[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine, ein
Einspritzsystem für eine Brennkraftmaschine, das eingerichtet ist zur Durchführung
eines solchen Verfahrens, und eine Brennkraftmaschine mit einem solchen Einspritzsystem.
[0002] Aus der deutschen Patentschrift
DE 10 2014 213 648 B3 ist ein Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine mit einem Einspritzsystem
bekannt, wobei das Einspritzsystem einen Hochdruckspeicher aufweist, und wobei ein
Hochdruck in dem Hochdruckspeicher über eine niederdruckseitige Saugdrossel als erstem
Druckstellglied in einem ersten Hochdruck-Regelkreis geregelt wird. In einem Normalbetrieb
wird eine Hochdruck-Störgröße über ein hochdruckseitiges Druckregelventil, das als
zweites Druckstellglied verwendet wird, erzeugt, wobei über das zweite Druckstellglied
Kraftstoff aus dem Hochdruckspeicher in ein Kraftstoff-Reservoir abgesteuert wird.
Das Druckregelventil wird in dem Normalbetrieb auf der Grundlage eines Soll-Volumenstroms
für den abzusteuemden Kraftstoff angesteuert.
[0003] Erfolgt bei einer solchen und derart betriebenen Brennkraftmaschine ein plötzlicher
Lastabwurf, insbesondere ein vollständiger Lastabwurf aus einem Volllast-Zustand heraus,
steigt zunächst der Hochdruck in dem Hochdruckspeicher an, da die in Brennräume der
Brennkraftmaschine einzuspritzende Kraftstoffmenge schnell zurückgenommen wird, wobei
die Hochdruck-Regelung verzögert anspricht. Allerdings wird in diesem Fall rasch die
Hochdruck-Störgröße, also der Soll-Volumenstrom für den über das Druckregelventil
abzusteuemden Kraftstoff erhöht, sodass der Hochdruck wieder absinkt. Der Soll-Volumenstrom
für den abzusteuemden Kraftstoff wird erst wieder reduziert, nachdem die Brennkraftmaschine
ihre Leerlaufdrehzahl erreicht hat. Diese Reduzierung des Soll-Volumenstroms erfolgt
ähnlich schnell wie zuvor die rasche Erhöhung des Soll-Volumenstroms, die vorgesehen
ist, um den Anstieg des Hochdrucks unmittelbar beim Lastabwurf zu begrenzen. Diese
rasche, quasi schlagartige Reduzierung des Soll-Volumenstroms hat aber zur Folge,
dass - insbesondere wiederum aufgrund der Trägheit der Hochdruck-Regelung - der Hochdruck
in dem Hochdruckspeicher schlagartig ansteigt, wodurch die Brennkraftmaschine unzulässig
stark belastet werden kann, und wobei sich auch ihr Emissionsverhalten durch die momentan
große Abweichung des Ist-Hochdrucks von einem Soll-Hochdruck erheblich verschlechtern
kann.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine,
ein Einspritzsystem, das eingerichtet ist zur Durchführung eines solchen Verfahrens,
und eine Brennkraftmaschine mit einem solchen Einspritzsystem zu schaffen, wobei die
genannten Nachteile nicht auftreten.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst, indem die Gegenstände der unabhängigen Ansprüche geschaffen
werden. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0006] Die Aufgabe wird insbesondere gelöst, indem das zuvor beschriebene Verfahren so weitergebildet
wird, dass eine zeitliche Entwicklung des Soll-Volumenstroms erfasst wird, und dass
der Soll-Volumenstrom gefiltert wird, wobei eine Zeitkonstante für die Filterung des
Soll-Volumenstroms in Abhängigkeit von der erfassten zeitlichen Entwicklung des Soll-Volumenstroms
gewählt wird. Das wenigstens eine Druckregelventil wird mit dem gefilterten Soll-Volumenstrom
angesteuert. Dadurch wird es möglich, die Dynamik der zeitlichen Entwicklung des Soll-Volumenstroms
in Abhängigkeit von dessen momentaner zeitlicher Entwicklung zu beeinflussen, sodass
insbesondere verschiedene Zeitkonstanten für verschiedene zeitliche Entwicklungen
des Soll-Volumenstroms gewählt werden können. Dabei kann der Soll-Volumenstrom insbesondere
verzögert reduziert oder zurückgenommen werden, sodass ein übermäßiger Anstieg des
Hochdrucks, der zu einem wesentlich verschlechterten Emissionsverhalten der Brennkraftmaschine
und zu einer unzulässigen Belastung derselben führen kann, vermieden wird. Weiter
kann die zeitliche Entwicklung des Soll-Volumenstroms schnell und insbesondere hochdynamisch
sein, wenn dies erforderlich ist, um die Brennkraftmaschine vor einer unzulässigen
Belastung zu schützen, insbesondere um einen unzulässigen Anstieg des Hochdrucks zu
begrenzen, indem der Soll-Volumenstrom rasch erhöht wird. Diese hohe Dynamik des Soll-Volumenstroms
ist nun aber nicht mehr zwingend für jede zeitliche Entwicklung desselben vorgesehen,
sondern kann vielmehr für solche Ereignisse verzögert werden, in denen beispielsweise
eine zu rasche Rücknahme des Soll-Volumenstroms zu einer unzulässigen Hochdruck-Erhöhung
in dem Hochdruckspeicher führen würde. Die Brennkraftmaschine wird auf diese Weise
vor einer unzulässig hohen Belastung bewahrt, und ein verschlechtertes Emissionsverhalten
der Brennkraftmaschine in entsprechenden Betriebspunkten oder bei entsprechenden Betriebsereignissen
kann wirksam vermieden werden. Es ergibt sich so eine längere Lebensdauer des Einspritzsystems
und auch der Brennkraftmaschine insgesamt sowie ein global verbessertes Emissionsverhalten.
[0007] Das Einspritzsystem der Brennkraftmaschine weist wenigstens ein erstes hochdruckseitiges
Druckregelventil als weiteres Druckstellglied auf. Es ist also gemäß einer Ausgestaltung
möglich, dass das Einspritzsystem nur und genau ein hochdruckseitiges Druckregelventil
aufweist. Es ist gemäß einer anderen Ausgestaltung aber auch möglich, dass das Einspritzsystem
eine Mehrzahl hochdruckseitiger Druckregelventile als weitere Druckstellglieder aufweist,
wobei es insbesondere genau zwei hochdruckseitige Druckregelventile als weitere Druckstellglieder
aufweisen kann.
[0008] Das Einspritzsystem ist insbesondere eingerichtet zum Einspritzen von Kraftstoff
in wenigstens einen Brennraum der Brennkraftmaschine, insbesondere zur Direkteinspritzung
von Kraftstoff in den wenigstens einen Brennraum, und ganz besonders zur Einspritzung
von Kraftstoff in eine Mehrzahl von Brennräumen der Brennkraftmaschine, insbesondere
zur Direkteinspritzung des Kraftstoffs in jeden Brennraum der Mehrzahl von Brennräumen.
[0009] Der Hochdruckspeicher ist bevorzugt als gemeinsamer Hochdruckspeicher ausgebildet,
mit dem eine Mehrzahl von Injektoren in Fluidverbindung steht. Die einzelnen Injektoren
können dabei insbesondere verschiedenen Brennräumen der Brennkraftmaschine zur Direkteinspritzung
von Kraftstoff in die jeweiligen Brennräume zugeordnet sein. Ein solcher Hochdruckspeicher
wird auch als Rail bezeichnet, wobei das Einspritzsystem bevorzugt als Common-Rail-Einspritzsystem
ausgebildet ist.
[0010] Über die niederdruckseitige Saugdrossel ist insbesondere ein aus dem Kraftstoff-Reservoir
in den Hochdruckspeicher förderbarer Kraftstoff-Volumenstrom einstellbar, sodass der
Hochdruck über den ersten Hochdruck-Regelkreis durch Variation der dem Hochdruckspeicher
pro Zeiteinheit zugeführten Kraftstoffmenge geregelt wird. Über das wenigstens eine
hochdruckseitige Druckregelventil kann Kraftstoff aus dem Hochdruckspeicher in das
Kraftstoff-Reservoir abgesteuert werden, sodass das Druckregelventil insbesondere
genutzt werden kann, um ein unzulässiges Ansteigen des Hochdrucks zu verhindern und/oder
den Hochdruck schnell zu reduzieren.
[0011] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass eine zeitliche Ableitung
des Soll-Volumenstroms berechnet wird, wobei die Zeitkonstante für die auf den Soll-Volumenstrom
angewandte Filterung in Abhängigkeit von der zeitlichen Ableitung gewählt wird. Insbesondere
durch die Wahl der Zeitkonstante in Abhängigkeit von der zeitlichen Ableitung kann
die Dynamik des Soll-Volumenstroms in Abhängigkeit von dessen zeitlicher Entwicklung
beeinflusst werden. Vorzugsweise wird eine gemittelte zeitliche Ableitung des Soll-Volumenstroms
berechnet, wobei die Zeitkonstante in Abhängigkeit von der gemittelten zeitlichen
Ableitung gewählt wird. Dies erhöht die Sicherheit des Verfahrens, da die Wahl der
Zeitkonstante dann in geringerem Maß durch singuläre Ausreißer beeinflusst wird, wobei
der allgemeine Trend der zeitlichen Entwicklung des Soll-Volumenstroms genauer erfasst
werden kann.
[0012] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass eine erste Zeitkonstante
gewählt wird, wenn die - vorzugsweise gemittelte - zeitliche Ableitung ein positives
Vorzeichen aufweist oder gleich null ist, wobei eine zweite, von der ersten Zeitkonstante
verschiedene Zeitkonstante gewählt wird, wenn die - vorzugsweise gemittelte - zeitliche
Ableitung des Soll-Volumenstroms ein negatives Vorzeichen aufweist. Dass die zeitliche
Ableitung ein positives Vorzeichen aufweist oder gleich null ist bedeutet insbesondere,
dass diese echt positiv oder null, insbesondere größer oder gleich null ist. Dass
die zeitliche Ableitung ein negatives Vorzeichen aufweist, bedeutet insbesondere,
dass sie echt negativ, d.h. kleiner als null ist. Gemäß dieser Ausgestaltung des Verfahrens
kann die Wahl der Zeitkonstante, d.h. die Wahl eines Wertes für die Zeitkonstante,
davon abhängig gemacht werden, ob der Soll-Volumenstrom ansteigt oder abfällt. Dabei
kann für ein Ansteigen des Soll-Volumenstroms eine andere, vorzugsweise kleinere Zeitkonstante
gewählt werden, als für ein Abfallen des Soll-Volumenstroms. Somit ist es möglich,
dass der Soll-Volumenstrom rasch ansteigen kann, um ein unzulässiges Ansteigen des
Hochdrucks zu vermeiden oder den Hochdruck schnell zu reduzieren, wobei andererseits
eine Rücknahme des Soll-Volumenstroms verzögert werden kann, um in diesem Fall ein
unzulässiges Ansteigen des Hochdrucks in dem Hochdruckspeicher zu vermeiden.
[0013] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die erste Zeitkonstante
gleich null ist. Dies ermöglicht in vorteilhafter Weise eine Filterung des Soll-Volumenstroms
bei einem Anstieg desselben, die im Ergebnis den identischen Soll-Volumenstrom zurückgibt,
was mithin den gleichen Effekt hat, als würde der Soll-Volumenstrom nicht gefiltert.
Dieser kann somit hochdynamisch und ohne Verzögerung ansteigen, um rasch Kraftstoff
aus dem Hochdruckspeicher absteuern und so einen unzulässigen Anstieg des Hochdrucks
vermeiden oder den Hochdruck rasch abbauen zu können. Die zweite Zeitkonstante ist
bevorzugt größer null, d.h. insbesondere echt positiv. Fällt der Soll-Volumenstrom
ab, kann dieser Abfall demnach aufgrund der echt positiven zweiten Zeitkonstante verzögert
werden, wobei insbesondere die Ansteuerung des Druckregelventils in Schließrichtung
verzögert wird. Hierdurch kann ein unzulässiger Anstieg des Hochdrucks bei der Rücknahme
des Soll-Volumenstroms vermieden oder zumindest reduziert werden.
[0014] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die zweite Zeitkonstante
von mindestens 0,1 Sekunde bis höchstens 1,1 Sekunde, vorzugsweise von mindestens
0,2 Sekunde bis höchstens 1 Sekunde beträgt. Es hat sich herausgestellt, dass diese
Werte für die zweite Zeitkonstante in besonderer Weise geeignet sind, ein unzulässiges
Ansteigen des Hochdrucks in dem Hochdruckspeicher durch Schließen des Druckregelventils
zu vermeiden.
[0015] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Soll-Volumenstrom
mit einem Proportionalfilter mit Verzögerungsglied, insbesondere mit einem PT
1-Algorithmus, gefiltert wird. Diese Ausgestaltung hat sich als besonders effektive
Filterung des Soll-Volumenstroms zum Erreichen der hier genannten Vorteile erwiesen.
[0016] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Hochdruck in einer
ersten Betriebsart eines Schutzbetriebs mittels des wenigstens einen Druckregelventils
über einen zweiten Hochdruck-Regelkreis geregelt wird. Dies stellt insbesondere eine
Redundanz in der Regelung des Hochdrucks bereit, wobei auch bei einem Ausfall des
ersten Hochdruck-Regelkreises - insbesondere bei einem Ausfall der Saugdrossel als
erstem Druckstellglied, beispielsweise aufgrund eines Kabelbruchs, eines vergessenen
Aufsteckens eines Saugdrosselsteckers, einem Klemmen oder Verschmutzen der Saugdrossel,
oder einem anderen Fehler oder Defekt in dem ersten Hochdruck-Regelkreis - noch eine
Regelung des Hochdrucks möglich ist, nämlich über den zweiten Hochdruck-Regelkreis
und mittels des wenigstens einen Druckregelventils. Eine Verschlechterung des Emissionsverhaltens
der Brennkraftmaschine kann so vermieden werden.
[0017] Alternativ oder zusätzlich ist bevorzugt vorgesehen, dass in einer zweiten Betriebsart
des Schutzbetriebs wenigstens ein zweites hochdruckseitiges Druckregelventil, das
von dem wenigstens einen ersten hochdruckseitigen Druckregelventil verschieden ist,
zusätzlich zu dem wenigstens einen ersten Druckregelventil als Druckstellglied zur
Regelung des Hochdrucks angesteuert wird. Das zweite Druckregelventil ist insbesondere
strömungstechnisch parallel zu dem ersten Druckregelventil angeordnet, wobei beide
Druckregelventile - in Parallelschaltung - den Hochdruckspeicher mit dem Kraftstoff-Reservoir
verbinden, und wobei über beide Druckregelventile Kraftstoff aus dem Hochdruckspeicher
in das Kraftstoff-Reservoir abgesteuert werden kann. Insbesondere in Betriebssituationen,
in welchen das wenigstens eine erste Druckregelventil für eine funktionierende Hochdruck-Regelung
nicht mehr ausreicht, sodass der Hochdruck trotz Ansteuerung des wenigstens einen
ersten Druckregelventils weiter ansteigt, ist es in der zweiten Betriebsart des Schutzbetriebs
dann möglich, das wenigstens eine zweite Druckregelventil zuzuschalten, sodass nunmehr
die Druckventile gemeinsam zur Druckregelung des Hochdrucks als Druckstellglieder
angesteuert werden. Hierdurch können größere Absteuermengen erzielt werden, sodass
eine effiziente und sichere Druckregelung auch bei höherem Absteuerbedarf möglich
ist. Das wenigstens eine zweite Druckregelventil wird dabei bevorzugt ebenfalls -
wie auch das wenigstens eine erste Druckregelventil - durch den zweiten Hochdruck-Regelkreis
angesteuert.
[0018] Alternativ oder zusätzlich ist bevorzugt vorgesehen, dass in einer dritten Betriebsart
des Schutzbetriebs das wenigstens eine Druckregelventil dauerhaft geöffnet wird. Besonders
bevorzugt werden in der dritten Betriebsart des Schutzbetriebs alle Druckregelventile,
insbesondere das wenigstens eine erste Druckregelventil und das wenigstens eine zweite
Druckregelventil, dauerhaft geöffnet. In dieser dritten Betriebsart kann dauerhaft
über die Druckregelventile ein großer Kraftstoff-Volumenstrom aus dem Hochdruckspeicher
in das Kraftstoff-Reservoir abgesteuert werden. Die Druckregelventile werden dabei
vorzugsweise in Richtung einer maximalen Öffnung angesteuert, sodass ein maximaler
Kraftstoff-Volumenstrom über die Druckregelventile abgesteuert werden kann. Hierdurch
kann ein unzulässig hoher Hochdruck in dem Hochdruckspeicher nicht nur temporär, sondern
dauerhaft rasch und zuverlässig abgebaut werden, sodass das Einspritzsystem wirksam
und zuverlässig geschützt ist. Diese Funktionalität ermöglicht es insbesondere, auf
ein mechanisches Überdruckventil zu verzichten, sodass Bauraum und Kosten eingespart
werden können. Die Funktionalität des mechanischen Überdruckventils wird dabei durch
die Ansteuerung des wenigstens einen Druckregelventils nachgebildet.
[0019] Vorzugsweise wird in die erste Betriebsart des Schutzbetriebs geschaltet, wenn der
Hochdruck einen ersten Druckgrenzwert erreicht oder überschreitet, oder wenn ein Defekt
der Saugdrossel erkannt wird. Alternativ oder zusätzlich wird in die zweite Betriebsart
des Schutzbetriebs geschaltet, wenn der Hochdruck einen zweiten Druckgrenzwert erreicht
oder überschreitet. Alternativ oder zusätzlich wird in die dritte Betriebsart des
Schutzbetriebs geschaltet, wenn der Hochdruck einen dritten Druckgrenzwert erreicht
oder überschreitet, oder wenn ein Defekt eines Hochdruck-Sensors erkannt wird. Der
dritte Druckgrenzwert ist bevorzugt größer gewählt als der zweite Druckgrenzwert.
Vorzugsweise ist der dritte Druckgrenzwert größer gewählt als der erste Druckgrenzwert.
Vorzugsweise ist der zweite Druckgrenzwert größer gewählt als der erste Druckgrenzwert.
Besonders bevorzugt ist der zweite Druckgrenzwert größer gewählt als der erste Druckgrenzwert,
wobei der dritte Druckgrenzwert größer gewählt ist als der zweite Druckgrenzwert.
Es ist beispielsweise möglich, dass der erste Druckgrenzwert zu 2400 bar gewählt ist,
wobei der dritte Druckgrenzwert bei 2500 bar liegen kann. Der zweite Druckgrenzwert
wird vorzugsweise zwischen dem ersten Druckgrenzwert und dem dritten Druckgrenzwert
gewählt.
[0020] In wenigstens einer Betriebsart des Schutzbetriebs wird vorzugsweise die Saugdrossel
zu einer dauerhaft geöffneten Position angesteuert. Bevorzugt wird die Saugdrossel
insbesondere oder nur in der dritten Betriebsart des Schutzbetriebs zu einer dauerhaft
geöffneten Position angesteuert. Dies ermöglicht auch bei dauerhafter Öffnung des
wenigstens einen Druckregelventils eine ausreichende Kraftstoff-Förderung in den Hochdruckspeicher,
sodass die Brennkraftmaschine nicht abgewürgt wird. Die Saugdrossel wird in der dritten
Betriebsart insbesondere in einer Art Notbetrieb dauerhaft geöffnet, um zu gewährleisten,
dass auch im mittleren und niedrigen Drehzahlbereich der Brennkraftmaschine noch genügend
Kraftstoff in den Hochdruckspeicher gefördert werden kann, um den Betrieb der Brennkraftmaschine
aufrechterhalten zu können.
[0021] Die Aufgabe wird auch gelöst, indem ein Einspritzsystem für eine Brennkraftmaschine
geschaffen wird, welches wenigstens einen Injektor, einen Hochdruckspeicher, der einerseits
mit dem wenigstens einen Injektor und andererseits über eine Hochdruckpumpe mit einem
Kraftstoff-Reservoir in Fluidverbindung ist, wobei der Hochdruckpumpe eine Saugdrossel
als erstes Druckstellglied zugeordnet ist, und mit einem Druckregelventil, über welches
der Hochdruckspeicher mit dem Kraftstoff-Reservoir strömungstechnisch verbunden ist,
geschaffen wird. Das Einspritzsystem weist ein Steuergerät auf, das mit dem wenigstens
einen Injektor, der Saugdrossel und dem wenigstens einen Druckregelventil wirkverbunden
ist. Das Steuergerät ist eingerichtet zur Durchführung eines Verfahrens nach einer
der zuvor beschriebenen Ausführungsformen. Dabei verwirklichen sich in Zusammenhang
mit dem Einspritzsystem insbesondere die Vorteile, die bereits in Zusammenhang mit
dem Verfahren erläutert wurden.
[0022] Bevorzugt weist das Einspritzsystem eine Mehrzahl von Injektoren auf, wobei es genau
einen und nur einen Hochdruckspeicher aufweist, mit dem die verschiedenen Injektoren
strömungstechnisch verbunden sind. Der gemeinsame Hochdruckspeicher ist in diesem
Fall als sogenannte gemeinsame Leiste, insbesondere als Rail ausgebildet, wobei das
Einspritzsystem bevorzugt als Common-Rail-Einspritzsystem ausgebildet ist.
[0023] Die Saugdrossel ist der Hochdruckpumpe vorgeschaltet, insbesondere strömungstechnisch
vorgeschaltet, also stromaufwärts der Hochdruckpumpe angeordnet. Dabei ist es möglich,
dass die Saugdrossel in die Hochdruckpumpe oder in ein Gehäuse der Hochdruckpumpe
integriert ist. Stromaufwärts der Hochdruckpumpe und der Saugdrossel ist vorzugsweise
eine Niederdruckpumpe angeordnet, um Kraftstoff aus dem Kraftstoff-Reservoir zu der
Saugdrossel und der Hochdruckpumpe zu fördern.
[0024] An dem Hochdruckspeicher ist vorzugsweise ein Drucksensor angeordnet, der zur Erfassung
eines Hochdrucks in dem Hochdruckspeicher eingerichtet und mit dem Steuergerät wirkverbunden
ist, sodass der Hochdruck in dem Steuergerät registrierbar ist.
[0025] Das Steuergerät ist vorzugsweise als Motor-Steuergerät (Engine Control Unit - ECU)
der Brennkraftmaschine ausgebildet. Es ist alternativ auch möglich, dass ein gesondertes
Steuergerät eigens zur Durchführung des Verfahrens vorgesehen ist.
[0026] Es wird ein Ausführungsbeispiel des Einspritzsystems bevorzugt, bei welchem das Druckregelventil
stromlos offen ausgebildet ist. Diese Ausgestaltung hat den Vorteil, dass das Druckregelventil
in dem Fall, dass es nicht angesteuert oder bestromt wird, maximal weit öffnet, was
einen besonders sicheren und zuverlässigen Betrieb insbesondere dann ermöglicht, wenn
auf ein mechanisches Überdruckventil verzichtet wird. Ein unzulässiger Anstieg des
Hochdrucks in dem Hochdruckspeicher kann dann auch vermieden werden, wenn eine Bestromung
des Druckregelventils aufgrund eines technischen Fehlers nicht möglich ist.
[0027] Die Aufgabe wird schließlich auch gelöst, indem eine Brennkraftmaschine geschaffen
wird, die ein Einspritzsystem nach einem zuvor beschriebenen Ausgangsbeispiele aufweist.
In Zusammenhang mit der Brennkraftmaschine ergeben sich dabei insbesondere die Vorteile,
die bereits in Zusammenhang mit dem Einspritzsystem und dem Verfahren erläutert wurden.
[0028] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines ersten Ausgangsbeispiels einer Brennkraftmaschine
mit einem Einspritzsystem;
- Figur 2
- eine schematische Detaildarstellung einer ersten Ausführungsform des Verfahrens;
- Figur 3
- eine schematische Detaildarstellung einer zweiten Ausführungsform des Verfahrens;
- Figur 4
- eine weitere schematische Detaildarstellung des Verfahrens;
- Figur 5
- eine weitere schematische Detaildarstellung des Verfahrens;
- Figur 6
- eine schematische Darstellung der sich in Zusammenhang mit dem Verfahren ergebenden
Effekte, und
- Figur 7
- eine schematische Detaildarstellung des Verfahrens in Form eines Flussdiagramms.
[0029] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer Brennkraftmaschine
1, welche ein Einspritzsystem 3 aufweist. Dieses ist bevorzugt als Common-Rail-Einspritzsystem
ausgebildet. Es weist eine Niederdruckpumpe 5 zur Förderung von Kraftstoff aus einem
Kraftstoffreservoir 7, eine verstellbare, niederdruckseitige Saugdrossel 9 zur Beeinflussung
eines diese durchströmenden Kraftstoff-Volumenstroms, eine Hochdruckpumpe 11 zur Förderung
des Kraftstoffs unter Druckerhöhung in einen Hochdruckspeicher 13, den Hochdruckspeicher
13 zum Speichern des Kraftstoffs, und eine Mehrzahl von Injektoren 15 zum Einspritzen
des Kraftstoffs in Brennräume 16 der Brennkraftmaschine 1 auf. Optional ist es möglich,
dass das Einspritzsystem 3 mit Einzelspeichern ausgeführt ist, wobei dann beispielsweise
in den Injektor 15 ein Einzelspeicher 17 als zusätzliches Puffervolumen integriert
ist. Es ist ein erstes, insbesondere elektrisch ansteuerbares hochdruckseitiges Druckregelventil
19 vorgesehen, über welches der Hochdruckspeicher 13 mit dem Kraftstoffreservoir 7
fluidverbunden ist. Über die Stellung des ersten Druckregelventils 19 wird ein Kraftstoff-Volumenstrom
definiert, welcher aus dem Hochdruckspeicher 13 in das Kraftstoffreservoir 7 abgesteuert
wird. Dieser Kraftstoff-Volumenstrom ist in Figur 1 mit VDRV1 bezeichnet und stellt
eine Hochdruck-Störgröße des Einspritzsystems 3 dar.
[0030] Gemäß einem nicht dargestellten Ausführungsbeispiel der Brennkraftmaschine 1 ist
es möglich, dass diese nur das erste und damit einzige Druckregelventil 19 aufweist.
[0031] Das Einspritzsystem 3 weist bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel allerdings
ein zweites, insbesondere elektrisch ansteuerbares hochdruckseitiges Druckregelventil
20 auf, über welches der Hochdruckspeicher 13 ebenfalls mit dem Kraftstoffreservoir
7 fluidverbunden ist. Die beiden Druckregelventile 19, 20 sind demnach insbesondere
strömungstechnisch parallel zueinander angeordnet. Auch über das zweite Druckregelventil
20 ist ein Kraftstoff-Volumenstrom definierbar, welcher aus dem Hochdruckspeicher
13 in das Kraftstoffreservoir 7 abgesteuert werden kann. Dieser Kraftstoff-Volumenstrom
ist in Figur 1 mit VDRV2 bezeichnet.
[0032] Das Einspritzsystem 3 weist bevorzugt kein mechanisches Überdruckventil auf, welches
herkömmlicherweise vorgesehen ist und dann den Hochdruckspeicher 13 mit dem Kraftstoffreservoir
7 verbindet. Auf das mechanische Überdruckventil kann verzichtet werden, da dessen
Funktion vollständig durch das wenigstens eine Druckregelventil 19, 20 übernommen
wird. Es ist aber auch eine Ausgestaltung des Einspritzsystems 3 mit wenigstens einem
mechanischen Überdruckventil möglich, wodurch eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme
zur Vermeidung eines unzulässigen Anstiegs des Hochdrucks in dem Hochdruckspeicher
13 bereitgestellt werden kann.
[0033] Es ist möglich, dass das Einspritzsystem 3 mehr als zwei Druckregelventile 19, 20
aufweist. Der einfacheren Darstellung wegen wird im Folgenden allerdings die Funktionsweise
des Einspritzsystems 1 insbesondere anhand des hier dargestellten Ausführungsbeispiels
erläutert, welches genau zwei Druckregelventile 19, 20 aufweist.
[0034] Die Betriebsweise der Brennkraftmaschine 1 wird durch ein elektronisches Steuergerät
21, welches bevorzugt als Motorsteuergerät der Brennkraftmaschine 1, nämlich als sogenannte
Engine Control Unit (ECU) ausgebildet ist, bestimmt. Das elektronische Steuergerät
21 beinhaltet die üblichen Bestandteile eines Mikrocomputersystems, beispielsweise
einen Mikroprozessor, I/O-Bausteine, Puffer und Speicherbausteine (EEPROM, RAM). In
den Speicherbausteinen sind die für den Betrieb der Brennkraftmaschine 1 relevanten
Betriebsdaten in Kennfeldern/Kennlinien appliziert. Über diese berechnet das elektronische
Steuergerät 21 aus Eingangsgrößen Ausgangsgrößen. In Figur 1 sind exemplarisch folgende
Eingangsgrößen dargestellt: Ein gemessener, noch ungefilterter Hochdruck p, der in
dem Hochdruckspeicher 13 herrscht und mittels eines Hochdrucksensors 23 gemessen wird,
eine aktuelle Motordrehzahl n
I, ein Signal FP zur Leistungsvorgabe durch einen Betreiber der Brennkraftmaschine
1, und eine Eingangsgröße E. Unter der Eingangsgröße E sind vorzugsweise weitere Sensorsignale
zusammengefasst, beispielsweise ein Ladeluftdruck eines Abgasturboladers. Bei einem
Einspritzsystem 3 mit Einzelspeichern 17 ist ein Einzelspeicherdruck p
E bevorzugt eine zusätzliche Eingangsgröße des Steuergeräts 21.
[0035] In Figur 1 sind als Ausgangsgrößen des elektronischen Steuergeräts 21 beispielhaft
ein Signal PWMSD zur Ansteuerung der Saugdrossel 9 als Druckstellglied, ein Signal
ve zur Ansteuerung der Injektoren 15 - welches insbesondere einen Spritzbeginn und/oder
ein Spritzende oder auch eine Spritzdauer vorgibt -, ein erstes Signal PWMDRV1 zur
Ansteuerung eines ersten Druckregelventils der beiden Druckregelventile 19, 20, und
ein zweites Signal PWMDRV2 zur Ansteuerung eines zweiten Druckregelventils der beiden
Druckregelventile 19, 20 dargestellt. Bei den Signalen PWMDRV1, PWMDRV2 handelt es
sich bevorzugt um pulsweitenmodulierte Signale, über welche die Stellung eines Druckregelventils
19, 20 und damit der dem Druckregelventil 19, 20 jeweils zugeordnete Kraftstoff-Volumenstrom
VDRV1, VDRV2 definiert werden kann.
[0036] Es versteht sich, dass bei dem zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel, bei welchem
das Einspritzsystem 3 nur ein Druckregelventil 19, 20 aufweist, auch nur ein Signal
PWMDRV zur Ansteuerung des Druckregelventils durch das Steuergerät 21 erzeugt und
ausgegeben wird. Auch dieses eine Signal PWMDRV ist aber bevorzugt als pulsweitenmoduliertes
Signal ausgebildet, über welches die Stellung des Druckregelventils 19, 20 und damit
der dem Druckregelventil 19, 20 zugeordnete Kraftstoff-Volumenstrom VDRV definiert
werden kann.
[0037] In Figur 1 ist außerdem noch eine Ausgangsgröße A dargestellt, die stellvertretend
für weitere Stellsignale zur Steuerung und/oder Regelung der Brennkraftmaschine 1
steht, beispielsweise für ein Stellsignal zur Aktivierung eines zweiten Abgasturboladers
bei einer Registeraufladung.
[0038] Fig. 2 zeigt eine erste schematische Detaildarstellung einer ersten Ausführungsform des
Verfahrens. Die Erläuterung der Funktionsweise des Einspritzsystems 3 erfolgt zunächst
ohne Berücksichtigung des gestrichelt dargestellten Funktionsblocks B, wodurch insbesondere
zunächst eine Funktionsweise des Einspritzsystems 3 ohne den Funktionsblock B zum
besseren Verständnis dieser Funktionsweise sowie des Zwecks und der Funktion des Funktionsblocks
B beschrieben wird. Es ist ein nicht dargestellter erster Hochdruck-Regelkreis vorgesehen,
über den in einem Normalbetrieb des Einspritzsystems 3 mittels der Saugdrossel 9 als
erstem Druckstellglied der Hochdruck in dem Hochdruckspeicher 13 geregelt wird. Der
erste Hochdruck-Regelkreis weist als Eingangsgröße einen Soll-Hochdruck p
S für das Einspritzsystem 3 auf. Dieser wird vorzugsweise in Abhängigkeit von einer
Drehzahl der Brennkraftmaschine 1, einer Last- oder Drehmomentanforderung an die Brennkraftmaschine
1 und/oder in Abhängigkeit weiterer, insbesondere einer Korrektur dienender Größen,
aus einem Kennfeld ausgelesen. Weitere Eingangsgrößen des ersten Hochdruck-Regelkreises
sind insbesondere eine gemessene Drehzahl n
I der Brennkraftmaschine 1 sowie eine bevorzugt ebenfalls aus einem Kennfeld ausgelesene
und/oder aus einer Drehzahlregelung für die Brennkraftmaschine 1 resultierende Soll-Einspritzmenge
Q
S. Als Ausgangsgröße weist der erste Hochdruck-Regelkreis insbesondere einen Ist-Hochdruck
p
I auf, der aus dem von dem Hochdrucksensor 23 gemessenen Hochdruck p erhalten wird,
indem dieser vorzugsweise einer ersten Filterung mit einer größeren Zeitkonstante
unterzogen wird, wobei er zugleich vorzugsweise einer zweiten Filterung mit einer
kleineren Zeitkonstante unterzogen wird, um einen dynamischen Raildruck p
dyn als weitere Ausgangsgröße des ersten Hochdruck-Regelkreises zu berechnen.
[0039] In Figur 2 ist die Ansteuerung des einen Druckregelventils 19 eines Ausführungsbeispiels
des Einspritzsystems 3 mit genau einem Druckregelventil 19 dargestellt. Es ist vorzugsweise
ein erstes Schaltelement 27 vorgesehen, mit dem abhängig von einem ersten logischen
Signal SIG1 zwischen dem Normalbetrieb und einer ersten Betriebsart eines Schutzbetriebs
umgeschaltet werden kann. Bevorzugt ist das Schaltelement 27 - wie vorzugsweise alle
im Folgenden noch beschriebenen Schaltelemente - vollständig auf elektronischer oder
Software-Ebene verwirklicht. Dabei wird die im Folgenden beschriebene Funktionalität
vorzugsweise abhängig von dem Wert einer dem ersten logischen Signal SIG1 entsprechenden
Variable, die insbesondere als sogenanntes Flag ausgebildet ist und die Werte "wahr"
oder "falsch" annehmen kann, umgeschaltet. Alternativ ist es allerdings selbstverständlich
auch möglich, dass das Schaltelement 27 als realer Schalter, beispielsweise als Relais,
ausgebildet ist. Dieser Schalter kann dann beispielsweise abhängig von einem Niveau
eines elektrischen Signals geschaltet werden. Bei der hier konkret dargestellten Ausgestaltung
ist der Normalbetrieb gesetzt, wenn das erste logische Signal SIG1 den Wert "falsch"
(False) aufweist. Dagegen ist die erste Betriebsart des Schutzbetriebs gesetzt, wenn
das erste logische Signal SIG1 den Wert "wahr" (True) aufweist.
[0040] Es ist ein zweites Schaltelement 29 vorgesehen, welches eingerichtet ist, um die
Ansteuerung des Druckregelventils 19 von einer Normalfunktion in eine Stillstandsfunktion
und zurück zu schalten. Dabei wird das zweite Schaltelement 29 in Abhängigkeit von
einem zweiten logischen Signal Z beziehungsweise dem Wert einer entsprechenden Variable
gesteuert. Das zweite Schaltelement 29 kann als virtuelles, insbesondere Software-basiertes
Schaltelement ausgestaltet sein, welches in Abhängigkeit von dem Wert einer insbesondere
als Flag ausgestalteten Variable zwischen der Normalfunktion und der Stillstandsfunktion
schaltet. Es ist alternativ aber auch möglich, dass das zweite Schaltelement 29 als
realer Schalter, beispielsweise als Relais ausgebildet ist, welches in Abhängigkeit
von einem Signalwert eines elektrischen Signals schaltet. Hier entspricht das zweite
logische Signal Z konkret einer Zustandsvariable, welche die Werte 1 für einen ersten
Zustand und 2 für einen zweiten Zustand annehmen kann. Dabei wird die Normalfunktion
für das Druckregelventil 19 gesetzt, wenn das zweite logische Signal Z den Wert 2
annimmt, wobei die Stillstandsfunktion gesetzt wird, wenn das zweite logische Signal
Z den Wert 1 annimmt. Selbstverständlich ist eine abweichende Definition des zweiten
logischen Signals Z, insbesondere dergestalt möglich, dass eine entsprechende Variable
die Werte 0 und 1 annehmen kann.
[0041] Zunächst wird nun die Ansteuerung des Druckregelventils 19 in dem Normalbetrieb sowie
bei gesetzter Normalfunktion beschrieben. Es ist ein Berechnungsglied 31 vorgesehen,
welches als Ausgangsgröße einen berechneten Soll-Volumenstrom V
S,ber ausgibt, wobei in das Berechnungsglied 31 als Eingangsgrößen die momentane Drehzahl
n
I, die Soll-Einspritzmenge Q
S, außerdem bevorzugt in hier nicht explizit dargestellter Weise der Soll-Hochdruck
p
S, der dynamische Raildruck p
dyn, und der Ist-Hochdruck p
I eingehen. Die Funktionsweise des Berechnungsglieds 31 ist ausführlich in den deutschen
Patentschriften
DE 10 2009 031 528 B3 und
DE 10 2009 031 527 B3 beschrieben. Dabei zeigt sich insbesondere, dass in einem Schwachlastbereich, beispielsweise
im Leerlauf der Brennkraftmaschine 1, ein positiver Wert für einen statischen Soll-Volumenstrom
berechnet wird, während in einem Normalbetriebsbereich ein statischer Soll-Volumenstrom
von 0 berechnet wird. Der statische Soll-Volumenstrom wird bevorzugt durch Aufaddieren
eines dynamischen Soll-Volumenstroms korrigiert, der seinerseits über eine dynamische
Korrektur in Abhängigkeit von dem Soll-Hochdruck p
S, dem Ist-Hochdruck p
I und dem dynamischen Raildruck p
dyn berechnet wird. Der berechnete Soll-Volumenstrom V
S,ber ist schließlich die Summe aus dem statischen Soll-Volumenstrom und dem dynamischen
Soll-Volumenstrom. Es handelt sich bei dem berechneten Soll-Volumenstrom V
S,ber insoweit um einen resultierenden Soll-Volumenstrom.
[0042] Im Normalbetrieb, wenn das erste logische Signal SIG1 den Wert "falsch" aufweist,
wird - wie ausgeführt zunächst unter Hinwegdenken des Funktionsblocks B - der berechnete
Soll-Volumenstrom V
S,ber unverändert als Soll-Volumenstrom V
S an ein Druckregelventil-Kennfeld 33 übergeben. Das Druckregelventil-Kennfeld 33 bildet
hierbei - wie in der deutschen Patentschrift
DE 10 2009 031 528 B3 beschrieben - eine inverse Charakteristik des Druckregelventils 19 ab. Ausgangsgröße
dieses Druckregelventil-Kennfelds 33 ist ein Druckregelventil-Sollstrom I
S, Eingangsgrößen sind der abzusteuernde Soll-Volumenstrom V
S sowie der Ist-Hochdruck p
I.
[0043] Der Druckregelventil-Sollstrom I
S wird einem Stromregler 35 zugeführt, der die Aufgabe hat, den Strom zur Ansteuerung
des Druckregelventils 19 zu regeln. Weitere Eingangsgrößen des Stromreglers 35 sind
beispielsweise ein Proportionalbeiwert kp
I, DRV und ein Ohm'scher Widerstand R
I, DRV des Druckregelventils 19. Ausgangsgröße des Stromreglers 35 ist eine Sollspannung
U
S für das Druckregelventil 19, welche durch Bezug auf eine Betriebsspannung U
B in an sich bekannter Weise in eine Einschaltdauer für das pulsweitenmodellierte Signal
PWMDRV zur Ansteuerung des Druckregelventils 19 umgerechnet und diesem in der Normalfunktion,
wenn also das zweite logische Signal Z den Wert 2 aufweist, zugeführt wird. Zur Stromregelung
wird der Strom am Druckregelventil 19 als gemessene Stromgröße I
R gemessen, in einem Stromfilter 37 gefiltert und als gefilterter Ist-Strom I
I dem Stromregler 35 wieder zugeführt.
[0044] Wie bereits angedeutet, wird die Einschaltdauer PWMDRV des pulsweitenmodellierten
Signals zur Ansteuerung des Druckregelventils 19 in für sich genommen bekannter Weise
gemäß folgender Gleichung aus der Sollspannung U
S und der Betriebsspannung U
B berechnet:

Auf diese Weise wird in dem Normalbetrieb eine Hochdruck-Störgröße, nämlich der abgesteuerte
Kraftstoff-Volumenstrom VDRV, über das Druckregelventil 19 als zweitem Druckstellglied
erzeugt.
[0045] Nimmt das erste logische Signal SIG1 den Wert "wahr" an, schaltet das erste Schaltelement
27 von dem Normalbetrieb in die erste Betriebsart des Schutzbereichs um. Unter welchen
Bedingungen dies der Fall ist, wird in Zusammenhang mit Figur 4 erläutert. Bezüglich
der Ansteuerung des Druckregelventils 19 ergibt sich in der ersten Betriebsart des
Schutzbetriebs insoweit kein Unterschied, als auch hier das Druckregelventil 19 mit
dem Soll-Volumenstrom V
S angesteuert wird, jedenfalls solange durch das zweite Schaltelement 29 die Normalfunktion
gesetzt ist. Insoweit ergibt sich in Figur 2 rechts von dem ersten Schaltelement 27
keine Änderung zu den zuvor gegebenen Erläuterungen. Der Soll-Volumenstrom V
S wird in der ersten Betriebsart des Schutzbetriebs jedoch anders berechnet als in
dem Normalbetrieb, nämlich über einen zweiten Hochdruck-Regelkreis 39.
[0046] Der Soll-Volumenstrom V
S wird in diesem Fall mit einem begrenzten Ausgangsvolumenstrom V
R eines Druckregelventil-Druckreglers 41 identisch gesetzt. Dies entspricht der oberen
Schalterstellung des ersten Schaltelements 27. Der Druckregelventil-Druckregler 41
weist als Eingangsgröße eine Hochdruck-Regelabweichung e
p auf, welche als Differenz von dem Soll-Hochdruck p
S und dem Ist-Hochdruck p
I berechnet wird. Weitere Eingangsgrößen des Druckregelventil-Druckreglers 41 sind
bevorzugt ein maximaler Volumenstrom V
max für das Druckregelventil 19, unter Hinwegdenken des Funktionsblocks B der in dem
Berechnungsglied 31 berechnete Soll-Volumenstrom V
S,ber, und/oder ein Proportionalbeiwert kp
DRV. Der Druckregelventil-Druckregler 41 ist vorzugsweise als PI(DT
1)-Algorithmus ausgeführt. Dabei wird vorzugsweise ein integrierender Anteil (I-Anteil)
zu dem Zeitpunkt, zu welchem das erste Schaltelement 27 von seiner in Figur 2 dargestellten
unteren in seine obere Schalterstellung umgeschaltet wird, unter Hinwegdenken des
Funktionsblocks B mit dem berechneten Soll-Volumenstrom V
S,ber initialisiert. Nach oben wird der I-Anteil des Druckregelventil-Druckreglers 41 auf
den maximalen Volumenstrom V
max für das Druckregelventil 19 begrenzt. Dabei ist der maximale Volumenstrom V
max vorzugsweise eine Ausgangsgröße einer zweidimensionalen Kennlinie 43, welche den
das Druckregelventil 19 maximal durchsetzenden Volumenstrom in Abhängigkeit von dem
Hochdruck aufweist, wobei die Kennlinie 43 als Eingangsgröße den Ist-Hochdruck p
I erhält. Ausgangsgröße des Druckregelventil-Druckreglers 41 ist ein unbegrenzter Volumenstrom
V
U, der in einem Begrenzungselement 45 auf den maximalen Volumenstrom V
max begrenzt wird. Das Begrenzungselement 45 gibt als Ausgangsgröße schließlich den begrenzten
Soll-Volumenstrom V
R aus. Mit diesem als Soll-Volumenstrom V
S wird dann das Druckregelventil 19 angesteuert, indem der Soll-Volumenstrom V
S in bereits beschriebener Weise dem Druckregelventil-Kennfeld 33 zugeführt wird.
[0047] Es erfolgt demnach in dieser Weise in der ersten Betriebsart des Schutzbetriebs eine
Ansteuerung des Druckregelventils 19 als Druckstellglied zur Regelung des Hochdrucks
in dem Hochdruckspeicher 13 über den zweiten Hochdruck-Regelkreis 39.
[0048] Anhand von
Fig. 3 wird nun die Funktionsweise erläutert, die durch Hinzunahme eines zweiten Druckregelventils
20 bei einem Ausführungsbeispiel des Einspritzsystems 3 mit zwei Druckregelventilen
19, 20 gegeben ist. Auch hier wird zunächst dem besseren Verständnis wegen der Funktionsblock
B hinweggedacht, wobei dessen Sinn und Funktionsweise später erläutert werden. Insoweit
wird zunächst eine Funktionsweise des Einspritzsystems 3 mit zwei Druckregelventilen
19, 20 ohne den Funktionsblock B beschrieben. Im Folgenden werden insbesondere die
Unterschiede beschrieben, die sich zwischen der Ansteuerung von zwei Druckregelventilen
19, 20 gemäß Figur 3 im Unterschied zu der Ansteuerung von nur einem Druckregelventil
19 gemäß Figur 2 ergeben. Insbesondere mit Blick auf die Ansteuerung des ersten Druckregelventils
19 beziehungsweise eines der Druckregelventile 19, 20 wird auf die vorangehende Beschreibung
sowie die Darstellung gemäß Figur 2 verwiesen. Insbesondere sind in Figur 2 und Figur
3 gleiche und funktionsgleiche Elemente mit gleichen Bezugszeichen und/oder Beschriftungen
versehen, sodass insoweit jeweils auf die vorangegangene Beschreibung verwiesen wird.
[0049] Wie in Zusammenhang mit Figur 4 noch näher erläutert wird, nimmt das erste logische
Signal SIG1 den logischen Wert "wahr" an, wenn der dynamische Raildruck p
dyn - beispielsweise infolge eines Kabelbruchs des Saugdrossel-Steckers -, einen ersten
Druckgrenzwert p
G1 erreicht oder überschreitet. In der Folge wechselt das erste Schaltelement 27 in
die in Figur 3 dargestellte obere Schaltstellung, sodass der Hochdruck nun mithilfe
des zweiten Hochdruck-Regelkreises 39 und eines der Druckregelventile 19, 20 geregelt
wird. Wie ebenfalls in Zusammenhang mit Figur 4 noch erläutert werden wird, weist
ein drittes logisches Signal SIG2 den Wert "falsch" auf, wenn der dynamische Raildruck
p
dyn einen zweiten Druckgrenzwert p
G2 noch nicht erreicht hat. Ein zweiter Druckregelventil-Sollstrom I
S,2 für ein zweites Druckregelventil 20, 19 wird dann über ein drittes Schaltelement
47 aus einem zweiten Druckregelventil-Kennfeld 49 ausgelesen, welches den Ist-Hochdruck
p
I und den konstanten Wert Null für den Soll-Volumenstrom als Eingangsgröße aufweist.
Sind die beiden Druckregelventile 19, 20 identisch ausgebildet, ist das zweite Druckregelventil-Kennfeld
49 gleich dem ersten Druckregelventil-Kennfeld 33 und unterscheidet sich nur in Hinblick
auf den konstant zu Null gesetzten, eingehenden Soll-Volumenstrom. Werden verschiedene
Druckregelventile 19, 20 verwendet, können sich die beiden Druckregelventil-Kennfelder
33, 49 unterscheiden. Dadurch, dass das zweite Druckregelventil-Kennfeld 49 als eingehenden
Soll-Volumenstrom den Wert Null hat, wird das derart angesteuerte Druckregelventil
19, 20 so angesteuert, das es vollständig geschlossen ist, wobei es keinen Kraftstoff
in das Kraftstoffreservoir 7 absteuert. Der Hochdruck wird daher solange, bis der
dynamische Raildruck p
dyn den zweiten Druckgrenzwert p
G2 erreicht oder überschreitet, nur mithilfe eines Druckregelventils 19, 20 der Druckregelventile
19, 20 geregelt.
[0050] Es ist ein viertes Schaltelement 44 vorgesehen, welches den Wert eines Faktors f
DRV bestimmt. Dieses vierte Schaltelement 44 wird ebenfalls abhängig von dem dritten
logischen Signal SIG2 gesteuert, und nimmt seine in Figur 3 dargestellte untere Schaltstellung
ein, wenn das dritte logische Signal SIG2 den Wert "falsch" (false) aufweist. In diesem
Fall wird die Ausgangsgröße der Kennlinie 43 mit dem Faktor 1 multipliziert. Entsprechend
wird der aus dem Begrenzungselement 45 resultierende begrenzte Sollvolumenstrom V
R durch den Faktor 1 dividiert.
[0051] Es ist im Übrigen möglich, dass für beide Druckregelventile 19, 20 dieselbe Kennlinie
43, und somit insbesondere nur eine Kennlinie 43 verwendet wird, wenn die Druckregelventile
19, 20 identisch ausgebildet sind. Sind die Druckregelventile 19, 20 verschieden ausgebildet,
werden bevorzugt verschiedene Kennlinien 43 für die verschiedenen Druckregelventile
19,20 verwendet.
[0052] Steigt der dynamische Raildruck p
dyn an und erreicht oder überschreitet den zweiten Druckgrenzwert p
G2, so nimmt das dritte logische Signal SIG2 den Wert "wahr" (true) an. Dies führt dazu,
dass das dritte Schaltelement 47 und das vierte Schaltelement 44 in ihre in Figur
3 obere Schaltstellung wechseln. Betrachtet man zunächst das dritte Schaltelement
47, so zeigt sich, dass hierdurch nun der zweite Druckregelventil-Sollstrom I
S,2 bei dem hier konkret dargestellten Ausführungsbeispiel identisch wird mit dem ersten
Druckregelventil-Sollstrom I
S, sodass in der Folge beide Druckregelventile 19, 20 mit demselben Sollstrom beaufschlagt
werden. Dies setzt wiederum voraus, dass die beiden Druckregelventil 19, 20 identisch
ausgebildet sind, was einer bevorzugten Ausgestaltung entspricht. Selbstverständlich
ist es aber möglich, diese mit separaten, insbesondere aus separaten Kennfeldern resultierenden
Sollströmen zu beaufschlagen, wenn sich die Druckregelventile 19, 20 unterscheiden.
Somit wird insbesondere für die Druckregelventile 19, 20 dasselbe Druckregelventil-Kennfeld
33 verwendet, wenn diese identisch ausgebildet sind. Unterscheiden sie sich aber,
können verschiedene Druckregelventil-Kennfelder verwendet werden.
[0053] Zwei gleiche Druckregelventile 19, 20 können eine doppelte Kraftstoffmenge im Vergleich
zu einem einzigen Druckregelventil 19, 20 absteuern. Aus diesem Grund nimmt - wenn
man nun das vierte Schaltelement 44 betrachtet - der Faktor f
DRV jetzt den Wert 2 an, wodurch der aus der Kennlinie 43 resultierende, maximale Volumenstrom
V
max verdoppelt wird. Der begrenzte Volumenstrom V
R, der aus dem Begrenzungselement 45 resultiert, wird dagegen durch den Faktor f
DRV und somit nun durch zwei geteilt, da letztlich der resultierende Druckregelventil-Sollvolumenstrom
V
S jeweils mit einem Druckregelventil 19, 20 korrespondiert und jeweils der Ansteuerung
eines Druckregelventils 19, 20 dient. Auch diese Vorgehensweise ist abgestimmt auf
die bevorzugte Ausgestaltung, bei welcher die beiden verwendeten Druckregelventile
19, 20 gleich ausgebildet sind. Sind sie verschieden ausgebildet, werden dagegen vorzugsweise
verschiedene Kennlinien 43, verschiedene zweite Hochdruck-Regelkreise 39, und verschiedene
Druckregelventil-Kennfelder 33, 49 zur Ansteuerung der verschiedenen Druckregelventile
19, 20 verwendet. Sind dagegen mehr als zwei gleich ausgebildete Druckregelventile
19, 20 vorgesehen, können diese völlig analog zu der Darstellung in Figur 3 durch
eine Vervielfachung der dort für jedes Druckregelventil 19, 20 dargestellten Ansteuerelemente
angesteuert werden, wobei als Faktor f
DRV in der oberen Schaltstellung des vierten Schaltelements 44 die Zahl der verwendeten
Druckregelventile 19, 20 eingesetzt werden kann.
[0054] Der zweite Druckregelventil-Sollstrom I
S,2 ist die Eingangsgröße eines zweiten Stromreglers 51, der im Übrigen bevorzugt genauso
ausgebildet ist wie der erste Stromregler 35. Auch im Übrigen entspricht die Ansteuerungsmimik
zur Erzeugung des zweiten Ansteuersignals PWMDRV2 derjenigen zur Erzeugung des ersten
Ansteuersignals PWMDRV1 und des einen Ansteuersignals PWMDRV gemäß Figur 2, wobei
hier zur Umschaltung zwischen der Normalfunktion und der Stillstandsfunktion noch
ein fünftes Schaltelement 53 vorgesehen ist, und wobei zur Filterung einer zweiten,
gemessenen Stromgröße I
R,2 ein zweites Stromfilter 55 vorgesehen ist, welches als Ausgangsgröße einen zweiten
Ist-Strom I
I,2 aufweist, welcher dem zweiten Stromregler 51 zugeführt wird. Die Reglerparameter
des zweiten Stromreglers 51 werden vorzugsweise so eingestellt wie die entsprechenden
Parameter des ersten Stromreglers 35.
[0055] Anhand des zweiten Schaltelements 29 und des fünften Schaltelements 53 zeigt sich
noch, dass die Einschaltdauer der Ansteuersignale PWMDRV1, PWMDRV2 in der Stillstandsfunktion
identisch zu 0 % ist. In der Normalfunktion wird dagegen das jeweilige Ansteuersignal
PWMDRV1, PWMDRV2 durch die diesem zugeordnete Ansteuermimik erzeugt, wie dies zuvor
bereits erläutert wurde.
[0056] Die beiden Ansteuersignale PWMDRV1, PWMDRV2 werden bevorzugt nicht direkt den Druckregelventilen
19, 20, sondern einer Umschaltlogik 57 zugeführt, die dafür sorgt, dass die Druckregelventile
19, 20 alternierend mit den Ansteuersignalen PWMDRV1, PWMDRV2 angesteuert werden.
Ebenso werden die gemessenen Stromgrößen I
R, I
R,2 bevorzugt auch der Umschaltlogik 57 entnommen, wobei diese dafür sorgt, dass sie
stets an den jeweiligen, den Ansteuersignalen PWMDRV1, PWMDRV2 korrekt zugeordneten
Druckregelventilen 19, 20 gemessen werden, um eine definierte Regelung jedes der Druckregelventile
19, 20 über die Stromregler 35, 51 zu gewährleisten. Mittels der Umschaltlogik 57
kann eine Belastung der Druckregelventile 19, 20 in vorteilhafter Weise vereinheitlicht
werden, sodass insbesondere nicht eines der Druckregelventile 19, 20 sehr viel häufiger
angesteuert wird, als das andere.
[0057] Fig. 4 zeigt, unter welchen Bedingungen das erste logische Signal SIG1 und das dritte logische
Signal SIG2 jeweils die Werte "wahr" und "falsch" annehmen.
[0058] Dies wird im Folgenden zunächst anhand von Figur 4a) für das erste logische Signal
SIG1 erläutert. Die folgenden Erläuterungen für das erste logische Signal SIG1 treffen
sowohl für das Ausführungsbeispiel des Einspritzsystems mit nur einem Druckregelventil
19 gemäß Figur 2 als auch für das Ausführungsbeispiel des Einspritzsystems 3 mit zwei
Druckregelventilen 19, 20 gemäß Figur 3 zu. Solange der dynamische Raildruck p
dyn einen ersten Druckgrenzwert p
G1 nicht erreicht oder überschreitet, weist der Ausgang eines ersten Komparatorelements
59 den Wert "falsch" auf. Beim Start der Brennkraftmaschine 1 wird der Wert des ersten
logischen Signals SIG1 mit "falsch" initialisiert. Dadurch ist auch das Ergebnis eines
ersten Veroderungsglieds 61 "falsch", solange der Ausgang des ersten Komparatorelements
59 den Wert "falsch" aufweist. Der Ausgang des ersten Veroderungsglieds 61 wird einem
Eingang eines ersten Verundungsglieds 63 zugeführt, dessen anderem Eingang eine durch
einen Querstrich dargestellte Verneinung einer Variablen MS zugeführt wird, wobei
die Variable MS den Wert "wahr" aufweist, wenn die Brennkraftmaschine 1 steht, und
wobei sie den Wert "falsch" aufweist, wenn die Brennkraftmaschine 1 läuft. Im Betrieb
der Brennkraftmaschine 1 ist demnach der Wert der Verneinung der Variablen MS "wahr".
Insgesamt zeigt sich nun, dass der Ausgang des Verundungsglieds 63 und damit der Wert
des ersten logischen Signals SIG1 "falsch" ist, solange der dynamische Raildruck p
dyn den ersten Druckgrenzwert p
G1 nicht erreicht oder überschreitet. Erreicht oder überschreitet der dynamische Raildruck
p
dyn den ersten Druckgrenzwert p
G1, springt der Ausgang des ersten Komparatorelements 59 von "falsch" auf "wahr". Somit
springt auch der Ausgang des ersten Veroderungsglieds 61 von "falsch" auf "wahr".
Läuft die Brennkraftmaschine 1, springt auch der Ausgang des ersten Verundungsglieds
63 von "falsch" auf "wahr", sodass der Wert des ersten logischen Signals SIG1 "wahr"
wird. Dieser Wert wird dem ersten Veroderungsglied 61 wieder zugeführt, was jedoch
nichts daran ändert, dass dessen Ausgang "wahr" bleibt. Selbst ein Abfall des dynamischen
Raildrucks p
dyn unter den ersten Druckgrenzwert p
G1 kann den Wahrheitswert des ersten logischen Signals SIG1 nicht mehr ändern. Dieser
bleibt vielmehr solange "wahr", bis die Variable MS und damit auch deren Verneinung
ihren Wahrheitswert ändert, nämlich wenn die Brennkraftmaschine 1 nicht mehr läuft.
Somit zeigt sich Folgendes: Der Normalbetrieb wird realisiert, solange der dynamische
Raildruck p
dyn den ersten Druckgrenzwert p
G1 unterschreitet. In diesem Fall ist der Soll-Volumenstrom V
S - unter Hinwegdenken des Funktionsblocks B - mit dem berechneten Soll-Volumenstrom
V
S,ber identisch. Erreicht oder überschreitet der dynamische Raildruck p
dyn den ersten Druckgrenzwert p
G1, nimmt das erste logische Signal SIG1 den Wert "wahr" an, und das erste Schaltelement
27 nimmt seine obere Schaltstellung ein. Damit wird der Soll-Volumenstrom V
S in diesem Fall mit dem begrenzten Volumenstrom V
R des zweiten Hochdruck-Regelkreises 39 - gegebenenfalls bis auf den Faktor f
DRV - identisch. Dies bedeutet, dass im Normalbetrieb durch das wenigstens eine Druckregelventil
19, 20 eine Hochdruck-Störgröße erzeugt wird. Der Hochdruck wird immer dann, wenn
der dynamische Raildruck p
dyn den ersten Druckgrenzwert p
G1 erstmalig erreicht, anschließend von dem Druckregelventil-Druckregler 41 geregelt,
und dies solange, bis ein Stillstand der Brennkraftmaschine 1 erkannt wird. In der
ersten Betriebsart des Schutzbetriebs übernimmt demnach das wenigstens eine Druckregelventil
19, 20 über den zweiten Hochdruck-Regelkreis 39 die Regelung des Hochdrucks.
[0059] In Figur 4b) ist die Logik zur Schaltung des dritten logischen Signals SIG2 für das
Ausführungsbeispiel des Einspritzsystems 3 mit zwei Druckregelventilen 19, 20 dargestellt.
[0060] Dabei zeigt sich, dass diese vollständig der Logik zur Schaltung des ersten logischen
Signals SIG1 entspricht, wobei lediglich statt des ersten Druckgrenzwerts p
G1 der zweite Druckgrenzwert p
G2 als Eingangsgröße verwendet wird. Die entsprechenden logischen Schaltkomponenten
sind hier in Vergleich zu Figur 4a) mit gestrichenen Bezugszeichen versehen. Aufgrund
der völlig identischen Funktionsweise wird auf die Erläuterungen zu Figur 4a) verwiesen.
Analog zu dem ersten logischen Signal SIG1 zeigt sich für das dritte logische Signal
SIG2 Folgendes: Dieses wird zu Beginn des Betriebs der Brennkraftmaschine 1 mit dem
Wert "falsch" initialisiert, wobei es seinen Wahrheitswert zu "wahr" ändert, wenn
der dynamische Raildruck p
dyn den zweiten Druckgrenzwert p
G2 erreicht oder überschreitet. Daraufhin bleibt der Wahrheitswert des dritten logischen
Signals SIG2 "wahr", bis ein Stillstand der Brennkraftmaschine 1 erkannt wird.
[0061] Mit Bezug auf Figur 3 zeigt sich, dass die zweite Betriebsart des Schutzbetriebs
aktiviert wird, wenn das dritte logische Signal SIG2 seinen Wahrheitswert von "falsch"
zu "wahr" ändert, wobei in diesem Fall das bisher nicht aktive Druckregelventil 20,
19 hinzugeschaltet wird, sodass der Hochdruck von beiden Druckregelventilen 19, 20
geregelt wird.
[0062] Zurückkommend auf die Figuren 2 und 3 wird im Folgenden auch die dritte Betriebsart
des Schutzbetriebs erläutert: In diese wird geschaltet, wenn das zweite logische Signal
Z den Wert 1 annimmt. In diesem Fall wird/werden das zweite Schaltelement 29 und gegebenenfalls
auch das fünfte Schaltelement 53 in seine in den Figuren 2 und 3 dargestellte obere
Schaltposition gebracht, wobei hierdurch die Stillstandsfunktion für die Druckregelventile
19, 20 gesetzt wird. In dieser Stillstandsfunktion werden die Druckregelventile 19,
20 nicht mehr angesteuert, das heißt, die Ansteuersignale PWMDRV, PWMDRV1, PWMDRV2
werden zu Null gesetzt. Da vorzugsweise zumindest unter Eingangsdruck stromlos offene
Druckregelventile 19, 20 verwendet werden, steuern diese nun dauerhaft einen maximalen
Kraftstoff-Volumenstrom aus dem Hochdruckspeicher 13 in das Kraftstoffreservoir 7
ab.
[0063] Weist dagegen das zweite logische Signal Z den Wert 2 auf, ist - wie bereits erläutert
- die Normalfunktion für die Druckregelventile 19, 20 gesetzt, und diese werden mit
ihren jeweiligen Sollströmen I
S, I
S,2 und den hieraus berechneten Ansteuersignalen PWMDRV, PWMDRV1, PWMDRV2 angesteuert.
[0064] Fig. 5 zeigt schematisch ein Zustandsübergangsdiagramm für die Druckregelventile 19, 20
von der Normalfunktion in die Stillstandsfunktion und zurück für ein Ausführungsbeispiel
des Einspritzsystems 3 mit zwei Druckregelventilen 19, 20. Es ergibt sich allerdings
genau dieselbe Logik auch für das Ausführungsbeispiel des Einspritzsystems 3 mit nur
einem Druckregelventil 19 - bis auf die Tatsache, dass dann keine drei verschiedenen
Druckgrenzwerte, sondern nur zwei Druckgrenzwerte, nämlich der erste Druckgrenzwert
p
G1 und der dritte Druckgrenzwert p
G3 zu berücksichtigen sind. Weiterhin muss dann natürlich im Folgenden überall dort,
wo in Zusammenhang mit Figur 5 auf die beiden Druckregelventile 19, 20 Bezug genommen
wird, nur von einem Druckregelventil 19 ausgegangen werden.
[0065] Die Druckregelventile 19, 20 sind bevorzugt so ausgebildet, dass sie drucklos und
stromlos geschlossen ausgebildet sind, wobei sie weiter bevorzugt so ausgebildet sind,
dass sie bei einem eingangsseitig anliegenden Druck bis zu einem Öffnungsdruckwert
geschlossen sind, wobei sie öffnen, wenn der eingangsseitig anliegende Druck im stromlosen
Zustand den Öffnungsdruckwert erreicht oder überschreitet. Sie sind dann unter Eingangsdruck
stromlos offen und können durch Bestromen in Richtung des geschlossenen Zustands angesteuert
werden. Der Öffnungsdruckwert kann beispielsweise bei 850 bar liegen.
[0066] In Figur 5 links unten ist mit einem ersten Kreis K1 die Stillstandsfunktion symbolisiert,
wobei rechts oben mit einem zweiten Kreis K2 die Normalfunktion symbolisiert ist.
Ein erster Pfeil P1 stellt einen Übergang zwischen der Stillstandsfunktion und der
Normalfunktion dar, wobei ein zweiter Pfeil P2 einen Übergang zwischen der Normalfunktion
und der Stillstandsfunktion darstellt. Mit einem dritten Pfeil P3 ist eine Initialisierung
der Brennkraftmaschine 1 nach dem Einschalten des Steuergeräts angedeutet, wobei die
Druckregelventile 19, 20 zunächst in der Stillstandsfunktion initialisiert werden.
Erst wenn zugleich ein laufender Betrieb der Brennkraftmaschine 1 erkannt wird, und
der Ist-Hochdruck p
I einen vorbestimmten Startwert p
St überschreitet, wird für die Druckregelventile 19, 20 - entlang des Pfeils P1 - die
Normalfunktion gesetzt und die Stillstandsfunktion zurückgesetzt, insbesondere indem
das zweite logische Signal Z seinen Wert von 1 zu 2 ändert. Die Normalfunktion wird
zurückgesetzt und die Stillstandsfunktion wird entlang des Pfeils P2 gesetzt, wenn
der dynamische Raildruck p
dyn den dritten Druckgrenzwert p
G3 überschreitet, oder wenn ein Defekt eines Hochdrucksensors - hier dargestellt durch
eine logische Variable HDSD - erkannt wird, oder wenn erkannt wird, dass die Brennkraftmaschine
1 steht. In der Stillstandsfunktion, in welcher das zweite logische Signal Z wiederum
den Wert 1 annimmt, werden die Druckregelventile 19, 20 nicht angesteuert, wobei sie
in der Normalfunktion - wie bereits in Zusammenhang mit Figur 3 erläutert - mittels
der ihnen jeweils zugeordneten Sollströme I
S, I
S,2 angesteuert werden.
[0067] Es ergibt sich nun folgende Funktionalität: Startet die Brennkraftmaschine 1, liegt
zunächst kein Hochdruck in dem Hochdruckspeicher 13 vor, und die Druckregelventile
19, 20 sind in ihrer Stillstandsfunktion angeordnet, sodass sie druck- und stromlos,
also geschlossen sind. Beim Hochlaufen der Brennkraftmaschine 1 kann sich daher rasch
ein Hochdruck in dem Hochdruckspeicher ausbilden, der irgendwann den Startwert p
St überschreitet. Dieser liegt bevorzugt niedriger als der Öffnungsdruckwert der Druckregelventile
19, 20, sodass für diese zunächst die Normalfunktion gesetzt wird, bevor sie öffnen.
Hierdurch wird in vorteilhafter Weise sichergestellt, dass die Druckregelventile 19,
20 in jedem Fall angesteuert werden, wenn sie erstmals öffnen. Da sie drucklos geschlossen
sind, bleiben sie auch unter Ansteuerung weiter geschlossen, bis der Ist-Hochdruck
p
I auch den Öffnungsdruckwert überschreitet, wobei sie dann öffnen und in der Normalfunktion
angesteuert werden, nämlich entweder in dem Normalbetrieb oder in der ersten Betriebsart
des Schutzbetriebs.
[0068] Tritt allerdings einer der zuvor beschriebenen Fälle auf, wird wiederum die Stillstandsfunktion
für die Druckregelventile 19, 20 gesetzt.
[0069] Dies ist insbesondere der Fall, wenn der dynamische Raildruck p
dyn den dritten Druckgrenzwert p
G3 überschreitet, wobei dieser vorzugsweise größer gewählt ist als der erste Druckgrenzwert
p
G1 und der zweite Druckgrenzwert p
G2, und insbesondere einen Wert aufweist, bei welchem in einer herkömmlichen Ausgestaltung
des Einspritzsystems ein mechanisches Überdruckventil öffnen würde. Da die Druckregelventile
19, 20 unter Druck stromlos offen sind, öffnen diese in der Stillstandsfunktion in
diesem Fall vollständig und erfüllen so sicher und zuverlässig die Funktion eines
Überdruckventils.
[0070] Der Übergang von der Normalfunktion in die Stillstandsfunktion erfolgt auch, wenn
ein Defekt an dem Hochdrucksensor 23 festgestellt wird. Liegt hier ein Defekt vor,
kann der Hochdruck in dem Hochdruckspeicher 13 nicht mehr geregelt werden. Um die
Brennkraftmaschine 1 trotzdem noch sicher betreiben zu können, wird der Übergang von
der Normalfunktion in die Stillstandsfunktion für die Druckregelventile 19, 20 herbeigeführt,
sodass diese öffnen und damit einen unzulässigen Anstieg des Hochdrucks verhindern.
[0071] Weiterhin erfolgt der Übergang von der Normalfunktion in die Stillstandsfunktion
in einem Fall, in welchem ein Stillstand der Brennkraftmaschine 1 festgestellt wird.
Dies entspricht einem Zurücksetzen der Druckregelventile 19, 20, sodass bei einem
erneuten Start der Brennkraftmaschine 1 der hier beschriebene Zyklus wieder von neuem
beginnen kann.
[0072] Wird für die Druckregelventile 19, 20 unter Druck in dem Hochdruckspeicher 13 die
Stillstandsfunktion gesetzt, sind diese maximal weit geöffnet und steuern einen maximalen
Volumenstrom aus dem Hochdruckspeicher 13 in das Kraftstoffreservoir 7 ab. Dies entspricht
einer Schutzfunktion für die Brennkraftmaschine 1 und das Einspritzsystem 3, wobei
diese Schutzfunktion insbesondere das Fehlen eines mechanischen Überdruckventils ersetzen
kann.
[0073] Wichtig ist hier, dass die Druckregelventile 19, 20 nur zwei Funktionszustände, nämlich
die Stillstandsfunktion und die Normalfunktion aufweisen, wobei diese beiden Funktionszustände
vollauf genügen, um die gesamte relevante Funktionalität der Druckregelventile 19,
20 einschließlich der Schutzfunktion zum Ersetzen eines mechanischen Überdruckventils
darzustellen.
[0074] Es zeigt sich, dass auch nach Überschreiten des zweiten Druckgrenzwerts p
G2 noch eine stabile Regelung des Hochdrucks mittels der Druckregelventile möglich ist,
da das Fördervermögen der Hochdruckpumpe 11 drehzahlabhängig ist. Damit können Motorbetriebswerte,
vor allem Emissionswerte, in diesem Fall noch eingehalten werden. Erst im höheren
Drehzahlbereich muss mit einem Überschreiten des dritten Druckgrenzwerts p
G3 gerechnet werden. In diesem Fall öffnen die Druckregelventile 19, 20 vollständig,
und es muss mit einer Verschlechterung der Motorbetriebswerte, vor allem der Emissionen,
gerechnet werden. Zumindest ein stabiler Betrieb des Motors wird dann aber auch weiterhin
gewährleistet.
[0075] Auch bei einem Ausfall des Hochdrucksensors 23 ist ein stabiler Motorbetrieb noch
möglich, auch wenn eventuell in diesem Fall eine Verschlechterung der Motorbetriebswerte,
insbesondere der Emissionswerte, eintritt.
[0076] Dadurch, dass der zweite Druckgrenzwert p
G2 größer ist als der erste Druckgrenzwert p
G1, wird vermieden, dass beide Druckregelventile 19, 20 gleichzeitig vom geschlossenen
in einen geöffneten Zustand überführt werden. Auf diese Weise werden große Druckgradienten,
welche sich schädigend auf das Einspritzsystem 3 auswirken könnten, vermieden.
[0077] Im Folgenden wird nun die Funktionsweise des Funktionsblocks B mit Bezug auf die
Figuren 2 und 3 erläutert:
Bei einem Lastabwurf der Brennkraftmaschine 1, insbesondere bei einem plötzlichen,
vollständigen Lastabwurf aus einem Volllast-Zustand heraus, steigt zunächst der Hochdruck
in dem Hochdruckspeicher 13 an, da die in die Brennräume 16 der Brennkraftmaschine
1 einzuspritzende Kraftstoffmenge schnell zurückgenommen wird, wobei die Hochdruck-Regelung
erst verzögert anspricht. Zugleich mit dem Lastabwurf wird typischerweise eine Soll-Drehzahl
auf eine Leerlaufdrehzahl reduziert, insbesondere in Form einer Rampe. Die aktuelle
Motordrehzahl n
I schwingt zunächst über und nähert sich schließlich der Soll-Drehzahl von oben her
an. Die Soll-Einspritzmenge Q
S nimmt mit dem Ansteigen der Motordrehzahl n
I in Form des Überschwingers nach dem Lastabwurf sehr schnell - insbesondere bis auf
Null - ab. Fällt die Soll-Einspritzmenge Q
S auf sehr kleine Werte, steigt der über das Berechnungsglied 31 berechnete Soll-Volumenstrom
V
S,ber wiederum schnell - insbesondere bis auf einen Maximalwert von vorzugsweise 2 l/min
- an. Unterschreitet dann die Motordrehzahl n
I die Solldrehzahl, ergibt sich eine positive Drehzahl-Regelabweichung. Dies führt
dazu, dass die Soll-Einspritzmenge Q
S wieder ansteigt. Eine ansteigende Soll-Einspritzmenge Q
S führt wiederum zu einem Abfall des berechneten Soll-Volumenstroms V
S,ber, insbesondere bis auf den Wert 0 l/min. Erfolgt dies sehr schnell, führt die damit
verbundene, sehr schnelle Rücknahme des im Normalbetrieb über das Druckregelventil
19 abgesteuerten Kraftstoff-Volumenstroms VDRV zu einem signifikanten Anstieg des
Ist-Hochdrucks p
I, beispielsweise um circa 500 bar. Eine sehr schnelle Reduzierung des über das Druckregelventil
19 abgesteuerten Kraftstoff-Volumenstroms VDRV führt also zu einem starken, plötzlichen
Anstieg des Ist-Hochdrucks p
I. Dadurch kann die Brennkraftmaschine 1 einerseits unzulässig stark belastet werden,
andererseits verschlechtert sich ihr Emissionsverhalten aufgrund der großen Abweichung
vom Soll-Hochdruck p
S. Während also ein rasches Ansteigen des im Normalbetrieb zur Ansteuerung des Druckregelventils
19 verwendeten Soll-Volumenstroms V
S im Fall eines zu hohen Ist-Hochdrucks p
I erwünscht ist, ist ein ähnlich dynamischer Abfall des Soll-Volumenstroms V
S aus den zuvor erläuterten Gründen unerwünscht. Gemäß den Figuren 2 und 3 verhält
sich der Soll-Volumenstrom V
S im Normalbetrieb jedoch - unter Hinwegdenken des Funktionsblocks B - in beiden Situationen
gleich, insbesondere mit gleicher Dynamik.
[0078] Um das zuvor beschriebene Problem zu lösen, sieht eine erfindungsgemäße Ausführungsform
des Verfahrens zum Betreiben der Brennkraftmaschine 1 mit dem Einspritzsystem 3 und
dem Hochdruckspeicher 13 vor, dass der Hochdruck in dem Hochdruckspeicher 13 über
die niederdruckseitige Saugdrossel 9 als erstem Druckstellglied in dem ersten Hochdruck-Regelkreis
geregelt wird, wobei in dem Normalbetrieb die Hochdruck-Störgröße VDRV über das wenigstens
eine erste hochdruckseitige Druckregelventil 19 als weiterem Druckstellglied erzeugt
wird, über welches Kraftstoff aus dem Hochdruckspeicher 13 in das Kraftstoffreservoir
7 abgesteuert wird, wobei das Druckregelventil 19 in dem Normalbetrieb auf der Grundlage
des Soll-Volumenstroms V
S für den abzusteuernden Kraftstoff angesteuert wird, wobei eine zeitliche Entwicklung
des Soll-Volumenstroms erfasst wird, und wobei der Soll-Volumenstrom gefiltert wird,
wobei weiterhin eine Zeitkonstante für die Filterung des Soll-Volumenstroms in Abhängigkeit
von der erfassten zeitlichen Entwicklung des Soll-Volumenstroms gewählt wird.
[0079] Dabei wird in dem Funktionsblock B insbesondere die zeitliche Entwicklung des berechneten
Soll-Volumenstroms V
S,ber erfasst, und dieser wird mit einer Zeitkonstante gefiltert, die von der erfassten
zeitlichen Entwicklung abhängt. Hierzu weist der Funktionsblock B ein Soll-Volumenstrom-Filter
65 auf, in welches der berechnete Soll-Volumenstrom V
S,ber eingeht. Weiterhin geht in das Soll-Volumenstrom-Filter 65 eine Zeitkonstante T
V zur Filterung des berechneten Soll-Volumenstroms V
S,ber ein.
[0080] Das Soll-Volumenstrom-Filter 65 ist vorzugsweise als Proportionalfilter mit Verzögerungsglied,
insbesondere als PT
1-Filter ausgeführt, dessen Übertragungsfunktion insbesondere lautet:

[0081] Dabei ist die Zeitkonstante T
V frei wählbar.
[0082] Ein sechstes Schaltelement 67 legt abhängig von einem vierten logischen Signal SIG4
fest, welchen Wert die Zeitkonstante T
V annimmt. Ist der Wert des vierten logischen Signales SIG4 "wahr" (true - T), nimmt
das sechste Schaltelement 67 seine in Figur 2 dargestellte linke Schalterstellung
ein, und der Zeitkonstante T
V wird ein erster Wert T
1v zugewiesen. Nimmt das vierte logische Signal SIG4 dagegen den Wert "falsch" (false
- F) an, nimmt das sechste Schaltelement 67 seine rechte Schalterstellung ein, und
der Zeitkonstante T
V wird ein zweiter Wert T
2V zugewiesen.
[0083] Der Wert des vierten logischen Signals SIG4 wird ermittelt, indem in einem Ableitungsglied
69 eine - vorzugsweise gemittelte - zeitliche Ableitung des berechneten Soll-Volumenstroms
V
S,ber berechnet wird, wobei demnach die Zeitkonstante T
V in Abhängigkeit von der vorzugsweise gemittelten zeitlichen Ableitung gewählt wird.
[0084] Hierzu wird die vorzugsweise gemittelte zeitliche Ableitung als Ausgangsgröße des
Ableitungsglieds 69 einem zweiten Komparatorelement 71 zugeführt, welches außer der
durch das Ableitungsglied 69 ermittelten zeitlichen Ableitung noch den konstanten
Wert Null als Eingangsgröße aufweist. Die vorzugsweise gemittelte zeitliche Ableitung
des Soll-Volumenstroms V
S,ber wird demnach in dem zweiten Komparatorelement 71 insbesondere mit Null verglichen.
Das zweite Komparatorelement 71 weist das vierte logische Signal SIG4 als Ausgangsgröße
auf. Dieses nimmt den Wert "wahr" an, wenn die aus dem Ableitungsglied 69 resultierende
zeitliche Ableitung größer oder gleich Null ist. Sie nimmt den Wert "falsch" an, wenn
die aus dem zeitlichen Ableitungsglied 69 resultierende zeitliche Ableitung kleiner
als Null ist.
[0085] Demnach wird der erste Wert T
1V für die Zeitkonstante T
V gewählt, wenn die zeitliche Ableitung ein positives Vorzeichen aufweist oder gleich
Null ist, wobei der zweite Wert T
2V für die Zeitkonstante T
V gewählt wird, wenn die zeitliche Ableitung ein negatives Vorzeichen aufweist.
[0086] Die Werte T
1V, T
2V für die Zeitkonstante T
V werden nun insbesondere so gewählt, dass die zeitliche Entwicklung des Soll-Volumenstroms
V
S verzögert wird, wenn dieser abfällt, wobei sie zugleich nicht oder nur wenig verzögert
wird, wenn der Soll-Volumenstrom V
S und insbesondere der berechnete Soll-Volumenstrom V
S,ber ansteigt. Hierzu wird der erste Wert T
1V bevorzugt zu Null gewählt, wobei der zweite Wert T
2V bevorzugt größer als Null, mithin echt positiv gewählt wird. Somit existieren verschiedene
Werte für die Zeitkonstante T
V für zu- und abnehmenden Soll-Volumenstrom V
S, wobei der abnehmende Soll-Volumenstrom V
S zeitlich verzögert wird, wobei ein zunehmender Soll-Volumenstrom V
S hingegen zeitlich möglichst nicht verzögert wird. Bevorzugt wird der zweite Wert
T
2V von mindestens 0,1 s bis höchstens 1,1 s, vorzugsweise von mindestens 0,2 s bis höchstens
1 s gewählt.
[0087] Aus dem Soll-Volumenstromfilter 65 und damit aus dem Funktionsblock B resultiert
ein gefilterter Soll-Volumenstrom V
S,gef, der im Normalbetrieb gleich dem Soll-Volumenstrom V
S gesetzt wird. Dieser gefilterte Soll-Volumenstrom V
S,gef wird bevorzugt auch dem Druckregelventil-Druckregler 41 als Eingangsgröße zugeführt.
[0088] Die Funktionsweise des Funktionsblocks B ist für das Ausführungsbeispiel des Einspritzsystems
3 mit zwei Druckregelventilen 19, 20 gemäß Figur 3 identisch zu der mit Bezug auf
Figur 2 beschriebenen Funktionsweise. Es wird daher insoweit auf die vorangegangene
Beschreibung verwiesen.
[0089] Es wird noch eine besonders vorteilhafte Berechnung eines gemittelten Gradienten
Gradient
MittelV als gemittelte zeitliche Ableitung des berechneten Soll-Volumenstroms V
S,ber des Berechnungsglieds 31 erläutert: Ein aktueller Gradient Gradient
AktuellV (t
1) des berechneten Soll-Volumenstroms V
S,ber zum Zeitpunkt t
1 wird berechnet, indem der um die Zeitspanne Δt
GradV zurückliegende Wert V
S,ber (t
1 - Δt
GradV) vom aktuellen Wert V
S,ber (t
1) subtrahiert und die Differenz durch die Zeitspanne Δt
GradV dividiert wird. Der Gradient zum Zeitpunkt (t
1 - Ta), wobei mit Ta eine Abtastzeit bezeichnet ist, wird berechnet, indem der um
die Zeitspanne Δt
GradV zurückliegende Wert V
S,ber (t
1 - Δt
GradV - Ta) vom Wert V
S,ber (t
1 - Ta) subtrahiert und die Differenz ebenfalls durch die Zeitspanne Δt
GradV dividiert wird. Ganz allgemein wird der Gradient des Soll-Volumenstroms V
S,ber zum Zeitpunkt (t
1 - (k - 1) Ta) berechnet, indem der um die Zeitspanne Δt
GradV zurückliegende Wert V
S,ber (t
1 - Δt
GradV - (k - 1) Ta) vom Wert V
S,ber (t
1 - (k - 1) Ta) subtrahiert und die Differenz durch die Zeitspanne Δt
GradV dividiert wird.
[0090] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Berechnung des gemittelten Gradienten ist es,
wenn dieser über eine vorgebbare Zeitspanne Δt
mittelV gemittelt wird. Bei einer Abtastzeit Ta ergibt sich der gemittelte Gradient Gradient
Mittel(t
1) zum Zeitpunkt t
1 dabei, indem über insgesamt k Gradienten gemittelt wird, wobei die Anzahl k folgendermaßen
berechnet wird:
Fig. 6 zeigt eine schematische Darstellung der sich in Zusammenhang mit dem Verfahren ergebenden
Effekte, insbesondere in Form von vier Zeitdiagrammen. Ein erstes Zeitdiagramm bei
a) zeigt die Motor-Solldrehzahl n
S als durchgezogene Linie und die Motor-Istdrehzahl n
I als punktierte Linie. Bis zu einem ersten Zeitpunkt t
1 ist die Motor-Solldrehzahl n
S mit dem konstanten Wert n
Start identisch. Vom ersten Zeitpunkt t
1 bis zu einem vierten Zeitpunkt t
4 fällt die Motor-Solldrehzahl n
S von dem Wert n
Start bis zu einer Leerlaufdrehzahl n
Leer ab. In der Folge bleibt die Motor-Solldrehzahl n
S unverändert. Die Motor-Istdrehzahl n
I steigt zum ersten Zeitpunkt t
1 an und nähert sich der Motor-Solldrehzahl n
S anschließend an, bis zu einem siebten Zeitpunkt t
7 schließlich die Motor-Solldrehzahl n
S und die Motor-Istdrehzahl n
I identisch sind.
[0091] Ein zweites Zeitdiagramm bei b) zeigt die Soll-Einspritzmenge Q
S. Bis zum ersten Zeitpunkt t
1 ist die Soll-Einspritzmenge Q
S mit dem konstanten Wert Q
Start identisch. Da die Motor-Istdrehzahl n
I anschließend über die Motorsolldrehzahl n
S ansteigt, fällt die Soll-Einspritzmenge Q
S in der Folge ab. Zu einem zweiten Zeitpunkt t
2 erreicht die Soll-Einspritzmenge Q
S den Wert 10 mm
3/Hub und zu einem dritten Zeitpunkt t
3 den Wert 2 mm
3/Hub. Da die Motor-Istdrehzahl n
I im weiteren Verlauf oberhalb der Motor-Solldrehzahl n
S verläuft, fällt die Soll-Einspritzmenge Q
S auf den Wert 0 mm
3/Hub und verharrt auf diesem Wert so lange, bis die Motor-Istdrehzahl n
I, unter die Motor-Solldrehzahl n
S fällt. Ist dies der Fall, steigt die Soll-Einspritzmenge Q
S wieder an und erreicht zu einem fünften Zeitpunkt t
5 wieder den Wert 2 mm
3/Hub. Zu einem sechsten Zeitpunkt t
6 erreicht die Soll-Einspritzmenge Q
S wieder den Wert 10 mm
3/Hub, zu einem siebten Zeitpunkt t
7 ist diese auf eine Leerlauf-Einspritz-Sollmenge Q
Leer eingeschwungen.
[0092] Ein drittes Zeitdiagramm bei c) zeigt den berechneten Soll-Volumenstrom V
S,ber als durchgezogene Linie sowie den gefilterten Soll-Volumenstrom V
S,gef als gestrichelte Linie. Der berechnete Soll-Volumenstrom V
S,ber ist beispielsweise identisch zu 0 l/min, wenn die Soll-Einspritzmenge Q
S größer oder gleich 10 mm
3/Hub ist. Dies hat zur Folge, dass sowohl V
S,ber als auch V
S,gef bis zu dem zweiten Zeitpunkt t
2 identisch 0 l/min sind. Vom zweiten Zeitpunkt t
2 bis zu dem dritten Zeitpunkt t
3 fällt die Soll-Einspritzmenge Q
S vom Wert 10 mm
3/Hub auf den Wert 2 mm
3/Hub. Dies führt dazu, dass der berechnete Soll-Volumenstrom V
S,ber vom Wert 0 1/min auf den Wert 2 l/min ansteigt. Da der erste Wert T
1V für die Zeitkonstante T
V für ansteigenden Soll-Volumenstrom identisch 0 s ist, wird die Eingangsgröße V
S,ber des Soll-Volumenstrom-Filters 65 nicht verzögert und ist damit mit der Ausgangsgröße
V
S,gef des Soll-Volumenstrom-Filters 65 identisch. Vom dritten Zeitpunkt t
3 bis zu dem fünften Zeitpunkt t
5 ist die Soll-Einspritzmenge Q
S kleiner oder gleich 2 mm
3/Hub. Damit ergibt sich eine konstante Eingangsgröße V
S,ber des Soll-Volumenstrom-Filters 65 von 2 l/min. Da die Zeitkonstante T
V auch in diesem Fall identisch 0 s ist, ist die Ausgangsgröße V
S,gef des Soll-Volumenstrom-Filters 65 auch in diesem Fall mit der Eingangsgröße V
S,ber des Soll-Volumenstrom-Filters 65 identisch und beträgt somit konstant 2 l/min. Vom
fünften Zeitpunkt t
5 bis zum sechsten Zeitpunkt t
6 steigt die Soll-Einspritzmenge Q
S von 2 mm
3/Hub auf 10 mm
3/Hub an. In der Folge steigt die Soll-Einspritzmenge Q
S weiter und pendelt sich schließlich auf der Leerlauf-Einspritz-Sollmenge Q
Leer ein. Die Eingangsgröße V
S,ber des Soll-Volumenstrom-Filters 65 fällt damit vom fünften Zeitpunkt t
5 bis zum sechsten Zeitpunkt t
6 vom Wert 2 l/min auf den Wert 0 l/min ab. Anschließend verharrt V
S,ber auf dem Wert 0 l/min. Da der zweite Wert T
2V für die Zeitkonstante T
V für abfallenden Druckregelventil-Sollvolumenstrom größer als 0 s ist und typischerweise
Werte von 0,2 bis 1 s annimmt, fällt die Ausgangsgröße V
S,gef des Soll-Volumenstrom-Filters 65 vom fünften Zeitpunkt t
5 an zeitverzögert ab und nähert sich schließlich der Eingangsgröße V
S,ber des Soll-Volumenstrom-Filters 65 und damit dem Wert 0 l/min an. Dies ist in Form
einer gestrichelten Linie dargestellt.
[0093] Ein viertes Zeitdiagramm bei d) zeigt den Soll-Hochdruck p
S als durchgezogene Linie. Dieser ist bis zu dem ersten Zeitpunkt t
1 mit einem Startwert p
Start identisch. Nach dem ersten Zeitpunkt t
1 fällt der Soll-Hochdruck p
S ab und pendelt sich schließlich zu dem siebten Zeitpunkt t
7 auf einen Leerlaufwert p
Leer ein. Eine punktierte Linie zeigt den Verlauf des Ist-Hochdrucks p
I ohne den Funktionsblock B. Von dem ersten Zeitpunkt t
1 an steigt der Ist-Hochdruck p
I zunächst an und nähert sich in der Folge, bedingt durch das Absteuern von Kraftstoff
mithilfe des Druckregelventils 19, 20, dem Soll-Hochdruck p
Soll an. Zum fünften Zeitpunkt t
5 kommt es zu einem signifikanten Anstieg des Ist-Hochdrucks p
I. Hierfür ist die Rücknahme des über das Druckregelventil 19, 20 abzusteuernden Kraftstoffs
verantwortlich. Dabei steigt der Ist-Hochdruck p
I zunächst sehr schnell bis auf einen ersten Maximalwert p
1 an. In der Folge nähert sich der Ist-Hochdruck p
I langsam wieder dem Soll-Hochdruck p
S an und ist zu einem neunten Zeitpunkt t
9 mit diesem identisch. Für das verlangsamte Abfallen des Ist-Hochdrucks p
I ist das Fehlen der Kraftstoff-Absteuermenge verantwortlich. Der Verlauf des Ist-Hochdrucks
p
I,gef bei Anwendung des Funktionsblocks B ist gestrichelt dargestellt. Da dieser bei Wahl
eines ersten Werts T
1V für die Zeitkonstante T
V von 0 s nur dann einen Effekt entfaltet, wenn die Eingangsgröße V
S,ber des Soll-Volumenstrom-Filters 65 abfällt, kommt dieser Effekt erst ab dem fünften
Zeitpunkt t
5 zur Geltung. Da die Filterung dazu führt, dass der abzusteuernde Soll-Volumenstrom
V
S langsamer abfällt, kommt es lediglich zu einem kleinen Anstieg des Ist-Hochdrucks
p
I,gef. Dabei wird ein zweiter Maximalwert p
2 erreicht. Außerdem ist der Ist-Hochdruck p
I,gef früher, bereits zu einem achten Zeitpunkt tg, auf dem Soll-Hochdruck p
S eingeschwungen. Die Filterung ermöglicht es damit, den Anstieg des Ist-Hochdrucks
p
I um den Differenzwert Δp zu reduzieren. In der Praxis handelt es sich bei Δp um Werte
von 300 bis 400 bar.
[0094] Fig. 7 zeigt eine schematische Detaildarstellung des Verfahrens in Form eines Flussdiagramms.
[0095] In einem ersten Schritt S1 wird das Verfahren gestartet. In einem zweiten Schritt
S2 wird der berechnete Soll-Volumenstrom V
S,ber durch das Berechnungsglied 31 berechnet. In einem dritten Schritt S3 wird eine momentane
zeitliche Ableitung des berechneten Soll-Volumenstroms V
S,ber berechnet. In einem vierten Schritt S4 wird eine gemittelte zeitliche Ableitung des
berechneten Soll-Volumenstroms V
S,ber berechnet. In einem fünften Schritt S5 wird überprüft, ob die gemittelte zeitliche
Ableitung größer oder gleich Null ist. Ist dies der Fall, wird der Zeitkonstante T
V in einem sechsten Schritt S6 der erste Wert T
1V zugewiesen. Ist dies nicht der Fall, wird der Zeitkonstante T
V in einem siebten Schritt S7 der zweite Wert T
2V zugewiesen. In einem achten Schritt S8 wird der berechnete Soll-Volumenstrom V
S,ber durch das Soll-Volumenstrom-Filter 65 mit der Zeitkonstante T
V gefiltert, woraus der gefilterte Soll-Volumenstrom V
S,gef resultiert. Das Verfahren endet in einem neunten Schritt S9. Das Verfahren wird vorzugsweise
fortlaufend, zumindest im Normalbetrieb dauerhaft während des Betriebs der Brennkraftmaschine
1, durchgeführt. Es beginnt also insbesondere in dem ersten Schritt S1 neu, wenn es
in dem neunten Schritt S9 geendet hat.
[0096] Die Erfindung hat folgende Vorteile:
- Im Stationärbetrieb - insbesondere bei konstanter Drehzahl und konstanter Last der
Brennkraftmaschine 1 - wird über das Druckregelventil 19, 20 vorteilhafterweise kein
Kraftstoff abgesteuert, da eine solche Absteuerung den Wirkungsgrad der Brennkraftmaschine
1 verschlechtern würde. Tritt jedoch ein Lastabwurf auf, so ermöglicht es die Erfindung
insbesondere, die Absteuermenge des Druckregelventils 19, 20 sehr schnell zu erhöhen,
wodurch der Überschwinger des Hochdrucks wirksam reduziert wird.
- Erfolgt nach dem Lastabwurf wieder der Übergang in den Stationärbetrieb, so muss die
Absteuermenge wieder auf den Wert Null reduziert werden. Die Erfindung ermöglicht
dabei insbesondere, die Rücknahme der Absteuermenge zu verlangsamen, um den dadurch
entstehenden Anstieg des Hochdrucks zu reduzieren. Gleichzeitig ist der Hochdruck
schneller wieder auf seinem Sollwert eingeschwungen.
- In beiden Fällen ermöglicht es die Erfindung insbesondere, signifikante Anstiege des
Hochdrucks zu reduzieren. Dadurch wird das Emissionsverhalten der Brennkraftmaschine
1 verbessert sowie unzulässige Belastungen infolge zu hoher Raildrücke verhindert.