[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abwickeln einer Materialbahn, insbesondere
Papier- oder Kartonbahn, mit wahlweiser Lage der Materialbahn für eine nachfolgende
Maschineneinheit zur Bearbeitung der Materialbahn, mit einer Abrollstation, die eine
Primär-Abrolleinrichtung mit einem Wickelrollen-Antrieb, zumindest eine Sekundär-Abrolleinrichtung
sowie eine Klebe- und Trennvorrichtung umfasst, wobei die Wickelrolle zuerst in der
Primär-Abrolleinrichtung und nach ihrer Überführung in einer Sekundär-Abrolleinrichtung
weiter abgewickelt und eine neue Wickelrolle in die Primär-Abrolleinrichtung eingelegt
wird und die Klebe- und Trennvorrichtung bei einem Rollenwechsel die Materialbahn
der Sekundär-Abrolleinrichtung mit der Materialbahn der neuen Wickelrolle verbindet
und die von der Sekundär-Abrolleinrichtung zur Klebstelle laufende Materialbahn durchtrennt.
Abrollstationen der hier angesprochenen Art sind bekannt. Sie dienen zum kontinuierlichen
Abwickeln einer Materialbahn von einer Wickelrolle und werden einer Maschine zur Bearbeitung
der Materialbahn, beispielsweise einer Streichmaschine oder einem Kalander, vorgeordnet.
WO-A1-2009/135805 beschreibt ein Verfahren zum Abwickeln einer Materialbahn.
[0002] Eine bekannte Abrollstation umfasst eine Primär- und eine Sekundär-Abrolleinrichtung,
die zum Führen einer Wickelrolle dienen. Eine volle Wickelrolle wird zunächst von
der Primär-Abrolleinrichtung während des Abwickelns der Materialbahn geführt. Ab einem
gewünschten Durchmesser der Wickelrolle wird diese von der Primär- zu der Sekundär-Abrolleinrichtung
überführt. Hierzu werden zum Beispiel um eine Achse schwenkbare Schwenkarme eingesetzt,
die auf beiden Seiten der Wickelrolle angreifen und diese mittels einer Schwenkbewegung
an die Sekundär-Abrolleinrichtung überführen.
[0003] Weiterhin ist ein zusätzlicher, verschwenkbarer Hilfsantrieb vorgesehen, der die
Wickelrolle während dieser Überführung antreibt.
[0004] Anschließend wird der Primär-Abrolleinrichtung eine neue, volle Wickelrolle zugeführt
und die darauf aufgewickelte Materialbahn mit der von der Sekundär-Abrolleinrichtung
geführten Wickelrolle ablaufenden Materialbahn verbunden, bevor diese vollständig
abgewickelt ist. Hierfür ist eine Klebevorrichtung vorgesehen, die oft eine um eine
Achse schwenkbare Klebewalze aufweist, über die die von der Sekundär-Abrolleinrichtung
geführten Wickelrolle ablaufende Materialbahn zu der - in Laufrichtung der Materialbahn
gesehen - nachfolgenden Materialbahn-Bearbeitungsmaschine geführt wird. Zum Verbinden
der beiden Materialbahnen miteinander wird die Klebewalze verschwenkt und an die von
der Primär-Abrolleinrichtung geführte Wickelrolle gepresst. Gleichzeitig wird die
von der Sekundär-Abrolleinrichtung geführten Wickelrolle ablaufende Materialbahn mittels
einer Schneideinrichtung abgetrennt.
[0005] Hierbei muss meist berücksichtigt werden, dass die Oberseite der auf der Wickelrolle
befindlichen Materialbahn bei Zuführung zur nachfolgenden Maschineneinheit wahlweise
nach oben oder unten zeigen kann.
[0006] Dementsprechend befindet sich beidseitig der Primär-Abrolleinrichtung je eine Sekundär-Abrolleinrichtung,
was relativ aufwendig ist. Hinzu kommt, dass die neue, volle Wickelrolle über eine
Sekundär-Abrolleinrichtung hinweg zur Primär-Abrolleinrichtung transportiert werden
muss. Allein durch das hohe Gewicht der vollen Wickelrolle ist dies problematisch.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung ist es daher den Aufwand für die wahlweise Lage der Materialbahn
bei der Abrollung zu reduzieren.
[0008] Erfindungsgemäß wurde die Aufgabe dadurch gelöst, dass die einzige Sekundär-Abrolleinrichtung
zwischen der Primär-Abrolleinrichtung und der folgenden Maschineneinheit angeordnet
ist, die Primär-Abrolleinrichtung (3) zum Wehsel der Lage der abzuwickelnden Materialbahn
(1) in eine der Lage entsprechende Rotationsrichtung angetrieben wird und die Verbindung
zwischen den Materialbahnen bei einer beabsichtigen Abrollung der neuen Wickelrolle
mit nach unten weisenden Bahnoberseite bei Stillstand der neuen Wickelrolle der Primär-Abrolleinrichtung
oder bei einer Rotationsgeschwindigkeit der neuen Wickelrolle der Primär-Abrolleinrichtung
erfolgt, die zwischen 0 und 4 m/s liegt.
[0009] Hierbei wird die Primär-Abrolleinrichtung zum Wechsel der Lage der abzuwickelnden
Materialbahn in eine der Lage entsprechende Rotationsrichtung angetrieben.
[0010] Dies bedeutet, dass die Verbindung des Bahnendes der Sekundär-Abrolleinrichtung mit
der vollen Wickelrolle der Primär-Abrolleinrichtung unabhängig von der aktuellen bzw.
beabsichtigten Rotationsrichtung der Primär-Abrolleinrichtung erfolgt.
[0011] Unabhängig von der Bahnlaufrichtung der zu verbindenden Materialbahnen ist es für
einen sicheren Rollenwechsel von Vorteil, wenn die Verbindung zwischen den Materialbahnen
bei Stillstand der neuen Wickelrolle der Primär-Abrolleinrichtung oder bei einer Rotationsgeschwindigkeit
der neuen Wickelrolle der Primär-Abrolleinrichtung erfolgt, die zwischen 0 und 4 m/s,
vorzugsweise zwischen 0 und 1 m/s liegt.
[0012] Wenn am Verbindungspunkt die Bahnlaufrichtung der von der Sekundär-Abrolleinrichtung
kommenden Materialbahn entgegengesetzt zur aktuellen Bahnlaufrichtung der vollen Wickelrolle
der Primär-Abrolleinrichtung, d.h. die Abrollung der neuen Wickelrolle mit nach unten
weisenden Bahnoberseite beabsichtigt ist, so führt dies zu einem Abfall der Bahnspannung.
[0013] Daher sollte bei einer beabsichtigen Abrollung der neuen Wickelrolle mit nach unten
weisenden Bahnoberseite ein Bahnspannverfahren eingeleitet werden. Da sich die Sekundär-Abrolleinrichtung
immer zwischen der Primär-Abrolleinrichtung und der nachfolgenden Maschine zur Bearbeitung
der Materialbahn befindet, führt das Abwickeln von der neuen Wickelrolle in der Form,
dass die Oberseite bei der Wickelrolle anschließend nach unten weist, zu der bereits
erwähnten entgegengesetzten Richtung beim Verbinden mit dem Bahnende der Sekundär-Abrolleinrichtung.
[0014] Durch das Bahnspannverfahren soll der Abfall der Bahnspannung verhindert oder zumindest
hinsichtlich Zeitdauer und/oder Intensität begrenzt werden.
[0015] Zur Erhöhung der Bahnspannung kann nach der Primär-Abrolleinrichtung eine Bahnspanneinrichtung
in Form einer Spannwalze in den Lauf der Materialbahn gedrückt werden und/oder eine
Bahnspanneinrichtung in Form eines Blaselementes Blasluft in den Lauf der Materialbahn
richten.
[0016] Davon unabhängig oder ergänzend ist es ebenso vorteilhaft, wenn zur Erhöhung der
Bahnspannung die Wickelrolle der Primär-Abrolleinrichtung kurzzeitig in entgegengesetzter
Richtung angetrieben wird.
[0017] Zum Abschluss der Übergabe sollte nach dem Durchtrennen der Materialbahn ein Antrieb
der Sekundär-Abrolleinrichtung die Wickelrolle zum Aufwickeln des dort verbleibenden
Bahnendes entgegen der Abrollrichtung antreiben.
[0018] Bezüglich der Abrollstation ist wesentlich, dass die einzige Sekundär-Abrolleinrichtung
zwischen der Primär-Abrolleinrichtung und der in Bahnlaufrichtung folgenden Maschineneinheit
angeordnet ist und die Primär-Abrolleinrichtung zum Wechsel der Lage der abzuwickelnden
Materialbahn in eine der Lage entsprechende Rotationsrichtung antreibbar ist.
[0019] Zur Unterstützung des Abwickelns sollte hierbei auch die Sekundär-Abrollstation einen
Antrieb besitzen.
[0020] Die Herstellung einer Verbindung zwischen den Materialbahnen wird außerdem erleichtert,
wenn die Primär-Abrolleinrichtung feststeht und die Sekundär Abrolleinrichtung zwecks
Übernahme einer Wickelrolle zur Primär-Abrolleinrichtung hin verschiebbar gelagert
ist.
[0021] In Fällen mit Bahnspannungsverlust, insbesondere bei nach unten weisender Oberseite
der Materialbahn ist es von Vorteil, wenn der Materialbahn nach der Primär-Abrolleinrichtung
wenigstens eine Bahnspanneinrichtung zugeordnet ist.
[0022] Diese Bahnspanneinrichtung sollte vorzugsweise als Blaselement, insbesondere als
Blaskasten oder Blasrohr und/oder als Spannwalze ausgebildet sein.
[0023] Besondere Vorteile ergeben sich, wenn die nachfolgende Maschineneinheit eine Glättvorrichtung
oder eine Streichmaschine oder insbesondere eine Rollschneidmaschine ist.
[0024] Nachfolgend soll die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
[0025] In der beigefügten Zeichnung zeigen die Figuren 1 bis 6 eine schematische Seitenansicht
der Abrollstation sowie den Ablauf des Abwickelns.
[0026] Die im Folgenden beschriebene Abrollstation ist insbesondere im Zusammenhang mit
einer Rollenschneidmaschine oder dergleichen als nachfolgende Maschineneinheit 2 einsetzbar.
[0027] In der Abrollstation werden auf Tamboure zu Wickelrollen 7 aufgewickelte Materialbahnen
1 miteinander verbunden, also endlos gemacht, so dass ein kontinuierlicher Verarbeitungsbetrieb
in einer der Abrollstation - in Laufrichtung 9 der Materialbahn 1 gesehen - nachgeordneten
Rollenschneidmaschine möglich ist.
[0028] Hierzu besitzt die Abrollstation eine Primär-Abrolleinrichtung 3 mit einem Wickelrollen-Antrieb,
nur eine Sekundär-Abrolleinrichtung 4 mit einem Wickelrollen-Antrieb sowie eine Klebe-
und Trennvorrichtung 5. Dabei befindet sich die Arbeitsposition der Sekundär-Abrolleinrichtung
4 zwischen der Primär-Abrolleinrichtung 3 und der in Bahnlaufrichtung 9 nachfolgenden
Maschineneinheit 2, d.h. der Rollenschneidmaschine.
[0029] Wie in Figur 1 zu erkennen, beginnt die Abwicklung in der Primär-Abrolleinrichtung
3, der die volle Wickelrolle 7 zugeführt wird. Auf dem Tambour ist dabei eine Wickelrolle
7 aufgewickelt, die einen Durchmesser von beispielsweise 3500 mm und darüber aufweisen
kann.
[0030] Die Primär-Abrolleinrichtung 3 und die Sekundär-Abrolleinrichtung 5 sind über eine
Führungseinrichtung miteinander verbunden, welche zwei parallel zueinander und horizontal
verlaufende Laufschienen 8 umfasst.
[0031] Während die Primär-Abrolleinrichtung 3 mit Vorteil in Bahnlaufrichtung feststeht,
ist die Sekundär-Abrolleinrichtung 4 gemeinsam mit ihrem Antrieb zwecks Übernahme
der bereits überwiegend abgewickelten Wickelrolle 7 entlang der Führungseinrichtung
von ihrer Arbeitsposition zur Primär-Abrolleinrichtung 3 hin und wieder zurück verschiebbar
gelagert.
[0032] Dabei werden die an ihren Enden mit Lagerzapfen versehenen Tamboure in je einer Aufnahmegabel
der Sekundär-Abrolleinrichtung 4 gelagert.
[0033] Figur 2 zeigt die Abrollstation nach Übernahme der Wickelrolle 7 durch die Sekundär-Abrollstation
4 und Figur 3 nach anschließender Übernahme einer neuen, vollen Wickelrolle 7 durch
die Primär-Abrollstation 3. Die volle Wickelrolle 7 kann dabei ohne eine sonst übliche
zweite Sekundär-Abrolleinrichtung 4 überwinden zu müssen zur Primär-Abrolleinrichtung
3 transportiert werden.
[0034] Dabei kann die Rotationsrichtung der Wickelrolle 7 in der Primär- 3 und damit auch
der Sekundär-Abrolleinrichtung 4 so gewählt werden, dass die Oberseite der Materialbahn
1 bei Zuführung zur nachfolgenden Maschineneinheit 2 nach unten oder nach oben weist.
Die Oberseite der Materialbahn 1 bezieht sich hierbei immer auf die Wickelrolle 7.
Die Lage der Materialbahn 1 bei der nachfolgenden Maschineneinheit 2 ist insbesondere
dann wichtig, wenn beide Bahnseiten unterschiedliche Materialeigenschaften aufweisen
und die Lage der Seite bei der weiteren Verarbeitung, insbesondere in der nachfolgenden
Maschineneinheit 2 von Bedeutung ist.
[0035] Im Unterschied zu bekannten Lösungen wird dies hier bei nur einer Sekundär-Abrolleinrichtung
4 ermöglicht, was den Aufwand erheblich reduziert.
[0036] Befindet sich die nachfolgende Maschineneinheit 2, wie in den Figuren dargestellt,
links der Sekundär-Abrolleinrichtung 4, so führt eine Abwicklung im Uhrzeigersinn
(gestrichelt dargestellt) dazu, dass die Oberseite der Materialbahn 1 beim Erreichen
der nachfolgenden Maschineneinheit 2 nach unten zeigt. Bei der Abwicklung entgegen
dem Uhrzeigersinn weist die Oberseite der Materialbahn 1 nach oben.
[0037] Der Durchmesser der Wickelrolle 7 und damit der Umfang der Abrollung werden von einem
Abstandssensor erfasst.
[0038] Erreichen die Abrollung und damit der Durchmesser der Wickelrolle 7 gemäß Figur 3
einen vorgegebenen Wert, so wird, wie in Figur 4 zu erkennen, die von der Sekundär-Abrolleinrichtung
4 kommende Materialbahn 1 über die Klebe- und Trennvorrichtung 5 mit der Materialbahn
1 der neuen, vollen Wickelrolle 7 der Primär-Abrolleinrichtung 3 in Verbindung gebracht
und verklebt.
[0039] Darüber hinaus trennt die Klebe- und Trennvorrichtung 5 die von der Sekundär-Abrolleinrichtung
4 kommende Materialbahn 1 vor der Verbindungsstelle.
[0040] Zum Einwickeln der nach dem Abtrennen des ablaufenden Bahnendes überhängenden Papierfahne
treibt der Antrieb der Sekundär-Abrolleinrichtung 4 die Wickelrolle 7 dann kurzzeitig
entgegen der Abrollrichtung an.
[0041] Die bekannte und für das Verbinden der Bahnenden verantwortliche Klebe- und Trennvorrichtung
5 befindet sich unterhalb der Primär-Abrolleinrichtung 3 und ist zwecks Anpassung
an sich ändernde Durchmesser voller Wickelrollen 8 verstellbar.
[0042] Die Klebe- und Trennvorrichtung 5 der Abrollstation umfasst einen Klebewagen, der
die Klebewalze hält.
[0043] An dem Klebewagen ist auch eine Schneideinrichtung angebracht, die ein vorzugsweise
mit Zacken versehenes Abschlagmesser aufweist.
[0044] Figur 5 zeigt den Fall, dass die aktuelle oder beabsichtigte Abrollrichtung der neuen,
vollen Wickelrolle 7 an der Verbindungsstelle mit der Laufrichtung der von der Sekundärabrolleinrichtung
4 ablaufenden Materialbahn 1 übereinstimmt.
[0045] Da hier nicht mit Problemen hinsichtlich der Bahnspannung gerechnet werden muss,
kann die Verbindung zwischen den Materialbahnen bei einer Rotationsgeschwindigkeit
der neuen Wickelrolle 7 der Primär-Abrolleinrichtung 3 erfolgen, die zwischen 0 und
4 m/s liegt.
[0046] Im Fall einer beabsichtigen Abrollung der neuen Wickelrolle 7 mit nach unten weisender
Bahnoberseite ist allerdings mit einem Abfall der Bahnspannung zu rechnen. Daher sollte,
wie in Figur 6 angedeutet, ein Bahnspannverfahren eingeleitet werden.
[0047] So ist es zur Erhöhung der Bahnspannung möglich, die Wickelrolle 7 der Primär-Abrolleinrichtung
3 kurzzeitig in entgegengesetzter Richtung anzutreiben.
[0048] Alternativ oder ergänzend kann gemäß Figur 6 allerdings auch eine Bahnspanneinrichtung
6 aktiviert werden. Die Bahnspanneinrichtung 6 befindet sich zwischen der neuen Wickelrolle
7 der Primär-Abrolleinrichtung 3 und einer in Bahnlaufrichtung 9 folgenden Umlenkwalze
10.
[0049] Als Bahnspanneinrichtung 6 kann insbesondere eine Spannwalze in den Lauf der Materialbahn
1 gedrückt werden und/oder ein Blaselement Blasluft in den Lauf der Materialbahn 1
richten.
[0050] Um die Bahnspannungsprobleme insbesondere bei nach unten weisender Bahnoberseite
zu minimieren, sollte die Verbindung zwischen den Materialbahnen 1 bei Stillstand
der neuen Wickelrolle 7 oder bei einer Rotationsgeschwindigkeit der neuen Wickelrolle
7 der Primär-Abrolleinrichtung 3 erfolgen, die zwischen 0 und 1 m/s liegt.
[0051] Um die Übergabe der bereits überwiegend abgewickelten Wickelrolle 7 an die Sekundär-Abrolleinrichtung
4 zu vereinfachen, sind die beiden Wickelrollen-Antriebe auf unterschiedlichen Seiten
der Maschine angeordnet. Konkret befindet sich der größere Antrieb der Primär-Abrolleinrichtung
3 für die volle Wickelrolle 7 auf der Maschinenseite und der kleinere Antrieb für
die überwiegend abgewickelte Wickelrolle 7 der Sekundär-Abrolleinrichtung 4 auf der,
für den Bediener zugänglichen Führerseite der Maschine.
[0052] Wesentlich ist dabei, dass der Antrieb der Sekundär-Abrolleinrichtung 4 nach der
Übernahme bis zum Ende der Abwicklung mit der Wickelrolle 7 gekoppelt bleibt, d.h.
die Abrollstation mit zwei Antrieben auskommt. Außerdem ist der größere Antrieb der
Primär-Abrolleinrichtung 3 feststehend und nur der kleinere Antrieb verschiebbar,
was die Konstruktion vereinfacht.
[0053] Während des gesamten Prozesses wird der Bahnzug geregelt, was Wickelfehlern entgegenwirkt.
1. Verfahren zum Abwickeln einer Materialbahn (1), insbesondere Papier- oder Kartonbahn,
mit wahlweiser Lage der Materialbahn (1) für eine nachfolgende Maschineneinheit (2)
zur Bearbeitung der Materialbahn (1), mit einer Abrollstation, die eine Primär-Abrolleinrichtung
(3) mit einem Wickelrollen-Antrieb, zumindest eine Sekundär-Abrolleinrichtung (4)
sowie eine Klebe- und Trennvorrichtung (5) umfasst, wobei die Wickelrolle (7) zuerst
in der Primär-Abrolleinrichtung (3) und nach ihrer Überführung in einer Sekundär-Abrolleinrichtung
(4) weiter abgewickelt und eine neue Wickelrolle (7) in die Primär-Abrolleinrichtung
(3) eingelegt wird und die Klebe- und Trennvorrichtung (5) bei einem Rollenwechsel
die Materialbahn (1) der Sekundär-Abrolleinrichtung (4) mit der Materialbahn (1) der
neuen Wickelrolle (7) verbindet und die von der Sekundär-Abrolleinrichtung (4) zur
Klebstelle laufende Materialbahn (1) durchtrennt, dadurch gekennzeichnet, dass die einzige Sekundär-Abrolleinrichtung (4) zwischen der Primär-Abrolleinrichtung
(3) und der folgenden Maschineneinheit (2) angeordnet ist, die Primär-Abrolleinrichtung
(3) zum Wechsel der Lage der abzuwickelnden Materialbahn (1) in eine der Lage entsprechende
Rotationsrichtung angetrieben wird und die Verbindung zwischen den Materialbahnen
(1) bei einer beabsichtigen Abrollung der neuen Wickelrolle (7) mit nach unten weisenden
Bahnoberseite bei Stillstand der neuen Wickelrolle (7) der Primär-Abrolleinrichtung
(3) oder bei einer Rotationsgeschwindigkeit der neuen Wickelrolle (7) der Primär-Abrolleinrichtung
(3) erfolgt, die zwischen 0 und 4 m/s liegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Durchtrennen der Materialbahn (1) ein Antrieb der Sekundär-Abrolleinrichtung
(4) die Wickelrolle (7) zum Aufwickeln des dort verbleibenden Bahnendes entgegen der
Abrollrichtung antreibt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung zwischen den Materialbahnen (1) bei Stillstand der neuen Wickelrolle
(7) der Primär-Abrolleinrichtung (3) erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung zwischen den Materialbahnen (1) bei einer Rotationsgeschwindigkeit
der neuen Wickelrolle (7) der Primär-Abrolleinrichtung (3) erfolgt, die zwischen 0
und 4 m/s, vorzugsweise zwischen 0 und 1 m/s liegt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer beabsichtigen Abrollung der neuen Wickelrolle (7) mit nach unten weisenden
Bahnoberseite ein Bahnspannverfahren eingeleitet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Primär-Abrolleinrichtung (3) zur Erhöhung der Bahnspannung eine Bahnspanneinrichtung
(6) in Form einer Spannwalze in den Lauf der Materialbahn (1) gedrückt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Primär-Abrolleinrichtung (1) zur Erhöhung der Bahnspannung eine Bahnspanneinrichtung
(6) in Form eines Blaselementes Blasluft in den Lauf der Materialbahn (1) richtet.
8. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erhöhung der Bahnspannung die Wickelrolle (7) der Primär-Abrolleinrichtung (3)
kurzzeitig in entgegengesetzter Richtung angetrieben wird.
1. Method for unwinding a material web (1), in particular a paper or board web, with
optional positioning of the material web (1) for a subsequent machine unit (2) for
processing the material web (1), having an unwinding station which comprises a primary
unwinding device (3) with a wound reel drive, at least one secondary unwinding device
(4) and a gluing and separating device (5), wherein the wound reel (7) is first unwound
in the primary unwinding device (3) and after its transfer is further unwound in a
secondary unwinding device (4) and a new wound reel (7) is inserted into the primary
unwinding device (3) and the gluing and cutting device (5) connects the material web
(1) of the secondary unwinding device (4) to the material web (1) of the new wound
reel (7) during a roll change and cuts the material web (1) running from the secondary
unwinding device (4) to the splicing point, characterized in that the single secondary unwinding device (4) is arranged between the primary unwinding
device (3) and the following machine unit (2), to change the position of the material
web (1) the primary unwinding device (3) is driven to be unwound in a direction of
rotation corresponding to the position, and the splice between the material webs (1)
is made, in the case of an intended unwinding of the new wound reel (7) with the material
web top side pointing downwards, when the new wound reel (7) of the primary unwinding
device (3) is at a standstill or at a speed of rotation of the new wound reel (7)
of the primary unwinding device (3) which is between 0 and 4 m/s.
2. Method according to claim 1, characterized in that after the material web (1) has been cut, a drive of the secondary unwinding device
(4) drives the wound reel (7) for winding up the web end remaining there against the
unwinding direction.
3. Method according to claim 1 or 2, characterized in that the connection between the material webs (1) is made when the new wound reel (7)
of the primary unwinding device (3) is at a standstill.
4. Method according to claim 1 or 2, characterized in that the connection between the material webs (1) takes place at a rotational speed of
the new wound reel (7) of the primary unwinding device (3) which is between 0 and
4 m/s, preferably between 0 and 1 m/s.
5. method according to one of the preceding claims, characterized in that a web tensioning method is initiated in the event of an intended unwinding of the
new wound reel (7) with the top of the web facing downwards.
6. Method according to claim 5, characterized in that, downstream of the primary unwinding device (3), a web tensioning device (6) in the
form of a tensioning roll is pressed into the run of the material web (1) in order
to increase the web tension.
7. Method according to claim 5, characterized in that, downstream of the primary unwinding device (1), a web tensioning device (6) in the
form of a blower element directs blown air into the run of the material web (1) in
order to increase the web tension.
8. Method according to claim 5, characterized in that the wound roll (7) of the primary unwinding device (3) is briefly driven in the opposite
direction to increase the web tension.
1. Procédé pour dérouler une bande de matériau (1), en particulier une bande de papier
ou de carton, avec une position au choix de la bande de matériau (1) pour une unité
de machine (2) suivante pour le traitement de la bande de matériau (1), avec une station
de déroulement qui comprend un dispositif de déroulement primaire (3) avec un entraînement
de rouleau d'enroulement, au moins un dispositif de déroulement secondaire (4) ainsi
qu'un dispositif de collage et de séparation (5), le rouleau (7) étant tout d'abord
déroulée dans le dispositif de déroulement primaire (3) et, après son transfert, dans
un dispositif de déroulement secondaire (4), et un nouveau rouleau (7) étant insérée
dans le dispositif de déroulement primaire (3), et le dispositif de collage (5) étant
utilisé pour le déroulement de le rouleau (7). le dispositif de liaison et de séparation
(5) relie, lors d'un changement de rouleau, la bande de matériau (1) du dispositif
de déroulement secondaire (4) à la bande de matériau (1) du nouveau rouleau d'enroulement
(7) et coupe la bande de matériau (1) se déplaçant du dispositif de déroulement secondaire
(4) au point de collage, caractérisé en ce que le seul dispositif de déroulage secondaire (4) est disposé entre le dispositif de
déroulage primaire (3) et l'unité de machine suivante (2), le dispositif de déroulement
primaire (3) est entraîné pour changer la position de la bande de matériau (1) à dérouler
dans un sens de rotation correspondant à la position et la liaison entre les bandes
de matériau (1) s'effectue, dans le cas d'un déroulement intentionnel du nouveau rouleau
d'enroulement (7) avec la face supérieure de la bande dirigée vers le bas, lorsque
le nouveau rouleau d'enroulement (7) du dispositif de déroulement primaire (3) est
à l'arrêt ou à une vitesse de rotation du nouveau rouleau d'enroulement (7) du dispositif
de déroulement primaire (3) qui est comprise entre 0 et 4 m/s.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'après le sectionnement de la bande de matériau (1), un entraînement du dispositif
de déroulement secondaire (4) entraîne le rouleau d'enroulement (7) pour enrouler
l'extrémité de bande qui y reste dans le sens contraire au sens de déroulement.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la liaison entre les bandes de matériau (1) est effectuée lorsque le nouveau rouleau
d'enroulement (7) du dispositif de déroulage primaire (3) est à l'arrêt.
4. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la liaison entre les bandes de matériau (1) est réalisée à une vitesse de rotation
du nouveau rouleau d'enroulement (7) du dispositif de déroulement primaire (3) qui
est comprise entre 0 et 4 m/s, de préférence entre 0 et 1 m/s.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, lorsqu'il est prévu de dérouler le nouveau rouleau d'enroulement (7) avec la face
supérieure de la bande orientée vers le bas, un procédé de tension de la bande est
initié.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'après le dispositif de déroulement primaire (3), un dispositif de tension de bande
(6) sous la forme d'un rouleau de tension est pressé dans le trajet de la bande de
matériau (1) pour augmenter la tension de la bande.
7. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'après le dispositif de déroulement primaire (1), un dispositif de tension de bande
(6) sous forme d'un élément de soufflage dirige de l'air de soufflage dans le trajet
de la bande de matériau (1) pour augmenter la tension de la bande.
8. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que, pour augmenter la tension de la bande, le rouleau d'enroulement (7) du dispositif
de déroulage primaire (3) est brièvement entraîné dans le sens opposé.