[0001] Die Erfindung betrifft eine Beleuchtungsvorrichtung, insbesondere Ladenbeleuchtung,
umfassend eine sich in einer Ebene und/oder gekrümmten Fläche erstreckende Tragvorrichtung
und mehrere Leuchteinheiten.
[0002] Es ist bekannt, Leuchteinheiten auf unterschiedlichen Flächen, z.B. an einer Wand
oder einer Decke, fest zu verbauen. Die Leuchteinheiten sind dann in ihrer Position
nicht mehr veränderbar. Eine Reaktion auf eine sich ändernde Beleuchtungssituation
ist hierbei nicht möglich.
[0003] Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, eine Beleuchtungsvorrichtung sowie ein Verfahren
zur Beleuchtung eines Raums zu schaffen, die/das eine Reaktion auf eine sich ändernde
Beleuchtungssituation ermöglicht.
[0004] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch den Gegenstand sowie das Verfahren der unabhängigen
Ansprüche.
[0005] Die Beleuchtungsvorrichtung kann beispielsweise im Ladenbau eingesetzt werden. Insbesondere
kann die Beleuchtungsvorrichtung als Laden- und/oder Regalbeleuchtung ausgebildet
sein.
[0006] Beispielsweise kann die Beleuchtungsvorrichtung im Retail, z.B. Supermarkt, Discounter,
Drogerie, Apotheke, Bäckerei, Metzgerei, Käseladen, Obstladen, Gemüseladen, Blumenladen,
Marktstand, Parfümerie, Juwelier und/oder Modegeschäft eingesetzt werden. Ferner kann
die Beleuchtungsvorrichtung z.B. in einem Parkhaus verwendet werden.
[0007] Die Beleuchtungsvorrichtung kann in Außenbereichen und/oder Innenbereichen eingesetzt
werden, z.B. in Büros, Läden, Gaststätten, Hotels oder Häusern. Insbesondere kann
die Beleuchtungsvorrichtung als Hauptbeleuchtung, als Objektbeleuchtung, als Dekorationsbeleuchtung,
als Orientierungsbeleuchtung und/oder als Signalbeleuchtung dienen.
[0008] Erfindungsgemäß umfasst die Beleuchtungsvorrichtung eine sich in einer Ebene und/oder
gekrümmten Fläche erstreckende Tragvorrichtung.
[0009] Im Folgenden impliziert der Begriff Ebene stets auch eine gekrümmte Fläche.
[0010] Insbesondere spannt die Tragvorrichtung eine Ebene auf. Im Gegensatz zu beispielsweise
einer rein linearen Schiene erstreckt sich die Tragvorrichtung somit vorzugsweise
in eine weitere Richtung.
[0011] Die Beleuchtungsvorrichtung umfasst wenigstens eine Antriebsvorrichtung und mehrere
individuell mittels der Antriebsvorrichtung/en bewegbare Leuchteinheiten.
[0012] Insbesondere kann die Antriebsvorrichtung einen Elektromotor aufweisen.
[0013] Die Antriebsvorrichtung bzw. zumindest ein Teil davon kann z.B. in die Leuchteinheit
integriert sein. Es ist jedoch auch eine externe Antriebsvorrichtung denkbar, beispielsweise
in der Tragvorrichtung.
[0014] Die externe Antriebsvorrichtung und die Leuchteinheit können beispielsweise an unterschiedlichen
Seiten der Tragvorrichtung angeordnet sein. Insbesondere können die Antriebsvorrichtung
und die Leuchteinheit magnetisch miteinander in Verbindung stehen. Wird folglich die
Antriebsvorrichtung bewegt, bewegt sich aufgrund der magnetischen Verbindung auch
die Leuchteinheit mit. Die Leuchteinheit kann somit gewissermaßen in zwei Teile aufgespalten
sein, nämlich einen Antriebsteil mit der Antriebsvorrichtung und einen Beleuchtungsteil
mit einer Lichtquelle.
[0015] Beispielsweise kann jeder Leuchteinheit eine separate, externe Antriebsvorrichtung
zugeordnet sein. Alternativ kann eine externe Antriebsvorrichtung auch mehrere Leuchteinheiten
antreiben.
[0016] Die Leuchteinheit umfasst insbesondere eine oder mehrere Lichtquellen, z.B. LEDs.
Beispielsweise kann wenigstens eine rote, grüne, blaue, cyan, magenta, gelbe oder
weiße LED vorgesehen sein.
[0017] Insbesondere kann jede Leuchteinheit zumindest einen Energiespeicher aufweisen. Der
Energiespeicher kann beispielsweise als, insbesondere integraler, Akkumulator ausgebildet
sein.
[0018] Der Begriff Energiespeicher ist breit zu verstehen und umfasst beispielsweise auch
Energieaufnehmer zur Aufnahme von Energie durch z.B. Induktion.
[0019] Durch den Energiespeicher ist insbesondere eine kabellose Stromversorgung möglich.
[0020] Die Beleuchtungsvorrichtung kann vorzugsweise eine Ladezone, z.B. Ladestation, für
den Energiespeicher aufweisen. Beispielsweise kann sich die Leuchteinheit bei Bedarf
in die Ladezone bewegen, um dort den Energiespeicher wieder aufzuladen.
[0021] Der Energiespeicher kann insbesondere zur Stromversorgung der Lichtquelle/n und/oder
der Antriebsvorrichtung dienen.
[0022] Jede Leuchteinheit weist zumindest eine Haltevorrichtung zum Halten an der Tragvorrichtung
auf. Die Haltevorrichtung kann insbesondere einen Teil der Antriebsvorrichtung bilden.
Beispielsweise kann die Leuchteinheit ein Rad oder mehrere Räder aufweisen, z.B. zwei,
drei, vier, fünf, sechs oder mehr. Mittels der Räder kann die Leuchteinheit z.B. angetrieben
werden. Insbesondere kann jedem Rad eine separate Antriebsvorrichtung, z.B. ein Elektromotor,
zugeordnet sein.
[0023] Zusätzlich kann die Leuchteinheit mittels der Räder beispielsweise an der Tragvorrichtung
halten. So können die Räder z.B. in eine als Schienensystem ausgebildete Tragvorrichtung
eingreifen bzw. diese hintergreifen. Beispielsweise können die Schienen als U-Profile
ausgebildet sein. Auch können die Räder z.B. magnetisch ausgebildet sein.
[0024] Die Leuchteinheit kann insbesondere als verfahrbares und/oder positionierbares Wägelchen,
beispielsweise als so genannter Lichtbot, ausgebildet sein.
[0025] Jede Leuchteinheit ist in wenigstens zwei nicht parallel zueinander orientierten
Richtungen einer Bewegungsfläche, insbesondere einer Bewegungsebene, bewegbar. Vorzugsweise
sind die Leuchteinheiten unabhängig voneinander bewegbar. Die Bewegung erfolgt insbesondere
mittels der Antriebsvorrichtung.
[0026] Die Bewegungsfläche ist insbesondere parallel zur Ebene der Tragvorrichtung orientiert.
Die Leuchteinheiten können somit vorzugsweise in einer zur Tragvorrichtung parallelen
Ebene bewegt werden.
[0027] Vorzugsweise kann die Leuchteinheit beliebig oder entlang eines Rasters in der Ebene
bewegt werden.
[0028] So ist neben einer Bewegung in parallel zueinander orientierten Richtungen einer
Bewegungsfläche, also z.B. eine Bewegung vor und zurück, auch die Bewegung in wenigstens
einer weiteren Richtung in dieser Ebene möglich.
[0029] Auch ist insbesondere eine Bewegung außerhalb der Ebene möglich. So kann die Lichtquelle
beispielsweise variabel im zweidimensionalen bzw. gegebenenfalls sogar im dreidimensionalen
Raum angeordnet werden.
[0030] Die Leuchteinheiten können erfindungsgemäß äußerst variabel bewegt werden. Auf diese
Weise kann die Beleuchtungsvorrichtung auf eine sich ändernde Beleuchtungssituation
reagieren.
[0031] Wird in einem Laden beispielsweise die Auslage, z.B. ein Schaufenster, verändert,
können die Leuchteinheiten beispielsweise verfahren werden, um auch die neue Auslage
optimal auszuleuchten, z.B. möglichst hell und/oder effektvoll.
[0032] Weiterbildungen der Erfindung sind auch den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung
sowie den beigefügten Zeichnungen zu entnehmen.
[0033] Gemäß einer Ausführungsform ist jede Leuchteinheit beliebig in der Bewegungsfläche,
insbesondere einer Bewegungsebene, bewegbar. Vorzugsweise können sich die Leuchteinheiten
unabhängig voneinander beliebig bewegen. Die Bewegungsfreiheit wird hierbei beispielsweise
nicht durch ein Raster oder dergleichen eingeschränkt. So können die Leuchteinheiten
in beliebigen Richtungen in der Bewegungsfläche bewegt werden.
[0034] Auch wenn die Bewegungsfreiheit der Leuchteinheiten grundsätzlich nicht eingeschränkt
ist, kann die Bewegung der Leuchteinheiten dennoch koordiniert und/oder aufeinander
abgestimmt sein. So kann z.B. eine Kollision der Leuchteinheiten verhindert werden.
Auch können sich die Leuchteinheiten beispielsweise wie ein Schwarm bewegen. Soll
beispielsweise ein bestimmter Eckbereich ausgeleuchtet werden, können mehrere Leuchteinheiten
dorthin verfahren werden.
[0035] Nach einer weiteren Ausführungsform weist jede Leuchteinheit eine omnidirektional
ausgebildete Antriebsvorrichtung auf. Die Leuchteinheit kann z.B. ein oder mehrere
Omni- und/oder Mecanumräder aufweisen. Diese können beispielsweise magnetisch ausgebildet
sein.
[0036] Durch die omnidirektionale Antriebsvorrichtung können die Leuchteinheiten auf einfache
Weise in beliebigen Richtungen in der Bewegungsfläche bewegt werden.
[0037] Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst die Tragvorrichtung eine durchgehende
und/oder plattenförmige Haltefläche. Die Haltefläche kann insbesondere glatt sein.
Beispielsweise kann die Haltefläche durch eine normale Wand und/oder Decke gebildet
sein. Insbesondere kann jedoch auch eine Beschichtung vorgesehen sein.
[0038] Die Haltevorrichtung kann beispielsweise eine Vakuumvorrichtung umfassen. So kann
die Leuchteinheit z.B. mittels eines Vakuums an der Haltefläche halten.
[0039] Beispielsweise kann die Haltefläche strukturiert sein. So kann die Haltefläche insbesondere
ein Metamaterial umfassen oder daraus bestehen. Insbesondere kann die Leuchteinheit,
z.B. mit Füßen oder Krallen, in die Struktur des Metamaterials eingreifen.
[0040] Eine Bewegung der Leuchteinheit an vertikalen Wänden und/oder über Kopf, z.B. an
Decken, wird dadurch ermöglicht.
[0041] Nach einer weiteren Ausführungsform ist die Haltefläche magnetisch ausgebildet und/oder
umfasst ein Metallmaterial, z.B. Eisen. Entsprechend kann auch die Leuchteinheit ein
Metallmaterial und/oder wenigstens einen Magneten als Haltevorrichtung umfassen. Beispielsweise
kann ein Rad oder mehrere, vorzugsweise sämtliche, Räder der Leuchteinheit magnetisch
ausgebildet sein. Alternativ oder zusätzlich kann auch ein anderes, insbesondere zusätzliches,
Bauteil magnetisch ausgebildet sein.
[0042] Ist die Leuchteinheit beispielsweise zweigeteilt und weist eine externe Antriebseinheit
auf, so kann die Tragvorrichtung insbesondere auch ein nicht-magnetisches und/oder
nicht-metallisches Material, z.B. ein Kunstsoff- und/oder Glasmaterial, aufweisen
oder daraus bestehen. Das magnetische Feld zwischen der externen Antriebseinheit und
der Leuchteinheit wird folglich nicht durch die Tragvorrichtung beeinflusst.
[0043] Bei dem Magneten der Haltefläche und/oder der Leuchteinheit kann es sich insbesondere
um einen Permanentmagneten oder Elektromagneten handeln.
[0044] Eine Bewegung der Leuchteinheit an vertikalen Wänden und/oder über Kopf, z.B. an
Decken, kann auch durch die Magnete ermöglicht werden.
[0045] Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst die Tragvorrichtung ein, insbesondere
rasterförmig angeordnetes, Schienensystem. Insbesondere sind die Leuchteinheiten,
z.B. an einer Decke, in X- und Y-Richtung bzw., z.B. an einer Wand, in Y- und Z-Richtung
bewegbar.
[0046] Bei schräg und/oder gekrümmt verlaufenden Schienen sind auch entsprechend andere
Bewegungsrichtungen möglich.
[0047] Für einen Spurwechsel können insbesondere die Räder der Leuchteinheiten ein- und/oder
ausgefahren werden, beispielsweise paarweise. So können z.B. zwei Räder-Paare rechtwinklig
zueinander orientiert sein. Ein Paar kann zum Spurwechsel zur neuen Spur ausgefahren
werden, während das andere Paar von der bisherigen Spur eingefahren wird.
[0048] Das Schienensystem kann insbesondere Stromschienen umfassen. Die Antriebsvorrichtung
und/oder die Lichtquellen können dadurch mit Strom versorgt werden.
[0049] Die Leuchteinheiten können beispielsweise unterhalb einer Schiene angeordnet sind
und insbesondere an dieser hängen. Die Schienen sind dem austretenden Licht somit
nicht im Weg.
[0050] Als Haltevorrichtung kann die Leuchteinheit eine oder mehrere Rollen und/oder Kulissensteine
aufweisen. Die Haltevorrichtung kann insbesondere in die Schiene eingreifen bzw. diese
hintergreifen.
[0051] Nach einer weiteren Ausführungsform ist die Tragvorrichtung vertikal und/oder horizontal
orientiert. Insbesondere ist die Tragvorrichtung an einem Bereich oberhalb des Bodens,
vorzugsweise einem Deckenbereich, angeordnet oder anordbar.
[0052] Die Leuchteinheit hält vorzugsweise an einer senkrechten Wand und/oder über Kopf
an einer Decke. Auch kann die Leuchteinheit auf einer Oberseite der Tragvorrichtung
angeordnet sein.
[0053] Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst die Haltevorrichtung eine Verstellvorrichtung
zum Verstellen eines Teils der Leuchteinheit, insbesondere einer Lichtquelle, senkrecht
oder schräg zur Ebene der Tragvorrichtung.
[0054] Die Leuchteinheit kann insbesondere auch senkrecht oder schräg zur eigentlichen Bewegungsfläche
verstellt werden.
[0055] Beispielsweise kann die Leuchteinheit von oben, z.B. von der Decke, heruntergelassen
werden. Dazu kann z.B. ein Draht, insbesondere aus Stahl, ein Seil, eine Schnur und/oder
ein Teleskopstab verwendet werden. Die Leuchteinheit kann dabei wie eine Spinne heruntergelassen
werden.
[0056] Ist die Bewegungsfläche parallel zum Boden oder einer Wand orientiert, kann die Leuchteinheit
beispielsweise von unten hochgefahren bzw. seitlich ausgefahren werden. Dazu kann
z.B. ein Teleskopstab verwendet werden.
[0057] Die Leuchteinheit ist auf diese Weise, insbesondere beliebig, in drei Dimensionen
verstellbar.
[0058] Nach einer weiteren Ausführungsform ist die Abstrahlrichtung der Leuchteinheit senkrecht
oder schräg zur Bewegungsfläche, insbesondere zu einer Bewegungsebene, orientiert.
[0059] Werden die Leuchteinheiten beispielsweise parallel zur Decke bewegt, können diese
Licht nach unten abstrahlen. Zum Ausleuchten von beispielsweise hohen Räumen, z.B.
für eine Architekturbeleuchtung, ist auch ein Beleuchten nach oben möglich. Dadurch
können insbesondere Akzente im Raum gesetzt und/oder architektonische Elemente beleuchtet
und/oder betont werden.
[0060] Werden die Leuchteinheiten hingegen beispielsweise parallel zu einer Wand bewegt,
kann das Licht seitlich abstrahlen.
[0061] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist eine manuelle Steuerungsvorrichtung zum
manuellen Steuern der Leuchteinheiten vorgesehen.
[0062] Mit einer Eingabevorrichtung, z.B. Computer, Tablet-PC oder Smartphone, kann die
gewünschte Position der Leuchteinheiten eingegeben werden. Die Leuchteinheiten können
sich dann entsprechend in die gewünschte Position bewegen.
[0063] Nach einer weiteren Ausführungsform ist eine autonome Steuerungsvorrichtung zum autonomen
Steuern der Leuchteinheiten vorgesehen. Diese autonome Steuerungsvorrichtung kann
alternativ oder zusätzlich zur manuellen Steuerungsvorrichtung vorgesehen sein.
[0064] Die autonome Steuerungsvorrichtung kann insbesondere eine künstliche Intelligenz
aufweisen.
[0065] Beispielsweise kann die Beleuchtungsvorrichtung eine Sensorvorrichtung mit einem
oder mehreren Sensoren aufweisen. Auf diese Weise kann z.B. der Beleuchtungsgrad bestimmt
werden. Ist zu viel oder zu wenig Licht vorhanden, kann die Steuerungsvorrichtung
entsprechend reagieren. Die Leuchteinheiten können dann entsprechend verfahren werden.
[0066] Die Sensorvorrichtung kann insbesondere ein optisches System, z.B. eine Kamera, vorzugsweise
Bildkamera und/oder Time-of-flight (TOF)-Kamera, aufweisen. Insbesondere kann eine
Distanzmessung über ein Laufzeitverfahren erfolgen.
[0067] Beispielsweise kann in einem Laden, insbesondere einem Regal, eine entnommene und/oder
veränderte Ware erkannt werden. Die Beleuchtungsvorrichtung kann hierauf reagieren
und z.B. eine Anpassung der Lichtverhältnisse vornehmen.
[0068] Ferner ist auch eine Positionsbestimmung innerhalb von Räumen (Indoor-Navigation)
möglich. Ein Umstellen von Regalen kann insbesondere eine Positionsveränderung der
Sensoren nach sich ziehen. Die neue Regalposition kann erkannt werden. Die Leuchteinheiten
können dann lichttechnisch und positionsbezogen auf die neuen Gegebenheiten eingestellt
werden. Dies gilt auch für die Ausrichtung an anderen Objekten, wie z.B. Schaufensterpuppen,
ausgezeichneten Waren oder dergleichen.
[0069] Um neue Situationen auf dem Gang bzw. der Regale zu erfassen, können auch Bewegungsdaten
von Kunden erfasst werden, z.B. im Rahmen so genannter Heatmaps. Zonen, die von Kunden
z.B. wenig frequentiert werden, können erkannt werden. Durch eine Veränderung der
Beleuchtung, z.B. durch Hinzufügen von Leuchteinheiten und/oder eine Veränderung der
Helligkeit, kann in diesen Bereichen insbesondere eine Veränderung des Kundenverhaltens
bewirkt oder zumindest darauf hingewirkt werden.
[0070] Ferner können z.B. bestimmte Waren, beispielsweise Angebote, durch eine Indoor-Navigation
geortet und die Kundenaufmerksamkeit z.B. durch eine Helligkeitserhöhung gesteigert
werden.
[0071] Beispielsweise kann die Sensorvorrichtung z.B. die Position einer Person erfassen.
Dies kann beispielsweise über einen Einkaufswagen erfolgen, z.B. mittels RFID, BLE
Beacons, WLAN oder dergleichen. Die Leuchteinheiten können der Person dann beispielsweise
nachfolgen bzw. zur Navigation vorauseilen und den Weg entsprechend ausleuchten. Auch
kann z.B. ein Fahrzeug in einem Parkhaus navigiert werden, beispielsweise zum nächsten
freien Parkplatz.
[0072] Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind die Steuersignale von einer Leuchteinheit
zu einer anderen Leuchteinheit weitergebbar.
[0073] Insbesondere ist z.B. eine meshartige Weiterleitung von Daten und/oder Steuersignalen
möglich.
[0074] Kabellose Übertragungstechniken wie UMTS, GSM, LTE, 5G, Bluetooth, Infrarot, WLAN,
BT, ZigBee, NFC, Wibree, WiMAX, IrDA, optischer Richtfunk, z.B. mittels Li-Fi (light
fidelity) oder VLC (Visible Light Communication), oder dergleichen können zur Datenübertragung
eingesetzt werden.
[0075] Insbesondere kann eine Leuchteinheit ein Signal empfangen und dieses dann an andere
Leuchteinheiten weitergeben. Vorzugsweise umfasst jede Leuchteinheit eine Sende- und/oder
eine Empfangsvorrichtung.
[0076] Nach einer weiteren Ausführungsform ist die Steuerungsvorrichtung dazu ausgebildet,
die Bewegung, Position und/oder die Lichteigenschaft, insbesondere die Farbe und/oder
Intensität, der Leuchteinheit anzupassen.
[0077] Insbesondere ist das Licht, welches von der Leuchteinheit emittiert wird, anpassbar.
[0078] Die Lichteigenschaft kann z.B. die Farbe, eine Farbänderung, die Helligkeit und/oder
den Abstrahlwinkel umfassen. Insbesondere kann die Farbe, eine Farbänderung, ein Dimmen
und/oder ein Fokus, z.B. unterschiedliche Abstrahlwinkel, angepasst werden.
[0079] Insbesondere kann daher sowohl eine mechanische Anpassung, z.B. der Position, als
auch eine lichttechnische Anpassung der Leuchteinheiten erfolgen.
[0080] Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist die Steuerungsvorrichtung eine Speichervorrichtung
zum Speichern einer Einstellung, insbesondere der Bewegung, Position und/oder der
Lichteigenschaft, der Leuchteinheiten auf.
[0081] So kann z.B. die Einstellung für eine bestimmte Beleuchtungssituation gespeichert
und nach Bedarf abgerufen werden. Beispielsweise kann eine Weihnachtsbeleuchtung hinterlegt
sein, welche zur Weihnachtszeit abgerufen wird. Die Leuchteinheiten können dann an
die entsprechenden Positionen verfahren werden.
[0082] Ist eine Beleuchtungsvorrichtung auf eine bestimmte Beleuchtungssituation optimiert,
können die Steuersignale auf eine weitere Beleuchtungsvorrichtung, bei der eine ähnliche
Beleuchtungssituation vorliegt, übertragen werden. Auf diese Weise können mehrere
Beleuchtungsvorrichtungen, insbesondere auch an unterschiedlichen Orten, z.B. unterschiedlichen
Läden, mit einer einmaligen Optimierung betrieben werden.
[0083] Beispielsweise kann bei einer Kaufhauskette in sämtlichen Läden dieselbe Einstellung
abgerufen werden. So kann in den Läden z.B. dieselbe Weihnachtsbeleuchtung eingestellt
werden.
[0084] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Beleuchtung eines Raums, vorzugsweise
eines Ladens, insbesondere mittels einer erfindungsgemäßen Beleuchtungsvorrichtung.
[0085] Mittels eines Sensors wird eine Situation erfasst. Beispielsweise kann die Helligkeit
und/oder die Verteilung von Objekten im Raum bestimmt werden.
[0086] Abhängig von der Situation werden mehrere individuell bewegbare Leuchteinheiten mit
jeweils zumindest einer Haltevorrichtung zum Halten an einer sich in einer Ebene erstreckenden
Tragvorrichtung und insbesondere mit zumindest einem Energiespeicher, mittels wenigstens
einer Antriebsvorrichtung in einer Bewegungsfläche bewegt.
[0087] Bei der Situation, welche erfasst wird, kann es sich z.B. um eine Beleuchtungssituation
handeln. So kann z.B. festgestellt werden, ob z.B. ein Abschnitt zu hell oder zu dunkel
ist.
[0088] Auch kann die Situation erfasst werden, wenn ein Regal umgestellt und/oder umgeräumt
wird.
[0089] Ferner kann z.B. die Situation erfasst werden, dass sich eine Person nähert. Dieser
Person kann z.B. der Weg angezeigt werden.
[0090] Die Leuchteinheiten können sich vorzugsweise in wenigstens zwei nicht parallel zueinander
orientierte Richtungen bewegen, beispielsweise entlang eines rasterförmig angeordneten
Schienensystems. Bei einer entsprechenden Ausgestaltung der Tragvorrichtung ist auch
eine freie Bewegung in einer Bewegungsfläche möglich.
[0091] Insbesondere kann zumindest ein Teil der Leuchteinheit, z.B. eine Lichtquelle, senkrecht
oder schräg zur Ebene der Tragvorrichtung verstellt werden. Dadurch kann die Lichtquelle
in nahezu jede Position im dreidimensionalen Raum bewegt werden.
[0092] Vorzugsweise kann die Bewegung, die Position und/oder die Lichteigenschaft, insbesondere
die Farbe und/oder Intensität, der Leuchteinheit angepasst werden.
[0093] Alle hier beschriebenen Ausführungsformen und Bauteile der Vorrichtung sind insbesondere
dazu ausgebildet, z.B. mittels einer Steuerungsvorrichtung, nach dem hier beschriebenen
Verfahren betrieben zu werden. Ferner können alle hier beschriebenen Ausführungsformen
der Vorrichtung sowie alle hier beschriebenen Ausführungsformen des Verfahrens jeweils
miteinander kombiniert werden, insbesondere auch losgelöst von der konkreten Ausgestaltung,
in deren Zusammenhang sie erwähnt werden.
[0094] Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Perspektivansicht einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Beleuchtungsvorrichtung,
und
- Fig. 2
- eine Explosionsansicht einer Leuchteinheit einer erfindungsgemäßen Beleuchtungsvorrichtung.
[0095] Zunächst ist zu bemerken, dass die dargestellten Ausführungsformen rein beispielhafter
Natur sind. So können einzelne Merkmale nicht nur in der gezeigten Kombination, sondern
auch in Alleinstellung oder in anderen technisch sinnvollen Kombinationen realisiert
sein. Beispielsweise können die Merkmale einer Ausführungsform beliebig mit Merkmalen
einer anderen Ausführungsform kombiniert werden. Insbesondere kann die Anzahl und
Position der Leuchteinheiten und/oder der Ladezone variieren.
[0096] Enthält eine Figur ein Bezugszeichen, welches im unmittelbar zugehörigen Beschreibungstext
nicht erläutert wird, so wird auf die entsprechenden vorhergehenden bzw. nachfolgenden
Ausführungen in der Figurenbeschreibung Bezug genommen. So werden für gleiche bzw.
vergleichbare Bauteile in den Figuren dieselben Bezugszeichen verwendet und diese
nicht nochmals erläutert.
[0097] Fig. 1 zeigt eine Beleuchtungsvorrichtung, welche über Befestigungsmittel 10 an einer
Decke befestigt werden kann.
[0098] Eine Tragvorrichtung 12 erstreckt sich in einer zur Decke parallelen Ebene. Eine
Haltefläche 13 der Tragvorrichtung 12 ist beispielsweise rechteckförmig ausgebildet.
Insbesondere können auch mehrere, plattenförmige Halteflächen 13 vorgesehen sein,
welche modulartig kombiniert werden können.
[0099] Die Haltefläche 13 kann optional von einem Rahmen 14 begrenzt bzw. umgeben sein.
[0100] Auf der Tragvorrichtung 12 sind mehrere Leuchteinheiten 16 angeordnet, welche sich
auf der Haltefläche 13 frei in beliebigen Richtungen bewegen können.
[0101] Die Leuchteinheiten 16 können beispielsweise magnetisch an der Tragvorrichtung 12
befestigt sein.
[0102] Um mit Energie versorgt zu werden, können sich die Leuchteinheiten 16 in eine Ladezone
18 bewegen. Dies kann insbesondere automatisch erfolgen, falls der Ladezustand einen
vorgegebenen Grenzwert unterschreitet.
[0103] Die Leuchteinheiten 16 können manuell oder automatisch gesteuert werden. Insbesondere
können die Leuchteinheiten 16 an bestimmte Positionen verfahren werden und so an eine
Beleuchtungssituation angepasst werden.
[0104] Auf diese Weise kann stets eine optimale Beleuchtung gewährleistet werden.
[0105] Wie in Fig. 2 zu sehen ist, umfasst die Leuchteinheit 16 mehrere als Elektromotoren
20 ausgebildete Antriebsvorrichtungen.
[0106] Die Antriebsvorrichtungen 20 können Räder 22, insbesondere Omni- oder Mecanumräder,
antreiben. Die Räder 22 können magnetisch sein und eine Haltevorrichtung zum Halten
an der Tragvorrichtung 12 bilden.
[0107] Die Leuchteinheit 16 umfasst optional mehrere Energiespeicher 24. Neben einem Akkumulator
können weitere Komponenten wie z.B. ein Netzteil und/oder eine Intelligenz, z.B. eine
Maschinensteuerung, eine Prozessregelung und/oder eine Antriebssteuerung, vorgesehen
sein.
[0108] Die Antriebsvorrichtungen 20 und die Räder 22 können in einem Gehäuse 26 angeordnet
sein.
[0109] Schließlich umfasst die Leuchteinheit 16 eine Lichtquelle 28. Die Lichtquelle 28
kann z.B. eine oder mehrere LEDs aufweisen.
[0110] Die Lichtquelle 28 kann insbesondere lösbar am Gehäuse 26 befestigt sein, z.B. mittels
einer Einhänge-, Klammer-, Klemm-, Steck-, Rast-, Magnet-, Zapfen- und/oder Schraubvorrichtung.
Dies ermöglicht einen schnellen, insbesondere werkzeuglosen, Austausch der Lichtquelle
28.
Bezugszeichenliste
[0111]
- 10
- Befestigungsmittel
- 12
- Tragvorrichtung
- 13
- Haltefläche
- 14
- Rahmen
- 16
- Leuchteinheit
- 18
- Ladezone
- 20
- Elektromotor, Antriebsvorrichtung
- 22
- Rad, Haltevorrichtung
- 24
- Energiespeicher
- 26
- Gehäuse
- 28
- Lichtquelle
1. Beleuchtungsvorrichtung, insbesondere Ladenbeleuchtung, umfassend eine sich in einer
Ebene und/oder gekrümmten Fläche erstreckende Tragvorrichtung (12),
wenigstens eine Antriebsvorrichtung (20), und
mehrere individuell mittels der Antriebsvorrichtung/en (20) bewegbare Leuchteinheiten
(16), wobei
jede Leuchteinheit (16) zumindest eine Haltevorrichtung (22) zum Halten an der Tragvorrichtung
(12) und insbesondere zumindest einen Energiespeicher (24) aufweist, und wobei
jede Leuchteinheit (16) in wenigstens zwei nicht parallel zueinander orientierten
Richtungen einer Bewegungsfläche bewegbar ist.
2. Beleuchtungsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass jede Leuchteinheit (16) beliebig in der Bewegungsfläche bewegbar ist.
3. Beleuchtungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass jede Leuchteinheit (16) eine omnidirektional ausgebildete Antriebsvorrichtung (20)
aufweist.
4. Beleuchtungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Tragvorrichtung (12) eine durchgehende und/oder plattenförmige Haltefläche (13)
umfasst.
5. Beleuchtungsvorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Haltefläche (12) magnetisch ausgebildet ist und/oder ein Metallmaterial umfasst.
6. Beleuchtungsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Tragvorrichtung (12) ein, insbesondere rasterförmig angeordnetes, Schienensystem
umfasst.
7. Beleuchtungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Tragvorrichtung (12) vertikal und/oder horizontal orientiert ist, insbesondere
wobei die Tragvorrichtung (12) an einem Bereich oberhalb des Bodens, vorzugsweise
einem Deckenbereich, angeordnet oder anordbar ist.
8. Beleuchtungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Haltevorrichtung (22) eine Verstellvorrichtung zum Verstellen eines Teils der
Leuchteinheit (16), insbesondere einer Lichtquelle (28), senkrecht oder schräg zur
Ebene und/oder gekrümmten Fläche der Tragvorrichtung (12) umfasst.
9. Beleuchtungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abstrahlrichtung der Leuchteinheit (16) senkrecht oder schräg zur Bewegungsfläche
orientiert ist.
10. Beleuchtungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine manuelle Steuerungsvorrichtung zum manuellen Steuern der Leuchteinheiten (16)
vorgesehen ist.
11. Beleuchtungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine autonome Steuerungsvorrichtung zum autonomen Steuern der Leuchteinheiten (16)
vorgesehen ist.
12. Beleuchtungsvorrichtung nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuersignale von einer Leuchteinheit (16) zu einer anderen Leuchteinheit (16)
weitergebbar sind.
13. Beleuchtungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerungsvorrichtung dazu ausgebildet ist, die Bewegung, Position und/oder die
Lichteigenschaft, insbesondere die Farbe und/oder Intensität, der Leuchteinheit (16)
anzupassen.
14. Beleuchtungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerungsvorrichtung eine Speichervorrichtung zum Speichern einer Einstellung,
insbesondere der Bewegung, Position und/oder der Lichteigenschaft, der Leuchteinheiten
(16) aufweist.
15. Verfahren zur Beleuchtung eines Raums, vorzugsweise eines Ladens, insbesondere mittels
einer Beleuchtungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem
mittels eines Sensors eine Situation erfasst wird, und
abhängig von der Situation mehrere individuell bewegbare Leuchteinheiten (16) mit
jeweils zumindest einer Haltevorrichtung (20) zum Halten an einer sich in einer Ebene
und/oder gekrümmten Fläche erstreckenden Tragvorrichtung (12) und insbesondere mit
zumindest einem Energiespeicher (24), mittels wenigstens einer Antriebsvorrichtung
(20) in einer Bewegungsfläche bewegt werden.