[0001] Die Erfindung betrifft eine Wandöffnung einer Wand eines Gebäudes, wobei die Wandöffnung
mit einer Zarge und einem schwenkbaren Flügel versehen ist und wobei an einer Seite
der Wand die Zarge und der schwenkbare Flügel im Wesentlichen bündig zur Wandfläche
angeordnet sind. Mit dem Begriff "schwenkbarer Flügel" ist typischerweise ein schwenkbares
Türblatt gemeint, kann aber auch en schwenkbarer Fensterflügel gemeint sein. Weiters
betrifft die Erfindung ein Scharnier, welches vorteilhaft zwischen der Zarge und dem
schwenkbaren Flügel anwendbar ist.
[0002] Die
EP 1079057 A2 zeigt eine Bauweise für eine. Schwenktür bei welcher die Zarge (der an der Wandöffnung
starr befestigte Rahmenteil der Tür) und das geschlossene Türblatt (der schwenkbare
Teil der Tür) bündig mit einer Seite der Wand ausgerichtet sind. Das Türblatt ist
in diesem typischen Fall mit "stumpfem" Rand anstatt mit "gefalztem" Rand ausgebildet.
Das bedeutet, dass die Stirnflächen des Türblattes als einfache ebene, normal zur
Ebene des Türblattes ausgerichtete Flächen ausgebildet sind. Wenn das Türblatt bündig
mit der Zarge ausgerichtet sein soll, ist bei stumpfem Rand die Anordnung der Scharniere
einfacher als bei gefalztem Rand. Nachteile des stumpfen Randes sind allerdings, dass
der Schallschutz schlechter ist - weil nur eine einzige Dichtebene anstatt zwei Dichtebenen
vorliegt -, und dass beim Schließen der Tür die Falle des Türschlosses an einem Oberflächenbereich
der Zarge aufschlägt, welcher bei geschlossener Tür sichtbar ist. Dieser Aufschlagbereich
wird mit der Zeit optisch auffällig und führt zu unsauberer oder schadhafter Anmutung.
[0003] Die
DE 1683419 A1 zeigt eine Bauweise für eine Tür mit flächenbündig zur Wand angeordnetem Türblatt
wobei das Türblatt einen gefalzten Rand aufweist. Das bedeutet, dass die Stirnflächen
des Türblattes treppenartig ausgebildet sind, wobei sich zwischen zwei Flächen die
normal zur Ebene des Türblattes ausgerichtet sind, eine Fläche befindet die parallel
zur Ebene des Türblattes ausgerichtet ist. Passend zur Stirnfläche des Türblattes
sind auch die der Wandöffnung zugewandten Seiten der Mantelfläche der die Zarge bildenden
Profilstücke aus treppenartig aneinandergereihten Teilflächen zusammengesetzt. Von
der Seite her, von welcher schließende Schwenkbewegung der Schwenktür erfolgt, folgt
auf eine normal zur Wandebene ausgerichtete, als äußere Falzfläche bezeichenbare Teilfläche
eine zur Wandebene parallel liegende, als äußere Dichtfläche bezeichenbare zweite
Teilfläche; darauf folgt wieder eine normal zur Wandebene ausgerichtete, als innere
Falzfläche bezeichenbare Teilfläche, dann noch eine zur Wandebene parallel liegende,
als innere Dichtfläche bezeichenbare Teilfläche. Die Fallenöffnung befindet sich an
der inneren Falzfläche, womit der zuvor an Hand des "stumpfen Randes" besprochene
optische Nachteil entfällt. Zargenseitig ist das Scharnier an der äußeren Falzfläche
befestigt; damit das gut geht ist die äußere Falzfläche unüblich breit ausgeführt.
Es muss fast zwangsweise ein Scharnier verwendet werden, bei welchem die Schwenklagerung
unverschiebbar vor der Fläche des Türblattes liegt und somit von der Ebene an welcher
eine Wandseite, die Zarge und das Türblatt bündig anliegen, vorsteht.
[0004] Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe besteht darin, die aus der
DE 1683419 A1 bekannte Bauweise für eine flächenbündig angeordnete Zarge mit flächenbündig angeordnetem
schwenkbarem Flügel mit gefalztem Rand so zu verbessern, dass als schwenkbarer Flügel
auch Türblätter mit schmälerer äußerer Falzfläche problemlos anwendbar werden. Damit
werden Türblätter mit sogenanntem "Normfalz" anwendbar. Bei derartigen Türblättern
ist die äußere Falzfläche - welche ja üblicherweise über die Zarge vorsteht - nur
etwa 16 mm breit; derartige Türblätter sind Massenware und als solche viel einfacher
und kostengünstiger erhältlich als Türblätter mit breiterer äußerer Falzfläche oder
mit stumpfem Rand. Für das Lösen der Aufgabe wird von der aus der
DE 1683419 A1 bekannten Merkmalskombination ausgegangen, wonach der schwenkbare Flügel einen gefalzten
Rand aufweist und dazu passend die der Wandöffnung zugewandte Begrenzungsfläche der
Zarge eine äußere und eine innere Falzfläche und eine äußere und eine innere Dichtfläche
aufweist, wobei die Fallenöffnung an der inneren Falzfläche liegt. Als erfindungsgemäße
Verbesserung dazu wird vorgeschlagen, die Verankerung der Scharniere an der Zarge
und am schwenkbaren Flügel überwiegend in jenem Volumenbereich anzubringen, welcher
in der zur Wandebene parallelen Richtung an die innere Falzfläche angrenzt.
[0005] Neben dem Vorteil dass damit Türblätter mit Normfalz verwendbar werden, ergibt sich
damit an weiteren wesentlichen Vorteilen gegenüber der vorbekannten Bauweise, dass
die Stabilität verbessert wird und dass es auch bei Verwendung von in geschlossenem
Zustand verdeckten Scharnieren einfacher ist eine Wandbeplankung - typischerweise
mit Gipskartonplatten - bis an die Kante des Zargenprofils heranzuführen an welcher
die äußere Falzfläche außen endet ohne sie lokal an Scharnierteilen unterbrechen und
dann ausspachteln zu müssen.
[0006] Wie an Hand von Zeichnungen anschaulich wird ist die diesbezügliche Befestigung der
Scharniere überraschend einfach realisierbar.
- Fig. 1:
- zeigt eine erste beispielhafte erfindungsgemäß ausgebildete Wandöffnung bei geschlossenem
schwenkbarem Flügel in Schnittansicht, wobei die Schnittebne parallel zur Schwenkebene
des schwenkbaren Flügels liegt.
- Fig. 2:
- zeigt in gleicher Ansicht wie Fig. 1 eine zweite beispielhafte erfindungsgemäß ausgebildete
Wandöffnung.
- Fig. 3:
- zeigt eine dritte beispielhafte erfindungsgemäß ausgebildete Wandöffnung bei geöffnetem
schwenkbarem Flügel in Schnittansicht, wobei die Schnittebne parallel zur Schwenkebene
des schwenkbaren Flügels liegt.
- Fig. 4:
- zeigt in drei einzelnen Schnittansichten mit unterschiedlichen Winkelstellungen die
Anwendungen jenes Scharniers, welches in den Ausführungsbeispielen gemäß Fig. 2 und
Fig. 3 verwendet wird, an einer Wandöffnung mit flächenbündig schließendem schwenkbarem
Flügel bei stumpfem Rand des Türblattes.
[0007] Gemäß Fig. 1 ist die Wand 1 durch eine Wandöffnung 2 durchbrochen, deren Rand durch
eine Zarge 3 eingefasst ist, an welcher ein schwenkbarer Flügel 4 über Scharniere
5 drehbar gelagert gehalten ist.
[0008] Die dargestellte Zarge 3 ist aus geraden Stahlblechprofilstücken gebildet, welche
in dem in Fig. 1 dargestellten Beispiel aus jeweils 2 Teilprofilen 6, 7 gebildet sind,
die parallel zueinander ausgerichtet sind und miteinander typischerweise durch punktschweißen
oder längsnahtverschweißen verbunden sind.
[0009] Die der Wandöffnung 2 zugewandten Mantelfläche der die Zarge 3 bildenden Stahlblechprofilstücke
weist vier im Wesentlichen ebene Teilflächen auf, welche treppenartig aufeinanderfolgen
und von der Seite her, von welcher schließende Schwenkbewegung des schwenkbaren Flügels
4 erfolgt, die Wandöffnung 2 abgestuft einengen. Auf eine normal zur Wandebene ausgerichtete,
als äußere Falzfläche 8 bezeichnete Teilfläche folgt eine zur Wandebene parallel liegende,
als äußere Dichtfläche 9 bezeichnete zweite Teilfläche. Auf diese folgt wieder eine
normal zur Wandebene ausgerichtete, als innere Falzfläche 10 bezeichnete Teilfläche,
dann noch eine zur Wandebene parallel liegende, als innere Dichtfläche 11 bezeichnete
Teilfläche.
[0010] Es bietet sich an, an den Dichtflächen 9, 11 Dichtungsprofile 12 anzubringen. Beim
Schließen des schwenkbaren Flügels kommt an den Dichtungsprofilen der schwenkbare
Flügel 4 durch eine normal zu den Dichtflächen ausgerichtete Bewegung zum Anliegen.
[0011] Die Falle des am schwenkbaren Flügel 4 angebrachten Türschlosses rastet bei der Schließbewegung
des schwenkbaren Flügels 4 in eine Fallenöffnung 13 ein, welche die innere Falzfläche
10 durchdringt. Bevorzugt weist die innere Falzfläche 10 eine sogenannte Aufschlagnase
14 auf, welche gebildet ist, indem die innere Falzfläche 10 über die Ebene der äußere
Dichtfläche 9 hinaus verbreitert ist, sodass sie die Ebene der äußere Dichtfläche
9 schneidet. Durch diese vorstehende Aufschlagnase 14 ist das an der äußeren Dichtfläche
9 befindliche Dichtungsprofil 12 vor Beschädigung durch die Falle des Türschlosses
geschützt.
[0012] Die Scharniere 5 sind sowohl an der Zarge 3 als auch am schwenkbaren Flügel 4 in
einem Volumenbereich befestigt, welcher an die innere Falzfläche 10 in der zur Ebene
der Wand 1 parallelen Richtung angrenzt. Dazu passend sind die äußere Dichtfläche
9 und die innere Falzfläche 10 durch Öffnungen für Teile der Scharniere bzw. Befestigungsschrauben
durchbrochen. Die äußere Falzfläche 8 und auch die dieser gegenüberliegende Falzfläche
am schwenkbaren Flügel 4 brauchen durch keinen Teil der Scharniere durchbrochen zu
werden. Damit ist es einfach, die Sichtfläche des schwenkbaren Flügels 4 und die äußerste
Beplankung 15 der Wand 1 ohne lokale Durchbrechung bis an die die äußere Falzfläche
8 begrenzende Profilwand der Zarge 3 heranzuführen. Das begünstigt eine ebenmäßige
Optik und rasche und einfache Montage.
[0013] Gemäß einer in Fig. 1 erkennbaren, sehr vorteilhaften Weiterentwicklung weist die
Wand 1 im Bereich der Wandöffnung 2 mehrere Schichten von Beplankung 15 auf, und die
die Zarge 3 bildenden Stahlprofile weisen Profilwände auf, welche zwischen die Schichten
der Beplankung 15 ragen, und Schrauben 16 verlaufen durch die Beplankung 15 und diese
Profilwände hindurch. Damit wird gute Stabilität erreicht und die ansonsten am Zargenbereich
gefürchtete Rissbildung in der Beplankung 15 wird sehr gut unterbunden.
[0014] Am Beispiel gemäß Fig. 1 werden als Scharniere 5 solche verwendet, bei welchen die
Schwenkachse unverschiebbar vor der Fläche des schwenkbaren Flügels 4 liegt und somit
von der Ebene an weleher Wand 1, Zarge 3 und geschlossener schwenkbarer Flügel 4 bündig
anliegen, vorsteht. Die Bauweise ist stabil und einfach. Auch wenn die Anmutung oftmals
durchaus akzeptiert wird ist dennoch nachteilig, dass die Rollen der Scharniere 5
auch bei geschlossenem schwenkbarem Flügel sichtbar sind und von der Wand 1 abstehen.
[0015] In Fig. 2 und Fig. 3 sind erfindungsgemäße Bauweisen dargestellt, bei denen ein sogenanntes
"verdecktes Scharnier" 17 angewendet wird. Dieses Scharnier 17 ist bei geschlossenem
schwenkbarem Flügel 4 nicht sichtbar, da es in der zur Ebene der Wand 1 normalen Richtung
nicht an die sichtbaren Ränder der Stirnfläche des schwenkbaren Flügels heranragt
geschweige denn über diese hervor ragt.
[0016] Zargenseitig ist das Scharnier 17 an der inneren Falzfläche 10 mittels Schrauben
18 verankert. Flügelseitig ist das Scharnier 17 über ein topfartiges Gehäuse 19 verankert,
welches in eine Ausfräsung an der Stirnseite des schwenkbaren Flügels 4, eingesetzt
ist. Die innere und die äußere Sichtfläche des schwenkbaren Flügels 4 (die beiden
zur Ebene des schwenkbaren Flügels parallel liegenden großen Flächen des schwenkbaren
Flügels 4) sind nicht durch diese Ausfräsung betroffen.
[0017] Das in Fig. 2 und Fig. 3 gezeigte Scharnier 17 ist an vielen Arten von schwenkbaren
Flügeln von Türen oder Fenstern mit verdeckten Scharnieren vorteilhaft anwendbar,
also nicht nur schwenkbaren Flügeln gemäß der vorliegenden Erfindung. An schwenkbaren
Flügeln gemäß der vorliegenden Erfindung ist es besonders vorteilhaft, weil der Vorteil
sehr gut zum Tragen kommt, dass es in geschlossenem Zustand in der zur Wandebene normalen
Richtung recht schmal ist, und dennoch bei der schwenkenden Öffnungsbewegung des schwenkbaren
Flügels 4, den Flügel 4 in der zur Ebene der Wand 1 normalen Richtung gegenüber der
Verankerung an der Zarge 3 sehr weit verschiebt.
[0018] Alle in der nachfolgenden Beschreibung des Scharniers 17 genannten Schwenkachsen
sind parallel zueinander ausgerichtet und normal zu jener Ebene ausgerichtet, welche
zu der öffnenden bzw. schließenden Schwenkbewegung des schwenkbaren Flügels 4 parallel
liegt.
[0019] Das Scharnier 17 weist eine Verankerungsplatte 20 auf, welche mittels Schrauben 18
starr an der inneren Falzfläche 10 verankert ist. An der Verankerungsplatte 20 sind
zwei Hebel 21, 22 in einem Abstand zueinander schwenkbar befestigt. Die freien Enden
der Hebel 21, 22 sind in einem Abstand zueinander an einer als "Verschiebeplatte"
23 bezeichneten weiteren Platte schwenkbar befestigt und zwar so, dass die beiden
Platten 20, 23 und die beiden Hebel 21, 22 durch die Linien zwischen ihren jeweils
zwei Schwenkachsen ein gedachtes Viereck 24 aufspannen, welches etwa die Form eines
Parallelogramms haben kann. (In Fig. 3 in punktierten Linien angedeutet.)
[0020] Die Verschiebeplatte 23 weist eine Verlängerung 25 auf, welche mit einem ersten Längsbereich
in der Richtung der Verbindungslinie zwischen den beiden Schwenkachsen der Verschiebeplatte
23 auf jene Seite hinaus ragt, in welche der schwenkbare Flügel 4 während seiner öffnenden
Schwenkbewegung zu verschieben ist. Ein an den ersten Längsbereich anschließender
zweiter Längsbereich der Verlängerung 25 ist von Wandöffnung 2 weg gekrümmt und mit
seinem freien Endbereich an einer ersten Schwenkachse 26 schwenkbar mit dem am schwenkbaren
Flügel 4 starr verankerten topfartigen Gehäuse 19 verbunden.
[0021] Ein Hebel 22 aus der zuvor genannten Gruppe der beiden Hebel 21, 22 weist ebenfalls
eine Verlängerung auf, an deren freien Ende ein dritter Hebel 27 mit seinem ersten
Ende schwenkbar gelagert gehalten ist. Das zweite Ende des dritten Hebels 27 ist über
eine zweite Schwenkachse 28 schwenkbar mit dem am schwenkbaren Flügel 4 verankerten
Gehäuse 19 verbunden. Die beiden Schwenkachsen 26, 28 am Gehäuse 19 sind zueinander
beabstandet.
[0022] Durch die genannte Anordnung von Schwenkachsen und Hebeln ergibt sich, dass der schwenkbare
Flügel 4 dann, wenn er gegenüber der Wand 1 geschwenkt wird, zwangsweise auch gegenüber
der Wand 1 translatorisch verschoben wird, vor allem normal zur Wand 1. Ausmaß und
Richtungskomponenten der translatorische Verschiebung sind durch Positionierung der
einzelnen genannten Schwenkachsen zueinander einstellbar. Optimierungsziele diesbezüglicher
Einstellungen sind es, bei kleinen Einbaumaßen eine große translatorische Verschiebung
in der zur Wand 1 normalen Richtung zu erreichen und dabei die translatorische Verschiebung
in den zur Wand 1 parallelen Richtungen gering zu halten. Dadurch soll sich der schwenkbare
Flügel 4 bei 180° geöffnetem Zustand vor der Wand 1 befinden ohne an dieser anzuschlagen,
und während der Öffnungs- und Schließbewegung nicht mit Begrenzungsflächen der Wandöffnung
2 kollidieren. Diesbezüglich vorteilhafte Bemessungen lassen sich im Rahmen von fachmännischem
Handeln recht einfach durch Versuch mittels Simulation durch ein CAD-Programm herausfinden,
wie es im Rahmen der Entwicklung des Scharniers mehrfach erfolgreich erprobt und durch
nachfolgenden Prototypenbau bestätigt wurde. Es ist deswegen nicht erforderlich hier
weiter auf Details einzugehen.
[0023] An weiteren vorteilhaften Randbedingungen für das Festlegen von Schwenkachsen des
Scharniers 17 seinen genannt:
Die Schwenkachse 28 des dritten Hebels 27 am Gehäuse 19 gegenüber der Schwenkachse
26 der Verlängerung 25 am Gehäuse 19 soll etwa normal zur Öffnungsfläche des Gehäuses
19 in Richtung des Inneren des Gehäuses 19 hin verschoben sein.
[0024] Die Schwenkachsen der beiden Hebel 21, 22 an der Verankerungsplatte 20 sollen zueinander
etwa parallel zu jener Fläche verschoben sein, mit der beim bestimmungsgemäßen Einbau
die Verankerungsplatte 20 an der Zarge 3 anliegt.
[0025] Durch die beschriebene Bauweise kann das Scharnier 17 bezogen auf seinen translatorischen
Verschiebungsbereich recht klein gebaut werden. Zusätzlich vorteilhaft ist, dass die
gegeneinander geführten Bewegungen der Einzelteile ausschließlich Schwenkbewegungen
sind, womit größere Robustheit erreicht wird als bei translatorisch geführten Bewegungen.
[0026] Es sei klargestellt, dass für eine erfindungsgemäße Bauweise die Zarge nicht unbedingt
aus Stahlblech gebildet sein muss. Beispielsweise ist auch stranggepresstes Aluminium
verwendbar.
[0027] Weiter sei klargestellt, dass die als Dichtflächen 9, 11 bezeichneten Teilmantelflächen
der Zargenprofile nicht zwangsweise ein Dichtungsprofil tragen müssen, oder dichtend
wirken müssen. Die Bezeichnung "Dichtfläche" sagt hier nur aus, dass es gut möglich
ist, diese Flächen derart zu verwenden.
[0028] Fig. 4 veranschaulicht, dass das erfindungsgemäße Scharnier von 2 und Fig. 3 auch
als sogenanntes "verdecktes Scharnier" an einer Wandöffnung mit flächenbündig schließendem
schwenkbarem Flügel bei stumpfem Rand des Türblattes vorteilhaft anwendbar ist. Kein
Teil des Scharniers ragt steht über in der zur Ebene des Flügels normalen Richtung
bis an den Rand der Stirnfläche des Flügels oder gar darüber hervor. Der damit erreichte
verdeckte Scharniereinbau ist durch die erfindungsgemäße Scharnierbauweise besonders
gut auch bei vergleichsweise schmalen Türblättern anwendbar.'
[0029] Es sei klargestellt dass es im Rahmen des Erfindungsgedankens auch möglich ist alternativ
zu den gezeichneten und beschrieben Einbauweisen des Scharniers 17 die Position von
Flügel und Zarge gegenüber dem Scharnier 17 zu vertauschen.
1. Wandöffnung (2) in einer Wand (1) im Inneren eines Gebäudes, wobei die Wandöffnung
(2) durch eine Zarge (3) eingefasst ist, an welcher ein schwenkbarer Flügel (4) mittels
Scharnieren (5, 17) schwenkbar befestigt ist, wobei an einer Seite der Wand (1) die
Zarge (3) und der schwenkbare Flügel (4) im Wesentlichen bündig zur Wandfläche angeordnet
sind,
- wobei die der Wandöffnung (2) zugewandte Mantelfläche der die Zarge (3) bildenden
Profilstücke vier im Wesentlichen ebene Teilflächen aufweist, die treppenartig aufeinanderfolgen
indem von jener Seite her, von welcher schließende Schwenkbewegung des schwenkbaren
Flügels (4) erfolgt, auf eine normal zur Wandebene ausgerichtete, als äußere Falzfläche
(8) bezeichnete Teilfläche eine zur Wandebene parallel liegende, als äußere Dichtfläche
(9) bezeichnete zweite Teilfläche folgt, dann wieder eine normal zur Wandebene ausgerichtete,
als innere Falzfläche (10) bezeichnete Teilfläche, dann noch eine zur Wandebene parallel
liegende, als innere Dichtfläche (11) bezeichnete Teilfläche,
- wobei sich an einer der inneren Falzflächen (10)eine Fallenöffnung (13) befindet,
dadurch gekennzeichnet, dass
- sich die Verankerungsteile der Scharniere (5, 17) an der Zarge und am schwenkbaren
Flügel überwiegend in einem Volumenbereich befinden, welcher in der zur Wandebene
parallelen Richtung an die innere Falzfläche (10) angrenzt.
2. Wandöffnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an jenem Längsbereich der Zarge (3) an welchem sich die Fallenöffnung (13) befindet,
die innere Falzfläche (10) die Ebene der äußeren Dichtfläche (9) schneidet.
3. Wandöffnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an der von der Wandöffnung abgewandten Seite eines zur Zarge (3) gehörenden Profilstücks
ein Innenprofil befestigt ist, an welchem flächige Beplankungselemente der Wand befestigt
sind. (Fig. 2)
4. Wandöffnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (1) im Bereich der Wandöffnung (2) mehrere Schichten von Beplankung (15)
aufweist, und dass die die Zarge (3) bildenden Profilestücke Profilwände aufweisen,
welche zwischen Schichten der Beplankung (15) ragen, und dass Schrauben (16) durch
diese Profilwände und die angrenzende Beplankung (15) hindurch verlaufen.
5. Wandöffnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Zarge (3) durch Stahlblechprofilstücke gebildet ist.
6. Wandöffnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der schwenkbare Flügel (4) ein schwenkbares Türblatt ist.
7. Wandöffnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Scharnier (17) eine Verankerungsplatte (20) aufweist, welche starr an der inneren
Falzfläche (10) verankert ist,
- dass an der Verankerungsplatte (20) zwei Hebel (21, 22) in einem Abstand zueinander
schwenkbar befestigt sind, deren freie Enden in einem Abstand zueinander an einer
Verschiebeplatte (23) schwenkbar befestigt sind, wobei die beiden Platten (20, 23)
und die beiden Hebel (21, 22) durch die Linien zwischen ihren jeweils zwei Schwenkachsen
ein Viereck (24) aufspannen,
- wobei die Verschiebeplatte (23) eine Verlängerung (25) aufweist, welche mit einem
ersten Längsbereich in der Richtung der Verbindungslinie zwischen den beiden Schwenkachsen
der Verschiebeplatte (23) auf jene Seite hin ragt, in welche der schwenkbare Flügel
(4) während seiner öffnenden Schwenkbewegung zu verschieben ist,
- wobei ein an den ersten Längsbereich anschließender zweiter Längsbereich der Verlängerung
(25) von Wandöffnung (2) weg gekrümmt ist, und mit seinem freien Endbereich an einer
ersten Schwenkachse (26) schwenkbar mit einem am schwenkbaren Flügel (4) starr verankerten
Gehäuse (19) verbunden ist,
- wobei ein Hebel 22 aus der zuvor genannten Gruppe der beiden Hebel (21, 22) eine
Verlängerung aufweist, an deren freien Ende ein dritter Hebel (27) mit seinem ersten
Ende schwenkbar gelagert gehalten ist,
- wobei das zweite Ende des dritten Hebels (27) ist über eine zweite Schwenkachse
(28) schwenkbar mit dem Gehäuse (19) verbunden ist,
- wobei die beiden Schwenkachsen (26, 28) am Gehäuse (19) zueinander beabstandet sind.
8. Scharnier für das Verbinden eines schwenkbaren Flügels (4) mit einer Zarge (3) durch
welches der schwenkbare Flügel (4) gegenüber der Zarge geführt schwenkbar und mit
der Schwenkbewegung zwangsgeführt translatorisch verschiebbar zu halten ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Scharnier (17) eine Verankerungsplatte (20) aufweist, welche starr an einer
Falzfläche (10) der Zarge verankerbar ist,
- wobei an der Verankerungsplatte (20) zwei Hebel (21, 22) in einem Abstand zueinander
schwenkbar befestigt sind, deren freie Enden in einem Abstand zueinander an einer
Verschiebeplatte (23) schwenkbar befestigt sind, wobei die beiden Platten (20, 23)
und die beiden Hebel (21, 22) durch die Linien zwischen ihren jeweils zwei Schwenkachsen
ein Viereck (24) aufspannen,
- wobei die Verschiebeplatte (23) eine Verlängerung (25) aufweist, welche mit einem
ersten Längsbereich in der Richtung der Verbindungslinie zwischen den beiden Schwenkachsen
der Verschiebeplatte (23) auf jene Seite hin ragt, in welche der schwenkbare Flügel
(4) während seiner öffnenden Schwenkbewegung zu verschieben ist,
- wobei ein an den ersten Längsbereich anschließender zweiter Längsbereich der Verlängerung
(25) von einer durch die Zarge (3) zu begrenzenden Wandöffnung (2) weg gekrümmt ist,
und mit seinem freien Endbereich an einer ersten Schwenkachse (26) schwenkbar mit
einem am schwenkbaren Flügel (4) starr verankerbaren Gehäuse (19) verbunden ist,
- wobei ein Hebel 22 aus der zuvor genannten Gruppe der beiden Hebel (21, 22) eine
Verlängerung aufweist, an deren freien Ende ein dritter Hebel (27) mit seinem ersten
Ende schwenkbar gelagert gehalten ist,
- wobei das zweite Ende des dritten Hebels (27) ist über eine zweite Schwenkachse
(28) schwenkbar mit dem Gehäuse (19) verbunden ist,
- wobei die beiden Schwenkachsen (26, 28) am Gehäuse (19) zueinander beabstandet sind.
9. Scharnier nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkachse (28) des dritten Hebels (27) am Gehäuse (19) gegenüber der Schwenkachse
(26) der Verlängerung (25) am Gehäuse (19) etwa normal zur Öffnungsfläche des Gehäuses
(19) in Richtung des Inneren des Gehäuses (19) hin verschoben ist.
10. Scharnier nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkachsen der beiden Hebel (21, 22) an der Verankerungsplatte (20) zueinander
parallel zu jener Fläche verschoben sind, mit der beim bestimmungsgemäßen Einbau die
Verankerungsplatte (20) an der Zarge (3) anliegt.