Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Befüllen
eines Behälters mit einem Füllprodukt, das eine Basisflüssigkeit und zumindest eine
Dosagekomponente aufweist. Die Vorrichtung sowie das Verfahren kommen beispielsweise
in einer Getränkeabfüllanlage zum Abfüllen von mehrkomponentigen Getränken, wie etwa
Softdrinks, Säften oder karbonisierten Füllprodukten, zur Anwendung.
Stand der Technik
[0002] Um Füllprodukte bestehend aus mehreren Komponenten zu mischen und abzufüllen, sind
verschiedene Technologien zum Dosieren der einzelnen Komponenten bekannt, die im Folgenden
kurz vorgestellt werden:
So lassen sich die gewünschten Komponenten beispielsweise über separate Dosierstationen
einzeln dosieren und abfüllen, wie es beispielsweise aus der
US 2008/0271809 A1 hervorgeht. Die Verwendung von separaten Dosierstationen für eine Vielzahl von Komponenten
führt jedoch zu einem komplexen Anlagenaufbau und Prozessablauf, da die Abfüllung
jedes Behälters auf mehrere separate Dosier-/Abfüllstationen aufgeteilt wird, an denen
der Behälter für die jeweiligen Dosierzeiten positioniert werden muss. Es ist zwar
prinzipiell möglich, die mehreren Komponenten über separate Leitungen und Abgabeöffnungen
gleichzeitig und an einer gemeinsamen Abfüllstation in die Behälter einzudosieren,
dies ist jedoch durch die Größe der Flaschen- bzw. Behältermündung begrenzt.
[0003] Alternativ kann die Zusammenführung der Komponenten in einem gemeinsamen Füllventil
realisiert werden, vgl. beispielsweise
EP 0 775 668 A1 und
WO 2009/114121 A1. Die Dosierung einer einem Basisfluid hinzuzufügenden Komponente erfolgt hierbei
vordem Füllventilauslauf, wobei die gewünschte Menge beispielsweise durch eine Volumenmessung
mittels eines Durchflussmessers (
EP 0 775 668 A1) oder durch eine andere volumetrische Dosiertechnologie (
WO 2009/114121 A1), etwa mittels eines Dosierkolbens und/oder einer Membranpumpe, abgemessen werden
kann.
[0004] Hohe Dosiergenauigkeiten lassen sich durch eine Abmessung mit Hilfe eines Durchflussmessers
erreichen. Dieser misst das zu dosierende Volumen oder die zu dosierende Masse und
schließt bei Erreichen eines Schwellwertes ein Absperrventil in der Dosageleitung.
Andere volumetrische Dosierverfahren, wie etwa die Verwendung von Pumpen oder das
Zeit-/Druckfüllen, weisen oft größere Unsicherheiten auf und reagieren tendenziell
empfindlicher auf Änderungen des Dosagemediums, beispielsweise auf Änderungen des
Drucks, der Temperatur oder Zusammensetzung. Eine häufige Kalibrierung, insbesondere
bei einem Wechsel des Dosagemediums, ist die Folge. Eine gravimetrische Messung der
Dosagen ist aufgrund großer Unterschiede zwischen dem Dosagegewicht bei Kleinstmengen
(µl) und dem Behältergewicht kaum realisierbar.
[0005] Die oben dargelegten Technologien zeichnen sich dadurch aus, dass die Komponenten
zu einem späten Zeitpunkt, d.h. entweder während oder kurz vor der Abfüllung, vermischt
werden. Ein Vorteil der späten Zugabe von Komponenten, im Unterschied zur ebenfalls
üblichen industriellen Ausmischung von großen Mengen und späteren Abfüllung, besteht
darin, dass eine Verschleppung intensiver Aromastoffe, die beispielsweise in Dichtungen
migrieren und durch Reinigung nicht vollständig aus den Dichtungen entfernt werden
können, vermieden werden kann. Werden die Komponenten bis zur Behältermündung getrennt
voneinander transportiert und bleibt die Dosage tropffrei, kann eine Verschleppung
von Komponenten bzw. deren Aromastoffe im Wesentlichen ausgeschlossen werden.
[0006] Das späte Abmischen ist jedoch auch mit technischen Schwierigkeiten verbunden. So
ist eine zeitliche Optimierung des Abfüllvorgangs nicht ohne weiteres möglich, da
der Dosiervorgang beispielsweise unter Verwendung eines Durchflussmessers nicht beliebig
beschleunigt werden kann. Die Zeit, die der Behälter unter der Dosierstelle verbleibt,
ist direkt proportional zu der Leistung der Abfülllinie. Bei einem höheren Leistungsbedarf
muss daher entweder die Dosierzeit und damit der Dosierbereich verringert oder eine
zweite parallele Dosierlinie aufgebaut werden. Der mögliche Dosierbereich ist von
der zur Verfügung stehenden Dosierzeit und damit von der Linienleistung abhängig.
[0007] Es kommt hinzu, dass das späte Ausmischen eine nicht unerhebliche bauliche Komplexität
nach sich zieht. Im Fall kleiner Behältermündungen ist es nur schwer möglich, einen
sich bewegenden Behälter mit einem feststehenden Dosierkopf zu befüllen. Daher muss
sich entweder der Dosierkopf mit dem Behälter mitbewegen (beispielsweise als Rundläufer)
oder der Behälter unter dem Dosierkopf für den Dosier- und Abfüllvorgang stehen bleiben,
wie etwa bei einer Lineartaktmaschine. Wenn nun eine Vielzahl von verschiedenen Dosagekomponenten
gleichzeitig zur Verfügung stehen soll, sind beide Lösungen aufgrund der Vielzahl
an Füllstellen und/oder Dosagekomponenten am Füllventil maschinenbautechnisch aufwendig,
kosten- sowie wartungsintensiv und benötigen viel Bauraum.
[0008] Jene Dosagetechniken, die gleichzeitig das Volumen bestimmen und das Medium fördern,
etwa mittels Pumpen oder Kolbendosierer, weisen einen Nachteil darin auf, dass keine
Rückmeldung über das tatsächlich in den Behälter eingeleitete Volumen an die Steuerung
gegeben werden kann. Dies gilt gleichermaßen für die Zeit-/Druckfüllung. Falls ein
Ventil nicht öffnet oder die Leitung verstopft ist, kann dies vom System nicht ohne
weiteres sofort erkannt werden. Da eine nachträgliche Qualitätskontrolle des befüllten
Behälters bei einer individualisierten Befüllung mit mehreren Komponenten nicht oder
nur sehr aufwändig realisierbar ist, ist eine Rückmeldung des Dosagesystemes über
die tatsächlich dosierte Menge wünschenswert, wenn nicht zwingend erforderlich.
[0009] Die oben beschriebenen technischen Probleme haben zu einer Weiterentwicklung des
Dosier-/Abfüllprozesses geführt, die beispielsweise aus der
EP 2 272 790 A1 und
DE 10 2009 049 583 A1 hervorgeht. Hierbei werden direkt bei der Abfüllung die Komponenten des Füllprodukts
mittels eines Durchflussmessers dosiert und gemeinsam in den zu befüllenden Behälter
eingeleitet, wobei beim Dosieren eine Hauptkomponente von der zudosierten Komponente
rückwärts verdrängt wird. Das verdrängte Volumen der Hauptkomponente wird mittels
des Durchflussmessers ermittelt, und damit ist ebenfalls das Volumen der zudosierten
Komponente bekannt und steuerbar. Bei der anschließenden Abfüllung des Füllprodukts
in den Behälter wird die Hauptkomponente zusammen mit der zudosierten Komponente vollständig
aus dem Füllventil in den Behälter gespült, wobei gleichzeitig die Gesamtfüllmenge
mit demselben Durchflussmesser ermittelt werden kann. Beim nächsten Abfüllzyklus können
die Füllmengen und auch die zudosierten Komponentenmengen neu bestimmt werden. Damit
ist eine hochflexible Abfüllung individualisierter Getränke ohne Umstellzeiten möglich.
[0010] Ein technisches Problem der Dosierung durch Rückwärtsverdrängung unter Verwendung
eines Durchflussmessers betrifft jedoch die Grenzen des Dosierbereichs. Der Dosierbereich
kann sowohl durch die zur Verfügung stehende Dosierzeit als auch durch den Volumenstrom
des zu dosierenden Mediums beeinflusst werden. Da jeder Durchflussmesser unterhalb
der spezifischen Messgrenze, d.h. unterhalb einer bauartbedingten Minimalgeschwindigkeit,
keinen Fluss anzeigt und die Maximalgeschwindigkeit durch den quadratisch steigenden
Druckverlust vorgegeben ist, kann der Volumenstrom über eine Vordruckregelung oder
ein Proportionalventil nur in Grenzen geändert werden. Mit Auswahl der Nennweiten
der Leitungen, Instrumente und Ventile wird somit ein Dosierbereich festgelegt. In
Bezug auf die Dosierzeit als weiterer Parameter zur Festlegung des Dosierbereichs
wird die maximal mögliche Dosiermenge durch jene Zeit begrenzt, die maximal für die
Dosierung zur Verfügung steht. Die minimal mögliche Dosierzeit ist technisch begrenzt
durch die Reaktionszeit des Durchflussmessers, des Dosierventils und der Steuerung.
Bei kleinen Dosierzeiten (beispielsweise < 2 s) ist eine Beeinflussung der Dosiermenge
nur über die Dosierzeit möglich. Bei größeren Dosierzeiten (beispielsweise > 2 s)
ist zusätzlich auch eine Regelung des Durchflusses über ein Regelventil und einen
Durchflussmesser möglich. Zusätzlich zur Anpassung der Dosierzeit kann bei großen
Dosierzeiten somit der Durchfluss geregelt werden, weshalb der Dosierbereich in diesem
Fall deutlich größer ist als bei kleinen Dosierzeiten.
[0011] Daraus ergibt sich, dass bei der Verwendung eines Durchflussmessers für die Dosierung
der Komponenten das minimal zudosierbare Volumen begrenzt ist oder aber mit einer
erheblichen Erhöhung der Dosierzeit einhergeht. Gerade im Fall individualisierter
Getränke oder im Bereich individualisierter Arzneimittel oder Kosmetika wird jedoch
ein möglichst großer Dosierbereich angestrebt, d.h. es sollten sowohl sehr kleine
als auch sehr große Mengen der zu dosierende(n) Komponente(n) abmessbar sein, ohne
dass die Prozesseffizienz darunter leidet.
Darstellung der Erfindung
[0012] Eine Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine verbesserte Vorrichtung sowie ein
verbessertes Verfahren zum Befüllen eines Behälters mit einem Füllprodukt, das eine
Basisflüssigkeit und zumindest eine Dosagekomponente aufweist, vorzugsweise in einer
Getränkeabfüllanlage, bereitzustellen, insbesondere die Dosageflexibilität zu verbessern
und/oder den Dosagebereich zu vergrößern.
[0013] Die Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie einem
Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
folgen aus den Unteransprüchen, der folgenden Darstellung der Erfindung sowie der
Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele.
[0014] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist zum Befüllen eines Behälters mit einem Füllprodukt
aus einer Basisflüssigkeit und zumindest einer Dosagekomponente eingerichtet. Das
Füllprodukt ist demnach ein mehrkomponentiges Füllprodukt aus zumindest zwei Komponenten,
wobei eine der Komponenten zur sprachlichen Unterscheidung hierin als "Basisflüssigkeit"
bezeichnet sei und vorzugsweise als Hauptkomponente fungiert. Neben dem Abfüllen des
Füllprodukts ist die Vorrichtung zum Zusammenführen bzw. Mischen der Komponenten eingerichtet
und übernimmt insofern zumindest einen Teil des Herstellungsprozesses des abzufüllenden
Füllprodukts. Die Basisflüssigkeit ist beispielsweise Wasser. Die Dosagekomponente(n)
kann/können beispielsweise Sirup, Fruchtfleisch enthaltende Flüssigkeiten, Pulpe,
Aromen usw. umfassen. Da die Vorrichtung jedoch nicht nur zum Abfüllen von Getränken
im Lebensmittelbereich geeignet ist, sondern beispielsweise auch für die Zusammenmischung/Dosierung
und Abfüllung von Arzneimitteln, Farben und anderen Flüssigkeiten, umfassend hochviskose
und pastöse Flüssigkeiten, ist die Wahl der Basisflüssigkeit und Dosagekomponente(n)
nicht auf besondere Weise eingeschränkt.
[0015] Die Vorrichtung weist ein Basisreservoir, das eingerichtet ist, um die Basisflüssigkeit
bereitzustellen, sowie ein Füllventil auf, das eingerichtet ist, um das Füllprodukt
in den Behälter einzuleiten. Die Bezeichnung "Basisreservoir" umfasst hierin jedwede
Quelle zur Bereitstellung der Basisflüssigkeit. So kann das Basisreservoir beispielsweise
durch einen Tank oder Behälter realisiert sein, ebenso durch eine Rohr- oder Schlauchleitung,
welche die Basisflüssigkeit von einer externen Anlage zuführt. Dies gilt analog für
etwaige Dosagereservoire (weiter unten beschrieben) zur Bereitstellung von Dosagekomponenten.
[0016] Die Vorrichtung umfasst eine Basislinie mit einer Basisleitung, die das Basisreservoir
mit dem Füllventil in Fluidverbindung bringt, einem Durchflussmesser, der an der Basisleitung
zwischen dem Basisreservoir und dem Füllventil angeordnet und eingerichtet ist, um
die in der Basisleitung den Durchflussmesser passierende Fluidmenge zu bestimmen,
sowie einem Dosierraum, der zwischen dem Durchflussmesser und dem Füllventil angeordnet
ist.
[0017] Der Durchflussmesser kann zur Bestimmung der Fluidmenge den Volumenstrom, die transportierte
Masse oder eine andere physikalische Größe messen, aus der auf die durchströmende
Fluidmenge geschlossen werden kann. Vorzugsweise arbeitet der Durchflussmesser berührungslos.
Ferner ist der Durchflussmesser vorzugsweise so angeordnet, dass dieser ausschließlich
von der Basisflüssigkeit durchströmt wird, d.h. etwaige zudosierte Dosagekomponenten
(nachstehend beschrieben) gelangen nicht bis zum Durchflussmesser. Damit ändern sich
die Medieneigenschaften am Durchflussmesser nicht, und das Leitungssystem wird in
diesen Bereichen nicht durch unterschiedliche Fluide verschmutzt.
[0018] Die Vorrichtung weist ferner zumindest einen Dosagezweig der Basislinie auf, der
eingerichtet ist, um eine Dosagekomponente in den Dosierraum der Basislinie einzuleiten.
Der Dosierraum dient somit dem Einmischen einer oder mehrerer Dosagekomponenten in
die Basisflüssigkeit und kann im einfachsten Fall ein Leitungsabschnitt der Basisleitung
sein. Der Dosagezweig weist zu diesem Zweck vorzugsweise ein Dosagereservoir, das
die Dosagekomponente bereitstellt, eine damit in Fluidverbindung stehende Dosageleitung
sowie ein Dosageventil auf, das die Dosageleitung mit dem Dosierraum schaltbar in
Fluidverbindung bringt.
[0019] Die Vorrichtung umfasst ferner zumindest eine Nebenlinie mit einer Leitung, die das
Basisreservoir über ein Ventil, das vorzugsweise als Absperrventil ausgeführt ist,
mit dem Dosierraum der Basislinie in Fluidverbindung bringt, einem Durchflussmesser,
der an der Leitung zwischen dem Basisreservoir und dem Ventil angeordnet und eingerichtet
ist, um die in der Leitung den Durchflussmesser der Nebenlinie passierende Fluidmenge
zu bestimmen, sowie einem Dosierraum, der zwischen dem Durchflussmesser der Nebenlinie
und dem Ventil angeordnet ist.
[0020] Die Leitung(en) der einen oder mehreren Nebenlinien beziehen die Basisflüssigkeit
wie die Basisleitung ebenso vom Basisreservoir, beispielsweise indem diese mit dem
Basisreservoir verbunden sind oder stromaufwärts des Durchflussmessers der Basislinie
von der Basisleitung abzweigen. Selbstverständlich können die Basislinie und die Nebenlinie(n)
die Basisflüssigkeit aus unterschiedlichen Reservoiren beziehen; in diesem Fall bezeichnet
das Merkmal "Basisreservoir" die Gesamtheit aller Reservoire, welche die Basisflüssigkeit
bereitstellen.
[0021] Der Durchflussmesser der Nebenlinie kann wie der Durchflussmesser der Basislinie
zur Bestimmung der Fluidmenge den Volumenstrom, die transportierte Masse oder eine
andere physikalische Größe messen, aus der auf die durchströmende Fluidmenge geschlossen
werden kann. Vorzugsweise arbeitet der Durchflussmesser der Nebenlinie berührungslos.
Ferner ist der Durchflussmesser der Nebenlinie vorzugsweise so angeordnet, dass dieser
ausschließlich von der Basisflüssigkeit durchströmt wird, d.h. etwaige zudosierte
Dosagekomponenten gelangen nicht bis zum Durchflussmesser. Damit ändern sich die Medieneigenschaften
am Durchflussmesser nicht, und das Leitungssystem wird in diesen Bereichen nicht durch
unterschiedliche Fluide verschmutzt.
[0022] Die Vorrichtung weist ferner zumindest einen Dosagezweig der Nebenlinie auf, der
eingerichtet ist, um eine Dosagekomponente in den Dosierraum der Nebenlinie einzuleiten.
Der Dosierraum der Nebenlinie dient somit wie der Dosierraum der Basislinie dem Einmischen
einer oder mehrerer Dosagekomponenten in die Basisflüssigkeit und kann im einfachsten
Fall ein Leitungsabschnitt der Nebenlinie sein. Der Dosagezweig der Nebenlinie weist
zu diesem Zweck vorzugsweise ein Dosagereservoir des Dosagezweigs der Nebenlinie,
das die Dosagekomponente bereitstellt, eine damit in Fluidverbindung stehende Dosageleitung
des Dosagezweigs der Nebenlinie sowie ein Dosageventil des Dosagezweigs der Nebenlinie
auf, das die Dosageleitung des Dosagezweigs der Nebenlinie mit dem Dosierraum der
Nebenlinie schaltbar in Fluidverbindung bringt.
[0023] Es sei darauf hingewiesen, dass die Bezeichnungen "Basis-" und "Dosage-" keine Aussagen
über die Art, Qualität oder Menge der betreffenden Abschnitte und Füllproduktkomponenten
enthalten. Sie dienen hierin in erster Linie der sprachlichen Unterscheidung.
[0024] Die vorstehend dargelegte Vorrichtung zum Befüllen eines Behälters mit einem mehrkomponentigen
Füllprodukt aus einer Basisflüssigkeit und zumindest einer Dosagekomponente stellt
verschiedene technische Beiträge und Vorteile gegenüber herkömmlichen Konzepten bereit:
So vereinfacht die vollständige Befüllung des Behälters mit mehreren Komponenten an
einer einzigen Füllposition (der Position des Füllventils) die Handhabung der Behälter.
Ferner muss während der Dosierphase kein Behälter unter dem Füllventil stehen, da
die Dosierung nicht beim Abfüllen sondern in den Dosierräumen vorgenommen wird. Die
Zeit zum Dosieren kann synergetisch für den Behältertransport genutzt werden. Damit
ist das hierin dargestellte Konzept sowohl für Lineartaktmaschinen mit einer oder
mehreren Füllstellen als auch Rundläufermaschinen anwendbar. Im Fall von Rundläufermaschinen
können die Behälter das Karussell schon nach einem geringen Drehwinkel wieder verlassen.
Im Fall von Füllmaschinen, die zum Abfüllen karbonisierter Getränke eingerichtet sind,
kann eine etwaige Entlastungszeit synergetisch für die Dosierphase des nachfolgenden
Behälters genutzt werden.
[0025] Ein wichtiger technischer Beitrag besteht darin, dass durch die Anwendung einer oder
mehrerer Nebenlinien, die wie Dosagezweige in den Dosierraum der Basislinie einmünden,
der Dosierbereich erhöht und die Genauigkeit der Dosierung, insbesondere bei einer
gleichzeitigen Einmischung großer und kleiner Dosiermengen, deutlich verbessert werden
können. Eine weitere Erhöhung des Dosierbereiches und/oder Optimierung der Dosierzeit
folgt zudem daraus, dass in Zeiten, in denen Dosagekomponenten eines Typs in einer
Linie nicht dosiert werden, Dosagekomponenten anderen Typs darin dosiert, d.h. beispielsweise
für eine spätere Abfüllung vorbereitet werden können. Dies führt zu einer deutlichen
Erhöhung der Flexibilität der Vorrichtung.
[0026] Der maschinenbauliche Aufwand zur Realisierung der Vorrichtung ist vergleichsweise
gering, da das Leitungssystem durch Rohre oder Schlauchleitungen mit wenigen Ventilen
und nur einem einzigen Durchflussmesser pro Linie realisierbar ist. Es müssen keine
komplizierten Geometrien eingebaut werden, wodurch die Vorrichtung einfach zu reinigen
und zu warten ist. Das Verstopfungsrisiko ist gering. Die Vorrichtung ist zudem zum
Dosieren hochviskoser Fluide geeignet. Eine Verschleppung intensiver Aromastoffe,
die beispielsweise in Dichtungen migrieren und nicht durch eine Reinigung aus den
Dichtungen entfernt werden können, wird minimiert, da die Linien erst kurz vor dem
Füllventil zusammengeführt werden und die Füllprodukte aus den Nebenlinien erst bei
der Abfüllung in die fließende Strömung der Basislinie eingeleitet werden.
[0027] Vorzugsweise sind der Dosagezweig der Basislinie und der Dosagezweig der Nebenlinie
eingerichtet, um die gleiche Dosagekomponente in den zugehörigen Dosierraum einzuleiten.
Zu diesem Zweck weist der Dosagezweig der Basislinie vorzugsweise ein Dosagereservoir
des Dosagezweigs der Basislinie und der Dosagezweig der Nebenlinie ein Dosagereservoir
des Dosagezweigs der Nebenlinie auf, die beide die gleiche Dosagekomponente enthalten
bzw. bereitstellen. Die Vorrichtung erlaubt gemäß dieser Ausführungsform eine besonders
präzise, individualisierte Dosierung in einem weiten Dosierbereich, da je nachdem
in welchem Bereich sich die gewünschte Dosagemenge befindet, die Basislinie, die Nebenlinie
oder eine Kombination beider Linien genutzt werden kann. Zu diesem Zweck kann eine
Steuereinrichtung vorgesehen sein, die nicht nur die Zudosierung der Dosagekomponente(n)
in die Dosierräume regelt, sondern außerdem festlegt, durch welche Linien oder durch
welche Kombination von Linien die gewünschte Dosagemenge am genauesten und/oder effizientesten
dosierbar ist.
[0028] Die unterschiedlichen Dosageregime der Basis- und Nebenlinie(n) lassen sich durch
unterschiedliche Nennweiten bzw. Nenngrößen der beteiligten Komponenten realisieren.
So weist der Dosierraum der Basislinie vorzugsweise ein anderes, vorzugsweise größeres,
Innenvolumen als der Dosierraum der Nebenlinie auf. Alternativ oder zusätzlich ist
der Durchflussmesser der Basislinie vorzugsweise zur Bestimmung anderer, vorzugsweise
größerer, Durchflussmengen als der Durchflussmesser der Nebenlinie eingerichtet. Alternativ
oder zusätzlich können sich die Leitungsquerschnitte der beiden Dosierräume und/oder
Durchflussmesser und/oder Leitungsabschnitte stromaufwärts der Durchflussmesser unterscheiden.
[0029] Es sei darauf hingewiesen, dass sich die Bezeichnungen "stromabwärts" und "stromaufwärts"
hierin auf die Füllrichtung beziehen, d.h. jene Richtung, in die das Füllprodukt beim
Entleeren der Dosierräume zum Befüllen des Behälters strömt.
[0030] Vorzugsweise ist der Durchflussmesser der Basislinie und/oder der Durchflussmesser
der Nebenlinie eingerichtet, um die passierende bzw. durchströmende Fluidmenge in
der Füllrichtung und/oder der der Füllrichtung entgegengesetzten Richtung zu bestimmen.
Hierbei ist die "Rückstrommessung", d.h. die Bestimmung des von der eingeleiteten
Dosagekomponente rückwärts aus dem Dosierraum verdrängten Volumens der Basisflüssigkeit,
besonders bevorzugt, da auf diese Weise das Mischungsverhältnis auf maschinenbaulich
einfache, kompakte und zuverlässige Weise bestimmbar ist. Insbesondere ist lediglich
ein einziger Durchflussmesser pro Linie installiert, um sowohl die Basisflüssigkeit
als auch die Dosagekomponente(n) einzumessen und damit deren Verhältnis zu bestimmen.
[0031] Vorzugsweise weist die Vorrichtung zumindest zwei Dosagezweige der Basislinie, die
eingerichtet sind, um mehrere, vorzugsweise unterschiedliche, Dosagekomponenten in
den Dosierraum der Basislinie einzuleiten, und/oder zumindest zwei Dosagezweige der
Nebenlinie auf, die eingerichtet sind, um mehrere, vorzugsweise unterschiedliche,
Dosagekomponenten in den Dosierraum der Nebenlinie einzuleiten. Auf diese Weise lassen
sich mehrere Dosagekomponenten mit der Basisflüssigkeit vermischen, ohne dass sich
der Gesamtaufbau der Vorrichtung wesentlich verkompliziert.
[0032] Vorzugsweise umfasst die Vorrichtung eine zweite Nebenlinie mit einer Leitung, die
das Basisreservoir über ein Ventil, das vorzugsweise als Absperrventil ausgeführt
ist, mit dem Dosierraum der Basislinie in Fluidverbindung bringt, einem Durchflussmesser,
der an der Leitung zwischen dem Basisreservoir und dem Ventil angeordnet und eingerichtet
ist, um die in der Leitung den Durchflussmesser der zweiten Nebenlinie passierende
Fluidmenge zu bestimmen, sowie einem Dosierraum, der zwischen dem Durchflussmesser
der zweiten Nebenlinie und dem Ventil der zweiten Nebenlinie angeordnet ist. Gemäß
dieser besonders bevorzugten Ausführungsform weist die Vorrichtung ferner zumindest
einen Dosagezweig der zweiten Nebenlinie auf, der eingerichtet ist, um eine Dosagekomponente
in den Dosierraum der zweiten Nebenlinie einzuleiten. Durch die Bereitstellung einer
weiteren Nebenlinie kann die Vorrichtung drei Dosageregime unterscheiden, was eine
deutliche Verbesserung insbesondere bei der Einmischung schwer zu dosierender Klein-
und Kleinstmengen bringt.
[0033] Zu diesem Zweck können die Nennweiten bzw. Nenngrößen der beiden Nebenlinien entsprechend
ausgelegt sein. So weist der Dosierraum der ersten Nebenlinie vorzugsweise ein anderes,
vorzugsweise größeres, Innenvolumen als der Dosierraum der zweiten Nebenlinie auf.
Alternativ oder zusätzlich kann der Durchflussmesser der ersten Nebenlinie zur Bestimmung
anderer, vorzugsweise größerer, Durchflussmengen als der Durchflussmesser der zweiten
Nebenlinie eingerichtet sein. Alternativ oder zusätzlich können sich die Leitungsquerschnitte
der beiden Dosierräume und/oder Durchflussmesser und/oder Leitungsabschnitte stromaufwärts
der Durchflussmesser unterscheiden. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass auch mehrere
Nebenlinien mit den gleichen Nennweiten bzw. Dosierbereichen vorgesehen sein können,
sofern die Dosierbereiche bzw. Anzahl der Dosierkomponenten dies fordern.
[0034] Vorzugsweise weist einer oder weisen mehrere der Dosagezweige jeweils ein Dosagereservoir,
eine damit in Fluidverbindung stehende Dosageleitung sowie ein Dosageventil auf, das
die Dosageleitung mit dem zugehörigen Dosierraum schaltbar in Fluidverbindung bringt.
Auf diese Weise ist die Einmischung der Dosagekomponenten in die entsprechenden Dosierräume
auf technisch einfache, flexible sowie zuverlässige Weise realisierbar.
[0035] Vorzugsweise weist die Vorrichtung ein oder mehrere Dosierventile, die besonders
bevorzugt magnetisch schaltbar sind, auf, die in Füllrichtung betrachtet jeweils unmittelbar
stromabwärts oder stromaufwärts bezüglich eines zugehörigen Durchflussmessers angeordnet
sind. Die Dosierventile befinden sich gemäß dieser besonders bevorzugten Ausführungsform
insbesondere stromaufwärts der Zuleitungen der entsprechenden Dosagezweige (und im
Fall der Basislinie stromaufwärts der Ventile der Nebenlinie(n)). Auf diese Weise
lässt sich die Reaktionszeit zwischen der Durchflussmengendetektion und dem Stopp
der Einleitung der Dosagekomponente(n), insbesondere die Schwankungen der Reaktionszeit,
im Vergleich zum Schalten der Absperrventile der jeweiligen dosierten Komponente verringern,
wodurch die Dosagegenauigkeit weiter verbessert wird. Dies ist insbesondere bei der
Dosage von Klein- und Kleinstmengen nützlich.
[0036] Die Dosierventile sind vorzugsweise stetig regelbar oder steuerbar ausgeführt, so
dass unterschiedliche Fließquerschnitte eingestellt werden können. Damit können unterschiedliche
Durchflussgeschwindigkeiten während der Dosierung realisiert werden, und der Dosierbereich
wird weiter vergrößert.
[0037] Die Absperrventile der Dosagezweige hingegen umfassen vorzugsweise nur zwei Zustände,
offen und geschlossen.
[0038] Die oben genannte Aufgabe wird ferner durch ein Verfahren zum Befüllen eines Behälters
mit einem Füllprodukt, das eine Basisflüssigkeit und zumindest eine Dosagekomponente
aufweist, gelöst. Das Verfahren verwendet die Vorrichtung gemäß einer der beschriebenen
Ausführungsformen und weist auf: Bereitstellen der Basisflüssigkeit durch das Basisreservoir;
Einfüllen der Basisflüssigkeit aus dem Basisreservoir in den Dosierraum der Basislinie;
Einfüllen der Basisflüssigkeit aus dem Basisreservoir in den Dosierraum der Nebenlinie;
Einfüllen der Dosagekomponente aus dem Dosagezweig der Basislinie in den Dosierraum
der Basislinie, wobei für die Eindosierung der Dosagekomponente der Durchflussmesser
der Basislinie die in der Basisleitung den Durchflussmesser passierende Fluidmenge
bestimmt; Einfüllen der Dosagekomponente aus dem Dosagezweig der Nebenlinie in den
Dosierraum der Nebenlinie, wobei für die Eindosierung der Dosagekomponente der Durchflussmesser
der Nebenlinie die in der Leitung der Nebenlinie den Durchflussmesser der Nebenlinie
passierende Fluidmenge bestimmt; und Entleeren des Dosierraums der Basislinie und
des Dosierraums der Nebenlinie über das Füllventil in den Behälter. Die Entleerung
des Dosierraums der Basislinie und des Dosierraums der Nebenlinie wird vorzugsweise
im Wesentlichen gleichzeitig durchgeführt. Dies kann durch ein gleichzeitiges Öffnen
des Füllventils und des Ventils der Nebenlinie erreicht werden.
[0039] Die Merkmale, technischen Wirkungen, Vorteile sowie Ausführungsbeispiele, die in
Bezug auf die Vorrichtung beschrieben wurden, gelten analog für das Verfahren.
[0040] So wird die Basisflüssigkeit aus dem Basisreservoir vorzugsweise im Wesentlichen
gleichzeitig in den Dosierraum der Basislinie und den Dosierraum der Nebenlinie eingefüllt.
Gleichermaßen werden die Dosagekomponenten vorzugsweise gleichzeitig in den Dosierraum
der Basislinie und in den Dosierraum der Nebenlinie eingeleitet. Auf diese Weise können
die unterschiedlichen Dosageregime realisiert werden, ohne dass sich die Gesamtdosagezeit
erhöht, die für das Einleiten und Dosieren der Dosagekomponenten erforderlich ist.
[0041] Vorzugsweise bestimmt beim Einfüllen der Dosagekomponente aus dem Dosagezweig der
Basislinie in den Dosierraum der Basislinie der Durchflussmesser der Basislinie die
aus dem Dosierraum der Basislinie entgegengesetzt zur Füllrichtung verdrängte Fluidmenge.
Alternativ oder zusätzlich bestimmt beim Einfüllen der Dosagekomponente aus dem Dosagezweig
der Nebenlinie in den Dosierraum der Nebenlinie vorzugsweise der Durchflussmesser
der Nebenlinie die aus dem Dosierraum der Nebenlinie entgegengesetzt der Füllrichtung
verdrängte Fluidmenge. Auf diese Weise ist das Mischungsverhältnis auf maschinenbaulich
einfache und zuverlässige Weise bestimmbar.
[0042] Insbesondere ist lediglich ein einziger Durchflussmesser pro Linie erforderlich,
um sowohl die Basisflüssigkeit als auch die Dosagekomponente(n) einzumessen und damit
deren Verhältnis zu bestimmen. Dies kann dadurch erreicht werden, dass beim Einfüllen
der Basisflüssigkeit aus dem Basisreservoir in den Dosierraum der Basislinie der Durchflussmesser
der Basislinie die in Füllrichtung in den Dosierraum der Basislinie eintretende Fluidmenge
bestimmt. Alternativ oder zusätzlich bestimmt kann der Durchflussmesser der Nebenlinie
beim Einfüllen der Basisflüssigkeit aus dem Basisreservoir in den Dosierraum der Nebenlinie
die in Füllrichtung in den Dosierraum der Nebenlinie eintretende Fluidmenge bestimmen.
[0043] Im Fall einer zweiten Nebenlinie weist das Verfahren vorzugsweise ferner auf: Einfüllen
der Basisflüssigkeit aus dem Basisreservoir in den Dosierraum der zweiten Nebenlinie;
Einfüllen der Dosagekomponente aus dem Dosagezweig der zweiten Nebenlinie in den Dosierraum
der zweiten Nebenlinie, wobei für die Eindosierung der Dosagekomponente der Durchflussmesser
der zweiten Nebenlinie die in der Leitung der zweiten Nebenlinie den Durchflussmesser
der zweiten Nebenlinie passierende Fluidmenge bestimmt; und Entleeren des Dosierraums
der zweiten Nebenlinie über das Füllventil in den Behälter. Die Entleerung des Dosierraums
der Basislinie, des Dosierraums der ersten Nebenlinie sowie des Dosierraums der zweiten
Nebenlinie wird vorzugsweise im Wesentlichen gleichzeitig durchgeführt. Dies kann
durch ein gleichzeitiges Öffnen des Füllventils und der Ventile der Nebenlinien erreicht
werden. Durch die Bereitstellung einer weiteren Nebenlinie kann die Vorrichtung drei
Dosageregime unterscheiden, was eine deutliche Verbesserung insbesondere bei der Einmischung
schwer zu dosierender Klein- und Kleinstmengen bringt.
[0044] Wenn die Vorrichtung ein oder mehrere Dosierventile aufweist, werden diese vorzugsweise
für das Eindosieren der Dosagekomponente in den entsprechenden Dosierraum geöffnet
und beim Erreichen der gewünschten Dosagemenge geschlossen. Auf diese Weise lässt
sich die Reaktionszeit zwischen der Durchflussmengendetektion und dem Stopp der Einleitung
der Dosagekomponente(n), insbesondere die Schwankungen der Reaktionszeit, verringern,
wodurch die Dosagegenauigkeit weiter verbessert wird. Dies ist insbesondere bei der
Dosage von Klein- und Kleinstmengen nützlich. Vorzugsweise sind die Dosierventile
mit stetiger Stellungsregelung zur Steuerung oder Regelung der Durchflussgeschwindigkeit
ausgeführt.
[0045] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung sind aus der folgenden Beschreibung
bevorzugter Ausführungsbeispiele ersichtlich. Die dort beschriebenen Merkmale können
alleinstehend oder in Kombination mit einem oder mehreren der oben dargelegten Merkmale
umgesetzt werden, insofern sich die Merkmale nicht widersprechen. Die folgende Beschreibung
bevorzugter Ausführungsbeispiele erfolgt dabei mit Bezug auf die begleitenden Zeichnungen.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0046]
Die Figur 1 ist eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zum Befüllen eines
Behälters mit einem mehrkomponentigen Füllprodukt.
Die Figur 2 ist eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zum Befüllen eines
Behälters mit einem mehrkomponentigen Füllprodukt gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel.
Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele
[0047] Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele anhand der Figuren beschrieben.
Dabei sind gleiche, ähnliche oder gleichwirkende Elemente in den Figuren mit identischen
Bezugszeichen versehen, und auf eine wiederholte Beschreibung dieser Elemente wird
teilweise verzichtet, um Redundanzen zu vermeiden.
[0048] Die Figur 1 ist eine schematische Darstellung einer Vorrichtung 1 zum Befüllen eines
Behälters 2 mit einem mehrkomponentigen Füllprodukt.
[0049] Die Vorrichtung 1 weist ein Basisreservoir 10 für eine Basisflüssigkeit, die auch
als Hauptprodukt angesehen werden kann, sowie ein Füllventil 11 auf. Die Basisflüssigkeit
und Dosagekomponenten, die über ein nachstehend beschriebenes Fluidsystem hinzugemischt
werden, werden über das Füllventil 11 in den Behälter 2 eingeleitet. Die Basisflüssigkeit
ist beispielsweise Wasser. Die Dosagekomponenten können beispielsweise Sirup, Fruchtfleisch
enthaltende Flüssigkeiten, Pulpe, Aromen usw. umfassen. Da die Vorrichtung 1 jedoch
nicht nur zum Abfüllen von Getränken im Lebensmittelbereich geeignet ist, sondern
beispielsweise auch für die Zusammenmischung/Dosierung und/oder Abfüllung von Arzneimitteln,
Kosmetika, Farben und anderen Flüssigkeiten, umfassend hochviskose und pastöse Flüssigkeiten,
ist die Wahl der Basisflüssigkeit und Dosagekomponente(n) nicht auf besondere Weise
eingeschränkt.
[0050] Die Vorrichtung 1 weist eine Basislinie 20 und im vorliegenden Ausführungsbeispiel
zwei Nebenlinien 30, 40 auf, die für das Einmischen von Dosagekomponenten unterschiedlicher
Mengen und/oder einer größeren Anzahl in die Basisflüssigkeit eingerichtet sind.
[0051] Die Basislinie 20 weist zu diesem Zweck eine Basisleitung 21 auf, die sich vom Basisreservoir
10 zum Füllventil 11 erstreckt. Die Basisleitung 21 ist mit einem Durchflussmesser
22 der Basislinie ausgestattet. Der Durchflussmesser 22 ist vorzugsweise eine berührungslose,
etwa eine induktive, Messeinrichtung zur Bestimmung des den Durchflussmesser 22 passierenden
Flüssigkeitsstroms, Volumenstroms, der transportierten Masse oder dergleichen. Dies
gilt gleichermaßen für die nachstehend beschriebenen Durchflussmesser 32, 42 der Nebenlinien.
[0052] Der Abschnitt der Basisleitung 21, der sich zwischen dem Durchflussmesser 22 und
dem Füllventil 11 befindet, sei als Dosierraum 23 der Basislinie 20 bezeichnet oder
enthält einen solchen. In den Dosierraum 23 münden gemäß dem vorliegenden Ausführungsbeispiel
zwei Dosagezweige 24, 25 ein. Die beiden Dosagezweige 24, 25 weisen jeweils ein Dosagereservoir
24a, 25a, eine damit in Fluidverbindung stehende Dosageleitung 24b, 25b sowie ein
Dosageventil 24c, 25c auf, das die zugehörige Dosageleitung 24b, 25b mit dem Dosierraum
23 der Basislinie schaltbar in Fluidverbindung bringt.
[0053] Mit der Auswahl der Nennweiten des Dosierraums 23, des Durchflussmessers 22 und/oder
der Dosagezweige 24, 25 wird ein Dosierbereich für die Basislinie 20 festgelegt, der
gemäß dem vorliegenden Ausführungsbeispiel vorzugsweise für vergleichsweise große
Dosagemengen ausgelegt ist.
[0054] Für die Dosage anderer, vorzugsweise kleinerer, Mengen, weist die Vorrichtung 1 gemäß
dem vorliegenden Ausführungsbeispiel eine erste und eine zweite Nebenlinie 30, 40
auf, die beispielsweise entsprechend für die Dosage von Kleinmengen und Kleinstmengen
ausgelegt sein können. Die erste Nebenlinie 30 weist eine Leitung 31 der ersten Nebenlinie
auf, die mit einem Durchflussmesser 32 der ersten Nebenlinie ausgestattet ist. Analog
weist die zweite Nebenlinie 40 eine Leitung 41 der zweiten Nebenlinie auf, die mit
einem Durchflussmesser 42 der zweiten Nebenlinie ausgestattet ist.
[0055] Die Leitungen 31 und 41 der beiden Nebenlinien 30, 40 beziehen wie die Basisleitung
21 die Basisflüssigkeit, indem diese mit dem Basisreservoir 10 verbunden sind oder
stromaufwärts des Durchflussmessers 22 von der Basisleitung 21 abzweigen. Beide Leitungen
31, 41 münden über ein entsprechendes Ventil 36, 46 der ersten und zweiten Nebenlinie,
die vorzugsweise als Absperrventile ausgeführt sind, in den Dosierraum 23 der Basislinie
20 ein. Analog zur Basislinie 20 befinden sich zwischen den Durchflussmessern 32,
42 und den zugehörigen Ventilen 36, 46 je ein Dosierraum, die hierin als Dosierraum
33 der ersten Nebenlinie und Dosierraum 43 der zweiten Nebenlinie bezeichnet sind.
Es sei darauf hingewiesen, dass die Basislinie 20 und die Nebenlinien 30, 40 die Basisflüssigkeit
aus unterschiedlichen Reservoiren beziehen können, auch wenn in den Figuren 1 und
2 der Übersichtlichkeit halber nur ein Basisreservoir 10 gezeigt ist.
[0056] In die Dosierräume 33, 43 der Nebenlinien münden jeweils zwei Dosagezweige ein, die
unter Fortführung der hierin gewählten Terminologie als erster Dosagezweig 34 der
ersten Nebenlinie, zweiter Dosagezweig 35 der ersten Nebenlinie, erster Dosagezweig
44 der zweiten Nebenlinie und zweiter Dosagezweig 45 der zweiten Nebenlinie bezeichnet
sind. Die Dosagezweige 34, 35, 44, 45 der Nebenlinien weisen jeweils ein Dosagereservoir
34a, 35a, 44a, 45a, eine damit in Fluidverbindung stehende Dosageleitung 34b, 35b,
44b, 45b sowie ein Dosageventil 34c, 35c, 44c, 45c auf, das die Dosageleitung 34b,
35b, 44b, 45b mit dem zugehörigen Dosierraum 33, 43 schaltbar in Fluidverbindung bringt.
[0057] Die ersten Dosagereservoire 24a, 34a, 44a stellen vorzugsweise eine erste Dosagekomponente
und die zweiten Dosagereservoire 25a, 35a, 45a stellen vorzugsweise eine zweite Dosagekomponente,
die sich von der ersten Dosagekomponente unterscheidet, bereit, so dass in den Nebenlinien
30, 40 prinzipiell die gleichen Dosagekomponenten zur Basisflüssigkeit wie in der
Basislinie 20 hinzugefügt werden können, jedoch optimiert für unterschiedliche Dosagemengen
bzw. Dosageregime. Allerdings ist eine solche Entsprechung nicht unbedingt erforderlich.
So können die Dosagereservoire 24a, 34a, 44a, 25a, 35a, 45a der Basis- und Nebenlinien
20, 30, 40 auch unterschiedliche Dosagekomponenten beinhalten, wodurch die Flexibilität
der Anlage erhöht werden kann, indem beispielsweise aktuell nicht benötigte Dosagekomponenten
für einen späteren Gebrauch vordosiert werden.
[0058] Nachfolgend wird der Dosage- und Abfüllprozess anhand der Vorrichtung 1 gemäß dem
Ausführungsbeispiel der Figur 1 beschrieben:
Alle Linien, d.h. die Basislinie 20 und die beiden Nebenlinien 30, 40, werden zu Beginn
jedes Füllzyklus mit der Basisflüssigkeit gespült, wodurch die zugehörigen Dosierräume
23, 33, 43 bei geschlossenem Füllventil 11 und geschlossenen Ventilen 36, 46 mit der
Basisflüssigkeit gefüllt werden. Beim Füllen der Dosierräume 23, 33, 43 können die
zugehörigen Durchflussmesser 22, 32, 42 den Durchfluss an Basisflüssigkeit in der
Vorwärtsrichtung, d.h. der Füllrichtung, messen. Auf diese Weise lässt sich das gewünschte
Gesamtfüllvolumen des entsprechenden Dosierraums 23, 33, 43 ermitteln und einstellen.
[0059] Anschließend werden in die Dosierräume 23, 33, 43 die Dosagekomponenten eingeleitet,
indem die entsprechenden Dosageventile 24c, 25c, 34c, 35c, 44c, 45c geöffnet werden.
Die Dosagekomponenten können gleichzeitig oder nacheinander eingeleitet werden. Das
Einleiten der Dosagekomponenten führt dazu, dass ein Teil der Basisflüssigkeit rückwärts
aus den Dosierräumen 23, 33, 43 heraus verdrängt wird. Hierbei wird der rückwärtsgerichtete
Durchfluss von den entsprechenden Durchflussmessern 22, 32, 42 detektiert. Die Dosageventile
24c, 25c, 34c, 35c, 44c, 45c, die als reine Absperrventile oder auch als regelbare
Absperrventile ausgeführt sein können, bleiben solange geöffnet, bis das gewünschte
Volumen der Dosagekomponente(n) in die Dosierräume 23, 33, 43 eingefüllt ist. Zu diesem
Zweck sind die Durchflussmesser 22, 32, 42 sowie die Ventile der Vorrichtung 1 mit
einer Steuereinrichtung (in den Figuren nicht dargestellt) kommunizierend verbunden,
die auf der Grundlage der Detektionsergebnisse der Durchflussmesser 22, 32, 42 den
Zeitpunkt des Öffnens/Schließens oder allgemein das Schaltverhalten der beteiligten
Komponenten bestimmt. Es sei darauf hingewiesen, dass die Menge jeder einzelnen Dosagekomponente
genau bestimmt werden kann, indem unterschiedliche Dosagekomponenten einer Linie nacheinander
eingeleitet werden.
[0060] In der anschließenden Abfüllphase werden alle Dosierräume 23, 33, 43 gleichzeitig
oder nacheinander über das Füllventil 11 in den Behälter 2 entleert, wodurch die Linien
vollständig gespült werde. Das Abfüllvolumen ergibt sich somit aus der Summe der Abfüllvolumina
aller Dosierräume 23, 33, 43.
[0061] Die Reservoire 10, 24a, 25a, 34a, 35a, 44a, 45a für die Basisflüssigkeit und die
Dosagekomponenten können jeweils separat oder gemeinsam mit einem Gasdruck im Kopfraum
beaufschlagt werden, um die notwendige Druckdifferenz für die Förderung der entsprechenden
Fluide sicherzustellen. Durch eine individuelle Anpassbarkeit des Förderdruckes kann
die Fließgeschwindigkeit auch bei unterschiedlichen Medien mit variierenden Dichten
und/oder Viskositäten variiert und eingestellt werden.
[0062] Durch die Auslegung der Nennweiten der Dosierräume 23, 33, 43 auf die gewünschten
Dosiermengen und Durchflussgeschwindigkeiten lässt sich eine genaue Dosierung und
eine optimale Ausspülung mit der Basisflüssigkeit erzielen. Die Vorrichtung 1 erlaubt
zudem eine präzise, individualisierte Dosierung in einem ausgesprochen weiten Dosierbereich,
da die schwer zu dosierenden Klein- und Kleinstmengen in dafür optimierte Nebenlinien
30, 40 ausgelagert wird. Die Steuereinrichtung kann nun je nach der gewünschten Dosagemenge
bestimmen, durch welche Linie oder durch welche Kombination von Linien das gewünschte
Füllprodukt am besten produzierbar ist.
[0063] Die Zusammenführung der Linien kurz vor dem Füllventil 11 führt während der Abfüllphase
aufgrund der Dosage in eine fließende Strömung zu einer verschleppungsfreien Abfüllung.
[0064] Es sei darauf hingewiesen, dass weder die Anzahl der Linien noch die Anzahl der in
die einzelnen Linien einmündenden Dosagezweige auf besonderen Weise eingeschränkt
sind, solange sichergestellt wird, dass zumindest zwei Linien, vorzugsweise optimiert
für unterschiedliche Dosagemengen, installiert sind.
[0065] Die Dauer der Dosierphase gibt die maximal für eine Dosagekomponente verfügbare Dosierzeit
vor, in dem Fall, dass die anderen Dosagekomponenten der entsprechenden Linie nicht
dosiert werden müssen. Ebenso ist während der Dosierphase kein Behälter 2 unter dem
Füllventil 11 notwendig. Somit kann die Dosierphase synergetisch für den Behältertransport
verwendet werden.
[0066] Ein weiteres Ausführungsbeispiel berücksichtigt die Tatsache, dass die Reaktionszeiten
zwischen der Durchflussmengendetektion mittels der Durchflussmesser 22, 32, 42 und
der Schaltung der Dosageventile 24c, 25c, 34c, 35c, 44c, 45c, insbesondere die Schwankungen
der Reaktionszeiten, die Genauigkeit der Dosiermenge mitbestimmen. Im Lebensmittelbereich
werden für produktberührte Anwendungen überwiegend pneumatische Ventile verwendet.
Diese weisen jedoch den technischen Nachteil tendenziell längerer Reaktionszeiten
gegenüber magnetisch angetriebenen Ventilen auf und können damit zu einer Verringerung
der Dosagegenauigkeit führen.
[0067] Aus diesem Grund ist es nützlich, insbesondere bei der Abfüllung von Füllprodukten
im Lebensmittelbereich, Dosierventile in der Umgebung der Durchflussmesser 22, 32,
42, vorzugsweise direkt hinter den Durchflussmessern, anzuordnen. Die Figur 2 ist
eine schematische Darstellung einer solchen Vorrichtung 1 gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel.
[0068] Hierbei befinden sich unmittelbar stromabwärts der Durchflussmesser 22, 32, 42 jeweils
ein Dosierventil 27, 37, 47. Die Dosierventile 27, 37, 47 sind vorzugsweise magnetisch
schaltbar, um deren Reaktionszeit zu optimieren. Die Dosierventile 27, 37, 47 reagieren
bei einem magnetischen Antrieb sehr schnell und können sowohl als reine Absperrventile,
insbesondere für kurze Dosierzeiten, als auch als Absperr- und Regelventile, insbesondere
für längere Dosierzeiten, ausgeführt sein. Wenn die Dosierventile 27, 37, 47 ferner
so eingebaut und eingerichtet sind, dass sie ausschließlich von der Basisflüssigkeit,
beispielsweise Wasser, durchströmt werden, sind die Anforderungen an Hygiene und Ausspülverhalten
geringer als bei dem Füllventil 11 und den Ventilen 36, 46 der Nebenlinien 30, 40,
die auch von den Dosagekomponenten durchflossen werden.
[0069] Es sei darauf hingewiesen, dass nicht unbedingt jede Linie mit einem Dosierventil
27, 37, 47 ausgestattet sein muss. Da eine Verbesserung der Dosiergenauigkeit insbesondere
für Klein- und Kleinstmengen angestrebt wird, kann es beispielsweise genügen, wenn
eine oder mehrere der Nebenlinien 30, 40 ein Dosierventil 37, 47 aufweist.
[0070] Der übrige Aufbau der Vorrichtung 1 gemäß der Figur 2 unterscheidet sich nicht von
dem der in der Figur 1 dargestellten Vorrichtung 1.
[0071] Die Vorrichtung 1 sowie das Verfahren zum Herstellen eines mehrkomponentigen Füllprodukts
aus einer Basisflüssigkeit und zumindest einer darin eingemischten Dosagekomponente
und Abfüllen des Füllprodukts gemäß den hierin dargelegten Ausführungsbeispielen stellen
verschiedene technische Beiträge und Vorteile gegenüber herkömmlichen Konzepten bereit:
So vereinfacht die vollständige Befüllung des Behälters 2 an einer einzigen Position
die Handhabung der Behälter 2. Ferner muss während der Dosierphase kein Behälter 2
unter dem Füllventil 11 stehen, da die Dosierung nicht beim Abfüllen sondern in den
Dosierräumen 23, 33, 43 vorgenommen wird. Die Zeit zum Dosieren kann synergetisch
für den Behältertransport verwendet werden. Damit ist das hierin dargestellte Konzept
sowohl für Lineartaktmaschinen mit einer oder mehreren Füllstellen als auch Rundläufermaschinen
anwendbar. Im Fall von Rundläufermaschinen können die Behälter 2 das Karussell schon
nach einem geringen Drehwinkel wieder verlassen. Im Fall von Füllmaschinen, die zum
Abfüllen karbonisierter Getränke eingerichtet sind, kann eine etwaige Entlastungszeit
synergetisch für die Dosierphase des nachfolgenden Behälters 2 genutzt werden.
[0072] Ein wichtiger technischer Beitrag besteht darin, dass durch die Anwendung einer oder
mehrerer Nebenlinien 30, 40, die wie Dosagezweige in den Dosierraum 23 der Basislinie
20 einmünden, der Dosierbereich vergrößert und die Genauigkeit der Dosierung, insbesondere
bei einer gleichzeitigen Einmischung großer und kleiner Dosiermengen, verbessert werden
können. Eine weitere Vergrößerung des Dosierbereiches und/oder Optimierung der Dosierzeit
folgt auch daraus, dass in Zeiten, in denen bestimmte Dosagekomponenten in einer Linie
nicht dosiert werden, andere Komponenten dosiert werden können. Dies führt zu einer
deutlichen Erhöhung der Flexibilität des Dosiersystems.
[0073] Die Durchflussmesser 22, 32, 42 und die etwaigen zugehörigen Dosierventile 27, 37,
47 werden stets nur von der Basisflüssigkeit, d.h. in den meisten Fällen Wasser, durchflossen.
Damit ändern sich die Medieneigenschaften nicht und das Leitungssystem wird in diesen
Bereichen nicht durch unterschiedliche Fluide verschmutzt.
[0074] Der maschinenbauliche Aufwand zur Realisierung der Vorrichtung 1 ist gering, da das
Leitungssystem durch Rohre oder Schlauchleitungen mit wenigen Ventilen und nur einem
einzigen Durchflussmesser pro Linie realisierbar ist. Es müssen keine komplizierten
Geometrien eingebaut werden, wodurch die Vorrichtung 1 einfach zu reinigen und zu
warten ist. Das Verstopfungsrisiko ist gering. Die Vorrichtung 1 ist zudem zum Dosieren
hochviskoser Fluide geeignet. Eine Verschleppung intensiver Aromastoffe, die beispielsweise
in Dichtungen migrieren und nicht durch eine Reinigung aus den Dichtungen entfernt
werden können, wird minimiert, da die Linien erst kurz vordem Füllventil 11 zusammengeführt
werden und die Füllprodukte aus den Nebenlinien 30, 40 zudem erst bei der Abfüllung
in die fließende Strömung der Basislinie 20 eingeleitet werden.
[0075] Soweit anwendbar können alle einzelnen Merkmale, die in den Ausführungsbeispielen
dargestellt sind, miteinander kombiniert und/oder ausgetauscht werden, ohne den Bereich
der Erfindung zu verlassen.
Bezuqszeichenliste
[0076]
- 1
- Vorrichtung zum Befüllen eines Behälters
- 2
- Behälter
- 10
- Basisreservoir
- 11
- Füllventil
- 20
- Basislinie
- 21
- Basisleitung der Basislinie
- 22
- Durchflussmesser der Basislinie
- 23
- Dosierraum der Basislinie
- 24
- Erster Dosagezweig der Basislinie
- 24a
- Dosagereservoir des ersten Dosagezweigs der Basislinie
- 24b
- Dosageleitung des ersten Dosagezweigs der Basislinie
- 24c
- Dosageventil des ersten Dosagezweigs der Basislinie
- 25
- Zweiter Dosagezweig der Basislinie
- 25a
- Dosagereservoir des zweiten Dosagezweigs der Basislinie
- 25b
- Dosageleitung des zweiten Dosagezweigs der Basislinie
- 25c
- Dosageventil des zweiten Dosagezweigs der Basislinie
- 27
- Dosierventil der Basislinie
- 30
- Erste Nebenlinie (bspw. für Kleinmengen)
- 31
- Leitung der ersten Nebenlinie
- 32
- Durchflussmesser der ersten Nebenlinie
- 33
- Dosierraum der ersten Nebenlinie
- 34
- Erster Dosagezweig der ersten Nebenlinie
- 34a
- Dosagereservoir des ersten Dosagezweigs der ersten Nebenlinie
- 34b
- Dosageleitung des ersten Dosagezweigs der ersten Nebenlinie
- 34c
- Dosageventil des ersten Dosagezweigs der ersten Nebenlinie
- 35
- Zweiter Dosagezweig der ersten Nebenlinie
- 35a
- Dosagereservoir des zweiten Dosagezweigs der ersten Nebenlinie
- 35b
- Dosageleitung des zweiten Dosagezweigs der ersten Nebenlinie
- 35c
- Dosageventil des zweiten Dosagezweigs der ersten Nebenlinie
- 36
- Ventil der ersten Nebenlinie
- 37
- Dosierventil der ersten Nebenlinie
- 40
- Zweite Nebenlinie (bspw. für Kleinstmengen)
- 41
- Leitung der zweiten Nebenlinie
- 42
- Durchflussmesser der zweiten Nebenlinie
- 43
- Dosierraum der zweiten Nebenlinie
- 44
- Erster Dosagezweig der zweiten Nebenlinie
- 44a
- Dosagereservoir des ersten Dosagezweigs der zweiten Nebenlinie
- 44b
- Dosageleitung des ersten Dosagezweigs der zweiten Nebenlinie
- 44c
- Dosageventil des ersten Dosagezweigs der zweiten Nebenlinie
- 45
- Zweiter Dosagezweig der zweiten Nebenlinie
- 45a
- Dosagereservoir des zweiten Dosagezweigs der zweiten Nebenlinie
- 45b
- Dosageleitung des zweiten Dosagezweigs der zweiten Nebenlinie
- 45c
- Dosageventil des zweiten Dosagezweigs der zweiten Nebenlinie
- 46
- Ventil der zweiten Nebenlinie
- 47
- Dosierventil der zweiten Nebenlinie
1. Vorrichtung (1) zum Befüllen eines Behälters (2) mit einem Füllprodukt, das eine Basisflüssigkeit
und zumindest eine Dosagekomponente aufweist, vorzugsweise in einer Getränkeabfüllanlage,
die aufweist:
ein Basisreservoir (10), das eingerichtet ist, um die Basisflüssigkeit bereitzustellen;
ein Füllventil (11), das eingerichtet ist, um das Füllprodukt in den zu befüllenden
Behälter (2) einzuleiten;
eine Basislinie (20) mit einer Basisleitung (21), die das Basisreservoir (10) mit
dem Füllventil (11) in Fluidverbindung bringt, einem Durchflussmesser (22), der an
der Basisleitung (21) zwischen dem Basisreservoir (10) und dem Füllventil (11) angeordnet
und eingerichtet ist, um die in der Basisleitung (21) den Durchflussmesser (22) passierende
Fluidmenge zu bestimmen, sowie einem Dosierraum (23), der zwischen dem Durchflussmesser
(22) und dem Füllventil (11) angeordnet ist;
zumindest einen Dosagezweig (24) der Basislinie, der eingerichtet ist, um eine Dosagekomponente
in den Dosierraum (23) der Basislinie einzuleiten;
zumindest eine Nebenlinie (30) mit einer Leitung (31), die das Basisreservoir (10)
über ein Ventil (36) mit dem Dosierraum (23) der Basislinie in Fluidverbindung bringt,
einem Durchflussmesser (32), der an der Leitung (31) zwischen dem Basisreservoir (10)
und dem Ventil (36) angeordnet und eingerichtet ist, um die in der Leitung (31) den
Durchflussmesser (32) der Nebenlinie passierende Fluidmenge zu bestimmen, sowie einem
Dosierraum (33), der zwischen dem Durchflussmesser (32) der Nebenlinie und dem Ventil
(36) angeordnet ist; und
zumindest einen Dosagezweig (34) der Nebenlinie, der eingerichtet ist, um eine Dosagekomponente
in den Dosierraum (33) der Nebenlinie einzuleiten.
2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Dosierraum (23) der Basislinie ein anderes, vorzugsweise größeres, Innenvolumen
als der Dosierraum (33) der Nebenlinie aufweist und/oder der Durchflussmesser (22)
der Basislinie zur Bestimmung anderer, vorzugsweise größerer, Durchflussmengen eingerichtet
ist als der Durchflussmesser (32) der Nebenlinie.
3. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchflussmesser (22) der Basislinie und/oder der Durchflussmesser (32) der Nebenlinie
eingerichtet ist, um die passierende Fluidmenge in einer Füllrichtung und/oder einer
der Füllrichtung entgegengesetzten Richtung zu bestimmen.
4. Vorrichtung (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Dosagezweig (24) der Basislinie und der Dosagezweig (34) der Nebenlinie eingerichtet
sind, um die gleiche Dosagekomponente in den zugehörigen Dosierraum (23, 33) einzuleiten,
wobei vorzugsweise der Dosagezweig (24) der Basislinie ein Dosagereservoir (24a) des
Dosagezweigs der Basislinie und der Dosagezweig (34) der Nebenlinie ein Dosagereservoir
(34a) des Dosagezweigs der Nebenlinie aufweist, die beide die gleiche Dosagekomponente
bereitstellen.
5. Vorrichtung (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese zumindest zwei Dosagezweige (24, 25) der Basislinie, die eingerichtet sind,
um mehrere, vorzugsweise unterschiedliche, Dosagekomponenten in den Dosierraum (23)
der Basislinie einzuleiten, und/oder zumindest zwei Dosagezweige (34, 35) der Nebenlinie
aufweist, die eingerichtet sind, um mehrere, vorzugsweise unterschiedliche, Dosagekomponenten
in den Dosierraum (33) der Nebenlinie einzuleiten.
6. Vorrichtung (1) nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass diese ferner aufweist:
eine zweite Nebenlinie (40) mit einer Leitung (41), die das Basisreservoir (10) über
ein Ventil (46) mit dem Dosierraum (23) der Basislinie in Fluidverbindung bringt,
einem Durchflussmesser (42), der an der Leitung (41) zwischen dem Basisreservoir (10)
und dem Ventil (46) angeordnet und eingerichtet ist, um die in der Leitung (41) den
Durchflussmesser (42) der zweiten Nebenlinie passierende Fluidmenge zu bestimmen,
sowie einem Dosierraum (43), der zwischen dem Durchflussmesser (42) der zweiten Nebenlinie
und dem Ventil (46) der zweiten Nebenlinie angeordnet ist; und
zumindest einen Dosagezweig (44) der zweiten Nebenlinie, der eingerichtet ist, um
eine Dosagekomponente in den Dosierraum (43) der zweiten Nebenlinie einzuleiten.
7. Vorrichtung (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Dosierraum (33) der ersten Nebenlinie ein anderes, vorzugsweise größeres, Innenvolumen
als der Dosierraum (43) der zweiten Nebenlinie aufweist und/oder der Durchflussmesser
(32) der ersten Nebenlinie zur Bestimmung anderer, vorzugsweise größerer, Durchflussmengen
als der Durchflussmesser (42) der zweiten Nebenlinie eingerichtet ist.
8. Vorrichtung (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einer oder mehrere der Dosagezweige (24, 25, 34, 35, 44, 45) jeweils ein Dosagereservoir
(24a, 25a, 34a, 35a, 44a, 45a), das die entsprechende Dosagekomponente bereitstellt,
eine damit in Fluidverbindung stehende Dosageleitung (24b, 25b, 34b, 35b, 44b, 45b)
sowie ein Dosageventil (24c, 25c, 34c, 35c, 44c, 45c) aufweist, das die Dosageleitung
(24b, 25b, 34b, 35b, 44b, 45b) mit dem zugehörigen Dosierraum (23, 33, 43) schaltbar
in Fluidverbindung bringt.
9. Vorrichtung (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese ein oder mehrere Dosierventile (27, 37, 47), vorzugsweise magnetisch schaltbar,
aufweist, die in Füllrichtung betrachtet jeweils unmittelbar stromabwärts oder stromaufwärts
bezüglich eines zugehörigen Durchflussmessers (22, 32, 42) angeordnet sind.
10. Verfahren zum Befüllen eines Behälters (2) mit einem Füllprodukt, das eine Basisflüssigkeit
und zumindest eine Dosagekomponente aufweist, vorzugsweise in einer Getränkeabfüllanlage,
mittels einer Vorrichtung nach einem der vorigen Ansprüche, wobei das Verfahren aufweist:
Bereitstellen der Basisflüssigkeit durch das Basisreservoir (10);
Einfüllen der Basisflüssigkeit aus dem Basisreservoir (10) in den Dosierraum (23)
der Basislinie;
Einfüllen der Basisflüssigkeit aus dem Basisreservoir (10) in den Dosierraum (33)
der Nebenlinie;
Einfüllen der Dosagekomponente aus dem Dosagezweig (24) der Basislinie in den Dosierraum
(23) der Basislinie, wobei für die Eindosierung der Dosagekomponente der Durchflussmesser
(22) der Basislinie die in der Basisleitung (21) den Durchflussmesser (22) passierende
Fluidmenge bestimmt;
Einfüllen der Dosagekomponente aus dem Dosagezweig (34) der Nebenlinie in den Dosierraum
(33) der Nebenlinie, wobei für die Eindosierung der Dosagekomponente der Durchflussmesser
(32) der Nebenlinie die in der Leitung (31) der Nebenlinie den Durchflussmesser (32)
der Nebenlinie passierende Fluidmenge bestimmt; und
Entleeren des Dosierraums (23) der Basislinie und des Dosierraums (33) der Nebenlinie
über das Füllventil (11) in den Behälter (2), wobei vorzugsweise die Entleerung des
Dosierraums (23) der Basislinie und des Dosierraums (33) der Nebenlinie im Wesentlichen
gleichzeitig durchgeführt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Basisflüssigkeit aus dem Basisreservoir (10) im Wesentlichen gleichzeitig in
den Dosierraum (23) der Basislinie und den Dosierraum (33) der Nebenlinie eingefüllt
wird, und/oder die Dosagekomponenten aus dem Dosagezweig (24) der Basislinie (20)
und dem Dosagezweig (34) der Nebenlinie (30) im Wesentlichen gleichzeitig in den zugehörigen
Dosierraum (23, 33) eingeleitet werden.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass
beim Einfüllen der Dosagekomponente aus dem Dosagezweig (24) der Basislinie in den
Dosierraum (23) der Basislinie der Durchflussmesser (22) der Basislinie die aus dem
Dosierraum (23) der Basislinie entgegen der Füllrichtung verdrängte Fluidmenge bestimmt,
und/oder
beim Einfüllen der Dosagekomponente aus dem Dosagezweig (34) der Nebenlinie in den
Dosierraum (33) der Nebenlinie der Durchflussmesser (32) der Nebenlinie die aus dem
Dosierraum (33) der Nebenlinie entgegen der Füllrichtung verdrängte Fluidmenge bestimmt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass
beim Einfüllen der Basisflüssigkeit aus dem Basisreservoir (10) in den Dosierraum
(23) der Basislinie der Durchflussmesser (22) der Basislinie die in Füllrichtung in
den Dosierraum (23) der Basislinie eintretende Fluidmenge bestimmt, und/oder
beim Einfüllen der Basisflüssigkeit aus dem Basisreservoir (10) in den Dosierraum
(33) der Nebenlinie der Durchflussmesser (32) der Nebenlinie die in Füllrichtung in
den Dosierraum (33) der Nebenlinie eintretende Fluidmenge bestimmt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) ferner aufweist: eine zweite Nebenlinie (40) mit einer Leitung
(41), die das Basisreservoir (10) über ein Ventil (46) mit dem Dosierraum (23) der
Basislinie in Fluidverbindung bringt, einem Durchflussmesser (42), der an der Leitung
(41) zwischen dem Basisreservoir (10) und dem Ventil (46) angeordnet und eingerichtet
ist, um die in der Leitung (41) den Durchflussmesser (42) der zweiten Nebenlinie passierende
Fluidmenge zu bestimmen, sowie einem Dosierraum (43), der zwischen dem Durchflussmesser
(42) der zweiten Nebenlinie und dem Ventil (46) der zweiten Nebenlinie angeordnet
ist; und zumindest einen Dosagezweig (44) der zweiten Nebenlinie, der eingerichtet
ist, um eine Dosagekomponente in den Dosierraum (43) der zweiten Nebenlinie einzuleiten;
und wobei das Verfahren ferner aufweist:
Einfüllen der Basisflüssigkeit aus dem Basisreservoir (10) in den Dosierraum (43)
der zweiten Nebenlinie;
Einfüllen der Dosagekomponente aus dem Dosagezweig (44) der zweiten Nebenlinie in
den Dosierraum (43) der zweiten Nebenlinie, wobei für die Eindosierung der Dosagekomponente
der Durchflussmesser (42) der zweiten Nebenlinie die in der Leitung (41) der zweiten
Nebenlinie den Durchflussmesser (42) der zweiten Nebenlinie passierende Fluidmenge
bestimmt; und
Entleeren des Dosierraums (43) der zweiten Nebenlinie über das Füllventil (11) in
den Behälter (2), wobei vorzugsweise die Entleerung des Dosierraums (23) der Basislinie,
des Dosierraums (33) der ersten Nebenlinie sowie des Dosierraums (43) der zweiten
Nebenlinie im Wesentlichen gleichzeitig durchgeführt wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) ein oder mehrere Dosierventile (27, 37, 47), vorzugsweise magnetisch
schaltbar, aufweist, die in Füllrichtung betrachtet jeweils unmittelbar stromabwärts
oder stromaufwärts bezüglich eines zugehörigen Durchflussmessers (22, 32, 42) angeordnet
sind, wobei die Dosierventile (27, 37, 47) während des Eindosierens der Dosagekomponente
in den entsprechenden Dosierraum (23, 33, 34) geöffnet sind und beim Erreichen der
gewünschten Dosagemenge geschlossen werden.