[0001] Die Erfindung betrifft eine Pipette für den Gebrauch mit einer Pipettenspitze.
[0002] Pipetten werden insbesondere in wissenschaftlichen und industriellen Labors mit medizinischen,
molekularbiologischen und pharmazeutischen Anwendungsgebieten zum Dosieren ausgewählter
Volumen von Flüssigkeiten eingesetzt. Bei den Flüssigkeiten kann es sich insbesondere
um homogene (einphasige) Flüssigkeiten handeln, bestehend aus einer einzigen flüssigen
Komponente oder aus einer homogenen Mischung mehrerer flüssiger Komponenten (Lösungen).
Ferner können die Flüssigkeiten heterogene (mehrphasige) Gemische einer Flüssigkeit
mit einer weiteren Flüssigkeit (Emulsionen) oder einem Feststoff (Suspensionen) sein.
[0003] Pipetten weisen ein stielförmiges Pipettengehäuse mit einem Zapfen (Ansatz) am unteren
Ende zum Aufklemmen einer Pipettenspitze auf. Der Zapfen ist vielfach ein konischer,
zylindrischer oder abschnittsweise konischer und zylindrischer Vorsprung und wird
auch als "Arbeitskonus" bezeichnet. Eine Pipettenspitze ist ein hohles Röhrchen mit
einer Spitzenöffnung am unteren Ende und einer Aufstecköffnung am oberen Ende, mit
dem die Pipettenspitze auf den Zapfen aufklemmbar ist. Die Flüssigkeit wird in die
Pipettenspitze aufgenommen und aus dieser abgegeben. Die Aufnahme und Abgabe der Flüssigkeit
wird mittels der Pipette gesteuert. Festvolumenpipetten dienen zum Pipettieren konstanter
Volumen. Bei variablen Pipetten ist das zu dosierende Volumen einstellbar. Zur Anzeige
des eingestellten Volumens dient ein mechanisches Zählwerk. Zum Einstellen des Volumens
ist der Hub einer Antriebseinrichtung mittels einer Einstelleinrichtung einstellbar,
die mit dem Zählwerk gekoppelt ist. Die Pipettenspitze wird nach dem Gebrauch vom
Ansatz gelöst und kann gegen eine frische Pipettenspitze ausgetauscht werden. Hierdurch
können bei nachfolgenden Pipettierungen Kreuzkontaminationen vermieden werden. Luftpolsterpipetten
weisen im Pipettengehäuse ein Kolben-Zylinder-System auf, das über einen Kanal mit
einem Durchgangsloch im Zapfen verbunden ist. Pipettenspitzen für Luftpolsterpipetten
(Luftpolster-Pipettenspitzen) haben keinen integrierten Kolben. Durch Verlagern des
Kolbens mittels der Antriebseinrichtung im Zylinder wird ein Luftpolster bewegt, um
Flüssigkeit in eine auf den Zapfen aufgeklemmte Pipettenspitze einzusaugen und aus
dieser auszustoßen. Nachteilig bei Luftpolsterpipetten sind Dosierfehler aufgrund
der Veränderung der Länge des Luftpolsters durch das Gewicht der eingesaugten Flüssigkeit
und die Einflüsse von Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit. Problematisch kann
auch eine Kontamination der Pipette durch Aerosole sein.
[0004] Direktverdrängerpipetten werden mit Pipettenspitzen mit integriertem Kolben (Direktverdränger-Pipettenspitzen)
gebraucht. Diese Art von Pipetten weist einen Zapfen zum Befestigen der Pipettenspitze
und eine mit dem integrierten Kolben (Spitzenkolben) koppelbare Antriebseinrichtung
zum Bewegen des Kolbens auf. Der Kolben kommt direkt in Kontakt mit der Flüssigkeit,
sodass die Auswirkungen eines Luftpolsters entfallen. Direktverdrängerpipetten eignen
sich insbesondere für die Dosierung von Flüssigkeiten mit hohem Dampfdruck, hoher
Viskosität oder hoher Dichte und Anwendungen in der Molekularbiologie, bei denen es
auf Aerosolfreiheit ankommt, um Kontaminationen zu vermeiden.
[0005] Luftpolster- oder Direktverdränger-Pipettenspitzen für den einmaligen Gebrauch oder
für Wiederverwendung bestehen aus Kunststoff oder aus Glas.
[0006] Bei der Direktverdrängerpipette Biomaster® 4830 der Eppendorf AG weist die Antriebseinrichtung
eine Hubstange zum Verlagern eines Kolbens in einer Pipettenspitze auf, die ein hohles
unteres Hubstangenteil und ein von oben in das untere Hubstangenteil eingeführtes
oberes Hubstangenteil aufweist. Das obere Hubstangenteil ist mit einem Bedienelement
verbunden, das aus dem oberen Ende des Pipettengehäuses heraussteht. Eine Pipettenspitze
Mastertip® der Eppendorf AG ist auf einen Zapfen der Pipette aufklemmbar. Durch Drücken
des Bedienenelementes kann die Hubstange nach unten verschoben werden, sodass ein
oberes Ende der Kolbenstange eines Spitzenkolbens der Pipettenspitze in das untere
Hubstangenteil eingepresst wird. Beim Verlagern der Hubstange nach unten bis zu einem
unteren Anschlag wird eine Federeinrichtung vorgespannt. Nach Entlastung des Bedienelementes
verlagert die Federeinrichtung die Hubstange bis zu einem oberen Anschlag, wobei der
Spitzenkolben mitgenommen wird und Flüssigkeit in die Pipettenspitze eingesaugt werden
kann. Die eingesaugte Flüssigkeit kann durch erneutes Drücken des Bedienelementes
bis zum unteren Anschlag abgegeben werden. Zum Lösen der Pipettenspitze muss der Anwender
mit erhöhter Kraft auf das Bedienelement drücken, sodass eine weitere Federeinrichtung
einfedert, das obere Hubstangenteil im unteren Hubstangenteil nach unten verlagert
wird, den Kolben aus dem unteren Hubstangenteil herausdrückt und die Pipettenspitze
vom Zapfen abdrückt.
[0007] Zum Lösen der Pipettenspitze von der Pipette muss die Federwirkung der Federeinrichtungen
überwunden werden. Dies kann für den Anwender ermüdend sein, insbesondere wenn die
Pipettenspitzen häufig ausgetauscht werden müssen. Ferner kann es beim Abgeben von
hochviskosen Flüssigkeiten und beim schnellen Abgeben von Flüssigkeiten aus der Pipettenspitze
vorkommen, dass die Pipettenspitze aufgrund des erhöhten Strömungswiderstandes in
der Spitzenöffnung von dem Zapfen abgelöst wird.
[0008] Die
EP 0 992 288 B1 beschreibt eine Pipette mit einer Abwurfeinrichtung für eine Pipettenspitze, in die
ein Zugmittel-Getriebe, Druckmittel-Getriebe oder Gelenk-Getriebe integriert ist.
Durch die Übersetzung des Getriebes legt die auf die Pipettenspitze wirkende Abwurfstange
einen geringeren Weg zurück, als die mit einem Abwurfknopf verbundene Antriebsstange,
sodass die Abwurfkraft größer ist als Kraft zum Betätigen der Abwurfeinrichtung. Die
Abwurfeinrichtung ist im Pipettengehäuse seitlich neben der Antriebseinrichtung für
die Verdrängungseinrichtung angeordnet, wodurch die Pipette ein großes Bauvolumen
hat. Die Pipette hat den Abwurfknopf zusätzlich zum Bedienknopf, sodass der Anwender
umgreifen muss, um nach dem Pipettieren die Pipettenspitze abzuwerfen.
[0009] Die
DE 103 55 914 B3 beschreibt eine Pipette mit einer Abwurfeinrichtung, die eine Axialbewegung des Betätigungsknopfs
in eine Axial- und Drehbewegung des Abwerfers bezüglich des Ansatzes umwandelt. Hierdurch
soll der Kraftaufwand für die Betätigung des Abwerfers verringert werden.
[0010] Die
EP 1 689 528 B1 beschreibt eine Pipette mit einem Spitzen-Entfernungsmechanismus, der ein Rampenglied
enthält, das drehbar ist, eine einen Kreis bildende Rampenoberfläche hat und ein oder
mehrere Segmente enthält, wobei die Rampenoberfläche in jedem Segment einen Hochpunkt
und einen Niedrigpunkt hat. Hierdurch soll beim Drehen der Rampenoberfläche über ein
einzelnes Segment ein Abwurfelement der Abwurfeinrichtung gezwungen werden, sich zuerst
gegen die Spitze zu bewegen und dann zurückzukehren. Die bekannte Abwurfeinrichtung
ist ebenfalls seitlich neben der Antriebseinrichtung angeordnet, wodurch das Bauvolumen
der Pipette groß ist. Zudem hat die Abwurfeinrichtung einen gesonderten Betätigungsknopf.
Dieser ist als elektrischer Taster ausgebildet, der einen Motor ansteuert, der über
ein Getriebe das Rampenglied dreht. Der bauliche Aufwand der Abwurfeinrichtung ist
groß.
[0011] Die
DE 27 11 124 C2 beschreibt eine Pipette, die über einen Bajonettverschluss mit einer Pipettenspitze
verbindbar ist. Die Pipettenspitze muss von Hand von der Pipette gelöst werden. Hierbei
kann es zu Kontaminationen kommen.
[0012] Die
DE 10 2006 036 764 B4 beschreibt eine Pipettenspitze, die ein Rastelement zum Verrasten mit einem Aufsteckschaft
und einen Dichtbereich zum Abdichten auf dem Aufsteckschaft aufweist. Im Bereich des
Rastelementes weist die Pipettenspitze eine durch mindestens einen in Axialrichtung
der Pipettenspitze verlaufenden Schlitz geschwächte Wand auf. Hierdurch kann das abdichtende
Fixieren der Pipettenspitze am Aufsteckschaft und das Lösen der Pipettenspitze vom
Aufsteckschaft erleichtert werden. Beim Pipettieren hochviskoser Flüssigkeiten und
beim schnellen Pipettieren kann die Pipettenspitze vom Schaft abgedrückt werden.
[0013] Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Pipette zur Verfügung
zu stellen, bei der die Kräfte für das Verbinden einer Pipettenspitze mit dem Zapfen
und für das Lösen der Pipettenspitze vom Zapfen verringert und dennoch die Pipettenspitze
hinreichend fest am Zapfen gehalten wird, sodass sie beim Pipettieren hochviskoser
Flüssigkeiten und beim schnellen Pipettieren nicht vom Zapfen abgelöst wird.
[0014] Die erfindungsgemäße Pipette für den Gebrauch mit einer Pipettenspitze umfasst:
- ein stangenförmige Pipettengehäuse,
- einen Zapfen am unteren Ende des Pipettengehäuses zum Halten einer Pipettenspitze,
der erste Mittel zum formschlüssigen Verbinden mit einer Pipettenspitze aufweist,
sodass eine Pipettenspitze, die zweite Mittel zum formschlüssigen Verbinden mit den
ersten Mitteln zum formschlüssigen Verbinden aufweist, unter elastischer Verengung
des Zapfens und/oder unter elastischer Aufweitung der Pipettenspitze vor ihrer formschlüssigen
Verbindung mit dem Zapfen auf den Zapfen aufschiebbar ist,
- eine Antriebseinrichtung zum Verlagern des Verdrängungselements zum Einsaugen einer
flüssigen Probe in eine auf dem Zapfen gehaltene Pipettenspitze und Ausstoßen der
Probe aus der Pipettenspitze,
- mindestens eine konzentrisch zum Zapfen angeordnete Sperrhülse, die in Richtung des
Zapfens im Pipettengehäuse verlagerbar geführt ist,
- wobei die mindestens eine Sperrhülse in eine Sperrstellung verlagerbar ist, in der
sie einen durch Aufschieben einer Pipettenspitze verengbaren Zapfen innen begrenzt
und/oder eine durch Aufschieben auf den Zapfen aufweitbare Pipettenspitze außen begrenzt,
wodurch die Sperrhülse ein Ablösen einer formschlüssig mit dem Zapfen verbundenen
Pipettenspitze vom Zapfen verhindert, und die Sperrhülse aus der Sperrstellung nach
oben verlagerbar ist, sodass der Zapfen und/oder die Pipettenspitze zumindest teilweise
freigegeben wird und die Pipettenspitze vom Zapfen ablösbar ist.
[0015] Bei der erfindungsgemäßen Pipette sind die ersten Mittel zum formschlüssigen Verbinden
und die zweiten Mittel zum formschlüssigen Verbinden zueinander komplementär ausgebildet,
sodass sie eine formschlüssige Verbindung miteinander eingehen, wenn die Pipettenspitze
eine bestimmte Position auf dem Zapfen einnimmt. Das Verbinden der Pipettenspitze
mit dem Zapfen dadurch erleichtert, dass der Zapfen durch das Aufschieben der Pipettenspitze
elastisch verengt und/oder die Pipettenspitze durch das Eindringen des Zapfens elastisch
aufgeweitet werden kann. Die elastische Verengung und/oder Aufweitung wird durch die
zwischen den ersten und zweiten den Mitteln zum formschlüssigen Verbinden beim Aufschieben
der Pipettenspitze auf den Zapfen wirkenden Kräfte bewirkt. Die elastische Verengung
und/oder elastische Aufweitung wird ganz oder teilweise rückgängig gemacht, wenn beim
Aufschieben die zweiten Mittel zum formschlüssigen Verbinden der Pipettenspitze die
formschlüssige Verbindung mit dem ersten Mittel zum formschlüssigen Verbinden des
Zapfens eingehen. Danach wird die mindestens eine Sperrhülse in die Sperrstellung
verlagert. Hierdurch wird die Pipettenspitze am Zapfen gesichert, da die Sperrhülse
in der Sperrstellung verhindert, dass der Zapfen elastisch verengt und/oder die Pipettenspitze
elastisch aufgeweitet wird, was zum Auflösen der formschlüssigen Verbindung zwischen
Zapfen und Pipettenspitze erforderlich ist. Zum Abwerfen der Pipettenspitze von der
Pipette wird die Sperrhülse aus der Sperrstellung entfernt, sodass sie den Zapfen
und/oder die Pipettenspitze zumindest teilweise freigibt und der Zapfen elastisch
verengt und/oder die Pipettenspitze elastisch aufgeweitet werden kann. Infolgedessen
ist mit geringem Kraftaufwand die formschlüssige Verbindung auflösbar und die Pipettenspitze
vom Zapfen lösbar.
[0016] Gemäß einer Ausführungsart der Erfindung weist der Zapfen mindestens einen in Längsrichtung
verlaufenden Schlitz auf und begrenzt die Sperrhülse in der Sperrstellung den Zapfen
innen und/oder ist die Sperrhülse ausgebildet, eine am oberen Ende mindestens einen
in Längsrichtung verlaufenden Schlitz aufweisende und formschlüssig mit dem Zapfen
verbundene Pipettenspitze in Sperrstellung außen zu begrenzen. Gemäß der ersten Variante
weist der Zapfen für die elastische Verengung mindestens einen in Längsrichtung verlaufenden
Schlitz auf. Hierbei kann der Zapfen aus einem hartelastischen oder weichelastischen
Material bestehen, beispielsweise aus einem Metall oder einem Kunststoff. Ein aus
einem weichelastischen Material, beispielsweise aus Silikonkautschuk, einem thermoplastischen
Elastomer oder Gummi, hergestellter Zapfen kann auch ohne Schlitz eine hinreichende
Elastizität für die elastische Verengung aufweisen. Gemäß der zweiten Variante weist
die Pipettenspitze für die elastische Aufweitung am oberen Ende mindestens einen in
Längsrichtung verlaufenden Schlitz auf. Hierbei kann die Pipettenspitze aus einem
hartelastischen Kunststoff bestehen, beispielsweise aus Polypropylen oder Polyethylen,
oder aus einem weichelastischen Kunststoff. Ferner ist es möglich, eine Pipettenspitze
zumindest am oberen Ende aus einem weichelastischen Material herzustellen, beispielsweise
aus Silikonkautschuk, einem thermoplastischen Elastomer oder aus Gummi, so dass sie
auch ohne Schlitz eine hinreichende Elastizität für die elastische Aufweitung aufweist.
Aus mehreren Materialien ist die Pipettenspitze durch Mehrkomponenten-Spritzguss herstellbar.
Hierbei können die verschiedenen Materialien formschlüssig und/oder chemisch miteinander
verbunden werden. Die Sperrhülse ist so ausgebildet, dass sie sich bei Belastung mit
einer radialen Kraft, die geeignet ist, den Zapfen elastisch zu verengen und/oder
die Pipettenspitze elastisch aufzuweiten, nicht verformt. Die Sperrhülse besteht z.B.
aus einem Metall oder aus einem hartelastischen oder starren Kunststoff.
[0017] Gemäß einer weiteren Ausführungsart ist die Sperrhülse mit einem vom Pipettengehäuse
vorstehenden und relativ zum Pipettengehäuse verlagerbaren ersten Bedienelement verbunden,
um durch Betätigen des ersten Bedienelementes die Sperrhülse nach unten in die Sperrstellung
und aus der Sperrstellung nach oben zu verlagern. Durch das erste Bedienelement wird
die Verlagerung des Sperrelementes in die Sperrstellung und aus der Sperrstellung
nach oben für den Anwender vereinfacht. Bei einer anderen Ausführungsart, die baulich
einfacher ist, ist die Sperrhülse nicht mit einem ersten Bedienelement verbunden,
sondern von Hand verlagerbar.
[0018] Gemäß einer weiteren Ausführungsart weist die Pipette eine Abwurfeinrichtung auf,
die eine Abwurfstange umfasst, die in Längsrichtung des Zapfens verlagerbar im Gehäuse
geführt ist und ein mit der Abwurfstange verbundenes zweites Bedienelement umfasst,
um die Abwurfstange zu verlagern, wobei die Abwurfeinrichtung ausgebildet ist, durch
Verlagern der Abwurfstange nach unten eine auf dem Zapfen gehaltene Pipettenspitze
vom Zapfen abzudrücken, wenn die Sperrhülse den Zapfen und/oder die Pipettenspitze
zumindest teilweise freigibt. Dies erleichtert das Abwerfen der Pipettenspitze durch
den Anwender und vermeidet Kontaminationen, insbesondere weil der Anwender die Pipettenspitze
nicht anfassen muss, um sie vom Zapfen zu lösen. Bei einer baulich einfachen Ausführungsart,
die keine Abwurfeinrichtung aufweist, kann der Anwender die Pipettenspitze von Hand
vom Zapfen lösen.
[0019] Gemäß einer weiteren Ausführungsart ist die Pipette eine Direktverdrängerpipette
oder eine Luftpolsterpipette.
[0020] Gemäß einer weiteren Ausführungsart ist (i.) bei Ausführung als Direktverdrängerpipette
die Abwurfstange innerhalb einer axialen Bohrung in einer Hubstange zum Verlagern
eines Spitzenkolbens in der Pipettenspitze angeordnet und mit dem unteren Ende oberhalb
einer Aufnahme der Hubstange für das untere Ende des Spitzenkolbens einer auf dem
Zapfen gehaltenen und mit dem Spitzenkolben in eine Durchgangsbohrung des Zapfens
eingreifenden Pipettenspitze angeordnet und (ii.) bei Ausführung als Luftpolsterpipette
in dem Pipettengehäuse eine Verdrängungseinrichtung mit einem von einem Antriebselement
der Antriebseinrichtung verlagerbaren Verdrängungselement vorhanden, die mit einer
Durchgangsbohrung des Zapfens verbunden ist, und ist das untere Ende der Abwurfstange
seitlich neben dem Zapfen angeordnet. Gemäß der ersten Variante (i.) wird der Abwurf
einer Pipettenspitze einschließlich eines Spritzenkolbens von einer Direktverdrängerpipette
und bei der zweiten Variante (ii.) der Abwurf einer Pipettenspitze von einer Luftpolsterpipette
erreicht.
[0021] Gemäß einer weiteren Ausführungsart ist die Sperrhülse und die Abwurfstange mit einer
Getriebeeinrichtung verbunden, welche das erste Bedienelement und das zweite Bedienelement
umfasst und ausgebildet ist, bei Betätigung zumindest eines Bedienelementes die Verlagerung
der Sperrhülse und der Abwurfstange in entgegengesetzten Richtung zu steuern, sodass
eine auf dem Zapfen gehaltene Pipettenspitze durch Verlagern der Abwurfstange nach
oben und der Sperrhülse nach unten an einem Ablösen vom Zapfen gehindert wird und
durch Verlagern der Sperrhülse nach oben und der Abwurfstange nach unten die Pipettenspitze
vom Zapfen ablösbar ist. Durch die Getriebeeinrichtung wird ein synchronisiertes Verlagern
der Sperrhülse und der Abwurfstange in entgegengesetzten Richtungen ermöglicht, um
entweder die Pipettenspitze sicher an der Pipette zu halten oder den gesicherten Halt
der Pipettenspitze aufzuheben und die Pipettenspitze von der Pipette abzulösen. Hierdurch
wird die Benutzung der Pipettenspitze durch den Anwender erleichtert.
[0022] Gemäß einer weiteren Ausführungsart ist die Getriebeeinrichtung ausgebildet, beim
Abdrücken einer Pipettenspitze zuerst die Sperrhülse nach oben zu verlagern und danach
durch Verlagerung der Abwurfstange nach unten die Pipettenspitze vom Ansatz abzudrücken.
Hierdurch kann erreicht werden, dass erst nach dem Auflösen des sicheren Halts der
Pipettenspitze an dem Zapfen die Pipettenspitze von dem Zapfen abgedrückt wird. Gemäß
einer anderen Ausführungsart drückt die Abwurfstange bereits gegen die Pipettenspitze,
wenn die Sperrhülse sich noch in Sperrposition befindet.
[0023] Gemäß einer weiteren Ausführungsart steuert dasselbe Bedienelement die Verlagerung
der Sperrhülse und die Verlagerung der Abwurfstange. Bei dieser Ausführungsart ist
das erste Bedienelement zugleich das zweite Bedienelement. Gemäß einer weiteren Ausführungsart
steuert dasselbe Bedienelement die Antriebseinrichtung. Gemäß einer weiteren Ausführungsart
treibt das Bedienelement die Antriebseinrichtung an.
[0024] Hierdurch wird eine Einhandbedienung der Pipette ohne Umgreifen ermöglicht. Gemäß
einer anderen Ausführungsart weist die Pipette ein Bedienelement zum Betätigen der
Sperrhülse und der Abwurfeinrichtung und ein von diesem Bedienelement verschiedenes
zusätzliches Bedienelement zum Steuern der Antriebseinrichtung auf.
[0025] Gemäß einer weiteren Ausführungsart ist die Getriebeeinrichtung ein Zahnradgetriebe,
das zwei Abtriebe mit einer ersten und einer zweiten abtriebsseitigen Zahnstange aufweist,
die mit der Sperrhülse und der Abwurfstange verbunden sind und das einen ersten Antrieb
mit einer ersten antriebsseitigen Zahnstange aufweist, die mit einem ersten Betätigungselement
verbunden ist, wobei die erste antriebsseitige Zahnstange über ein Antriebsritzel
und ein starr mit dem Antriebsritzel verbundenes erstes Abtriebsritzel mit der zweiten
abtriebsseitigen Zahnstange und über das Antriebsritzel, ein Zwischenzahnrad und ein
starr mit dem Zwischenzahnrad verbundenes zweites Abtriebsritzel mit der ersten abtriebsseitigen
Zahnstange verbunden ist. Diese Ausführungsart ermöglicht hohe Abwurfkräfte unter
Aufwendung kleiner Bedienkräfte.
[0026] Gemäß einer weiteren Ausführungsart weist die Getriebeeinrichtung einen zweiten Antrieb
mit einer zweiten antriebsseitigen Zahnstange auf, die an dem von dem ersten Bedienelement
entfernten Ende ein zweites Bedienelement aufweist, wobei die beiden antriebsseitigen
Zahnstangen auf verschiedenen Seiten mit demselben Antriebsritzel kämmen, um durch
wahlweises Betätigen eines der beiden Bedienelemente auf verschiedenen Seiten des
Pipettengehäuses die Bewegungen der Sperrhülse und der Abwurfstange zu steuern. Dadurch,
dass die Pipette durch Drücken auf ein Bedienelement auf unterschiedlichen Seiten
betätigt werden kann, wird die Bedienung der Pipette durch Links- und Rechtshänder
erleichtert.
[0027] Gemäß einer anderen Ausführungsart umfasst die Getriebeeinrichtung einen drehbar
im Pipettengehäuse gelagerten Kurventräger, an einer ersten Kurve am Umfang des Kurventrägers
geführtes erstes Abtastelement, dass von einer Abwurfstange vorsteht, die in Längsrichtung
des Zapfens verlagerbar im Pipettengehäuse geführt ist, ein an einer zweiten Kurve
am Umfang des Kurventrägers geführtes zweites Abtastelement, das von einer Steuerstange
vorsteht, die von der Sperrhülse nach oben vorsteht und gemeinsam mit der Sperrhülse
eine in Richtung des Zapfens Pipettengehäuse verlagerbar geführte Sperreinrichtung
bildet, und ein vom Pipettengehäuse vorstehendes und relativ zum Pipettengehäuse drehbares
Bedienelement. Der Kurventräger ist so ausgebildet, dass bei Anordnung des Bedienelements
in einer Ausgangsstellung die Sperrhülse in einer Sperrstellung den Zapfen innen begrenzt
und/oder die Pipettenspitze außen begrenzt, wodurch die Sperrhülse ein Ablösen einer
formschlüssig mit dem Zapfen verbunden Pipettenspitze vom Zapfen verhindert, und durch
Drehen des Bedienelements die Sperrhülse nach oben verlagerbar ist, sodass der Zapfen
und/oder die Pipettenspitze zumindest teilweise freigegeben wird und die Abwurfstange
die Pipettenspitze vom Zapfen abgerückt. Die Getriebeeinrichtung mit einem Kurventräger
kann so ausgebildet sein, wie in der parallelen europäischen Patentanmeldung vom heutigen
Tage derselben Anmelderin mit dem Titel "Pipette für den Gebrauch mit einer Pipettenspitze"
mit der Anmeldenummer
EP 19 150 808.4 beschrieben. Insoweit wird Bezug genommen auf die vorstehende Patentanmeldung, deren
Inhalt hiermit in die vorliegende Patentanmeldung aufgenommen wird.
[0028] Gemäß einer weiteren Ausführungsart weist die Antriebseinrichtung eine Übertragungsmechanik
auf, die ausgebildet ist, bei aufeinanderfolgenden Verlagerungen des Bedienelementes
nach unten, zwischen denen das Bedienelement nach oben verlagert wird, ein Antriebselement
der Antriebseinrichtung abwechselnd nach unten und nach oben zu verlagern. Diese Ausführungsart
ist vorteilhaft bei einem Bedienelement, das zum Antreiben der Antriebseinrichtung
in Längsrichtung des Zapfens verlagerbar ist. Bei der ersten Verlagerung des Bedienelementes
nach unten wird das Antriebselement aus einer oberen Stellung nach unten in eine untere
Stellung verlagert, bei der nachfolgenden Verlagerung des Bedienelementes nach oben
behält das Antriebselement seine untere Stellung bei und bei der darauf folgenden
Verlagerung des Bedienelementes nach unten wird das Antriebselement zurück in die
obere Stellung verlagert. Diese Abfolge kann beliebig oft wiederholt werden.
[0029] Gemäß einer weiteren Ausführungsart ist die Übertragungsmechanik zumindest teilweise
innerhalb eines als Drehhülse ausgebildeten Kurventrägers angeordnet. Dies ermöglicht
eine platzsparende Unterbringung.
[0030] Gemäß einer weiteren Ausführungsart weisen das Pipettengehäuse und die Getriebeeinrichtung
eine Magnetanordnung und/oder eine Federeinrichtung auf, die ausgebildet ist, das
Bedienelement selbsttätig in die Ausgangsstellung zu verlagern. Die Magnetanordnung
umfasst z.B. zwei Permanentmagneten oder einen Permanentmagneten und ein ferromagnetisches
Bauteil. Die Permanentmagneten bzw. das ferromagnetische Bauteil sind so am Pipettengehäuse
und an der Getriebeeinrichtung gehalten, dass sie das Bedienelement selbsttätig in
eine Ausgangsstellung verlagern, wenn sie einander näher kommen. Dies kann auch durch
eine Federeinrichtung erreicht werden, die vorgespannt wird, wenn die Getriebeeinrichtung
aus der Ausgangsstellung heraus verlagert wird und bestrebt ist, die Getriebeeinrichtung
in die Ausgangsstellung zurück zu verlagern.
[0031] Gemäß einer weiteren Ausführungsart ist konzentrisch zum Zapfen ein Abtastelement
vorhanden, das über eine Feder am Pipettengehäuse abgestützt ist und durch Aufschieben
einer Pipettenspitze auf den Zapfen vorspannbar ist, sodass sich beim Ablösen einer
Pipettenspitze vom Zapfen die Feder entspannt und das Abtastelement das Abdrücken
der Pipettenspitze vom Zapfen unterstützt. Das Abtastelement kann insbesondere ein
Abtastelement einer Abtasteinrichtung zum Abtasten des Kragens einer Pipettenspitze
sein, wie in der
EP 18 168 763.3 beschrieben. Insoweit wird Bezug genommen auf die vorstehende Patentanmeldung, deren
Inhalt hiermit in die vorliegende Anmeldung aufgenommen wird.
[0032] Gemäß einer weiteren Ausführungsart ist die Pipette eine Einkanalpipette oder eine
Mehrkanalpipette. Bei einer Mehrkanalpipette kann der Kurventräger die Abwurfstange
eines Mehrkanalabwerfers steuern.
[0033] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der anliegenden Zeichnungen eines Ausführungsbeispiels
erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine Direktverdrängerpipette mit auf dem Zapfen aufgesteckter Pipettenspitze teilweise
geschnitten in einer Perspektivansicht;
- Fig. 2
- geschlitzter Zapfen mit innen anliegender Sperrhülse derselben Direktverdrängerpipette
mit aufgesteckter Pipettenspitze in einer vergrößerten Perspektivansicht;
- Fig. 3
- dieselbe Anordnung in einer Seitenansicht;
- Fig. 4
- dieselbe Anordnung in einem Längsschnitt;
- Fig. 5
- Direktverdrängerpipette von Fig. 1 in einem Sprengbild;
- Fig. 6
- Direktverdrängerpipette von Fig. 1 in einem Sprengbild ohne Pipettengehäuse;
- Fig. 7
- Drehhülse mit der Abwurfstange und der Sperrhülse derselben Direktverdrängerpipette
in der Ausgangsstellung in einer Perspektivansicht;
- Fig. 8
- dieselbe Direktverdrängerpipette in der Ausgangsstellung teilweise geschnitten in
einer Seitenansicht;
- Fig. 9
- dieselbe Direktverdrängerpipette beim Pipettieren teilweise geschnitten in einer Seitenansicht;
- Fig. 10
- dieselbe Direktverdrängerpipette beim Abwerfen teilweise geschnitten in einer Seitenansicht;
- Fig. 11
- geschlitzte Pipettenspitze auf einem Zapfen einer anderen Direktverdrängerpipette
mit einer außen an der Pipettenspitze anliegenden Sperrhülse in einem Längsschnitt;
- Fig. 12
- ein Zahnradgetriebe zum Verlagern der Sperrhülse und der Abwurfstange einer Direktverdrängerpipette
in einer Perspektivansicht schräg von vorn;
- Fig. 13
- das Zahnradgetriebe in einer Perspektivansicht schräg von hinten.
[0034] In der vorliegenden Anmeldung beziehen sich die Angaben "oben" und "unten" sowie
"vertikal" und "horizontal" und davon abgeleitete Begriffe wie z.B. "oberhalb" und
"unterhalb", "aufrecht stehend" und "auf den Kopf gestellt" sowie "übereinander" auf
eine Anordnung der Pipette, bei der der Zapfen vertikal ausgerichtet ist und sich
am nach unten weisenden Ende des Pipettengehäuses befindet. Hinsichtlich der Pipettenspitze
beziehen sich diese Angaben auf eine vertikale Ausrichtung der Mittelachse der Pipettenspitze,
wobei die Spitzenöffnung unten und die Aufstecköffnung oben angeordnet ist.
[0035] Gemäß Fig. 1 weist eine als Direktverdrängerpipette ausgebildete Pipette 1 ein stangenförmiges
(z.B. zylindrisches) Pipettengehäuse 2 auf. Vom unteren Ende des Pipettengehäuses
2 steht ein hohlzylindrischer Schaft 3 nach unten vor. Vom unteren Ende des Schaftes
3 steht ein Zapfen 4 nach unten vor, der gemäß Fig. 1 und 4 eine Durchgangsbohrung
5 mit einem Durchgangsloch am unteren Ende aufweist. Der Innendurchmesser der Durchgangsbohrung
5 ist kleiner als der Innendurchmesser des Schaftes 3.
[0036] Der Zapfen 4 weist einen oberen Zapfenabschnitt 6 mit der Form eines Hohlzylinders
und darunter einen unteren Zapfenabschnitt 7 mit der Form eines Hohlkegels auf. Zwischen
dem oberen Zapfenabschnitt 6 und dem unteren Zapfenabschnitt 7 läuft auf dem äußeren
Umfang des Zapfens 4 eine Ringnut 8 um.
[0037] Der obere Zapfenabschnitt 6, die Ringnut 8 und der untere Zapfenabschnitt 7 bilden
erste Mittel zum formschlüssigen Verbinden 9 der Pipette mit einer Pipettenspitze.
[0038] Ferner weist der Zapfen 4 zwei in seiner Längsrichtung verlaufende Schlitze 10, 11
auf, die einander diametral gegenüberliegen. Die Schlitze 10, 11 erstrecken sich vom
unteren Ende über die gesamte Länge des Zapfens 4.
[0039] Gemäß Fig. 1, 5 und 6 ist im Pipettengehäuse 2 eine Antriebseinrichtung 12 vorhanden,
die ein Übertragungselement 13 in Form einer Übertragungsstange 14, eine Übertragungsmechanik
15 und ein Antriebselement 16 in Form einer Hubstange 17 umfasst. Ferner umfasst die
Antriebseinrichtung 12 ein Bedienelement 18 in Form eines Bedienhebels 19, der über
einen Steg 20 mit einer Trägerplatte 21 fest verbunden ist.
[0040] Gemäß Fig. 6 hat die Trägerplatte 21 eine ovaläre Form mit einem breiten gerundeten
Ende und einem schmalen gerundeten Ende, wobei der Bedienhebel 19 vom Rand des schmalen
gerundeten Endes vorsteht. Neben diesem Rand weist die Trägerplatte 21 einen ersten
gekrümmten Schlitz 22 auf, der etwa parallel zur Kontur des schmalen gerundeten Endes
verläuft. Ferner hat die Trägerplatte 21 in der Mitte des ersten gekrümmten Schlitzes
22 auf der Seite des schmalen gerundeten Endes eine rechteckige erste Randaussparung
23.
[0041] Gemäß Fig. 1 und 5 ist die Hubstange 17 ist von oben in den Schaft 3 und den Zapfen
4 hineingeführt. Gemäß Fig. 4 ist sie hohl und mit einem vom unteren Ende ausgehend
in Längsrichtung verlaufenden Längsschlitz 24 versehen. Durch den Längsschlitz 24
weist die Hubstange 17 einen C-förmigen Querschnitt auf. Ihr unteres Ende bildet eine
Aufnahme 25 für das obere Ende einer Kolbenstange.
[0042] Die Übertragungsmechanik 15 ist so ausgebildet, dass bei aufeinanderfolgenden Verlagerungen
des Bedienhebels 19 nach unten, zwischen denen der Bedienhebel 19 nach oben verlagert
wird, die Hubstange 17 abwechselnd nach unten und nach oben verlagert wird. Infolgedessen
kann durch Drücken des Bedienhebels 19 nach unten die Hubstange 17 aus einer oberen
Stellung in eine untere Stellung verlagert werden, behält die Hubstange 17 die untere
Stellung bei der nachfolgenden Verlagerung des Bedienhebels 19 nach oben bei und wird
die Hubstange 17 durch ein nachfolgendes Drücken des Bedienhebels 19 nach unten wieder
nach oben verlagert. Dies kann beliebig oft wiederholt werden.
[0043] Gemäß Fig. 1, 5 und 6 ist die Pipette 1 mit einer Abwurfeinrichtung 26 versehen.
Diese umfasst einen drehbar in Pipettengehäuse 2 gelagerten Kurventräger 27, der als
hohlzylindrische Drehhülse 28 ausgebildet ist. Die Drehhülse 28 ist beispielsweise
mit ihrem äußeren Umfang am inneren Umfang des Pipettengehäuses 2 drehbar gelagert
und am oberen und am unteren Ende zwischen Absätzen von Stufen am inneren Umfang des
Pipettengehäuses 2 abgestützt, sodass sie nicht in axialer Richtung im Pipettengehäuse
2 verlagerbar ist. Die Drehachse der Drehhülse 28 fällt mit der Längsachse des Pipettengehäuses
2 und der Längsachse des Zapfens 4 zusammen.
[0044] Die Drehhülse 28 hat an zwei diametral einander gegenüberliegenden Seiten zu ihrer
Drehachse parallele Aussparungen 29, 30, die sich vom oberen Rand der Drehhülse 28
aus erstrecken und in einem Abstand von ihrem unteren Rand enden. Unterhalb der Aussparungen
besteht die Drehhülse 28 somit aus einer kreisringförmigen Basis 31 und darüber besteht
sie aus zwei einander diametral gegenüberliegenden Sektoren 32, 33 eines Kreisringes,
welche die beiden Aussparungen 29, 30 seitlich begrenzen.
[0045] Auf dem äußeren Umfang der kreisförmigen Basis 31 der Drehhülse 28 sind eine erste
Kurve 34 und eine zweite Kurve 35 angeordnet. Die erste Kurve 34 ist als erste Nut
36 in Form eines umgedrehten (auf den Kopf gestellten) Y ausgebildet. Der vertikale
Teil 37 des Y erstreckt sich weit nach oben auf einem Sektor 32 bis kurz vor dem oberen
Rand des Sektors 32. Die zweite Kurve 35 ist eine zweite Nut 38 auf dem äußeren Umfang
der Basis 31 der Drehhülse 28 mit der Form eines aufrecht stehenden V. Die erste Kurve
34 und die zweite Kurve 35 sind um 90° zueinander versetzt auf dem Umfang der Drehhülse
angeordnet. Die erste Kurve 34 und die zweite Kurve 35 erstrecken sich jeweils über
einen Winkelbereich von weniger als 90° über den Umfang der Drehhülse 28.
[0046] Gemäß Fig.. 1, 5 und 6 umfasst die Abwurfeinrichtung 26 eine Abwurfstange 39, die
ein streifenförmiges oberes Abwurfstangenteil 40 und ein zylindrisches unteres Abwurfstangenteil
41 umfasst. Das obere und das untere Abwurfstangenteil 40, 41 sind parallel zueinander
und seitlich zueinander versetzt angeordnet. Das untere Ende des oberen Abwurfstangenteils
40 ist mit dem oberen Ende des unteren Abwurfstangenteils 41 über ein schräg zu den
beiden Abwurfstangenteilen geneigtes streifenförmiges Verbindungsstangenteil 42 verbunden.
Von der Innenseite des oberen Abwurfstangenteils 40 steht senkrecht ein erstes Abtastelement
43 in Form eines ersten Führungszapfens 44 vor. Die Abwurfstange 39 ist vorzugsweise
einteilig ausgebildet, beispielsweise aus einem steifen Kunststoff.
[0047] Gemäß Fig.. 1, 4 und 7 ist die Abwurfstange 39 mit dem Führungszapfen 44 in der ersten
Nut 36 geführt, durchgreift mit dem Verbindungsstangenteil 42 den Längsschlitz 24
der Hubstange 17 und erstreckt sich mit dem unteren Abwurfstangenteil 41 innerhalb
der Hubstange 17 bis kurz vor dem unteren Ende derselben.
[0048] Gemäß Fig. 1, 4, 5 und 6 umfasst die Pipette 1 eine Sperreinrichtung 45, die eine
Sperrhülse 46 und eine dazu parallele, streifenförmige Steuerstange 47 umfasst. Das
obere Ende der Sperrhülse 46 und das untere Ende der Steuerstange 47 sind über ein
zweites Verbindungsstangenteil 48 miteinander verbunden, das schräg zur Sperrhülse
46 und zur Steuerstange 47 geneigt ist. Von der Innenseite der Steuerstange 47 steht
ein zweites Abtastelement 49 in Form eines zweiten Führungszapfens 49.1 vor.
[0049] Gemäß Fig. 1 und 7 ist der zweite Führungszapfen 49.1 in der zweiten Nut 38 geführt.
Gemäß Fig. 1 und 4 ist die Sperrhülse 46 von oben in den Schaft 3 eingesetzt und liegt
an der Innenseite des Zapfens 4 an. Die Hubstange 17 und die Abwurfstange 39 sind
von oben in die Sperrhülse 46 eingesetzt.
[0050] Das Bedienelement 19 ist mit dem ersten gekrümmten Schlitz 22 auf den Sektor 32 der
Drehhülse 28 aufgeschoben, auf dem sich die erste Nut 36 erstreckt. Gemäß Fig. 1,
6 und 7 ist die Drehhülse 28 oben mit einem Stützring 50 verbunden, der die beiden
Sektoren32, 33 überbrückt und die Drehhülse 28 stabilisiert. Der Stützring 50 hat
am äußeren Rand einen nach unten vorstehenden Mantel 51, der die beiden Sektoren 32,
33 an den äußeren Rändern seitlich umfängt. Ferner weist er einen zweiten gekrümmten
Schlitz 52 auf, der den oberen Rand des Sektors 33 aufnimmt, der nicht mit einer Nut
36, 38 versehen ist. Auf der diametral gegenüberliegenden Seite ist an dem Mantel
51 eine nach unten geöffnete rechteckige zweite Randaussparung 52.1 vorhanden, die
ausgebildet ist, den Steg 20 zwischen Bedienhebel 19 und Trägerplatte 21 aufzunehmen.
[0051] Der Stützring 50 ist beispielsweise durch Kleben mit der Drehhülse 28 verbunden.
[0052] Die Drehhülse 28 und die Sperrhülse 46 sowie das Bedienelement 18 sind beispielsweise
aus einem oder mehreren steifen Kunststoffen und/oder aus Metall gefertigt. Die Drehhülse
28, der Stützring 50, das Bedienelement 18 und/oder die Sperrhülse 46 sind vorzugsweise
jeweils einteilig ausgebildet. Ein Bedienknopf des Bedienelementes 18 kann auch aus
einem elastischen oder weichelastischen Kunststoff oder Gummi hergestellt sein.
[0053] Der Bedienhebel 19 steht durch einen quer zur Längsachse des Pipettengehäuses 2 verlaufenden
ersten Gehäuseschlitz, der sich über einen Teil des Umfanges des Pipettengehäuses
2 erstreckt, aus dem Pipettengehäuse 2 heraus, sodass er von außen bedient werden
kann. Der erste Gehäuseschlitz ist in der Mitte mit einem in Längsrichtung des Pipettengehäuses
2 verlaufenden zweiten Gehäuseschlitz verbunden.
[0054] Der Bedienhebel 19 ist entgegen der Wirkung einer Federeinrichtung vom Stützring
50 aus entlang des zweiten Gehäuseschlitzes nach unten verlagerbar, wobei er mit dem
ersten gekrümmten Schlitz 22 auf dem Sektor 32 der Drehhülse 28 gleitet. Nach Entlastung
verlagert die Federeinrichtung den Bedienhebel 19 selbsttätig nach oben zurück.
[0055] Auf dem Schaft 3 ist außen ein hülsenförmiges drittes Abtastelement 53 geführt. Eine
Federeinrichtung in Form einer auf dem Schaft geführten Schraubenfeder 54 stützt sich
an der Unterseite des Pipettengehäuses 2 und an der Oberseite des dritten Abtastelementes
53 ab. Durch die Schraubenfeder 54 wird das dritte Abtastelement 53 von oben gegen
ein Anschlagelement auf dem Schaft 3 oder Zapfen 4 gedrückt.
[0056] Auf der Oberseite des Pipettengehäuses 2 ist ein Einstellknopf 55 zum Einstellen
eines Dosiervolumens angeordnet. Durch Drehen des Einstellknopfes 55 ist das Dosiervolumen
einstellbar. Ein darunter im Pipettengehäuse 2 angeordnetes Zählwerk 56 zeigt das
jeweils eingestellte Dosiervolumen an. Der Einstellknopf 55 und/oder das Zählwerk
56 ist mit der Übertragungsmechanik 15 gekoppelt. Die Übertragungsmechanik 15 ist
ausgebildet, entsprechend dem jeweils eingestellten Dosiervolumen den Hub der Hubstange
17 zu verändern, der durch die Verlagerung des Bedienelementes 18 nach unten ausgeführt
wird.
[0057] Gemäß Fig. 1 bis 4 ist auf den Zapfen 4 eine Pipettenspitze 57 aufgesteckt. Die Pipettenspitze
57 umfasst einen rohrförmigen Körper 58, der eine Spitzenöffnung 59 am unteren Ende,
einen eine Aufstecköffnung 60 aufweisenden Kragen 61 am oberen Ende und am inneren
Umfang des Kragens 61 einen Sitzbereich 62 zum Aufklemmen auf den Zapfen 4 aufweist.
Der Sitzbereich 62 hat eine zum Zapfen 4 komplementäre Kontur, die unten einen konischen
unteren Sitzabschnitt 63 zum Aufnehmen des konischen unteren Zapfenabschnittes 7,
darüber einen umlaufenden Wulst 64 zum Eingreifen in die Ringnut 8 des Zapfens 4 und
darüber einen zylindrischen oberen Sitzabschnitt 65 zum Aufnehmen des zylindrischen
oberen Zapfenabschnittes 6 aufweist. Der untere Sitzabschnitt 63, der Wulst 64 und
der obere Sitzabschnitt 65 bilden zweite Mittel zum formschlüssigen Verbinden 66 der
Pipettenspitze 57 mit der Pipette 1.
[0058] Unterhalb des Sitzbereiches 62 weist der rohrförmige Körper 58 einen zylindrischen
Kolbenlaufbereich 67 auf. Darunter hat der rohrförmige Körper 58 einen nach unten
sich verjüngenden Spitzenabschnitt 68 mit der Form eines Hohlkegelstumpfes. Der Spitzenabschnitt
68 ist in Fig. 4 gezeigt und in den übrigen Zeichnungen aus Vereinfachungsgründen
weggelassen. In dem rohrförmigen Körper 58 ist ein Spitzenkolben 69 eingesetzt. Dieser
umfasst einen Kolben 70, der in dem Kolbenlaufbereich 67 geführt ist. Von dem Kolben
70 steht eine Kolbenstange 71, die einen geringeren Durchmesser als der Kolben 70
aufweist, nach oben vor. Am oberen Ende weist die Kolbenstange 71 einen Kolbenkopf
72 auf. Der Kolbenkopf 72 ist gemäß Fig. 4 nach unten in die Aufnahme 25 des Hubkolbens
17 eingepresst.
[0059] Die Pipette 1 kann folgendermaßen verwendet werden:
Gemäß Fig. 1 und 8 ist in einem Ausgangszustand eine Pipettenspitze 57 an der Pipette
1 gehalten. Der Sitzbereich 62 ist insbesondere durch Eingreifen des Wulstes 64 in
die Ringnut 8 formschlüssig mit dem Zapfen 4 verbunden. Das Betätigungselement 18
befindet sich in der Ausgangsposition am oberen Ende des zweiten Gehäuseschlitzes,
in der in beiden Richtungen in den ersten Gehäuseschlitz hineindrehbar ist. Der maximale
Drehwinkel ist begrenzt durch die Ausdehnung der ersten und zweiten Nuten 36, 38 in
Umfangsrichtung oder den ersten Gehäuseschlitz, je nachdem, welche Ausdehnung geringer
ist.
[0060] Die Sperrhülse 46 ist gemäß Fig. 4 in der tiefsten Stellung angeordnet, sodass sie
ein unbeabsichtigtes Ablösen der Pipettenspitze 57 vom Zapfen 4 verhindert. Für die
Auflösung der formschlüssigen Verbindung wäre nämlich eine radiale Verengung des Zapfens
4 erforderlich, welche die Sperrhülse 46 in dieser Stellung nicht zulässt. In Abweichung
von Fig. 4 ist in der Ausgangsstellung der Spitzenkolben 69 noch nicht mit dem Kolbenkopf
72 in die Aufnahme 25 der Hubstange 17 eingepresst.
[0061] Zum Verbinden des Spitzenkolbens 69 mit der Hubstange 17 wird das Bedienelement 18
nach unten gedrückt. Diese Bewegung wird von der Übertragungsmechanik 15 auf die Hubstange
17 übertragen, sodass diese mit der Aufnahme 25 auf den Kolbenkopf 72 gepresst wird.
Dies ist in Fig. 4 gezeigt.
[0062] Nach Entlastung wird das Bedienelement 18 von einer Federeinrichtung zurück in seine
Ausgangsstellung gemäß Fig. 8 verlagert. Die Hubstange 17 und der Spitzenkolben 69
behalten die Positionen gemäß Fig. 4 bei.
[0063] Für die Aufnahme von Flüssigkeit wird die Pipette 1 mit dem unteren Ende der daran
gehalten Pipettenspitze 57 in eine Flüssigkeit eingetaucht. Danach wird das Bedienelement
18 erneut nach unten gedrückt. Diese Bewegung wird von der Übertragungseinrichtung
15 in eine Hubbewegung der Hubstange 17 umgesetzt. Infolgedessen wird der Spitzenkolben
69 nach oben verlagert. Hierbei nimmt der Kolbenkopf 72 die Abwurfstange 39 mit, sodass
der erste Führungszapfen 44 im vertikalen Teil 37 der Y-förmigen ersten Nut 36 nach
oben gleitet. Währenddessen behält die Sperrhülse 46 ihre Position bei. Dies ist in
Fig. 9 gezeigt.
[0064] Wenn das Bedienelement 18 den eingestellten Hub ausgeführt hat, ist die Pipettenspitze
57 mit einer bestimmten Flüssigkeitsmenge gefüllt. Danach wird das Bedienelement 18
entlastet und durch die Federeinrichtung zurück nach oben bis zur Anlage am Stützring
50 verlagert. Für die Abgabe dieser Flüssigkeitsmenge kann die Pipette 1 mit der Pipettenspitze
57 auf ein anderes Gefäß ausgerichtet werden. Durch erneutes Drücken des Bedienelementes
18 nach unten wird die Hubstange 17 nach unten verlagert und die Flüssigkeitsmenge
abgegeben. Hierbei gleitet der erste Führungszapfen 44 nach unten bis zum Knotenpunkt
der ersten Nut 36.
[0065] Der bei der Aufnahme und Abgabe von Flüssigkeit vom Bedienelement 18 ausgeführte
Hub hängt von der eingestellten Flüssigkeitsmenge ab.
[0066] Die Aufnahme und Abgabe von Flüssigkeit kann mehrfach durchgeführt werden.
[0067] Zum Abwerfen der Pipettenspitze 57 wird der Bedienhebel 18 in der Ausgangsstellung
nach rechts oder nach links geschwenkt. Hierdurch wird die Drehhülse 28 gedreht, sodass
die zweite Nut 38 den zweiten Führungszapfen 49.1 und damit die Sperrhülse 46 nach
oben verlagert, bis die Sperrhülse 46 den Zapfen 4 soweit freigegeben hat, dass dieser
radial nach innen verformbar ist. Hierfür wird vorzugsweise die Sperrhülse 46 aus
der Durchgangsbohrung 5 herausgezogen. Ferner wird durch das Drehen der Drehhülse
28 der erste Führungszapfen 44 in einem der beiden seitlichen Abschnitte des unteren
Teils der ersten Nut 36 nach unten verlagert, sodass die Abwurfstange 39 gegen den
Spitzenkolben 69 drückt, der unten am Spitzenabschnitt 68 abgestützt ist. Hierbei
übt der Wulst 64 eine radiale Kraft auf den Zapfen aus, sodass dieser verengt und
die formschlüssige Verbindung zwischen Pipettenspitze 57 und Zapfen 4 aufgelöst wird.
Hierdurch wird die Pipettenspitze 57 vom Zapfen 4 gelöst. Dies ist in Fig. 10 gezeigt.
Das Abstreifen der Pipettenspitze 57 vom Zapfen 4 kann noch durch das Abtastelement
53 unterstützt werden, das von der vorgespannten Schraubenfeder 54 gegen den oberen
Rand der Pipettenspitze 57 gedrückt wird.
[0068] Wenn die gebrauchte Pipettenspitze 57 vom Zapfen 4 gelöst ist, kann eine neue Pipettenspitze
57 mit dem Zapfen 4 verbunden werden. Hierfür kann die Pipette 1 mit dem Zapfen 4
in die Aufnahmeöffnung 68 einer in einem Träger bereitgehalten Pipettenspitze 57 eingeführt
werden. Hierbei wird das Abtastelement 53 nach oben verlagert und die Schraubenfeder
54 vorgespannt. Ferner drückt der Kolbenkopf 72 gegen die Unterseite der Abwurfstange
39, sodass der erste Führungszapfen 44 bis zur ersten Verzweigungsstelle der ersten
Nut 36 gleitet. Hierbei wird die Drehhülse 28 im Pipettengehäuse 2 gedreht, bis sich
das Bedienelement 18 in der Ausgangsstellung befindet. Zugleich gleitet hierbei der
zweite Führungszapfen 49.1 zum Tiefpunkt in der zweiten Nut 38. Hierdurch wird die
Sperrhülse 46 in die Sperrposition von Fig. 4 verlagert, in der sie ein Ablösen der
Pipettenspitze 57 vom Zapfen 4 verhindert.
[0069] Das Verbinden des Spitzenkolbens 69 mit der Hubstange 17 sowie das Pipettieren kann
in der zuvor beschriebenen Weise erfolgen.
[0070] Das Ausführungsbeispiel von Fig. 1 unterscheidet sich von dem zuvor beschriebenen
dadurch, dass die Sperrhülse 46 in der Sperrposition über den Außenumfang des Kragens
61 der Pipettenspitze 57 geschoben ist. Bei dieser Direktverdrängerpipette werden
Pipettenspitzen 57 verwendet, die mindestens einen vom oberen Ende ausgehenden Längsschlitz
aufweisen. Der Längsschlitz ermöglicht ein radiales Aufweiten der Pipettenspitze 57,
um die formschlüssige Verbindung der Pipettenspitze 57 mit dem Zapfen 4 herzustellen.
Die Auflösung der formschlüssigen Verbindung wird verhindert, wenn sich die Sperrhülse
57 in der Sperrposition befindet, wie in Fig. 11 gezeigt. Zum Ablösen der Pipettenspitze
57 von dem Zapfen 4 wird die Sperrhülse 46 wie bei dem zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel
mittels der Drehhülse 28 nach oben verlagert und dann durch Drücken gegen die Oberseite
des Spitzenkolbens 69 die Pipettenspitze 57 vom Zapfen 4 abgelöst.
[0071] Gemäß Fig. 12 und 13 ist eine Getriebeeinrichtung 73 zum Verlagern der Sperrhülse
46 und der Abwurfstange 39 als Zahnradgetriebe 74 ausgebildet. Das Zahnradgetriebe
74 weist zwei Abtriebe 75, 76 in Form von einer ersten und einer zweiten abtriebsseitigen
Zahnstange 77, 78 auf. Die erste abtriebsseitige Zahnstange 77 ist über die Steuerstange
47 mit der Sperrhülse (46) und die zweite abtriebsseitige Zahnstange 78 ist mit der
Abwurfstange 39 verbunden. Ferner weist die Getriebeeinrichtung 73 zwei Antriebe 79,
80 in Form von einer ersten und einer zweiten antriebsseitigen Zahnstange 81, 82 auf.
Die erste antriebsseitige Zahnstange 81 ist an einem Ende mit einem ersten Bedienelement
83 verbunden und die zweite antriebsseitige Zahnstange 82 ist an dem von dem ersten
Bedienelement 83 entfernten Ende mit einem zweiten Bedienelement 84 verbunden. Die
beiden antriebsseitigen Zahnstangen 81, 82 kämmen auf verschiedenen Seiten mit demselben
Antriebsritzel 85. Die erste und die zweite antriebsseitige Zahnstange 81, 82 sind
über das Antriebsritzel 85 und ein mit dem Antriebsritzel 85 starr verbundenes erstes
Abtriebsritzel 86 mit der zweiten abtriebsseitigen Zahnstange 78 und über das Antriebsritzel
85, ein Zwischenzahnrad 88 und ein starr mit dem Zwischenzahnrad verbundenes zweites
Abtriebsritzel 87 mit der ersten abtriebsseitigen Zahnstange 77 verbunden.
[0072] Das erste und das zweite Bedienelement 83, 84 sind auf verschiedenen Seiten des Pipettengehäuses
2 angeordnet.
[0073] Durch wahlweises Betätigen des ersten Bedienelementes 83 oder des zweiten Bedienelementes
84 kann die Bewegung der Sperrhülse 46 und der Abwurfstange 39 in verschiedenen Richtungen
gesteuert werden.
[0074] Die Getriebeeinrichtung 73 mit dem Zahnradgetriebe 74 kann anstatt der Getriebeeinrichtung
mit der Drehhülse 28 in dem Pipettengehäuse 2 angeordnet werden. Die Antriebseinrichtung
12 kann von dem Getriebeeinrichtung 73 getrennt werden, wobei für das Antreiben der
Antriebseinrichtung 12 ein gesondertes Bedienelement vorhanden sein kann, dass von
den beiden Bedienelementen 83, 84 der Getriebeeinrichtung 73 getrennt ist. Hierbei
kann es sich um ein Bedienelement 18 handeln, das durch einen in Längsrichtung des
Pipettengehäuses 2 verlaufenden Längsschlitz aus dem Pipettengehäuse 2 heraus steht
und in Richtung des Zapfens 4 verlagerbar ist. Das Bedienelement 18 kann über eine
Übertragungsmechanik 15, die ausgebildet ist, bei aufeinanderfolgenden Verlagerungen
des Bedienelements 18 nach unten, zwischen denen das Bedienelement 18 nach oben verlagert
wird, ein Antriebselement 16 der Antriebseinrichtung 12 abwechselnd nach unten und
nach oben zu verlagern.
Bezugszeichenliste:
[0075]
1 Pipette
2 Pipettengehäuse
3 Schaft
4 Zapfen
5 Durchgangsbohrung
6 oberer Zapfenabschnitt
7 unterer Zapfenabschnitt
8 Ringnut
9 erste Mittel zum formschlüssigen Verbinden
10 Schlitz
11 Schlitz
12 Antriebsrichtung
13 Übertragungselement
14 Übertragungsstange
15 Übertragungsmechanik
16 Antriebselement
17 Hubstange
18 Bedienelement
19 Bedienhebel
20 Steg
21 Trägerplatte
22 erster gekrümmter Schlitz
23 erste Randaussparung
24 Längsschlitz
25 Aufnahme
26 Abwurfeinrichtung
27 Kurventräger
28 Drehhülse
29 Aussparung
30 Aussparung
31 Basis
32 Sektor
33 Sektor
34 erste Kurve
35 zweite Kurve
36 erste Nut
37 vertikaler Teil
38 zweite Nut
39 Abwurfstange
40 oberes Abwurfstangenteil
41 unteres Abwurfstangenteil
42 Verbindungsstangenteil
43 erstes Abtastelement
44 Führungszapfen
45 Sperreinrichtung
46 Sperrhülse
47 Steuerstange
48 zweites Verbindungsstangenteil
49 zweites Abtastelement
49.1 zweiter Führungszapfen
50 Stützring
51 Mantel
52 zweiter gekrümmter Schlitz
52.1 zweite Randaussparung
53 drittes Abtastelement
54 Schraubenfeder
55 Einstellknopf
56 Zählwerk
57 Pipettenspitze
58 Körper
59 Spitzenöffnung
60 Aufstecköffnung
61 Kragen
62 Sitzbereich
63 unterer Sitzabschnitt
64 Wulst
65 oberer Sitzabschnitt
66 zweite Mittel zum formschlüssigen Verbinden
67 Kolbenlaufbereich
68 Spitzenabschnitt
69 Spitzenkolben
70 Kolben
71 Kolbenstange
72 Kolbenkopf
73 Getriebeeinrichtung
74 Zahnradgetriebe
75 Abtrieb
76 Abtrieb
77 erste abtriebsseitige Zahnstange
78 zweite abtriebsseitige Zahnstange
79 Antrieb
80 Antrieb
81 erste antriebsseitigen Zahnstange
82 zweite antriebsseitige Zahnstange
83 erstes Bedienelement
84 zweites Bedienelement
85 Antriebsritzel
86 erstes Abtriebsritzel
87 zweites Abtriebsritzel
88 Zwischenzahnrad
1. Pipette für den Gebrauch mit einer Pipettenspitze umfassend
• ein stangenförmiges Pipettengehäuse (2),
• einen Zapfen (4) am unteren Ende des Pipettengehäuses (2) zum Halten einer Pipettenspitze
(57), der erste Mittel zum formschlüssigen Verbinden (9) mit einer Pipettenspitze
(57) aufweist, sodass eine Pipettenspitze (57), die zweite Mittel zum formschlüssigen
Verbinden (66) mit den ersten Mitteln zum formschlüssigen Verbinden (9) aufweist,
unter elastischer Verengung des Zapfens (4) und/oder unter elastischer Aufweitung
der Pipettenspitze (57) vor ihrer formschlüssigen Verbindung mit dem Zapfen (4) auf
den Zapfen (4) aufschiebbar ist,
• eine Antriebseinrichtung (12) zum Verlagern eines Verdrängungselements (69) zum
Einsaugen einer flüssigen Probe in eine auf dem Zapfen (4) gehaltene Pipettenspitze
(57) und Ausstoßen der Probe aus der Pipettenspitze (57),
• mindestens eine konzentrisch zum Zapfen (4) angeordnete Sperrhülse (46), die in
Richtung des Zapfens (4) im Pipettengehäuse (2) verlagerbar geführt ist,
• wobei die mindestens eine Sperrhülse (46) in eine Sperrstellung verlagerbar ist,
in der sie einen durch Aufschieben einer Pipettenspitze (57) verengbaren Zapfen (4)
innen begrenzt und/oder eine durch Aufschieben auf den Zapfen (4) aufweitbare Pipettenspitze
(57) außen begrenzt, wodurch die Sperrhülse (46) ein Ablösen einer formschlüssig mit
dem Zapfen (4) verbundenen Pipettenspitze (57) vom Zapfen (4) verhindert, und die
Sperrhülse (46) aus der Sperrstellung nach oben verlagerbar ist, sodass der Zapfen
(4) und/oder die Pipettenspitze (57) zumindest teilweise freigegeben wird und die
Pipettenspitze (57) vom Zapfen (4) ablösbar ist.
2. Pipette nach Anspruch 1, bei der der Zapfen (4) mindestens einen in Längsrichtung
verlaufenden Schlitz (10, 11) aufweist und die Sperrhülse (46) in der Sperrstellung
den Zapfen (4) innen begrenzt und/oder bei der die Sperrhülse (46) ausgebildet ist,
eine am oberen Ende mindestens einen in Längsrichtung verlaufenden Schlitz aufweisende
und formschlüssig mit dem Zapfen (4) verbundene Pipettenspitze (57) in Sperrstellung
außen zu begrenzen.
3. Pipette nach Anspruch 1 oder 2, bei der die Sperrhülse (46) mit einem vom Pipettengehäuse
(2) vorstehenden und relativ zum Pipettengehäuse (2) verlagerbaren ersten Bedienelement
(83) verbunden ist, um durch Betätigen des ersten Bedienelementes (83) die Sperrhülse
(46) nach unten in die Sperrstellung und aus der Sperrstellung nach oben zu verlagern.
4. Pipette nach einem der Ansprüche 1 bis 3, die eine Abwurfeinrichtung (26) aufweist,
die eine Abwurfstange (39) umfasst, die in Längsrichtung des Zapfens (4) verlagerbar
im Pipettengehäuse (2) geführt ist und ein mit der Abwurfstange (39) verbundenes zweites
Bedienelement (84) umfasst, um die Abwurfstange (39) zu verlagern, wobei die Abwurfeinrichtung
(26) ausgebildet ist, durch Verlagern der Abwurfstange (39) nach unten eine auf dem
Zapfen (4) gehaltene Pipettenspitze (57) vom Zapfen (4) abzudrücken, wenn die Sperrhülse
(46) den Zapfen (4) und/oder die Pipettenspitze (57) zumindest teilweise freigibt.
5. Pipette nach Anspruch 4, wobei (i.) bei Ausführung als Direktverdrängerpipette die
Abwurfstange (39) innerhalb einer axialen Bohrung in einer Hubstange (17) zum Verlagern
eines Spitzenkolbens (69) in der Pipettenspitze (57) angeordnet ist und mit dem unteren
Ende oberhalb einer Aufnahme (25) der Hubstange (17) für das obere Ende des Spitzenkolbens
(69) einer auf dem Zapfen (4) gehaltenen und mit dem Spitzenkolben (69) in eine Durchgangsbohrung
(5) des Zapfens (4) eingreifenden Pipettenspitze (57) angeordnet ist und (ii.) bei
Ausführung als Luftpolsterpipette in dem Pipettengehäuse (2) eine Verdrängungseinrichtung
mit einem von einem Antriebselement (16) der Antriebseinrichtung (12) verlagerbaren
Verdrängungselement vorhanden ist, die mit einer Durchgangsbohrung (5) des Zapfens
(4) verbunden ist, und das untere Ende der Abwurfstange (39) seitlich neben dem Zapfen
(4) angeordnet ist.
6. Pipette nach Anspruch 4 oder 5, bei der die Sperrhülse (46) und die Abwurfstange (39)
mit einer Getriebeeinrichtung (73) verbunden sind, welche das erste Bedienelement
(83) und das zweite Bedienelement (84) umfasst und ausgebildet ist, bei Betätigung
zumindest eines Bedienelementes (83, 84) die Verlagerung der Sperrhülse (46) und der
Abwurfstange (39) in entgegengesetzten Richtungen zu steuern, sodass eine auf dem
Zapfen (4) gehaltene Pipettenspitze (57) durch Verlagern der Abwurfstange (39) nach
oben und der Sperrhülse (46) nach unten an einem Ablösen vom Zapfen (4) gehindert
wird und durch Verlagern der Sperrhülse (46) nach oben und der Abwurfstange (39) nach
unten die Pipettenspitze (57) vom Zapfen (4) ablösbar ist.
7. Pipette nach Anspruch 6, bei dem die Getriebeeinrichtung (73) ausgebildet ist, beim
Abdrücken einer Pipettenspitze (57) zuerst die Sperrhülse (46) nach oben zu verlagern
danach durch Verlagerung der Abwurfstange (39) nach unten die Pipettenspitze (57)
vom Ansatz (4) abzudrücken.
8. Pipette nach Ansprüche 6 oder 7, bei der dasselbe Bedienelement (83, 84) die Verlagerung
der Sperrhülse und die Verlagerung der Abwurfstange (39) steuert.
9. Pipette nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei der dasselbe Bedienelement die Antriebseinrichtung
(12) steuert.
10. Pipette nach einem der Ansprüche 6 bis 9, bei der die Getriebeeinrichtung (73) ein
Zahnradgetriebe (74) ist, das zwei Abtriebe (75, 76) mit einer ersten und einer zweiten
abtriebsseitigen Zahnstange (77, 78) aufweist, die mit der Abwurfstange und der Sperrhülse
verbunden sind und das einen ersten Antrieb (79) mit einer ersten antriebsseitigen
Zahnstange (81) aufweist, die mit einem ersten Bedienelement (83) verbunden ist, wobei
die erste antriebsseitige Zahnstange (81) über ein Antriebsritzel (85) und ein mit
dem Antriebsritzel (85) starr verbundenes erstes Abtriebsritzel (86) mit der zweiten
abtriebsseitigen Zahnstange (78) und über das Antriebsritzel (85), ein Zwischenzahnrad
(88) und ein starr mit dem Zwischenzahnrad (88) verbundenes zweites Abtriebsritzel
(87) mit der ersten abtriebsseitigen Zahnstange (77) verbunden ist.
11. Pipette nach Anspruch 10, bei der die Getriebeeinrichtung (73) einen zweiten Antrieb
(80) mit einer zweiten antriebseitige Zahnstange (82) aufweist, die an dem von dem
ersten Bedienelement (83) entfernten Ende ein zweites Bedienelement (84) aufweist,
wobei die beiden antriebsseitigen Zahnstangen (81, 82) auf verschiedenen Seiten mit
demselben Antriebsritzel (85) kämmen, um durch wahlweises Betätigen der verschiedenen
Bedienelemente (83, 84) auf verschiedenen Seiten des Pipettengehäuses (2) die Bewegungen
der Sperrhülse (46) und der Abwurfstange (39) zu steuern.