(19)
(11) EP 3 680 106 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
15.07.2020  Patentblatt  2020/29

(21) Anmeldenummer: 19151348.0

(22) Anmeldetag:  11.01.2019
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B41J 2/21(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(71) Anmelder: Heidelberger Druckmaschinen AG
69115 Heidelberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Krieger, Dr. Jan
    69124 Heidelberg (DE)
  • Schumann, Frank
    69118 Heidelberg (DE)

 
Bemerkungen:
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
 


(54) MN-DETEKTION IM DRUCKBILD


(57) Verfahren zur Bestimmung von Druckfehlern in einem Druckprozess, durchgeführt in einer Inkjet-Druckmaschine (7) zur Bearbeitung eines Druckauftrages, durch einen Rechner (9), wobei während des Druckprozesses erzeugte Druckprodukte (2) mit Hilfe eines Kamerasystems (10) erfasst und digitalisiert werden, das so erzeugte Kamerabild (13) einem Detektionsalgorithmus auf dem Rechner (9) zugeführt wird, bei erkannten Druckfehlern (14) eine Meldung an eine Maschinensteuerung (6) gesendet wird, welche dann gegebenenfalls das Druckprodukt (2) über eine Makulaturweiche ausschleust, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass der Detektionsalgorithmus Farbauszüge der Kamerabilder (13) separiert, in den Farbauszügen die Druckfehler (14) detektiert, Bilder der einzelnen Farbauszüge zu einem Kandidatenbild (21) verknüpft, das Kandidatenbild (21) filtert und abschließend die verbleibenden detektierten Druckfehler (14) in eine Liste einträgt und diese an die Maschinensteuerung (9) der Druckmaschine (7) sendet.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Überprüfung der Druckqualität einer Inkjetdruckmaschine mittels einer Kamera und eines Rechners.

[0002] Die Erfindung liegt im technischen Gebiet des Digitaldrucks.

[0003] Beim Betrieb von Inkjetdruckmaschinen kommt es zu spezifischen Druckfehlern, welche spezifisch für diesen Druckmaschinentyp sind. Am verbreitetsten sind sogenannte Whiteline-Fehler, die entstehen, indem einzelne Druckdüsen der verwendeten Inkjetdruckköpfe von ihrem gewünschten Standardverhalten abweichen. Überschreitet diese Abweichung bestimmte Grenzen, so werden die betreffenden Druckdüsen in der Regel deaktiviert, da sie das Druckbild stören. Allerdings erzeugt eine derart deaktivierte Druckdüse dann einen entsprechenden Whiteline-Fehler. Dieser wird so genannt, da er am deutlichsten im Falle einer einfarbig gedruckten Fläche hervortritt, da in diesem Fall das darunterliegende Drucksubstrat, was in der Regel weiß ist, hervortritt. Wird dagegen mit einer hellen Druckfarbe (z.B. Deckweiß) auf dunkel aussehendem Untergrund gedruckt, erscheinen die Fehler als sogenannte Darkline-Fehler. Aber auch in mehrfarbigen Bildbereichen, wo mehrere Druckdüsen verschiedener Druckköpfe die einzelnen Farbauszüge übereinander drucken, führt der Ausfall bzw. die Deaktivierung einer beteiligten Druckdüse zu entsprechenden Farbverzerrungen im zu erzeugenden Druckbild. Da die Druckdüsen linienartig in Druckrichtung Tinte abgeben, wird auch der erzeugte Druckfehler linienförmig, woraus sich der Begriff White-/Darkline-Druckfehler ergibt.

[0004] Die Ursachen für das Auftreten dieser Abweichungen im Betrieb von Druckdüsen können vielfältiger Natur sein. Ein Hauptproblem ist hierbei Eintrocknen der Tinte für den Fall, dass der entsprechende Druckkopf zu lange Zeit nicht benutzt wird und nicht sachgemäß im Ruhezustand zwischengelagert wird. Die eintrocknende Tinte verstopft dabei die Düsenaustrittsöffnung und führt somit zu einem abweichenden Druckpunkt der betreffenden Druckdüse bzw. im Extremfall sogar zum vollständigen Ausfall. In jedem Fall druckt die Druckdüse nicht mehr exakt da, wo der eigentliche Druckpunkt liegen sollte und auch die Druckstärke weicht von den eigentlich gewünschten Standardwerten ab. Neben eingetrockneter Tinte können auch das Eindringen von Staubpartikeln und ähnlichem Schmutz die Whiteline-Fehler hervorrufen.

[0005] Zum Auffinden dieser Whiteline-Fehler sind aus dem Stand der Technik mehrere Ansätze bekannt. Am Üblichsten ist sicherlich das Drucken von Testmustern und die Detektion der Whitelines über eine automatisierte Erfassung und Auswertung dieser Testmuster. Dieser Ansatz hat jedoch den Nachteil, dass das Drucken der Testmuster je nach Lage und Größe auf dem Drucksubstrat Makulatur verursacht. Daher existieren Verfahren, welche das erzeugte Druckbild selbst untersuchen und aus diesem Druckbild dann auftretende Whiteline-Fehler detektieren. Dies hat zudem den Vorteil, dass nur solche Whitelines, bzw. diese verursachende Druckdüsen, detektiert werden, die für das aktuell zu erzeugende Druckbild wirklich störend sind.

[0006] Die deutsche Patentanmeldung DE 2017 220361 A1 offenbart ein solches Verfahren zur Detektion und Kompensation von ausgefallenen Druckdüsen in einer Inkjet-Druckmaschine durch einen Rechner, welches das Drucken eines aktuellen Druckbildes, die Aufnahme des gedruckten Druckbildes durch einen Bildsensor und Digitalisierung des aufgenommenen Druckbildes durch den Rechner, das Addieren von digitalisierten Farbwerten des aufgenommenen Druckbildes jeder Spalte über die gesamte Druckbildhöhe und dividieren der aufsummierten Farbwerte durch die Anzahl der Pixel zum Erhalt eines Spaltenprofils, das Subtrahieren eines optimierten Spaltenprofils ohne ausgefallene Druckdüsen vom Original-Spaltenprofil zu einem Differenz-Spaltenprofil, das Setzen einer Schwelle für Maximalwerte deren Überschreiten eine ausgefallene Druckdüse definiert, das Anwenden dieser Schwelle für Maximalwerte auf das Differenz-Spaltenprofil, wodurch im resultierenden Spaltenprofil jedes Maximum eine ausgefallene Druckdüse markiert und das Kompensation der markierten Druckdüsen im anschließenden Druckprozess als Schritte des Verfahrens umfasst.

[0007] Nachteilig an diesem Verfahren ist jedoch, dass es in der Praxis nicht robust umzusetzen ist. Das Verfahren beruht darauf, dass es nur sehr geringe Unterschiede zwischen einem Referenzbild und einem Kamerabild gibt. Genau das ist aber in der Praxis nicht immer der Fall. Ursachen hierfür sind zum Beispiel falsch kalibrierte Kameras, ein nicht optimaler oder veralteter Weißabgleich, unterschiedliche Papiersorten oder nicht optimale Farben im Druckwerk. Zudem werden möglichst einfarbig belegte Bereiche im Druckbild für die Detektion der Whitelines verwendet, weshalb bei Druckbildern die solche Flächen nicht aufweisen, das Verfahren nur eingeschränkt verwendet werden kann.

[0008] Aus dem US-Patent US 9,944,104 B2 ist ein Whiteline-Inspektionssystem bekannt. Hier wird zur Detektion der Whitelines ein einfacher Grenzwertvergleich vorgeschlagen, der davon ausgeht, dass das zu überprüfende Motiv an der Stelle homogen ist. Für den Fall eines Bildes, auf das diese Bedingung nicht zutrifft, wird vorgeschlagen, dass das Signal durch Abziehen eines lokal ausgerichteten, aus Vorstufendruckdaten erzeugten Referenzbildes zu generieren. Es ist allerdings weiterhin eine Differenzbildberechnung notwendig.

[0009] Die Patentanmeldung EP 3300907A1 beschreibt dagegen, wie ein Whiteline-Detektionssystem durch Einsatz verschiedener Verfahren, je nach Drucksituation eine erhöhte Güte erreichen kann, insbesondere um zu vermeiden, dass schwache und damit unkritische Whitelines detektiert werden, oder zwar schlecht kompensierte, aber für das menschliche Auge unsichtbare Whitelines als Defekt erkannt werden. Wie in US 9,944,104 B2 ist auch hier ein Referenzbild-Erzeugungsschritt notwendig, um Referenzdaten zum Auffinden von Whitelines zu erzeugen, auf welchen man gerne verzichten würde.

[0010] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist somit, ein Verfahren zur Bestimmung von Druckfehlern in einem Druckprozess einer Inkjetdruckmaschine zu finden, welches effizienter ist und Druckfehler, insbesondere Whiteline-Fehler, besser und zuverlässiger ermittelt als die aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren.

[0011] Gelöst wird die Aufgabe durch ein Verfahren zur Bestimmung von Druckfehlern in einem Druckprozess, durchgeführt in einer Inkjet-Druckmaschine zur Bearbeitung eines Druckauftrages, durch einen Rechner, wobei während des Druckprozesses erzeugte Druckprodukte mit Hilfe eines Kamerasystems erfasst und digitalisiert werden, das so erzeugte Kamerabild einem Detektionsalgorithmus auf dem Rechner zugeführt wird, bei erkannten Druckfehlern eine Meldung an eine Maschinensteuerung gesendet wird, welche dann gegebenenfalls das Druckprodukt über eine Makulaturweiche ausschleust, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass der Detektionsalgorithmus Farbauszüge der Kamerabilder separiert, in den Farbauszügen die Druckfehler detektiert, Bilder der einzelnen Farbauszüge zu einem Kandidatenbild verknüpft, das Kandidatenbild filtert und abschließend die verbleibenden detektierten Druckfehler in eine Liste einträgt und diese an die Druckmaschine sendet. Der Kern des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht also darin, die Druckfehler direkt aus dem erzeugten Kamerabild des erfassten und digitalisierten Druckproduktes zu ermitteln. Die Druckfehler werden dabei direkt in den separierten Farbauszügen detektiert, da sich hier die Druckfehler leichter detektieren lassen als im zusammengesetzten Kamerabild. Wichtig ist dabei jedoch, dass die Druckfehler im erzeugten Kamerabild überhaupt zu erkennen sind. Ist beispielsweise die Auflösung des erzeugten Kamerabildes zu niedrig, so gehen die Informationen über die entsprechenden Druckfehler verloren und der gesamte Detektionsalgorithmus läuft ins Leere. Wichtig ist auch zu beachten, dass die Kamera üblicherweise RGB-Bilder liefert, so dass eine Separation der einzelnen Farbauszüge des erzeugten Kamerabildes natürlich einzelne RGB-Farbauszüge liefert und nicht CMYK-Farbauszüge, welche dem Farbraum der verwendeten Inkjetdruckmaschine entsprechen. Dies stellt jedoch kein Problem für das erfindungsgemäße Verfahren dar, da es vor allem auf die genaue Lage der entsprechenden Druckfehler ankommt, bzw. darauf, dass überhaupt die Druckqualität beeinträchtigenden Druckfehler zuverlässig detektiert werden. Welcher Farbauszug im Maschinenfarbraum, sprich welche Tinte und damit welcher Druckkopf, vom Düsenausfall betroffen ist, lässt sich vom Rechner durch entsprechende Farbraumtransformationen feststellen. Zur Verbesserung des Detektionsalgorithmus, werden zudem anschließend an die Detektion in den Farbauszügen die Bilder der einzelnen Farbauszüge wieder zu einem gemeinsamen Kandidatenbild verknüpft und dieses Bild dann noch einer weiteren Filterung unterzogen um sicherzugehen, dass auch wirklich nur zur Makulatur führende Druckfehler entsprechend detektiert werden. Um sich eine spätere Detektion der die Druckfehler verursachenden Druckdüsen vorzuhalten, werden sämtliche Spalten im Kandidatenbild, die einen detektierten Druckfehler enthalten, gekennzeichnet.

[0012] Vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildungen des Verfahrens ergeben sich aus den zugehörigen Unteransprüchen sowie aus der Beschreibung mit den zugehörigen Zeichnungen.

[0013] Eine bevorzugte Weiterbildung ist des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei, dass es sich bei den Druckfehlern um Whiteline- oder Darkline-Fehler verursacht von defekten Druckdüsen der Inkjet-Druckmaschine handelt. Der Algorithmus ist also in der Hauptsache für das Erkennen der bereits beschriebenen Whiteline-Fehler gedacht, da vor allem diese Druckfehler die Druckqualität des Druckprozesses so weit herabsetzen, dass es zur Makulatur kommt.

[0014] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung ist des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei, dass der Rechner in einem weiteren Verfahrensschritt, vor dem Senden an die Druckmaschine, aus der Liste von Whiteline- oder Darkline-Fehlern durch Anwendung eines spezifischen Testverfahrens Pseudo-Whiteline- oder Darkline-Fehler herausfiltert. Wichtig ist dabei, dass keine Falsch-positiv-Fehler vom Detektionsalgorithmus ausgegeben werden. Insbesondere dünne, helle Linien im zu erzeugenden Druckbild, wie z.B. Barcodes, sind sehr anfällig als Pseudo-Whitelines gekennzeichnet zu werden. Daher sollte der Detektionsalgorithmus in einem weiteren Verfahrensschritt mittels spezifischer Tests überprüfen, ob die detektierte White line auch wirklich eine echte White line ist, um somit auszuschließen, dass gewollte Druckbildbestandteile fälschlicherweise als Whiteline-Fehler detektiert werden und somit ungewollt zusätzliche Makulatur verursacht wird.

[0015] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung ist des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei, dass der Rechner aus der Liste der verbleibenden detektierten Whiteline- oder Darkline-Fehler, die ursächlichen defekten Druckdüsen ermittelt und davon abhängig über jeweils geeignete Kompensationsverfahren die Whiteline- oder Darkline-Fehler kompensiert. Obwohl das eigentliche Ziel des erfindungsgemäßen Verfahrens darin liegt, zielgenau Druckprodukte in der Form von Druckbögen zu erkennen, welche über derartige qualitätsmindernde Whiteline-Fehler verfügen, die aus dem erzeugten Druckbogen einen Makulaturbogen machen, können die vom Detektionsalgorithmus ermittelten Informationen über die Whiteline-Fehler selbstverständlich auch dazu verwendet werden, um die ursächlichen defekten Druckdüsen zu ermitteln und diese somit von einem geeigneten Kompensationsverfahren ausgleichen zu lassen. Die Kompensation der defekten Druckdüsen erlaubt es schließlich, ohne einen Druckkopfwechsel die betreffende Inkjetdruckmaschine weiter zur Abarbeitung des laufenden Druckauftrages zu verwenden.

[0016] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung ist des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei, dass der Rechner für das spezifische Testverfahren aus Vorstufendaten des Druckauftrages ein Referenzbild erstellt, auf dieses Referenzbild den Detektionsalgorithmus anwendet und so daraus Erkenntnisse über entweder erhaltene Kandidaten für Pseudo-Whiteline- oder Darkline-Fehler gewinnt und diese aus der Liste von Whiteline- oder Darkline-Fehlern entfernt oder über Bereiche im Kamerabild mit wahrscheinlichen Pseudo-Whiteline- oder Darkline-Fehler, auf die der Detektionsalgorithmus dann nicht angewendet wird. Am leichtesten lassen sich Pseudo-Whitelines detektieren, indem man aus Gut-Daten, z.B. den Vorstufendaten, ein Referenzbild erstellt und dann überprüft, ob sich in diesem Referenzbild die gefundene Struktur, die als White line detektiert wurde, ebenfalls befindet. Ist dem der Fall, handelt es sich logischerweise um eine Pseudo-Whiteline. Mit der Erkenntnis, eine solche gefunden zu haben, kann man nun auf zweierlei Weise umgehen. Man kann den gefundenen Pseudo-Whiteline-Fehler aus der Liste ganz einfach entfernen, was sicherlich die einfachste Vorgehensweise ist. Falls man aber vermeiden will, dass im fortlaufenden erfindungsgemäßen Verfahren derselbe Pseudo-Whiteline-Fehler wieder vom Detektionsalgorithmus gefunden wird, so ist es am besten, den Bereich im Kamerabild, in dem dieser Pseudo-Whiteline-Fehler aufgetreten ist, von der erfindungsgemäßen Detektion auszunehmen.

[0017] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung ist des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei, dass der Rechner das Referenzbild in mehreren Größen und/oder Auflösungen erstellt, den Detektionsalgorithmus entsprechend mehrfach auf die verschiedenen Referenzbilder anwendet und die daraus gewonnenen Erkenntnisse zusammenfasst und anwendet. Dieses Vorgehen erhöht die Zuverlässigkeit sowohl des Detektionsalgorithmus für die spezifische Kennzeichnung von Whitelines, als auch für die Bestimmung von Pseudo-Whiteline-Fehlern.

[0018] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung ist des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei, dass der Algorithmus auf solche Bereiche nicht angewendet wird, oder Ergebnisse aus solchen Bereichen ausgeschlossen werden, die sich durch eine hohe Variation der Grauwerte in einer begrenzten, lokalen Umgebung im Referenzbild auszeichnen. Solche Bereiche, wie z.B. Barcodes, sind besonders anfällig für die Detektion von Pseudo-Whiteline- oder Darkline-Fehlern und müssen daher von der Prüfung des Algorithmus' ausgenommen werden.

[0019] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung ist des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei, dass das Erstellen der Liste von Whiteline-oder Darkline-Fehlern über Spaltensummen im gefilterten Kandidatenbild erfolgt, mittels Anwendung eines Grenzwertes an die jeweils ermittelte Spaltensumme im Kandidatenbild. Echte störende Whiteline-/Darkline-Fehler erstrecken sich normalerweise über einen größeren Bereich des erfassten Kamerabildes. Um zu verhindern, dass auch nur ganz kleine, kurze Aussetzer der einzelnen Druckdüse zu einer Detektion eines Druckfehlers führen, obwohl diese eventuell gar nicht störend sind oder es sich gar um Pseudo-Whiteline-/Darkline-Fehler handelt, was bei sehr kurzen Whiteline-Fehlern sehr wahrscheinlich ist, werden nur solche Druckspalten im Kandidatenbild gekennzeichnet, in denen der ermittelte Druckfehler einen bestimmten Grenzwert überschreitet.

[0020] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung ist des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei, dass das Kandidatenbild der einzelnen Farbauszüge vom Rechner mittels einer mathematischen ODER-Operation verknüpft. Diese Art der Zusammensetzung der einzelnen Farbauszüge zum Kandidatenbild hat sich rechentechnisch als am Besten geeignet erwiesen.

[0021] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung ist des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei, dass die Filterung des Kandidatenbildes vom Rechner mittels morphologischer Operationen durchgeführt wird. Dies erlaubt insbesondere das Ausfiltern sehr kurzer Druckfehler bzw. White lines, die meist ohnehin Pseudo-Whitelines sind oder die Druckqualität des erzeugten Druckproduktes bzw. Druckbogens nicht so stark beeinflussen, dass hier eine Makulatur-Entscheidung getroffen werden muss.

[0022] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung ist des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei, dass der Detektionsalgorithmus vom Rechner mehrfach auf das erzeugte Kamerabild angewendet wird, wobei das Verfahren jeweils anders parametriert wird, um unterschiedlich ausgeprägte Darkline- oder Whiteline-Fehler zu detektieren und die Ergebnisse aller Farbauszüge aller Anwendungen des Verfahrens logisch miteinander verknüpft werden. Zusätzlich zur mehrfachen Anwendung des Detektionsalgorithmus auf mehrere Referenzbilder, was ein optionaler Verfahrensschritt des erfindungsgemäßen Verfahrens ist, kann der Detektionsalgorithmus auch mehrfach auf das erzeugte Kamerabild angewendet werden. Dies erhöht insbesondere die Genauigkeit des Detektionsalgorithmus beim Ausfiltern von Pseudo-Whiteline- oder Darkline-Fehlern, ist aber auch positiv für die Treffergenauigkeit beim Finden echter Whiteline- oder Darkline-Fehler.

[0023] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung ist des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei, dass für jeweils eine der unterschiedlich parametrierten Anwendungen des Verfahrens, das Kamerabild in jedem Pixel vorher auf einen maximalen Grauwert begrenzt wird. Dies hat den Vorteil, dass helle Ausreißer in Papierweiß-Bereichen, die den Mittelwert verfälschen könnten, ausgefiltert werden.

[0024] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung ist des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei, dass die Erzeugung des Kandidatenbildes eines Farbkanales durch Aufteilung des Bildes in horizontale Streifen erfolgt, wobei jeder Streifen durch eine geeignete Mittelung jeder seiner Spalte auf ein Zeilensignal reduziert wird, in dem dann Whitelines oder Darklines durch ein spezielles Suchverfahren gesucht werden und jede so ausgewertete Zeile eine Zeile des Whiteline-Kandidatenbildes ergibt. Dies ist eine wichtiges Merkmal des erfindungsgemäßen Verfahrens, da die White-/Darkline-Detektion mittels des Detektionsalgorithmus in diesen Streifen effizienter ist, als wenn der Algorithmus mit dem Gesamtbild arbeiten müsste.

[0025] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung ist des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei, dass der Rechner mittels des White- bzw. Darkline-Suchverfahrens eine Dark- oder Whiteline an einer Position durch Bewertung einer eingeschränkten Nachbarschaft um den betrachteten Pixel im Zeilensignal, erkennt. Die Einordnung, ob ein gefundener Fehler wirklich ein echter Whiteline- oder Darkline-Fehler geschieht mittels der Bewertung der unmittelbar benachbarten Pixel. Erst dadurch kann ein Pseudo-Whiteline- oder Darkline-Fehler ausgeschlossen werden.

[0026] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung ist des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei, dass das Suchverfahren zunächst das Zeilensignal mit verschiedenen Filterkernen faltet und die Ergebnisse durch Vergleich mit jeweils möglicherweise unterschiedlichen Grenzwerten in logische Signale umwandelt, die dann mit Hilfe einer logischen Verknüpfung in ein White- oder Darkline-Kandidaten-Zeilensignal umgewandelt wird.

[0027] Die Erfindung als solche sowie konstruktiv und/oder funktionell vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung werden nachfolgend unter Bezug auf die zugehörigen Zeichnungen anhand wenigstens eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher beschrieben. In den Zeichnungen sind einander entsprechende Elemente mit jeweils denselben Bezugszeichen versehen.

[0028] Die Zeichnungen zeigen:
Figur 1:
ein Beispiel des Aufbaus einer Bogen-Inkjet-Druckmaschine
Figur 2:
ein Beispiel eines zur Druckinspektion verwendeten Bilderfassungssystems
Figur 3:
ein Beispiel eines erfassten Kamerabildes
Figur 4:
ein Streifen des erfassten Kamerabildes
Figur 5:
ein Streifen des erfassten Kamerabildes mit markierten Whitelines
Figur 6:
ein vergrößerter Ausschnitt mit markierten Whitelines aus dem Streifen des erfassten Kamerabildes
Figur 7
aus Bildstreifen zusammengesetztes Bild mit markierten Whiteline-Kandidaten
Figur 8:
markierte Whiteline-Bereiche in einem Kamerabild
Figur 9:
Störung des Spaltenmittelwerts durch helle Papierweiß-Bereiche oder einzelne helle Pixel
Figur 10:
der schematische Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens


[0029] Das Anwendungsgebiet der bevorzugten Ausführungsvariante ist eine Inkjet-Druckmaschine 7. Ein Beispiel für den grundlegenden Aufbau einer solchen Maschine 7, bestehend aus Anleger 1 für die Zufuhr des Drucksubstrats 2, üblicherweise eines Druckbogens 2, in das Druckwerk 4, wo es von den Druckköpfen 5 bedruckt wird, bis hin zum Ausleger 3, ist in Figur 1 dargestellt. Dabei handelt es sich hier um eine Bogen-Inkjetdruckmaschine 7, welche von einem Steuerungsrechner 6 kontrolliert wird. Beim Betrieb dieser Druckmaschine 7 kann es, wie bereits beschrieben, zu Ausfällen einzelner Druckdüsen in den Druckköpfen 5 im Druckwerk 4 kommen. Folge sind dann White-/Darklines, bzw. im Falle eines mehrfarbigen Drucks, verzerrte Farbwerte. Ein Beispiel einer solchen White-/Darkline 9 in einem erfassten Kamerabild 8 ist in Figur 3 dargestellt.

[0030] Im Gegensatz zu aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren gestaltet sich im erfindungsgemäßen Verfahren die Einbettung der Detektionsmethode für die White-/Darklines 14 in den Gesamtablauf des Druckprozesses anders und erfordert auch keine Interaktion des Druckers 8 mehr. Der Gesamtablauf des Verfahrens in einer ersten, bevorzugten Ausführungsvariante ist schematisch in Figur 10 dargestellt:
  1. 1. Nach dem Druck wird der bedruckte Bogen mit Hilfe eines Kamerasystems 10, welches Teil eines Inline- Bilderfassungssystems 12 sein kann, digitalisiert. Figur 2 zeigt ein Beispiel für ein solches Bilderfassungssystem 12, welches das erfindungsgemäße Verfahren einsetzt. Es besteht aus mindestens einem Bildsensor 10, üblicherweise einer Kamera 10, welche in die Inkjet-Druckmaschine 7 integriert ist. Die mindestens eine Kamera 10 nimmt die von der Druckmaschine 7 erzeugten Druckbilder 13 auf und sendet die Daten an einen Rechner 6, 9 zur Auswertung. Dieser Rechner 6, 9 kann ein eigener separater Rechner 9 sein, z.B. ein oder mehrere spezialisierte Bildverarbeitungsrechner 9, oder auch mit dem Steuerungsrechner 6 der Druckmaschine 7 identisch sein. Mindestens der Steuerungsrechner 7 der Druckmaschine 7 besitzt ein Display 11, auf welchem die Ergebnisse der Bildinspektion dem Anwender 8 angezeigt werden. Bevorzugt wird für das im Folgenden beschriebene Verfahren der Bildverarbeitungsrechner 9 eingesetzt, auf welchem dann der Bildverarbeitungsalgorithmus läuft, welcher das erfindungsgemäße Verfahren ausführt. Das so erzeugte Kamerabild 13 hat dabei eine geringere Auflösung als der Druck. Üblich ist eine Kameraauflösung von 670dpi bei einer Druckauflösung von 1200dpi. Die Auflösung und Optik muss so gewählt sein, dass White-/Darklines 14 als 1-2 Kamerapixel breite, vertikale, aufgehellte Streifen erscheinen. Ist die Auflösung zu hoch, so kann das Bild 13 zunächst mit bekannten Verfahren der Bildverarbeitung auf passende Auflösung reduziert werden, insbesondere pyramidale Bildrepräsentationen können sich hier als nützlich erweisen.
  2. 2. Das Kamerabild 13 wird einem im Weiteren näher beschriebenen White-/Darkline-Detektionsalgorithmus zugeführt. Zusätzlich kann es parallel noch weiteren Auswertungen zugeführt werden.
  3. 3. Werden White-/Darklines 13 vom Detektionsalgorithmus erkannt, so werden diese vom Bildverarbeitungsrechner 9 an den Steuerungsrechner 6 der Druckmaschine 7 gemeldet, welche dann, zusammen mit anderen Daten der Druckmaschine 7, eine Makulaturentscheidung trifft und den bedruckten Bogen 2 eventuell über eine Makulaturschleuse ausschleust.
  4. 4. Optional können die gefundenen White-/Darklines 14 einer genaueren Auswertung unterzogen werden, um die defekte Düse zu identifizieren und diese Information zur Kompensation der defekten Düse zu nutzen.


[0031] Aus diesem Ablauf wird deutlich, dass eine schritthaltende Verarbeitung der Kamerabilder 13 für die Funktion des Gesamtsystems 12 essenziell ist.

[0032] Der bereits erwähnte Algorithmus zur White-/Darkline-Detektion wird hier nun im Gegensatz zum Stand der Technik nur auf das Kamerabild 13 angewendet. Figur 3 zeigt ein Beispiel eines Druckbogens 2 mit erfassten Kamerabildern 13, wobei eines einen White-/Darkline-Fehler 14 aufweist. Optional kann in einer weiteren Ausführungsvariante aber auch eine zusätzliche, nachgelagerte Filterung mit Hilfe eines Referenzbildes erfolgen. Dies wird im weiteren Verlauf der Beschreibung noch näher erläutert.

[0033] Die Grundlage des hier vorgestellten Detektionsalgorithmus bildet die Unterteilung des erfassten Kamerabildes 13 in horizontale Streifen 15, 15a, 15b. Der Algorithmus umfasst dabei folgende Schritte:
  1. 1. Separiere die RGB-Farbauszüge und für jeden Farbauszug C separat:

    1.1. Teile das Kamerabild 13 in ca. 1-10mm hohe Streifen 15, sh. Figur 4

    1.2. Jeder Streifen 15 wird in Laufrichtung des Bogens 2, also in y-Richtung, gemittelt. Es ergibt sich ein Signal Is(x) für den s-ten Streifen 15

    1.3. In jedem Streifen 15 werden White-/Darklines 14 separat detektiert, indem für jede x-Position ein Wahrheitswert berechnet wird:

    1.3.1. Als optionaler Schritt werden Pixel mit Grauwerten IC,s(x) > Gmax nicht berücksichtigt, da White-/Darklines 14 in hellen Bildbereichen nicht sichtbar werden.

    1.3.2. WLC(x,s) = (IC,s (x)- IC,s(x-1) > L) and ((IC,s(x)- IC,s(x+1)>L) or (IC,s(x) - IC,s (x+2) > L)) or (IC,s(x) - IC,s(x-2) > L) and ((IC,s(x) - IC,s(x+1) > L)) Dieser Ausdruck prüft, ob eine 1 oder 2 Pixel breite White-/Darkline 14 mit einer Aufhellung um mehr als L Graustufen besteht und schließt Kanten im Bild auf effektive Weise aus. Figur 5 und 6 zeigen jeweils einen Bildstreifen 15 mit erkannten White-/Darklines 14, welche mit einer entsprechenden Markierung 16 sind. Figur 6 zeigt dabei einen vergrößerten Ausschnitt 17 aus dem Streifen 15 mit Markierung 16 und White-/Darkline 14.

    1.4. So ergibt sich ein schwarz-weiß-Bild WLCC (x,y), in dem alle White-/Darkline-Kandidaten 14 vermerkt sind.

  2. 2. Die Bilder WLCC(x,y) der einzelnen Farbauszüge werden ODER-Verknüpft und ergeben dann ein einziges Kandidatenbild WLC(x,y) 21, welches beispielhaft in Figur 7 dargestellt wird. Es zeigt ein aus Bildstreifen 15 zusammengesetztes Bild 21 mit markierten White-/Darkline-Kandidaten 14.
  3. 3. Das Bild WLC(x,y) 21 kann nun noch mit morphologischen Operationen gefiltert werden. So erlaubt ein Erodieren mit einem Strukturelement SE der Form:

    010

    010

    sehr kurze White-/Darklines 14 auszufiltern. Die Höhe von SE kann variabel eingestellt werden und erlaubt es so eine Mindestlänge der zu detektierenden White-/Darklines 14 voreinzustellen.
  4. 4. Die gleiche Auswertung, wie in den Schritten 1-3 beschrieben kann in einem weiteren Ausführungsbeispiel parallel auf ein eventuell vorhandenes Referenzbild, welches als RGB-Bild, direkt vom RIP erzeugt wird, angewendet werden. Die sich daraus ergebenden White-/Darkline-Kandidaten WLCREF(x,y) 14 markieren Bereiche des Druckbildes, in denen falsch-positive White-/Darkline-Detektionen durch das Kundenmotiv wahrscheinlich sind. Diese Bereiche sollten aus WLC(x,y) 21 aus dem Kamerabild 13 entfernt werden. Dazu werden zunächst die Bereiche in WLCREF(x,y) mit Hilfe einer morphologischen Dilatation ausgeweitet. Dies entspricht einer Glättung von WLCREF(x,y). Danach wird WLC(x,y) 21 durch WLCREF(x,y) gefiltert:

            WLC(x,y) ← WLC(x,y) and (not WLCREF(x,y))

  5. 5. Abschließend werden alle Spalten CWL in WLC(x,y) 21 detektiert, die eine White-/Darkline 14 enthalten. Dies kann über einen Grenzwert minWLPerColumn an die Spaltensumme erfolgen und zwar als Kodierung: keine White-/Darkline = 0, White-/Darkline = 1 in WLC(x,y) 21, d.h. zählen der als White-/Darkline 14 markierten Einträge in WLC(x,y) 21:



[0034] Das erfindungsgemäße Verfahren kann zudem in weiteren bevorzugten Ausführungsformen angepasst werden:
  • So können die nachgelagerten Filter variiert werden.
  • Die Anzahl der der White-/Darkline-Kandidaten 14 muss eine Mindestanzahl pro Spalte erreichen um als White-/Darkline 14 gemeldet zu werden
  • Für den Helligkeitswert der Pixel wird ein Maximalwert definiert, damit sehr helle Pixel nicht den Mittelwert verfälschen. Denn eine White-/Darkline 14 hat keine sehr hellen Pixel in einem 670 dpi Kamerabild 13. D.h. alle Grauwerte im Bild > 50 werden auf 50 begrenzt;
  • Es wird geprüft. ob an den relevanten Stellen im Referenzbild starke Strukturen vorhanden sind, die schon im Referenzbild zu einer White-/Darkline-ähnlichen Struktur führen und deshalb im Kamerabild 13 ausgeblendet werden müssen. Dafür muss das Referenzbild nicht in der vollen Auflösung vorliegen, da nur eine grobe Abschätzung benötigt wird ob der Teilbereich des Referenzbildes strukturiert oder homogen ist; sh. Schritt 4.
  • Das oben beschriebene Verfahren kann zur schritthaltenden Anwendung auf einer Grafikkarte (GPU) als Rechenbeschleuniger implementiert werden.
  • Der beschriebene Detektionsalgorithmus kann als Teilkomponente des Bilderfassungssystems 12, welches die Bildinspektion durchführt, implementiert werden. Aus dem WLC(x,y)-Bild 21 können dann noch Daten für einen Report an den Bediener 8, bzw. Kunden abgeleitet werden, indem zusammenhängende Flächen (Blobs) im Bild 13 erkannt werden und in einem Übersichtsbild für den Bediener/-in 8 einer späteren Auswertung markiert werden. Figur 8 zeigt ein Beispiel für ein Kamerabild 13 mit markierten White-/Darkline-Bereichen 20 als Teil eines solchen Reports.


[0035] Allerdings wird bei diesen weiteren bevorzugten Ausführungsformen meist ein Referenzbild benötigt, was neben den bereits erwähnten Nachteilen die Bearbeitungsgeschwindigkeit beeinträchtigt. Der Einsatz eines Referenzbildes kann allerdings durch Vermeiden von falsch-positiv detektierten White-/Darklines 14 die Güte des Verfahrens weiter verbessern.

[0036] Das erfindungsgemäße Verfahren damit viele Vorteile gegenüber dem Stand der Technik auf. So gehen bei großen Farbabweichungen zwischen Sollbild und Kamerabild 13, z.B. bei einem falsch kalibrierten Workflow hinsichtlich Kameras 10, Weißabgleich, Papiersorte, kurze White-/Darklines 14 oft im Bild-/Signalrauschen unter. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird dieser Nachteil behoben. Auch muss bei aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren das Referenzbild in der vollen Auflösung in den Rechner 9 transportiert werden, z.B. mit 670 dpi. Das ist mit derzeitig vorhandenen technischen Mitteln nur unter Aufwendung hoher Kosten möglich. Da der hier vorgestellte Algorithmus ohne Referenzbild bzw. zumindest ohne hochaufgelöstes Referenzbild auskommt kann man diese Kosten einsparen. Schließlich ist für die Detektion grundlegend kein Referenzbild nötig, auch wenn es zur Vermeidung von falsch-positiven White-/Darkline-Detektionen durch im Kunden-Motiv enthaltene Strukturen eingesetzt werden kann. Es muss insbesondere zur Detektion von White-/Darkline-Kandidaten 14 kein direkter Vergleich von Referenz- und Kamerabild 13 mehr erfolgen.

[0037] Für das erfindungsgemäße Verfahren existiert zudem ein weiteres, besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel, welches das Verfahren noch weiter verbessert. Es wird hierfür folgender, auf der vorherigen Ausführungsvariante basierender zweistufiger Algorithmus vorgeschlagen:
In Stufe eins wird gezielt nach White-/Darkline-Kandidaten 14 gesucht:
Hierfür wird der in den vorherigen Ausführungsbeispielen vorgestellte Algorithmus mehrfach, mit unterschiedlichen Parametern, aufgerufen. Die Ergebnisse der Durchläufe des Algorithmus werden dann logisch verknüpft. Außerdem wird der Algorithmus in seinen Abläufen weiter verbessert. Dies geschieht wie folgt:
Der Algorithmus wird mehrfach auf das Kamerabild 13 des Bogens 2 angewendet. Bei den unterschiedlichen Anwendungen werden die Parameter wie folgt angepasst:
  1. 1. Das Kamerabild 13 wird in seinen Grauwerten/Farbkanalwerten komprimiert. Die Kompression wird so ausgeführt, dass Helligkeitswerte oberhalb einer Schwelle Smax auf den Schwellwert Smax begrenzt werden. Dies unterdrückt effektiv alle Strukturen im Bild 13, die heller als Smax sind. Damit werden in diesem Schritt White-/Darklines 14 in dunklen Flächen in homogenen und inhomogenen Bereichen sehr gut gefunden. Die Kompression wird vor dem ersten Schritt des vorherigen Ausführungsbeispiels ausgeführt.
  2. 2. Auch hier wird das Kamerabild 13 in seinen Grauwerten, bzw. Farbkanalwerten auf komprimiert. Die Kompression wird hier jedoch so ausgeführt, dass Helligkeitswerte oberhalb einer Schwelle Kmax (Kmax > Smax) auf den Schwellwert Kmax begrenzt werden. Die Kompression wird vor dem dritten Schritt des vorherigen Ausführungsbeispiels ausgeführt. Zusätzlich wird die lokale Homogenität des Bildes 13 berechnet, indem bei der Mittelung im zweiten Schritt des vorherigen Ausführungsbeispiels zum Mittelwert noch die Standardabweichung des Spaltensegments berechnet wird. Nur White-/Darklines 14 in relativ homogenen Flächen, d.h. bei einer Standardabweichung < σmax, werden in die Kandidatenliste aufgenommen. Diese Filterung kann im dritten Schritt des vorherigen Ausführungsbeispiels erfolgen. In diesem Ansatz werden White-/Darklines 14 in hellen, homogenen Flächen sehr gut gefunden. White-/Darklines 14 in hellen inhomogenen Bereichen sind für das menschliche Auge ohnehin nur schwer zu sehen und werden deshalb nicht berücksichtigt.


[0038] Beide Ergebnisse werden mit einem logisch ODER verknüpft und zu einer White-/Darkline-Kandidatenliste zusammengefasst. Auch komplexere Verknüpfungen mit weiteren Informationen sind optional denkbar.

[0039] Im zweiten Schritt des vorherigen Ausführungsbeispiels können zudem verschiedene Mittelungsverfahren, neben einem einfacher Mittelwertbildung, auf ein erzeugtes Bildsignal angewendet werden, die vorteilhafte Eigenschaften aufweisen. Dies sind z.B.:
  • Median statt Mittelwert; Vorteil ist hier, dass das Verfahren sehr robust auf Ausreißer reagiert
  • Mittelwert nur über Pixel, die einen maximalen Helligkeitswert Gmax,mean nicht überschreiten. Vorteil ist hier das Ausfiltern von hellen Ausreißern oder Papierweiß-Bereichen, die den Mittelwert verfälschen können. Dies ist beispielhaft in Figur 9 dargestellt. Gut ist hier die Störung des Spaltenmittelwerts im oberen und unteren Teil von Figur 9 durch helle Papierweiß-Bereich oder einzelne helle Pixel zu erkennen. Ein Problem stellt hier allerdings das Auftreten von Pseudo-White-/Darklines 14b, sowie ein mangelnder Kontrast des erfassten Druckbildes 13 dar.


[0040] Im mittleren Teil ist dabei das von der Kamera 10 erfasste Druckbild 13 mit einem White-/Darkline-Fehler 14 abgebildet. Aus diesem Druckbild 13 wird jeweils ein Streifen mit Text 15a und ein Streifen am Bildrand 15b ausgeschnitten, aus denen dann jeweils Bildsignale 18, 19 erzeugt werden. Im Bildsignal 18 des Streifens mit Text 15a erkennt man gut die genannte Auswirkung des White-/Darkline-Fehlers 14 im Signal in Form eines entsprechenden Peaks 14a im Signal 18. Zudem ist ein Peak eines Pseudo-White-/Darkline-Fehler 14b dargestellt, der sich aus der Textdarstellung ergibt. Gut zu erkennen ist, dass eine Unterscheidung im Bildsignal 18 zwischen echtem Peak eines White-/Darkline-Fehlers 14a und dem Peak 14b eines Pseudo-White-/Darkline-Fehlers 14b schwer zu unterscheiden ist, da die Mindestdetektionshöhe 19 von beiden Peaks 14a, 14b überschritten wird. Im unteren Teil sind zwei Bildsignale 18a, 18b für den Fall des erzeugten Signals für den Bildrand dargestellt. Hier wird die Mindestdetektionshöhe 19 nur im Signal mit verbessertem Kontrast 18a überschritten und die White-/Darkline 14 sicher erkannt. Im zweiten Signal mit niedrigen Kontrast 18b wird die Mindestdetektionshöhe 19 nicht überschritten und die White-/Darkline 14 entsprechend nicht erkannt.

[0041] Im dritten Schritt des vorherigen Ausführungsbeispiels werden White-/Darklines 14 über eine Schwelle L detektiert. Für diese Schwelle werden in diesem weiteren Ausführungsbeispiel zudem zwei weitere Verbesserungen gefunden:
  1. 1. Es werden zwei Schwellen verwendet, je nachdem ob eine 1-Pixel-breite, oder eine 2-Pixel-breite White-/Darkline 14 detektiert werden soll. Je nach Kamerauflösung kann es zudem auch sinnvoll sein, auch 3-, 4-, ... N-Pixel breite White-/Darklines 14 zu finden. Es müssen dann entsprechend mehr Schwellen angewendet werden. Der Detektions-Ausdruck aus dem dritten Schritt lautet dann mit den zwei Schwellen L1 und L2:

  2. 2. Die Schwelle kann von der lokalen Umgebung jedes Pixel x abhängig gemacht werden, sodass für White-/Darklines 14 in hellen Bildbereichen höhere Schwellen angewendet werden, als in Bildbereichen mit niedriger Helligkeit. Als Maß für die lokale Helligkeit können die Grauwerte in einer engen Umgebung um die Position x unter Ausschluss einer evtl. vorhandenen White-/Darkline 14 gemittelt werden. Alternativ kann ein gleitender Medianfilter auf IC,s(x) angewendet werden.


[0042] Als weitere vorteilhafte Verbesserung des vorherigen Ausführungsbeispiels kann der Algorithmus nicht auf ein RGB-Bild 13 angewendet werden, sondern das RGB-Bild 13 wird vorher mit einem geeigneten Verfahren in ein Graustufenbild umgerechnet, welches für White-/Darklines 14 einen möglichst guten Kontrast aufweist. Geeignete Transformations-Operationen hierfür sind:
  • Berechnung des Luminanz-Kanals aus dem Lab-Farbraum
  • Berechnung des Helligkeitswertes oder Sättigungswertes aus dem HSB-Farbraum
  • Mittelung der geeignet gewichteten RGB-Farbkanäle, auf das menschliche Auge angepasst


[0043] In Stufe 2 werden nun Pseudo-White-/Darklines 14b durch Anwendung eines oder mehrerer Filter aus den in Stufe eins ermittelten White-/Darkline-Kandidaten 14 herausgefiltert. Hierfür gibt es folgende Verbesserungen gegenüber dem vorherigen Ausführungsbeispiel:
Durch Anwendung eines Spaltenfilters auf die White-/Darkline-Kandidatenliste werden alle White-/Darkline-Kandidaten 14, die nicht mindestens die Anzahl Ncol,min weitere White-/Darkline-Kandidaten 14 in ein und derselben Bildspalte haben aus der White-/Darkline-Kandidatenliste entfernt. Die Idee hinter diesem Filter ist es, sehr kurze oder vereinzelt auftretende Fehldetektionen auszuschließen. Denn eine White-/Darkline 14 wird sich in den meisten realistischen Druckmotiven auf mehrere Bereiche einer Spalte auswirken, während Fehldetektionen nur lokal verstreut auftreten.

[0044] Der im vorherigen Ausführungsbeispiel in Schritt vier beschriebene Filter mit Hilfe des Referenzbildes wird auch hier mit allen oben beschrieben Modifikationen ausgeführt. Dabei wird als Verbesserung das Referenzbild vorher in seiner Größe angepasst. Ebenso kann es sinnvoll sein das Referenzbild in unterschiedlichen Auflösungen mehrfach zu verarbeiten und die Ergebnisse dieser Stufen vor der Ausfilterung zusammenzufassen. Dies simuliert den Qualitätsverlust auf dem "perfekten" Referenzbild durch das Kamerasystem 10 und erlaubt es so effektiv verschiedene Strukturen zu detektieren die zu White-/Darkline-artigen Strukturen im Kamerabild 13 führen können.

[0045] Das weitere, besonders bevorzugte Ausführungsbeispiel hat gegenüber dem vorherigen Ausführungsbeispiel besonders den zusätzlichen Vorteil, dass es eine höhere Erkennungsleistung von White-/Darklines 14 bei gleichzeitig geringerer Anzahl von Pseudo-White-/Darklines 14b aufweist. Hierfür ist jedoch eine Referenzbild-Auswertung notwendig ist, deren zusätzliche Verarbeitungsschritte zu längeren Rechenzeiten des verwendeten Rechners 6, 9 führen können. Die Entscheidung welches bevorzugte Ausführungsbeispiel verwendet wird, sollte also auf Basis der Anforderungen des spezifischen Anwendungsfalles geschehen. Druckaufträge bei denen die White-/Darkline-Detektion zeit- bzw. performancekritisch ist, sollten eher das erste vorgestellte Ausführungsbeispiel verwenden, während Druckaufträge bei deren Druckbildern es besonders auf eine gründliche Detektion von White-/Darklines 14 ankommt und/oder bei denen eine erhöhte Gefahr des Auftretens von Pseudo-White-/Darklines 14b existiert, eher auf das zweite vorgestellte Ausführungsbeispiel zurückgreifen sollten.

Bezugszeichenliste



[0046] 
1
Anleger
2
Drucksubstrat
3
Ausleger
4
Inkjet-Druckwerk
5
Inkjet-Druckkopf
6
Steuerungsrechner der Inkjet-Druckmaschine
7
Inkjet-Druckmaschine
8
Anwender
9
Bildverarbeitungsrechner
10
Bildsensor / Kamera
11
Display
12
Bilderfassungssystem
13
erfasstes Druckbild
14
Whiteline-/Darkline-Druckfehler
14a
Peak einer Whiteline-/Darkline in erzeugtem Bildsignal
14b
Peak einer Pseudo-Whiteline-/Darkline in erzeugtem Bildsignal
15
Streifen des erfassten Druckbildes
15a
Streifen eines erfassten Druckbildes mit Textinhalt
15b
Streifen eines erfassten Druckbildes am Bildrand
16
erkannte und markierte White-/Darklines
17
vergrößerter Ausschnitt aus dem Streifen des erfassten Druckbildes
18
erzeugtes Bildsignal aus dem Streifen des erfassten Druckbildes mit Textinhalt
18a
erzeugtes Bildsignal aus dem Streifen des erfassten Druckbildes am Bildrand
18b
erzeugtes Bildsignal aus dem Streifen des erfassten Druckbildes am Bildrand
19
Mindestdetektionshöhe einer White-/Darkline im erzeugten Bildsignal
20
markierte White-/Darkline-Bereiche#
21
aus Streifen zusammengesetztes Kandidatenbild



Ansprüche

1. Verfahren zur Bestimmung von Druckfehlern in einem Druckprozess, durchgeführt in einer Inkjet-Druckmaschine (7) zur Bearbeitung eines Druckauftrages, durch einen Rechner (9), wobei während des Druckprozesses erzeugte Druckprodukte (2) mit Hilfe eines Kamerasystems (10) erfasst und digitalisiert werden, das so erzeugte Kamerabild (13) einem Detektionsalgorithmus auf dem Rechner (9) zugeführt wird, bei erkannten Druckfehlern (14) eine Meldung an eine Maschinensteuerung (6) gesendet wird, welche dann gegebenenfalls das Druckprodukt (2) über eine Makulaturweiche ausschleust,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Detektionsalgorithmus Farbauszüge der Kamerabilder (13) separiert, in den Farbauszügen die Druckfehler (14) detektiert, Bilder der einzelnen Farbauszüge zu einem Kandidatenbild (21) verknüpft, das Kandidatenbild (21) filtert und abschließend die verbleibenden detektierten Druckfehler (14) in eine Liste einträgt und diese an die Maschinensteuerung (9) der Druckmaschine (7) sendet.
 
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass es sich bei den Druckfehlern (14) um Whiteline- oder Darkline-Fehler (14) verursacht von defekten Druckdüsen der Inkjet-Druckmaschine (7) handelt.
 
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rechner (9) in einem weiteren Verfahrensschritt, vor dem Senden an die Maschinensteuerung (9) Druckmaschine (7), aus der Liste von Whiteline- oder Darkline-Fehlern (14) durch Anwendung eines spezifischen Testverfahrens Pseudo-Whiteline- oder Darkline-Fehler (14b) herausfiltert.
 
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rechner (9) aus der Liste der verbleibenden detektierten Whiteline- oder Darkline-Fehler (14), die ursächlichen defekten Druckdüsen ermittelt und davon abhängig über jeweils geeignete Kompensationsverfahren die Whiteline- oder Darkline-Fehler (14) kompensiert.
 
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rechner (9) für das spezifische Testverfahren aus Vorstufendaten des Druckauftrages ein Referenzbild erstellt, auf dieses Referenzbild den Detektionsalgorithmus anwendet und so daraus Erkenntnisse über entweder erhaltene Kandidaten für Pseudo-Whiteline- oder Darkline-Fehler (14b) gewinnt und diese aus der Liste von Whiteline- oder Darkline-Fehlern (14) entfernt oder über Bereiche im Kamerabild (13) mit wahrscheinlichen Pseudo-Whiteline- oder Darkline-Fehlern (14b), auf die der Detektionsalgorithmus dann nicht angewendet wird.
 
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rechner (9) das Referenzbild in mehreren Größen und/oder Auflösungen erstellt, den Detektionsalgorithmus entsprechend mehrfach auf die verschiedenen Referenzbilder anwendet und die daraus gewonnenen Erkenntnisse zusammenfasst und anwendet.
 
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Algorithmus auf solche Bereiche nicht angewendet wird, oder Ergebnisse aus solchen Bereichen ausgeschlossen werden, die sich durch eine hohe Variation der Grauwerte in einer begrenzten, lokalen Umgebung im Referenzbild auszeichnen.
 
8. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Erstellen der Liste von Whiteline-oder Darkline-Fehlern (14) durch den Rechner (9) über Spaltensummen im gefilterten Kandidatenbild (21) erfolgt, mittels Anwendung eines Grenzwertes an die jeweils ermittelte Spaltensumme im Kandidatenbild (21).
 
9. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kandidatenbild (21) der einzelnen Farbauszüge vom Rechner (9) mittels einer mathematischen ODER-Operation verknüpft.
 
10. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Filterung des Kandidatenbildes (21) vom Rechner (9) mittels morphologischer Operationen durchgeführt wird.
 
11. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Detektionsalgorithmus vom Rechner (9) mehrfach auf das erzeugte Kamerabild (13) angewendet wird, wobei das Verfahren jeweils anders parametriert wird, um unterschiedlich ausgeprägte Darkline- oder Whiteline-Fehler (14) zu detektieren und die Ergebnisse aller Farbauszüge aller Anwendungen des Verfahrens logisch miteinander verknüpft werden.
 
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass für jeweils eine der unterschiedlich parametrierten Anwendungen des Verfahrens das erzeugte Kamerabild (13) in jedem Pixel vorher auf einen maximalen Grauwert begrenzt wird.
 
13. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Erzeugung des Kandidatenbildes (21) eines Farbkanales durch Aufteilung des erzeugten Kamerabildes (13) in horizontale Streifen (15) erfolgt, wobei jeder Streifen (15) durch eine geeignete Mittelung jeder seiner Spalte auf ein Bildsignal (18) reduziert wird, in dem dann White-oder Darklines (14) durch ein spezielles Suchverfahren gesucht werden und jede so ausgewertete Zeile eine Zeile des Whiteline-Kandidatenbildes (21) ergibt.
 
14. Verfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das White- oder Darkline-Suchverfahren eine Dark- oder Whiteline (14) an einer Position erkennt, durch Betrachtung einer eingeschränkten Nachbarschaft um den betrachteten Pixel im Bildsignal (18).
 
15. Verfahren nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Suchverfahren zunächst das Bildsignal (18) mit verschiedenen Filterkernen faltet und die Ergebnisse durch Vergleich mit jeweils möglicherweise unterschiedlichen Grenzwerten in logische Signale umwandelt, die dann mit Hilfe einer logischen Verknüpfung in ein White- oder Darkline-Kandidaten-Bildsignal umgewandelt wird.
 


Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.


1. Verfahren zur Bestimmung von Druckfehlern in einem Druckprozess, durchgeführt in einer Inkjet-Druckmaschine (7) zur Bearbeitung eines Druckauftrages, durch einen Rechner (9), wobei während des Druckprozesses erzeugte Druckprodukte (2) mit Hilfe eines Kamerasystems (10) erfasst und digitalisiert werden, das so erzeugte Kamerabild (13) einem Detelctionsalgorithmus auf dem Rechner (9) zugeführt wird, bei erkannten Druckfehlern (14) eine Meldung an eine Maschinensteuerung (6) gesendet wird, welche dann gegebenenfalls das Druckprodukt (2) über eine Makulaturweiche ausschleust,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Detektionsalgorithmus Farbauszüge der Kamerabilder (13) separiert, in den Farbauszügen die Druckfehler (14) detektiert, Bilder der einzelnen Farbauszüge zu einem Kandidatenbild (21) verknüpft, das Kandidatenbild (21) filtert und abschließend die verbleibenden detektierten Druckfehler (14) in eine Liste einträgt und diese an die Maschinensteuerung (9) der Druckmaschine (7) sendet.
 
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass es sich bei den Druckfehlern (14) um Whiteline- oder Darkline-Fehler (14) verursacht von defekten Druckdüsen der Inkjet-Druckmaschine (7) handelt.
 
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rechner (9) in einem weiteren Verfahrensschritt, vor dem Senden an die Maschinensteuerung (9) Druckmaschine (7), aus der Liste von Whiteline- oder Darkline-Fehlern (14) durch Anwendung eines spezifischen Testverfahrens Pseudo-Whiteline- oder Darkline-Fehler (14b) herausfiltert.
 
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rechner (9) aus der Liste der verbleibenden detektierten Whiteline- oder Darkline-Fehler (14), die ursächlichen defekten Druckdüsen ermittelt und davon abhängig über jeweils geeignete Kompensationsverfahren die Whiteline- oder Darkline-Fehler (14) kompensiert.
 
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rechner (9) für das spezifische Tastverfahren aus Vorstufendaten des Druckauftrages ein Referenzbild erstellt, auf dieses Referenzbild den Detektionsalgorithmus anwendet und so daraus entweder Erkenntnisse über erhaltene Kandidaten für Pseudo-White-Line- oder Dark-Line-Fehler (14b) gewinnt und diese aus der Liste von White-Line- oder Dark-Line-Fehler (14) entfernt oder daraus Erkenntnisse über Bereiche im Kamerabild (13) mit wahrscheinlichen Pseudo-White-Line- oder Dark-Line-Fehlern (14b) gewinnt und somit den Detektionsalgorithmus auf diese Bereiche im Kamerabild nicht anwendet.
 
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rechner (9) das Referenzbild in mehreren Größen und/oder Auflösungen erstellt, den Detektionsalgorithmus entsprechend mehrfach auf die verschiedenen Referenzbilder anwendet und die daraus gewonnenen Erkenntnisse zusammenfasst und anwendet.
 
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Algorithmus auf solche Bereiche nicht angewendet wird, oder Ergebnisse aus solchen Bereichen ausgeschlossen werden, die sich durch eine hohe Variation der Grauwerte in einer begrenzten, lokalen Umgebung im Referenzbild auszeichnen.
 
8. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Erstellen der Liste von Whiteline-oder Darkline-Fehlern (14) durch den Rechner (9) über Spaltensummen im gefilterten Kandidatenbild (21) erfolgt, mittels Anwendung eines Grenzwertes an die jeweils ermittelte Spaltensumme im Kandidatenbild (21).
 
9. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kandidatenbild (21) der einzelnen Farbauszüge vom Rechner (9) mittels einer mathematischen ODER-Operation verknüpft.
 
10. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Filterung des Kandidatenbildes (21) vom Rechner (9) mittels morphologischer Operationen durchgeführt wird.
 
11. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Detektionsalgorithmus vom Rechner (9) mehrfach auf das erzeugte Kamerabild (13) angewendet wird, wobei das Verfahren jeweils anders parametriert wird, um unterschiedlich ausgeprägte Darkline- oder Whiteline-Fehler (14) zu detektieren und die Ergebnisse aller Farbauszüge aller Anwendungen des Verfahrens logisch miteinander verknüpft werden.
 
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass für jeweils eine der unterschiedlich parametrierten Anwendungen des Verfahrens das erzeugte Kamerabild (13) in jedem Pixel vorher auf einen maximalen Grauwert begrenzt wird.
 
13. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Erzeugung des Kandidatenbildes (21) eines Farbkanales durch Aufteilung des erzeugten Kamerabildes (13) in horizontale Streifen (15) erfolgt, wobei jeder Streifen (15) durch eine geeignete Mittelung jeder seiner Spalte auf ein Bildsignal (18) reduziert wird, in dem dann White-oder Darklines (14) durch ein spezielles Suchverfahren gesucht werden und jede so ausgewertete Zeile eine Zeile des Whiteline-Kandidatenbildes (21) ergibt.
 
14. Verfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das White- oder Darkline-Suchverfahren eine Dark- oder Whiteline (14) an einer Position erkennt, durch Betrachtung einer eingeschränkten Nachbarschaft um den betrachteten Pixel im Bildsignal (18).
 
15. Verfahren nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Suchverfahren zunächst das Bildsignal (18) mit verschiedenen Filterkernen faltet und die Ergebnisse durch Vergleich mit jeweils möglicherweise unterschiedlichen Grenzwerten in logische Signale umwandelt, die dann mit Hilfe einer logischen Verknüpfung in ein White- oder Darkline-Kandidaten-Bildsignal umgewandelt wird.
 




Zeichnung

























Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente