[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Brausekopf mit einem Grundkörper, einer Strahlscheibe,
die an einer Brausestrahlaustrittsseite des Grundkörpers gehalten ist und mindestens
eine Strahlaustrittsöffnung aufweist, und einer Strahlscheibenhaltevorrichtung, mit
der die Strahlscheibe an einem Strahlscheibenhaltebereich des Grundkörpers befestigt
ist.
[0002] Brauseköpfe dieser Art sind in vielfältigen Ausführungen in Gebrauch und eignen sich
beispielsweise für Sanitärbrausen, wie Handbrausen, Seitenbrausen und Kopfbrausen
in Dusch- und Badewanneneinrichtungen.
[0003] Es sind Brauseköpfe dieser Art bekannt, bei denen die Strahlscheibenhaltevorrichtung
eine einzige Schraube beinhaltet, die von außen durch eine zentrische Öffnung in der
Strahlscheibe durchgesteckt und in ein zentrisches Gewinde am Grundkörper eingeschraubt
wird, um dann mit ihrem Schraubenkopf die Strahlscheibe am Grundkörper zu halten.
Diese Strahlscheibenhaltetechnik eignet sich nur bedingt für Brauseköpfe mit einer
Strahlscheibe, die eine Vielzahl von Strahlaustrittsöffnungen mit vergleichsweise
kleinen Durchtrittsquerschnitten aufweisen, beispielsweise für Brauseköpfe, die zur
Bereitstellung eines sogenannten Fein- oder Nadelstrahls als Brausestrahlart ausgeführt
sind und dazu über entsprechende Feinstrahl- bzw. Nadelstrahlöffnungen als Strahlaustrittsöffnungen
verfügen. Bei derartigen Brauseköpfen können z.B. durch Verkalkungseffekte hohe Innendrücke
durch das zugeführte Fluid, wie Duschwasser, auftreten, wodurch sich erhöhte Anforderungen
an die von der Strahlscheibenhaltevorrichtung bereitzustellende Haltekraft ergeben.
Meist besitzen solche Feinstrahl-Brauseköpfe zudem eine deutlich größere Anzahl an
Strahlaustrittsöffnungen als klassische Brauseköpfe, die zur Bereitstellung eines
normalen Brausestrahls mit klassischem, größerem Einzelstrahldurchmesser und dementsprechend
mit größerem Durchtrittsquerschnitt der Strahlaustrittsöffnungen eingerichtet sind.
Diese erhöhte Anzahl an Strahlaustrittsöffnungen pro Flächeneinheit der Strahlscheibe
kann dazu führen, dass die Eigenstabilität bzw. die Biegesteifigkeit der Strahlscheibe
abnimmt.
[0004] Die allein zentrische Strahlscheibenbefestigung am Brausekopf-Grundkörper mittels
einer einzigen Schraube erweist sich in solchen Fällen oftmals als nicht mehr optimal.
Auch die Verwendung mehrerer Befestigungsschrauben ist häufig keine wünschenswerte
Alternative. Schrauben sind relativ teuer, und ihr Anzugsmoment muss genau eingehalten
werden, damit einerseits die Schrauben ausreichend fest sitzen und ein unbeabsichtigtes
Lösen vermieden wird und andererseits die korrespondierenden Schrauböffnungen nicht
ausbrechen.
[0005] Die Offenlegungsschrift
DE 10 2013 224 053 A1 offenbart einen Brausekopf der eingangs genannten Art, bei dem die Strahlscheibenhaltevorrichtung
erste, zentrische Haltemittel zur Festlegung eines zentrischen Bereichs der Strahlscheibe
am Grundkörper und zweite, periphere Haltemittel zur Festlegung eines peripheren Bereichs
der Strahlscheibe am Grundkörper aufweist, wobei es sich bei den ersten und zweiten
Haltemitteln jeweils insbesondere um eine Bajonetthalterung, eine Schraubhalterung
oder eine Clipshalterung handeln kann.
[0006] Der Erfindung liegt als technisches Problem die Bereitstellung eines Brausekopfes
der eingangs genannten Art zugrunde, bei dem die Strahlscheibenhaltevorrichtung mit
relativ geringem Aufwand gefertigt werden kann, eine relativ einfache Montage der
Strahlscheibe am Brausekopf-Grundkörper ermöglicht und/oder eine optimierte Haltefunktionalität
für die Strahlscheibe am Brausekopf-Grundkörper zur Verfügung stellt, die sich auch
für Brauseköpfe vom Feinstrahltyp gut eignet.
[0007] Die Erfindung löst dieses Problem durch die Bereitstellung eines Brausekopfes mit
den Merkmalen des Anspruchs 1 oder 7. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind
Gegenstand der Unteransprüche.
[0008] Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung weist die Strahlscheibenhaltevorrichtung
eine Mehrzahl von Steckbefestigungsstiften und zugeordneten Stiftdurchstecköffnungen
auf, durch die jeweils einer der Steckbefestigungsstifte durchgesteckt ist. Die jeweilige
Stiftdurchstecköffnung ist am Strahlscheibenhaltebereich des Grundkörpers oder an
der Strahlscheibe ausgebildet. Die Steckbefestigungsstifte und die Stiftdurchstecköffnungen
sind zum verrasteten Festhalten der Steckbefestigungsstifte in den Stiftdurchstecköffnungen
eingerichtet. Die derart ausgeführte Strahlscheibenhaltevorrichtung lässt sich mit
relativ geringem Aufwand fertigen, und sie macht das Anbringen der Strahlscheibe am
Brausekopf-Grundkörper recht einfach, indem die Strahlscheibe mittels der Strahlscheibenhaltevorrichtung
lediglich an den Brausekopf-Grundkörper angesteckt bzw. auf diesen aufgesteckt werden
braucht. Insbesondere sind hierfür keine Schrauben und kein spezielles Werkzeug erforderlich.
[0009] Mit dieser Strahlscheibenhaltevorrichtung lässt sich der Brausekopf bei Bedarf mit
hoher Druckresistenz ausführen, d.h. selbst ein relativ hoher Innendruck im Brausekopf
durch den Fluiddruck des dem Brausekopf zugeführten Fluids führt nicht zu funktionsbeeinträchtigenden
Verformungen oder Schädigungen der Strahlscheibe. Die auf diese Weise speziell ausgeführte
Strahlscheibenhaltevorrichtung ist in der Lage, auch solchen erhöhten Fluiddruckkräften
Stand zu halten und die Strahlscheibe selbst in den Fällen ausreichend verformungsstabil
am Grundkörper des Brausekopfs zu halten, in denen die Strahlscheibe selbst keine
sehr hohe Formstabilität besitzt und/oder eine relativ große Anzahl bzw. Flächendichte
an Strahlaustrittsöffnungen, z.B. mehr als 100 und insbesondere mehr als 150 Strahlaustrittsöffnungen
im Abstand von höchstens ein bis fünf Millimetern voneinander, besitzt.
[0010] In entsprechenden Ausführungen befinden sich die Steckbefestigungsstifte und die
zugeordneten Stiftdurchstecköffnungen in Bezug auf eine Längsmittenachse der Strahlscheibe
auf wenigstens zwei unterschiedlichen Radien und/oder an wenigstens zwei unterschiedlichen
Umfangswinkeln. In entsprechenden Ausführungen sind die Steckbefestigungsstifte und
die Stiftdurchstecköffnungen auf diese Weise über eine Flächenausdehnung der Strahlscheibe
hinweg verteilt angeordnet. Damit lässt sich eine entsprechend gleichmäßige Verteilung
der von der Strahlscheibenhaltevorrichtung bereitgestellten Haltekraft über die gesamte
Ausdehnung der Strahlscheibe hinweg erzielen.
[0011] In einer Weiterbildung der Erfindung weist mindestens eine der Stiftdurchstecköffnungen,
vorzugsweise mehrere und in vorteilhaften Ausführungen alle Stiftdurchstecköffnungen,
einen radial elastisch nachgiebigen Öffnungsrand auf. Mit diesem ist die betreffende
Stiftdurchstecköffnung in der Lage, an ihrem Öffnungsrand dem in die Stiftdurchstecköffnung
einzusteckenden Steckbefestigungsstift radial elastisch nachzugeben und sich nach
erfolgtem Durchstecken des Steckbefestigungsstiftes diesen festhaltend wieder radial
elastisch zusammenzuziehen.
[0012] In einer Weiterbildung der Erfindung weist mindestens einer der Steckbefestigungsstifte,
vorzugsweise mehrere und in einer vorteilhaften Ausführung alle Steckbefestigungsstifte,
einen pilzkopfförmigen Rastkopf auf, der zum verrasteten Hintergreifen durch einen
Rastrand der zugeordneten Stiftdurchstecköffnung ausgebildet ist. Auf diese Weise
kann der betreffende Steckbefestigungsstift, der in einer Einsteckrichtung axial in
die Stiftdurchstecköffnung einsteckbar ist, gegen axiales Herausgelangen aus der Stiftdurchstecköffnung
entgegen der Einsteckrichtung gesichert werden. Zudem kann die Pilzkopfform des Rastkopfes
das Durchstecken des Steckbefestigungsstiftes mit seinem Rastkopf durch die Stiftdurchstecköffnung
hindurch erleichtern, indem der Pilzkopf mit seiner schrägen bzw. konischen, kegelmantelförmigen
Mantelfläche eine gegen den Rastrand der Stiftdurchstecköffnung andrückende Anlauffläche
bildet. Besonders vorteilhaft ist dies, wenn in entsprechenden Ausführungsformen der
Rastrand als radial elastisch nachgiebiger Öffnungsrand der Stiftdurchstecköffnung
gebildet ist. In diesem Fall kann der pilzkopfförmige Rastkopf beim Durchstecken des
Steckbefestigungsstifts den Rastrand radial elastisch aufweiten, und nach Durchtritt
des Rastkopfes kann sich der Rastrand wieder radial elastisch zusammenziehen und den
Rastkopf verrastend hintergreifen.
[0013] In einer Ausgestaltung der Erfindung ist wenigstens eine der Stiftdurchstecköffnungen,
vorzugsweise mehrere und in vorteilhaften Ausführungen alle Stiftdurchstecköffnungen,
von einem haltedomförmigen Abschnitt des Strahlscheibenhaltebereichs oder der Strahlscheibe
gebildet. Der haltedomförmige Abschnitt weist einen Dombodenbereich und einen Domkopfbereich
auf. Der Steckbefestigungsstift ist mit seinem Rastkopf vom Dombodenbereich her in
den haltedomförmigen Abschnitt einführbar. Der Domkopfbereich beinhaltet eine Durchsteckbohrung,
deren Bohrungsrand den Rastrand der Stiftdurchstecköffnung bildet. Diese domförmige
Gestaltung des die betreffende Stiftdurchstecköffnung bildenden Abschnitts des Strahlscheibenhaltebereichs
oder der Strahlscheibe begünstigt die Bereitstellung einer hohen Haltekraft aufgrund
der für solche Domformen an sich bekannten, vorteilhaften Kraftableitungscharakteristik
insbesondere in Bezug auf einwirkende Druckkräfte. Solche Druckkräfte können auf den
haltedomförmigen Abschnitt einwirken, wenn der durchgesteckte Steckbefestigungsstift
durch Fluiddruck im Brausekopf auf Zug belastet wird.
[0014] In einer Ausgestaltung der Erfindung ist ein Außendurchmesser des haltedomförmigen
Abschnitts am Dombodenbereich größer als am Domkopfbereich. Dies entspricht der üblichen
Domform und begünstigt die Erzielung einer hohen Widerstandskraft der Strahlscheibenhaltevorrichtung
gegenüber dem einwirkenden Fluiddruck.
[0015] In einer Ausgestaltung der Erfindung ist der haltedomförmige Abschnitt durch einen
oder mehrere Axialschlitze geschlitzt ausgebildet. Dies kann die radial elastische
Nachgiebigkeit des Öffnungsrandes bzw. Rastrandes der betreffenden Stiftdurchstecköffnung
fördern. Der jeweilige Axialschlitz kann je nach Bedarf axial durchgehend von einem
Dombodenbereich bis zu einem Domkopfbereich oder axial einseitig oder beidseitig geschlossen
ausgeführt sein.
[0016] In einer Ausgestaltung der Erfindung weist der mindestens eine Steckbefestigungsstift,
der an seinem einen axialen Endbereich den pilzkopfförmigen Rastkopf aufweist, an
seinem dem Rastkopf abgewandten, anderen axialen Endbereich einen radial abstehenden
Halteabsatz auf. Mit diesem Halteabsatz kann der Steckbefestigungsstift haltend mit
der Strahlscheibe oder dem Strahlscheibenhaltebereich zusammenwirken, während er mit
seinem pilzkopfförmigen Rastkopf mit der zugeordneten Stiftdurchstecköffnung zusammenwirkt,
die sich an der jeweils anderen der beiden Komponenten Strahlscheibenhaltebereich
und Strahlscheibe befindet.
[0017] Gemäß einem alternativ oder zusätzlich zum ersten Aspekt vorgesehenen zweiten Aspekt
der Erfindung weist die Strahlscheibe eine Mehrzahl der Strahlaustrittsöffnungen auf,
die zur synchronen Fluidzuführung mit einer gemeinsamen zugeordneten Fluidzufuhrkammer
in Fluidverbindung stehen. Die Strahlscheibe liegt mindestens in einem Bereich zwischen
zwei dieser Strahlaustrittsöffnungen fluiddicht gegen den Strahlscheibenhaltebereich
des Grundkörpers an, und der Grundkörper weist mehrere aus der gemeinsamen Fluidzufuhrkammer
herausführende Fluidführungskanäle auf, von denen ein erster Fluidführungskanal zur
einen der zwei betreffenden Strahlaustrittsöffnungen führt und ein zweiter Fluidführungskanal
getrennt vom ersten Fluidführungskanal zur zweiten der zwei betreffenden Strahlaustrittsöffnungen
führt. Mit anderen Worten werden diese beiden Strahlaustrittsöffnungen in jeder von
ggf. mehreren Brausestrahlarten des Brausekopfes stets gemeinsam mit Fluid aus der
gleichen Fluidzufuhrkammer versorgt, wobei sich diese gemeinsame Fluidzufuhrkammer
nicht im Grenzbereich zwischen der Strahlscheibe und dem gegenüberliegenden Strahlscheibenhaltebereich
des Grundkörpers befindet, sondern mit Abstand von diesem Grenzbereich stromaufwärts
von selbigem, z.B. auf einer der Strahlscheibe abgewandten Seite des Strahlscheibenhaltebereichs
des Grundkörpers. Die beiden Strahlaustrittsöffnungen sind über die im Grundkörper
vorgesehenen Fluidführungskanäle an diese beabstandete Fluidzufuhrkammer angekoppelt.
[0018] Bei Brausekopfausführungen, die für mehrere Strahlarten ausgelegt sind, bei denen
die Strahlaustrittsöffnungen zu Gruppen gruppiert sind, die je nach Brausestrahlart
unterschiedlich mit Fluid gespeist oder nicht gespeist werden, besitzt der Brausekopf
in an sich bekannter Weise entsprechend mehrere strömungstechnisch parallel fluidbeaufschlagbare
Fluidzufuhrkammern, z.B. eine erste Fluidzufuhrkammer für eine zentrische Gruppe der
Strahlaustrittsöffnungen, eine zweite Fluidzufuhrkammer für eine umfangsseitige Gruppe
der Strahlaustrittsöffnungen und eine dritte Fluidzufuhrkammer für eine zwischenliegende
Gruppe der Strahlaustrittsöffnungen. Die vorstehend erwähnte Charakterisierung des
fluiddichten Anliegens der Strahlscheibe gegen den Strahlscheibenhaltebereich des
Grundkörpers gilt in diesem Fall insbesondere mindestens für einen Bereich zwischen
zwei Strahlaustrittsöffnungen, die beide einer dieser mehreren Fluidzufuhrkammern
zugeordnet sind.
[0019] Mit dieser Realisierung der Erfindung ist es folglich möglich, mindestens zwei synchron
fluidversorgte Strahlaustrittsöffnungen, bei denen es sich vorzugsweise um direkt
benachbarte Strahlaustrittsöffnungen handelt, auf Höhe des Grenzbereichs zwischen
Strahlscheibe und Strahlscheibenhaltebereich des Grundkörpers fluidtechnisch zu trennen,
d.h. sie voneinander fluidgetrennt zu halten. Es versteht sich, dass auf gleiche Weise
mehr als zwei Strahlaustrittsöffnungen oder mehrere Gruppen von jeweils einer oder
mehreren Strahlaustrittsöffnungen zum einen unabhängig von der Brausestrahlart stets
synchron fluidversorgt werden können und zum anderen auf Höhe des Grenzbereichs zwischen
Strahlscheibe und Strahlscheibenhaltebereich des Grundkörpers gegeneinander abgedichtet
sein können.
[0020] Diese Ausführung vermeidet das Vorhandensein einer Fluidzufuhrkammer bzw. Hohlkammer
im Bereich zwischen Strahlscheibe und Strahlscheibenhaltebereich, so dass damit vermieden
wird, dass sich in diesem Bereich ein hoher Fluiddruck aufbauen kann.
[0021] Folglich lässt sich mit dieser Maßnahme die Fluiddruckbelastung für die Strahlscheibe
gering halten, selbst wenn sich ein hoher Fluiddruck im Brausekopf bilden sollte.
Dieser hohe Fluiddruck bleibt auf einen von der Strahlscheibe entfernten Bereich des
Brausekopfs begrenzt, z.B. auf den Bereich der besagten gemeinsamen Fluidzufuhrkammer,
die sich beispielsweise zwischen einem Fluideintrittsbereich des Brausekopfs und dem
Strahlscheibenhaltebereich des Grundkörpers befindet. Der in der Regel starre bzw.
biegesteif ausgeführte Brausekopf-Grundkörper schirmt die Strahlscheibe vor derartigen
hohen Fluiddrücken ab.
[0022] In einer vorteilhaften Ausführungsform liegt die Strahlscheibe wie im gezeigten Beispiel
um jede Strahlaustrittsöffnung herum oder um Gruppen von jeweils einer oder mehreren
der Strahlaustrittsöffnungen herum umfangsseitig geschlossen fluiddicht gegen den
Strahlscheibenhaltebereich des Grundkörpers an, und der Grundkörper weist für jede
Strahlaustrittsöffnung bzw. jede einen eigenen aus der zugehörigen Fluidzufuhrkammer
herausführenden Fluidführungskanal auf. In diesem Fall sind folglich die Strahlaustrittsöffnungen
individuell oder gruppenweise auf Höhe des Grenzbereichs von Strahlscheibe und Grundkörper
vollständig gegeneinander abgedichtet, so dass dort keine Hohlkammer vorliegt und
sich dementsprechend kein Fluidüberdruck aufbauen kann.
[0023] In einer Weiterbildung der Erfindung ist der jeweilige Steckbefestigungsstift einteilig
mit der Strahlscheibe ausgebildet. Dies kann fertigungstechnisch und montagetechnisch
von Vorteil sein. Der Steckbefestigungsstift kann in diesem Fall durch das Anstecken
der Strahlscheibe an den Strahlscheibenhaltebereich in seine zugehörige Stiftdurchstecköffnung
eingesteckt werden.
[0024] In einer alternativen Weiterbildung der Erfindung ist der jeweilige Steckbefestigungsstift
einteilig mit dem Strahlscheibenhaltebereich ausgebildet. In diesem Fall weist die
Strahlscheibe die zugehörige Stiftdurchstecköffnung auf, in die der vom Strahlscheibenhaltebereich
abstehende Steckbefestigungsstift beim Anstecken der Strahlscheibe an den Strahlscheibenhaltebereich
hineingelangt.
[0025] In einer weiteren alternativen Weiterbildung der Erfindung ist der jeweilige Steckbefestigungsstift
als von der Strahlscheibe und dem Strahlscheibenhaltebereich separates Bauteil ausgebildet.
Bei dieser Ausführung kann der Steckbefestigungsstift bei Bedarf materialtechnisch
von der Strahlscheibe und dem Strahlscheibenhaltebereich entkoppelt werden, d.h. aus
einem anderen Material bestehen als die Strahlscheibe und/oder der Strahlscheibenhaltebereich.
[0026] In einer Weiterbildung der Erfindung befinden sich die Steckbefestigungsstifte und
die zugeordneten Stiftdurchstecköffnungen in Bezug auf eine Längsmittenachse der Strahlscheibe
auf wenigstens zwei unterschiedlichen Radien und/oder an wenigstens zwei unterschiedlichen
Umfangswinkeln. Dadurch lässt sich die Strahlscheibe an entsprechend unterschiedlichen
Befestigungspunkten am Strahlscheibenhaltebereich festlegen. In vorteilhaften Ausführungen
sind diese Befestigungspunkte im Wesentlichen gleichmäßig über die Flächenausdehnung
der Strahlscheibe hinweg verteilt angeordnet. Alternativ sind Ausführungen möglich,
in denen die von den Steckbefestigungsstiften gegebenen Befestigungspunkte in einem
Strahlscheibenbereich mit höherer Druckbelastung dichter, d.h. mit geringeren Abständen
voneinander, angeordnet sind als in einem Bereich mit niedrigerer Druckbelastung.
[0027] In entsprechenden Weiterbildungen der Erfindung ist/sind der Strahlscheibenhaltebereich
und/oder die Strahlscheibe und/oder die Steckbefestigungsstifte aus einem Kunststoffmaterial
gebildet. Diese Materialwahl kann je nach Bedarf und Anwendungsfall geeignet getroffen
werden. So können beispielsweise alle drei Komponenten aus einem gleichen oder aus
unterschiedlichen Kunststoffmaterialien gebildet sein, oder die Strahlscheibe und
der Strahlscheibenhaltebereich sind aus einem Kunststoffmaterial gebildet, während
die Steckbefestigungsstifte aus einem Metallmaterial gebildet sind.
[0028] In einer Weiterbildung der Erfindung weist die Strahlscheibe eine biegesteife, gelochte
Scheibenplatte und eine biegeweiche Strahlmatte an einer dem Strahlscheibenhaltebereich
zugewandten Rückseite der Scheibenplatte auf, wobei an der Strahlmatte Austrittsnippel
ausgebildet sind, welche die Strahlaustrittsöffnungen bilden und sich durch Nippeldurchtrittsöffnungen
in der Scheibenplatte hindurch erstrecken.
[0029] In einer Variante wirken die Steckbefestigungsstifte mit der Scheibenplatte haltend
zusammen. Das haltende Zusammenwirken der Steckbefestigungsstifte mit der Scheibenplatte
kann z.B. dadurch realisiert sein, dass die Scheibenplatte die Stiftdurchtritts-öffnungen
aufweist, mit denen die Steckbefestigungsstifte über ihren Rastkopf zusammenwirken,
oder dadurch, dass die Steckbefestigungsstifte über ihren radial abstehenden Halteabsatz
mit der Scheibenplatte zusammenwirken. In vorteilhaften Ausführungen fungiert die
biegeweiche Strahlmatte zudem als Abdichtung zwischen den Strahlaustrittsöffnungen
im Bereich zwischen der Strahlscheibe und dem Strahlscheibenhaltebereich des Grundkörpers.
[0030] In einer zusätzlichen oder alternativen Variante liegt die Strahlscheibe mit ihrer
Strahlmatte flächig fluiddicht gegen den Strahlscheibenhaltebereich des Grundkörpers
an und grenzt die Strahlaustrittsöffnungen individuell gegeneinander fluiddicht ab.
Damit fungiert die Strahlmatte auch als Abdichtmittel, durch das die eintrittsseitigen
Bereiche der Strahlaustrittsöffnungen im Grenzbereich zwischen Strahlscheibe und Strahlscheibenhaltebereich
individuell voneinander fluidgetrennt gehalten werden, wodurch sich der Aufbau eines
unerwünschten Fluidüberdrucks in diesem Grenzbereich zuverlässig vermeiden lässt.
[0031] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt.
Diese und weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung werden nachfolgend
näher erläutert. Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- Eine Draufsicht von unten auf eine sanitäre Handbrause mit einem Brausekopf,
- Fig. 2
- eine Schnittansicht längs einer Linie II-II in Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Draufsicht von unten, d.h. entgegen einer Brausestrahlaustrittsrichtung, auf
einen Teil eines beispielsweise in der Handbrause der Fig. 1 und 2 verwendbaren Brausekopfs
mit einem Grundkörper und einer Strahlscheibe,
- Fig. 4
- eine Schnittansicht längs einer Linie IV-IV in Fig. 3,
- Fig. 5
- eine Detailansicht eines Bereichs V in Fig. 4,
- Fig. 6
- eine Perspektivansicht von unten des Brausekopfteils der Fig. 3 bis 5,
- Fig. 7
- eine Draufsicht von oben auf eine Strahlscheibenplatte der Strahlscheibe des Brausekopfteils
der Fig. 3 bis 6,
- Fig. 8
- eine Draufsicht von oben auf eine Strahlmatte der Strahlscheibe für den Brausekopf
gemäß den Fig. 3 bis 6 und
- Fig. 9
- eine Draufsicht von oben auf einen Grundkörper eines Brausekopf-Grundkörpers der Fig.
3 bis 6.
[0032] Die in den Fig. 1 und 2 gezeigte sanitäre Handbrause weist ein Handbrausengehäuse
20 von an sich üblicher Form mit einem hohlen Griffteil 21 und einem Gehäusekopfteil
22 auf. Über den hohlen Griffteil 21 erfolgt in üblicher Weise die Zufuhr eines Brausefluids
z.B. durch Anschließen an einen Brauseschlauch. Der Gehäusekopfteil 22 bildet zusammen
mit darin untergebrachten weiteren Brausekopfkomponenten einen Brausekopf 23. In an
sich bekannter Weise ist die Handbrause in der gezeigten Ausführung zur Bereitstellung
mehrerer Strahlarten eingerichtet, wozu der Brausekopf 23 entsprechend mehrkanalig
ausgelegt ist, d.h. über mehrere strömungstechnisch parallele Fluidführungen 26 verfügt,
denen ein Verteilerventil 24 vorgeschaltet ist, das vom Benutzer über ein Bedienelement
betätigbar ist, in diesem Fall z.B. über eine Drucktaste 25.
[0033] Die Fig. 3 bis 9 veranschaulichen die vorliegend interessierenden Bestandteile eines
Brausekopfs, wie er in der Handbrause der Fig. 1 und 2, alternativ für eine beliebige
andere Brause verwendbar ist, z.B. für sanitäre Seitenbrausen und Kopfbrausen ebenso
wie für nicht-sanitäre Brausen, mit denen Wasser oder ein anderes Fluid als ein Brausestrahl
bereitgestellt werden kann.
[0034] Der in den Fig. 3 bis 9 und in Verwendung in der Handbrause der Fig. 1 und 2 veranschaulichte
Brausekopf beinhaltet einen Grundkörper 1, eine Strahlscheibe 2 und eine Strahlscheibenhaltevorrichtung
3. Die Strahlscheibe 2 ist an einer Brausestrahlaustrittsseite 4 des Grundkörpers
1 gehalten und weist mindestens eine Strahlaustrittsöffnung 7 auf. Im gezeigten Beispiel
ist eine Mehrzahl von Strahlaustrittsöffnungen 7 vorgesehen, wobei sich die Anzahl
an Strahlaustrittsöffnungen 7 nach dem Anwendungsfall richtet. So ist beispielsweise
zur Bereitstellung eines Schwallstrahls meist nur eine einzige Strahlaustrittsöffnung
7 vorhanden, für großflächige Strahlscheiben 2 und/oder für Brauseköpfe vom Fein-/Nadelstrahltyp
sind häufig mehr als 100 oder auch mehr als 150 Strahlaustrittsöffnungen vorhanden,
typischerweise mit einem gegenseitigen Abstand von höchstens 1mm bis 5mm. Die Strahlscheibenhaltevorrichtung
3 dient zu Halterung der Strahlscheibe 2 an einem Strahlscheibenhaltebereich 8 des
Grundkörpers 1.
[0035] Die Strahlscheibenhaltevorrichtung 3 umfasst eine Mehrzahl von Steckbefestigungsstiften
5 und eine entsprechende Mehrzahl von zugeordneten Stiftdurchstecköffnungen 6, durch
die jeweils einer der Steckbefestigungsstifte 5 durchgesteckt ist. Die jeweilige Stiftdurchstecköffnung
6 ist bei der in den Fig. 3 bis 9 gezeigten Ausführung des Brausekopfs am Strahlscheibenhaltebereich
8 des Grundkörpers 1 ausgebildet. In alternativen Ausführungen ist die jeweilige Stiftdurchstecköffnung
6 an der Strahlscheibe 2 ausgebildet. Die Steckbefestigungsstifte 5 und die Stiftdurchstecköffnungen
6 sind zum verrasteten Festhalten der Steckbefestigungsstifte 5 in den Stiftdurchstecköffnungen
6 eingerichtet.
[0036] In entsprechenden Ausführungsformen des Brausekopfs weist mindestens eine der Stiftdurchstecköffnungen
6 einen radial elastisch nachgiebigen Öffnungsrand 9 auf. Im gezeigten Beispiel weisen
alle Stiftdurchstecköffnungen 6 den radial elastisch nachgiebigen Öffnungsrand 9 auf.
In alternativen Ausführungen weist keine oder nur ein Teil der Stiftdurchstecköffnungen
6 den radial elastisch nachgiebigen Öffnungsrand 9 auf und stattdessen einen nicht
radial elastisch nachgiebigen Öffnungsrand, mit dem dann z.B. ein elastisch nachgiebiger
Bereich des jeweiligen Steckbefestigungsstiftes 5 zusammenwirken kann.
[0037] In entsprechenden Ausführungen weist wie im gezeigten Beispiel mindestens einer der
Steckbefestigungsstifte 5 einen pilzkopfförmigen Rastkopf 5a auf, der zum verrasteten
Hintergreifen durch einen Rastrand 9a der zugeordneten Stiftdurchstecköffnung 9 ausgebildet
ist. Im gezeigten Beispiel weisen alle Steckbefestigungsstifte 5 den pilzkopfförmigen
Rastkopf 5a auf, in alternativen Ausführungen weist keiner oder nur ein Teil der Steckbefestigungsstifte
5 den pilzkopfförmigen Rastkopf 5a auf. In diesem Fall wird der jeweilige Steckbefestigungsstift
mittels einer anderen, an sich bekannten Rastverbindung in der zugehörigen Stiftdurchstecköffnung
verrastet festgehalten.
[0038] In vorteilhaften Ausführungen ist wie im gezeigten Ausführungsbeispiel wenigstens
eine der Stiftdurchstecköffnungen 6 von einem haltedomförmigen Abschnitt 10 des Strahlscheibenhaltebereichs
8 oder der Strahlscheibe 2 gebildet, wobei der haltedomförmige Abschnitt 10 einen
Dombodenbereich 10a, von dem her der zugeordnete Steckbefestigungsstift 5 mit seinem
Rastkopf 5a voraus axial in den haltedomförmigen Abschnitt 10 einführbar ist, und
einen Domkopfbereich 10b aufweist, der eine Durchsteckbohrung 11 beinhaltet, deren
Bohrungsrand den Rastrand 9a der Stiftdurchstecköffnung 9 bildet. Im gezeigten Beispiel
ist jede Stiftdurchstecköffnung 6 durch je einen solchen haltedomförmigen Abschnitt
10 des Strahlscheibenhaltebereichs 8 des Grundkörpers 1 gebildet, in alternativen
Ausführungen ist keine oder nur ein Teil der Stiftdurchstecköffnungen 6 von einem
solchen haltedomförmigen Abschnitt gebildet, stattdessen beispielsweise von einer
bloßen Bohrung in einem plattenförmigen Abschnitt des Strahlscheibenhaltebereichs,
oder mindestens eine der Stiftdurchstecköffnungen 6 ist von einem haltedomförmigen
Abschnitt 10 der Strahlscheibe 2 statt des Strahlscheibenhaltebereichs 8 gebildet.
[0039] In entsprechenden Ausführungen ist wie im gezeigten Ausführungsbeispiel ein Außendurchmesser
des haltedomförmigen Abschnitts 10 am Dombodenbereich 10a größer als am Domkopfbereich
10b, in alternativen Ausführungen können diese Durchmesser z.B. auch gleich groß sein
In entsprechenden Ausführungen ist der jeweilige haltedomförmige Abschnitt 10 durch
einen oder mehrere Axialschlitze einseitig oder beidseitig durchgehend oder beidseitig
axial geschlossen geschlitzt oder alternativ mantelseitig vollständig geschlossen
ausgebildet.
[0040] In entsprechenden Ausführungsformen weist wie im gezeigten Beispiel der mindestens
eine Steckbefestigungsstift 5 an seinem dem pilzkopfförmigen Rastkopf 5a abgewandten
Endbereich einen radial abstehenden Halteabsatz 5b auf. Im gezeigten Beispiel weisen
alle Steckbefestigungsstifte 5 diesen Halteabsatz 5b auf, in alternativen Ausführungen
weist keiner oder nur ein Teil der Steckbefestigungsstifte 5 diesen Halteabsatz 5b
auf. Statt des Halteabsatzes 5b kann der betreffende Steckbefestigungsstift 5 ein
anderes herkömmliches Haltemittel aufweisen, durch das er haltend mit der Strahlscheibe
2 bzw. in alternativen Ausführungen mit dem Strahlscheibenhaltebereich 8 des Grundkörpers
1 zusammenwirkt, z.B. Rastnasen oder ein kraftschlüssiges Haltemittel.
[0041] In entsprechenden Ausführungsformen weist wie beim gezeigten Beispiel die Strahlscheibe
2 eine Mehrzahl der Strahlaustrittsöffnungen 7 auf, die gemeinsam mit einer zugeordneten
Fluidzufuhrkammer 12 in Fluidverbindung stehen, wobei die Strahlscheibe 2 mindestens
in einem Bereich 2a zwischen zwei 7a, 7b dieser Strahlaustrittsöffnungen 7 fluiddicht
gegen den Strahlscheibenhaltebereich 8 des Grundkörpers 1 anliegt und der Grundkörper
1 mehrere aus der gemeinsamen Fluidzufuhrkammer 12 herausführende Fluidführungskanäle
13 aufweist, von denen ein erster 13a zur einen 7a der zwei betreffenden Strahlaustrittsöffnungen
7a, 7b führt und ein zweiter 13b getrennt vom ersten 13a zur anderen 7b der zwei betreffenden
Strahlaustrittsöffnungen 7a, 7b führt.
[0042] In einer vorteilhaften Ausführung liegt die Strahlscheibe 2 um jede Strahlaustrittsöffnung
7 herum umfangsseitig geschlossen fluiddicht gegen den Strahlscheibenhaltebereich
8 des Grundkörpers 1 an, und der Grundkörper 1 weist für jede Strahlaustrittsöffnung
7 einen eigenen aus der zugehörigen Fluidzufuhrkammer 12 herausführenden Fluidführungskanal
13 auf. In diesem Fall sind folglich die Strahlaustrittsöffnungen 7 auf Höhe des Grenzbereichs
von Strahlscheibe 2 und Grundkörper 1 vollständig gegeneinander abgedichtet, so dass
dort keine Hohlkammer vorliegt und sich dementsprechend kein Fluidüberdruck aufbauen
kann. Ein solcher Fluidüberdruck kann sich allenfalls in der vorgelagerten Fluidzufuhrkammer
12 aufbauen, wo er vom Grundkörper 1 durch dessen vergleichsweise stabile Konstruktion
problemlos aufgefangen werden kann.
[0043] In alternativen Ausführungen liegt die Strahlscheibe 2 derart gegen den Strahlscheibenhaltebereich
8 des Grundkörpers 1 an, dass nicht jede Strahlaustrittsöffnung 7 einzeln von den
anderen Strahlaustrittsöffnungen 7 fluiddicht getrennt ist, sondern die Strahlaustrittsöffnungen
7 gruppenweise fluidgetrennt sind. In diesem Fall sind die Strahlaustrittsöffnungen
7 in Gruppen unterteilt, wobei mindestens eine Gruppe zwei oder mehr Strahlaustrittsöffnungen
7 umfasst und diese Strahlaustrittsöffnungen 7 derselben Gruppe untereinander auf
Höhe des Grenzbereichs zwischen Strahlscheibe 2 und Grundkörper 1 nicht fluidgetrennt
sind, jedoch von allen anderen Strahlaustrittsöffnungen 7 fluidgetrennt sind. Dabei
handelt es sich bei mindestens zwei solcher Gruppen der Strahlaustrittsöffnungen 7
um solche, deren Strahlaustrittsöffnungen 7 zu einer gleichen Brausestrahlart des
Brausekopfs gehören, d.h. in allen Brausestrahlarten synchron mit dem Brausefluid
aus einer gleichen von in diesem Fall typischerweise mehreren Fluidzufuhrkammern 12
versorgt bzw. nicht versorgt werden.
[0044] In entsprechenden Ausführungsformen ist der jeweilige Steckbefestigungsstift 5 wie
im gezeigten Beispiel als von der Strahlscheibe 2 und dem Strahlscheibenhaltebereich
8 des Grundkörpers 1 separates Bauteil ausgebildet. In alternativen Ausführungen ist
der jeweilige Steckbefestigungsstift 5 einteilig mit der Strahlscheibe 2 oder einteilig
mit dem Strahlscheibenhaltebereich 8 des Grundkörpers 1 ausgebildet.
[0045] In entsprechenden Ausführungen befinden sich die Steckbefestigungsstifte 5 und die
zugeordneten Stiftdurchstecköffnungen 6 in Bezug auf eine Längsmittenachse L der Strahlscheibe
auf wenigstens zwei unterschiedlichen Radien und/oder an wenigstens zwei unterschiedlichen
Umfangswinkeln. Mit anderen Worten befinden sich die Steckbefestigungsstifte 5 und
die zugehörigen Stiftdurchstecköffnungen 6 in diesem Fall an Befestigungspunkten,
die unterschiedliche Abstände von der Strahlscheiben-Längsmittenachse L haben und/oder
in Drehrichtung um die Strahlscheiben-Längsmittenachse L herum gegeneinander versetzt
sind. Vorzugsweise sind diese Befestigungspunkte im Wesentlichen gleichmäßig über
die Flächenausdehnung der Strahlscheibe 2 hinweg verteilt angeordnet. Dies begünstigt
in der Regel ein gleichmäßiges Auffangen der Fluiddruckkräfte durch die Strahlscheibenhaltevorrichtung
3. In alternativen Ausführungen sind die Befestigungspunkte sämtlich auf einem gemeinsamen
Radius bezüglich der Strahlscheiben-Längsmittenachse L oder sämtlich am gleichen Umfangswinkel
angeordnet.
[0046] In vorteilhaften Ausführungen sind der Strahlscheibenhaltebereich 8 des Grundkörpers
1, die Strahlscheibe 2 und die Steckbefestigungsstifte 5 sämtlich aus einem gemeinsamen
oder alternativ aus unterschiedlichen Kunststoffmaterialien gebildet. In weiteren
alternativen Ausführungen sind die Steckbefestigungsstifte 5 aus einem Metallmaterial
gebildet. In noch weiteren alternativen Ausführungen ist die Strahlscheibe 2 und/oder
der Strahlscheibenhaltebereich 8 aus einem Metallmaterial gebildet.
[0047] In einer vorteilhaften Ausführungsform umfasst die Strahlscheibe 2 wie im gezeigten
Beispiel eine biegesteife, gelochte Scheibenplatte 14 und eine biegeweiche Strahlmatte
15, wobei die Strahlmatte 15 an einer dem Strahlscheibenhaltebereich 8 des Grundkörpers
1 zugewandten Rückseite der Scheibenplatte 14 angeordnet ist. Fig. 7 zeigt die Scheibenplatte
14 in einer Draufsicht von oben, d.h. in Draufsicht auf die in Brausefluidströmungsrichtung
stromaufwärtige, rückwärtige Seite. An der Strahlmatte 15 sind vorderseitig Austrittsnippel
16 ausgebildet, welche die Strahlaustrittsöffnungen 7 bilden und sich durch Nippeldurchtrittsöffnungen
17 in der Scheibenplatte 14 hindurch erstrecken. Fig. 8 zeigt die Strahlmatte 15 ebenfalls
in einer Draufsicht von oben. Sie kann in dieser Positionierung auf die Scheibenplatte
14 von Fig. 7 aufgelegt werden, wobei ihre Austrittsnippel 16 durch die Nippeldurchtrittsöffnungen
17 in der Scheibenplatte 14 durchgesteckt werden.
[0048] Vorzugsweise wirken die Steckbefestigungsstifte 5 mit der Scheibenplatte 14 haltend
zusammen. Im gezeigten Beispiel ist dies dadurch realisiert, dass die Scheibenplatte
14 Stiftaufnahmevertiefungen 14a aufweist, gegen welche die Steckbefestigungsstifte
5 mit ihrem Halteabsatz 5b zur Anlage kommen. In alternativen Ausführungen wirken
die Steckbefestigungsstifte 5 in anderer Weise haltend mit der Scheibenplatte 14 zusammen,
z.B. dadurch, dass sie einteilig mit dieser ausgebildet sind oder in die Scheibenplatte
14 eingepresst gehalten werden oder mit ihrem pilzkopfförmigen Rastkopf 5a mit den
haltedomförmigen Abschnitten 10 zusammenwirken, wobei letztere dann an der Scheibenplatte
14 ausgebildet sind.
[0049] Die Strahlmatte 15 besteht vorzugsweise aus einem Elastomermaterial und ist mit Stiftdurchsteckbohrungen
19 versehen, durch welche die Steckbefestigungsstifte 5 durchgeführt sind. Vorzugsweise
fungiert die Strahlmatte 15 als Abdichtmittel, mit dem das fluiddichte Anliegen der
Strahlscheibe 2 gegen den Strahlscheibenhaltebereich 8 des Grundkörpers 1 in dem bzw.
den Bereichen 2a zwischen den Strahlaustrittsöffnungen 7 bzw. Austrittsnippeln 16
bewirkt werden kann.
[0050] In vorteilhaften Ausführungen bilden wie im gezeigten Ausführungsbeispiel der Grundkörper
1 und die Strahlscheibe 2 einen Kartuschenkörper 18 als ein eigenständiges Bauteil,
wie in den Fig. 3 bis 6 dargestellt. Der Kartuschenkörper 18 bildet insbesondere ein
von einem Außengehäuse des Brausekopfs bzw. vom Gehäusekopfteil 22 getrennt vormontierbares
und dann in das Brausekopf-Außengehäuse einsetzbares Bauteil.
[0051] Im gezeigten Ausführungsbeispiel beinhaltet der Grundkörper 1 zwei plattenförmige
Bauteile, die unter Bildung der zwischenliegenden Fluidzufuhrkammern 12 miteinander
verbunden sind, und zwar eine unterseitig den Strahlscheibenhaltebereich 8 bereitstellende
Strahlscheibenhalteplatte 1a und eine Deckplatte 1b. Die Strahlscheibenhalteplatte
1a fungiert gleichzeitig als Verteilplatte zur Verteilung des zugeführten Brausefluids
in die optional mehreren strömungstechnisch parallelen Fluidzuführungen 26 bzw. Einzelkammern,
d.h. in die mehreren Fluidzufuhrkammern 12, und von dort in die zu den Strahlaustrittsöffnungen
7 führenden Fluidführungskanäle 13. Dazu besitzt die Strahlscheibenhalteplatte 1a
bzw. Verteilplatte an ihrer der Strahlscheibenhalteseite abgewandten, stromaufwärtigen
Seite eine geeignete Verteilstrukturprofilierung, wie aus Fig. 9 ersichtlich, die
eine Draufsicht auf diese Seite der Strahlscheibenhalteplatte 1a bzw. Verteilplatte
zeigt.
[0052] Wie die obige Beschreibung deutlich macht, stellt die Erfindung einen vorteilhaften
Brausekopf zur Verfügung, der sich mit relativ geringem Aufwand kompakt und sehr fluiddruckresistent
bauen lässt. Selbst wenn z.B. durch Verkalkungseffekte ein Fluidüberdruck im Brausekopf
entsteht, führt dieser nicht zu Beeinträchtigungen bzw. Beschädigungen der Brausekopfteile.
Die Strahlscheibe mit ihren Strahlaustrittsöffnungen kann von solchen Fluidüberdrücken
entlastet bleiben. Der erfindungsgemäße Brausekopf kann beispielsweise Fluidüberdrücken
von bis zu 5 bar oder auch bis zu 10bar problemlos standhalten. Die Strahlscheibenbefestigung
mittels der Steckbefestigungsstifte ist im Vergleich zur Verwendung von Schraubbefestigungen
weniger aufwändiger, weniger schadenanfällig, deutlich platzsparender und gegen ein
unbeabsichtigtes Lösen der Befestigung sicherer. Der erfindungsgemäße Brausekopf lässt
sich mit relativ wenigen Bauteilen realisieren, und bei Verwendung der erwähnten Kartuschenbauform
ist es bei Bedarf möglich, den Kartuschenkörper ausschließlich aus Kunststoffmaterial
herzustellen. Für die Montage des Brausekopfs und beispielsweise des Kartuschenkörpers
sind keine Schraubvorgänge erforderlich. Die Steckbefestigungsstifte können so ausgelegt
werden, dass sie primär nur auf Zug belastet werden, die umgebenden Bauteile, wie
z.B. die haltedomförmigen Abschnitte, hingegen auf Druck. Die Druckbelastung auf die
haltedomförmigen Abschnitte kann zusätzlich gegen ein unbeabsichtigtes Herausgleiten
der Steckbefestigungsstifte aus ihren Stiftdurchstecköffnungen sichern.
[0053] Wie bereits erwähnt, lässt sich der erfindungsgemäße Brausekopf in vielfältiger Weise
für sanitäre und nicht-sanitäre Brausen verwenden.
1. Brausekopf mit
- einem Grundkörper (1),
- einer Strahlscheibe (2), die an einer Brausestrahlaustrittsseite (4) des Grundkörpers
gehalten ist und mindestens eine Strahlaustrittsöffnung (7) aufweist, und
- einer Strahlscheibenhaltevorrichtung (3) zur Halterung der Strahlscheibe an einem
Strahlscheibenhaltebereich (8) des Grundkörpers,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Strahlscheibenhaltevorrichtung (3) eine Mehrzahl von Steckbefestigungsstiften
(5) und zugeordneten Stiftdurchstecköffnungen (6) aufweist, durch die jeweils einer
der Steckbefestigungsstifte durchgesteckt ist, wobei die jeweilige Stiftdurchstecköffnung
am Strahlscheibenhaltebereich (8) des Grundkörpers oder an der Strahlscheibe (2) ausgebildet
ist und wobei die Steckbefestigungsstifte und die Stiftdurchstecköffnungen zum verrasteten
Festhalten der Steckbefestigungsstifte in den Stiftdurchstecköffnungen eingerichtet
sind.
2. Brausekopf nach Anspruch 1, weiter dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Stiftdurchstecköffnungen einen radial elastisch nachgiebigen
Öffnungsrand (9) aufweist.
3. Brausekopf nach Anspruch 1 oder 2, weiter dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer der Steckbefestigungsstifte einen pilzkopfförmigen Rastkopf (5a)
aufweist, der zum verrasteten Hintergreifen durch einen Rastrand (9a) der zugeordneten
Stiftdurchstecköffnung ausgebildet ist.
4. Brausekopf nach Anspruch 3, weiter dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der Stiftdurchstecköffnungen von einem haltedomförmigen Abschnitt
(10) des Strahlscheibenhaltebereichs oder der Strahlscheibe gebildet ist, wobei der
haltedomförmige Abschnitt einen Dombodenbereich (10a), von dem her der zugeordnete
Steckbefestigungsstift mit seinem Rastkopf voraus axial in den haltedomförmigen Abschnitt
einführbar ist, und einen Domkopfbereich (10b) aufweist, der eine Durchsteckbohrung
(11) beinhaltet, deren Bohrungsrand den Rastrand der Stiftdurchstecköffnung bildet.
5. Brausekopf nach Anspruch 4, weiter
dadurch gekennzeichnet, dass
- ein Außendurchmesser des haltedomförmigen Abschnitts am Dombodenbereich größer ist
als am Domkopfbereich und/oder
- der haltedomförmige Abschnitt durch einen oder mehrere Axialschlitze geschlitzt
ausgebildet ist.
6. Brausekopf nach einem der Ansprüche 3 bis 5, weiter dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Steckbefestigungsstift mit dem pilzkopfförmigen Rastkopf an seinem
dem Rastkopf abgewandten Endbereich einen radial abstehenden Halteabsatz (5b) aufweist.
7. Brausekopf, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 6, mit
- einem Grundkörper (1),
- einer Strahlscheibe (2), die an einer Brausestrahlaustrittsseite (4) des Grundkörpers
gehalten ist und mindestens eine Strahlaustrittsöffnung (7) aufweist, und
- einer Strahlscheibenhaltevorrichtung (3) zur Halterung der Strahlscheibe an einem
Strahlscheibenhaltebereich (8) des Grundkörpers,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Strahlscheibe eine Mehrzahl der Strahlaustrittsöffnungen (7) aufweist, die zur
synchronen Fluidzuführung mit einer gemeinsamen zugeordneten Fluidzufuhrkammer (12)
in Fluidverbindung stehen und
- die Strahlscheibe mindestens in einem Bereich (2a) zwischen zwei (7a, 7b) dieser
Strahlaustrittsöffnungen fluiddicht gegen den Strahlscheibenhaltebereich (8) des Grundkörpers
(1) anliegt und der Grundkörper mehrere aus der gemeinsamen Fluidzufuhrkammer herausführende
Fluidführungskanäle (13) aufweist, von denen ein erster (13a) zur einen (7a) der zwei
betreffenden Strahlaustrittsöffnungen führt und ein zweiter (13b) getrennt vom ersten
zur zweiten (7b) der zwei betreffenden Strahlaustrittsöffnungen führt.
8. Brausekopf nach einem der Ansprüche 1 bis 7, weiter
dadurch gekennzeichnet, dass
- der jeweilige Steckbefestigungsstift einteilig mit der Strahlscheibe oder einteilig
mit dem Strahlscheibenhaltebereich oder als von der Strahlscheibe und dem Strahlscheibenhaltebereich
separates Bauteil ausgebildet ist und/oder
- sich die Steckbefestigungsstifte und die zugeordneten Stiftdurchstecköffnungen in
Bezug auf eine Längsmittenachse (L) der Strahlscheibe auf wenigstens zwei unterschiedlichen
Radien und/oder an wenigstens zwei unterschiedlichen Umfangswinkeln befinden.
9. Brausekopf nach einem der Ansprüche 1 bis 8, weiter dadurch gekennzeichnet, dass der Strahlscheibenhaltebereich und/oder die Strahlscheibe und/oder die Steckbefestigungsstifte
aus einem Kunststoffmaterial gebildet ist/sind.
10. Brausekopf nach einem der Ansprüche 1 bis 9, weiter
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Strahlscheibe eine biegesteife, gelochte Strahlscheibenplatte (14) und eine
biegeweiche Strahlmatte (15) an einer dem Strahlscheibenhaltebereich zugewandten Rückseite
der Scheibenplatte aufweist,
- wobei an der Strahlmatte Austrittsnippel (16) ausgebildet sind, welche die Strahlaustrittsöffnungen
bilden und sich durch Nippeldurchtrittsöffnungen (17) in der Scheibenplatte hindurch
erstrecken, und
- wobei die Steckbefestigungsstifte mit der Scheibenplatte haltend zusammenwirken
und/oder die Strahlscheibe mit ihrer Strahlmatte flächig fluiddicht gegen den Strahlscheibenhaltebereich
(8) des Grundkörpers (1) anliegt und die Strahlaustrittsöffnungen individuell gegeneinander
fluiddicht abgrenzt.