[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Warmwassergerät sowie ein Verfahren zum Betreiben
eines Warmwassergerätes. Ein Warmwassergerät ist insbesondere ein Warmwasserspeicher,
ohne darauf beschränkt zu sein. Die vorliegende Erfindung findet insbesondere in allen
Bereichen Anwendung, in denen ein Korrosionsschutz benötigt wird.
[0002] Es ist bekannt, insbesondere im Bereich von Warmwasserspeichern, verschiedene Arten
von Korrosionsschutzsystemen vorzusehen. Die häufig emaillierten Speicherbehälter,
die in derartigen Vorrichtungen eingesetzt werden, weisen Fehlstellen auf, die sich
ohne entsprechende Passivierung zu Korrosionsstellen entwickeln. Besonders hervorzuheben
sind Opferanoden und Fremdstromanoden als Beispiele von Korrosionsschutzsystemen.
Der Vorteil von Opferanoden ist, dass der Korrosionsschutz auch ohne Stromversorgung
aufrechterhalten wird, außerdem wird der Stromverbrauch des Warmwassergerätes verringert.
Dabei werden Opferanoden, die häufig Magnesium aufweisen, durch die Verwendung verbraucht
und müssen zu gegebener Zeit gewechselt werden, wobei die Bestimmung des Zeitpunktes,
zu dem die Opferanode verbraucht ist, kompliziert ist.
[0003] Aus der
US 8,649,671 ist eine mit Magnesium ummantelte Fremdstromanode bekannt. Das anfänglich vorhandene
Magnesium sorgt für eine Passivierung der Fehlstellen, der langfristige Korrosionsschutz
wird durch den extern eingespeisten elektrischen Strom gewährleistet.
[0004] Aus der
DE 101 126 60 sowie dem Gebrauchsmuster
DE 20 2004 017 83 sind Warmwasserspeicher mit einer Opfer- und einer Fremdstromanode bekannt. Die beschriebenen
Geräte weisen Schalteinrichtungen auf, um bei einem Stromausfall von der Fremdstromanode
auf die Opferanode umzuschalten und dadurch den Korrosionsschutz durchgehend zu gewährleisten.
[0005] Aus der
DE 10 2004 004 064 ist eine Vorrichtung zur Überwachung einer Opferanode bekannt. Der Zustand der Opferanode
wird über den Schutzstrom bestimmt.
[0006] Aus der
WO 2007/010 335 ist ein Warmwassergerät mit einer Fremdstrom- und einer Magnesiumanode bekannt, die
kombiniert eingesetzt werden.
[0007] Vor dem Hintergrund des Standes der Technik war es eine Aufgabe, ein verbessertes
Warmwassergerät bereitzustellen, das einen sicheren Korrosionsschutz bei verringertem
Stromverbrauch gewährleistet.
[0008] Gemäß einem ersten Aspekt wird die Aufgabe durch ein Warmwassergerät, insbesondere
einen Warmwasserspeicher, mit einem Speicher und einer Korrosionsschutzeinrichtung
zum Schutz des Speichers vor Korrosion gelöst. Die Korrosionsschutzeinrichtung weist
eine Opferanode und eine Fremdstromanode auf, die jeweils reversibel innerhalb des
Speichers montierbar und gegen den Speicher isoliert sind, wobei die Korrosionsschutzeinrichtung
eine Potentialbestimmungseinheit aufweist, die dazu eingerichtet ist, ein Potential
zwischen der Fremdstromanode und dem Speicher zu bestimmen, wobei die Abnutzungserkennungseinheit
dazu eingerichtet ist, eine Abnutzung der Opferanode basierend auf dem von der Potentialbestimmungseinheit
bestimmten Potential zu bestimmen.
[0009] Eine isolierte Montage der Fremdstromanode bzw. der Opferanode in dem Speicher bedeutet,
dass kein direkter elektrischer Kontakt zwischen der jeweiligen Anode und dem metallischen
Behältergehäuse besteht. Eine Isolierung ist zwischen dem Behälter und der jeweiligen
Anode eingebracht.
[0010] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass das elektrische Potential zwischen
Fremdstromanode und Speicher einen Verbrauchszustand der Opferanode angibt. Das elektrische
Potential und damit das Schutzpotential des Speichers hängt nämlich von einem Verbrauchszustand
der Opferanode ab. Diese Ausführung ermöglicht demnach eine tatsächliche Erfassung
des Anodenzustands.
[0011] In einer Ausführungsform weist das Warmwassergerät eine elektrische Steuerung auf,
die dazu eingerichtet ist, die Fremdstromanode selektiv mit Strom zu versorgen, wobei
die Potentialbestimmungseinheit vorzugsweise als Teil der elektrischen Steuerung ausgebildet
ist.
[0012] In einer Ausführungsform ist die Opferanode über die Elektronik der elektrischen
Steuerung mittels eines schaltbaren Kontaktes elektrisch mit dem Speicher verbunden,
insbesondere stromlos mit dem Speicher verbunden.
[0013] In einer Ausführungsform weist das Warmwassergerät ferner eine Abnutzungserkennungseinheit
auf, die dazu eingerichtet ist, eine Abnutzung der Opferanode zu erkennen und die
Fremdstromanode dann, wenn eine Abnutzung der Opferanode erkannt wird, mit elektrischem
Potential zu beaufschlagen.
[0014] Dadurch, dass die erfindungsgemäße Korrosionsschutzeinrichtung eine Abnutzungserkennungseinheit
aufweist, wird die Fremdstromanode nur dann, wenn eine Abnutzung der Opferanode erkannt
wird, mit elektrischem Potential beaufschlagt, wodurch ein Stromverbrauch immer dann,
wenn die Opferanode nicht abgenutzt ist, entfällt. Insbesondere dann, wenn die Abnutzungserkennung
stromlos erfolgt, ist eine besonders starke Reduktion des Stromverbrauches erreichbar.
Gegenüber dem Stand der Technik, bei dem beispielsweise die Opferanode als Sicherheitslösung
für den Fall vorgesehen ist, dass die Fremdstromanode beispielsweise im Falle eines
Stromausfalles ausfällt, ist hier die Fremdstromanode als Notfalllösung für den Ausfall,
das heißt das Verbrauchen, der Opferanode vorgesehen.
[0015] In einer Ausführungsform weist die Abnutzungserkennungseinheit einen Druckschalter
auf, der dazu eingerichtet ist, bei Abnutzung der Opferanode auszulösen.
[0016] Der Druckschalter hat den besonderen Vorteil, dass ein Kontakt, der beispielsweise
die Fremdstromanode mit elektrischem Potential beaufschlagt, nur dann geschlossen
wird, wenn eine mechanische Einwirkung, nämlich durch Druck, auf die Abnutzungserkennungseinheit
einwirkt. Für die vorliegende Anwendung eignen sich sämtliche, dem Fachmann bekannte
Ausgestaltungen von Druckschaltern.
[0017] In einer Ausführungsform ist der Druckschalter derart angeordnet, dass ein Innendruck
des Speichers bei Abnutzung der Opferanode an dem Druckschalter anliegt, der zum Auslösen
des Druckschalters geeignet ist.
[0018] In einer Ausführungsform weist die Opferanode einen Hohlraum im Inneren auf, der
in einem unverbrauchten Zustand gegen das Behältervolumen isoliert ist, wobei der
Druckschalter in Fluidverbindung mit dem Hohlraum steht, derart, dass bei einem Durchbruch
durch die Fremdstromanode in den Hohlraum ein Auslösen des Druckschalters erfolgt.
[0019] Sobald die Opferanode hinreichend verbraucht ist, das Wasser aus dem Inneren des
Speichers in den Hohlraum im Inneren der Opferanode tritt, liegt der Behälterinnendruck
an dem Druckschalter an. Dadurch erfolgt eine Auslösung des Druckschalters. Der Druckschalter
ist demnach insbesondere so ausgebildet, dass der Innendruck, der in dem Speicher
des Warmwassergerätes anliegt, zum Auslösen ausreicht.
[0020] In einer Ausführungsform schließt das Auslösen des Druckschalters den Stromkreis
der Fremdstromanode.
[0021] Indem der Stromkreis der Fremdstromanode unmittelbar durch das Auslösen des Druckschalters
geschlossen wird, ist eine besonders einfache Versorgung der Fremdstromanode mit dem
Schutzstrom möglich. Insbesondere kann eine mechanische Kopplung unmittelbar dazu
führen, dass die mechanische Bewegung bzw. Auslösung des Druckschalters den Schaltkreis
schließt.
[0022] In einer Ausführungsform weist das Warmwassergerät eine elektrische Steuerung auf,
wobei das Auslösen des Druckschalters ein Signal an die elektrische Steuerung bereitstellt
und die elektrische Steuerung dazu eingerichtet ist, bei Erlangen des Signals des
Druckschalters die Fremdstromanode mit Strom zu versorgen.
[0023] Indem das Auslösen des Druckschalters ein Signal, das indikativ dafür ist, dass die
Opferanode verbraucht ist, an eine elektrische Steuerung bereitstellt, ist eine angepasste
Reaktion auf den Verbrauch der Opferanode möglich. Beispielsweise kann die elektrische
Steuerung alternativ oder zusätzlich zu dem unmittelbaren Versorgen der Fremdstromanode
mit Strom ein Signal mittels einer Bedieneinheit ausgeben. Das Signal kann dann dem
Benutzer einen Hinweis geben, dass die Opferanode verbraucht und auszutauschen ist.
Ebenso kann alternativ oder zusätzlich eine Verzögerung in die Beaufschlagung der
Fremdstromanode mit Strom eingebaut sein. Es ist regelmäßig so, dass die Auslösung
des Druckschalters erfolgt, bevor die Opferanode vollständig aufgebraucht ist. Nach
dem Auslösen des Druckschalters kann die elektrische Steuerung demnach beispielsweise
noch einige Zeit warten, bis die Fremdstromanode mit Strom versorgt wird. Während
dieser Übergangsperiode kann gleichzeitig aber auch schon bereits ein Verbrauchssignal
an einen Benutzer ausgegeben werden.
[0024] In einer Ausführungsform ist die Opferanode isoliert innerhalb des Speichers montiert
und über die Elektronik der elektrischen Steuerung mittels eines schaltbaren Kontaktes
elektrisch mit dem Speicher verbunden, insbesondere stromlos mit dem Speicher verbunden.
[0025] Der schaltbare Kontakt zur Verbindung der Opferanode mit dem Speicher kann insbesondere
als Feldeffekttransistor oder als Relais ausgebildet sein. Das bevorzugte stromlose
Verbinden zwischen Opferanode und Speicher ermöglicht, dass während der Betriebsperiode,
während derer die Opferanode nicht verbraucht ist, kein aufzuwendender elektrischer
Strom für die Sicherstellung des Korrosionsschutzes benötigt wird.
[0026] In einer Ausführungsform ist die elektrische Steuerung dazu eingerichtet, die elektrische
Verbindung zwischen Opferanode und Speicher bei Erlangen des Signals des Druckschalters
zu trennen.
[0027] Das Trennen von Opferanode und Speicher bei Erlangen des Signals des Druckschalters
ist für den Betrieb der Fremdstromanode von Vorteil, da die Opferanode, wenn sie mit
dem Behälter verbunden ist, eine Fremdkathode für die Fremdstromanode darstellt und
demnach einen elektrischen Stromverbrauch bei Sicherstellung des Korrosionsschutzes
mittels Fremdstromanode erhöht. In dieser Ausführungsform wird demnach der Stromverbrauch
bei Sicherstellung des Korrosionsschutzes mittels Fremdstromanode reduziert.
[0028] In einer Ausführungsform weist das Warmwassergerät ferner eine Anzeigeeinheit auf,
wobei die elektrische Steuerung dazu eingerichtet ist, einen Verbrauchszustand der
Opferanode basierend auf dem Signal des Druckschalters an die Anzeigeeinheit auszugeben.
[0029] Beispielsweise kann die Anzeige bis zu einem Moment, an dem der Druckschalter auslöst,
anzeigen, dass die Opferanode unverbraucht ist. Mit Auslösen kann dann angezeigt werden,
dass die Opferanode verbraucht ist. Vorzugsweise wird zusätzlich angezeigt, dass eine
bestimmte Zeit seit Auslösen des Druckschalters vergangen ist. Eine Anzeige kann beispielsweise
bei Auslösen auf Gelb schalten und nach einer bestimmten Zeit letztlich auf Rot schalten,
wobei Rot als Anzeichen dafür verstanden wird, dass die Opferanode tatsächlich dringend
auszutauschen ist. Natürlich sind dies nur Beispiele, wie der Verbrauchszustand der
Opferanode auf der Anzeigeeinheit dargestellt werden kann, auch andere Ausgestaltungen
sind vorstellbar.
[0030] In einer Ausführungsform weist das Warmwassergerät ferner einen Heizflansch auf,
der dazu eingerichtet ist, das Innere des Speichers aufzuheizen, wobei die Opferanode
in den Heizflansch eingebracht und leitfähig mit dem Behälter verbindbar ist oder
direkt in den Speicher montierbar ist.
[0031] In einer Ausführungsform weist die Korrosionsschutzeinrichtung eine Gleichspannungsquelle
zur Versorgung der Fremdstromanode mit Gleichstrom auf, wobei die Gleichspannungsquelle
eine konstante oder eine geregelte Gleichspannungsquelle ist.
[0032] Besonders vorteilhaft kann in dieser Ausführungsform das elektrische Potential zwischen
Fremdstromanode und Speicher einen Verbrauchszustand der Opferanode angeben. Dieser
Ausführungsform liegt die Erkenntnis zugrunde, dass das elektrische Potential und
damit das Schutzpotential des Speichers von einem Verbrauchszustand der Opferanode
abhängt. Diese Ausführung ermöglicht demnach eine tatsächliche Erfassung des Anodenzustands.
[0033] In einer Ausführungsform ist die Opferanode mittels eines schaltbaren Kontaktes elektrisch
mit dem Speicher verbunden, wobei die Potentialbestimmungseinheit dazu eingerichtet
ist, das Potential zwischen Fremdstromanode und Speicher zyklisch, insbesondere in
regelmäßigen Abständen, zu bestimmen.
[0034] Dadurch, dass die Potentialbestimmung zyklisch erfolgt, ist in zyklischen Abständen
eine Aussage über den Verbrauchszustand der Opferanode möglich.
[0035] In einer Ausführungsform ist die Potentialbestimmungseinheit dazu eingerichtet, den
Kontakt zwischen Opferanode und Speicher für eine Potentialbestimmung zwischen Fremdstromanode
und Speicher zu öffnen.
[0036] Indem der Kontakt zwischen Opferanode und Speicher geöffnet wird, werden Fehlerquellen
zur Bestimmung des Potentials zwischen Fremdstromanode und Speicher minimiert. Insbesondere
wird dadurch eine IR-freie Messung ermöglicht. Die kurzzeitige Trennung der elektrischen
Verbindung zwischen Opferanode und Speicher ist für den Korrosionsschutz unkritisch.
Nach dem Durchführen der Potentialbestimmung wird der elektrische Kontakt vorzugsweise
wieder geschlossen, sodass der Korrosionsschutz weiter sichergestellt bleibt.
[0037] In einer Ausführungsform weist das Warmwassergerät ein Bedienteil, insbesondere mit
Anzeigevorrichtung, und/oder eine Schnittstelle, insbesondere eine drahtlose Schnittstelle
wie WLAN, auf, wobei die Abnutzungserkennungseinheit dazu eingerichtet ist, ein die
Abnutzung der Opferanode beschreibendes Signal an das Bedienteil und/oder die Schnittstelle
auszugeben.
[0038] Mittels der Anzeigevorrichtung und/oder der Schnittstelle kann das Warmwassergerät
den Zustand insbesondere der Opferanode kommunizieren. Diese Ausführungsform, die
die Anzeigevorrichtung und/oder die Schnittstelle umfasst, kann mit sämtlichen der
oben beschriebenen Ausführungsformen kombiniert werden. Insbesondere kann die Anzeigevorrichtung
und/oder die Schnittstelle zusammen mit der Erkennung mittels Druckschalter und/oder
mit Potentialmessung kombiniert werden.
[0039] Gemäß einem weiteren Aspekt wird die Aufgabe erfindungsgemäß ferner durch ein Verfahren
zum Steuern eines Korrosionsschutzes eines Warmwassergerätes, insbesondere eines Warmwasserspeichers,
gelöst. Der Warmwasserspeicher weist einen Speicher und eine Korrosionsschutzeinrichtung
mit Opferanode und Fremdstromanode auf. Das Verfahren weist die folgenden Schritte
auf: Bestimmen eines Potentials zwischen Fremdstromanode und Speicher; Trennen einer
elektrischen Verbindung zwischen Opferanode während das Potential zwischen Fremdstromanode
und Speicher bestimmt wird; und Bestimmen einer Abnutzung der Opferanode anhand des
zwischen Fremdstromanode und Speicher bestimmten Potentials, und optional bei Bestimmung,
dass die Abnutzung einen vorbestimmten Schwellwert überschreitet: Kommunizieren der
Abnutzung an ein Bedienteil und/oder eine Schnittstelle des Warmwassergerätes; und/oder
Anlegen einer Gleichspannungsversorgung an die Fremdstromanode, vorzugsweise eine
in Abhängigkeit der bestimmten Abnutzung regelbare Gleichspannungsversorgung; und/oder
Schließen der elektrischen Verbindung der Opferanode von dem Speicher.
[0040] Das Verfahren gemäß diesem Aspekt erlaubt die gleichen Vorteile wie das zuvor beschriebene
erfindungsgemäß Warmwassergerät. Insbesondere sind als bevorzugt beschriebene Ausführungen
des Warmwassergerätes auch analog auf das Verfahren gemäß diesem Aspekt anwendbar
und damit vorteilhaft kombinierbar.
[0041] Weitere Vorteile und bevorzugte Ausgestaltungen werden nachfolgend mit Bezugnahme
auf die beigefügten Figuren beschrieben. Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- schematisch und exemplarisch ein Warmwassergerät,
- Fig. 2
- schematisch und exemplarisch eine weitere Ausführung eines Warmwassergerätes,
- Fig. 3
- schematisch und exemplarisch eine weitere Ausführung eines Warmwassergerätes und
- Fig. 4
- schematisch und exemplarisch ein Flussdiagramm eines Verfahrens zum Steuern eines
Korrosionsschutzes eines Warmwassergerätes
[0042] Fig. 1 zeigt schematisch und exemplarisch ein als Warmwasserspeicher ausgebildetes
Warmwassergerät 1. Das Warmwassergerät 1 umfasst einen Speicher 10, der im Inneren
ein Behältervolumen 12 umfasst, in dem insbesondere zu erwärmendes Wasser, vorzugsweise
Brauchwasser, bereitgehalten wird. Über einen Heizkörper 14 wird die in dem Speicher
10 befindliche Flüssigkeit, insbesondere Wasser, erwärmt. Der Heizkörper 14 ist über
einen Heizungsflansch 16 in dem Beispiel in dem Boden des Speichers 10 montiert. Ein-
und Auslässe des Speichers 10 sind genauso wie elektrische Anschlüsse des Heizkörpers
14 der Einfachheit halber in der Zeichnung weggelassen. Warmwassergeräte 1, wie der
exemplarisch gezeigte Warmwasserspeicher, sind grundsätzlich fachmännisch bekannt.
[0043] Das erfindungsgemäße Warmwassergerät 1 unterscheidet sich von den bekannten Warmwassergeräten
durch die Ausgestaltung des Korrosionsschutzes. Hierfür ist eine Korrosionsschutzeinrichtung
20 vorgesehen, die eine Fremdstromanode 22 und eine Opferanode 24 umfasst. Die Positionierung
der Opferanode 24 und der Fremdstromanode 22 innerhalb des Speichers 10 ist beliebig.
Die beispielhaft gezeigte Anordnung innerhalb des Heizflansches 16 ist eine Möglichkeit,
alternativ können die jeweiligen Anoden aber natürlich auch direkt in den Speicher
10 montiert werden.
[0044] Die Korrosionsschutzeinrichtung 20 weist eine Abnutzungserkennungseinheit 30 auf,
die dazu eingerichtet ist, eine Abnutzung der Opferanode 24 zu erkennen. Im Inneren
der Opferanode 24 ist hierfür ein Kanal 26 ausgebildet, der in Fluidverbindung mit
einem Druckschalter 32 steht. Alternativ zu einem Druckschalter 32 kann dieses Element
auch als Drucksensor ausgestaltet sein. Durch Eigenkorrosion und die für den kathodischen
Korrosionsschutz erforderlichen Reaktionen wird das Material der Opferanode 24 sukzessive
verbraucht. Ist der Materialabbau entsprechend weit fortgeschritten, dringt Wasser
aus dem Behältervolumen 12 in den Kanal 26 ein, womit der Wasserdruck an dem Druckschalter
32 anliegt und diesen betätigt. Hierfür kann der Druckschalter beispielsweise eine
Sensoreinheit aufweisen. Durch diesen Druck des in den Kanal 26 einströmenden Wassers
wird ein elektrischer Kontakt 33 betätigt und die Fremdstromanode 22 elektrisch leitend,
beispielsweise mit einer Gleichspannungsquelle in einer Elektronik 40, verbunden.
Die Gleichspannungsquelle kann eine konstante oder eine geregelte Spannungsquelle
sein.
[0045] Die Fremdstromanode 22 ist isoliert in das Warmwassergerät 1 eingebracht. Auch die
Opferanode 24 ist in diesem Beispiel mit einer Isolierung 28 isoliert in den Speicher
10 eingebracht. Eine elektrische Verbindung 29 sichert den Schluss des Stromkreises
zwischen Opferanode 24 und Wand des Speichers 10. Alternativ kann die Opferanode 24
auch unmittelbar in elektrischem Kontakt mit der Behälterwand stehen.
[0046] Mit der Elektronik 40 ist ein Bedienteil 50 verbunden. Auf dem Bedienteil 50 kann
ein Verbrauchszustand der Opferanode 24 mitgeteilt werden. Alternativ kann auch in
der Elektronik 40 eine Schnittstelle, beispielsweise eine drahtlose Schnittstelle
wie WLAN, etc., bereitgestellt sein, sodass ein Verbrauchszustand der Opferanode 24
über die Schnittstelle an einen Benutzer übermittelt wird.
[0047] Fig. 2 zeigt schematisch und exemplarisch eine weitere Ausführung des Warmwassergerätes
1. Fig. 2 unterscheidet sich von Fig. 1 in der Ausgestaltung der Abnutzungserkennungseinheit
30, insbesondere ist der Druckschalter 32 ausgebildet, nicht den Stromkreis der Fremdstromanode
22 direkt zu schließen, sondern über das Schließen eines Kontaktes 36 ein Signal an
die Elektronik 40 bereitzustellen. Der elektrische Kontakt des Druckschalters 32 wird
dann in der Elektronik 40 weiterverarbeitet. Dies ergibt Vorteile bei der Fehlererkennung
der Korrosionsschutzeinrichtung 20 sowie bei den Anzeigemöglichkeiten, insbesondere
über das Bedienteil 50. Die Stromversorgung der Fremdstromanode 22 wird dann in diesem
Ausführungsbeispiel in Abhängigkeit des Signals des Druckschalters 32 durch die Elektronik
40 aktiviert bzw. geschaltet.
[0048] Ferner kann in Fig. 2 gesehen werden, dass die Opferanode 24 isoliert eingebaut ist
und über die Elektronik 40 und einen Kontakt 38 elektrisch mit dem Speicher 10 verbunden
ist. Demnach befindet sich auf der Elektronik 40 ein elektrischer Kontakt, der die
Opferanode 24 mit dem Behälter des Speichers 10 verbindet. Dieser Kontakt ist vorzugsweise
stromlos geschlossen, insbesondere mittels eines Relais oder eines Feldeffekttransistors.
Bei einem Verbrauch der Opferanode 24, das heißt bei einem Auslösen des Druckschalters
32, kann die Opferanode 24 mittels der Elektronik 40 von dem Speicher 10 getrennt
werden. Dies ist für den Betrieb der Fremdstromanode 22 vorteilhaft, da die Opferanode
24, wenn sie mit dem Speicher 10 verbunden ist, eine Fremdkathode für die Fremdstromanode
22 darstellt.
[0049] Fig. 3 zeigt schematisch und exemplarisch eine weitere Ausführung des Warmwassergerätes
1. Anstelle des Druckschalters 32 wird die Abnutzung durch die Abnutzungserkennungseinheit
30 in diesem Beispiel durch eine Potentialmessung erreicht. In diesem Beispiel sind
die Fremdstromanode 22 und die Opferanode 24 jeweils mittels einer Isolierung 28 und
getrennt von dem Heizungsflansch 16 montiert gezeigt, wobei selbstverständlich auch
eine Kombination einer oder beider der Anoden in dem Heizungsflansch 16 vorstellbar
ist.
[0050] Die Fremdstromanode 22 und die Opferanode 24 sind in diesem Beispiel über die Elektronik
40 mit dem Speicher 10 verbunden. Die Abnutzungserkennungseinheit 30 umfasst in der
Elektronik 40 eine Potentialbestimmungseinheit 42, die dazu eingerichtet ist, das
Schutzpotential im Behälter zu erfassen, sowie eine vorzugsweise geregelte Gleichspannungsquelle
44, die dazu ausgebildet ist, das Schutzpotential einzuprägen. Das Schutzpotential
wird insbesondere als das Potential zwischen Fremdstromanode 22 und Behälterwand des
Speichers 10 verstanden. Das Schutzpotential baut sich insbesondere in der Nähe der
Behälterwand im Speicher auf und vorzugsweise wird das Potential näherungsweise zwischen
Fremdstromanode und der Behälterwand verwendet.
[0051] Über die Potentialbestimmungseinheit 42 wird zyklisch das Schutzpotential im Behälter
erfasst. Die Erfassung erfolgt auch dann, wenn der Korrosionsschutz über die Opferanode
24 sichergestellt wird. Während der Potentialmessung wird ein Schalter 46 geöffnet,
sodass keine durch die Spannungsquelle 44 eingeprägte Spannung anliegt. Für eine IR-freie
Messung wird ferner kurzzeitig die elektrische Verbindung zwischen Opferanode 24 und
Speicher 10 mittels eines Schalters 48 getrennt.
[0052] Anhand des erfassten Schutzpotentials kann im Betrieb mit der Opferanode 24 auf den
Verbrauchszustand der Opferanode 24 zurückgeschlossen werden. Der Verbrauchszustand
kann dem Benutzer, ebenso wie in den anderen Ausführungen, über das Bedienteil 50
oder eine Schnittstelle, zum Beispiel WLAN, etc., angezeigt werden und/oder zu regelungstechnischen
Zwecken eingesetzt werden. In dieser Ausführung ist es möglich, den tatsächlichen
Anodenzustand zu erfassen.
[0053] In der Ausgestaltung des Warmwassergerätes 1 gemäß Fig. 3 kann der Korrosionsschutz
entweder durch die Opferanode 24 oder durch die Fremdstromanode 22 sichergestellt
werden, wobei vorzugsweise immer nur eine der beiden Korrosionsschutzvarianten aktiv
ist. Wird der Korrosionsschutz über die Fremdstromanode 22 sichergestellt, so wird
die elektrische Verbindung mittels des Schalters 48 zwischen der isoliert eingebauten
Opferanode 24 und dem Speicher 10 unterbrochen. Entsprechend wird die elektrische
Verbindung zwischen Gleichspannungsquelle 44 und Fremdstromanode 22 mittels des Schalters
46 dann unterbrochen, wenn der Korrosionsschutz über die Opferanode 24 sichergestellt
wird.
[0054] Der Schalter 48 ist vorzugsweise im stromlosen Zustand geschlossen, wodurch der Korrosionsschutz
auch im Falle eines Stromausfalls sichergestellt werden kann. Hierfür eignen sich
beispielsweise Feldeffekttransistoren oder Relais.
[0055] Mehrere Betriebsmöglichkeiten sind für die Korrosionsschutzeinrichtung 20 gemäß dieser
Ausführung vorstellbar. Nämlich kann die Opferanode 24 den grundlegenden Korrosionsschutz
übernehmen, wobei die Fremdstromanode 22 dann aktiv wird und den Korrosionsschutz
übernimmt, wenn die Opferanode 24 verbraucht ist und den Korrosionsschutz nicht mehr
gewährleisten kann. Ebenfalls ist denkbar, dass die Fremdstromanode 22 den grundlegenden
Korrosionsschutz sicherstellt und die Opferanode 24 lediglich im stromlosen Zustand
den Korrosionsschutz gewährleistet.
[0056] Fig. 4 zeigt schematisch und exemplarisch ein Flussdiagramm eines Verfahrens 200
zum Steuern eines Korrosionsschutzes eines Warmwassergerätes. Das Warmwassergerät
kann insbesondere eines der mit Verweis auf die vorstehenden Ausführungen beschriebenes
Warmwassergerät 1 sein.
[0057] Das Verfahren 200 weist einen Schritt 210 des Trennens der elektrischen Verbindung
zwischen Opferanode 24 und Speicher 10 auf und einen sich daran anschließenden Schritt
220 des Bestimmens eines Potentials zwischen Fremdstromanode 22 und Speicher 10 auf.
Alternativ kann die Potentialbestimmung natürlich auch kontinuierlich oder in regelmäßigen
Abständen durchgeführt werden, zusätzlich zu dem Fall, in dem gemäß Schritt 210 die
elektrische Verbindung getrennt wurde.
[0058] In einem Schritt 230 wird eine Abnutzung der Opferanode 24 anhand des in Schritt
210 bestimmten Potentials zwischen Fremdstromanode 22 und Speicher 10 bestimmt. Beispielsweise
kann das Potential mit einem Schwellwert verglichen werden. Optional kann festgestellt
werden, dass die Abnutzung den vorbestimmten Schwellwert überschreitet.
[0059] In einem Schritt 232 wird die im Schritt 230 bestimmte Abnutzung an ein Bedienteil
50 und/oder eine Schnittstelle des Warmwassergerätes 1 kommuniziert. Alternativ oder
zusätzlich wird in einem Schritt 234 eine Gleichspannungsversorgung an die Fremdstromanode
22 angelegt, um den Korrosionsschutz mittels der Fremdstromanode 22 sicherzustellen.
Alternativ oder zusätzlich wird in einem Schritt 236 durch Schließen beispielsweise
des Schalters 48 eine elektrische Verbindung der Opferanode 24 mit dem Speicher 10
geschlossen. Damit wird der Korrosionsschutz durch die Opferanode 24 sichergestellt.
1. Warmwassergerät (1), insbesondere Warmwasserspeicher,
mit einem Speicher (10) und einer Korrosionsschutzeinrichtung (20) zum Schutz des
Speichers vor Korrosion,
wobei die Korrosionsschutzeinrichtung (20) eine Opferanode (24) und eine Fremdstromanode
(22) aufweist, die jeweils reversibel innerhalb des Speichers (10) montierbar und
gegen den Speicher (10) isoliert sind,
wobei die Korrosionsschutzeinrichtung (20) eine Potentialbestimmungseinheit (42) aufweist,
die dazu eingerichtet ist, ein Potential zwischen der Fremdstromanode (22) und dem
Speicher (10) zu bestimmen, wobei die Abnutzungserkennungseinheit (30) dazu eingerichtet
ist, eine Abnutzung der Opferanode (24) basierend auf dem von der Potentialbestimmungseinheit
(42) bestimmten Potential zu bestimmen.
2. Warmwassergerät (1) nach Anspruch 1,
wobei das Warmwassergerät (1) eine elektrische Steuerung (40) aufweist, die dazu eingerichtet
ist, die Fremdstromanode (22) selektiv mit Strom zu versorgen, wobei die Potentialbestimmungseinheit
(42) vorzugsweise als Teil der elektrischen Steuerung (40) ausgebildet ist.
3. Warmwassergerät (1) nach Anspruch 2,
wobei die Opferanode (24) über die Elektronik der elektrischen Steuerung (40) mittels
eines schaltbaren Kontaktes (38) elektrisch mit dem Speicher (10) verbunden ist, insbesondere
stromlos mit dem Speicher (10) verbunden ist.
4. Warmwassergerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Warmwassergerät (1)
ferner eine Anzeigeeinheit aufweist, wobei die elektrische Steuerung dazu eingerichtet
ist, einen Verbrauchszustand der Opferanode (24) basierend auf dem Signal des Druckschalters
(32) an die Anzeigeeinheit auszugeben.
5. Warmwassergerät (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei das Warmwassergerät (1) ferner einen Heizflansch aufweist, der dazu eingerichtet
ist, das Innere des Speichers aufzuheizen, wobei die Opferanode (24) in den Heizflansch
eingebracht und leitfähig mit dem Behälter verbindbar ist oder direkt in den Speicher
(10) montierbar ist.
6. Warmwassergerät (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei die Korrosionsschutzeinrichtung (20) eine Gleichspannungsquelle (44) zur Versorgung
der Fremdstromanode (22) mit Gleichstrom aufweist, wobei die Gleichspannungsquelle
(44) eine konstante oder eine geregelte Gleichspannungsquelle (44) ist.
7. Warmwassergerät (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei die Opferanode (24) mittels eines schaltbaren Kontaktes (38) elektrisch mit
dem Speicher (10) verbunden ist, wobei die Potentialbestimmungseinheit (42) dazu eingerichtet
ist, das Potential zwischen Fremdstromanode (22) und Speicher (10) zyklisch, insbesondere
in regelmäßigen Abständen, zu bestimmen.
8. Warmwassergerät (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei die Potentialbestimmungseinheit (42) dazu eingerichtet ist, den Kontakt (38)
zwischen Opferanode (24) und Speicher (10) für eine Potentialbestimmung zwischen Fremdstromanode
(22) und Speicher (10) zu öffnen.
9. Warmwassergerät (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei das Warmwassergerät (1) ein Bedienteil (50), insbesondere mit Anzeigevorrichtung,
und/oder eine Schnittstelle, insbesondere eine drahtlose Schnittstelle wie W-Lan,
aufweist, wobei die Potentialbestimmungseinheit (42) dazu eingerichtet ist, ein die
Abnutzung der Opferanode (24) beschreibendes Signal an das Bedienteil (50) und/oder
die Schnittstelle auszugeben.
10. Verfahren (200) zum Steuern eines Korrosionsschutzes eines Warmwassergerätes, insbesondere
eines Warmwasserspeichers, wobei der Warmwasserspeicher einen Speicher (10) und eine
Korrosionsschutzeinrichtung mit Opferanode (24) und Fremdstromanode (22) aufweist,
wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist:
- Bestimmen (210) eines Potentials zwischen Fremdstromanode (22) und Speicher (10),
- Trennen (220) einer elektrischen Verbindung zwischen Opferanode (24) und Speicher
(10) während das Potential zwischen Fremdstromanode (22) und Speicher (10) bestimmt
wird, und
- Bestimmen (230) einer Abnutzung der Opferanode (24) anhand des zwischen Fremdstromanode
(22) und Speicher (10) bestimmten Potentials, und optional bei Bestimmung, dass die
Abnutzung einen vorbestimmten Schwellwert überschreitet:
- Kommunizieren (232) der Abnutzung an ein Bedienteil (50) und/oder eine Schnittstelle
des Warmwassergerätes (1), und/oder
- Anlegen (234) einer Gleichspannungsversorgung an die Fremdstromanode (22), vorzugsweise
eine in Abhängigkeit der bestimmten Abnutzung regelbare Gleichspannungsversorgung,
und/oder
- Schließen (236) der elektrischen Verbindung der Opferanode (24) von dem Speicher.