[0001] Die Erfindung betrifft eine Auszugsführung für eine Schublade mit einer an einem
Korpus befestigbaren Korpusschiene, mit einer an einer Schublade befestigbaren Schubladenschiene,
mit einer sowohl an der Korpus- als auch an der Schubladenschiene verschiebbar gelagerten
Mittelschiene und mit einem Synchronisationsmechanismus zum synchronen Verfahren der
Mittelschiene mit der Schubladenschiene, wobei der Synchronisationsmechanismus zwei
Seilrollen, die an der Mittelschiene befestigt sind, und eine Seileinrichtung aufweist,
die um die Seilrollen geführt und sowohl an der Korpus- als auch an der Schubladenschiene
befestigt ist.
[0002] Es ist bekannt, dass die Kombination aus Schublade und einer solchen Auszugsführung
sich mit vergleichsweise geringer Höhe ausgestalten lässt, da sich die Schublade direkt
auf die Schubladenschiene aufsetzen lässt. Zur Abstützung der Mittelschiene bei gleichzeitiger
Kompaktheit in der Höhe lassen sich Stützrollen seitlich an der Mittelschiene drehend
lagern. Weitere Stützrollen zum Abstützen der Schubladenschiene lassen sich an der
Korpusschiene anbringen, die ein Absinken der Schubladenschiene verhindern, insbesondere
nach dem Beladen einer Schublade auf dem Schienenpaket.
[0003] Die
DE 39 36 754 A1 offenbart eine synchronisierte Schubladenführung bzw. Auszugsführung mit einer Korpusschiene,
einer Auszugsschiene bzw. Mittelschiene und einer Schubladenschiene. Die Korpusschiene
ist über einen Kopf mit einem Zugelement verbunden. Das Zugelement umschließt über
Umlenkrollen die Auszugsschiene. Die Schubladenschiene ist über eine Befestigung fest
mit dem Zugelement verbunden. In eingefahrener Stellung liegt die Auszugsschiene innerhalb
der U-förmigen Schubladenschiene. Durch eine Auszugsbewegung der Schubladenschiene
wird das Zugelement über die Befestigung verschoben und nimmt über die Umlenkrollen
die Auszugsschiene mit. Dadurch wird die Auszugsschiene ebenfalls mit ausgezogen.
Die Korpusschiene ist über Schrauben fest mit der Seitenwand eines Korpus verbunden.
Die Abstützung der Schubladenschiene und der Auszugsschiene in vertikaler und horizontaler
Richtung erfolgt jeweils über Führungsrollen.
[0004] Aus der
DE 40 19 124 C2 ist ebenfalls eine Schubladenführung bekannt, bei der die Schienenbewegung durch
ein Zugmittel synchronisiert ist. Dabei wird durch einen an der Mittelschiene angebrachten
Laufwagen ein spielfreier Lauf der Schienen erzielt.
[0005] Bei den genannten Schubladenführungen werden zur Abstützung und als Abhebesicherung
der Schubladenschiene zusätzlich zu dem Synchronisierungsmechanismus und den Schienen
weitere Baukomponenten in Form von Führungsrollen oder Laufwagen benötigt.
[0006] Demgegenüber ist es die Aufgabe der Erfindung, eine Auszugsführung bereitzustellen,
bei der der Synchronisierungsmechanismus und die Schubladenschiene eine integrierte
Abhebesicherung der Schubladenschiene ohne weitere Baukomponenten aufweisen.
[0007] Diese Aufgabe wird bei der eingangs genannten Auszugsführung erfindungsgemäß dadurch
gelöst, dass die Schubladenschiene einen Flansch aufweist, der die in Ausziehrichtung
vordere Seilrolle untergreift. Die Seilrolle dient der Führung der Seileinrichtung
und gleichzeitig als Abhebesicherung für die Schubladenschiene, und zwar in Richtung
senkrecht zu der Drehachse der Seilrolle, also bei montierter Auszugsführung nach
oben. Weitere Baukomponenten zusätzlich zu den Seilrollen werden zur Abhebesicherung
nicht benötigt. Insbesondere sind keine zusätzlichen Stützrollen an der Mittelschiene
für den ausgezogenen Zustand des Schienenpakets notwendig. Es wird auch keine Stützrollenbaugruppe
für den eingeschobenen Zustand benötigt. Die Seileinrichtung ist in die Schubladenschiene
integrierbar bzw. integriert. Dadurch gibt es weniger Probleme beim Transport durch
abstehende Seilkomponenten und keine Beschädigung der Seileinrichtung bei der Führungsmontage
durch den Endanwender. Die Seileinrichtung ist durch entsprechende Halterungen an
der Schubladenschiene und der Korpusschiene befestigt.
[0008] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist zumindest bei eingefahrener
Schubladenschiene auch die in Ausziehrichtung hintere Seilrolle von dem Flansch untergriffen.
[0009] Vorzugsweise weist die Seilrolle einen innen liegenden Rollenabschnitt, auf dem die
Seileinrichtung läuft, und einen außen liegenden Rollenabschnitt, der von dem Flansch
untergriffen ist, auf. Dabei kann der außen liegende Rollenabschnitt einen kleineren
Rollendurchmesser aufweisen als der innen liegende Rollenabschnitt, um so zu verhindern,
dass der Flansch mit der Seileinrichtung kollidiert.
[0010] Die Seileinrichtung kann beispielsweise als ein in sich geschlossenes Seil, das auf
den Seilrollen umläuft und sowohl an der Schubladenschiene als auch an der Korpusschiene
befestigt ist, oder als ein offenes Seil ausgebildet sein, dessen zwei Seilenden beide
entweder an der Schubladenschiene oder an der Korpusschiene befestigt sind. Alternativ
kann die Seileinrichtung aber auch durch zwei Seile gebildet sein, die jeweils um
eine Seilrolle geführt sind und mit ihrem einen Seilende an der Schubladenschiene
und mit ihrem anderen Seilende an der Korpusschiene befestigt sind.
[0011] Vorteilhaft ist die Schubladenschiene als C-Schienenprofil ausgebildet, dessen eines
umgebogenes freies Profilende den Flansch ausbildet.
[0012] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung, den Ansprüchen
und der Zeichnung. Ebenso können die vorstehend genannten und die noch weiter aufgeführten
Merkmale je für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen Verwendung finden.
Die gezeigten und beschriebenen Ausführungsformen sind nicht als abschließende Aufzählung
zu verstehen, sondern haben vielmehr beispielhaften Charakter für die Schilderung
der Erfindung.
[0013] Es zeigen:
- Fign. 1a, 1b
- eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Auszugsführung für eine Schublade
im eingefahrenen Zustand (Fig. 1a) und im vollständig ausgezogenen Zustand (Fig. 1b);
- Fign. 2a, 2b
- eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Auszugsführung im eingefahrenen Zustand (Fig.
2a) und im vollständig ausgezogenen Zustand (Fig. 2b);
- Fign. 3a, 3b
- eine Mittelschiene der erfindungsgemäßen Auszugsführung in einer perspektivischen
Ansicht (Fig. 3a) und in einer Seitenansicht (Fig. 3b); und
- Fig. 4
- einen Querschnitt durch die erfindungsgemäßen Auszugsführung im Bereich einer Seilrolle
der Mittelschiene.
[0014] Die in den
Fign. 1 und 2 gezeigte Auszugsführung
10 umfasst eine an einem Korpus befestigbare Korpusschiene
12, eine an einer Schublade befestigbare Schubladenschiene
14 in Form eines nach unten offenen Schienenprofils, eine sowohl an der Korpusschiene
12 als auch an der Schubladenschiene 14 verschiebbar gelagerte Mittelschiene
16, sowie einen Synchronisationsmechanismus
20 zum synchronen Verfahren der Mittelschiene 16 mit der Schubladenschiene 14. Die Schubladenschiene
14 ist der Übersichtlichkeit halber nur gestrichelt dargestellt. Der Synchronisationsmechanismus
20 weist eine in Auszugsrichtung
A der Auszugsführung 10 hintere Seilrolle
22a und eine vordere Seilrolle
22b, die beide an der Mittelschiene 16 befestigt sind, sowie ein in sich geschlossenes
Seil
24 auf, das auf den Seilrollen 22a, 22b umläuft. In
Fign. 3a, 3b ist die Mittelschiene 16 mit den beiden Seilrollen 22a, 22b und dem umlaufenden Seil
24 gezeigt.
[0015] Das Seil 24 ist bei
28a an der Schubladenschiene 14 und bei
28b an der Korpusschiene 12 befestigt. Dadurch wird beim Ein- und Ausfahren der Schubladenschiene
14 die Mittelschiene 16 synchron zu der Schubladenschiene 14 mitbewegt, und zwar mit
halber Geschwindigkeit der Schubladenschiene 14. Bei eingefahrener Schubladenschiene
14 befinden sich beide Seilrollen 22a, 22b innerhalb der Schubladenschiene 14, bei
vollständig ausgezogener Schubladenschiene 14 hingegen noch nur die vordere Seilrolle
22b.
[0016] Statt wie in Fign. 1 und 2 als ein in sich geschlossenes Seil kann das Seil alternativ
auch als ein offenes Seil ausgebildet sein, dessen zwei Seilenden dann beide entweder
an der Korpusschiene 12 oder an der Schubladenschiene 14 befestigt sind. Statt eines
einzigen Seils können auch zwei Seile in Form von Halbschleifen eingesetzt werden,
die jeweils um eine Seilrolle 22a, 22b umlaufen und mit ihrem einen Seilende an der
Korpusschiene 12 und mit ihrem anderen Seilende an der Schubladenschiene 14 befestigt
sind.
[0017] Wie in
Fig. 4 gezeigt ist, hat die Schubladenschiene 14 am freien unteren Rand ihres vertikalen
Profilschenkels einen nach innen umgebogenen, horizontalen Flansch
30, der im eingefahrenen Zustand beide Seilrolle 22a, 22b und im vollständig ausgezogenen
Zustand nur die vordere Seilrolle 22b untergreift, um so ein Abheben der Schubladenschiene
14 von der Mittelschiene 16 zu verhindern. Die Seilrollen 22a, 22b weisen jeweils
einen innen liegenden Rollenabschnitt
26 mit größerem Rollendurchmesser, auf dem das Seil 24 läuft, und einen außen liegenden
Rollenabschnitt
27 mit kleinerem Rollendurchmesser auf, der von dem Flansch 30 untergriffen ist. Beispielsweise
weist der äußere Rollenabschnitt 27 den halben Rollendurchmesser des inneren Rollenabschnitts
26 auf. Durch den zwischen den beiden Rollenabschnitten 26, 27 gebildeten Ringabsatz
29 wird verhindert, dass der Flansch 30 mit dem Seil 24 kollidiert. Der umgebogene Flansch
30 und der untergriffene, äußere Rollenabschnitt 27 bilden somit eine Abhebesicherung
der Schubladenschiene 14.
[0018] Die Seilrollen 22a, 22b können, wie in Fig. 4 gezeigt, auf dem Flansch 30 abrollen
oder alternativ auch von dem Flansch 30 geringfügig beabstandet sein.
[0019] Statt unterschiedliche Rollendurchmesser können die beiden Rollenabschnitte 26, 27
auch den gleichen Rollendurchmesser aufweisen, wobei dann allerdings kein Ringabsatz
als Kollisionsschutz vorhanden ist.
[0020] Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Schubladenschiene 14 als ein C-Profil ausgeführt,
dessen eines umgebogenes freies Profilende den Flansch 30 ausbildet.
1. Auszugsführung (10) für eine Schublade
mit einer an einem Korpus befestigbaren Korpusschiene (12),
mit einer an einer Schublade befestigbaren Schubladenschiene (14),
mit einer sowohl an der Korpus- als auch an der Schubladenschiene (12, 14) verschiebbar
gelagerten Mittelschiene (16) und
mit einem Synchronisationsmechanismus (20) zum synchronen Bewegen der Mittelschiene
(16) mit der Schubladenschiene (14),
wobei der Synchronisationsmechanismus (20) zwei Seilrollen (22a, 22b), die an der
Mittelschiene (16) befestigt sind, und eine Seileinrichtung (24) aufweist, die um
die Seilrollen (22a, 22b) geführt und sowohl an der Korpus- als auch an der Schubladenschiene
(12, 14) befestigt ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schubladenschiene (14) einen Flansch (30) aufweist, der die in Ausziehrichtung
(A) vordere Seilrolle (22b) untergreift.
2. Auszugsführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest bei eingefahrener Schubladenschiene (14) auch die in Ausziehrichtung (A)
hintere Seilrolle (22a) von dem Flansch (30) untergriffen ist.
3. Auszugsführung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Seilrolle (22a, 22b) einen innen liegenden Rollenabschnitt (26), auf dem die
Seileinrichtung (24) läuft, und einen außen liegenden Rollenabschnitt (27), der von
dem Flansch (30) untergriffen ist, aufweist.
4. Auszugsführung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der außen liegende Rollenabschnitt (27) einen kleineren Rollendurchmesser aufweist
als der innen liegende Rollenabschnitt (26).
5. Auszugsführung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Seileinrichtung (24) als ein in sich geschlossenes Seil ausgebildet ist, das
auf den Seilrollen (22a, 22b) umläuft und sowohl an der Schubladenschiene (14) als
auch an der Korpusschiene (12) befestigt ist.
6. Auszugsführung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Seileinrichtung (24) als ein offenes Seil ausgebildet sein, dessen zwei Seilenden
beide entweder an der Schubladenschiene (14) oder an der Korpusschiene (12) befestigt
sind.
7. Auszugsführung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Seileinrichtung (24) durch zwei Seile gebildet ist, die jeweils um eine Seilrolle
(22a, 22b) geführt sind und mit ihrem einen Seilende an der Schubladenschiene (14)
und mit ihrem anderen Seilende an der Korpusschiene (12) befestigt sind.
8. Auszugsführung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schubladenschiene (14) als C-Schienenprofil ausgebildet ist.