[0001] Die Erfindung betrifft eine Türbedienanordnung mit einer Bedieneinheit und einer
mit der Bedieneinheit magnetisch gekoppelten Anzeigeeinheit. Die Bedieneinheit umfasst
eine erste Magnetanordnung, welche zwischen einer ersten Funktionsstellung und einer
zweiten Funktionsstellung um eine Drehachse drehbar gehalten ist. Weiterhin betrifft
die Erfindung eine mit einer solchen Türbedieneinheit versehene Tür.
[0002] Türbedienanordnungen dienen dazu, an einem Türblatt bestimmte Bedienfunktionen durchzuführen.
Diese können beispielsweise in einer Schließfunktion bestehen, welche üblicherweise
durch eine Drehbewegung eines Schließelementes mit einem Schlüssel oder einem Bediengriff
realisiert werden. Durch eine Drehbewegung kann die Bedieneinheit dann zwischen einer
Öffnungsstellung und einer Schließstellung hin und her bewegt werden.
[0003] Auch in Fällen, bei denen eine Bedienung nicht beidseitig vorgesehen ist, kann auf
der nicht-bedienenden Seite die Information, in welchem Funktionszustand sich die
Bedieneinheit befindet, von Interesse sein. Entsprechende Systeme sind beispielsweise
bei Schlössern von Innentüren üblich, welche besonders private Bereiche wie beispielsweise
Badezimmer oder Schlafzimmer verschließen. Hierfür ist ein Anzeigeelement vorgesehen,
welches anzeigt, ob sich das auf der gegenüberliegenden Seite des Türblatts befindliche
Schloss in einer geöffneten oder abgeschlossenen Funktionsstellung befindet. Das gattungsgemäße
System kann auch unabhängig von einer Schließfunktion eingesetzt werden, beispielsweise
um einen "besetzt"-Zustand auf die andere Türseite zu signalisieren, ohne dass hierbei
die Tür verriegelt ist.
[0004] Problematisch ist eine solche Informationsübertragung durch das Türblatt hindurch,
wenn dieses nicht oder nur mit großem Aufwand nachbearbeitet werden kann. Beispielsweise
ist es bei Ganzglastürblättern aus Sicherheitsglas nicht möglich, nachträglich Bohrungen
einzufügen. Hierzu ist aus
DE 20 2004 009 405 U1 ein System bekannt, bei dem der Schließzustand eines mechanischen Schlosses auf der
einen Türblattseite magnetisch auf ein Anzeigeelement der anderen Türblattseite übertragen
wird. Das dortige Anzeigeelement ist mittels Magneten an die Drehbewegung des Schlosses
gekoppelt, sodass anhand der Drehposition der gegenwärtige Schließzustand erkennbar
ist. Ferner ist dort eine Notentriegelung vorgesehen, bei der das Anzeigeelement mit
einem Münzschlitz gedreht werden kann. Durch magnetische Wechselwirkung wird das Schloss
mitgedreht, um dieses zu öffnen. Damit ausreichende Drehmomente erzeugt werden können,
um eine halbwegs zuverlässige Notentriegelung gewährleisten zu können, müssen die
Magneten mit verhältnismäßig großem Abstand zur Drehachse angeordnet werden. Eine
Verkleinerung des Bauraums ist nicht möglich.
[0005] Ein derartiges System lässt sich nur schlecht in besonders schmale Türgriffe als
Gehäuse des Anzeigeelementes integrieren. Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, den individuellen Platzbedarf der Türbedienanordnung zu reduzieren.
[0006] Lösung dieser Aufgabe und Gegenstand der Erfindung ist eine Türbedienanordnung nach
Patentanspruch 1 sowie eine Tür nach Patentanspruch 10. Bevorzugte Ausgestaltungen
sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0007] Ausgehend von der gattungsgemäßen Türbedienanordnung umfasst die Anzeigeeinheit erfindungsgemäß
eine zweite Magnetanordnung, welche durch magnetische Wechselwirkung mit der ersten
Magnetanordnung zwischen einer ersten Anzeigestellung und einer zweiten Anzeigestellung
in Richtung der Drehachse (Axialrichtung) verschiebbar ist. Hierbei weist die zweite
Magnetanordnung in Richtung der Drehachse in dem ersten Anzeigezustand eine erste
Distanz auf, welche sich von einer zweiten axialen Distanz im zweiten Anzeigezustand
unterscheidet. Da die Signalbewegung auf die Axialrichtung beschränkt ist, kann das
Anzeigeelement in radialer Richtung relativ zur Drehachse sehr filigran ausgestaltet
werden. Insbesondere ist die Integrierung in einen Türgriff ohne weiteres möglich.
[0008] Die erste Magneteinheit der Bedieneinheit ist insbesondere durch ein Bedienelement
drehbar. Dabei kann es sich vorzugsweise um ein (Zylinder-)Schloss oder einen Bediengriff
handeln. In einer bevorzugten Variante weist der Bediengriff eine zylindrische Bedienfläche
mit einer zumindest in Drehrichtung rutschhemmenden Oberfläche - insbesondere einer
Gummierung und/oder Riffelung - auf.
[0009] Bevorzugt ist die zweite Magnetanordnung mit einem Anzeigeelement gekoppelt, welches
an einer Außenfläche der Anzeigeeinheit in der ersten Anzeigestellung nicht sichtbar
ist und an der zweiten Anzeigestellung sichtbar ist. Die Außenfläche ist insbesondere
eine parallel zur Türfrontseite verlaufende Stirnfläche des Anzeigeelementes. Eine
derartige Anordnung lässt sich besonders einfach in einem Griff integrieren. Als nicht-sichtbar
ist das Anzeigeelement insbesondere dann anzusehen, wenn es gegenüber der Außenfläche
um einen Betrag zurückversetzt ist, welcher größer ist als die größte Erstreckung
in der Ebene der Außenfläche.
[0010] Besonders bevorzugt wird das Anzeigeelement durch einen Stift mit einer endseitigen
Stirnfläche gebildet, welche in der zweiten Anzeigestellung in der Außenfläche sichtbar
ist. Der Stift kann schmal und insbesondere mit rundem Querschnitt ausgebildet sein
und eine Breite (Durchmesser) von 5 bis 10 mm aufweisen.
[0011] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung umfasst die erste Magnetanordnung
einen senkrecht zu der Drehachse ausgerichteten ersten Magneten. Die zweite Magnetanordnung
umfasst einen senkrecht zu der Drehachse ausgerichteten zweiten Magneten. Der erste
Magnet und der zweite Magnet können insbesondere als Stabmagneten ausgebildet sein.
Deren Ausrichtung ergibt sich als Verbindungslinie zwischen dem Nord- und dem Südpol
des jeweiligen Magneten. Insbesondere kann die Ausrichtung auch durch das führende
Dipolmomente des durch den Magneten erzeugten Magnetfeldes beschrieben werden. Als
senkrecht ausgerichtet ist ein Magnet insbesondere dann anzunehmen, wenn seine Ausrichtung
mit der Drehachse einen Winkel von mehr als 80°, insbesondere mehr als 85° einschließt.
Die Ausrichtung des Magneten muss die Drehachse nicht schneiden, kann dies jedoch
in einer bevorzugten Variante tun.
[0012] Bei einer Ausführungsform mit einem senkrecht zur Drehachse ausgerichteten ersten
Magneten und einem senkrecht zur Drehachse ausgerichteten zweiten Magneten ergibt
sich bei einer gleichsinnigen Anordnung (wenn die Ausrichtung des ersten Magneten
und die Ausrichtung des zweiten Magneten jeweils projiziert auf eine Normalebene der
Drehachse einen Winkel zwischen 0° und 90° einschließen) eine magnetische Abstoßung
in der Axialrichtung. Andererseits wirken bei einer gegensinnigen Anordnung (relative
Ausrichtung in einem Winkel von 90° bis 180°) eine magnetische Anziehung der Axialrichtung.
Dies kann zur Verstellung der zweiten Magnetanordnung zwischen der ersten Anzeigestellung
und der zweiten Anzeigestellung genutzt werden. Zusätzlich ergibt sich stets auf beide
Magneten ein in Richtung der maximal gegensinnigen (antiparallelen) Anordnung wirkendes
Drehmoment.
[0013] Ein weiterer Vorteil dieser Ausbildung besteht darin, dass das aus dem ersten Magneten
und dem zweiten Magneten resultierende äußere Gesamtmagnetfeld bei einer gleichsinnigen
(insbesondere parallelen) Anordnung verstärkt und einer gegensinnigen (insbesondere
antiparallelen) Anordnung abgeschwächt ist. Dieser Effekt kann dazu verwendet werden,
eine Funktionseinheit, insbesondere ein Schloss zu betätigen.
[0014] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist die erste Magneteinheit in der ersten Funktionsstellung
in Kontakt mit einem ersten Anschlag. Aus der ersten Funktionsstellung ist die erste
Magneteinheit infolgedessen ausschließlich in einer ersten Drehrichtung drehbar. Ein
Weiterdrehen entgegen der ersten Drehrichtung ist nicht möglich. In der ersten Drehrichtung
ist ausgehend von der ersten Funktionsstellung ein Drehen bis zu einem zweiten Anschlag
möglich. In der zweiten Funktionsstellung wechselwirkt die erste Magneteinheit mit
dem zweiten Anschlag, sodass ein Weiterdrehen in der ersten Drehrichtung nicht mehr
möglich ist. Zwischen dem ersten Anschlag und dem zweiten Anschlag liegt ein Winkelbereich
von vorzugsweise 180°, in dem die erste Magneteinheit frei drehbar ist. Infolge einer
Drehung von 180° kann insbesondere die Polarität eines senkrecht zu der Drehachse
ausgerichteten ersten Magneten in der ersten Magneteinheit umgekehrt werden.
[0015] Besonders bevorzugt übt die zweite Magnetanordnung in der ersten Funktionsstellung
auf die erste Magnetanordnung ein entgegen der ersten Drehrichtung gerichtetes Drehmoment
aus. Ferner übt die zweite Magnetanordnung in der zweiten Funktionsstellung auf die
erste Magnetanordnung ein in der ersten Drehrichtung gerichtetes Drehmoment aus.
[0016] Dies führt dazu, dass die erste Magnetanordnung in Folge der magnetischen Wechselwirkung
mit der zweiten Magnetanordnung in den jeweiligen Endlagen gehalten wird.
[0017] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist die Türbedienanordnung zur Bedienung
einer Verriegelungseinheit eingerichtet. Die Verriegelungseinheit ist dabei aufgrund
des Magnetfelds der ersten Magnetanordnung und/oder der zweiten Magnetanordnung zwischen
einer Verriegelungsstellung und einer Freigabestellung bewegbar. Besonders bevorzugt
ist die Verriegelungseinheit dabei in eine Verriegelungsstellung bewegbar, wenn von
der ersten Magnetanordnung und der zweiten Magnetanordnung in Kombination ein besonders
starkes Magnetfeld ausgeht und in eine Freigabestellung, wenn von der ersten Magnetanordnung
und der zweiten Magnetanordnung kein oder lediglich ein schwaches Magnetfeld ausgeht.
Beim Öffnen der Tür verursacht die Bedieneinheit dann lediglich ein geringes magnetisches
Fernfeld, welches weniger Risiken - beispielsweise für Magnetkarten oder Medizinprodukte
wie beispielsweise Herzschrittmacher - verursacht.
[0018] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist die zweite Magnetanordnung in
einer axialen Position der ersten Anzeigestellung zwischen einem in einer zweiten
Drehrichtung wirksamen dritten Anschlag und einem entgegen der zweiten Drehrichtung
wirksamen vierten Anschlag drehbar an der Anzeigeeinheit gehalten. Die erste und die
zweite Drehrichtung können dabei gleichsinnig oder identisch sein. Die Drehung der
zweiten Magnetanordnung erfolgt dabei um eine zweite Drehachse, welche vorzugsweise
parallel zu der ersten Drehachse verläuft.
[0019] Sofern sich die zweite Magnetanordnung in der axialen Position der ersten Anzeigestellung
befindet, ist sie vorzugsweise zwischen dem dritten Anschlag und dem vierten Anschlag
frei verschwenkbar. In der ersten Anzeigestellung liegt die Magnetanordnung dabei
an dem dritten Anschlag an. Vorzugsweise wirkt dabei ein in Richtung des dritten Anschlags
wirksames magnetisches Drehmoment, welches durch die erste Magnetanordnung induziert
wird. Weiterhin bevorzugt ist die zweite Magnetanordnung in einer axialen Position
der zweiten Anzeigestellung nicht drehbar. Kleinere Drehbewegungen aufgrund des Passungsspiels
von nicht mehr als 5° sind hierbei unbeachtlich. Es ist vorgesehen, dass die erste
Magnetanordnung in der zweiten Funktionsstellung auf die zweite Magneteinheit (sowohl
in der ersten Anzeigestellung als auch in der zweiten Anzeigestellung ein entgegen
der zweiten Drehrichtung wirksames Drehmoment ausübt. Da die Drehbewegung in der zweiten
Anzeigestellung gesperrt ist, verbleibt die zweite Magnetanordnung in der zweiten
Anzeigestellung unbeweglich.
[0020] Wird die zweite Magnetanordnung durch manuelle Interaktion aus der zweiten Anzeigestellung
in die erste Anzeigestellung gebracht (während sich die erste Magnetanordnung in der
zweiten Funktionsstellung befindet), wird hierdurch die Drehsperre entgegen der zweiten
Drehrichtung freigegeben. Aufgrund des wirkenden Drehmoments bewegt sich die zweite
Magnetanordnung im Rahmen des durch den dritten Anschlag und den vierten Anschlag
vorgegebenen Winkelbereichs entgegen der zweiten Drehrichtung. Die Orientierung der
ersten Magnetanordnung und der zweiten Magnetanordnung begeben sich somit in eine
Konfiguration, in der die erste Magnetanordnung und die zweite Magnetanordnung zunehmend
gleichsinnig ausgerichtet sind und das äußere Magnetfeld durch Schluss der Feldlinien
abgeschwächt wird.
[0021] Bei Ausführungsvarianten mit einem ersten und einem zweiten senkrecht zur Drehachse
ausgerichteten Stabmagneten kann die zweite Magnetanordnung sich bevorzugt so ausrichten,
dass die beiden Magneten zueinander (nahezu) antiparallel ausgerichtet sind. Das magnetische
Gesamtfeld wird somit reduziert. Infolgedessen kann ein entsprechend ausgebildetes
Schließelement freigegeben werden. Hierdurch ergibt sich die Möglichkeit einer magnetischen
Notentriegelung. Direkte mechanische Wechselwirkung mit der ersten Magnetanordnung
ist nicht notwendig. Diese kann in der zweiten Funktionsstellung verbleiben.
[0022] Gegenstand der Erfindung ist auch eine Tür mit einem zwischen einer eine Türöffnung
zumindest teilweise freigebenden Öffnungsstellung und einer die Türöffnung verschließenden
Schließstellung bewegbaren Türblatt. Das Türblatt kann ohne Beschränkung der Erfindung
sowohl als Schwenk- als auch als Schiebetürblatt ausgebildet sein. Das Türblatt erstreckt
sich in einer Höhenrichtung, in einer Seitenrichtung und einer Dickenrichtung. Die
Erstreckung des Türblatts in der Dickenrichtung ist deutlich geringer als in der Höhen-
und in der Seitenrichtung (zumindest um einen Faktor 10).
[0023] Im Rahmen der Erfindung ist an der Tür eine zuvor beschriebene Türbedienanordnung
vorgesehen. Dabei ist die Bedieneinheit an einer ersten Frontfläche des Türblattes
angeordnet und die Anzeigeeinheit auf einer zweiten Frontfläche des Türblattes, welche
der ersten Frontfläche der Dickenrichtung gegenüberliegt. Das Türblatt füllt somit
den Zwischenraum zwischen der Bedieneinheit und der Anzeigeeinheit in der Dickenrichtung.
Bedieneinheit und Anzeigeeinheit sind dabei in Draufsicht der Dickenrichtung einander
überlappend angeordnet. Bei der erfindungsgemäßen Tür ist die Übertragung des Funktionszustands
der Bedieneinheit (und gegebenenfalls eine Notentriegelung) durch das Türblatt hindurch
allein auf magnetischem Wege möglich. Eine direkte Verbindung zur mechanischen Kopplung
ist nicht notwendig.
[0024] Besonders bevorzugt ist das Türblatt zumindest im Bereich der Bedieneinheit und der
Anzeigeeinheit durchgängig ausgebildet. Öffnungen oder Ausnehmungen sind in diesem
Bereich nicht notwendig, da die Kopplung magnetisch erfolgt.
[0025] Ganz besonders geeignet ist die erfindungsgemäße Tür für Türblätter, welche als Ganzglastürblatt
ausgebildet ist. Glastürblätter lassen sich nur unzureichend nachträglich bearbeiten.
Es ist daher im hohen Maße vorteilhaft ein unterbrechungsfreies Ganzglastürblatt vorzusehen,
an dem Bedieneinheit und die Anzeigeeinheit festgeklebt werden können. Zur zusätzlichen
Vermeidung unnötiger Unterbrechung des Ganzglastürblattes können die Bewegungselemente
zur Bewegung zwischen Öffnungsstellung und der Schließstellung - Türbänder bzw. Laufrollen
- klemmend an dem Ganzglastürblatt befestigt sein.
[0026] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung weist die Tür eine Verriegelungseinheit auf.
Die Verriegelungseinheit ist dabei durch magnetische Wechselwirkung mit der Türbedienanordnung
zwischen einem das Türblatt in der Schließstellung verriegelnden Sperrzustand und
einem das Türblatt freigebenden Freigabezustand umschaltbar. Aufgrund der magnetischen
Wechselwirkung kann die Verriegelungseinheit berührungslos und beabstandet sowohl
zu der Bedieneinheit als auch zu der Anzeigeeinheit angeordnet sein.
[0027] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist die Verriegelungseinheit in einer
die Türöffnung umrandenden Zarge angeordnet. Hierdurch können die Anbauteile des Türblattes
- insbesondere Ganzglastürblattes - weiter reduziert werden. Somit ist ein besonders
filigranes Erscheinungsbild möglich. Ein unnötiger großer klobiger Schlosskasten auf
dem Türblatt entfällt.
[0028] Um den optischen Eindruck weiter zu verbessern kann bevorzugt vorgesehen sein, dass
die Bedieneinheit und/oder die Anzeigeeinheit mit Abstand zu einer Seitenplatte des
Türblattes angeordnet sind. Hierbei ist die jeweils die nächstliegende Seitenkante
als Bezugspunkt zu nehmen.
[0029] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Figuren erläutert. Es zeigen dabei schematisch
- Fig. 1
- eine teilweise aufgebrochene erfindungsgemäße Tür gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel,
- Fig. 2A
- eine Detailansicht der Bedieneinheit aus einer ersten Funktionsstellung,
- Fig. 2B
- eine Detailansicht der die Bedieneinheit in einer zweiten Funktionsstellung,
- Fig. 3A
- eine Detaillansicht der Anzeigeeinheit in einer ersten Anzeigestellung
- Fig. 3B
- eine Detaillansicht der Anzeigeeinheit in einer zweiten Anzeigestellung
- Fig. 4A-4C
- Detaillansichten von Zwischenpositionen beim Schließvorgang,
- Fig. 5A, 5B
- Detaillansichten der Zwischenpositionen bei einer Notentriegelung,
- Fig. 6A, 6B
- Detaillansichten von Zwischenpositionen bei einer Rückstellung nach einer Notentriegelung
und
- Fig. 7A-7C
- einen Horizontalschnitt entlang der Ebene A-A aus Fig. 1 in verschiedenen Schließzuständen.
[0030] In der Fig. 1 ist eine erfindungsgemäße Tür mit einem Türblatt 1 dargestellt, welches
zwischen einer eine Türöffnung 2 verschließenden - dargestellten - Schließstellung
und einer die Türöffnung 2 zumindest teilweise freigebenden Öffnungsstellung bewegbar
ist. Das Türblatt erstreckt sich in einer Seitenrichtung x, einer Höhenrichtung y
sowie in einer Dickenrichtung z. Dabei ist die Dicke des Türblatts 1 in der Dickenrichtung
z jeweils zumindest um einen Faktor 10 kleiner als die Breite in der Seitenrichtung
x oder die Höhe in der Höhenrichtung y. Seitlich des Türflügels 1 ist der Holm einer
Türzarge 3 angeordnet in dem das Türblatt 1 im Schließzustand flächenbündig aufgenommen
ist.
[0031] Erfindungsgemäß ist an dem Türblatt 1 eine Türbedienanordnung mit einer Bedieneinheit
4a und einer damit magnetisch gekoppelten Anzeigeeinheit 4b vorgesehen. Die Bedieneinheit
4a ist an einer ersten Frontseite 1a des Türblattes 1 angeordnet. Die Anzeigeeinheit
4b ist auf einer der ersten Frontseite 1a gegenüberliegenden zweiten Frontseite 1b
befestigt. Zwischen der Bedieneinheit 4a und der Anzeigeeinheit 4b ist das als Ganzglastürblatt
ausgebildete Türblatt 1 durchgängig ohne Durchbrüche ausgebildet. In einer Draufsicht
in Dickenrichtung z sind die Bedieneinheit 4a und die Anzeigeeinheit 4b deckungsgleich
auf den zugeordneten Frontseiten 1a, 1b befestigt. Sowohl die Bedieneinheit 4a als
auch die Anzeigeeinheit 4b weisen jeweils einen Eingriff 5 zur Bildung eines Türgriffs
auf. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Eingriff 5 jeweils umlaufend durch das
Material der Bedieneinheit 4a bzw. der Anzeigeeinheit 4b umschlossen. Die Befestigung
an den Frontseiten 1a, 1b des Türblattes 1 erfolgt durch Kleben.
[0032] In der Bedieneinheit 4a ist eine durch einen ersten Magneten 6a gebildete erste Magnetanordnung
mit einer Hülse 7 um eine erste Drehachse d
1 drehbar angeordnet. In der dargestellten ersten Funktionsstellung ist der Nordpol
des ersten Magneten 6a horizontal in Seitenrichtung x in Richtung des Zargenholms
3 ausgerichtet.
[0033] Der obere Teil des Bedienelementes 4a ist als Detailansicht in den Figuren 2A und
2B dargestellt. Dabei zeigt Fig. 2A die ebenfalls in der Fig. 1 sichtbare erste Funktionsstellung.
In der linksseitigen Ansicht ist der Südpol des ersten Magneten 6a erkennbar. Die
Hülse 7 ist so angeordnet, dass eine in Längsrichtung der Drehachse d
1 geriffelte Außenfläche 7a in den Eingriff 5 hineinragt. An einer vorderseitigen Stirnfläche
der Hülse 7 ist ein abgerundeter Vorsprung 7b angeordnet, welcher innerhalb einer
Aussparung 8 des Bedienteils 4a geführt ist. Durch das Zusammenwirken des Vorsprungs
7b mit der Aussparung 8 ist die Drehbewegung der Hülse 7 auf einen Winkelbereich von
180° beschränkt.
[0034] Aus der dargestellten ersten Funktionsstellung (Öffnungsposition) kann die Hülse
7 nur in einer ersten Drehrichtung a bewegt werden. Eine Drehbewegung entgegen der
ersten Drehrichtung a wird durch einen ersten Anschlag 8a verhindert. Die Fig. 2B
zeigt dieselbe Ansicht in einer zweiten Funktionsstellung (Schließstellung). Dort
ist nun linksseitig der Nordpol des ersten Magneten 6a sichtbar. Der Vorsprung 7b
liegt nunmehr an einem zweiten Anschlag 8b der Ausnehmung 8 an, sodass ein Weiterdrehen
in der ersten Drehrichtung a (Schließrichtung) um die Drehachse d
1 nicht mehr möglich ist. In der zweiten Funktionsstellung ist eine gefärbte Frontseite
7c des Vorsprungs 7b durch ein Sichtfenster 9a der Bedieneinheit 4a sichtbar. Hierdurch
wird auch von der Seite der Bedieneinheit 4a (Bedienseite) das Vorliegen des zweiten
Funktionszustandes (Schließzustand) signalisiert.
[0035] Die Figuren 3A und 3B zeigen auf der anderen Seite die Anzeigeeinheit 4b in einer
ersten Anzeigestellung (Fig. 3A) und in einer zweiten Anzeigestellung (Fig. 3B). Innerhalb
der Anzeigeeinheit 4b ist eine durch einen zweiten Magnet 6b gebildete zweite Magnetanordnung
in einer zweiten Hülse 10 geführt. Die Hülse 10 weist einen zylindrischen Abschnitt
10a auf, in dem der Stabmagnet 6b formschlüssig aufgenommen ist. An einer Stirnfläche
des zylindrischen Abschnitts 10a ist ein abgerundeter Vorsprung 10b angeordnet. Konzentrisch
mit der Außenfläche des zylindrischen Abschnitts 10a entspringt dem Vorsprung 10b
ein stiftförmiger Fortsatz 10c mit einer endseitigen Stirnfläche 10d.
[0036] Die zweite Hülse 10 ist in einer mehrstufigen Ausnehmung 12 der Anzeigeeinheit 4b
gelagert. Ein erster Abschnitt I der Ausnehmung 12 weist eine zylindrische Innenfläche
auf, welche den zylindrischen Teil 10a der ersten Hülse 10 formschlüssig umgreift.
Durch den formschlüssigen Kontakt ist die Hülse 10 um eine zweite Drehachse d
2 drehbar gehalten. Der Vorsprung 10b steht dabei in einem zweiten Abschnitt II vor,
wodurch die Drehbewegung der zweiten Hülse 10 auf einen Winkelbereich beschränkt ist.
[0037] In der in Fig. 3A dargestellten ersten Anzeigestellung liegt der Vorsprung 10b an
einem dritten Anschlag 11a des zweiten Abschnitts II an, sodass ein Weitedrehen in
einer zweiten Drehrichtung b nicht mehr möglich ist. Entgegen der zweiten Drehrichtung
b ist die zweite Hülse 10 bis zu einem vierten Anschlag 11b drehbar, wobei die relative
Drehung weniger als 180° beträgt.
[0038] An dem zweiten Abschnitt II der Ausnehmung 12 schließt ein dritter Abschnitt III
bündig an den dritten Anschlag 11a an. In einer vergleichenden Betrachtung mit Fig.
3B ist deutlich, dass die zweite Hülse 10 in axialer Richtung um eine Differenz s
verschoben ist. Infolgedessen ist der Vorsprung 10b der zweiten Hülse 10 formschlüssig
in dem dritten Abschnitt III aufgenommen, sodass eine Drehung um die zweite Drehachse
d
2 weder in der zweiten Drehrichtung b noch entgegen dieser Richtung möglich ist. Gleichzeitig
ist die Stirnfläche 10d in einem zugeordneten Sichtfenster 9b der Anzeigeeinheit 4b
sichtbar. Die Stirnfläche 10d ist dabei gefärbt.
[0039] In den Figuren 4A bis 4C wird die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Türbedienanordnung
beim Übergang aus dem ersten Funktionszustand (Öffnungsstellung) in dem zweiten Funktionszustand
(Schließstellung) erläutert.
[0040] Dabei ist in Fig. 4A die erste Funktionsstellung dargestellt, welche im gezeigten
Ausführungsbeispiel dem Öffnungszustand eines Magnetschlosses entspricht. Der erste
Magnet 6a ist in der ersten Hülse 7 um die erste Drehachse d
1 drehbar gelagert. Gleichzeitig ist der zweite Magnet 6b in der zweiten Hülse 10 um
die zweite Drehachse d
2 drehbar an der Anzeigeeinheit 4b gelagert. Die erste Drehachse d
1 und die zweite Drehachse d
2 verlaufen zueinander parallel und sind in Höhenrichtung y mit einem Höhenversatz
h angeordnet. Durch den Höhenversatz ist es möglich, dass die erste Hülse 7 mit einer
geriffelten Außenfläche 7a in den Eingriff 5 der Bedieneinheit 4a hineinragen kann,
während die zweite Hülse 10 mit einem identischen Außendurchmesser vollständig im
Gehäuse der Anzeigeeinheit 4b aufgenommen ist. Das Gehäuse der Anzeigeeinheit 4b und
der Bedieneinheit 4a weisen dabei identische Außenmaße auf.
[0041] In dem in Fig. 4A dargestellten ersten Funktionszustand sind der erste Magnet 6a
und der zweite Magnet 6b gegensinnig angeordnet. Der erste Magnet 6a verläuft dabei
waagerecht in der Seitenrichtung x. Währenddessen ist der zweite Magnet 6b gegenüber
der Seitenrichtung x (bzw. gegenüber der Horizontalebene) um einen Winkel α von etwa
30° geneigt. Aufgrund der gegensinnigen Anordnung wirken die beiden Magneten 6a, 6b
aufeinander in axialer Richtung - Dickenrichtung z - anziehend. Die erste Hülse 7
ist in der Bedieneinheit 4a in Richtung der ersten Drehachse d
1 unverschieblich gehalten. Währenddessen ist die zweite Hülse 10 in der Anzeigeeinheit
4b im Rahmen der durch die Außenform der Hülse 10 und der zugeordneten Ausnehmung
12 der Anzeigeeinheit 4b gebildeten Zwangsführungen entlang der zweiten Drehachse
d
2 verschiebbar. Aufgrund der in der ersten Funktionsstellung herrschenden magnetischen
Anziehung in axialer Richtung ist die zweite Hülse 10 in Richtung der Bedieneinheit
4a in axialer Richtung verschoben und liegt an einer Außenfläche des Türblatts 1 an.
[0042] Die magnetische Anziehung zwischen dem ersten Magneten 6a und dem zweiten Magneten
6b führt ferner dazu, dass auf die erste Hülse 7 ein Drehmoment entgegen der ersten
Drehrichtung a und auf die zweite Hülse 10 ein Drehmoment in Richtung der zweiten
Drehrichtung b ausgeübt wird. Im Ausführungsbeispiel sind die erste Drehrichtung a
und die zweite Drehrichtung b gleichsinnig ausgerichtet. Eine weitere Drehung über
den dargestellten Funktionszustand hinaus wird jedoch unterbunden, da die erste Hülse
7 mit dem Vorsprung 7b an dem ersten Anschlag 8a der in der Bedieneinheit 4a gebildeten
Ausnehmung 8 anliegt. Ferner liegt die zweite Hülse 10 mit ihrem Vorsprung 10b an
dem dritten Vorsprung 11a innerhalb der Anzeigeeinheit 4b an. Der dargestellte Funktionszustand
ist somit stabil, wobei sowohl die erste Hülse 7 als auch die zweite Hülse 10 in ihren
Positionen magnetisch gehalten werden.
[0043] In der Fig. 4B ist die erste Hülse 7 durch manuelle Interaktion eines Benutzers um
etwa 90° in der ersten Drehrichtung a verdreht. Hierdurch sind der erste Magnet 6a,
der zweite Magnet 6b gleichsinnig angeordnet, sodass eine axiale Abstoßung auf die
zweite Hülse 10 wirkt. Infolgedessen gleitet die zweite Hülse 10 mit dem Vorsprung
10b in den dritten Abschnitt III der Ausnehmung 12 innerhalb der Anzeigeeinheit 4b,
welche diesen formschlüssig aufnimmt. Hierdurch wird die Drehbewegung der zweiten
Hülse 10 sowohl in der zweiten Drehrichtung b als auch entgegen der zweiten Drehrichtung
b gesperrt.
[0044] In der Fig. 4C ist der zweite Funktionszustand (Schließzustand) der Bedieneinheit
4a dargestellt. Die erste Hülse 7 ist dabei gegenüber der ersten Funktionsstellung
um einen Winkel von etwa 180° verdreht. Der Vorsprung 7b der ersten Hülse 7 liegt
nunmehr an einem zweiten Anschlag 8b der Ausnehmung 8 an. Aufgrund der magnetischen
Abstoßung in der Dickenrichtung z ist die zweite Hülse 10 um eine Distanz s in die
zweite Anzeigestellung verschoben. Weiterhin wirken aufgrund der magnetischen Abstoßung
auf die erste Hülse ein Drehmoment in der ersten Drehrichtung a und auf die zweite
Hülse 10 ein Drehmoment entgegen der zweiten Drehrichtung b. Ein Weiterdrehen der
ersten Hülse 7 wird über den zweiten Anschlag 8b verhindert. Eine Drehung der zweiten
Hülse 10 durch die formschlüssige Aufnahme des Vorsprung 10b in dem dritten Abschnitt
III. Durch diese magnetische Abstoßung wird die erste Hülse 7 der Bedieneinheit 4a
in der zweiten Funktionsstellung gehalten.
[0045] Eine Rückkehr in den ersten Funktionszustand (Fig. 4A) erfolgt analog. Hierbei wechselt
die Ausrichtung des ersten Magneten 6a zu dem zweiten Magneten 6b im Laufe der Rückdrehung
wieder zu einer gegensinnigen, anziehenden, wodurch die zweite Hülse 10 in die erste
Anzeigestellung zurückbewegt wird.
[0046] Die Notentriegelungsfunktion wird anhand der Figuren 5A und 5B erläutert. Ausgehend
von der in Fig. 4C dargestellten Schließstellung kann die zweite Hülse 10 durch manuellen
Druck mit einem spitzen Gegenstand auf die Stirnfläche 10d in die in Fig. 5A dargestellte
Entriegelungsposition bewegt werden. Durch den mechanischen Druck auf die Stirnfläche
10d wird dabei die magnetische Abstoßung in axialer Richtung überwunden. In der Entriegelungsposition
hat der Vorsprung 10b der zweiten Hülse 10 die formschlüssige Aufnahme des dritten
Abschnitts III verlassen, sodass die zweite Hülse 10 aufgrund des magnetischen Drehmoments
entgegen der zweiten Drehrichtung b drehbar wird. Dadurch kann sich die zweite Hülse
10 in die in Fig. 5B dargestellten Notentriegelungsposition drehen. In dieser sind
der erste Magnet 6a und der zweite Magnet 6b gegensinnig ausgerichtet, sodass die
magnetische Verriegelungseinheit entsperrt wird.
[0047] Die Rückstellung der Türbedienanordnung erfolgt (wie in den Figuren 6A und 6B dargestellt)
beim nächsten Rückstellen der ersten Hülse 7 in den ersten Funktionszustand. In der
Notentriegelungsstellung (Fig. 5B) ist die zweite Hülse 10 so verdreht, dass der zweite
Magnet 6b im Verhältnis zum ersten Magneten 6a in einer gegensinnigen Position ausgerichtet
ist. Dabei ist die Drehbewegung der Hülse so begrenzt, dass die Ausrichtung des zweiten
Magneten 6b gegenüber der Horizontalen (Seitenrichtung x) einen Winkel β einschließt.
Ein Weiterdrehen entgegen der zweiten Drehrichtung b ist hierbei durch Erreichen des
vierten Anschlags 11b mit dem Vorsprung 10b der zweiten Hülse 10 begrenzt. Während
der Rückdrehphase (Fig. 6a) übt der erste Magnet 6a auf den zweiten Magneten 6b ein
Drehmoment entgegen der zweiten Drehrichtung b aus, welcher jedoch gegenüber einem
Weiterdrehen durch den vierten Anschlag 11b gesperrt ist. Bei Erreichen der ersten
Funktionsstellung durch die erste Hülse 7 (Fig. 6B) befinden sich der erste Magnet
6a, der zweite Magnet 6b wieder in einer gegensinnigen Ausrichtung. Hierbei liegen
die Ausrichtung des ersten Magneten 6a und des zweiten Magneten 6b kurz vor Erreichen
der ersten Funktionsstellung - als der erste Magnet 6a ebenfalls gegenüber der Horizontalen
um den Winkel β geneigt war - zueinander parallel. Bei Überschreiten dieser Stellung
kehren sich die Drehmomentverhältnisse um, sodass der erste Magnet auf den zweiten
Magneten 6b ein Drehmoment in der zweiten Drehrichtung b ausübt. Infolgedessen dreht
sich die zweite Hülse 10 wieder zurück in den in Fig. 3A dargestellten Ausgangszustand.
[0048] In der Fig. 1 ist außerdem sichtbar, dass in dem Zargenholm 3 eine Verriegelungseinheit
13 eingelassen ist. Diese umfasst einen fest mit dem Zargenholm 3 verbundenen Aufnahmekörper
13a sowie ein innerhalb des Aufnahmekörpers 13a verstellbares Gehäuse 13b. An dem
Gehäuse 13b ist ein Riegel 13c horizontal in der Seitenrichtung x verschiebbar geführt,
in dem ein Permanentmagnet 13d aufgenommen ist. Aufgrund der magnetischen Wechselwirkung
des Permanentmagneten 13d mit dem magnetischen Fernfeld des ersten Magneten 6a und
des zweiten Magneten 6b wird im Ausführungsbeispiel eine Schließfunktion bereitgestellt.
Hierbei kann der Riegel 13c in ein zugeordnetes Schließblech 14a eingreifen. Um Störungen
des Magnetfeldes zu vermeiden, ist das Schließblech 14a vorzugsweise aus einem amagnetischen
Draht ausgebildet. In der Höhenrichtung y unterhalb des Schließbleches 14a ist ein
magnetisierbares Zuhalteblech 14b an dem Türblatt 1 befestigt, welches mittels in
dem Gehäuse 13b aufgenommener Zuhaltemagneten 13e eine zusätzliche magnetische Zuhaltung
der Tür bildet.
[0049] Die Funktion des magnetischen Schlosses wird aus den Figuren 7A bis 7C deutlich.
Dort ist ein vereinfachter Schnitt durch die erfindungsgemäße Tür auf Höhe des ersten
Magneten 6a sowie des Permanenten 13d dargestellt. Hierbei sind die Bedieneinheit
4a und die Anzeigeeinheit 4b stark vereinfacht und lediglich als Außenumrisse dargestellt.
Für eine detaillierte Darstellung der Hülsen 7, 10 wurde ebenfalls verzichtet. In
der in Fig. 7A dargestellten ersten Funktionsstellung (mit erster Anzeigestellung
der Anzeigeeinheit 4b) sind der erste Magnet 6a und der zweite Magnet 6b gegensinnig
angeordnet. Hierdurch werden die gestrichelt angedeuteten Feldlinien 15 "kurzgeschlossen",
sodass kein aktives Fernfeld im Bereich des Stabmagneten 13d vorliegt. Infolgedessen
wird der Riegel 13c durch ein Rückholelement 13f in eine zurückgezogene Position innerhalb
des Gehäuses 13b gebracht. In dieser Freigabeposition findet zwischen dem Riegel 13c
und dem Schließblech 14a keine Wechselwirkung statt, sodass der Türflügel 1 in der
Öffnungsrichtung A aus der Schließposition hinausbewegt werden kann.
[0050] In der in Fig. 7B dargestellten Schließposition ist der erste Magnet 6a um die erste
Drehachse d
1 verschwenkt worden, sodass der erste Magnet 6a und der zweite Magnet 6b gleichsinnig
angeordnet sind. Die beiden Magnetfelder addieren sich, sodass das Fernfeld der beiden
Magneten 6a, 6b bis zum Permanentmagneten 13d wirkt. Aufgrund der entsprechenden Ausrichtung
findet eine Anziehung in Richtung der Anzeigeeinheit und der Bedieneinheit 4a, 4b
statt. Der Riegel 13c ist infolgedessen in eine Sperrposition bewegt, in der er mit
dem Schließblech 14a einen Formschluss bildet und so eine Bewegung des Türflügels
1 in der Öffnungsrichtung A verhindert.
[0051] Die Fig. 7C zeigt wiederum die Notentriegelungsposition, bei der der erste Magnet
6a und der zweite Magnet 6b gegensinnig angeordnet sind. Hierbei ist die Polarität
jeweils umgekehrt, da sich der erste Magnet 6a in der zweiten Funktionsstellung und
der zweite Magnet 6b in der Notentriegelungsstellung befindet. Die Feldlinien sind
somit gleichsam "kurzgeschlossen", sodass sich der Riegel 13c wiederum in der Freigabeposition
befindet.
1. Türbedienanordnung mit einer Bedieneinheit (4a) und einer mit der Bedieneinheit (4a)
magnetisch gekoppelten Anzeigeeinheit (4b), wobei die Bedieneinheit (4a) eine erste
Magnetanordnung (6c) umfasst, welche zwischen einer ersten Funktionsstellung und einer
zweiten Funktionsstellung um eine Drehachse (d1) drehbar gehalten ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzeigeeinheit (4b) eine zweite Magnetanordnung (6b) umfasst, welche durch magnetische
Wechselwirkung mit der ersten Magnetanordnung (6a) zwischen einer ersten Anzeigestellung
und einer zweiten Anzeigestellung in Richtung der Drehachse (d1) verschiebbar ist.
2. Türbedienanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Magnetanordnung (6b) mit einem Anzeigeelement (10d) gekoppelt ist, welches
in der ersten Anzeigestellung an einer Außenfläche der Anzeigeeinheit (4b) nicht sichtbar
ist und welches in der zweiten Anzeigestellung an der Außenfläche sichtbar ist.
3. Türbedienanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Anzeigeelement (10d) durch einen Stift (10c) mit einer endseitigen Stirnfläche
(10d) gebildet ist, welche in der zweiten Anzeigestellung an der Außenfläche sichtbar
ist.
4. Türbedienanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Magnetanordnung (6a) einen senkrecht zu der Drehachse (d1) ausgerichteten ersten Magneten (6a) umfasst und dass die zweite Magnetanordnung
(6b) einen senkrecht zu der Drehachse (d1) ausgerichteten zweiten Magneten (6b) umfasst.
5. Türbedienanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl in der ersten Anzeigeposition als auch in der zweiten Anzeigeposition der
erste Magnet (6a) in der ersten Funktionsstellung gegensinnig und in der zweiten Funktionsstellung
gleichsinnig zu dem zweiten Magneten (6b) ausgerichtet ist.
6. Türbedienanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Magnetanordnung (6a) entgegen in einer ersten Drehrichtung (a) bis zu einem
ersten Anschlag (9a) drehbar ist und in der ersten Funktionsstellung an dem ersten
Anschlag (9a) anliegt und dass die erste Magneteinheit (6a) in der ersten Drehrichtung
(a) bis zu einem zweiten Anschlag (9b) drehbar ist und in der zweiten Funktionsstellung
an dem zweiten Anschlag (9b) anliegt.
7. Türbedienanordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Magnetanordnung (6b) in der ersten Funktionsstellung auf die erste Magnetanordnung
(6a) ein entgegen der ersten Drehrichtung (a) gerichtetes Drehmoment ausübt und dass
die zweite Magnetanordnung (6b) in der zweiten Funktionsstellung auf die erste Magnetanordnung
(6a) ein in der ersten Drehrichtung (a) gerichtetes Drehmoment ausübt.
8. Türbedienanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Türbedienanordnung (4a, 4b) zur Bedienung einer Verriegelungseinrichtung (15)
eingerichtet ist, welche aufgrund des Magnetfelds der ersten Magnetanordnung (6a)
und/oder der zweiten Magnetanordnung (6b) zwischen einer Verriegelungsstellung (15)
und einer Freigabestellung bewegbar ist.
9. Türbedienanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Magnetanordnung (6b) in einer axialen Position der ersten Anzeigestellung
zwischen einem in einer zweiten Drehrichtung (b) wirksamen dritten Anschlag (11a)
und einem entgegen der zweiten Drehrichtung (b) wirksamen vierten Anschlag (11b) drehbar
an der Anzeigeeinheit (4b) gehalten ist, dass die zweite Magnetanordnung (6b) in der
ersten Anzeigestellung an den dritten Anschlag (11a) anliegt, dass die zweite Magnetanordnung
(6b) in einer axialen Position der zweiten Anzeigestellung nicht drehbar ist und dass
die erste Magnetanordnung (6a) in der zweiten Funktionsstellung auf die zweite Magneteinheit
(6b) ein entgegen der zweiten Drehrichtung (b) wirksames Drehmoment ausübt.
10. Tür mit einem zwischen einer eine Türöffnung (2) zumindest teilweise freigebenden
Öffnungsstellung und einer die Türöffnung (2) verschließenden Schließstellung bewegbaren
Türblatt (1), welches sich in einer Höhenrichtung (y), in einer Seitenrichtung (x)
und in einer Dickenrichtung (z) erstreckt, gekennzeichnet durch eine Türbedienanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Bedieneinheit
(4a) an einer ersten Frontfläche (1a) des Türblatts (1) angeordnet ist und die Anzeigeeinheit
(4b) auf einer zweiten Frontfläche (1b) des Türblatts (1) angeordnet ist, welche der
ersten Frontfläche (1a) der Dickenrichtung (z) gegenüberliegt.
11. Tür nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Türblatt (1) zumindest im Bereich der Bedieneinheit (4a) und der Anzeigeeinheit
(4b) durchgängig ausgebildet ist.
12. Tür nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Türblatt (1) als Ganzglastürblatt ausgebildet ist.
13. Tür nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Tür eine Verriegelungseinheit (13) aufweist und dass die Verriegelungseinheit
(13) durch magnetische Wechselwirkung mit der Türbedienanordnung (4a, 4b) zwischen
einem das Türblatt (1) in der Schließstellung verriegelnden Sperrzustand und einem
das Türblatt (1) freigebenden Freigabezustand umschaltbar ist.
14. Tür nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungseinheit (13) in einer die Türöffnung (2) umrandenden Zarge (3) angeordnet
ist.
15. Tür nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl die Bedieneinheit (4a) als auch die Anzeigeeinheit (4b) in der Seitenrichtung
(x) mit Abstand (u) zu einer Seitenkante des Türblatts (1) angeordnet sind.