttragmoduls gelenkig miteinander
verbunden sind, Noträder drehbar angebracht sein. Diese Noträder dienen dazu, einen
weiteren Abstützpunkt für das Fahrgestell zu schaffen, wenn aus irgendeinem Grund
die Steuerung ein Umkippen des Fahrgestells nicht mehr verhindern kann oder wenn der
Antrieb des Fahrgestells versagt, beispielsweise bei einem Ausfall der Stromzufuhr,
sodass die selbststabilisierende Funktion des erfindungsgemäßen Fahrgestells nicht
mehr gegeben ist. In einem solchen Notfall kann ein erfindungsgemäßes Fahrgestell
dann auf seinen Antriebsrädern und den sich in diesem Notfallzustand ebenfalls am
Boden abstützenden Noträdern abrollen.
[0026] Der Antrieb des erfindungsgemäßen Fahrgestells kann sich wie bereits erwähnt in einem
Gehäuse des Fahrgestells befinden. Ein solches Gehäuse ist vorzugsweise um die Antriebsachse
herum angeordnet. Alternativ und/oder zusätzlich kann der Antrieb sich aber auch in
den Antriebsrädern selbst befinden. Beispielsweise kann jedes Antriebsrad einen Radnabenmotor
aufweisen. Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei dem Antrieb vorzugsweise um einen
elektrischen Antrieb, z.B. in Form eines oder mehrerer Elektromotoren. Falls notwendig
ist dem Antrieb auch ein Differential zugeordnet. Der Antrieb kann ein Getriebe zur
Über- oder Untersetzung der Antriebskraft des (Elektro-)Motors aufweisen. Das Getriebe
kann ein Harmonic Drive Getriebe sein, welches sich zusammen mit einem oder mehreren
Elektromotoren hervorragend um die Antriebsachse herum integrieren lässt. Ein solches
mit einem Elektromotor gekoppeltes Harmonic Drive Getriebe eignet sich auch als weiterer
Antrieb zur Verstellung des Winkels zwischen dem ersten Arm und dem zweiten Arm des
Tragmoduls.
[0027] Zur Stromversorgung des Antriebs und der Steuerung dient vorzugsweise ein Stromspeicher
in Gestalt einer wiederaufladbaren Batterie, die an einer geeigneten Stelle des Fahrgestells
befestigt ist. Lithiumakkus sind aufgrund ihrer hohen Stromdichte bei geringem Gewicht
derzeit bevorzugt.
[0028] Erfindungsgemäße Fahrgestelle sind bevorzugt mit einer Benutzerschnittstelle versehen,
beispielsweise in Gestalt eines Bedienpanels, welches als Touchscreen ausgestaltet
sein kann. Über diese Benutzerschnittstelle können die verschiedenen Betriebsmodi
ausgewählt und wichtige Betriebsparameter eingegeben werden.
[0029] Insgesamt ist mit dem erfindungsgemäßen Fahrgestell eine kompakte und äußerst vielseitig
einsetzbare Vorrichtung realisiert, die in vielen Bereichen zu einer bedeutenden Erleichterung
einer zu lösenden Transportaufgabe führt und dazu beiträgt, körperliche Überlastungen
oder Schäden eines Benutzers zu vermeiden.
[0030] Derzeit bevorzugte Ausführungsbeispiele eines erfindungsgemäßen Fahrgestells werden
im Folgenden anhand der beigefügten, schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es
zeigt:
- Fig. 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Fahrgestells in räumlicher
Darstellung gesehen von schräg oben,
- Fig. 2
- das Fahrgestell aus Fig. 1 in einer Seitenansicht,
- Fig. 3
- eine Vorderansicht des Fahrgestells aus Fig. 1,
- Fig. 4
- eine Draufsicht des Fahrgestells aus Fig. 1,
- Fig. 5
- ein Fahrgestell gemäß den Figuren 1 bis 4 beim Überwinden einer Treppe, wobei ein
dem Betrachter zugewandtes Antriebsrad des Fahrgestells nicht dargestellt ist, um
die Funktion eines Treppensteigmoduls besser erkennen zu können,
- Fig. 6a
- eine alternative Ausgestaltung eines Treppensteigmoduls eines erfindungsgemäßen Fahrgestells,
wobei Räder des Treppensteigmoduls sich in einer Stellung befinden, in der eine Treppensteigfunktion
ermöglicht ist,
- Fig. 6b
- die alternative Ausgestaltung des Treppensteigmoduls aus Fig. 6a in einem Zustand,
in dem die Räder des Treppensteigmoduls sich in einer Stellung befinden, in der eine
normale Fortbewegung des Fahrgestells ermöglicht ist, und
- Fig. 7
- eine leicht abgewandelte Ausführungsform des Fahrgestells aus Fig. 1 mit einer auf
ihm montierten Krankentrage.
[0031] In den Figuren 1 bis 4 ist ein erstes Ausführungsbeispiel eines selbstbalancierenden,
einachsigen Fahrgestells 10 in verschiedenen Ansichten gezeigt. Das Fahrgestell 10
weist ein sogenanntes Bewegungsmodul 12 auf, welches eine Antriebsachse 14 hat, an
der zwei Antriebsräder 16 und 18 mit Abstand voneinander drehbar montiert sind. Im
gezeigten Ausführungsbeispiel sind die beiden Antriebsräder 16, 18 luftbereifte Räder,
die an den beiden Enden der Antriebsachse 14 drehbar montiert sind. Jedes Antriebsrad
16, 18 umfasst demzufolge einen Luftreifen 20, 22, der auf einer Radfelge 24, 26 montiert
ist.
[0032] Zum Bewegungsmodul 12 gehört ferner ein mit den zwei Antriebsrädern 16, 18 koppelbarer
Antrieb 28, der im gezeigten Ausführungsbeispiel in einem Gehäuse 30 aufgenommen ist,
durch das sich die Antriebsachse 14 erstreckt bzw. in das die Antriebsachse 14 von
beiden Seiten hineinragt. Die Antriebsachse 14 kann demzufolge aus mehreren koaxial
zueinander angeordneten Teilen bestehen. Der Antrieb 28 besteht hier aus zwei im Gehäuse
30 aufgenommenen, nicht gezeigten Elektromotoren, von denen einer mit dem Antriebsrad
16 und der andere mit dem Antriebsrad 18 koppelbar ist. Jeder Elektromotor kann mit
einem Getriebe verblockt sein, beispielsweise einem Harmonic Drive Getriebe, welches
gut zur Unterbringung in dem näherungsweise röhrenförmigen Gehäuse 30 geeignet ist.
Das Getriebe dient insbesondere dazu, das vom Elektromotor bereitgestellte Ausgangsdrehmoment
durch eine geeignete Untersetzung entsprechend zu erhöhen, um auf die Antriebsräder
16 und 18 auch bei Verwendung eines relativ kleinen Elektromotors ein hohes Drehmoment
aufbringen zu können.
[0033] Das Fahrgestell 10 weist ferner ein allgemein mit 32 bezeichnetes Lasttragmodul auf,
welches einen ersten Arm 34 hat, der sich von dem Bewegungsmodul 12 erstreckt. Im
gezeigten Ausführungsbeispiel ist der erste Arm 34 einstückig mit dem Gehäuse 30 des
Bewegungsmoduls 12 ausgeführt oder auf andere Weise starr mit dem Gehäuse 30 verbunden,
beispielsweise verschraubt. Das Lasttragmodul 32 hat ferner einen zweiten Arm 36 mit
einem ersten Ende 38, das gelenkig mit dem ersten Arm 34 verbunden ist, und einem
zweiten Ende 40, an dem eine Lastaufnahmeschnittstelle 42 gelenkig angebracht ist.
Ein Winkel β zwischen dem ersten Arm 34 und dem zweiten Arm 36 kann verstellt werden,
um die Lastaufnahmeschnittstelle 42 anzuheben oder abzusenken. Zur Verstellung des
Winkels β kann ein vom Antrieb 28 durch den ersten Arm 34 hindurchgeführter Abtrieb
dienen, beispielsweise in Form eines Schneckenwellenantriebs. Alternativ kann in dem
zwischen dem ersten Arm 34 und dem zweiten Arm 36 vorhandenen Gelenk auch ein separater
Antriebsmotor angeordnet sein, mit dem die Relativstellung der beiden Arme 34 und
36 und damit der Winkel β verändert werden kann.
[0034] Die hier nur schematisch dargestellte Lastaufnahmeschnittstelle 42 dient dazu, eine
lösbare Verbindung mit einer mittels des Fahrgestells 10 zu transportierenden Last
herzustellen. In Figur 7 ist eine Krankentrage 44 an der Lastaufnahmeschnittstelle
42 befestigt. Anstelle der Krankentrage 44 kann an der Lastaufnahmeschnittstelle 42
aber beispielsweise auch ein Korb oder ein anderer Behälter befestigt werden, der
zur Aufnahme zu transportierender Gegenstände dient. Ebenso ist es möglich, an der
Lastaufnahmeschnittstelle 42 lediglich eine Tragplatte (nicht gezeigt) zu befestigen,
auf der zu transportierende Gegenstände abgesetzt werden können. Die Lastaufnahmeschnittstelle
42 ist vorzugsweise als Schnellbefestigungsschnittstelle ausgebildet, um ein einfaches
und zeitsparendes Anbringen und Lösen einer zu transportierenden Last bzw. eines dazu
dienenden Behälters zu ermöglichen.
[0035] Das Fahrgestell 10 ist ferner mit einem sogenannten Treppensteigmodul 46 versehen,
das zwei Radgruppen 48, 50 aufweist, an denen sich im gezeigten Ausführungsbeispiel
jeweils drei in Umfangsrichtung gleichmäßig voneinander beabstandete Räder 52 befinden.
Jede Radgruppe 48, 50 ist einem der Antriebsräder 16, 18 zugeordnet und im gezeigten
Ausführungsbeispiel seitlich neben dem zugehörigen Antriebsrad 16 bzw. 18 so angeordnet,
dass sie um die Antriebsachse 14 drehbar ist. Genauer umfasst jede Radgruppe 48, 50
einen Speichenstern 54 mit jeweils drei Tragspeichen 56, an deren radial äußeren Ende
jeweils ein Rad 52 drehbar gelagert ist. Die radial inneren Enden der Tragspeichen
56 bilden das Zentrum des Speichensterns 54, das drehbar auf der Antriebsachse 14
gelagert ist. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Speichenstern 54 einstückig
ausgeführt, er kann jedoch auch mehrteilig sein.
[0036] Jede Radgruppe 48, 50 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel bezogen auf das zugeordnete
Antriebsrad 16 oder 18 axial nach innen versetzt angeordnet. Jedes Rad 52 hat einen
deutlich kleineren Durchmesser als die Antriebsräder 16 und 18. Auch ein die drei
Räder 52 einer Radgruppe außen virtuell umhüllender Kreis hat einen kleineren Durchmesser
als die Antriebsräder 16 und 18, sodass in einem normalen Betrieb, d.h. ohne Nutzung
einer Treppensteigfunktion, nur die Antriebsräder 16 und 18 in Berührung mit dem Untergrund
sind, auf dem sich das Fahrgestell 10 befindet.
[0037] Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist jede Radgruppe 48, 50 mit dem Antrieb 28 koppelbar,
damit das Fahrgestell 10 selbsttätig eine später noch genauer beschriebene Treppensteigfunktion
ausführen kann. Genauer gesagt sind die beiden auf der Antriebsachse 14 drehbar gelagerten
Speichensterne 54 bedarfsweise mit dem Elektromotor koppelbar, der für einen Antrieb
des der jeweiligen Radgruppe 48 oder 50 zugeordneten Antriebsrades 16 oder 18 zuständig
ist.
[0038] Schließlich weist das Fahrgestell 10 eine Steuerung mit einer nicht dargestellten
Benutzerschnittstelle auf. Die Benutzerschnittstelle kann beispielsweise ein Bedienpanel
sein, etwa in Gestalt eines Touchscreens, das am ersten Arm 34 oder am zweiten Arm
36 befestigt sein kann. Diese Benutzerschnittstelle erlaubt beispielsweise die Auswahl
verschiedener Betriebsmodi und eine Eingabe und Kontrolle diverser Betriebsparameter.
Die Benutzerschnittstelle braucht jedoch nicht am Fahrgestell 10 befestigt zu sein,
sondern kann auch drahtlos mit der Steuerung des Fahrgestells 10 kommunizieren. Beispielsweise
kann die Benutzerschnittstelle als App ausgeführt sein, welche auf ein Smartphone
geladen werden kann, um es einem Benutzer des Fahrgestells 10 zu ermöglichen, das
Fahrgestell 10 über sein Smartphone zu steuern.
[0039] Die Steuerung des Fahrgestells 10 enthält einen Neigungssensor (nicht dargestellt)
und einen Beschleunigungssensor (nicht dargestellt), die an geeigneten Stellen des
Fahrgestells 10 montiert sind. Die Steuerung ist dazu konfiguriert, mittels des Antriebs
28 durch gesteuertes Aufbringen eines Drehmoments auf die Antriebsräder 16, 18 ein
Kippen der Lastaufnahmeschnittstelle 42 bezüglich einer in einem Ausgangszustand durch
die Lastaufnahmeschnittstelle 42 verlaufenden Vertikalen V zu verhindern oder jedenfalls
zu begrenzen. Der Ausgangszustand ist dabei derjenige Zustand, der vor einem Kippen
der Lastaufnahmeschnittstelle 42 vorliegt. Der Ausgangszustand ist in jedem Fall ein
stabiler Zustand, braucht aber kein Gleichgewichtszustand zu sein, sondern kann ein
durch Aufbringen eines kompensierenden Drehmoments auf die Antriebsräder 16, 18 und/oder
die Radgruppen 48, 50 künstlich stabilisierter Zustand sein. Mit anderen Worten besteht
die Aufgabe der Steuerung darin, den aufgrund der einachsigen Bauweise des Fahrgestells
10 latent instabilen Zustand zu stabilisieren und insbesondere ein Umkippen des Fahrgestells
10 nach vorne oder hinten, falls gewünscht aber auch nach links oder rechts zu verhindern,
und zwar sowohl bei einem Stillstand des Fahrgestells 10 als auch dann, wenn sich
das Fahrgestell 10 in einer Fortbewegung befindet.
[0040] In einem über die Benutzerschnittstelle anwählbaren Stillstandsmodus führt das Fahrgestell
10 selbsttätig keine zu seiner Fortbewegung dienende Bewegung aus. Vielmehr hat die
Steuerung in diesem Stillstandsmodus lediglich die Aufgabe, das Fahrgestell 10 einschließlich
einer gegebenenfalls an der Lastaufnahmeschnittstelle 42 befestigten Last auszubalancieren
bzw. zu stabilisieren, d.h. am Umkippen zu hindern. Hierzu bringt die Steuerung basierend
auf den von dem Neigungssensor und dem Beschleunigungssensor gelieferten Daten dann,
wenn diese Daten ein Kippen der Lastaufnahmeschnittstelle 42 bezüglich der durch die
Lastaufnahmeschnittstelle 42 verlaufenden Vertikalen anzeigen, ein das Kippen kompensierendes
Drehmoment auf die Antriebsräder 16 und/oder 18 auf. In einem später noch genauer
beschriebenen Treppensteigmodus kann das ein Kippen kompensierende Drehmoment zusätzlich
oder sogar ausschließlich auf die Radgruppen 48, 50 aufgebracht werden.
[0041] Das Maß des Kippens kann ausgedrückt werden durch einen Kippwinkel ϕ, der sich in
einem gekippten Zustand zwischen der durch die Lastaufnahmeschnittstelle 42 verlaufenden
Vertikalen V und der Position der Lastaufnahmeschnittstelle 42 einstellt. Im unverkippten
Zustand ist dieser Kippwinkel ϕ null, da die Lastaufnahmeschnittstelle 42 sich im
unverkippten Zustand auf der Vertikalen V befindet. Bei einem Kippvorgang nach vorne
oder hinten dreht sich das Fahrgestell 10 um eine Drehachse D, die sich aus einer
Verbindung der beiden bodenberührenden Auflagepunkte der Antriebsräder 16 und 18 des
Fahrgestells 10 ergibt (siehe Fig. 2). Die im Ausgangszustand durch die Lastaufnahmeschnittstelle
42 verlaufende Vertikale V kann die Drehachse D schneiden, wenn sich die Lastaufnahmeschnittstelle
42 im Ausgangszustand genau vertikal über der Drehachse D befindet. In aller Regel
wird diese Vertikale V die Drehachse D jedoch nicht schneiden.
[0042] Die Steuerung des Fahrgestells 10 ist bestrebt, nach Erfassen eines beginnenden Kippens
des Fahrgestells 10 den Kippwinkel ϕ wieder auf null zu bringen, indem sie ein dem
Kippmoment entsprechendes Gegendrehmoment auf die Antriebsräder 16, 18 und/oder die
Radgruppen 48, 50 aufbringt. Zur Rückführung des Kippwinkels ϕ auf null kann es erforderlich
sein, dass das aufgebrachte Gegendrehmoment zumindest zeitweise größer als das Kippmoment
ist. Grundsätzlich kann durch das Aufbringen des Gegendrehmoments auf die Antriebsräder
16, 18 und/oder die Radgruppen 48, 50 auch ein gegenüber dem Ausgangszustand verkippter
Zustand des Fahrgestells 10 stabilisiert werden und dann als neuer Ausgangszustand
dienen.
[0043] Im stabilisierten Zustand des Fahrgestells 10 braucht nur noch das dem aktuell wirkenden
Kippmoment entsprechende Gegendrehmoment auf die Antriebsräder 16, 18 und/oder die
Radgruppen 48, 50 aufgebracht zu werden. Durch Verstellen des Winkels β zwischen dem
ersten Arm 34 und dem zweiten Arm 36 kann dafür gesorgt werden, dass ein im stabilisierten
Zustand wirkendes Kippmoment minimiert oder sogar eliminiert ist. Je kleiner das im
stabilisierten Zustand wirkende Kippmoment ist, desto kleiner kann auch das den stabilisierten
Zustand sichernde Gegendrehmoment sein, welches auf die Antriebsräder 16, 18 und/oder
die Radgruppen 48, 50 aufgebracht werden muss. Eine Steuerungsstrategie des Fahrgestells
10 kann deshalb darin bestehen, durch geeignetes Verstellen des Winkels β ein noch
vorhandenes Kippmoment zu minimieren, um auf diese Weise den Stromverbrauch des Antriebs
28 zu verringern und einer Überlastung des Antriebs 28 entgegenzuwirken. Ferner kann
durch dynamisches Verstellen des Winkels β während eines Betriebs des Fahrgestells
10 verhindert werden, dass ein Zustand eintritt, in dem der Antrieb 28 aufgrund seiner
inhärent begrenzten Leistung nicht mehr dazu in der Lage ist, ein einem Kippmoment
entsprechendes, ausreichend großes Gegendrehmoment zur Kippmomentkompensation aufzubringen.
[0044] Das Fahrgestell 10 kann so ausgeführt sein, dass es eine Fortbewegung nicht unterstützt,
d.h. dass ein Benutzer das Fahrgestell 10 und eine gegebenenfalls auf ihm befindliche
Last mit eigener Kraft schieben muss, um einen zu transportierenden Gegenstand an
einen anderen Ort zu bringen. Die zuvor beschriebene, selbststabilisierende Funktion
des Fahrgestells 10 bleibt auch während eines solchen Verschiebens des Fahrgestells
10 erhalten.
[0045] Vorteilhaft kann der Antrieb 28 des Fahrgestells 10 allerdings dazu verwendet werden,
eine Fortbewegung des Fahrgestells zu unterstützen oder sogar selbsttätig zu ermöglichen.
Hierzu lässt sich über die Benutzerschnittstelle ein Bewegungsmodus auswählen, in
dem die Steuerung des Fahrgestells 10 den Wunsch eines Benutzers erkennt, das Fahrgestell
fortzubewegen, und diese Fortbewegung dann unterstützt oder sogar selbsttätig ausführt.
Zum Erkennen eines solchen Benutzerwunsches kann im Bewegungsmodus beispielsweise
ein geringfügiges Verkippen der Lastaufnahmeschnittstelle 42 gegenüber ihrem Ausgangszustand
dienen, zu dem es beispielsweise dann kommt, wenn ein Benutzer beginnt, das Fahrgestell
10 an einem Handgriff (nicht gezeigt) in die gewünschte Richtung zu schieben. Die
Steuerung des Fahrgestells 10 kann dann zusätzlich zu dem für eine Stabilisierung
notwendigen Gegendrehmoment ein Drehmoment auf die Antriebsräder 16, 18 und/oder die
Radgruppen 48, 50 aufbringen, welches die Fortbewegung des Fahrgestells 10 in die
gewünschte Richtung unterstützt oder selbsttätig ausführt. Über die Benutzerschnittstelle
kann beispielsweise eine maximale Geschwindigkeit vorgegeben werden, mit der sich
das Fahrgestell 10 fortbewegen soll. Auch im Bewegungsmodus findet zu jeder Zeit eine
Selbstbalancierung bzw. Selbststabilisierung des Fahrgestells 10 statt, um ein Umkippen
des Fahrgestells 10 zu verhindern.
[0046] In den Figuren 1 bis 4 ist eine Oberseite 58 der Lastaufnahmeschnittstelle 42 immer
in waagerechter Lage gezeigt. Jedoch kann sich diese Oberseite 58 abhängig davon,
welche Last mit der Lastaufnahmeschnittstelle 42 verbunden ist, auch in einer von
der Waagerechten abweichenden Lage befinden. Ist die Lastaufnahmeschnittstelle 42
beispielsweise mit einem Sitz (nicht gezeigt) verbunden, der zum Transportieren einer
Person dient, so ist es in der Regel bequemer und auch sicherer, wenn dieser Sitz
sich in einer etwas nach hinten geneigten Stellung befindet. Ein stabilisierter Zustand
des Fahrgestells 10 erfordert deshalb keine waagerechte Lage der Lastaufnahmeschnittstelle
42 und insbesondere ihrer Oberseite 58.
[0047] Je nach zu lösender Transportaufgabe kann es allerdings wünschenswert sein, die Lastaufnahmeschnittstelle
42 und insbesondere ihre Oberseite 58 immer in einer waagerechten Lage zu halten,
um zusätzliche auf das Fahrgestell 10 wirkende Kippmomente zu minimieren und/oder
um zu verhindern, dass zu transportierende Gegenstände aus einem mit der Lastaufnahmeschnittstelle
42 verbundenen Transportbehälter herausfallen oder herausfließen. Das Fahrgestell
10 kann daher an der gelenkigen Verbindung zwischen dem zweiten Ende 40 des zweiten
Arms 36 und der Lastaufnahmeschnittstelle 42 einen Zusatzantrieb (nicht gezeigt) aufweisen,
beispielsweise in Gestalt eines weiteren Elektromotors mit oder ohne Getriebe, der
mit der Steuerung des Fahrgestells 10 zusammenwirkt und basierend auf den gelieferten
Sensordaten dynamisch dafür sorgt, dass die Lastaufnahmeschnittstelle 42 sich immer
in einer waagerechten Position befindet.
[0048] Das Fahrgestell 10 kann ferner in einem Treppensteigmodus betrieben werden, der ein
Untermodus des Bewegungsmodus sein kann. Dieser Treppensteigmodus wird nun unter Bezugnahme
auf die Figuren 5 und 6 näher erläutert.
[0049] Im Treppensteigmodus sind die Räder 52 der Radgruppen 48 und 50 die überwiegend oder
sogar ausschließlich lasttragenden Räder des Fahrgestells 10. Ein in Kontakt kommen
der Räder 52 mit einer Treppenstufe oder einem anderen zu überwindenden Hindernis
kann bei der in den Figuren 1 bis 5 gezeigten ersten Ausführungsform des Fahrgestells
10 dadurch ermöglicht werden, dass die Luftreifen 20, 22 der Antriebsräder 16, 18
so ausgestaltet sind, dass sie sich bei einem Kontakt mit einer Kante einer Treppenstufe
soweit zusammendrücken lassen, dass eines oder mehrere Räder 52 einer Radgruppe 48,
50 in lasttragenden Kontakt mit der Treppe gelangen. Beispielsweise können die Luftreifen
20, 22 sogenannte Ballonreifen sein, die nur einen niedrigen Luftdruck benötigen und
daher ausreichend leicht zusammengedrückt werden können. Alternativ können die Luftreifen
20, 22 mit einem Reifendrucksteuersystem in Verbindung stehen, welches ermöglicht,
Luft aus den Luftreifen 20, 22 abzulassen und nach Überwindung einer Treppe oder eines
anderen Hindernisses wieder zuzuführen.
[0050] In Figur 5 ist schematisch gezeigt, wie die Räder 52 einer Radgruppe 48, 50 in Kontakt
mit Treppenstufen stehen. Durch Antreiben des zugehörigen Speichensterns 54, an dem
die Räder 52 drehbar gelagert sind, kann sich das Fahrgestell 10 die Treppe hinaufbewegen
oder die Hinaufbewegung zumindest unterstützen. Ebenso kann dann, wenn sich das Fahrgestell
10 eine Treppe herunterbewegen soll, ein geeignetes Gegenmoment vom Antrieb 28 in
die Speichensterne 54 eingeleitet werden, welches die Abwärtsbewegung des Fahrgestells
10 bremst und dadurch einen Benutzer des Fahrgestells 10, der das Fahrgestell hält,
entlastet. Die Steuerung des Fahrgestells 10 kann auch dazu ausgelegt sein, ein völlig
selbsttätiges Hinauf- und Hinabfahren des Fahrgestells 10 über eine Treppe zu erlauben.
Nachdem die Treppe (oder ein anderes Hindernis) überwunden ist, findet eine weitere
Fortbewegung des Fahrgestells 10 wieder mithilfe der Antriebsräder 16, 18 statt, wie
weiter oben bereits beschrieben.
[0051] In den Figuren 6a und 6b ist schematisch eine alternative Ausgestaltung des Treppensteigmoduls
46 gezeigt. Im Unterschied zum zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel sind hier die
Tragspeichen 56 längenverstellbar ausgebildet und können aus einer in Figur 6b gezeigten,
eingefahrenen Position in eine in Figur 6a gezeigte, ausgefahrene Position und zurück
verstellt werden. Dabei entspricht der in Figur 6a gezeigte Zustand dem Treppensteigmodus,
in dem durch Antreiben der Speichensterne 54 treppenförmige oder auch andere Hindernisse
überwunden werden können, weil die sich an den Tragspeichen 56 befindlichen Räder
52 durch das Ausfahren der Tragspeichen 56 in eine Position bewegt haben, in der sie
sich jenseits des Außenumfangs der Antriebsräder 16, 18 befinden und somit in Kontakt
mit beispielsweise einer Treppe kommen können. Der in Figur 6b gezeigte Zustand entspricht
dem normalen Stillstands- oder Bewegungsmodus ohne Treppensteigfunktion. In diesem
Zustand sind die Räder 52 durch das Einfahren der Tragspeichen 56 in eine Position
innerhalb des Außenumfangs der Antriebsräder 16, 18 verlagert.
[0052] Abschließend ist in Figur 7 ein Fahrgestell 10 ähnlich der in den Figuren 1 bis 5
gezeigten Ausführungsform dargestellt, auf dessen Lastaufnahmeschnittstelle 42 eine
Krankentrage 44 befestigt ist. Die Krankentrage 44 ist an beiden Enden mit jeweils
einem Handgriff 60 versehen, um einem Benutzer (Arzt, Krankenschwester, Pflegepersonal)
ein einfaches Hin- und Herschieben des Fahrgestells 10 mit darauf montierter Krankentrage
44 zu gestatten. In einem solchen Fall braucht das Fahrgestell 10 selbst keinen Handgriff
aufzuweisen. Mit 62 ist ein Druckluftspeicher bezeichnet, der am ersten Arm 34 des
Fahrgestells 10 befestigt ist und zum Reifendrucksteuersystem gehört. Ist zur Ermöglichung
der Treppensteigfunktion Luft aus den Reifen 20, 22 abgelassen worden, kann nach Überwindung
der Treppe den Reifen 20, 22 wieder Luft aus dem Druckluftspeicher 62 zugeführt werden,
um eine ordnungsgemäße Funktion der Antriebsräder 16, 18 wieder herzustellen. Alternativ
ist es auch denkbar, die Reifen 20, 22 aus einem Material zu fertigen, welches im
Normalbetrieb eine ausreichende Stabilität hat und es dennoch im Treppensteigmodus
ermöglicht, dass sich die Reifen 20, 22 weit genug zusammendrücken lassen, um einen
lasttragenden Eingriff der Räder 52 des Treppensteigmoduls 46 zu ermöglichen.
[0053] Bei den gezeigten Ausführungsformen des Fahrgestells 10 sind an einer Gelenkachse,
an der der erste Arm 34 und der zweite Arm 36 des Lasttragmoduls 32 gelenkig miteinander
verbunden sind, Noträder 64 drehbar angebracht. Diese Noträder 64 dienen dazu, einen
weiteren Abstützpunkt für das Fahrgestell 10 zu schaffen, wenn aus irgendeinem Grund
die Steuerung ein Umkippen des Fahrgestells 10 nicht mehr verhindern kann, beispielsweise
wenn der Antrieb 28 des Fahrgestells 10 versagt, etwa bei einem Ausfall der Stromzufuhr,
sodass die selbststabilisierende Funktion des Fahrgestells 10 nicht mehr gegeben ist.
In einem solchen Notfall kann das Fahrgestell 10 auf seinen Antriebsrädern 16, 18
und den sich in diesem Notfallzustand ebenfalls am Boden abstützenden Noträdern 64
abrollen.
1. Selbstbalancierendes, einachsiges Fahrgestell (10), mit
- einem Bewegungsmodul (12) mit einer Antriebsachse (14), an der zwei Antriebsräder
(16, 18) drehbar montiert sind, und einem mit den zwei Antriebsrädern koppelbaren
Antrieb (28),
- einem Lasttragmodul (32) mit einem ersten Arm (34), der sich von dem Bewegungsmodul
(12) erstreckt, und einem zweiten Arm (36) mit einem ersten Ende (38), das gelenkig
mit dem ersten Arm (34) verbunden ist, und einem zweiten Ende (40), an dem eine Lastaufnahmeschnittstelle
(42) angebracht ist,
- einem Treppensteigmodul (46) mit zwei Speichensternen (54), die um die Antriebsachse
(14) drehbar montiert sind, wobei jeder Speichenstern (54) mehrere, in Umfangsrichtung
versetzt angeordnete und sich radial erstreckende Tragspeichen (56) mit einem radial
äußeren, freien Ende aufweist, an dem ein Bodenkontaktelement angebracht ist, und
wobei jeweils ein Speichenstern (54) seitlich neben einem der Antriebsräder (16, 18)
angeordnet ist, und
- einer Steuerung, die einen Neigungssensor und/oder einen Beschleunigungssensor enthält
und dazu konfiguriert ist, durch gesteuertes Aufbringen eines Drehmoments auf die
Antriebsräder (16, 18) und/oder die Speichensterne (54) ein Kippen der Lastaufnahmeschnittstelle
(42) bezüglich einer in einem Ausgangszustand durch die Lastaufnahmeschnittstelle
(42) verlaufenden Vertikalen (V) zu verhindern oder zu begrenzen.
2. Fahrgestell nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung dazu konfiguriert ist, in einem Stillstandsmodus ein Kippen der Lastaufnahmeschnittstelle
(42) bezüglich der durch die Lastaufnahmeschnittstelle (42) verlaufenden Vertikalen
(V) zu verhindern.
3. Fahrgestell nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung dazu konfiguriert ist, in einem Bewegungsmodus ein Kippen der Lastaufnahmeschnittstelle
(42) bezüglich der durch die Lastaufnahmeschnittstelle (42) verlaufenden Vertikalen
(V) zu begrenzen.
4. Fahrgestell nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung dazu konfiguriert ist, im Bewegungsmodus ein Kippen der Lastaufnahmeschnittstelle
(42) bezüglich der durch die Lastaufnahmeschnittstelle (42) verlaufenden Vertikalen
(V) durch Drehen der Antriebsräder (16, 18) in die Kipprichtung zu begrenzen.
5. Fahrgestell nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Tragspeichen (56) jedes Speichensterns (54) eine Länge haben, die kleiner ist
als der Radius des zugeordneten Antriebsrades (16, 18).
6. Fahrgestell nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Tragspeichen (56) jedes Speichensterns (54) längenverstellbar sind, mit einer
kürzesten Länge, die kleiner ist als der Radius des zugeordneten Antriebsrades (16,
18), und einer größten Länge, die größer ist als der Radius des zugeordneten Antriebsrades
(16, 18).
7. Fahrgestell nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass jeder Speichenstern (54) mit dem Antrieb (28) koppelbar ist, wobei dann, wenn die
Speichensterne (54) mit dem Antrieb (28) gekoppelt sind, die Steuerung dazu konfiguriert
ist, durch gesteuertes Aufbringen eines Drehmoments auch auf die Speichensterne oder
ausschließlich auf die Speichensterne anstelle der Antriebsräder (16, 18) ein Kippen
der Lastaufnahmeschnittstelle (42) bezüglich einer durch die Lastaufnahmeschnittstelle
(42) verlaufenden Vertikalen (V) zu verhindern oder zu begrenzen.
8. Fahrgestell nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass jeder Speichenstern (54) bezüglich der Antriebsachse (14) seitlich innerhalb des
zugeordneten Antriebsrades (16, 18) angeordnet ist.
9. Fahrgestell nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass jedes Bodenkontaktelement ein drehbar am freien Ende der zugehörigen Tragspeiche
(56) angebrachtes Rad (52) ist.
10. Fahrgestell nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass das Treppensteigmodul (46) Speichensterne (54) mit mindestens drei Tragspeichen (56)
aufweist, wobei die Räder (52) jedes Speichensterns (54) jeweils eine Radgruppe (48,
50) bilden.
11. Fahrgestell nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsräder (16, 18) luftbereift sind und mit einem Reifendrucksteuersystem
in Verbindung stehen, welches dazu ausgeführt ist, Luft den Antriebsrädern (16, 18)
zuzuführen und aus ihnen abzulassen.
12. Fahrgestell nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass das Reifendrucksteuersystem einen am Fahrgestell angebrachten Druckluftspeicher (62)
aufweist.
13. Fahrgestell nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung zusätzlich dazu konfiguriert ist, durch dynamisches Verändern eines
Winkels (β) zwischen dem ersten Arm (34) und dem zweiten Arm (36) des Lasttragmoduls
(32) einem Kippen der Lastaufnahmeschnittstelle (42) bezüglich einer durch die Lastaufnahmeschnittstelle
(42) verlaufenden Vertikalen (V) entgegenzuwirken.
14. Fahrgestell nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste Arm (34) des Lasttragmoduls (32) starr mit einem Gehäuse (30) des Fahrgestells
verbunden ist.
15. Fahrgestell nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass an einer Gelenkachse, an der der erste Arm (34) und der zweite Arm (36) des Lasttragmoduls
(32) gelenkig miteinander verbunden sind, Noträder (64) angebracht sind.
16. Fahrgestell nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Lastaufnahmeschnittstelle (42) zur Befestigung einer Krankentrage (44) ausgeführt
ist.
1. Self-balancing, single-axle running-gear unit (10), comprising
- a movement module (12) having a drive axle (14) on which two drive wheels (16, 18)
are mounted so as to be rotatable, and a drive (28) which can be coupled with the
two drive wheels,
- a load-carrying module (32) having a first arm (34), which extends from the movement
module (12), and a second arm (36) having a first end (38), which is articulated with
the first arm (34), and a second end (40), to which a load-receiving interface (42)
is fitted,
- a stair-climbing module (46) having two spoke stars (54) which are mounted so as
to be rotatable about the drive axle (14), wherein each spoke star (54) has a plurality
of radially extending carrying spokes (56) which are arranged offset in the circumferential
direction and have a radially outer, free end to which a ground contact element is
fitted, and wherein a spoke star (54) is arranged laterally next to each of the drive
wheels (16, 18), and
- a controller which contains an inclination sensor and/or an acceleration sensor
and is configured, by controlled application of a torque to the drive wheels (16,
18) and/or to the spoke stars (54), to prevent or to limit tilting of the load-receiving
interface (42) relative to a vertical (V) running, in an initial state, through the
load-receiving interface (42).
2. Running-gear unit according to claim 1,
characterised in that the controller is configured, in a standstill mode, to prevent tilting of the load-receiving
interface (42) relative to the vertical (V) running through the load-receiving interface
(42).
3. Running-gear unit according to claim 1 or 2,
characterised in that the controller is configured, in a movement mode, to limit tilting of the load-receiving
interface (42) relative to the vertical (V) running through the load-receiving interface
(42).
4. Running-gear unit according to claim 3,
characterised in that the controller is configured, in the movement mode, to limit tilting of the load-receiving
interface (42) relative to the vertical (V) running through the load-receiving interface
(42) by rotating the drive wheels (16, 18) in the direction of tilt.
5. Running-gear unit according to any one of the preceding claims,
characterised in that the carrying spokes (56) of each spoke star (54) have a length which is smaller than
the radius of the associated drive wheel (16, 18).
6. Running-gear unit according to any one of claims 1 to 4,
characterised in that the carrying spokes (56) of each spoke star (54) are adjustable in terms of their
length, with a shortest length which is smaller than the radius of the associated
drive wheel (16, 18) and a longest length which is larger than the radius of the associated
drive wheel (16, 18).
7. Running-gear unit according to any one of the preceding claims,
characterised in that each spoke star (54) can be coupled with the drive (28), wherein, when the spoke
stars (54) are coupled with the drive (28), the controller is configured, by controlled
application of a torque also to the spoke stars or solely to the spoke stars instead
of to the drive wheels (16, 18), to prevent or to limit tilting of the load-receiving
interface (42) relative to a vertical (V) running through the load-receiving interface
(42).
8. Running-gear unit according to any one of the preceding claims,
characterised in that each spoke star (54) is arranged laterally inwardly of the associated drive wheel
(15, 18) relative to the drive axle (14).
9. Running-gear unit according to any one of the preceding claims,
characterised in that each ground contact element is a wheel (52) which is fitted to the free end of the
associated carrying spoke (56) so as to be rotatable.
10. Running-gear unit according to claim 9,
characterised in that the stair-climbing module (46) has spoke stars (54) with at least three carrying
spokes (56), wherein the wheels (52) of each spoke star (54) in each case form a wheel
group (48, 50).
11. Running-gear unit according to any one of the preceding claims,
characterised in that the drive wheels (16, 18) are pneumatic-tyred and are connected to a tyre pressure
control system which is designed to supply air to the drive wheels (16, 18) and to
release air therefrom.
12. Running-gear unit according to claim 11,
characterised in that the tyre pressure control system has a compressed-air reservoir (62) fitted to the
running-gear unit.
13. Running-gear unit according to any one of the preceding claims,
characterised in that the controller is additionally configured, by dynamically changing an angle (β) between
the first arm (34) and the second arm (36) of the load-carrying module (32), to counteract
tilting of the load-receiving interface (42) relative to a vertical (V) running through
the load-receiving interface (42).
14. Running-gear unit according to any one of the preceding claims,
characterised in that the first arm (34) of the load-carrying module (32) is rigidly connected to a housing
(30) of the running-gear unit.
15. Running-gear unit according to any one of the preceding claims,
characterised in that emergency wheels (64) are fitted to an articulated axle at which the first arm (34)
and the second arm (36) of the load-carrying module (32) are articulated with one
another.
16. Running-gear unit according to any one of the preceding claims,
characterised in that the load-receiving interface (42) is designed for the fixing of a stretcher (44).
1. Châssis uniaxe autoéquilibrant (10), comprenant
- un module de déplacement (12) comprenant un axe d'entraînement (14), sur lequel
sont montées en rotation deux roues motrices (16, 18) et un entraînement (28) pouvant
se coupler aux deux roues motrices,
- un module porte-charge (32) comprenant un premier bras (34), qui peut se déployer
à partir du module de déplacement (12), et un second bras (36) doté d'une première
extrémité (38), qui est reliée au premier bras (34) de manière articulée, et d'une
seconde extrémité (40), sur laquelle est fixée une interface de réception de charge
(42),
- un module monte-escalier (46) comprenant deux étoiles de roue (54) qui sont montées
en rotation autour de l'axe d'entraînement (14), chaque étoile de roue (54) présentant
plusieurs rayons de support (56) décalés dans la direction périphérique et s'étendant
radialement, lesdits rayons comportant une extrémité libre extérieure radialement
sur laquelle est monté un élément de contact avec le sol, et une étoile de roue (54)
étant disposé respectivement latéralement à proximité d'une des roues d'entraînement
(16, 18), et
- une commande, qui contient un capteur d'inclinaison et/ou un capteur d'accélération
et est conçue pour empêcher ou limiter un basculement de l'interface de réception
de charge (42) par rapport à une verticale (V) passant par l'interface de réception
de charge (42) dans un état initial, en appliquant un couple sur les roues motrices
(16, 18) et/ou sur les étoiles de roue (54).
2. Châssis selon la revendication 1, caractérisé en ce que la commande est conçue pour empêcher un basculement de l'interface de réception de
charge (42) à l'arrêt, par rapport à la verticale (V) passant par l'interface de réception
de charge (42).
3. Châssis selon la revendication 1 ou la revendication 2, caractérisé en ce que la commande est conçue pour limiter dans un état de déplacement, un basculement de
l'interface de réception de charge (42) par rapport à la verticale (V) passant par
l'interface de réception de charge (42).
4. Châssis selon la revendication 3, caractérisé en ce que la commande est conçue pour limiter dans un mode de déplacement un basculement de
l'interface de charge (42) par rapport à la verticale (V) passant par l'interface
de réception de charge (42) par rotation des roues motrices (16, 18) dans la direction
de basculement.
5. Châssis selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les rayons de support (56) de chaque étoile de roue (54) présente une longueur qui
est inférieure à celle du rayon de la roue motrice associée (16, 18).
6. Châssis selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les rayons de support (56) de chaque étoile de roue (54) peuvent se déplacer en longueur,
la plus petite longueur qui est inférieure à celle du rayon de la roue motrice associée
(16, 18), et la plus grande longueur qui est supérieure à celle du rayon de la roue
motrice associée (16, 18).
7. Châssis selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que chaque étoile de roue (54) peut se coupler à l'entraînement (28) alors, lorsque les
étoiles de roue (54) sont couplées à l'entraînement (28), la commande étant conçue
pour limiter ou empêcher un basculement de l'interface de réception de charge (42)
par rapport à la verticale (V) passant par l'interface de réception de charge (42)
en appliquant un couple également sur les étoiles à rayons ou seulement sur les étoiles
à rayons à la place des roues motrices (16, 18).
8. Châssis selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que chaque étoile de roue (54) est disposée par rapport à l'axe d'entraînement (14) latéralement
à l'intérieur de la roue motrice (16, 18) associée.
9. Châssis selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que chaque élément de contact avec le sol est une roue (52) montées en rotation sur l'extrémité
libre des rayons de support (56) associés.
10. Châssis selon la revendication 9, caractérisé en ce que le module de monte escalier (46) présente des étoiles de roue (54) dotées d'au moins
trois rayons de support (56), les roues (52) de chaque étoile de roue (54) formant
respectivement un groupe de roues (48, 50).
11. Châssis selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les roues motrices (16, 18) sont des pneumatiques et sont en relation avec un système
de réglage de pression de pneu, qui est conçu pour acheminer l'air aux roues motrices
(16, 18) et pour le laisser s'y échapper.
12. Châssis selon la revendication 11, caractérisé en ce que le système de réglage de pression de pneu présente un réservoir d'air comprimé (62)
monté sur le châssis.
13. Châssis selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la commande est en outre conçue pour, par modification dynamique d'un angle (β),
entraver un basculement de l'interface de réception de charge (42) entre le premier
bras (34) et le second bras (36) du module de support de charge (32), par rapport
à la verticale (V) passant par l'interface de réception de charge (42).
14. Châssis selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le premier bras (34) du module de support de charge (32) est relié rigidement à un
boîtier (30) du châssis.
15. Châssis selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que sur un axe articulé, sur lequel sont reliés entre eux de manière articulée le premier
bras (34) et le second bras (36) du module de support de charge (32), sont fixées
des roues de secours (64).
16. Châssis selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'interface de réception de charge (42) est conçue pour fixer une civière (44).