[0001] Die Erfindung betrifft ein Steuergerät zum Bearbeiten von Messdaten, wobei Messdaten
eines Sichtfelds von mindestens einer Kamera, mindestens ein Parameter der Kamera
und Daten von mindestens einem Überwachungsbereich durch das Steuergerät empfangbar
sind. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren sowie eine Kameravorrichtung.
Stand der Technik
[0002] Bei Überwachungssystemen werden üblicherweise Kameras eingesetzt, die vorgesehene
Bereiche überwachen. Hierbei Bilder oder bewegte Bilder von dem Sichtbereich der Kamera
aufgezeichnet und gespeichert.
[0003] In verschiedenen Ländern ist die Überwachung oder die Aufzeichnung von öffentlichen
Bereichen oder Straßen problematisch. Beispielsweise dürfen privat betriebene Überwachungskameras
nur den eigenen Privatgrund aufzeichnen. Das Überwachen von öffentlichen Bereichen
oder privater Bereiche Anderer kann hierbei in die Privatsphäre Dritter eingreifen
und somit widerrechtlich sein.
[0004] Bei stationär betrieben und insbesondere bei unbeweglich installierten Überwachungskameras
können somit Bereiche des Sichtfelds der Überwachungskamera manuell verdeckt oder
maskiert werden.
[0005] Bei mobilen Überwachungskameras, die beispielsweise auf Fahrzeugen oder Flugzeugen
montiert sind, wird ein sogenannter Geofence bzw. geografischer Zaun eingesetzt. Dabei
werden alle außerhalb des geografischen Zauns aufgezeichneten Daten gelöscht oder
die Überwachungskamera deaktiviert.
Offenbarung der Erfindung
[0006] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe kann darin gesehen werden, ein Steuergerät
und ein Verfahren zum automatisierten Berücksichtigen von öffentlichen Bereichen bei
der kamerabasierten Überwachung vorzuschlagen, welche eine nahtlose Überwachung ermöglichen.
[0007] Diese Aufgabe wird mittels des jeweiligen Gegenstands der unabhängigen Ansprüche
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand von jeweils abhängigen
Unteransprüchen.
[0008] Nach einem Aspekt der Erfindung wird ein Steuergerät zum Bearbeiten von Messdaten
bereitgestellt. Es sind Messdaten eines Sichtfelds von mindestens einer Kamera, mindestens
ein Parameter der Kamera sowie Daten von mindestens einem Überwachungsbereich durch
das Steuergerät empfangbar. Das Steuergerät ist dazu eingerichtet, basierend auf mindestens
einem Parameter der Kamera die empfangenen Messdaten zumindest bereichsweise zu maskieren
oder auszublenden. Insbesondere können Messdaten bzw. Bereiche unkenntlich gemacht
werden, die außerhalb des Überwachungsbereichs angeordnet sind.
[0009] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Maskieren oder Ausblenden
von mindestens einem Bereich eines Sichtfelds mindestens einer Kamera durch ein Steuergerät
bereitgestellt.
[0010] In einem Schritt wird ein Überwachungsbereich empfangen oder definiert. In einem
weiteren Schritt wird mindestens ein Parameter der Kamera empfangen und/oder ermittelt.
Hierbei kann das Steuergerät mit mindestens einem Sensor verbindbar sein, welcher
den mindestens einen Parameter messen bzw. ermitteln kann.
[0011] Anschließend wird basierend auf dem empfangenen oder ermittelten Parameter in dem
Sichtfeld der Kamera mindestens ein Schutzbereich außerhalb des Überwachungsbereichs
automatisiert ermittelt und ausgeblendet.
[0012] Nach einem weiteren Aspekt der Erfindung wird eine Kameravorrichtung bereitgestellt.
Die Kameravorrichtung weist mindestens eine Kamera und mindestens ein Steuergerät
auf. Messdaten der Kamera sind durch das Steuergerät derart basierend auf mindestens
einem Parameter bearbeitbar, dass ein außerhalb eines Überwachungsbereichs angeordneter
Schutzbereich dynamisch ausblendbar ist.
[0013] Der Überwachungsbereich wird hierbei durch die mindestens eine Kamera überwacht bzw.
abgetastet. Dabei kann abhängig von einer Position eine Vielzahl an Überwachungsbereichen
vorliegen. Beispielsweise kann bei einer Fahrzeugkamera die gegenwärtige Fahrbahn
einen ersten Überwachungsbereich ausbilden und eine parallel verlaufende Fahrbahn
oder eine Auffahrt einen zweiten Überwachungsbereich ausbilden. Der mindestens eine
Überwachungsbereich kann vorzugsweise eine zweidimensional oder dreidimensional ausgestaltete
Fläche sein.
[0014] Abhängig von der Ausgestaltung können ein oder mehrere Schutzbereiche vorgesehen
sein. Dabei liegen die Schutzbereiche vorzugsweise außerhalb des Überwachungsbereichs.
Der mindestens eine Schutzbereich kann hierbei an den mindestens einen Überwachungsbereich
angrenzen. Bevorzugterweise sind der Schutzbereich und der Überwachungsbereich als
Oberflächen ausgeführt.
[0015] Der Schutzbereich dient dem Schutz der Privatsphäre. Der Schutzbereich weist Bereiche
und Räume auf, die nicht überwacht werden dürfen. Beispielsweise können Schutzbereiche
öffentliche Räume und Straßen, Militärgebiete und dergleichen sein.
[0016] Die Messdaten der Kamera bilden das Sichtfeld in elektronischer Form aus. Der mindestens
eine Bereich des Sichtfelds, welcher den Schutzbereich darstellt und/oder einen Bereich
außerhalb des mindestens einen Überwachungsbereichs darstellt, kann durch das Steuergerät
automatisiert unkenntlich gemacht werden. Insbesondere können die Messdaten in Form
von Bildern oder bewegten Bildern, wie beispielsweise Videos oder Bildfolgen, ausgestaltet
sein.
[0017] Der von der Kamera aufgezeichnete Schutzbereich kann in den Messdaten bereichsweise
ausgeblendet werden. Dabei kann ein zusammenhängender Bereich oder mehrere voneinander
unabhängige Bereiche, welche den Schutzbereich darstellen, ausgeblendet werden.
[0018] Durch das Ausblenden von Bereichen oder Abschnitten in den Messdaten der Kamera wird
mindestens ein Bereich des Sichtfelds gelöscht.
[0019] Das Maskieren von Abschnitten oder Bereichen in den Messdaten der Kamera führt dazu,
dass mindestens ein Bereich des Sichtfelds überschrieben wird. Hierdurch werden die
maskierten Bereiche unkenntlich gemacht. Insbesondere kann das Maskieren ein Überschreiben
der Bereiche, beispielsweise durch Pixel einer Farbe, oder ein Filtern der Bereiche
aufweisen.
[0020] Die Bereiche, die außerhalb des Überwachungsbereichs liegen, können insbesondere
durch einen Filter weichgezeichnet, verpixelt, verschleiert oder eingefärbt bzw. überschrieben
werden.
[0021] Durch das Steuergerät und/oder das Verfahren kann die Privatsphäre bei einem Einsatz
einer Kamera oder Überwachungskamera dynamisch und automatisiert gewahrt werden. Dabei
können die Bereiche bzw. Flächen und Räume, die außerhalb des Überwachungsbereichs
liegen durch das Steuergerät ermittelt und anschließend unkenntlich gemacht werden.
Dies kann in Echtzeit oder näherungsweise in Echtzeit erfolgen.
[0022] Somit werden die ermittelten Messdaten der mindestens einen Kamera bei einem Überschreiten
eines geografischen Zauns nicht vollständig gelöscht sondern lediglich der Bereich
des Sichtfelds der Kamera, welcher den geografischen Zaun überschreitet. Die Messdaten
können somit zumindest bereichsweise aufrechterhalten werden, wodurch eine nahtlose
Überwachung auch bei einem beweglichen Sichtfeld der Kamera gewährleistet wird.
[0023] Die Daten des Überwachungsbereichs weisen beispielsweise Informationen über die Ausdehnung
und die Grenzen des Überwachungsbereichs auf. Hierbei kann in einer einfachen Ausgestaltung
jeder Abschnitt bzw. Bereich außerhalb des Überwachungsbereichs als Schutzbereich
definiert und unkenntlich gemacht werden. Insbesondere können die Daten des Überwachungsbereichs
Koordinaten aufweisen, die eine äußere Grenze bzw. einen Grenzverlauf des Überwachungsbereichs
ausbilden.
[0024] Der mindestens eine Parameter kann vorzugsweise Informationen zur Lage, Ausrichtung,
wie beispielsweise Pan oder Tilt, und Position, beispielsweise in Form von Koordinaten,
Längen- und Breitengraden oder Höhe über Normalnull, der Kamera im Raum bzw. relativ
zum Überwachungsbereich, sowie Brennweite und Optik der Kamera aufweisen. Hierdurch
kann geprüft werden, ob der Sichtbereich der Kamera nur den Überwachungsbereich aufzeichnet
oder zumindest bereichsweise in den Schutzbereich hineinragt und somit den Schutzbereich
aufzeichnet. Somit kann der Bereich des Sichtfelds, welcher einen Schutzbereich aufzeichnet
anhand der Ausrichtung und der Position der Kamera relativ zum Überwachungsbereich
abgeschätzt bzw. berechnet werden. Alternativ kann die Erkennung des Schutzbereichs
auch durch eine Bildanalyse durchgeführt werden. Dabei können die Daten zum Definieren
des Überwachungsbereichs optische Merkmale aufweisen, die durch eine Bildanalyse erkennbar
sind.
[0025] Durch das Steuergerät und das Verfahren können die Messdaten der mindestens einen
Kamera abhängig von der Position und der Ausrichtung der Kamera im Raum bearbeitet
werden. Dabei erfolgt die Ausblendung oder Maskierung der Bereiche, wenn das Sichtfeld
der Kamera mindestens eine Grenze zwischen dem Überwachungsbereich und dem Schutzbereich
überschreitet.
[0026] Nach einer Ausführungsform ist der mindestens eine Parameter der Kamera durch das
Steuergerät ermittelbar und/oder auslesbar. Das Steuergerät kann somit eine datenleitende
Kommunikationsverbindung zu der Kamera herstellen, um mindestens einen Parameter auslesen
bzw. empfangen zu können. Der mindestens eine Parameter kann beispielsweise ein Grundwert
oder eine Eigenschaft der Kamera sein. Beispielsweise kann das Steuergerät eine Brennweite,
einen Abtastwinkel bzw. das Sichtfeld, einen Abstand der Fokusebene von einem Sensor
der Kamera und dergleichen von der Kamera empfangen.
[0027] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist das Steuergerät als ein kamerainternes oder
als ein externes Steuergerät ausgestaltet. Hierdurch kann das Steuergerät flexibel
mit der Kamera verbindbar sein oder in die Kamera integriert werden. Insbesondere
kann das Steuergerät als eine Nachrüstlösung für beliebige Kameras ausgeführt sein.
[0028] Nach einer weiteren Ausführungsform ist der mindestens eine Parameter eine optische
Eigenschaft eines Objektivs, eine optische Eigenschaft der Kamera, eine Position der
Kamera, eine Ausrichtung der Kamera und/oder ein Kameravektor. Die Brennweite oder
die Information über das Objektiv sowie den Sensor der Kamera kann dazu eingesetzt
werden, ein Sichtfeld der Kamera zu ermitteln.
[0029] Die Position der Kamera und die Ausrichtung der Kamera kann zusammen mit dem Sichtfeld
durch das Steuergerät zum Erkennen einer Überschreitung des Überwachungsbereichs verwendet
werden. Insbesondere können die Parameter dynamisch bzw. kontinuierlich ermittelt
werden, wodurch auch schnell bewegliche Kameras, wie beispielsweise bei Fahrzeugen
oder Drohnen private Bereiche bzw. Schutzbereiche berücksichtigen können. Die Ausrichtung
der Kamera im Raum kann hierbei einen vertikalen und horizontalen Neigungswinkel aufweisen.
[0030] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist der mindestens eine Parameter ein statischer
oder dynamischer Parameter, wobei der Parameter durch das Steuergerät und/oder anhand
von empfangenen Messdaten von mindestens einem Sensor ermittelbar ist. Die Parameter
können statisch im Steuergerät oder der Kamera hinterlegt sein oder dynamische ermittelt
werden. Dabei kann das Steuergerät insbesondere durch Bewegungen des Sichtfelds eine
Neigung oder Schwenkbewegung der Kamera ermitteln können. Des Weiteren können GPS-Sensoren,
Lagesensoren und Beschleunigungssensoren zum Ermitteln von Ausrichtungs- und Positionsdaten
der Kamera verwendet werden. Bevorzugterweise können die Sensoren an oder in der Kamera
oder in einer Kameravorrichtung angeordnet sein.
[0031] Somit kann eine dynamische und automatisierbare Möglichkeit zum Erkennen einer Grenzüberschreitung
des Überwachungsbereichs durch das Sichtfeld der Kamera bereitgestellt werden. Die
Teilbereiche im Bild der Kamera können somit automatisch anhand der Ausrichtung der
Kamera ausmaskiert werden. Der Teilbereich bzw. der Schutzbereich kann beispielsweise
eine öffentliche Straße oder ein benachbartes Grundstück sein. Dabei bleiben die Teilbereiche
des Sichtfelds der Kamera, die den Überwachungsbereich abbilden, weiterhin sichtbar.
Dies kann nur anhand der gemessenen Neigung bzw. Orientierung und Position der Kamera
durchgeführt werden. Diese Informationen zur Position und Ausrichtung der Kamera können
weiterhin mit einem Verlauf bzw. der Position des geografischen Zauns und/oder Kartenkoordinaten
abgeglichen werden, um eine Maskierung automatisiert vorzunehmen.
[0032] Nach einer weiteren Ausführungsform wird der mindestens eine Schutzbereich als mindestens
ein Pixel oder als mindestens ein Vektor ermittelt. Bei einer einfachen Ausgestaltung
kann der Überwachungsbereich als eine ebene bzw. zweidimensionale Geometrie ausgeführt
sein. Dabei können die Grenzen zwischen dem Überwachungsbereich und dem Schutzbereich
durch Pixel und/oder durch Vektoren definiert werden. Basierend auf derartigen Grenzen
kann der Schutzbereich ebenfalls pixelförmig oder vektorförmig definiert sein.
[0033] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel wird der Überwachungsbereich als eine Fläche,
beispielsweise durch Koordinaten, ausgebildet, wobei der Schutzbereich außerhalb der
Fläche liegt und durch das Steuergerät ausgeblendet wird. Somit kann jeder Bereich,
der außerhalb des Überwachungsbereichs von der Kamera detektiert wird, als Schutzbereich
angesehen und ausmaskiert oder ausgeblendet werden.
[0034] Nach einer weiteren Ausführungsform wird der Schutzbereich in den Messdaten der Kamera
durch Überschreiben von Bereichen des Sichtfelds ausmaskiert oder durch Löschen von
Bereichen des Sichtfelds ausgeblendet. Somit wird Steuergerät dazu eingesetzt, die
Bildinformationen der Kamera über den Schutzbereich unkenntlich zu machen.
[0035] Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird mindestens ein Objekt auf dem Überwachungsbereich
ermittelt. Der durch das Objekt verdeckte Abschnitt des Schutzbereichs wird nicht
ausgeblendet. Hierbei kann vorzugsweise eine Tiefenanalyse bzw. eine Tiefenschätzung
der Messdaten der Kamera durchgeführt werden, um Objekte und deren Dimensionen zu
ermitteln. Somit kann das Verfahren auf Objekte ausgeweitet werden, die sich auf dem
Überwachungsbereich befinden. Basierend auf den Dimensionen der Objekte können Abschnitte
des Schutzbereichs definiert werden, die durch die Objekte verdeckt werden. Entsprechende
verdeckte Bereiche des Schutzbereichs müssen somit nicht maskiert oder ausgeblendet
werden, da sie bereits von Objekten verdeckt und durch die Kamera nicht sichtbar sind.
Hierdurch kann eine genauere Abtastung bzw. Aufzeichnung des Überwachungsbereichs
durchgeführt werden.
[0036] Nach einem weiteren Ausführungsbeispiel ist die Kameravorrichtung stationär, mobil,
beweglich und/oder unbeweglich ausgeführt. Durch die schnelle Auswertung und Bearbeitung
der Messdaten der Kamera durch das Steuergerät kann die Ausblendung oder Maskierung
des Schutzbereichs nahezu in Echtzeit erfolgen. Hierdurch kann das Steuergerät auch
bei dynamisch eingesetzten Kameras, wie beispielsweise an Fahrzeugen oder Flugzeugen
bzw. Flugobjekten, eingesetzt werden.
[0037] Dabei kann die Kameravorrichtung an einem Fahrzeug, oder beispielsweise an einem
Hubschrauber oder einer Drohne angeordnet werden. Das Fahrzeug kann hierbei ein automatisiert
oder teilautomatisiert betreibbares Fahrzeug ausgestaltet sein. Des Weiteren können
das Verfahren und das Steuergerät bei konventionellen bzw. tragbaren Kameras und Mobiltelefonen
mit Kameras eingesetzt werden.
[0038] Bevorzugterweise kann das Verfahren zum Ermitteln des Schutzbereichs innerhalb des
Sichtfelds der Kamera durch ein mathematisches Modell und/oder eine Kombination aus
unterschiedlichen Modellen umgesetzt werden. Hierdurch kann die Robustheit des Verfahrens
erhöht werden. Dabei kann eine Vielzahl an Informationen bei der Erkennung des Schutzbereichs
bzw. der Überschreitung des Überwachungsbereichs eingesetzt werden. Beispielsweise
kann der optische Fluss der Bildinformationen, GPS-Daten, gyroskopische Daten, Landmarken
und dergleichen durch das Steuergerät berücksichtigt werden.
[0039] Im Folgenden werden anhand von stark vereinfachten schematischen Darstellungen bevorzugte
Ausführungsbeispiele der Erfindung näher erläutert. Hierbei zeigen
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Anordnung mit einer mobilen Kameravorrichtung
zum Veranschaulichen eines erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß einer Ausführungsform,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer Anordnung mit einer stationären Kameravorrichtung
gemäß einer Ausführungsform, und
- Fig. 3, 4
- schematische Darstellungen einer Anordnung mit einer stationären Kameravorrichtung
zum Veranschaulichen einer Objekterkennung.
[0040] Die Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Anordnung mit einer mobilen
Kameravorrichtung 1 zum Veranschaulichen eines erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß
einer Ausführungsform.
[0041] Die Kameravorrichtung 1 ist an einer Drohne 2 angeordnet und weist eine Neigung a
gegenüber einer Horizontalen auf.
[0042] Die Kameravorrichtung 1 weist eine Kamera 4 und ein Steuergerät 6 auf. Das Steuergerät
6 dient zum Auswerten und Bearbeiten von Messdaten der Kamera 4. Das Steuergerät 6
ist gemäß dem Ausführungsbeispiel in die Kamera 4 integriert.
[0043] Des Weiteren weist die Kameravorrichtung 1 einen Lage- und Drehratensensor 8 auf.
Der Sensor 8 ist mit dem Steuergerät 6 verbunden und dient zum Ermitteln von Positionsänderungen
der Kameravorrichtung 1.
[0044] Die Kamera 4 weist ein Sichtfeld 10 auf, welches in Form von Messdaten aufgezeichnet
und durch das Steuergerät 6 bearbeitet wird.
[0045] Insbesondere wird ein Überwachungsbereich 12 durch die Kameravorrichtung 1 überwacht.
Der Überwachungsbereich 12 ist der Einfachheit halber als eine rechteckige Ebene ausgeführt.
Der Überwachungsbereich 12 wird von einem Schutzbereich 14 umgeben. Der Schutzbereich
14 stellt hier einen öffentlichen Raum dar, welcher durch die Kamera 4 nicht aufgezeichnet
werden darf. Die Grenze zwischen dem Schutzbereich 14 und dem Überwachungsbereich
12 wird durch einen geografischen Zaun 13 definiert. Der geografische Zaun 13 ist
linienförmig um den Überwachungsbereich 12 geführt.
[0046] Im Sichtfeld 10 der Kamera 4 wird ein Bereich 16 durch den Überwachungsbereich 12
ausgebildet und ein weitere Bereich 18 durch den Schutzbereich 14. Der im Sichtfeld
10 der Kamera 4 aufgezeichnete Schutzbereich 18 darf von der Kamera 4 nicht aufgezeichnet
werden und wird somit durch das Steuergerät 6 maskiert. Das Maskieren erfolgt beispielsweise
durch Überschreiben der den Schutzbereich 14 aufweisenden Messdaten 18 mit schwarzen
Pixeln.
[0047] Die Erkennung des Schutzbereichs 14 erfolgt hierbei basierend auf Parametern der
Kamera 4. Die Parameter werden hierbei durch die optischen Eigenschaften der Kamera
4 und die relative Position der Drohne 2 bzw. der Kamera 4 gegenüber dem Überwachungsbereich
12 ausgebildet. Anhand der Informationen, die das Steuergerät 6 aus den Parametern
entnehmen kann, erfolgt eine Erkennung des Schutzbereichs 14, welcher den Überwachungsbereich
12 umgibt.
[0048] In der Figur 2 ist eine schematische Darstellung einer Anordnung mit einer stationären
Kameravorrichtung 1 gemäß einer weiteren Ausführungsform gezeigt.
[0049] Im Unterschied zum in Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel, ist hier die Kameravorrichtung
1 stationär ausgestaltet. Dabei ist die Kamera 4 an einem Mast 20 befestigt. Somit
ist die Kamera 4 ortsfest relativ zum Überwachungsbereich 12 angeordnet.
[0050] Des Weiteren weist die Kameravorrichtung 1 ein externes Steuergerät 6 auf, welches
nachträglich datenleitend mit der Kamera 4 verbunden ist.
[0051] Die Figuren 3 und 4 zeigen schematische Darstellungen der Anordnung mit einer stationären
Kameravorrichtung 1 zum Veranschaulichen einer Objekterkennung. Dabei zeigt die Figur
4 das Sichtfeld 10 der in Figur 3 dargestellten Anordnung.
[0052] Die Kamera der Kameravorrichtung 1 ist aus dem Überwachungsbereich 12 hinaus gerichtet.
Dabei zeichnet die Kamera 4 auch einen Abschnitt 18 des Schutzbereichs 14 auf.
[0053] Auf dem Überwachungsbereich 12 sind beispielhaft zwei Objekte 22 angeordnet. Die
Objekte 22 können beispielsweise Häuser, Vegetation, Tiere, Fahrzeuge und dergleichen
sein.
[0054] Durch die Objekte 22 wird der im Sichtfeld 10 aufgezeichnete Schutzbereich 18 zumindest
bereichsweise überdeckt. Dies wird in der Figur 4 verdeutlicht.
[0055] Die Objekte 22 werden durch eine Bildanalyse und insbesondere durch eine Tiefenanalyse
der Messdaten des Sichtfelds 10 durch das Steuergerät 6 ermittelt. Eine äußere Kontur
der Objekte 22 kann dazu eingesetzt werden, den Schutzbereich 14 teilweise auszublenden
und die Objekte 22 an entsprechenden Positionen ohne eine Maskierung weiterhin aufzuzeichnen.
Hierdurch kann eine präzise Überwachung des Überwachungsbereichs 12 und aller Objekte
22 auf dem Überwachungsbereich 12 durchgeführt werden.
1. Steuergerät (6) zum Bearbeiten von Messdaten, wobei Messdaten eines Sichtfelds (10)
von mindestens einer Kamera (4), mindestens ein Parameter der Kamera (4) und Daten
von mindestens einem Überwachungsbereich (12) durch das Steuergerät (6) empfangbar
sind, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät (6) dazu eingerichtet ist, basierend auf mindestens einem Parameter
der Kamera (4) die empfangenen Messdaten zumindest bereichsweise zu maskieren oder
auszublenden.
2. Steuergerät nach Anspruch 1, wobei der mindestens eine Parameter der Kamera (4) durch
das Steuergerät (6) ermittelbar und/oder auslesbar ist.
3. Steuergerät nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Steuergerät (6) als ein kamerainternes
oder als ein externes Steuergerät (6) ausgestaltet ist.
4. Steuergerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der mindestens eine Parameter
eine optische Eigenschaft eines Objektivs der Kamera (4), eine optische Eigenschaft
der Kamera (4), eine Position der Kamera (4), eine Ausrichtung der Kamera (4) und/oder
ein Kameravektor ist.
5. Steuergerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der mindestens eine Parameter
ein statischer oder dynamischer Parameter ist, wobei der Parameter durch das Steuergerät
(6) und/oder anhand von empfangenen Messdaten von mindestens einem Sensor (8) ermittelbar
ist.
6. Verfahren zum Maskieren oder Ausblenden von mindestens einem Bereich (18) eines Sichtfelds
(10) mindestens einer Kamera (4) durch ein Steuergerät (6), wobei
- Daten eines Überwachungsbereichs (12) empfangen oder definiert werden,
- mindestens ein Parameter der Kamera (4) empfangen und/oder ermittelt wird,
- basierend auf dem Parameter in dem Sichtfeld (10) der Kamera (4) mindestens ein
Schutzbereich (14, 18) außerhalb des Überwachungsbereichs (12) automatisiert ermittelt
und ausgeblendet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei der mindestens eine Schutzbereich (14) als mindestens
ein Pixel oder als mindestens ein Vektor ermittelt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, wobei der Überwachungsbereich (12) als eine Fläche
ausgebildet wird, wobei der Schutzbereich (14) außerhalb der Fläche liegt und durch
das Steuergerät (6) ausmaskiert oder ausgeblendet wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, wobei der Schutzbereich (14) in den Messdaten
der Kamera (4) durch Überschreiben von Bereichen (18) des Sichtfelds (10) ausmaskiert
oder durch Löschen von Bereichen (18) des Sichtfelds (10) ausgeblendet wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9, wobei mindestens ein Objekt (22) auf dem
Überwachungsbereich (12) ermittelt wird, wobei der durch das Objekt (22) verdeckte
Abschnitt des Schutzbereichs (14) nicht ausgeblendet wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 10, wobei das mindestens eine Objekt (22)
durch Tiefenschätzung der Messdaten der Kamera (4) ermittelt wird.
12. Kameravorrichtung (1), aufweisend mindestens eine Kamera (4) und mindestens ein Steuergerät
(6) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei Messdaten der Kamera (4) durch das Steuergerät
(6) derart basierend auf mindestens einem Parameter bearbeitbar sind, dass ein außerhalb
eines Überwachungsbereichs (12) angeordneter Schutzbereich (14) dynamisch ausblendbar
ist.
13. Kameravorrichtung nach Anspruch 12, wobei die Kameravorrichtung (1) stationär, mobil,
beweglich und/oder unbeweglich ausgeführt ist.