[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Vakuumgerät, insbesondere eine Vakuumpumpe,
eine Gerätekomponente und eine elektronische Vorrichtung für ein Vakuumgerät sowie
ein Verfahren zur Montage und/oder Inbetriebnahme eines Vakuumgeräts.
[0002] Es ist bekannt, Vakuumgeräte, wie zum Beispiel Vakuumpumpen, mit einem Antriebsgerät
auszustatten, durch das beispielsweise eine Pumpensteuerung und/oder -regelung erfolgt.
Über das jeweilige Antriebsgerät kann eine Gerätebetriebskonfiguration festgelegt
werden. Vakuumpumpe und Antriebsgerät können dabei trennbare Einheiten bilden und
unterschiedliche Typen von Vakuumpumpen können ferner mit demselben Typ von Antriebsgerät
verbunden werden. Abhängig von der jeweils gewählten Paarung können daher auch unterschiedliche
Betriebsparameter auf die jeweilige Vakuumpumpe angewendet werden.
[0003] Zur automatischen Erkennung der anzuwendenden Betriebsparameter können eine oder
mehrere Kennwiderstände vorgesehen werden, die vom Antriebsgerät erkannt werden, sodass
ein im Antriebsgerät hinterlegter Satz an Betriebsparametern ausgewählt wird. Aufgrund
der automatischen Erkennung kann zwar ein verhältnismäßig hohes Maß an Betriebssicherheit
gewährleistet werden. Andererseits ist die Anzahl der verwendbaren Kombinationen von
Kennwiderständen begrenzt. Dies ergibt sich aus Bauraumgegebenheiten, Bauteiltoleranzen,
Fertigungsmethoden und auch aus dem Verhalten der Erkennung der Kennwiderstände im
Fehlerfall, beispielsweise im Hinblick auf mögliche Kurzschlüsse mit anderen Signalen
oder untereinander. Somit kann auch über das Verfahren der Kennwiderstandserkennung
insgesamt nur eine begrenzte Anzahl an Betriebsparametersätzen von dem Antriebsgerät
angewendet werden.
[0004] Vor diesem Hintergrund bestand eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, ein
Vakuumgerät anzugeben, das hinsichtlich anzuwendender Gerätebetriebskonfigurationen
eine verbesserte Flexibilität aufweist und gleichzeitig mit einem hohen Maß an Betriebssicherheit
betrieben werden kann. Ferner bestand die Aufgabe darin, eine Gerätekomponente sowie
eine elektronische Vorrichtung für ein Vakuumgerät sowie ein Verfahren zur Montage
und/oder Inbetriebnahme eines Vakuumgeräts anzugeben.
[0005] Im Hinblick auf ein Vakuumgerät ist diese Aufgabe mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst worden. Eine erfindungsgemäße Gerätekomponente ist Gegenstand des Anspruchs
13 und eine erfindungsgemäße elektronische Vorrichtung ist Gegenstand des Anspruchs
14. Ein erfindungsgemäßes Verfahren ist in Anspruch 15 angegeben. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind in den abhängigen Ansprüchen spezifiziert und werden nachfolgend erörtert.
[0006] Bei einem erfindungsgemäßen Vakuumgerät kann es sich insbesondere um eine Vakuumpumpe,
ein Vakuummess- oder Vakuumanalysegerät, ein Lecksuchgerät oder ein Vakuumkammergerät
handeln. Eine Vakuumpumpe kann in vorteilhafter Weise als Turbomolekularpumpe ausgebildet
sein. Ebenso kann es sich bei einer Vakuumpumpe um eine Vorpumpe handeln, insbesondere
für eine Pumpenanordnug, die auch eine Turbomolekularpumpe aufweist. Schließlich soll
sich im Sinne der vorliegenden Erfindung die Angabe "Vakuumgerät" auch auf Pumpen
erstrecken, die lediglich zur Förderung inkompressibler Fluide ausgebildet sind. Die
Erfindung betrifft somit auch Pumpen, die nicht zwingend zur Erzeugung eines Vakuums
ausgebildet sein müssen.
[0007] Ein erfindungsgemäßes Vakuumgerät weist zumindest eine Gerätekomponente und eine
elektronische Vorrichtung auf. Die elektronische Vorrichtung kann insbesondere zur
Gerätesteuerung und/oder -regelung ausgebildet sein. Die elektronische Vorrichtung
weist erfindungsgemäß eine Mehrzahl von Konfigurationsparametern zur Festlegung einer
Gerätebetriebskonfiguration auf, wobei zumindest einer der Konfigurationsparameter
durch Anschließen der elektronischen Vorrichtung an eine Schnittstelle der Gerätekomponente
selbsttätig festlegbar und zumindest ein weiterer Konfigurationsparameter durch benutzerseitige
Eingabe an der elektronischen Vorrichtung auswählbar ist.
[0008] Auf diese Weise kann eine größere Anzahl an Konfigurationsparametern zur Festlegung
der gesamten Gerätebetriebskonfiguration herangezogen werden. Gleichzeitig besteht
die Möglichkeit, eine Unterscheidung zwischen selbsttätig zu festzulegenden Konfigurationsparametern
einerseits und auswählbaren Konfigurationsparametern anderseits zu treffen. Selbsttätig
festzulegende Konfigurationsparameter können beispielsweise von größerer Bedeutung
und benutzerseitig auswählbare Betriebsparameter von geringerer Bedeutung sein. Auf
diese Weise kann trotz der größeren Flexibilität in der Festlegung der Gerätebetriebskonfiguration
ein gleichzeitig hohes Maß an Betriebssicherheit gewährleistet werden.
[0009] Unter dem Begriff Konfigurationsparameter können hier insbesondere Einstellparameter
zu verstehen sein, die im Vorfeld eines Gerätebetriebs zur Gerätebetriebskonfiguration
ausgewählt werden. Die Konfigurationsparameter legen dann eine Gerätebetriebskonfiguration
fest und sind zu unterscheiden von Betriebseinstellungen, die während des Gerätebetriebs
situationsabhängig veränderbar sind.
[0010] Bei der elektronischen Vorrichtung kann es sich insbesondere um ein Antriebsgerät
handeln, bevorzugt um ein Antriebsgerät für Vakuumpumpen. Ferner kann die elektronische
Vorrichtung mehrteilig ausgebildet sein und neben einem Antriebsgerät weitere Komponenten
aufweisen, beispielsweise ein Netzteil zum direkten Anschluss eines Gleichspannungs-
und/oder Schutzkleinspannungsantriebsgerätes an das allgemeine Wechsel- oder Drehstromnetz.
Ebenso kann es sich bei einer weiteren Komponente um ein Zubehörmodul handeln, das
beispielsweise eine Feldbus-Kommunikation oder den Betrieb eines elektrischen Zubehörs
ermöglicht.
[0011] Im Falle einer Vakuumpumpe kann die Gerätekomponente als Pumpenkomponente ausgebildet
und durch das Anschließen der elektronischen Vorrichtung an die Schnittstelle der
Pumpenkomponente zumindest ein Konfigurationsparameter einer Pumpenbetriebskonfiguration
selbsttätig festgelegt werden. Eine Pumpenbetriebskonfiguration kann Betriebsparameter
einer Pumpe definieren, beispielsweise Nenndrehzahlen, Maximaldrehzahlen, Pumpeneingangsdrücke
und/oder Pumpenausgangsdrücke oder auch Betriebskennlinien. Hierdurch kann ein hohes
Maß an Funktionalität gewährleistet werden.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung kann der durch Anschließen der elektronischen
Vorrichtung an die Schnittstelle der Gerätekomponente selbsttätig festgelegte Konfigurationsparameter
sicherheitsspezifisch und/oder zertifiziert und/oder gerätespezifisch sein. Die Gefahr
von Beschädigungen der jeweiligen Vakuumgerät durch Anwendung ungeeigneter Konfigurationsparameter
kann hierdurch verringert werden.
[0013] Weiter bevorzugt kann der durch Anschließen der elektronischen Vorrichtung an die
Schnittstelle der Gerätekomponente selbsttätig festgelegte Konfigurationsparameter
eine Nenndrehzahl, eine Maximaldrehzahl, eine Motornennspannung, einen maximalen Phasenstrom
und/oder eine Maximaltemperatur einer Gerätekomponente betreffen. Es handelt sich
insbesondere um eine Nenndrehzahl, eine Maximaldrehzahl, eine Motornennspannung, einen
maximalen Phasenstrom und/oder eine Maximaltemperatur einer Pumpenkomponente. Die
Betriebssicherheit kann auf diese Weise weiter verbessert werden.
[0014] Es kann weiter von Vorteil sein, wenn die elektronische Vorrichtung zum Erkennen
einer Kennwiderstandskombination eingerichtet ist, insbesondere einer gerätekomponentenseitigen
Kennwiderstandskombination, die durch Anschließen der elektronischen Vorrichtung an
die Schnittstelle der Gerätekomponente erkennbar ist. Es kann weiterhin vorgesehen
sein, dass durch Erkennen einer Kennwiderstandskombination der zumindest eine Konfigurationsparameter
selbsttätig festlegbar ist. Die Erkennung einer Kennwiderstandskombination ist einfach
zu bewerkstelligen und gewährleistet zudem ein verhältnismäßig hohes Maß an Erkennungssicherheit.
[0015] Unter gerätekomponentenseitiger Anordnung kann vorliegend verstanden werden, dass
die Kennwiderstandskombination beziehungsweise die jeweiligen Kennwiderstände unmittelbar
oder mittelbar an der Gerätekomponente angeordnet sind. Es ist möglich, dass die Kennwiderstandskombination
beziehungsweise die jeweiligen Kennwiderstände an einem gerätekomponentenseitig angeordneten
Konfigurationsmodul vorgesehen sind. Ein solches Konfigurationsmodul kann gerätekomponentenseitig
vormontiert sein.
[0016] Es kann in vorteilhafter Weise eine freie Zuordnung von Kennwiderstandskombinationen
beziehungsweise Kennwiderstandsmustern zu selbsttätig festlegbaren Konfigurationsparametern
vorgesehen sein. Ebenso kann eine solche Zuordnung durch eine Abbildungsvorschrift
abgeleitet werden. Beispielsweise kann ein von der elektronischen Vorrichtung detektierter
Kennwiderstand oder eine detektierte Kennwiderstandskombination durch ein vordefiniertes
Verhältnis direkt in eine Nenndrehzahl oder in eine Maximaldrehzahl einer Vakuumpumpe
umgerechnet werden. Eine derartige Umrechnung kann durch lineare Zuordnung, Rundung,
Aufspreizung, Offset oder sonstigen eindeutigen Umrechnungen beziehungsweise Abbildungen
kontinuierlich oder in definierten Abstufungen erfolgen. Die elektronische Vorrichtung
kann hierzu geeignet eingerichtet sein.
[0017] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung kann die elektronische Vorrichtung zum Erkennen
einer Zustandsveränderung eingerichtet sein. Die Erkennung einer solchen Zustandsveränderung
kann beispielsweise durch Anschluss der elektronischen Vorrichtung an der Schnittstelle
der Gerätekomponenten erfolgen. Ferner kann durch ein Erkennen einer Zustandsveränderung
der zumindest eine Konfigurationsparameter selbsttätig festlegbar sein. Das Erkennen
einer Zustandsveränderung kann mit nur geringem Aufwand und hoher Sicherheit realisiert
werden. Die Gefahr der Anwendung ungeeigneter Konfigurationsparameter wird verringert.
[0018] Weiter bevorzugt kann die Zustandsveränderung an der elektronischen Vorrichtung erzeugbar
sein, insbesondere durch Anschließen an die Schnittstelle der Gerätekomponente. Es
kann also durch den Anschluss der elektronischen Vorrichtung an die Schnittstelle
der Gerätekomponente an der elektronischen Vorrichtung selbst eine Zustandsveränderung
hervorgerufen werden. Die elektronische Vorrichtung kann somit spezifisch durch die
jeweilige Gerätekomponente beziehungswiese die jeweilige Schnittstelle konfiguriert
werden. Durch eine solche konfigurierende Zustandsveränderung kann der zumindest eine
Konfigurationsparameter mit besonders hoher Sicherheit selbsttätig festgelegt werden.
[0019] Ebenso ist es möglich, dass die Zustandsveränderung an einem gerätekomponentenseitig
vormontierten Konfigurationsmodul erzeugt ist. Ein solches Konfigurationsmodul kann
also unmittelbar oder mittelbar an der Gerätekomponente angeordnet sein. Das Konfigurationsmodul
kann dabei an der Schnittstelle der Gerätekomponente vormontiert oder auch an einer
separaten Schnittstelle vormontiert sein. Durch das Vormontieren beziehungsweise dem
damit einhergehenden Anschließen des Konfigurationsmoduls kann dieses eine Zustandsveränderung
erfahren. Eine solche Zustandsveränderung kann durch die elektronische Vorrichtung
erkannt werden, insbesondere durch Anschluss an die Schnittstelle der Gerätekomponente.
[0020] Bei einem vormontierten Konfigurationsmodul kann es sich beispielsweise um einem
Geräteplatine handeln, insbesondere um eine Pumpenplatine.
[0021] Die vorstehend beschriebene Zustandsveränderung der elektronischen Vorrichtung und/oder
des Konfigurationsmoduls kann in vorteilhafter Weise mechanisch, elektrisch, magnetisch,
optisch und/oder datentechnisch sein. Hierdurch kann ein hohes Maß an Konfigurationsflexibilität
sowie Betriebssicherheit gewährleistet werden.
[0022] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die Zustandsveränderung der elektronischen
Vorrichtung und/oder des vormontierten Konfigurationsmoduls irreversibel erzeugt oder
erzeugbar. Unter irreversibler Zustandsveränderung soll hier verstanden werden, dass
eine nachträgliche Rückveränderung des Zustands unmöglich ist oder zumindest den Einsatz
von Werkzeugen und/oder Programmierarbeiten und/oder den Austausch elektrischer, elektronischer
und/oder mechanischer Komponenten erfordert. Insgesamt soll auf diese Weise eine nachträgliche
Rückveränderung des Zustands vermieden werden. Dies verringert die Gefahr, dass die
elektronische Vorrichtung beziehungsweise das jeweils vormontierte Konfigurationsmodul
nach Entfernung von der jeweiligen Schnittstelle fehlerhaft an der Gerätekomponente
eines anderen Geräts montiert wird und dadurch mögliche Schäden aufgrund ungeeigneter
Gerätebetriebskonfigurationen entstehen.
[0023] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist die jeweilige Schnittstelle dazu ausgebildet,
durch vollständige und/oder teilweise Entfernung der elektronischen Vorrichtung und/oder
des vormontierten Konfigurationsmoduls eine weitere Zustandsveränderung an dieser
zu erzeugen, insbesondere zur Festlegung einer Ungültigkeitskonfiguration. Die Gefahr
einer fehlerhaften Verwendung der elektronischen Vorrichtung und/oder des vormontierten
Konfigurationsmoduls, insbesondere nach Entfernung von der jeweiligen Schnittstelle
der Gerätekomponente, kann somit weiter verringert werden.
[0024] Entsprechend kann die elektronische Vorrichtung und/oder das vormontierte Konfigurationsmodul
dazu ausgebildet sein, durch vollständige und/oder teilweise Entfernung von der jeweiligen
Schnittstelle und/oder durch Anschließen an die Schnittstelle einer anderen Gerätekomponente
eine weitere Zustandsveränderung zu erfahren, insbesondere zur Festlegung einer Ungültigkeitskonfiguration.
Es besteht demnach die Möglichkeit, dass bereits nach Entfernung von der Schnittstelle
eine weitere Zustandsveränderung der elektronischen Vorrichtung und/oder des Konfigurationsmoduls
erzeugt wird, die eine Ungültigkeitskonfiguration auslöst. Ebenso kann eine weitere
Zustandsveränderung erst durch Anschließen an die Schnittstelle einer anderen Gerätekomponente,
insbesondere eines anderen Geräts, erzeugt werden. Eine unerwünschte und/oder Beschädigungen
verursachende Wiederverwendung der elektronischen Vorrichtung und/oder des Konfigurationsmoduls
kann auf diese Weise vermieden werden.
[0025] Es kann weiter von Vorteil sein, wenn die jeweilige Schnittstelle zur Erzeugung einer
gerätespezifischen Zustandsveränderung der elektronischen Vorrichtung und/oder des
Konfigurationsmoduls ausgebildet ist. Die an der elektronischen Vorrichtung und/oder
des Konfigurationsmoduls erzeugte Zustandsveränderung kann somit spezifisch für das
jeweilige Vakuumgerät beziehungsweise für die jeweilige Gerätekomponente sein. Die
Art der Zustandsveränderung kann damit in Abhängigkeit des Vakuumgeräts beziehungsweise
der Gerätekomponente erzeugt sein.
[0026] In bevorzugter Weise kann durch eine gerätespezifische Zustandsveränderung selbsttägig
ein gerätespezifischer Teil einer Gerätebetriebskonfiguration festgelegt sein. Somit
kann durch Anschließen einer für eine Mehrzahl von Vakuumgeräten einsetzbaren elektronischen
Vorrichtung und/oder eines für eine Mehrzahl von Vakuumgeräten einsetzbaren Konfigurationsmoduls
ein Teil einer gerätespezifische Konfiguration erzeugt werden.
[0027] Vor erstmaligem Anschluss der elektronischen Vorrichtung kann diese für den Einsatz
in unterschiedlichen Vakuumgeräten geeignet sein. Dementsprechend kann die elektronische
Vorrichtung dazu ausgebildet sein, vor erstmaligem Anschließen unterschiedliche Zustandsveränderungen
in Abhängigkeit des Vakuumgeräts beziehungsweise der Gerätekomponente zu erfahren.
Dies gilt auch für ein etwaig vormontiertes Konfigurationsmodul.
[0028] Gemäß einer Ausgestaltung des Vakuumgeräts kann die Zustandsveränderung gestuft erzeugt
sein, insbesondere durch Überführung der elektronischen Vorrichtung und/oder des Konfigurationsmoduls
zwischen zwei diskreten Zuständen. Es kann sich hierbei um eine "binäre" Zustandsveränderung
handeln, also eine Veränderung zwischen zwei fest definierten Zuständen. Die jeweils
gewünschte Zustandsveränderung kann hierdurch mit hoher Sicherheit und Genauigkeit
erzielt werden.
[0029] Ebenso ist es möglich, dass die Zustandsveränderung stufenlos erzeugt ist, insbesondere
durch stufenlose Überführung zwischen zwei Zuständen. Bei einer solchen stufenlosen
Überführung zwischen zwei Zuständen kann eine kontinuierliche Zustandsveränderung
erfolgt sein, bei der sich bis zum Erreichen des gewünschten Endzustands insbesondere
mehrere Zwischenzustände einstellen. Elektronische Vorrichtungen und/oder Konfigurationsmodule,
die eine stufenlose Zustandsveränderung erlauben, können ein besonders hohes Maß an
Einsatzflexibilität gewährleisten. Eine stufenlose Zustandsveränderung ermöglicht
insbesondere die Erzeugung einer großen Anzahl von Endzuständen, wodurch zahlreiche
unterschiedliche Konfigurationsparameter selbsttätig festgelegt werden können.
[0030] Es kann ferner von Vorteil sein, dass durch das Anschließen an der jeweiligen Schnittstelle
eine Mehrzahl von Zustandsveränderungen erzeugt ist beziehungsweise erzeugbar ist.
Dabei ist es möglich, dass die mehreren Zustandsveränderungen parallel erzeugt sind.
Ebenso können die mehreren Zustandsveränderungen seriell erzeugt sein.
[0031] Bei einer Mehrzahl von Zustandsveränderungen kann einerseits die Sicherheit bei der
Erzeugung des gewünschten Endzustands erhöht werden. Die Gefahr eines fehlerhaft erzeugten
Endzustands wird verringert. Gleichzeitig erhöht eine Mehrzahl von Zustandsveränderungen
die Funktionalität der elektronischen Vorrichtung, da die Anzahl möglicher Endzustände
und damit auch die Anzahl möglicher Betriebskonfigurationen erhöht wird. Vor erstmaligem
Anschluss der elektronischen Vorrichtung und/oder des Konfigurationsmoduls kann somit
die universellere Einsetzbarkeit weiter verbessert werden.
[0032] Nach einer weiteren Ausgestaltung des Vakuumgeräts kann die jeweilige Schnittstelle
zur Erzeugung einer mechanischen, elektrischen, magnetischen, optischen und/oder datentechnischen
Zustandsveränderung ausgebildet sein. Entsprechend kann die elektronische Vorrichtung
und/oder ein etwaig vormontiertes Konfigurationsmodul dazu ausgebildet sein, durch
das Anschließen an die jeweilige Schnittstelle eine mechanische, elektrische, magnetische,
optische und/oder datentechnische Zustandsveränderung zu erfahren. Eine solche Zustandsveränderung
kann von der elektronischen Vorrichtung mit nur geringem Aufwand und gleichzeitig
hoher Sicherheit erkannt werden.
[0033] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des Vakuumgeräts weist die jeweilige Schnittstelle
eine mechanische Formgebung zur Zustandsveränderung auf. Eine solche mechanische Formgebung
kann kostengünstig erzeugt werden und gleichzeitig ein hohes Maß an Funktionssicherheit
gewährleisten. In geeigneter Weise kann es sich bei einer solchen mechanischen Formgebung
um zumindest einen Vorsprung, insbesondere einen dorn- oder stegartigen Vorsprung,
und/oder um zumindest eine Ausnehmung handeln. Bevorzugt können mehrere Vorsprünge
und/oder Ausnehmungen vorgesehen sein. Durch solche Vorsprünge oder Ausnehmungen kann
in besonders einfacher Weise eine mechanische Codierung bereitgestellt werden, die
eine jeweils gewünschte Zustandsveränderung erzeugt.
[0034] Es kann weiter von Vorteil sein, wenn die Zustandsveränderung der elektronischen
Vorrichtung durch zumindest einen Materialausbruch und/oder durch zumindest eine Materialunterbrechung
gebildet ist, insbesondere durch Unterbrechung einer Leiterbahn an einer Leiterplatte
der elektronischen Vorrichtung und/oder eines etwaig vormontierten Konfigurationsmoduls.
Ein derartiger Materialausbruch oder eine derartige Materialunterbrechung kann während
der Montage besonders deutlich wahrgenommen werden, sodass bei Anschließen der elektronischen
Vorrichtung beziehungsweise des Konfigurationsmoduls das Erreichen der jeweiligen
Endlage an der jeweiligen Schnittstelle von einem Bediener oder Monteur einfach festgestellt
werden kann.
[0035] Es ist ferner möglich, dass die Zustandsveränderung durch zumindest eine elektrische
Leitfähigkeitsänderung und/oder durch zumindest eine Farbänderung gebildet ist. Elektrische
Leitfähigkeitsänderungen oder Farbänderungen können stufenlos erfolgen, sodass zahlreiche
mögliche Endzustände erzeugt werden können.
[0036] Eine datentechnische Zustandsveränderung kann beispielsweise durch eine Programmauswahl
erzeugbar sein. Dementsprechend können auf der elektronischen Vorrichtung eine Mehrzahl
an Programmen, insbesondere an Computerprogrammprodukten, und/oder Konfigurationsdaten
gespeichert oder installiert sein. Bei Anschluss der elektronischen Vorrichtung kann
durch Signalübertragung, insbesondere durch automatisierte Signalübertragung, von
der Gerätekomponente über die Schnittstelle an die elektronische Vorrichtung eine
Programmauswahl und/oder eine Konfigurationsdatenauswahl erfolgen. Eine solche Auswahl
kann insbesondere irreversibel erfolgen.
[0037] Bei der Schnittstelle kann es sich gemäß einer beispielhaften Ausgestaltung um eine
physische oder auch um eine logische Schnittstelle handeln, die insbesondere eine
kabellose Signal- und/oder Datenübertragung ermöglicht.
[0038] Bevorzugt kann der zumindest eine, durch benutzerseitige Eingabe auswählbare, weitere
Konfigurationsparameter applikationsspezifisch, geräteunspezifisch, gefahrenunabhängig
und/oder zertifizierungsfrei sein. Die Konfigurationsflexibilität kann auf diese Weise
erhöht werden, ohne dass die Betriebssicherheit beeinträchtigt wird.
[0039] Weiter bevorzugt kann der zumindest eine, durch benutzerseitige Eingabe auswählbare,
weitere Konfigurationsparameter eine Temperaturgrenze, insbesondere eine Temperaturgrenze
einer Gerätekomponente und/oder eines Mediums, wie zum Beispiel eines zu fördernden
Mediums und/oder eines Kühlmediums, betreffen. Es kann sich hierbei insbesondere um
eine gefahrenunspezifische Temperaturgrenze handeln.
[0040] Ebenso kann der zumindest eine, durch benutzerseitige Eingabe auswählbare, weitere
Konfigurationsparameter eine Kühlmethode und/oder eine Einsatzumgebung, eine Ansteuerung
weiterer Anlagenkomponenten, insbesondere Vorpumpen und/oder Ventile, und/oder eine
Leistungskennlinie betreffen. Es lässt sich hierdurch eine besonders applikationsspezifische
Gerätebetriebskonfiguration umsetzen.
[0041] Es kann ebenso von Vorteil sein, wenn der zumindest eine weitere Konfigurationsparameter
unabhängig vom Anschluss der elektronischen Vorrichtung an der Schnittstelle der Gerätekomponente
durch benutzerseitige Eingabe auswählbar ist. Dabei kann der zumindest eine weitere
Konfigurationsparameter insbesondere in einem an der Schnittstelle der Gerätekomponente
angeschlossenen oder getrennten Zustand der elektronischen Vorrichtung auswählbar
sein. Bei Auswahl des zumindest einen weitere Konfigurationsparameters in einer von
der Gerätekomponente getrennten Stellung der elektronischen Vorrichtung kann die jeweilige
Auswahl in der elektronischen Vorrichtung gespeichert und nach Anschluss an die Gerätekomponente
aktiviert beziehungsweise auf die Gerätekomponente und/oder auf das Vakuumgerät angewendet
werden.
[0042] Weiter bevorzugt kann der zumindest eine, durch benutzerseitige Eingabe auswählbare,
weitere Konfigurationsparameter gerätekomponentenseitig speicherbar sein, insbesondere
in einem gerätekomponentenseitig vorgesehenen Datenspeicher, bevorzugt einem nichtflüchtigen
Datenspeicher. Ein durch benutzerseitige Eingabe ausgewählter weiterer Konfigurationsparameter
kann somit unabhängig von der elektronischen Vorrichtung beibehalten werden. Beispielsweise
kann bei einem Austausch der elektronischen Vorrichtung der gerätekomponentenseitig
gespeicherte Konfigurationsparameter von der ersatzweise angeschlossenen Vorrichtung
ausgelesen werden.
[0043] Es kann gemäß einer Ausführungsform vorgesehen sein, dass der zumindest eine weitere
Konfigurationsparameter durch benutzerseitige Eingabe einer komponentenspezifischen
Artikelnummer oder einer komponentenunspezifischen Nummer auswählbar ist. Die Verwendung
einer komponentenspezifischen Artikelnummer kann mit geringem Aufwand bewerkstelligt
werden. Demgegenüber kann durch Verwendung komponentenunspezifischer Nummern eine
fehlerhafte Auswahl durch benutzerseitiges Ausprobieren vermieden werden. Komponentenunspezifische
Nummern können in der elektronischen Vorrichtung zugeordnet sein zu bestimmten Konfigurationsparametern.
[0044] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung kann die elektronische Vorrichtung dazu eingerichtet
sein, bis zu einer erfolgten benutzerseitigen Eingabe zur Auswahl des zumindest einen
weiteren Konfigurationsparameters Funktionalitäten teilweise oder vollständig zu unterbinden.
Dies kann Hauptfunktionalitäten des Vakuumgeräts, wie zum Beispiel die Pumpfunktionalität
einer Vakuumpumpe, betreffen. Ebenso kann dies die Ansteuerung von Gerätezubehör und/oder
die Kommunikation mit weiteren Komponenten beziehungsweise Kommunikationsteilnehmer
betreffen. Für den Betrieb des jeweiligen Vakuumgeräts kann damit zwingend eine benutzerseitige
Auswahl erforderlich sein, zumindest in Bezug auf eine der Gerätefunktionen. Die Betriebssicherheit
kann damit weiter verbessert werden.
[0045] Ebenso ist es möglich, dass die elektronische Vorrichtung dazu eingerichtet ist,
bis zu einer erfolgten benutzerseitigen Eingabe zur Auswahl des zumindest einen weiteren
Konfigurationsparameters einen Betrieb auf Grundlage zumindest eines weiteren voreingestellten
Konfigurationsparameters zu veranlassen. Ein derart voreingestellter Konfigurationsparameter
kann beispielsweise ein Default-Parameter sein. Ein solcher Default-Parameter kann
im Hinblick auf hohe Betriebssicherheit und/oder im Hinblick auf zumindest ein weiteres
Kriterium voreingestellt sein.
[0046] Ein weiterer gesonderter Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft eine Gerätekomponente
für ein Vakuumgerät, insbesondere für ein voranstehend beschriebenes Vakuumgerät,
mit einer Schnittstelle für den Anschluss einer elektronischen Vorrichtung, insbesondere
zur Gerätesteuerung und/oder -regelung, wobei durch Anschließen einer elektronischen
Vorrichtung an die Schnittstelle zumindest eine Konfigurationsparameter für eine Gerätebetriebskonfiguration
selbsttätig festlegbar und wobei die Schnittstelle mit einem Datenspeicher zur Speicherung
zumindest eines weiteren benutzerseitig ausgewählten Konfigurationsparameters verbunden
ist.
[0047] Ein noch weiterer gesonderter Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft eine elektronische
Vorrichtung für ein Vakuumgerät, insbesondere für ein voranstehend beschriebenes Vakuumgerät,
mit zumindest einem Anschlussabschnitt für den Anschluss an eine Schnittstelle einer
Gerätekomponente und mit zumindest einer Konfigurationseinrichtung zur Festlegung
einer Gerätebetriebskonfiguration, wobei die Konfigurationseinrichtung dazu ausgebildet
ist, durch den Anschluss des Anschlussabschnitts an die Schnittstelle der Gerätekomponente
zumindest einen Konfigurationsparameter einer Gerätebetriebskonfiguration selbsttätig
festzulegen, und wobei zumindest ein weiterer Konfigurationsparameter durch benutzerseitige
Eingabe an der Konfigurationseinrichtung auswählbar ist.
[0048] Ein noch weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft ein Verfahren zur Montage
und/oder Inbetriebnahme eines Vakuumgeräts, insbesondere eines voranstehend beschriebenen
Vakuumgeräts, bei dem zumindest eine Gerätekomponente bereitgestellt wird, bei dem
zumindest eine elektronische Vorrichtung, insbesondere zur Gerätesteuerung und/oder
-regelung, bereitgestellt wird, bei dem die elektronische Vorrichtung an eine Schnittstelle
der Gerätekomponente angeschlossen wird, bei dem durch das Anschließen zumindest ein
Konfigurationsparameter für eine Gerätebetriebskonfiguration selbsttätig festgelegt
wird und bei dem zumindest ein weiterer Konfigurationsparameter durch benutzerseitige
Eingabe an dem elektronischen Gerät ausgewählt wird.
[0049] Die voranstehenden Ausführungen zu dem erfindungsgemäßen Vakuumgerät geltend entsprechend
auch für die erfindungsgemäße Gerätekomponente, für die erfindungsgemäße elektronische
Vorrichtung sowie für das Verfahren zur Montage und/oder Inbetriebnahme eines Vakuumgeräts.
[0050] Nachfolgend wird die Erfindung beispielhaft anhand vorteilhafter Ausführungsformen
unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren beschrieben. Es zeigen, jeweils schematisch:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer Turbomolekularpumpe,
- Fig. 2
- eine Ansicht der Unterseite der Turbomolekularpumpe von Fig. 1,
- Fig. 3
- einen Querschnitt der Turbomolekularpumpe längs der in Fig. 2 gezeigten Schnittlinie
A-A,
- Fig. 4
- eine Querschnittsansicht der Turbomolekularpumpe längs der in Fig. 2 gezeigten Schnittlinie
B-B,
- Fig. 5
- eine Querschnittsansicht der Turbomolekularpumpe längs der in Fig. 2 gezeigten Schnittlinie
C-C,
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung eines Vakuumgeräts gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel
vor Anschluss einer elektronischen Vorrichtung an einer Gerätekomponente,
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung eines Vakuumgeräts gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel
nach Anschluss einer elektronischen Vorrichtung an eine Gerätekomponente,
- Fig. 8
- eine schematische Darstellung eines Vakuumgeräts gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel
vor Anschluss einer elektronischen Vorrichtung an eine Gerätekomponente,
- Fig. 9
- eine schematische Darstellung eines Vakuumgeräts gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel
nach Anschluss einer elektronischen Vorrichtung an eine Gerätekomponente,
- Fig. 10
- eine schematische Darstellung eines Vakuumgeräts gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel
vor Anschluss einer elektronischen Vorrichtung an eine Gerätekomponente,
- Fig. 11
- eine schematische Darstellung eines Vakuumgeräts gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel
nach Anschluss einer elektronischen Vorrichtung an eine Gerätekomponente.
- Fig. 12
- eine schematische Darstellung eines Vakuumgeräts gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel
vor Anschluss einer elektronischen Vorrichtung an eine Gerätekomponente,
- Fig. 13
- eine schematische Darstellung eines Vakuumgeräts gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel
nach Anschluss einer elektronischen Vorrichtung an eine Gerätekomponente.
[0051] Die in Fig. 1 gezeigte Turbomolekularpumpe 111 umfasst einen von einem Einlassflansch
113 umgebenen Pumpeneinlass 115, an welchen in an sich bekannter Weise ein nicht dargestellter
Rezipient angeschlossen werden kann. Das Gas aus dem Rezipienten kann über den Pumpeneinlass
115 aus dem Rezipienten gesaugt und durch die Pumpe hindurch zu einem Pumpenauslass
117 gefördert werden, an den eine Vorvakuumpumpe, wie etwa eine Drehschieberpumpe,
angeschlossen sein kann.
[0052] Der Einlassflansch 113 bildet bei der Ausrichtung der Vakuumpumpe gemäß Fig. 1 das
obere Ende des Gehäuses 119 der Vakuumpumpe 111. Das Gehäuse 119 umfasst ein Unterteil
121, an welchem seitlich ein Elektronikgehäuse 123 angeordnet ist. In dem Elektronikgehäuse
123 sind elektrische und/oder elektronische Komponenten der Vakuumpumpe 111 untergebracht,
z.B. zum Betreiben eines in der Vakuumpumpe angeordneten Elektromotors 125. Am Elektronikgehäuse
123 sind mehrere Anschlüsse 127 für Zubehör vorgesehen. Außerdem sind eine Datenschnittstelle
129, z.B. gemäß dem RS485-Standard, und ein Stromversorgungsanschluss 131 am Elektronikgehäuse
123 angeordnet.
[0053] Am Gehäuse 119 der Turbomolekularpumpe 111 ist ein Fluteinlass 133, insbesondere
in Form eines Flutventils, vorgesehen, über den die Vakuumpumpe 111 geflutet werden
kann. Im Bereich des Unterteils 121 ist ferner noch ein Sperrgasanschluss 135, der
auch als Spülgasanschluss bezeichnet wird, angeordnet, über welchen Spülgas zum Schutz
des Elektromotors 125 vor dem von der Pumpe geförderten Gas in den Motorraum 137,
in welchem der Elektromotor 125 in der Vakuumpumpe 111 untergebracht ist, gebracht
werden kann. Im Unterteil 121 sind ferner noch zwei Kühlmittelanschlüsse 139 angeordnet,
wobei einer der Kühlmittelanschlüsse als Einlass und der andere Kühlmittelanschluss
als Auslass für Kühlmittel vorgesehen ist, das zu Kühlzwecken in die Vakuumpumpe geleitet
werden kann.
[0054] Die untere Seite 141 der Vakuumpumpe kann als Standfläche dienen, sodass die Vakuumpumpe
111 auf der Unterseite 141 stehend betrieben werden kann. Die Vakuumpumpe 111 kann
aber auch über den Einlassflansch 113 an einem Rezipienten befestigt werden und somit
gewissermaßen hängend betrieben werden. Außerdem kann die Vakuumpumpe 111 so gestaltet
sein, dass sie auch in Betrieb genommen werden kann, wenn sie auf andere Weise ausgerichtet
ist als in Fig. 1 gezeigt ist. Es lassen sich auch Ausführungsformen der Vakuumpumpe
realisieren, bei der die Unterseite 141 nicht nach unten, sondern zur Seite gewandt
oder nach oben gerichtet angeordnet werden kann.
[0055] An der Unterseite 141, die in Fig. 2 dargestellt ist, sind noch diverse Schrauben
143 angeordnet, mittels denen hier nicht weiter spezifizierte Bauteile der Vakuumpumpe
aneinander befestigt sind. Beispielsweise ist ein Lagerdeckel 145 an der Unterseite
141 befestigt.
[0056] An der Unterseite 141 sind außerdem Befestigungsbohrungen 147 angeordnet, über welche
die Pumpe 111 beispielsweise an einer Auflagefläche befestigt werden kann.
[0057] In den Figuren 2 bis 5 ist eine Kühlmittelleitung 148 dargestellt, in welcher das
über die Kühlmittelanschlüsse 139 ein- und ausgeleitete Kühlmittel zirkulieren kann.
[0058] Wie die Schnittdarstellungen der Figuren 3 bis 5 zeigen, umfasst die Vakuumpumpe
mehrere Prozessgaspumpstufen zur Förderung des an dem Pumpeneinlass 115 anstehenden
Prozessgases zu dem Pumpenauslass 117.
[0059] In dem Gehäuse 119 ist ein Rotor 149 angeordnet, der eine um eine Rotationsachse
151 drehbare Rotorwelle 153 aufweist.
[0060] Die Turbomolekularpumpe 111 umfasst mehrere pumpwirksam miteinander in Serie geschaltete
turbomolekulare Pumpstufen mit mehreren an der Rotorwelle 153 befestigten radialen
Rotorscheiben 155 und zwischen den Rotorscheiben 155 angeordneten und in dem Gehäuse
119 festgelegten Statorscheiben 157. Dabei bilden eine Rotorscheibe 155 und eine benachbarte
Statorscheibe 157 jeweils eine turbomolekulare Pumpstufe. Die Statorscheiben 157 sind
durch Abstandsringe 159 in einem gewünschten axialen Abstand zueinander gehalten.
[0061] Die Vakuumpumpe umfasst außerdem in radialer Richtung ineinander angeordnete und
pumpwirksam miteinander in Serie geschaltete Holweck-Pumpstufen. Der Rotor der Holweck-Pumpstufen
umfasst eine an der Rotorwelle 153 angeordnete Rotornabe 161 und zwei an der Rotornabe
161 befestigte und von dieser getragene zylindermantelförmige Holweck-Rotorhülsen
163, 165, die koaxial zur Rotationsachse 151 orientiert und in radialer Richtung ineinander
geschachtelt sind.
[0062] Ferner sind zwei zylindermantelförmige Holweck-Statorhülsen 167, 169 vorgesehen,
die ebenfalls koaxial zu der Rotationsachse 151 orientiert und in radialer Richtung
gesehen ineinander geschachtelt sind.
[0063] Die pumpaktiven Oberflächen der Holweck-Pumpstufen sind durch die Mantelflächen,
also durch die radialen Innen- und/oder Außenflächen, der Holweck-Rotorhülsen 163,
165 und der Holweck-Statorhülsen 167, 169 gebildet. Die radiale Innenfläche der äußeren
Holweck-Statorhülse 167 liegt der radialen Außenfläche der äußeren Holweck-Rotorhülse
163 unter Ausbildung eines radialen Holweck-Spalts 171 gegenüber und bildet mit dieser
die der Turbomolekularpumpen nachfolgende erste Holweck-Pumpstufe. Die radiale Innenfläche
der äußeren Holweck-Rotorhülse 163 steht der radialen Außenfläche der inneren Holweck-Statorhülse
169 unter Ausbildung eines radialen Holweck-Spalts 173 gegenüber und bildet mit dieser
eine zweite Holweck-Pumpstufe. Die radiale Innenfläche der inneren Holweck-Statorhülse
169 liegt der radialen Außenfläche der inneren Holweck-Rotorhülse 165 unter Ausbildung
eines radialen Holweck-Spalts 175 gegenüber und bildet mit dieser die dritte Holweck-Pumpstufe.
[0064] Am unteren Ende der Holweck-Rotorhülse 163 kann ein radial verlaufender Kanal vorgesehen
sein, über den der radial außenliegende Holweck-Spalt 171 mit dem mittleren Holweck-Spalt
173 verbunden ist. Außerdem kann am oberen Ende der inneren Holweck-Statorhülse 169
ein radial verlaufender Kanal vorgesehen sein, über den der mittlere Holweck-Spalt
173 mit dem radial innenliegenden Holweck-Spalt 175 verbunden ist. Dadurch werden
die ineinander geschachtelten Holweck-Pumpstufen in Serie miteinander geschaltet.
Am unteren Ende der radial innenliegenden Holweck-Rotorhülse 165 kann ferner ein Verbindungskanal
179 zum Auslass 117 vorgesehen sein.
[0065] Die vorstehend genannten pumpaktiven Oberflächen der Holweck-Statorhülsen 163, 165
weisen jeweils mehrere spiralförmig um die Rotationsachse 151 herum in axialer Richtung
verlaufende Holweck-Nuten auf, während die gegenüberliegenden Mantelflächen der Holweck-Rotorhülsen
163, 165 glatt ausgebildet sind und das Gas zum Betrieb der Vakuumpumpe 111 in den
Holweck-Nuten vorantreiben.
[0066] Zur drehbaren Lagerung der Rotorwelle 153 sind ein Wälzlager 181 im Bereich des Pumpenauslasses
117 und ein Permanentmagnetlager 183 im Bereich des Pumpeneinlasses 115 vorgesehen.
[0067] Im Bereich des Wälzlagers 181 ist an der Rotorwelle 153 eine konische Spritzmutter
185 mit einem zu dem Wälzlager 181 hin zunehmenden Außendurchmesser vorgesehen. Die
Spritzmutter 185 steht mit mindestens einem Abstreifer eines Betriebsmittelspeichers
in gleitendem Kontakt. Der Betriebsmittelspeicher umfasst mehrere aufeinander gestapelte
saugfähige Scheiben 187, die mit einem Betriebsmittel für das Wälzlager 181, z.B.
mit einem Schmiermittel, getränkt sind.
[0068] Im Betrieb der Vakuumpumpe 111 wird das Betriebsmittel durch kapillare Wirkung von
dem Betriebsmittelspeicher über den Abstreifer auf die rotierende Spritzmutter 185
übertragen und in Folge der Zentrifugalkraft entlang der Spritzmutter 185 in Richtung
des größer werdenden Außendurchmessers der Spritzmutter 92 zu dem Wälzlager 181 hin
gefördert, wo es z.B. eine schmierende Funktion erfüllt. Das Wälzlager 181 und der
Betriebsmittelspeicher sind durch einen wannenförmigen Einsatz 189 und den Lagerdeckel
145 in der Vakuumpumpe eingefasst.
[0069] Das Permanentmagnetlager 183 umfasst eine rotorseitige Lagerhälfte 191 und eine statorseitige
Lagerhälfte 193, welche jeweils einen Ringstapel aus mehreren in axialer Richtung
aufeinander gestapelten permanentmagnetischen Ringen 195, 197 umfassen. Die Ringmagnete
195, 197 liegen einander unter Ausbildung eines radialen Lagerspalts 199 gegenüber,
wobei die rotorseitigen Ringmagnete 195 radial außen und die statorseitigen Ringmagnete
197 radial innen angeordnet sind. Das in dem Lagerspalt 199 vorhandene magnetische
Feld ruft magnetische Abstoßungskräfte zwischen den Ringmagneten 195, 197 hervor,
welche eine radiale Lagerung der Rotorwelle 153 bewirken. Die rotorseitigen Ringmagnete
195 sind von einem Trägerabschnitt 201 der Rotorwelle 153 getragen, welcher die Ringmagnete
195 radial außenseitig umgibt. Die statorseitigen Ringmagnete 197 sind von einem statorseitigen
Trägerabschnitt 203 getragen, welcher sich durch die Ringmagnete 197 hindurch erstreckt
und an radialen Streben 205 des Gehäuses 119 aufgehängt ist. Parallel zu der Rotationsachse
151 sind die rotorseitigen Ringmagnete 195 durch ein mit dem Trägerabschnitt 203 gekoppeltes
Deckelelement 207 festgelegt. Die statorseitigen Ringmagnete 197 sind parallel zu
der Rotationsachse 151 in der einen Richtung durch einen mit dem Trägerabschnitt 203
verbundenen Befestigungsring 209 sowie einen mit dem Trägerabschnitt 203 verbundenen
Befestigungsring 211 festgelegt. Zwischen dem Befestigungsring 211 und den Ringmagneten
197 kann außerdem eine Tellerfeder 213 vorgesehen sein.
[0070] Innerhalb des Magnetlagers ist ein Not- beziehungsweise Fanglager 215 vorgesehen,
welches im normalen Betrieb der Vakuumpumpe 111 ohne Berührung leer läuft und erst
bei einer übermäßigen radialen Auslenkung des Rotors 149 relativ zu dem Stator in
Eingriff gelangt, um einen radialen Anschlag für den Rotor 149 zu bilden, da eine
Kollision der rotorseitigen Strukturen mit den statorseitigen Strukturen verhindert
wird. Das Fanglager 215 ist als ungeschmiertes Wälzlager ausgebildet und bildet mit
dem Rotor 149 und/oder dem Stator einen radialen Spalt, welcher bewirkt, dass das
Fanglager 215 im normalen Pumpbetrieb außer Eingriff ist. Die radiale Auslenkung,
bei der das Fanglager 215 in Eingriff gelangt, ist groß genug bemessen, sodass das
Fanglager 215 im normalen Betrieb der Vakuumpumpe nicht in Eingriff gelangt, und gleichzeitig
klein genug, sodass eine Kollision der rotorseitigen Strukturen mit den statorseitigen
Strukturen unter allen Umständen verhindert wird.
[0071] Die Vakuumpumpe 111 umfasst den Elektromotor 125 zum drehenden Antreiben des Rotors
149. Der Anker des Elektromotors 125 ist durch den Rotor 149 gebildet, dessen Rotorwelle
153 sich durch den Motorstator 217 hindurch erstreckt. Auf den sich durch den Motorstator
217 hindurch erstreckenden Abschnitt der Rotorwelle 153 kann radial außenseitig oder
eingebettet eine Permanentmagnetanordnung angeordnet sein. Zwischen dem Motorstator
217 und dem sich durch den Motorstator 217 hindurch erstreckenden Abschnitt des Rotors
149 ist ein Zwischenraum 219 angeordnet, welcher einen radialen Motorspalt umfasst,
über den sich der Motorstator 217 und die Permanentmagnetanordnung zur Übertragung
des Antriebsmoments magnetisch beeinflussen können.
[0072] Der Motorstator 217 ist in dem Gehäuse innerhalb des für den Elektromotor 125 vorgesehenen
Motorraums 137 festgelegt. Über den Sperrgasanschluss 135 kann ein Sperrgas, das auch
als Spülgas bezeichnet wird, und bei dem es sich beispielsweise um Luft oder um Stickstoff
handeln kann, in den Motorraum 137 gelangen. Über das Sperrgas kann der Elektromotor
125 vor Prozessgas, z.B. vor korrosiv wirkenden Anteilen des Prozessgases, geschützt
werden. Der Motorraum 137 kann auch über den Pumpenauslass 117 evakuiert werden, d.h.
im Motorraum 137 herrscht zumindest annäherungsweise der von der am Pumpenauslass
117 angeschlossenen Vorvakuumpumpe bewirkte Vakuumdruck.
[0073] Zwischen der Rotornabe 161 und einer den Motorraum 137 begrenzenden Wandung 221 kann
außerdem eine sog. und an sich bekannte Labyrinthdichtung 223 vorgesehen sein, insbesondere
um eine bessere Abdichtung des Motorraums 217 gegenüber den radial außerhalb liegenden
Holweck-Pumpstufen zu erreichen.
[0074] Die Turbomolekularpumpe der Fig. 1 bis 5 bildet ein erfindungsgemäßes Vakuumgerät.
Die Fig. 6 bis 12 zeigen Einzelheiten, welche auch bei einer Turbomolekularpumpe gemäß
den Fig. 1 bis 5 vorgesehen sein können, auch wenn diese dort nicht ausdrücklich gezeigt
sind.
[0075] Die Fig. 6 und 7 zeigen schematische Darstellungen eines Vakuumgeräts gemäß einem
ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung. Bei dem Vakuumgerät gemäß Fig. 6 und 7 kann
es sich insbesondere um eine Turbomolekularpumpe 111 handeln. Die in den Fig. 6 und
7 gezeigte Turbomolekularpumpe 111 weist zumindest eine Gerätekomponente 225 und eine
elektronische Vorrichtung 227 auf. Dabei zeigt Fig. 6 einen getrennten Zustand der
Gerätekomponente 225 und der elektronischen Vorrichtung 227 und Fig. 7 zeigt einen
Zustand, in dem die elektronische Vorrichtung 227 an die Gerätekomponente 225 angeschlossen
ist.
[0076] Bei der Gerätekomponente 225 kann es sich beispielsweise um das Gehäuse 119 und/oder
um das Unterteil 121 der Turbomolekularpumpe 111 handeln. Bei der elektronischen Vorrichtung
227 kann es sich beispielsweise um das Elektronikgehäuse 123 handeln. Ebenso kann
es sich bei der elektronischen Vorrichtung 227 um eine in dem Elektronikgehäuse 123
angeordnete elektronische Komponente oder eine Mehrzahl von elektronischen Komponenten
innerhalb des Elektronikgehäuses 123 handeln. Die elektronische Vorrichtung 227 kann
zur Gerätesteuerung und/oder -regelung ausgebildet sein, insbesondere zum Betreiben
des in der Turbomolekularpumpe 111 angeordneten Elektromotors 125. Bei der elektronischen
Vorrichtung 227 kann es sich insbesondere um ein Antriebsgerät handeln.
[0077] Die elektronische Vorrichtung 227 weist eine Mehrzahl von Konfigurationsparametern
228 zur Festlegung einer Gerätebetriebskonfiguration auf. Die Konfigurationsparameter
228 können in einer Speichereinrichtung der elektronischen Vorrichtung 227 gespeichert
sein. Bei den Konfigurationsparametern 228 kann es sich um Datensätze handeln.
[0078] Zumindest einer der Konfigurationsparameter 228a-228c kann durch Anschließen der
elektronischen Vorrichtung 227 an eine Schnittstelle 229 der Gerätekomponente 225
selbsttätig festlegbar und zumindest ein weiterer Konfigurationsparameter 228d-228f
kann durch benutzerseitige Eingabe an der elektronischen Vorrichtung 227 auswählbar
sein. Wie in der Fig. 7 beispielhaft dargestellt, sind durch Anschließen der elektronischen
Vorrichtung 227 an eine Schnittstelle 229 der Gerätekomponente 225 selbsttätig die
Konfigurationsparameter 228a sowie 228b festgelegt worden. Durch benutzerseitige Eingabe
ist beispielhaft zusätzlich der Konfigurationsparameter 228f ausgewählt worden.
[0079] Für die benutzerseitige Eingabe an der elektronischen Vorrichtung 227 kann diese
eine Eingabeeinrichtung 230 aufweisen, beispielsweise in Form eines Touchdisplays.
Demgegenüber kann die selbsttägige Festlegung des zumindest einen Konfigurationsparameters
228a-228c beispielsweise über Kennwiderstandserkennung realisiert werden. Hierzu kann
gerätekomponentenseitig eine Kennwiderstandskombination 232 vorgesehen sein. Eine
solche Kennwiderstandskombination 232 kann als Konfigurationsmodul ausgebildet und
gerätekomponentenseitig vormontiert sein. Durch Anschluss der elektronischen Vorrichtung
227 an die Schnittstelle 229 kann die Kennwiderstandskombination 232 durch eine Auswerteeinheit
239 der elektronischen Vorrichtung erkannt beziehungsweise ausgelesen werden. Auf
Grundlage der jeweiligen Erkennung kann zumindest ein Konfigurationsparameter 228a-228c
festgelegt werden. Die Auswerteeinheit 239 beziehungsweise die Eingabeeinrichtung
230 können dementsprechend eine Konfigurationseinrichtung zur Festlegung eines Konfigurationsparameters
bilden.
[0080] Bei den Konfigurationsparametern 228a-228c kann es sich um sicherheitsspezifische
und/oder zertifizierte und/oder gerätespezifische Parameter handeln. Demgegenüber
können die Konfigurationsparameter 228d-228f applikationsspezifisch, geräteunspezifisch,
gefahrenunabhängig und/oder zertifizierungsfrei sein.
[0081] Gerätekomponentenseitig kann ferner eine Speichereinrichtung 234 vorgesehen sein,
in der ein benutzerseitig auswählbarer Konfigurationsparameter 228d-228f gespeichert
werden kann. Ein derart in der Speichereinrichtung 234 abgespeicherter Konfigurationsparameter
228d-228f kann durch eine ersatzweise angeschlossene elektronische Vorrichtung 227
ausgelesen werden. Wie in der Fig. 7 beispielhaft gezeigt, ist der benutzerseitig
ausgewählte Konfigurationsparameter 228f in der Speichereinrichtung 234 gespeichert
worden und kann von einer ersatzweise angeschlossenen elektronischen Vorrichtung 227
ausgelesen werden.
[0082] Für die Festlegung des zumindest einen Konfigurationsparameters 228a-228c kann anstelle
der Erkennung einer Kennwiderstandskombination 232 auch die Erkennung einer Zustandsveränderung
genutzt werden. Unterschiedliche Möglichkeiten zum Erkennen einer Zustandsveränderung
sind bezugnehmend auf die Figuren 8 bis 13 dargelegt.
[0083] Die Fig. 8 zeigt eine Turbomolekularpumpe 111 gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel
in einer Stellung vor Anschluss der elektronischen Vorrichtung 227 an die Gerätekomponente
225 und Fig. 9 zeigt die Turbomolekularpumpe 111 in einer Stellung nach Anschluss
der elektronischen Vorrichtung 227 an die Gerätekomponente 225. Für das Anschließen
der elektronischen Komponente 227 an die Gerätekomponente 225 weist die Gerätekomponente
225 wiederum eine Schnittstelle 229 auf. Durch das Anschließen der elektronischen
Vorrichtung 227 an die Gerätekomponente 225 wird eine Zustandsveränderung der elektronischen
Vorrichtung 227 zur Festlegung zumindest eines hier nicht gezeigten Konfigurationsparameters
für eine Gerätebetriebskonfiguration erzeugt.
[0084] Die elektronische Vorrichtung 227 ist mit einer Mehrzahl von Sollbruchstellen 231
versehen, durch die gezielte Materialausbrüche 233, wie in Fig. 9 gezeigt, erzeugt
werden können. Hierzu kann die Schnittstelle 229 der Gerätekomponente 225 durch eine
Mehrzahl von stegartigen Vorsprüngen 235 gebildet sein. Durch das Anschließen der
elektronischen Vorrichtung 227 an die Gerätekomponente 225 gelangen die Vorsprünge
235 in Kontakt mit auszubrechenden Materialabschnitten der elektronischen Vorrichtung
227 und erzeugen entlang der jeweiligen Sollbruchstellen 231 gezielte Materialausbrüche
233, wie in Fig. 9 gezeigt. Der die Sollbruchstellen 231 umgebende Bereich kann somit
einen Anschlussabschnitt für den Anschluss an die Schnittstelle 229 der Gerätekomponente
225 bilden.
[0085] Durch die Materialausbrüche 233 können Leiterbahnen 237 der elektronischen Vorrichtung
227 unterbrochen werden, was durch die Auswerteeinheit 239 der elektronischen Vorrichtung
227 detektierbar ist. Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 8 und 9 sind insbesondere
Leiterbahnen 237a bis 237f vorgesehen. Je nachdem welche und wie viele Leiterbahnen
237 unterbrochen werden, können sich unterschiedliche Zustandsveränderungen einstellen.
Diese können korrespondierend sein zu verschiedenen Konfigurationsparametern, die
durch die Auswerteeinheit 239 festgelegt werden können. Hierdurch kann ein Teil einer
Gerätebetriebskonfiguration selbsttätig festgelegt werden, insbesondere durch Anschluss
der elektronischen Vorrichtung 227 an die Schnittstelle 229 der Gerätekomponente 225.
[0086] Die Sollbruchstellen 231 beziehungsweise die ausbrechbaren Materialabschnitte können
einen Konfigurationsabschnitt bilden, der dazu ausgebildet ist, durch den Anschluss
des Anschlussabschnitts an die Schnittstelle 229 der Gerätekomponente 225 eine Zustandsänderung
zur Festlegung einer Gerätebetriebskonfiguration zu erfahren.
[0087] Im Ausführungsbeispiel der Fig. 8 und 9 ist die Schnittstelle 229 durch insgesamt
vier Vorsprünge 235 in einer spezifischen Anordnung gebildet, durch die nach Anschluss
der elektronischen Vorrichtung 227 insgesamt vier spezifische Materialausbrüche 233
erzeugt werden. Diese führen zu vier ebenfalls spezifischen Leiterbahnunterbrechungen,
nämlich zur Unterbrechung der Leiterbahnen 237a, 237b, 237d und 237f. Demgegenüber
bleiben die Leiterbahnen 237c und 237e ununterbrochen. Dies kann durch die Auswerteeinheit
239 erfasst werden und schließlich die selbsttätige Festlegung zumindest eines Konfigurationsparameters
ermöglichen.
[0088] Aufgrund der Vielzahl möglicher Zustandsveränderungen, die an der elektronischen
Vorrichtung 227 erzeugt werden können, ist diese für den universellen Einsatz in einer
Vielzahl von Vakuumgeräten geeignet. Darüber hinaus kann eine benutzerseitige Auswahl
zumindest eines weiteren Konfigurationsparameters die Konfigurationsflexibilität weiter
erhöhen.
[0089] Nach erstmaligem Anschluss kann eine spezifische Zustandsveränderung erzeugt werden.
Nach Entfernen und/oder erneutem Anschließen an einer anderen Gerätekomponente kann
eine weitere Zustandsveränderung erzeugt werden kann, die einer Ungültigkeitskonfiguration
entsprechen kann. Eine Zustandsveränderung durch Entfernen kann beispielsweise durch
einen Widerhaken an der Schnittstelle 229 und entsprechend ausbrechbare Materialabschnitte
an der elektronischen Vorrichtung 227 erzielt werden, was in den Figuren nicht gezeigt
ist. Die erneute Verwendung der elektronischen Vorrichtung 227 in einem anderen Vakuumgerät
kann durch eine solche Ausgestaltung vermieden werden, sodass die Gefahr einer fehlerhaften
Montage verringert wird.
[0090] In der Ausführungsform gemäß Fig. 8 und 9 kann an der elektronischen Vorrichtung
227 parallel eine Mehrzahl von Materialausbrüchen 233 erzeugt werden.
[0091] Die Fig. 10 und 11 zeigen schematische Darstellungen eines Vakuumgeräts gemäß einem
dritten Ausführungsbeispiel der Erfindung. Bei dem Vakuumgerät gemäß Fig. 10 und 11
kann es sich ebenfalls um eine Turbomolekularpumpe 111 handeln, wie in den Fig. 1
bis 5 gezeigt. Die Ausführungsform gemäß Fig. 10 und 11 unterscheidet sich von der
Ausführungsform gemäß Fig. 8 und 9 lediglich dadurch, dass eine Mehrzahl an Materialausbrüchen
seriell erzeugt werden kann. Hierzu kann die elektronische Vorrichtung 227 eine Mehrzahl
von Sollbruchstellen 231 aufweisen, die zur seriellen Erzeugung von Materialausbrüchen
233 angeordnet sind, wie in Fig. 11 gezeigt. Die Schnittstelle 229 der Gerätekomponente
225 ist gemäß dem Ausführungsbeispiel in Fig. 10 und 11 durch einen stegartigen Vorsprung
235 gebildet.
[0092] Durch das Anschließen der elektronischen Vorrichtung 227 an der Gerätekomponente
225 gelangt der Vorsprung 235 in Kontakt mit auszubrechenden Materialabschnitten der
elektronischen Vorrichtung 227 und erzeugt entlang der jeweiligen Sollbruchstellen
231 gezielte Materialausbrüche 233, wie in Fig. 11 gezeigt.
[0093] Auch gemäß Fig. 10 und 11 können durch Materialausbrüche 233 Leiterbahnen 237 der
elektronischen Vorrichtung 227 unterbrochen werden, was durch die Auswerteeinheit
239 detektierbar ist. Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 10 und 11 sind insbesondere
Leiterbahnen 237a bis 237c vorgesehen, wobei die Anzahl beziehungsweise der Umfang
der Materialausbrüche und damit der Leiterbahnunterbrechungen abhängig ist von den
Abmessungen des Vorsprungs 235. Je nachdem wie viele Leiterbahnen 237 unterbrochen
werden, können sich unterschiedliche Zustandsveränderungen einstellen. Diese können
korrespondierend sein zu verschiedenen Konfigurationsparametern, welche hier nicht
näher dargestellt sind. Neben der selbsttägigen Festlegung zumindest Konfigurationsparameters
durch Anschließen der elektronischen Vorrichtung 227 an die Gerätekomponente 225 kann
auch gemäß diesem Ausführungsbeispiel eine benutzerseitige Auswahl zumindest eines
weiteren Konfigurationsparameters vorgenommen werden.
[0094] Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 10 und 11 ist der Vorsprung 235 dazu dimensioniert
Materialausbrüche 233 zu erzeugen, die zur Unterbrechung der Leiterbahnen 237a und
237b führen, nicht aber zu einer Unterbrechung der Leiterbahn 237c.
[0095] Bei einem Materialausbruch 233 gemäß der zweiten und dritten Ausführungsform, wie
in den Fig. 9 und 11 gezeigt, handelt es sich um gestuft erzeugte Zustandsveränderungen,
also um eine Überführung zwischen zwei diskreten Zuständen, nämlich einem Zustand
ohne Materialausbruch 233 und einem Zustand mit Materialausbruch 233.
[0096] Die Fig. 12 und 13 zeigen schematische Darstellungen eines Vakuumgeräts gemäß einem
vierten Ausführungsbeispiel der Erfindung. Auch bei dem Vakuumgerät gemäß Fig. 12
und 13 kann es sich um eine Turbomolekularpumpe 111 handeln, wie in den Fig. 1 bis
5 gezeigt. Die Ausführungsform gemäß Fig. 12 und 13 unterscheidet sich von den Ausführungsformen
gemäß Fig. 8 bis 11 dadurch, dass anstelle von Materialausbrüchen eine Leitfähigkeitsänderung
erzeugt werden kann. Hierzu weist die elektronische Vorrichtung 227 gemäß Fig. 12
und 13 eine Abtrageinrichtung 241 auf, die mit einer Leiterbahn 237 in Verbindung
steht. Die Abtrageinrichtung 241 besteht insbesondere aus leitfähigem und abtragbarem
Material, wobei durch den Abtrag des Materials eine elektrische Leitfähigkeitsänderung
erzeugt werden kann. Insbesondere kann das Material der Abtrageinrichtung 241 abgerieben
werden. Auch im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 12 und 13 ist die Schnittstelle 229
der Gerätekomponente 225 durch einen stegartigen Vorsprung 235 gebildet.
[0097] Durch das Anschließen der elektronischen Vorrichtung 227 an der Gerätekomponente
225 gelangt der Vorsprung 235 in Kontakt mit der Abtrageinrichtung 241. Hierdurch
wird leitfähiges Material der Abtrageinrichtung 241 abgerieben oder anderweitig mechanisch
abgetragen, was durch eine Auswerteeinheit 239 detektierbar ist. Das Abtragen des
Materials kann stufenlos erfolgen, sodass die Leitfähigkeitsveränderung der Abtrageinrichtung
241 graduell einstellbar ist. Der Umfang des Materialabtrags und damit der Leitfähigkeitsveränderung
ist von den Abmessungen des Vorsprungs 235 abhängig. Je nachdem wie weit der Vorsprung
235 in die Abtrageinrichtung 241 eindringt, können sich Zustandsveränderungen unterschiedlichen
Umfangs einstellen. Diese können korrespondierend sein zu verschiedenen Konfigurationsparametern,
die hier nicht näher dargestellt sind.
[0098] Neben der selbsttägigen Festlegung zumindest eines Konfigurationsparameters durch
Anschließen der elektronischen Vorrichtung 227 an die Gerätekomponente 225 kann auch
gemäß diesem Ausführungsbeispiel eine benutzerseitige Auswahl zumindest eines weiteren
Konfigurationsparameters vorgenommen werden.
[0099] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform, die mit allen in Fig. 8 bis 13 beschriebenen
Konzepten realisierbar ist, kann die beschriebene Zustandsveränderung auch an einem
hier nicht gezeigten Konfigurationsmodul erzeugt oder erzeugbar sein. Ein solches
Konfigurationsmodul kann gerätekomponentenseitig vormontiert sein. Es kann sich bei
einem Konfigurationsmodul insbesondere um eine Pumpenplatine handeln, die beispielsweise
an einer Gerätekomponente 225 einer Pumpe 111 vormontiert wird und dadurch bestimmungsgemäßer
Teil dieser Pumpe 111 wird. Durch den Akt der Montage wird also an der Pumpenplatine
eine Zustandsveränderung erzeugt. Eine Zustandsveränderung an der elektronischen Vorrichtung
227 selbst ist dann nicht mehr erforderlich. Die Zustandsveränderung eines solchen
Konfigurationsmoduls kann durch Anschluss der der elektronischen Vorrichtung 227 erkannt
und in Abhängigkeit der Erkennung kann zumindest ein Konfigurationsparameter einer
Gerätebetriebskonfiguration der Pumpe 111 selbsttätig festlegt werden.
[0100] Die elektronische Vorrichtung 227, welche beispielsweise als Antriebsgerät ausgebildet
sein kann, ist vorzugsweise austauschbar, wobei dann eine andere elektronische Vorrichtung,
welche ersatzweise eingesetzt wird, die zuvor festgelegten Konfigurationsparameter
auswerten kann.
[0101] Die vorstehend anhand der Fig. 6 bis 13 beschriebenen Konzepte können auch beliebig
miteinander kombiniert werden. Die in den Fig. 6 bis 13 beispielhaft gezeigten Gerätekomponenten
und elektronischen Vorrichtungen sowie die in der Beschreibungseinleitung allgemein
beschriebenen Konzepte können ebenso bei den Ausführungsformen gemäß den Fig. 1 bis
5 vorgesehen sein, obwohl dort nicht näher dargestellt beziehungsweise erläutert.
Dies gilt für sämtliche Details bezüglich des Anschließens der elektronischen Vorrichtung
an die jeweilige Gerätekomponente und der damit erzeugten Konfigurationen beziehungsweise
auch für die benutzerseitige Auswählbarkeit zumindest eines weiteren Konfigurationsparameters.
Ebenso können sämtliche oder einzelne Details der in den Fig. 1 bis 5 dargestellten
und entsprechend beschriebenen Turbomolekularpumpe 111 bei den in den Fig. 6 bis 11
gezeigten Ausführungsformen vorgesehen sein.
Bezugszeichenliste
[0102]
- 111
- Turbomolekularpumpe
- 113
- Einlassflansch
- 115
- Pumpeneinlass
- 117
- Pumpenauslass
- 119
- Gehäuse
- 121
- Unterteil
- 123
- Elektronikgehäuse
- 125
- Elektromotor
- 127
- Zubehöranschluss
- 129
- Datenschnittstelle
- 131
- Stromversorgungsanschluss
- 133
- Fluteinlass
- 135
- Sperrgasanschluss
- 137
- Motorraum
- 139
- Kühlmittelanschluss
- 141
- Unterseite
- 143
- Schraube
- 145
- Lagerdeckel
- 147
- Befestigungsbohrung
- 148
- Kühlmittelleitung
- 149
- Rotor
- 151
- Rotationsachse
- 153
- Rotorwelle
- 155
- Rotorscheibe
- 157
- Statorscheibe
- 159
- Abstandsring
- 161
- Rotornabe
- 163
- Holweck-Rotorhülse
- 165
- Holweck-Rotorhülse
- 167
- Holweck-Statorhülse
- 169
- Holweck-Statorhülse
- 171
- Holweck-Spalt
- 173
- Holweck-Spalt
- 175
- Holweck-Spalt
- 179
- Verbindungskanal
- 181
- Wälzlager
- 183
- Permanentmagnetlager
- 185
- Spritzmutter
- 187
- Scheibe
- 189
- Einsatz
- 191
- rotorseitige Lagerhälfte
- 193
- statorseitige Lagerhälfte
- 195
- Ringmagnet
- 197
- Ringmagnet
- 199
- Lagerspalt
- 201
- Trägerabschnitt
- 203
- Trägerabschnitt
- 205
- radiale Strebe
- 207
- Deckelelement
- 209
- Stützring
- 211
- Befestigungsring
- 213
- Tellerfeder
- 215
- Not- beziehungsweise Fanglager
- 217
- Motorstator
- 219
- Zwischenraum
- 221
- Wandung
- 223
- Labyrinthdichtung
- 225
- Gerätekomponente
- 227
- elektronische Vorrichtung
- 228
- Konfigurationsparameter
- 229
- Schnittstelle
- 230
- Eingabeeinrichtung
- 231
- Sollbruchstelle
- 232
- Kennwiderstandskombination
- 233
- Materialausbruch
- 234
- Speichereinrichtung
- 235
- Vorsprung
- 237
- Leiterbahn
- 239
- Auswerteeinheit
- 241
- Abtrageinrichtung
1. Vakuumgerät (111), insbesondere Vakuumpumpe, Vakuummessgerät, Lecksuch- und/oder Vakuumkammergerät,
mit zumindest einer Gerätekomponente (225) und mit einer elektronischen Vorrichtung
(227), insbesondere zur Gerätesteuerung und/oder -regelung, wobei die elektronische
Vorrichtung (227) eine Mehrzahl von Konfigurationsparametern (228) zur Festlegung
einer Gerätebetriebskonfiguration aufweist und wobei zumindest einer der Konfigurationsparameter
(228) durch Anschließen der elektronischen Vorrichtung an eine Schnittstelle (229)
der Gerätekomponente (225) selbsttätig festlegbar und zumindest ein weiterer Konfigurationsparameter
(228) durch benutzerseitige Eingabe an der elektronischen Vorrichtung (227) auswählbar
ist.
2. Vakuumgerät (111) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der durch Anschließen der elektronischen Vorrichtung (227) an die Schnittstelle (229)
der Gerätekomponente (225) festgelegte Konfigurationsparameter (228) sicherheitsspezifisch
und/oder zertifiziert und/oder gerätespezifisch ist.
3. Vakuumgerät (111) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der durch Anschließen der elektronischen Vorrichtung (227) an die Schnittstelle (229)
der Gerätekomponente (225) festgelegte Konfigurationsparameter (228) eine Nenndrehzahl,
eine Maximaldrehzahl, eine Motornennspannung, einen maximalen Phasenstrom und/oder
eine Maximaltemperatur einer Gerätekomponente betrifft, insbesondere einer Pumpenkomponente.
4. Vakuumgerät (111) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die elektronische Vorrichtung (227) zum Erkennen einer Kennwiderstandskombination
(232) eingerichtet ist, insbesondere einer gerätekomponentenseitigen Kennwiderstandskombination
(232), die durch Anschließen der elektronischen Vorrichtung (227) an die Schnittstelle
(229) der Gerätekomponente (225) erkennbar ist, und/oder dass durch Erkennen einer
Kennwiderstandskombination (232) der zumindest eine Konfigurationsparameter (228)
selbsttätig festlegbar ist.
5. Vakuumgerät (111) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die elektronische Vorrichtung (227) zum Erkennen einer Zustandsveränderung eingerichtet
ist und/oder dass durch ein Erkennen einer Zustandsveränderung der zumindest eine
Konfigurationsparameter (228) selbsttätig festlegbar ist.
6. Vakuumgerät (111) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zustandsveränderung an der elektronischen Vorrichtung (227) erzeugbar ist, insbesondere
durch Anschließen an die Schnittstelle (229) der Gerätekomponente (225), und/oder
dass die Zustandsveränderung an einem gerätekomponentenseitig vormontierten Konfigurationsmodul
erzeugt und/oder erzeugbar ist und/oder dass die Zustandsveränderung mechanisch, elektrisch,
magnetisch, optische und/oder datentechnisch ist.
7. Vakuumgerät (111) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der zumindest eine durch benutzerseitige Eingabe auswählbare weitere Konfigurationsparameter
(228) applikationsspezifisch, geräteunspezifisch, gefahrenunabhängig und/oder zertifizierungsfrei
ist.
8. Vakuumgerät (111) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der zumindest eine durch benutzerseitige Eingabe auswählbare weitere Konfigurationsparameter
(228) eine Temperaturgrenze, insbesondere eine gefahrenunabhängige Temperaturgrenze,
eine Kühlmethode und/oder eine Einsatzumgebung, eine Ansteuerung weiterer Anlagenkomponenten
und/oder eine Leistungskennlinie betrifft.
9. Vakuumgerät (111) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der zumindest eine weitere Konfigurationsparameter (228) unabhängig vom Anschluss
der elektronischen Vorrichtung an der Schnittstelle der Gerätekomponente durch benutzerseitige
Eingabe auswählbar ist, insbesondere in einem an der Schnittstelle (229) der Gerätekomponente
(225) angeschlossenen oder getrennten Zustand der elektronischen Vorrichtung (227).
10. Vakuumgerät (111) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der zumindest eine durch benutzerseitige Eingabe auswählbare weitere Konfigurationsparameter
(228) gerätekomponentenseitig speicherbar ist, insbesondere in einem gerätekomponentenseitig
vorgesehenen Datenspeicher (234), bevorzugt einem nichtflüchtigen Datenspeicher (234).
11. Vakuumgerät (111) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die elektronische Vorrichtung (227) dazu eingerichtet ist, bis zu einer erfolgten
benutzerseitigen Eingabe zur Auswahl des zumindest einen weiteren Konfigurationsparameters
(228) Funktionalitäten teilweise oder vollständig zu unterbinden.
12. Vakuumgerät (111) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die elektronische Vorrichtung (227) dazu eingerichtet ist, bis zu einer erfolgten
benutzerseitigen Eingabe zur Auswahl des zumindest einen weiteren Konfigurationsparameters
(228) einen Betrieb auf Grundlage zumindest eines weiteren voreingestellten Konfigurationsparameters
(228) zu veranlassen.
13. Gerätekomponente (225) für ein Vakuumgerät (111), insbesondere nach einem der vorstehenden
Ansprüche, mit einer Schnittstelle (229) für den Anschluss einer elektronischen Vorrichtung
(227), insbesondere zur Gerätesteuerung und/oder -regelung, wobei durch Anschließen
einer elektronischen Vorrichtung (227) an die Schnittstelle (229) zumindest ein Konfigurationsparameter
(228) für eine Gerätebetriebskonfiguration selbsttätig festlegbar und wobei die Schnittstelle
(229) mit einem Datenspeicher (234) zur Speicherung zumindest eines weiteren benutzerseitig
ausgewählten Konfigurationsparameters (228) verbunden ist.
14. Elektronische Vorrichtung für ein Vakuumgerät (111), insbesondere nach einem der Ansprüche
1 bis 12, mit zumindest einem Anschlussabschnitt für den Anschluss an eine Schnittstelle
(229) einer Gerätekomponente (225) und mit zumindest einer Konfigurationseinrichtung
zur Festlegung einer Gerätebetriebskonfiguration, wobei die Konfigurationseinrichtung
dazu ausgebildet ist, durch den Anschluss des Anschlussabschnitts an die Schnittstelle
(229) der Gerätekomponente (225) zumindest einen Konfigurationsparameter (228) einer
Gerätebetriebskonfiguration selbsttätig festzulegen, und wobei zumindest ein weiterer
Konfigurationsparameter (228) durch benutzerseitige Eingabe an der Konfigurationseinrichtung
auswählbar ist.
15. Verfahren zur Montage und/oder Inbetriebnahme eines Vakuumgeräts (111), insbesondere
nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
- bei dem zumindest eine Gerätekomponente (225) bereitgestellt wird,
- bei dem zumindest eine elektronische Vorrichtung (227), insbesondere zur Gerätesteuerung
und/oder -regelung, bereitgestellt wird,
- bei dem die elektronische Vorrichtung (227) an eine Schnittstelle (229) der Gerätekomponente
(225) angeschlossen wird,
- bei dem durch das Anschließen zumindest ein Konfigurationsparameter (228) für eine
Gerätebetriebskonfiguration selbsttätig festgelegt wird und
- bei dem zumindest ein weiterer Konfigurationsparameter (228) durch benutzerseitige
Eingabe an dem elektronischen Gerät (227) ausgewählt wird.