[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Trink- und Brauchwassersystem mit den oberbegrifflichen
Merkmalen von Anspruch 1. Ein solches Trink- und Brauchwassersystem ist aus
DE 20 2015 006 366 U1 bekannt.
[0002] Das Trink- und Brauchwassersystem aus
DE 20 2015 006 366 U1 hat einen Steigstrang, mehrere Stockwerksstränge und einen Fallstrang, wobei an die
Stockwerksstränge jeweils mehrere Verbraucher angeschlossen sind. Eine Versorgungsleitung
kann zur Versorgung der Verbraucher sowohl in den Steigstrang als auch in den Fallstrang
frisches Wasser einleiten. Im Falle eines Zapfvorgangs kann ein Verbraucher daher
aus beiden Richtungen Wasser beziehen.
[0003] Eine Zirkulationsleitung initiiert eine Zirkulationsströmung in den Stockwerkssträngen,
die von dem Steigstrang in Richtung des Fallstranges fließt. In jedem der Stockwerksstränge
ist an dem dem Fallstrang zugewandten Ende ein Regulierventil angeordnet, in das ein
durch die Wassertemperatur gesteuertes Thermostatelement als Stellglied für einen
Ventilkörper eingebaut ist, der mit einem Ventilsitz zur Regelung der Zirkulationsströmung
zusammenwirkt. Die Zirkulation dient in der Regel dazu, nahe an dem Verbraucher Wasser
mit der gewünschten Wassertemperatur bereitzuhalten. Denn in der Leitung stehendes
Warm- bzw. Kaltwasser würde erkalten bzw. sich erwärmen, sodass beim Zapfen an dem
Verbraucher zunächst nicht das Wasser mit der gewünschten Temperatur ausgegeben wird.
Stehendes Wasser ist außerdem hygienisch bedenklich.
[0004] In dem Ventilgehäuse des Regulierventils ist ein Bypass zur Überbrückung des Ventilsitzes
ausgespart, in dem ein Rückschlag-Schließelement montiert ist. Das Rückschlag-Schließelement
ist in Richtung der Zirkulationsströmung vorgespannt, sodass die Zirkulationsströmung
allein durch das Thermostatelement reguliert wird. Bei einer Strömung entgegen der
Zirkulationsströmung jedoch, beispielsweise bei einem langanhaltenden Zapfvorgang
eines Verbrauchers nahe des Fallstranges, öffnet sich das Rückschlag-Schließelement
gegen die Richtung der Zirkulationsströmung.
[0005] Üblicherweise ist das Thermostatelement derart eingestellt, dass die Zirkulationsströmung
gering ausfällt. Dennoch können die Verbraucher mit Hilfe des Rückschlag-Schließelementes
bei hohem Verbrauch auch über den Fallstrang mit ausreichend Wasser versorgten werden.
[0006] Die vorliegende Erfindung will ein Trink- und Brauchwassersystem angeben, welches
in verbesserter Weise den technischen Anforderungen genügt, die durch die Bereitstellung
von möglichst keimfreiem Trink- und Brauchwasser bei permanentem Austausch von Wasser
in entsprechenden Versorgungseinrichtungen gestellt sind.
[0007] Zur Lösung dieses Problems wird mit der vorliegenden Erfindung ein Trink- und Brauchwassersystem
mit den Merkmalen von Anspruch 1 angegeben.
[0008] Dieses Trink- und Brauchwassersystem hat einen Anschluss an das öffentliche Wasserversorgungsnetz,
über den zumindest eine zu mindestens einem Verbraucher führende Versorgungsleitung
mit frischem Wasser gespeist wird. Das Trink- und Brauchwassersystem hat weiter eine
Zirkulationsleitung und eine in der Zirkulationsleitung angeordnete Zirkulationspumpe
zur Rückführung von unverbrauchtem Wasser. Die Zirkulationsleitung mündet in der Regel
wieder in die Versorgungsleitung. So kann das Wasser in dem Trink- und Brauchwassersystem
bei ausbleibendem Zapfvorgang der Verbraucher zirkuliert und eine Keimbildung durch
stehendes Wasser vermieden werden. Ein Wassererhitzer, ein Kühlaggregat oder ein Wärmetauscher
ist für gewöhnlich in der Zirkulationssammelleitung angeordnet oder der Mündung in
die Versorgungsleitung zugeordnet. Dabei wird Kaltwasser in der Regel auf Temperaturen
unter 25°C gekühlt und Warmwasser auf Temperaturen über 55° erhitzt, um eine Keimbildung,
die in einem dazwischenliegenden Temperaturbereich begünstigt ist, zu vermeiden.
[0009] Die Zirkulationsströmung ist in der Regel geringer als eine durch einen Zapfvorgang
eines Verbrauchers ausgelöste Versorgungsströmung. Die Zirkulationsleitung hat dementsprechend
bevorzugt einen Nenndurchmesser, der geringer, beispielsweise DN 15 oder kleiner,
ausgebildet ist als der Nenndurchmesser der Versorgungsleitung. Die Versorgungsleitung
hat für gewöhnlich einen Nenndurchmesser von DN 20 oder größer. In der Zirkulationsleitung
ist ein Regulierventil vorgesehen, das ein durch die Wassertemperatur gesteuertes
Stellelement als Stellglied für einen Ventilkörper des Regulierventils aufweist. Als
Stellelement ist in der Regel ein Dehnstoffelement vorgesehen. Zur Überbrückung des
Ventilsitzes ist ein Rückschlagventil vorgesehen. Das Rückschlagventil kann in das
Regulierventil integriert sein und in einem im Gehäuse des Regulierventils ausgebildeten
Bypass angeordnet sein. Alternativ können das Regulierventil und das Rückschlagventil
als separate Ventile, insbesondere mit separatem Ventilgehäuse, ausgebildet und parallel
in dem Trink- und Brauchwassersystem eingebaut sein. In Richtung der Zirkulationsströmung
ist dem Regulierventil und dem Rückschlagventil ein Spülventil zum Ablassen von Wasser
aus dem Trink- und Brauchwassersystem nachgelagert. Das Rückschlagventil ist derart
ausgebildet, dass es in Richtung der durch die Zirkulationspumpe initiierten Zirkulationsströmung
öffnet.
[0010] Die vorliegende Erfindung nimmt insbesondere ein Trink- und Brauchwassersystem mit
Kaltwasser in den Blick. Meist wird zeitgesteuert, verbrauchs- oder temperaturabhängig
Wasser aus dem Trink- und Brauchwassersystem über das Spülventil abgelassen und durch
frisches Wasser aus dem öffentlichen Wasserversorgungsnetz ersetzt. Mit der erfindungsgemäßen
Lösung kann dabei sichergestellt werden, dass während eines Spülvorgangs, d.h. bei
geöffnetem Spülventil, ein ausreichend großer Volumenstrom durch die Zirkulationsleitung
strömt, also eine ausreichende Menge Wasser ausgetauscht werden kann. Unter Umständen
kann es auch bei Warmwasserzirkulationssystemen wünschenswert sein, Wasser aus dem
System abzulassen. Insofern ist die vorliegende Erfindung nicht auf ein Kaltwassersystem
beschränkt.
[0011] In dem Trinkwasser bzw. in den Leitungen enthaltene Keime vermehren sich stark in
einem Temperaturbereich von ca. 25° bis ca. 55°C. Das thermische Stellelement des
Regulierventils ist für gewöhnlich daher so eingestellt, dass Wasser, welches nahe
diesem Temperaturbereich oder in diesem Temperaturbereich liegt, einen relativ hohen
Kv-Wert einregelt, sodass der Zirkulationsfluss bei kritischen Temperaturen möglichst
hoch gehalten wird, um möglichst rasch dieses Wasser auszutauschen. Bei Wassertemperaturen,
die relativ weit von dem kritischen Temperaturbereich entfernt liegen, regelt das
thermische Stellelement in der Regel einen relativ kleinen Kv-Wert für die Zirkulationsströmung
ein. Das Regulierventil hat in der Regel ein Ventilgehäuse, welches als Metallgussbauteil
oder als Kunststoffteil ausgebildet sein kann. Der Ventilkörper des Regulierventils
wirkt üblicherweise mit einer Durchflussöffnung zwischen Eingangs- und Ausgangskanal
des Ventilgehäuses zusammen, um die Wasserdurchflussmenge durch das Regulierventil
zu regeln. Es ist ferner üblicherweise eine Stellvorrichtung zur Voreinstellung des
Ventilkörpers vorgesehen. Ein solches thermisch gesteuertes Ventil ist beispielsweise
aus der
EP 1 372 054 A1 oder der
DE 100 56 715 A1 bekannt.
[0012] Das Rückschlagventil öffnet in Fließrichtung einer durch die Zirkulationspumpe initiierten
Zirkulationsströmung. Die Fließrichtung einer Spülströmung sowie einer Strömung im
Falle eines Zapfvorgangs eines Verbrauchers stimmt mit der Fließrichtung der Zirkulationsströmung
überein. Diese Fließrichtung kann daher allgemein als Strömungsrichtung des Trink-
und Brauchwassersystems bezeichnet werden. Das Rückschlagventil weist üblicherweise
einen Rückschlagkörper auf, der an einem Dichtsitz anliegt. Eine Spülströmung kann
diesen Rückschlagkörper von dem Dichtsitz wegdrücken und so den Ventilsitz des Regulierventils
umgehen.
[0013] Nach einer bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung hat das Rückschlagventil
ein gegen die Zirkulationsströmung vorgespanntes Vorspannelement und/oder ist elektronisch
gesteuert. Dabei kann das Rückschlagventil vorzugsweise durch eine RV-Patrone, d.h.
eine an sich bekannte Rückflussverhindererpatrone ausgebildet sein. Diese Ausgestaltung
bietet den Vorteil, dass Standardbauteile zur Herstellung des erfindungsgemäßen Regulierventils
verbaut werden können. Der Rückschlagkörper ist bevorzugt als federvorgespannte Ventilkappe
ausgebildet. Die RV-Patrone ist dabei dichtend in einem Ventilgehäuse eingesetzt.
Weiter bevorzugt ist die RV-Patrone mit dem Ventilgehäuse verrastet. Hierzu weist
üblicherweise das Gehäuse der RV-Patrone, welches mit Wandungen des Ventilgehäuses
zusammenwirkt, vorspringende Rastnasen auf, die in Verriegelungsnuten des Ventilgehäuses
eingreifen, wenn die RV-Patrone in das Ventilgehäuse eingeschoben wird. Im verrasteten
Zustand ist die RV-Patrone dichtend in das Ventilgehäuse eingesetzt und dort fixiert.
Die RV-Patrone kann sowohl in ein Ventilgehäuse eines separat ausgebildeten Rückschlagventils
als auch in ein gemeinsames Ventilgehäuse für Regulierventil und Rückschlagventil
verbaut werden.
[0014] Alternativ oder zusätzlich kann der Rückschlagkörper elektronisch gesteuert sein.
Hierfür sind in der Regel mindestens ein Sensor, ein Aktor und eine Steuerungseinheit
vorgesehen. Der Sensor erfasst in der Regel eine charakteristische Größe der Ventilkombination
aus Regulierventil und Rückschlagventil, wie beispielsweise den Druckabfall (Druck
vor der Ventilkombination - Druck hinter der Ventilkombination) oder den Volumendurchfluss
durch die Ventilkombination. Die Steuerungseinheit wertet für gewöhnlich die Signale
des Sensors aus und steuert entsprechend den Aktor. Der Aktor greift üblicherweise
unmittelbar oder mittelbar an dem Rückschlagkörper an und verstellt diesen in der
Regel durch eine axiale Bewegung relativ zu dem Dichtsitz. Denkbar ist auch, dass
der Rückschlagkörper federvorgespannt und elektronisch gesteuert ist. In diesem Fall
kann der Rückschlagkörper zusätzlich zur Federkraft des Vorspannelementes beispielweise
durch einen nach Art eines Blockadestifts, -plättchens oder -rings ausgebildeten Aktor
in der Geschlossenstellung gehalten werden. Dabei ist es möglich, den Rückschlagkörper
auch dann noch in der Geschlossenstellung zu halten, wenn der Wasserdruck bereits
ausreicht, die Federkraft des Vorspannelementes zu überwinden. Zur Aufhebung der Blockade
wird der Blockadestift, das Blockadeplättchen oder der Blockadering üblicherweise
orthogonal zur Achse des Rückschlagkörpers zurückgefahren.
[0015] Nach einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung ist das
Rückschlagventil derart ausgebildet, dass es bei einem Volumenstrom durch das Regulierventil
von 7 l/min ± 15 %, sehr bevorzugt ± 10 %, besonders bevorzugt ± 5 % öffnet. Als "Öffnen"
ist dabei üblicherweise der Moment zu verstehen, in dem sich der Rückschlagkörper
von dem Dichtsitz abhebt. In der Regel öffnet sich das Rückschlagventil bei diesem
Volumenstrom noch nicht maximal.
[0016] Nach einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung ist das
Rückschlagventil derart eingerichtet, dass der Rückschlagkörper von einem Volumenstrom
von 8 l/min ± 15%, sehr bevorzugt ± 10 %, besonders bevorzugt ± 5 % in einer maximal
von dem Dichtsitz entfernten Stellung gehalten ist. Diese Stellung kann auch als Offenstellung
verstanden werden, in der das Rückschlagventil maximal geöffnet ist.
[0017] Die Differenzdrücke, welche zu der Offenstellung des Rückschlagkörpers führen, liegen
bevorzugt bei 50-700 hPa, sehr bevorzugt bei 100-500 hPa, besonders bevorzugt bei
250-300 hPa.
[0018] Nach einerweiteren bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung weist die
Zirkulationsleitung mehrere Zirkulationsstränge auf, die jeweils mindestens einem
Verbraucher zugeordnet und mit einer gemeinsamen Zirkulationssammelleitung der Zirkulationsleitung
verbunden sind, in der die Zirkulationspumpe angeordnet und an das Spülventil angeschlossen
ist. An dem in die Zirkulationsleitung leitenden Ende der Zirkulationsstränge ist
jeweils ein Regulierventil und ein Rückschlagventil vorgesehen. Dabei kann die Zirkulationssammelleitung
einen größeren Nenndurchmesser aufweisen als die Zirkulationsstränge. Insbesondere
kann der Nenndurchmesser der Zirkulationsleitung dem der Versorgungsleitung, in der
Regel DN 20, entsprechen.
[0019] Ein hydraulischer Abgleich der einzelnen Stränge ist somit wie folgt gewährleistet.
Stränge, in denen relativ viel Wasser gezapft wird, weisen in der Regel durch konstanten
Austausch Wasser der gewünschten Temperatur auf. Das diesem Strang zugeordnete Regulierventil
stellt dann über das thermische Stellelement einen relativ geringen KV-Wert ein. Stränge,
in denen hingegen recht wenig Wasser gezapft wird, enthalten in der Regel mehr abgestandenes
Wasser, das von der gewünschten Wassertemperatur abweicht. Das diesem Strang zugeordnete
Regulierventil regelt dann für diesen Strang einen relativ hohen KV-Wert ein. Somit
kann sichergestellt werden, dass auch die Stränge, aus denen wenig Wasser gezapft
wird, ausreichend durchströmt werden. Gleichzeitig wird in an sich bekannter Weise
ein hydraulischer Abgleich geschaffen derart, dass Verbraucher unabhängig von der
Entfernung von dem Anschluss an das öffentliche Wasserversorgungsnetz gleichermaßen
mit frischem Wasser gewünschter Temperatur versorgt werden.
[0020] Bevorzugt ist die Zirkulationspumpe dem Spülventil in Strömungsrichtung nachgelagert.
Weiter bevorzugt ist in der Zirkulationssammelleitung ein Rückflussverhinderer vorgesehen,
welcher der Zirkulationspumpe in Strömungsrichtung nachgelagert ist. Dabei hat der
Rückflussverhinderer die Funktion zu verhindern, dass frisches Wasser aus dem Anschluss
an das öffentliche Wasserversorgungsnetz in entgegengesetzter Richtung in das Trink-
und Brauchwassersystem fließt. Die Zirkulationspumpe kann in der Regel bei einem Spülvorgang
abgeschaltet werden.
[0021] Nach einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung sind die
elektronisch gesteuerten Rückschlagventile steuerungsmäßig mit einer Steuerungseinheit
verbunden, mit der die Rückschlagventile unabhängig voneinander steuerbar sind. Insbesondere
ist die Steuerungseinheit derart eingerichtet, dass die Rückschlagventile in einer
vorbestimmten Reihenfolge geöffnet und wieder geschlossen werden können. In der Regel
ist die Steuerungseinheit gleichsam mit dem Spülventil steuerungsmäßig verbunden,
sodass die Steuerungseinheit einen Spülvorgang durch Öffnen des Spülventils initiiert,
durch die Steuerung der Rückschlagventile reguliert und durch Schließen des Spülventils
beendet. Vorzugsweise ist die Steuerungseinheit zur Ausführung eines Spülvorgangs
eingerichtet, bei dem ein Wasserwechsel für das gesamte Trink- und Brauchwassersystem
stattfindet. Dabei wird in der Regel mindestens das zwischen dem Anschluss an das
öffentliche Wasserversorgungsnetz und dem Spülventil befindliche Volumen ausgetauscht.
Die Steuerungseinheit kann derart eingerichtet sein, dass ein solcher Wasserwechsel
sich periodisch wiederholt mit einer Periode von beispielsweise 72 Stunden.
[0022] Nach einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung weist das
Trink- und Brauchwassersystem einen Durchflusssensor auf. Dieser ist in der Regel
dem Regulierventil und dem Rückschlagventil in Strömungsrichtung nachgelagert. Weist
das erfindungsgemäße Trink- und Brauchwassersystem mehrere Zirkulationsstränge auf,
ist der Durchflusssensor vorzugsweise in der Zirkulationssammelleitung vorgesehen.
Meist ist der Durchflusssensor dem Spülventil zugeordnet und diesem in Strömungsrichtung
vorgelagert. Dadurch kann die bei einem Spülvorgang gespülte Fluidmenge bestimmt werden.
Üblicherweise sendet der Durchflusssensor die gemessenen Daten an die Steuerungseinheit.
Die Steuerungseinheit wertet die gemessenen Daten aus, protokolliert sie und/oder
lässt sie in die Steuerung eines Spülvorgangs mit einfließen. Die Durchflussmenge
wird in der Regel über eine Integration des kontinuierlich gemessenen Volumenstroms
über die Zeit berechnet. Die Steuerungseinheit kann beispielsweise derart eingerichtet
sein, dass sie das Spülventil dann schließt, wenn nach dem Öffnen des Spülventils
die berechnete Durchflussmenge dem Gesamtvolumen des Trink- und Brauchwassersystems
entspricht.
[0023] Nach einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung weist das
Trink- und Brauchwassersystem einen Durchflussmengenbegrenzer auf. Der Durchflussmengenbegrenzer
ist üblicherweise dem Spülventil in Strömungsrichtung nachgelagert. Der Durchflussmengenbegrenzer
verhindert für gewöhnlich einen zu hohen Druckabfall im Trink- und Brauchwassersystem
während eines Spülvorgangs.
[0024] Bevorzugt ist ein dem Spülventil in Strömungsrichtung nachgelagerter Ablauf als ein
freier Ablauf ausgebildet. Der freie Ablauf zeichnet sich in der Regel dadurch aus,
dass Wasser eine Fallstrecke im Schwerefeld der Erde zurückgelegt, der entweder unmittelbar
in der Umgebungsatmosphäre verläuft oder mit dieser atmosphärisch in Verbindung steht.
So kann sicher vermieden werden, dass verunreinigtes oder hygienisch bedenkliches
Wasser im Falle eines Unterdrucks in dem Wassersystem zurück in das Wassersystem gesogen
wird. Insbesondere sind dadurch die Erfordernisse nach DIN EN 1717 zur Trennung von
Trinkwasser der Kategorie 1 von Wasser der Kategorie 5 erfüllt. Für gewöhnlich entwässert
der freie Ablauf in eine Abwasserleitung.
[0025] Weiter bevorzugt ist dem freien Ablauf eine Überlaufüberwachung zugeordnet. Diese
kommuniziert in der Regel mit der Steuerungseinheit und/oder dem Durchflussmengenbegrenzer,
sodass bei einem drohenden Überlauf am freien Ablauf die Ausflussmenge aus dem Trink-
und Brauchwassersystem reguliert bzw. reduziert werden kann. Zusätzlich oder alternativ
kann die Überlaufüberwachung ein Wamsignal, beispielsweise optisch oder akustisch,
ausgeben.
[0026] Nach einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung weist das
Trink- und Brauchwassersystem einen Wassererhitzer, ein Kühlaggregat oder einen Wärmetauscher
auf. Im Falle eines Kaltwassersystems ist ein Kühlaggregat oder ein Wärmetauscher
zum Kühlen des Trinkwassers üblicherweise an der Mündung der Zirkulationsleitung bzw.
der Zirkulationssammelleitung in die Versorgungsleitung vorgesehen. Dabei durchläuft
das Trinkwasser in der Regel das Kühlaggregat oder den Wärmetauscher zum Kühlen bevor
es wieder in die Versorgungsleitung gelangt. Im Falle eines Warmwassersystems ist
ein Wassererwärmer oder ein Wärmetaucher zum Erwärmen des Trinkwassers in der Regel
dem Anschluss an das öffentliche Wasserversorgungsnetz in Strömungsrichtung nachgelagert.
[0027] Weiter bevorzugt weist das Trink- und Brauchwassersystem nach der vorliegenden Erfindung
eine Filtrationsanlage auf. Diese ist üblicherweise an die Zirkulationssammelleitung
angeschlossen und der Zirkulationspumpe in Strömungsrichtung vor- oder nachgelagert.
Beispielsweise kann die Filtrationsanlage an einen zwischen dem Rückflussverhinderer
und dem Wärmetauscher (bzw. dem Wassererhitzer oder dem Kühlaggregat) verlaufenden
Leitungsabschnitt oder an einen zwischen dem Spülventil und dem bzw. den Regulierventilen
verlaufenden Leitungsabschnitt angeschlossen sein.
[0028] In der Regel ist die Filtrationsanlage eine Ultrafiltrationsanlage mit einer Membran,
mit der sich makromolekulare Substanzen und kleine Partikel aus dem Trinkwasser abtrennen
lassen. Man unterscheidet Mikrofiltration, Ultrafiltration und Nanofiltration über
den Grad der Abtrennung. Liegt die Ausschlussgrenze (oder auch "Cut-off") bei 100
nm oder darüber, spricht man von Mikrofiltration. Liegt die Ausschlussgrenze in dem
Bereich zwischen 2 und 100 nm, bezeichnet man dies als Ultrafiltration. Bei der Nanofiltration
liegt die Ausschlussgrenze unterhalb von 2 nm. Die Ausschlussgrenzen werden üblicherweise
in Form des NMWC (englisch: Nominal Molecular Weight Cut-Off, auch MWCO, Molecular
Weight Cut Off, Einheit: Dalton) angegeben. Er ist definiert als die minimale Molekülmasse
globulärer Moleküle, welche durch die Membran zu 90 % zurückgehalten werden.
[0029] In der Regel wird die Ultrafiltrationsanlage mit der Dead-End-Methode betrieben,
bei der die Membran den gesamten Volumendurchfluss durch die Zirkulationssammelleitung
filtriert. So können Keime aus dem Trinkwasserkreislauf herausgefiltert werden.
[0030] Von der Zirkulationspumpe wird das Trinkwasser in der Regel mit niedrigem Druck gegen
die Membran gepumpt, sodass eine Kompaktierung zurückgehaltener Stoffe auf ein Minimum
reduziert ist. Auf der Membran reichert sich für gewöhnlich ein Filterkuchen (Deckschicht
oder Fouling) aus den abgetrennten Partikeln an. Der Filterkuchen erhöht den Filtrationswiderstand
und damit den Druckverlust über die Membran. Er muss üblicherweise regelmäßig durch
Rückspülung (Zurückpumpen von bereits abgetrenntem Medium) und/oder chemischen Reinigungen
entfernt und das Filterelement somit regeneriert werden.
[0031] Weitere Einzelheiten und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit der Zeichnung.
In dieser zeigen:
- Figur 1
- schematische Darstellung eines Trink- und Brauchwassersystems nach einem Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung,
- Figur 2
- eine Längsschnittansicht eines Regulierventils eines anderen Ausführungsbeispiels,
- Figur 3
- ein vergrößerter Ausschnitt aus Fig. 2 bei geschlossenem Rückschlagventil und
- Figur 4
- die Darstellung nach Fig. 3 bei geöffnetem Rückschlagventil.
[0032] Die Figur 1 zeigt eine schematische Ansicht eines Ausführungsbeispiels eines Trink-
und Brauchwassersystems eines nicht näher gezeigten Gebäudes. Das Trink- und Brauchwassersystem
des Gebäudes hat einen Anschluss 2 an das öffentliche Wasserversorgungsnetz, um das
Gebäude mit Frischwasser zu versorgen. Bei diesem Frischwasser handelt es sich üblicherweise
um Kaltwasser, das innerhalb des Gebäudes zu warmem Trink- bzw. Brauchwasser aufbereitet
oder direkt als kaltes Brauchwasser für beispielsweise die Toilettenspülung oder einen
Kaltwasserhahn verwendet werden kann. Das in Figur 1 gezeigte Trink- und Brauchwassersystem
ist als Kaltwassersystem ausgelegt.
[0033] Über den Anschluss 2 an das öffentliche Wasserversorgungsnetz wird eine Versorgungsleitung
4 gespeist, die als Steigstrang ausgebildet ist. Der Steigstrang 4 erstreckt sich
über drei Stockwerke, wobei in jedem Stockwerk ein Versorgungsstrang 6 von dem Steigstrang
4 abzweigt. Der Steigstrang 4 und die Versorgungsstränge 6 sind auf einen Nenndurchmesser
von DN 20 ausgelegt. In jedem der Stockwerke ist an den Versorgungsstrang 6 ein Verbraucher
8 angeschlossen. In dem obersten Stockwerk A ist dieser Anschluss ein T-Stück-Anschluss
10. In dem mittleren Stockwerk B ist der Anschluss über einen Strömungsteiler 12 realisiert.
In dem unteren Stockwerk C ist der Versorgungsstrang 6C zwischen den Verbrauchern
8C1, 8C2, 8C3, 8C4 durchgeschleift. An die Verbraucher schließt sich in jedem Stockwerk
jeweils ein Zirkulationsstrang 14 an. In den Zirkulationssträngen 14 wird Wasser,
welches von den Verbrauchern 8 nicht verbraucht wird, in eine Zirkulationssammelleitung
16 geleitet, an welche die Zirkulationsstränge 14 angeschlossen sind. Die Zirkulationssammelleitung
16 ist dabei in der gleichen Etage wie der Anschluss 2 an das öffentliche Wasserversorgungsnetz
vorgesehen. Die Zirkulationssammelleitung 16 mündet in die Versorgungsleitung 4, wobei
vor der Mündung 18 ein Wärmetauscher 20 angeordnet ist. Ein Arbeitsmedium auf der
Primärseite 22 des Wärmetauschers 20 nimmt dabei thermische Energie des Trinkwassers
auf, das die Sekundärseite 24 des Wärmetauschers 20 durchläuft, wodurch sich das Trinkwasser
abkühlt. Über eine Zirkulationspumpe 26, die in der Zirkulationssammelleitung 16 angeordnet
ist, wird das Trinkwasser in diesem geschlossenen Kreislauf in einer ständigen Zirkulation
gehalten. Die Richtung der Zirkulationsströmung ist in der Figur 1 mit einem Pfeil
Z hervorgehoben. Eine Fließrichtung entgegen dieser Zirkulationsströmung wird durch
einen Rückflussverhinderer 28 verhindert, der in Strömungsrichtung der von der Zirkulationspumpe
26 initiierten Zirkulationsströmung nachgelagert in der Zirkulationssammelleitung
17 angeordnet ist.
[0034] In Richtung der Zirkulationsströmung Z ist dem Rückflussverhinderer28 eine Ultrafiltrationsanlage
29 nachgelagert. Die Ultrafiltrationsanlage 29 enthält eine Membran, die durch die
Pumpleistung der Zirkulationspumpe 26 angeströmt wird und Keime oder sonstige Partikel
von dem Trinkwasser abtrennt. Die Ultrafiltrationsanlage 29 kann alternativ dem Spülventil
16 in Richtung der Zirkulationsströmung Z vorgelagert sein, sodass auch das aus dem
System abgelassene Wasser filtriert wird. Dadurch wird das Abwasser weniger belastet.
[0035] An den Einkopplungsstellen der Zirkulationsstränge 14 in die Zirkulationssammelleitung
16 ist in diesen jeweils ein Regulierventil 30 angeordnet, in das ein elektronisch
gesteuertes Rückschlagventil integriert ist. Die Regulierventile 30 sind jeweils mit
einer Steuerungseinheit 32 steuerungsmäßig verbunden. Diese ist gleichermaßen steuerungsmäßig
mit einem Spülventil 34 verbunden, welches an die Zirkulationssammelleitung 16 in
Strömungsrichtung der Zirkulationspumpe 26 vorgelagert angeschlossen ist. Durch Öffnen
des Spülventils 34 ist Wasser über einen dem Spülventil 34 zugeordneten freien Ablauf
36 aus dem Trink- und Brauchwassersystem ablassbar. Dabei legt das Wasser eine freie
Fallstrecke in der Umgebungsatmosphäre zurück, bevor es über eine Abwasserleitung
abfließt. Dem freien Ablauf 36 ist eine Überlaufüberwachung 38 und dem Spülventil
34 ein Durchflusssensor 40 zugeordnet. Sowohl die Überlaufüberwachung 38 also auch
der Durchflusssensor 40 kommunizieren mit der Steuerungseinheit 32, die die Signale
verwertet. Des Weiteren ist zur Vermeidung von zu starken Druckabfällen im Trink-
und Brauchwassersystem während eines Spülvorgangs an dem freien Ablauf 36 ein Durchflussmengenbegrenzer
42 angeordnet.
[0036] Die Steuerungseinheit 32 ist auch steuerungsmäßig mit der Zirkulationspumpe 26 verbunden,
sodass die Pumpe vor bzw. während eines Spülvorgangs abgeschaltet werden kann. Die
Steuerungseinheit 32 initiiert einen solchen Spülvorgang durch Öffnen des Spülventils
34. Die Regulierventile 30 beinhalten ein Rückschlagventil, das jedoch erst bei Erreichen
eines Mindestvolumenstroms von mindestens ca. 7 l /min von der Steuerungseinheit 32
geöffnet wird. So kann während eines Spülvorgangs ein ausreichender Wasseraustausch
gewährleistet werden. Das Rückschlagventil bzw. die Steuerungseinheit 32 ist dabei
derart ausgelegt, dass ein von der Zirkulationspumpe 26 initiierte Zirkulationsströmung
das Rückschlagventil nicht öffnet.
[0037] In dem Regulierventil 30 ist auch ein thermisches Ventil mit einem Dehnstoffelement
vorgesehen, das eine Durchflussöffnung durch das Regulierventil abhängig von der Wassertemperatur
reguliert, dessen Details auch der Figur 2 zu entnehmen sind, die indes ein Regulierventil
43 mit einem in einen Bypass integrierten federvorgespannten Rückschlagventil 44 zeigt.
[0038] Das Regulierventil 43 hat ein Ventilgehäuse 48 mit einem Einlass-Anschluss 50 und
einem Auslass-Anschluss 52. In Fig. 2 ist mit dem Pfeil Z die Zirkulationsrichtung
angegeben. Diese stimmt mit der Strömungsrichtung während eines Spülvorgangs überein.
Die äußere Markierung zeigt in diese Richtung, ist in der Schnittansicht aber nicht
zu erkennen.
[0039] Das Ventilgehäuse 48 bildet eine stutzenförmige Aufnahme 54 für einen mit Bezugszeichen
56 gekennzeichneten Ventileinsatz aus. Die Aufnahme 54 wird durch ein Ventiloberteil
gebildet, welches mit seinem Außengewinde in ein Innengewinde des Ventilgehäuses 48
eingeschraubt ist. Der Ventileinsatz 56 hat eine Aufnahme für ein Dehnstoffelement
58 eines Thermostatreglers 60. Das Dehnstoffelement 58 wirkt auf einen Teller 62 ein,
der gegen die Kraft einer Feder 64 in Richtung auf das Dehnstoffelement 58 vorgespannt
gehalten ist. Mit dem Teller 62 ist ein Stößel 66 gekoppelt, der ein Stellglied 68
trägt. Durch Verschrauben einer Verstellkappe 70 des Thermostatreglers 60 kann der
Stößel 66 und damit das Thermostatventil voreingestellt werden. In Figur 2 ist diese
Verstellkappe 70 von einer Schutzkappe 72 überzogen.
[0040] Das Ventilgehäuse 48 bildet ferner einen Anschlussstutzen zum dichtenden Verschrauben
eines Entleerungsstopfens 74 aus. Des Weiteren ist ein Absperrventil 76 vorgesehen,
welches handbetätigbar ist, um das Regulierventil 70 durch Anlegen des Absperrventils
76 gegen einen Geradsitz 78 manuell abzusperren.
[0041] Weitere Details des Regulierventils 43 sind in den Fig. 3 und 4 dargestellt, auf
die nachfolgend Bezug genommen wird.
[0042] Das Ventilgehäuse 48 bildet einen mit Bezugszeichen 80 gekennzeichneten Ventilsitz
aus, der zwischen sich und dem Stellglied 68 eine Durchflussöffnung 82 freilässt.
In den Figuren 3 und 4 ermöglicht diese Durchflussöffnung 82 einen Zirkulations-Volumenstrom.
Das Ventilgehäuse 48 formt ferner in Verlängerung des Anschlusses 52 einen Bypass
84 aus, der als Durchgangsbohrung zwischen dem Stößel 66 und dem Anschluss 52 ausgeformt
ist. In diesen Bypass 84 ist eine RV-Patrone 86 mit einer federvorgespannt gehaltenen
Ventilkappe 88 vorgesehen. Die RV-Patrone 86 ist dichtend in den Bypass 84 eingesetzt.
Das Ventilgehäuse 48 bildet eine Umfangsnut aus, in welcher Rastvorsprünge 90 der
RV-Patrone 86 in Eingriff sind, um die RV-Patrone 86 zu verriegeln, die auf der gegenüberliegenden
Seite gegen einen durch das Ventilgehäuse 48 geformten Ringvorsprung anliegt. Die
RV-Patrone 86 ist gegenüber dem Ventilgehäuse 48 außenumfänglich abgedichtet.
[0043] Die RV-Patrone 86 enthält bei diesem Ausführungsbeispiel das Rückschlagventil 44.
Bei einer Zirkulationsströmung Z gemäß Fig. 3 verschließt das RV-Ventil 44 den Bypass
84, sofern ein Mindestvolumensystem nicht erreicht ist aufgrund der Federvorspannung.
Bei einer Strömung in entgegengesetzter Richtung verschließt die RV-Patrone 86 den
Bypass 84 aufgrund der Federvorspannung und des Wasserdrucks in Kombination mit der
Geometrie der Ventilkappe 88.
[0044] Erreicht ein Volumenstrom durch das Regulierventil 43 einen Wert im Bereich von 7-8
l/min, so öffnet sich das RV-Ventil 44 und lässt eine Spülströmung S durch. Diese
Spülströmung S überbrückt im Wesentlichen die Durchflussöffnung 82.
[0045] Das Regulierventil nach Figur 2 ist autark, d.h. nicht elektronisch gesteuert einsetzbar.
Bezugszeichenliste
[0046]
- 2
- Anschluss an das öffentliche Wasserversorgungsnetz
- 4
- Versorgungsleitung
- 6
- Versorgungsstrang
- 8
- Verbraucher
- 10
- T-Stück-Anschluss
- 12
- Strömungsteiler
- 14
- Zirkulationsstrang
- 16
- Zirkulationssammelleitung
- 18
- Mündung in Versorgungsleitung
- 20
- Wärmetauscher
- 22
- Primärseite
- 24
- Sekundärseite
- 26
- Zirkulationspumpe
- 28
- Rückflussverhinderer
- 29
- Ultrafiltrationsanlage
- 30
- Regulierventil
- 32
- Steuerungseinheit
- 34
- Spülventil
- 36
- freier Ablauf
- 38
- Überlaufüberwachung
- 40
- Durchflusssensor
- 42
- Durchflussmengenbegrenzer
- 43
- Regulierventil
- 44
- Rückschlagventil
- 48
- Ventilgehäuse
- 50
- Einlass-Anschluss
- 52
- Auslass-Anschluss
- 54
- stutzenförmige Aufnahme
- 56
- Ventileinsatz
- 58
- Dehnstoffelement
- 60
- Thermostatregler
- 62
- Teller
- 64
- Feder
- 66
- Stößel
- 68
- Stellglied
- 70
- Verstellkappe
- 72
- Schutzkappe
- 74
- Entleerungsstopfen
- 76
- Absperrventil
- 78
- Geradsitz
- 80
- Ventilsitz
- 82
- Durchflussöffnung
- 84
- Bypass
- 86
- RV-Patrone
- 88
- Ventilkappe
- 90
- Rastvorsprünge
- A,B,C
- Stockwerk
- S
- Spülströmung
- Z
- Zirkulationsströmung
1. Trink- und Brauchwassersystem mit einem Anschluss (2) an das öffentliche Wasserversorgungsnetz,
über den zumindest eine zu mindestens einem Verbraucher (8) führende Versorgungsleitung
(4, 6) mit frischem Wasser gespeist wird,
einem dem Verbraucher (8) in Strömungsrichtung nachgelagerten Spülventil (34) zum
Ablassen von Wasser aus dem Trink- und Brauchwassersystem,
einer Zirkulationsleitung (14, 16) und einer in der Zirkulationsleitung (14, 16) angeordneten
Zirkulationspumpe (26) zur Rückführung von unverbrauchtem Wasser,
einem in der Zirkulationsleitung (14, 16) vorgesehenen Regulierventil (30, 43), das
zwischen dem Verbraucher (8) und dem Spülventil (34) angeordnet ist und ein durch
die Wassertemperatur gesteuertes Stellelement (58) als Stellglied (68) für einen Ventilkörper
des Regulierventils (30, 43) aufweist, der mit einem Ventilsitz (80) zusammenwirkt,
gekennzeichnet durch
ein Rückschlagventil (44) zur Überbrückung des Ventilsitzes, welches in Richtung einer
durch die Zirkulationspumpe (26) initiierten Zirkulationsströmung (Z) öffnet.
2. Trink- und Brauchwassersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückschlagventil (44) bei einem Volumenstrom durch das Regulierventil (30, 43)
von 7 l/min ± 15 % öffnet.
3. Trink- und Brauchwassersystem nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückschlagventil (44) derart eingerichtet ist, dass es von einem Volumenstrom
von 8 l/min ± 15 % durch das Regulierventil (30, 43) in einer Offenstellung gehalten
ist.
4. Trink- und Brauchwassersystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückschlagventil (44) ein gegen die Zirkulationsströmung (Z) vorgespanntes Vorspannelement
hat.
5. Trink- und Brauchwassersystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorspannung des Vorspannelements einstellbar ist.
6. Trink- und Brauchwassersystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückschlagventil (44) von einer Steuerungseinheit (32) elektronisch steuerbar
ist.
7. Trink- und Brauchwassersystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zirkulationsleitung (14, 16) mehrere Zirkulationsstränge (14) aufweist, die jeweils
mindestens einem Verbraucher (8) zugeordnet und mit einer gemeinsamen Zirkulationssammelleitung
(16) der Zirkulationsleitung verbunden sind, in der die Zirkulationspumpe (26) angeordnet
und an die das Spülventil (34) anschlossen ist, und dass an dem in die Zirkulationssammelleitung
(16) leitenden Ende der Zirkulationsstränge (14) jeweils ein Regulierventil (30, 43)
und ein Rückschlagventil (44) vorgesehen sind.
8. Trink- und Brauchwassersystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Zirkulationspumpe (26) dem Spülventil (34) in Strömungsrichtung nachgelagert
ist und dass in der Zirkulationssammelleitung (16) ein Rückflussverhinderer (28) vorgesehen
ist, welcher der Zirkulationspumpe (26) in Strömungsrichtung nachgelagert ist.
9. Trink- und Brauchwassersystem nach den Ansprüchen 6 und 7 oder nach den Ansprüchen
6 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückschlagventile (44) von der Steuerungseinheit (32) unabhängig voneinander
steuerbar sind.
10. Trink- und Brauchwassersystem nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Durchflusssensor (40).
11. Trink- und Brauchwassersystem nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch einen dem Spülventil (34) zugeordneten Durchflussmengenbegrenzer (42).
12. Trink- und Brauchwassersystem nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch einen dem Spülventil (34) zugeordneten freien Ablauf (36).
13. Trink- und Brauchwassersystem nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Überlaufüberwachung (38), die am freien Ablauf (36) vorgesehen ist.
14. Trink- und Brauchwassersystem nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Wärmetauscher (20).