[0002] Das Verstellen umfasst insbesondere ein Verriegeln bzw. Entriegeln und/oder ein Öffnen
bzw. Schließen des Türschlosses. Die Möglichkeit, den Riegel und/oder die Falle motorisiert
zu verstellen, kann dabei etwa einem verbesserten Komfort bei der Betätigung des Türschlosses
dienen. Beispielsweise kann ein Verstellen des Riegels bzw. der Falle auf diese Weise
ohne Verwendung eines Schlüssels oder bereits aus einer gewissen Entfernung ausgelöst
werden. Der Entfernung sind dabei grundsätzlich keine Grenzen gesetzt, so dass eine
Fernsteuerung des Türschlosses möglich ist. Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der
Möglichkeit, den Riegel bzw. die Falle zu definierten Zeiten oder gemäß sonstigen
vorgebbaren Regeln zu verstellen.
[0003] Grundsätzlich können somit alle unterschiedlichen Schließzustände eines Türschlosses
(beispielsweise: offene Falle, geschlossene Falle, Riegel entriegelt, Riegel einfach
verriegelt, Riegel doppelt verriegelt) motorisiert herbeigeführt werden. Es kann aber
auch vorgesehen sein, dass die Motorisierung lediglich für eine Auswahl der möglichen
Zustände vorgesehen ist und andere Zustände beispielsweise lediglich von Hand eingestellt
werden können.
[0004] Derartige motorisierte Türschlösser sollen möglichst überall dort verwendbar sein,
wo auch herkömmliche Türschlösser verwendbar sind. Daher ist es bevorzugt, wenn das
Türschloss einem herkömmlichen Türschloss im Wesentlichen ähnlich ausgebildet ist
und insbesondere bezüglich seiner Maße und/oder seinem Zusammenwirken mit anderen
Bauteilen gängigen Normen, z.B. bezüglich des Einbaus des Türschlosses in einer Tür
oder des Verwendung eines Schließzylinders mit dem Türschloss, entspricht.
[0005] Ferner ist es vorteilhaft, wenn der Riegel bzw. die Falle des Türschlosses nicht
ausschließlich motorisiert verstellbar sind, sondern diese Funktion zusätzlich zu
der üblichen manuellen Verstellbarkeit vorgesehen ist. Schon aus Sicherheitsgründen
ist es wichtig, dass gewährleistet ist, dass bei einem Ausfall des motorisierten Antriebs
eine manuelle Betätigung des Türschlosses möglich bleibt.
[0006] Daher kann bei einem solchen motorisierten Türschloss eine Zylinderaufnahme für einen
Schließzylinder, insbesondere für einen Schließzylinder bekannter Art entsprechend
gängiger Normen wie z.B. einen Profilzylinder, vorgesehen sein. Dem Schließzylinder
sind dabei typischerweise ein oder mehrere passende Schlüssel zugeordnet, mit denen
der Schließzylinder manuell betätigt werden kann. Ein auf den Schließzylinder ausgeübtes
Betätigungsmoment, in der Regel ein Drehmoment, kann dann auf das Türschloss übertragen
werden.
[0007] Dazu kann die Zylinderaufnahme ein Eingangselement aufweisen, das dazu ausgebildet
ist, von einem Ausgangselement des Schließzylinders angetrieben zu werden, um ein
Betätigungsmoment auf das Türschloss zu übertragen bzw. letztlich den Riegel und/oder
die Falle des Türschlosses zu verstellen. Bei dem Ausgangselement kann es sich beispielsweise
um eine Schließnase des Schließzylinders handeln, die vorzugsweise radial zu einer
Zylinderachse vorsteht und um die Zylinderachse drehbar ist. Als das Eingangselement
der Zylinderaufnahme ist dabei insbesondere dasjenige Element anzusehen, das von dem
Ausgangselement des Schließzylinders unmittelbar beaufschlagt wird. Das Eingangselement
empfängt dann also als erstes Element des Türschlosses das Betätigungsmoment vom Schließzylinder.
[0008] Grundsätzlich könnte für ein motorisiertes Verstellen des Riegels bzw. der Falle
der Schließzylinder durch eine Motorvorrichtung ersetzt werden, welche ein jeweiliges
Betätigungsmoment ausgibt. Dann aber könnten keine herkömmlichen Schließzylinder mit
dem Türschloss verwendet werden. Zudem wäre eine manuelle Betätigung des Türschlosses
mittels eines Schlüssels in der Regel nicht mehr möglich. Daher ist es vorteilhaft,
das Türschloss selbst motorisiert auszubilden, also insbesondere einen von einem jeweiligen
Schließzylinder unabhängigen und separaten Motor in dem Türschloss vorzusehen.
[0009] Soll ein motorisiertes Verstellen des Riegels und/oder der Falle zusätzlich zu einer
von einem herkömmlichen Schließzylinder ausgehenden manuellen Betätigung des Türschlosses
möglich sein, ergibt sich das Problem, auf weiche Weise ein Motor antriebswirksam
mit dem Riegel bzw. der Falle gekoppelt werden kann, so dass die Betätigung des Türschlosses
mittels eines in der Schließzylinderaufnahme aufgenommenen Schließzylinders möglich
bleibt.
[0010] Eine weitere Schwierigkeit ergibt sich dabei daraus, dass ein von einem Motor ausgegebenes
Antriebsmoment je nach Motor geeignet angepasst werden muss, um mit für das Verstellen
hinreichender, aber zur Vermeidung von Beschädigungen auch nicht übermäßiger Kraft
auf den Riegel bzw. die Falle übertragen zu werden. Daher kann es erforderlich sein,
ein Getriebe mit entsprechender Übersetzung bzw. Untersetzung zwischen dem Motor und
dem Riegel bzw. der Falle vorzusehen, um eine zuverlässige Kraftübertragung zu gewährleisten.
Hierfür steht jedoch bei einem Türschloss üblicher Ausmaße nur wenig Bauraum zur Verfügung.
[0011] Es ist eine Aufgabe der Erfindung ein Türschloss bereitzustellen, welches ein motorisiertes
Verstellen eines Riegels und/oder einer Falle des Türschlosses zusätzlich zu einer
manuellen Betätigung ermöglicht, kompakt ausgebildet ist und sich ohne wesentliche
Anpassungen anstelle herkömmlicher Türschlösser verwenden lässt sowie eine zuverlässige
Antriebsmomentübertragung vom Motor zum Riegel bzw. zur Falle gewährleistet.
[0012] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Türschloss mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
[0013] Dabei umfasst das Türschloss eine Zylinderaufnahme für einen Schließzylinder, die
ein Eingangselement aufweist, wobei das Eingangselement dazu ausgebildet ist, von
einem Ausgangselement des Schließzylinders angetrieben zu werden, um einen Riegel
und/oder eine Falle des Türschlosses zu verstellen. Zudem umfasst das Türschloss einen
Motor, um ergänzend zu der grundsätzlichen Verstellbarkeit mittels des Schließzylinders
den Riegel und/oder die Falle motorisiert verstellen zu können. Mit anderen Worten
ist in dem Türschloss ein Motor vorgesehen, der derart ausgebildet und angeordnet
ist, dass der Riegel und/oder die Falle motorisiert, d.h. mittels des Motors, verstellbar
ist/sind. Ein motorisiertes Verstellen des Riegels bzw. der Falle ist dabei insbesondere
unabhängig davon, ob ein Schließzylinder in der Zylinderaufnahme aufgenommen ist oder
nicht. Wenn ein Schließzylinder in der Zylinderaufnahme aufgenommen ist, kann/können
der Riegel und/oder die Falle somit vorteilhafterweise auf zwei verschiedene Weisen,
nämlich zum einen mittels des Schließzylinders und zusätzlich oder alternativ dazu
mittels des Motors, verstellt werden. Der Motor ist dabei insbesondere von dem jeweiligen
Schließzylinder unabhängig und separat ausgebildet.
[0014] Die Aufgabe der Erfindung wird dabei insbesondere dadurch gelöst, dass der Motor
antriebswirksam mit dem Eingangselement koppelbar oder gekoppelt ist, um den Riegel
und/oder die Falle über das Eingangselement motorisiert zu verstellen. Wesentlicher
Aspekt der Erfindung ist somit, dass der Riegel bzw. die Falle vom Motor über das
Eingangselement verstellt wird, also dass das motorisierte Verstellen über das Eingangselement
verläuft. Das Eingangselement befindet sich folglich innerhalb des Antriebspfads,
entlang dessen ein Antriebsmoment des Motors auf den Riegel bzw. auf die Falle übertragen
wird. Das heißt insbesondere, dass ein erster Abschnitt des Antriebspfad vom Motor
zum Eingangselement verläuft und ein zweiter Abschnitt des Antriebspfad vom Eingangselement
zum Riegel bzw. zur Falle verläuft, wobei der erste und der zweite Abschnitt des Antriebspfads
disjunkt sind, also mit Ausnahme des Eingangselements kein gemeinsames Antriebselement
aufweisen.
[0015] Dabei kann insbesondere der genannte zweite Abschnitt, also derjenige Teil des Antriebspfads
vom Eingangselement der Zylinderaufnahme zum Riegel bzw. zur Falle wie bei einem herkömmlichen
Türschloss ausgebildet sein. Das hat nicht nur den Vorteil, dass für das erfindungsgemäße
Türschloss dieser Teil des Türschlosses gegenüber einem herkömmlichen Türschloss keine
Veränderung zu erfahren braucht. Sondern auf diese Weise wird auch vorteilhafterweise
der Umstand genutzt, dass dieser zweite Abschnitt des Antriebspfads vom Eingangselement
zum Riegel bzw. zur Falle in der Regel für vergleichsweise geringe Antriebsmomente,
wie sie typischerweise von Hand mittels eines Schlüssels erzeugt werden können, ausgelegt
ist. Dadurch, dass das Antriebsmoment des Motors am Eingangselement angreift und von
dort weiter zum Riegel bzw. zur Falle übertragen wird, braucht das Antriebsmoment
des Motors, um den Riegel bzw. die Falle zuverlässig verstellen zu können, somit weder
besonders groß zu sein noch zu größeren Kräften hin übersetzt zu werden.
[0016] Bei dem Eingangselement handelt es sich insbesondere um dasjenige Element der Zylinderaufnahme,
welches direkt von dem Ausgangselement, zum Beispiel einer Schließnase, eines in der
Zylinderaufnahme aufgenommenen Schließzylinders bei einer Betätigung des Schließzylinders
beaufschlagt wird. Das Eingangselement kann dabei grundsätzlich auch mehrteilig ausgebildet
sein, wobei ein Teil des Eingangselements von dem Ausgangselement des Schließzylinders
unmittelbar beaufschlagt wird und auf einen anderen Teil das Antriebsmoment des Motors
übertragen wird. In diesem Fall sind die Teile des Eingangselements dann aber starr
miteinander gekoppelt oder zumindest koppelbar, um gemeinsam das Eingangselement der
Zylinderaufnahme zu bilden.
[0017] Da bei einem motorisierten Verstellen des Riegels bzw. der Falle das Antriebsmoment
des Motors über das Eingangselement zum Riegel bzw. zur Falle übertragen wird und
das Eingangselement dazu ausgebildet ist, von dem Ausgangselement des Schließzylinders
angetrieben zu werden, kann es sein, dass das Eingangselement, wenn es motorisiert
angetrieben wird, umgekehrt auch das Ausgangselement des Schließzylinders zu einer
Bewegung antreibt. Daher sind in einem derartigen Türschloss vorzugsweise Schließzylinder
zu verwenden, deren Ausgangselement bei abgezogenem Schlüssel frei beweglich ist,
insbesondere sogenannte Freilaufzylinder.
[0018] Die antriebswirksame Kopplung des Motors mit dem Eingangselement der Zylinderaufnahme
kann auf verschiedene Weise erfolgen. Dabei braucht die Kopplung nicht dauerhaft zu
sein. Vielmehr reicht es aus, wenn der Motor zumindest nach Bedarf, also jeweils dann,
wenn ein motorisiertes Verstellen erwünscht ist, antriebswirksam mit dem Eingangselement
koppelbar ist. Insofern meint "koppelbar" keine grundsätzliche allgemeine Koppelbarkeit,
sondern dass das Türschloss konkret dazu ausgebildet ist, dass im Bedarfsfall eine
solche Kopplung erfolgen kann.
[0019] Gemäß einer vorteilhaften Weiterentwicklung ist der Motor mit dem Eingangselement
über einen Zahnriemen antriebswirksam gekoppelt oder koppelbar. Ein Zahnriemen erlaubt
eine zuverlässige antriebswirksame Kopplung auch über vergleichsweise große Distanzen
hinweg, ohne dabei viel Bauraum zu beanspruchen. Dabei ist es bevorzugt, wenn das
Eingangselement der Zylinderaufnahme eine Verzahnung aufweist, an welcher der Zahnriemen
abwälzt. Bei dieser Ausführungsform greift der Zahnriemen also unmittelbar am Eingangselement
an. Dadurch ist es möglich, nicht nur den Motor, sondern auch ein dem Motor gegebenenfalls
zugeordnetes Getriebe deutlich beabstandet von der Zylinderaufnahme und insbesondere
von dem gesamten weiteren Antriebspfad von der Zylinderaufnahme bis zu dem Riegel
bzw. der Falle anzuordnen. Diese Elemente des Türschlosses, können daher im Wesentlichen
unverändert gegenüber einem herkömmlichen Türschloss ausgebildet sein. Hierdurch wird
die konstruktive Entwicklung eines erfindungsgemäßen Türschlosses vereinfacht. Denn
der Bauraum für den Motor und gegebenenfalls ein Getriebe kann dann innerhalb des
Türschlosses relativ frei gewählt werden.
[0020] Zudem besteht die Möglichkeit, den Motor sowie gegebenenfalls für die motorisierte
Betätigung des Türschlosses zusätzlich vorgesehene Bauteile wie etwa ein Getriebe
in einem von dem übrigen Türschloss im Wesentlichen separaten Teil oder Modul vorzusehen,
welches an ein zunächst nicht motorisiertes Türschloss anschließbar ausgebildet sein
kann. Zur antriebswirksamen Verbindung eines solchen Moduls mit dem Eingangselement
und letztlich mit dem Riegel bzw. der Falle braucht dann lediglich der Zahnriemen
an das Eingangselement der Zylinderaufnahme angelegt zu werden.
[0021] Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn das Türschloss eine Vorrichtung zum Erfassen
der Umlaufposition des Zahnriemens umfasst. Aufgrund der antriebswirksamen Kopplung
des Zahnriemens mit dem Eingangselement der Zylinderaufnahme kann aus der Umlaufposition
des Zahnriemens direkt auf eine entsprechende Stellung des Eingangselements und somit
letztlich auch auf eine jeweilige Stellung des Riegels und/oder der Falle geschlossen
werden. Dies kann für die Ansteuerung des Motors nützlich und wichtig sein.
[0022] Beispielsweise kann eine Motorsteuerung vorgesehen sein, welche die Umlaufposition
des Zahnriemens von der genannten Vorrichtung empfängt und bei der Ansteuerung des
Motors berücksichtigt. So kann etwa der Motor, um den Riegel oder und/oder die Falle
in eine bestimmte Stellung zu verstellen, so lange zum Ausgeben eines Antriebsmoments
in die dazu erforderliche Richtung angesteuert werden, bis anhand der erfassten Umlaufposition
des Zahnriemens festgestellt wird, dass die bestimmte Stellung erreicht ist, woraufhin
der Motor angehalten wird.
[0023] Um die Umlaufposition des Zahnriemens zu erfassen, kann die genannte Vorrichtung
ein Zahnrad aufweisen, an dem der Zahnriemen abwälzt. Die Drehstellung des Zahnrades,
die z.B. als ein elektrischer Widerstand oder optisch erfasst werden kann, kann dann
als entsprechendes Signal ausgegeben werden, aus dem dann auf die Umlaufposition des
Zahnriemens geschlossen und werden kann.
[0024] Insbesondere wenn das Zahnrad in beide Drehrichtungen unbeschränkt drehbar gelagert
ist, kann es aber sein, dass zwischen zwei Drehstellung des Zahnrades, die sich voneinander
um eine oder mehrere volle Umdrehungen des Zahnrades unterscheiden, nicht differenziert
werden kann, da sie zu demselben ausgegebenen Signal führen. Es können dann Umlaufpositionen
des Zahnriemens lediglich über eine dem Umfang des Zahnrades entsprechende Stecke
eindeutig erfasst werden. Um Umlaufpositionen über die volle Länge des Zahnriemens
eindeutig zu erfassen, müsste das Zahnrad daher einen hinreichend großen Umfang aufweisen,
was im Hinblick auf den beschränkten Bauraum ungünstig sein kann.
[0025] Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird die Vorrichtung zum Erfassen der Umlaufposition
des Zahnriemens daher durch einen Absolutdrehgeber mit zwei Zahnrädern gebildet, an
denen der Zahnriemen abwälzt und deren Zähnezahlen teilerfremd, vorzugsweise um eins
voneinander verschieden, sind. Ein solcher Absolutdrehgeber ermöglicht die eindeutige
Erfassung der Umlaufposition des Zahnrades über eine weite Strecke bei vergleichsweise
kleinen Radien der beiden Zahnräder. Denn aufgrund der unterschiedlichen Zähnezahlen
der beiden Zahnräder hat bei einer vollen Umdrehung des einen Zahnrads das andere
Zahnrad mehr oder weniger als eine volle Umdrehung vollzogen, so dass aus der gemeinsamen
Betrachtung der Drehstellungen beider Zahnräder mehr Umlaufpositionen unterschieden
werden können.
[0026] Insbesondere nehmen die beiden Zahnräder, wenn sie aus einer beliebigen Ausgangsdrehstellung
gedreht werden, erst dann wieder genau die Ausgangsdrehstellung ein, wenn sie um das
kleinste gemeinsame Vielfache ihrer Zähnezahlen gedreht wurden. Bei teilerfremden
Zähnezahlen entspricht dies dem Produkt der beiden Zähnezahlen, so dass der Bereich
eindeutig erfassbarer Umlaufpositionen maximiert wird.
[0027] Sind die Zähnezahlen genau um eins voneinander verschieden, sind sie stets teilerfremd.
Zudem unterscheiden sich dann die Radien der beiden Zahnräder kaum, so dass mit zwei
vergleichsweise kleinen Zahnrädern ein maximaler Bereich an Umlaufpositionen des Zahnriemens
eindeutig erfasst werden kann. Insbesondere sind die Zähnezahlen der beiden Zahnräder
so gewählt, dass ihr kleinstes gemeinsames Vielfaches größer als die Zähnezahl des
Zahnriemens ist oder ihr gerade entspricht, so dass die Umlaufposition des Zahnriemens
über dessen volle Länge eindeutig erfasst werden kann.
[0028] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung ist der Motor über ein Freilaufgetriebe antriebswirksam
mit dem Eingangselement koppelbar oder gekoppelt. Insbesondere kann der Motor über
das Freilaufgetriebe antriebswirksam mit dem genannten Zahnriemen gekoppelt sein.
Das Freilaufgetriebe ist dann also zwischen dem Motor und dem Zahnriemen vorgesehen.
[0029] Dabei kann das Freilaufgetriebe ein Eingangselement aufweisen, das antriebswirksam
mit dem Motor gekoppelt ist und insbesondere mit einem Ausgangselement des Motors
unmittelbar gekoppelt ist. Zudem kann das Freilaufgetriebe ein Ausgangselement aufweisen,
das antriebswirksam mit dem Eingangselement der Zylinderaufnahme gekoppelt ist und
insbesondere mit dem Zahnriemen unmittelbar gekoppelt ist. Dabei ist unter unmittelbarer
Kopplung insbesondere zu verstehen, dass die jeweiligen Elemente direkt aneinander
abwälzen.
[0030] Ein solches Freilaufgetriebe ist dazu ausgebildet, ein an dem Eingangselement des
Freilaufgetriebes eingehendes Antriebsmoment durch das Freilaufgetriebe auf das Ausgangselement
des Freilaufgetriebes zu übertragen, ein an dem Ausgangselement des Freilaufgetriebes
eingehendes Antriebsmoment hingegen nicht zum Eingangselement des Freilaufgetriebes
zu übertragen. In diesem letztgenannten Fall erfolgt jedoch kein Blockieren der Übertragung
des Antriebsmoments. Vielmehr sind bei einem an dem Ausgangselement eingehenden Antriebsmoment
das Ausgangselement und das Eingangselement derart entkoppelt, dass das Ausgangselement
frei drehen kann, ohne dass dadurch das Eingangselement angetrieben würde, das daher
stillstehen kann. Geht dagegen an dem Eingangselement ein Antriebsmoment ein, sind
das Eingangselement und das Ausgangselement derart miteinander gekoppelt, dass das
Antriebsmoment zum Ausgangselement übertragen wird, so dass es dort ausgegeben werden
kann. Vorzugsweise erfolgen die Kopplung und/oder die Entkopplung unabhängig von der
Richtung, insbesondere der Drehrichtung, des Antriebsmoments.
[0031] Durch das Freilaufgetriebe kann somit verhindert werden, dass eine Betätigung des
Schließzylinders - oder auch eines sonstigen für ein Verstellen des Riegels und/oder
der Falle vorgesehenen Elements am Türschloss, wie etwa eines Türdrückers - durch
den Motor im Stillstand blockiert wird. Dies wäre andernfalls insbesondere bei Motoren
mit Selbsthemmung, wie etwa bei gängigen Elektromotoren, der Fall. Um zu vermeiden,
dass der Motor für eine manuelle Betätigung erst aktiv von dem Riegel und/oder der
Falle entkoppelt werden muss bzw. dass umgekehrt der Motor für ein motorisches Verstellen
erst aktiv mit dem Riegel und/oder der Falle gekoppelt werden muss, kann folglich
das Freilaufgetriebe vorgesehen werden, welches diese Funktion sozusagen passiv, d.h.
insbesondere automatisch in Abhängigkeit davon, ob ein Antriebsmoment an dem Eingangselement
eingeht, erfüllt.
[0032] Die genannte Aufgabe wird - grundsätzlich unabhängig von den vorstehend beschriebenen
Türschlössern oder auch als Weiterbildung dazu - zudem gelöst durch ein Türschloss
mit einem Motor für ein motorisiertes Verstellen eines Riegels und/oder einer Falle
des Türschlosses sowie einem Freilaufgetriebe, über das ein Antriebsmoment des Motors
auf den Riegel und/oder die Falle übertragbar ist, wobei das Freilaufgetriebe ein
Eingangselement aufweist, das antriebswirksam mit dem Motor gekoppelt ist, und ein
Ausgangselement aufweist, das antriebswirksam mit dem Riegel und/oder der Falle gekoppelt
ist, wobei das Freilaufgetriebe ferner zumindest ein Kopplungselement aufweist, das
zwischen einer Kopplungsstellung, in der es das Eingangselement und das Ausgangselement
antriebswirksam miteinander koppelt, und einer Freilaufstellung, in der es das Eingangselement
und das Ausgangselement antriebswirksam voneinander entkoppelt, beweglich ist.
[0033] Die Stellung des Kopplungselements entscheidet somit darüber, ob das Eingangselement
und das Ausgangselement des Freilaufgetriebes für eine Übertragung des Antriebsmoments
antriebswirksam gekoppelt sind oder nicht. Dabei soll die Kopplung möglichst automatisch
in Abhängigkeit davon erfolgen, ob das Eingangselement von dem Motor gerade angetrieben
wird oder nicht.
[0034] Zu diesem Zweck kann das Eingangselement eine Antriebskontur aufweisen, die dazu
ausgebildet ist, das Kopplungselement mitzuführen, wenn das Eingangselement von dem
Motor angetrieben wird. Die Antriebskontur wird dabei insbesondere durch eine spezielle
Oberflächenformung des Eingangselements in einem Bereich gebildet, in dem das Eingangselement
in Kontakt mit dem Kopplungselement treten kann.
[0035] Das Mitführen des Kopplungselements durch die Antriebskontur des Eingangselements
führt vorteilhafterweise dazu, dass das Kopplungselement eine Antriebsbewegung des
Eingangselements mitvollzieht. Bei dieser Antriebsbewegung, die von dem vom Motor
auf das Eingangselement übertragene Antriebsmoment verursacht wird, handelt es sich
beispielsweise um eine Drehbewegung um eine Drehachse, so dass in diesem Fall das
Kopplungselement, wenn es von der Antriebskontur mitgeführt wird, ebenfalls um die
Drehachse bewegt wird.
[0036] Vorzugsweise wird das Kopplungselement unabhängig davon, ob es sich in der Kopplungsstellung
oder in der Freilaufstellung befindet, von der Antriebskontur des Eingangselements
mitgeführt, wenn das Eingangselement von dem Motor angetrieben wird. Somit führt ein
motorisiertes Antreiben des Eingangselements stets dazu, dass das Kopplungselement
mitgeführt wird. Dieser Umstand kann dazu genutzt werden, das Kopplungselement jedenfalls
dann, wenn das Eingangselement vom Motor angetrieben wird, in die Kopplungsstellung
zu versetzen, so dass ein Antriebsmoment des Motors durch das Freilaufgetriebe hindurch
vom Eingangselement zum Ausgangselement übertragen wird.
[0037] Hierzu kann das Freilaufgetriebe ferner ein Führungselement mit einer Führungskontur
aufweist, die dazu ausgebildet ist, das Kopplungselement in die Kopplungsstellung
zu drängen, wenn es von dem Eingangselement mitgeführt wird. Das Führungselement ist
dabei insbesondere zumindest im Wesentlichen statisch, d.h. ortsfest relativ zu dem
Getriebe, angeordnet, wobei aber ein gewisses Spiel vorgesehen sein kann, wie weiter
unten noch erläutert wird. Ähnlich der Antriebskontur kann auch die Führungskontur
durch eine spezielle Oberflächenformung in einem Bereich gebildet sein, in dem das
Führungselement in Kontakt mit dem Kopplungselement treten kann.
[0038] Da das Führungselement statisch ist, kann die Führungskontur anders als die Antriebskontur
das Kopplungselement nicht selbst zu einer Bewegung antreiben oder mitführen. Allerdings
kann es die Beweglichkeit des Kopplungselements insbesondere im Zusammenspiel mit
der das Kopplungselement mitführend Antriebskontur führend einschränken. Beispielsweise
kann das Führungselement nach Art eines Anschlags, einer Anlauffläche oder einer Flanke
zumindest teilweise innerhalb einer Bewegungsbahn angeordnet sein, entlang der das
Kopplungselement in der Freilaufstellung eigentlich mitgeführt wird, so dass das Kopplungselement
auf die Führungskontur trifft und dadurch in die Kopplungsstellung gedrängt wird.
Insofern wird das Kopplungselement durch das Führungselement nicht aktiv angetrieben
oder verstellt, sondern lediglich passiv geführt, indem die Führungskontur die Bewegungsbahn
des von der Antriebskontur des Eingangselements mitgeführten Kopplungselements umlenkt.
[0039] Ein derartig ausgebildetes Türschloss ermöglicht somit, dass das von dem Motor ausgegebene
Antriebsmoment stets durch das Freilaufgetriebe hindurch und letztlich zu dem Riegel
und/oder der Falle des Türschlosses übertragen wird. Zwischen dem Freilaufgetriebe
und dem Riegel bzw. der Falle können dabei weitere Bauteile zur Übertragung des Antriebsmoments
vorgesehen sein, insbesondere ein Zahnriemen und/oder ein Eingangselement einer Zylinderaufnahme
für einen Schließzylinder, wie sie weiter oben beschrieben wurden.
[0040] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist das Ausgangselement eine Eingriffskontur
auf, in die das Kopplungselement in der Kopplungsstellung eingreift. Auf diese Weise
werden das Ausgangselement und das Kopplungselement, wenn dieses sich in der Kopplungsstellung
befindet, antriebswirksam miteinander gekoppelt. Die Eingriffskontur kann dabei durch
eine Oberflächenformung des Ausgangselements gebildet sein, die eine oder mehrere
an das Kopplungselement angepasste Aufnahmen aufweist. In eine jeweilige dieser Aufnahmen
kann das Kopplungselement dann zumindest teilweise aufgenommen werden, wenn es sich
aus der Freilaufstellung in die Kopplungsstellung bewegt oder bewegt wird.
[0041] Wenn bei dieser Ausführungsform das Kopplungselement von der Antriebskontur des Eingangselements
mitgeführt und infolgedessen von der Führungskontur des Führungselements in die Kopplungsstellung
gedrängt wird, greift folglich das Kopplungselement dadurch in die Eingriffskontur
des Ausgangselements ein. Beim weiteren Mitführen des Kopplungselements durch das
motorgetriebene Eingangselement wird somit auch das Ausgangselement angetrieben. Hieraus
ergibt sich dann unmittelbar die antriebswirksame Kopplung des Eingangselements mit
dem Ausgangselement über das Kopplungselement.
[0042] Vorzugsweise ist das Kopplungselement als ein Kopplungsstift ausgebildet. Insofern
kann das Kopplungselement insbesondere zumindest im Wesentlichen eine längliche Zylinderform
aufweisen. Auf diese Weise kann das Kopplungselement beispielsweise in einem ersten
Abschnitt seiner Längserstreckung mit der Antriebskontur des Eingangselements und
der Eingriffskontur des Ausgangselements sowie in einem zweiten Abschnitt der Längserstreckung
mit der Führungskontur des Führungselements zusammenwirken.
[0043] Des Weiteren ist es bevorzugt, wenn das Kopplungselement in die Freilaufstellung
vorgespannt ist. Durch das Vorspannen des Kopplungselements in die Freilaufstellung
wird die Freilaufstellung des Kopplungselements sozusagen als Grundzustand oder Normalzustand
des Freilaufgetriebes definiert. Immer dann, wenn keine sonstigen Kräfte wirken, die
das Kopplungselement in die Kopplungsstellung drängen oder in der Kopplungsstellung
halten, kann die Vorspannung das Kopplungselement, sofern es sich nicht bereits in
der Freilaufstellung befindet, in die Freilaufstellung versetzen. Dies erfolgt insbesondere
dann, wenn der Motor kein Antriebsmoment an das Eingangselement des Freilaufgetriebes
ausgibt.
[0044] Bei einer solchen Ausführungsform sind das Eingangselement und das Ausgangselement
des Freilaufgetriebes also zumindest im Wesentlichen lediglich dann miteinander über
das Kopplungselement gekoppelt, wenn der Motor das Eingangselement antreibt. Ansonsten
sind bzw. werden das Eingangselement und das Ausgangselement voneinander entkoppelt.
Da der Motor in der Regel lediglich dann kein Antriebsmoment ausgibt, wenn sich der
Riegel bzw. die Falle in einer definierten einzunehmenden Stellung befindet, wird
auf diese Weise gewährleistet, dass der Motor nach Erreichen der einzunehmenden Stellung
von dem Riegel bzw. der Falle gleich wieder entkoppelt wird, so dass eine manuelle
Betätigung des Riegels bzw. der Falle anschließend sofort wieder möglich ist.
[0045] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind das Eingangselement und das Ausgangselement
des Freilaufgetriebes um eine gemeinsame Drehachse drehbar gelagert. Insofern sind
das Eingangselement und das Ausgangselement also koaxial zueinander ausgerichtet.
Dabei sind das Eingangselement und das Ausgangselement vorzugsweise relativ zueinander
um die Drehachse frei drehbar, solange sie voneinander entkoppelt sind. Durch das
Kopplungselement können sie dann aber so miteinander gekoppelt werden, dass sie nur
gemeinsam, also insbesondere zumindest im Wesentlichen um dasselbe Maß und in dieselbe
Richtung, um die Drehachse gedreht werden können.
[0046] Wenn das Kopplungselement als Kopplungsstift ausgebildet ist, ist das Kopplungselement
ferner vorzugsweise mit einer Längserstreckung des Kopplungsstiftes parallel zu der
genannten Drehachse ausgerichtet und wird bei einem Übergang zwischen der Freilaufstellung
und der Kopplungsstellung insbesondere parallelversetzt.
[0047] Bei einer Ausführungsform mit gemeinsamer Drehachse des Eingangselement und des Ausgangselements
des Freilaufgetriebes sind die Kopplungsstellung und die Freilaufstellung des Kopplungselements
vorzugsweise durch unterschiedliche radiale Abstände des Kopplungselements zu der
Drehachse definiert. Da es für die Unterscheidung der Stellungen dann also auf den
radialen Abstand ankommt, kann die jeweilige Lage des Kopplungselements in Umlaufrichtung
zur Drehachse außer Betracht bleiben. Somit kann die Kopplungsstellung des Kopplungselements
mehrere verschiedene Positionen des Kopplungselements umfassen, die sich bezüglich
ihrer Lage in Umlaufrichtung unterscheiden, aber alle denselben radialen Abstand zur
Drehachse aufweisen (also auf einer Kreisbahn liegen). In entsprechender Weise kann
die Freilaufstellung des Kopplungselements mehrere verschiedene Positionen des Kopplungselements
umfassen, die alle denselben, allerdings von dem in der Kopplungsstellung verschiedenen,
radialen Abstand zur Drehachse aufweisen (also ebenfalls auf einer Kreisbahn liegen).
[0048] Daher kann das Kopplungselement sowohl in der Freilaufstellung als auch in der Kopplungsstellung
vom Eingangselement mitgeführt werden, wenn das Eingangselement vom Motor zu einer
Drehung um die genannte Drehachse mitgeführt wird. Wenn das Kopplungselement dann
von der Führungskontur des Führungselements in die Kopplungsstellung gedrängt wird,
entspricht das einem radialen Versetzen des Kopplungselements, also auf die Drehachse
zu bzw. von der Drehachse weg, je nachdem, ob der radiale Abstand zur Drehachse in
der Kopplungsstellung kleiner ist als in der Freilaufstellung oder umgekehrt.
[0049] Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist das Freilaufgetriebe mehrere Kopplungselemente
auf, die zumindest im Wesentlichen entlang einer Kreisbahn um die Drehachse angeordnet
sind. Die Kopplungselemente können dabei insbesondere regelmäßig entlang der Kreisbahn
verteilt angeordnet sein, so dass aufeinanderfolgende Kopplungselemente jeweils denselben
Abstand in Umlaufrichtung voneinander aufweisen. Vorzugsweise handelt es sich um zwei
Kopplungselemente. Diese können folglich insbesondere diametral bezüglich der Drehachse
zueinander ausgerichtet sein.
[0050] Vorzugsweise behalten die Kopplungselemente ihre Ausrichtung relativ zueinander zumindest
im Wesentlichen (insbesondere hinsichtlich ihrer Verteilung auf einer Kreisbahn um
die Drehachse) bei, auch wenn sie beispielsweise von dem Eingangselement um die Drehachse
mitgeführt werden und/oder zwischen der Freilaufstellung und der Kopplungsstellung
versetzt werden.
[0051] Dabei ist es bevorzugt, wenn aufeinanderfolgende Kopplungselemente derart durch eine
jeweilige Bügelfeder entlang der Kreisbahn miteinander verbunden sind, dass die Kopplungselemente
in die Freilaufstellung vorgespannt werden. Insgesamt kann dabei durch die Bügelfedern
ein geschlossener Kreis um die Drehachse gebildet werden. Die Bügelfedern können somit
insbesondere zwei Funktionen zugleich erfüllen. Zum einen halten sie die Kopplungselemente
zumindest im Wesentlichen in ihrer relativen Anordnung zueinander auf der Kreisbahn.
Zum anderen wird durch die Federelastizität der Bügelfedern zumindest eine gewisse
Änderung der Kreisbahn, insbesondere hinsichtlich ihres Radius, zugelassen, so dass
die Kopplungselemente zwischen der Kopplungsstellung und der Freilaufstellung radial
beweglich bleiben, dabei aber in die Freilaufstellung vorgespannt sind.
[0052] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform sind die Antriebskontur des Eingangselements
und die Führungskontur des Führungselements sowie gegebenenfalls auch die Eingriffskontur
des Ausgangselements drehsymmetrisch, insbesondere bezüglich der Drehachse, ausgebildet.
Dabei entspricht die Zähligkeit der Drehsymmetrie der Antriebskontur insbesondere
der Anzahl der Kopplungselemente. Eine drehsymmetrische Ausbildung der Führungskontur
und gegebenenfalls auch der Eingriffskontur hat den Vorteil, dass es für das Drängen
eines jeweiligen Kopplungselements durch die Führungskontur bzw. das Eingreifen des
jeweiligen Kopplungselements in die Eingriffskontur auf die Position des Kopplungselements
in Umlaufrichtung um die Drehachse nicht so sehr (je größer die Zähligkeit des Drehsymmetrie,
desto weniger) ankommt.
[0053] Des Weiteren ist es bevorzugt, wenn die Antriebskontur mit konstantem Grundradius
um die Drehachse umläuft und zumindest eine, vorzugsweise für jedes Kopplungselement
eine jeweilige, Mitführvertiefung mit von dem Grundradius abweichendem Radius aufweist,
um darin das Kopplungselement in seiner Freilaufstellung zumindest teilweise aufzunehmen.
Die Antriebskontur kann insbesondere durch eine Fläche gebildet werden, die parallel
zur Drehachse ausgerichtet und, da sie um die Drehachse umläuft, ringartig geschlossen
ist.
[0054] Dabei weist die Antriebskontur den konstanten Grundradius nicht durchgehend auf.
Vielmehr ist "Grundradius" so zu verstehen, dass die Antriebskontur grundsätzlich
so ausgebildet ist, dass sie theoretisch aus einer Zylindermantelfläche mit dem Grundradius
gebildet sein könnte, wobei jedoch in einem oder mehreren Teilbereichen des Konturumfangs
Abweichungen von dieser Grundform, insbesondere vorübergehende Vergrößerungen oder
Verringerungen des Radius, vorgesehen sein können. Außerhalb solcher Teilbereiche
weist die Antriebskontur allerdings den Grundradius auf. Dabei entspricht der Grundradius
vorzugsweise einem minimalen oder einem maximalen Radius der Antriebskontur.
[0055] Eine jeweilige Mitführvertiefung stellt eine solche Abweichung vom Grundradius dar.
Sofern es sich bei der Antriebskontur um eine bezüglich der Drehachse radial nach
innen ausgerichtete Fläche handelt, kann eine jeweilige Mitführvertiefung insbesondere
einer Vergrößerung des Radius gegenüber dem Grundradius entsprechen. Umgekehrt kann
eine jeweilige Mitführvertiefung bei einer radial nach außen ausgerichteten Antriebskontur
einer Verringerung des Radius gegenüber dem Grundradius entsprechen. Dabei weist eine
Mitführvertiefung nicht zwangsläufig einen konstanten Radius auf, sondern es sind
vorzugsweise an den Rändern der Mitführvertiefung Übergänge zum Grundradius vorgesehen.
Als der genannte vom Grundradius abweichende Radius der Mitführvertiefung ist dann
insbesondere der tiefste Radius, d.h. der vom Grundradius am stärksten abweichende
Radius der Mitführvertiefung anzusehen.
[0056] Im Bereich einer jeweiligen Mitführvertiefung kann die Antriebskontur somit einem
in der Mitführvertiefung zumindest teilweise aufgenommenen Kopplungselement eine radiale
Beweglichkeit, insbesondere zwischen dessen Kopplungsstellung und dessen Freilaufstellung,
ermöglichen. Daher ist es besonders vorteilhaft, wenn für jedes Kopplungselement des
Freilaufgetriebes jeweils eine Mitführvertiefung in der Antriebskontur ausgebildet
ist.
[0057] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung bildet ein Übergang vom Radius der jeweiligen
Mitführvertiefung zu dem Grundradius der Antriebskontur eine Flanke, die dazu ausgebildet
ist, das Kopplungselement mitzuführen, wenn das Eingangselement von dem Motor angetrieben
wird. Wenn sich das Eingangselement infolge des vom Motor empfangenen Antriebsmoments
dreht, kann dies dann insbesondere dazu führen, dass sich ein solcher Übergang in
Umlaufrichtung um die Drehachse dreht und daher auf das in der Mitführvertiefung zumindest
teilweise aufgenommene Kopplungselement trifft. Dadurch kann das Kopplungselement
in derart Umlaufrichtung beaufschlagt werden, dass es durch das Eingangselement des
Freilaufgetriebes bei dessen Drehung um die Drehachse mitgeführt wird.
[0058] Ferner ist es bevorzugt, wenn die Führungskontur (in vergleichbarer Weise zur Antriebskontur
des Eingangselements) mit einem konstanten Grundradius um die Drehachse umläuft und
zumindest einen Drängvorsprung mit von dem Grundradius abweichendem Radius aufweist,
wobei das Kopplungselement den Drängvorsprung in der Kopplungsstellung, nicht aber
in der Freilaufstellung in Umlaufrichtung passieren kann. Wie die Antriebskontur kann
die Führungskontur dabei durch eine Fläche gebildet sein, die parallel zur Drehachse
ausgerichtet und ringartig geschlossen ist. Auch die obigen Erläuterungen zum Grundradius
gelten für die Führungskontur entsprechend.
[0059] Allerdings ist der Grundradius der Führungskontur nicht zwangsläufig identisch zum
Grundradius der Antriebskontur. Vielmehr ist es bevorzugt, wenn der Grundradius der
Führungskontur dem Radius einer jeweiligen Mitführvertiefung der Antriebskontur zumindest
im Wesentlichen entspricht oder noch stärker vom Grundradius der Antriebskontur abweicht.
Somit wird die radiale Beweglichkeit eines in einer jeweiligen Mitführvertiefung aufgenommenen
Kopplungselements durch die Führungskontur zumindest in Bereichen, in denen kein Drängvorsprung
vorgesehen ist, nicht weiter eingeschränkt.
[0060] Anders als die Antriebskontur weist die Führungskontur als Abweichungen von einer
insbesondere zylindermantelflächigen Grundform keine Mitführvertiefungen, sondern
Drängvorsprünge auf. Dabei beträgt die Zahl der Drängvorsprünge vorzugsweise zumindest
acht und/oder ist größer als die Zahl der Kopplungselemente, insbesondere ein Vielfaches
davon. Als Radius eines jeweiligen Drängvorsprungs ist insbesondere der Radius an
dessen höchster Stelle, d.h. der vom Grundradius am stärksten abweichende Radius des
Drängvorsprungs anzusehen.
[0061] Ein jeweiliger Drängvorsprung kann bei einer radial nach innen ausgerichteten Führungskontur
insbesondere einer Radiusverringerung bzw. bei einer radial nach außen ausgerichteten
Führungskontur insbesondere einer Radiusvergrößerung entsprechen. Je nach Drehstellung
des Eingangselements kann daher ein Drängvorsprung der Führungskontur in eine Mitführvertiefung
der Antriebskontur sozusagen hineinragen (insbesondere in bezüglich der Drehachse
axiale Richtung betrachtet, so dass die Antriebskontur und die Führungskontur überlagert
erscheinen). Dadurch kann die radiale Beweglichkeit eines in der Mitführvertiefung
aufgenommenen Kopplungselements vorteilhafterweise eingeschränkt werden, nämlich insbesondere
auf einen der Kopplungsstellung entsprechenden Radius. Vorzugsweise bildet dabei ein
Übergang vom Radius des Drängvorsprungs zu dem Grundradius der Führungskontur eine
Flanke, die dazu ausgebildet ist, das Kopplungselement in die Kopplungsstellung zu
drängen, wenn es von dem Eingangselement mitgeführt wird. Durch eine solche Flanke
kann also insbesondere die Drehbewegung eines Kopplungselements, das sich in der Freilaufstellung
befindet und von der Antriebskontur um die Drehachse mitgeführt wird, zu einem Versetzen
des Kopplungselements in die Kopplungsstellung umgelenkt werden. Während das Kopplungselement
den Drängvorsprung in der Freilaufstellung nicht passieren kann, sondern auf die Flanke
trifft, kann es anschließend in der Kopplungsstellung an dem Drängvorsprung vorbeigeführt
werden.
[0062] Das Mitführen des Kopplungselements wird also durch den Drängvorsprung nicht blockiert,
sondern es wird lediglich gewährleistet, dass bei einem Drehen des Eingangselements
und einem daraus resultierenden Mitführen des Kopplungselements das Kopplungselement
zwangläufig die Kopplungsstellung einnimmt und in dieser Kopplungsstellung weiter
mitgeführt werden kann
[0063] Insbesondere können eine Vorspannung des Kopplungselements in die Freilaufstellung
und etwaige Reibungseigenschaften der Bauteile des Freilaufgetriebes derart ausgelegt
sein, dass das Kopplungselement nach dem Passieren eines Drängvorsprungs in der Kopplungsstellung
verbleibt, solange es von der Antriebskontur um die Drehachse mitgeführt wird, d.h.
solange der Motor ein Antriebsmoment auf das Eingangselement überträgt. Das Kopplungselement
trifft dann vorteilhafterweise lediglich zu Beginn einer Drehbewegung auf die Flanke
eines Drängvorsprungs und wird dadurch in die Kopplungsstellung versetzt, woraufhin
es anschließend ungehindert gegebenenfalls weitere Drängvorsprünge passieren kann.
[0064] Vorzugsweise wird das Kopplungselement erst dann wieder durch die Vorspannung in
die Freilaufstellung versetzt, wenn der Motor und somit das Eingangselement angehalten
werden. Bevorzugt wird der Motor dabei jeweils so angehalten, dass bei Stillstand
des Eingangselements kein Drängvorsprung der Führungskontur in eine Mitführvertiefung
der Antriebskontur ragt und alle Kopplungselemente daher in die Freilaufstellung versetzt
werden können.
[0065] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung ist das Führungselement mit Spiel, vorzugsweise
um eine, insbesondere zu der Drehachse parallele, Schwenkachse schwenkbar, gelagert
und in eine Grundstellung vorgespannt. Das genannte Spiel ermöglicht es dabei vorzugsweise,
die Führungskontur so zu versetzen, dass sie das Kopplungselement nicht länger in
die Kopplungsstellung drängt. Insbesondere kann das bei den vorstehend genannten Ausführungsformen
bedeuten, dass ein jeweiliger Drängvorsprung so (gegen die Vorspannung des Führungselements)
versetzbar ist, dass er nicht länger ein Versetzen des Kopplungselements in die Freilaufstellung
bzw. ein Mitführen des Kopplungselements in der Freilaufstellung verhindert.
[0066] Ein solches Spiel kann insbesondere in Fällen nützlich sein, in denen ein Versetzen
eines Kopplungselements in die Freilaufstellung blockiert ist, obwohl der Motor das
Eingangselement nicht antreibt. Ein solcher Fall kann beispielsweise bei einem unplanmäßigen
Stillstand des Motors, etwa infolge einer Fehlfunktion, einer Beschädigung oder von
Verschleiß, eintreten, insbesondere wenn der Motor selbsthemmend und derart antriebswirksam
mit dem Eingangselement gekoppelt ist, dass das Eingangselement bei Stillstand des
Motors ebenfalls blockiert wird.
[0067] Sind bei einem solchen Stillstand die Antriebskontur des Eingangselements und die
Führungskontur des Führungselements so zueinander ausgerichtet, dass das Kopplungselement
daran gehindert wird, die Freilaufstellung einzunehmen, könnten dadurch auch das Ausgangselement
des Freilaufgetriebes und letztlich der Riegel und/oder die Falle des Türschlosses
blockiert werden, so dass das Türschloss insgesamt nicht mehr betätigt werden könnte.
Aufgrund des genannten Spiels kann die Führungskontur aber, zumindest bei für ein
Überwinden der Vorspannung hinreichender Krafteinwirkung, ausweichen, so dass die
Blockade gelöst werden kann. Eine solche Krafteinwirkung kann dabei insbesondere durch
eine manuelle Betätigung des Türschlosses, etwa durch Drehen eines Schlüssels oder
Drücken eines Türdrückers, hervorgerufen werden.
[0068] Die Vorspannung des Führungselements ist dabei derart ausgelegt, dass das Führungselement
bei Normalbetrieb, also unter Kräften, wie sie bei einem motorisierten Verstellen
des Riegel bzw. der Falle regulär auftreten, zumindest annähernd statisch angeordnet
ist und die Funktion, das Kopplungselement in die Kopplungsstellung zu drängen, wenn
dieses von dem Eingangselement mitgeführt wird, somit erfüllen kann. Die für ein signifikantes
Versetzen des Führungselements erforderliche Krafteinwirkung übersteigt daher vorzugsweise
die bei manueller Betätigung des Türschlosses üblicherweise aufzubringenden Kräfte.
[0069] Durch die Lagerung des Führungselements mit gewissem Spiel kann somit auf vergleichsweise
einfache Art gewährleistet werden, dass das Türschloss jedenfalls manuell stets, also
auch bei einem Ausfall der Motorfunktion, betätigt werden kann. Dies ist unter Sicherheitsgesichtspunkten
besonders wichtig.
[0070] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Eingangselement eine
Durchgangsöffnung aufweist, an deren Innenmantelfläche die Antriebskontur ausgebildet
ist, und dass das Führungselement eine Durchgangsöffnung aufweist, an deren Innenmantelfläche
die Führungskontur ausgebildet ist, wobei das Kopplungselement zumindest teilweise
innerhalb der Durchgangsöffnung des Eingangselements und zumindest teilweise innerhalb
der Durchgangsöffnung des Führungselements angeordnet ist. Derartige Ausführungsformen
erlauben einen besonders kompakten Aufbau des Freilaufgetriebes.
[0071] Bei einer solchen Ausführungsform ist es ferner bevorzugt, wenn das Ausgangselement
zumindest teilweise innerhalb der Durchgangsöffnung des Eingangselements angeordnet
ist. Dadurch kann eine besonders direkte Kopplung des Eingangselements und des Ausgangselements
des Freilaufgetriebes erreicht werden, insbesondere da dann das Kopplungselement zwischen
dem Eingangselement und dem Ausgangselement angeordnet sein kann.
[0072] Gemäß einer Weiterbildung derartiger Ausführungsformen ist vorgesehen, dass das Eingangselement
als Zahnrad mit einer Außenverzahnung ausgebildet ist, über die es das Antriebsmoment
des Motors empfängt, und/oder dass das Ausgangselement als Zahnrad mit einer Außenverzahnung
ausgebildet ist, über die es das Antriebsmoment des Motors ausgibt. Solche Verzahnungen
erlauben eine einfache antriebswirksame Kopplung mit weiteren Bauteilen.
[0073] Insbesondere kann eine Außenverzahnung des Eingangselements direkt mit einem Ausgangselement
des Motors zusammenwirken, beispielsweise nach Art eines Schneckengetriebes mit dem
Eingangselement des Freilaufgetriebes als Schneckenrad und dem Ausgangselement des
Motors als Schnecke. Ferner kann an der Außenverzahnung des Ausgangselements des Freilaufgetriebes
ein Zahnriemen abwälzen, über den das von dem Ausgangselement des Freilaufgetriebes
ausgegebene Antriebsmoment zu einem Eingangselement einer Zylinderaufnahme des Türschlosses
übertragen werden kann, wie weiter oben beschrieben ist.
[0074] Gemäß einer weiteren Weiterbildung umfasst das Führungselement eine erste Führungsscheibe
und eine zweite Führungsscheibe, die parallel zueinander ausgerichtet sind und zwischen
denen das Eingangselement angeordnet ist, wobei die Führungskontur sowohl an der ersten
Führungsscheibe als auch an der zweiten Führungsscheibe ausgebildet ist. Vorzugsweise
fluchten der an der ersten Führungsscheibe ausgebildete Teil der Führungskontur und
der an der zweiten Führungsscheibe ausgebildete Teil der Führungskontur, insbesondere
in Richtung der genannten Drehachse, miteinander. Dabei können die erste Führungsscheibe
und die zweite Führungsscheibe starr miteinander verbunden sein.
[0075] Bei einer solchen Anordnung des Eingangselements zwischen die zwei Führungsscheiben
kann für das beschriebene Drängen des Kopplungselements in die Kopplungsstellung ein
mittlerer Abschnitt des Kopplungselements mit der Antriebskontur des Eingangselements
zusammenwirken und können zwei entgegengesetzte äußere Abschnitte des Kopplungselements
mit der Führungskontur der Führungsscheiben zusammenwirken. Dadurch kann vermieden
werden, dass das Eingangselement und das Führungselement Kippmomente auf das Kopplungselement
ausüben, welche seine räumliche Ausrichtung verändern könnten. Stattdessen trägt die
Anordnung dazu bei, dass das Kopplungselement zwischen seiner Freilaufstellung und
seiner Kopplungsstellung zumindest im Wesentlichen ausschließlich parallelversetzt
wird.
[0076] Die Aufgabe der Erfindung wird ferner gelöst durch ein Türschloss mit einer Zylinderaufnahme
für einen Schließzylinder, die ein Eingangselement aufweist, wobei das Eingangselement
dazu ausgebildet ist, von einem Ausgangselement des Schließzylinders angetrieben zu
werden, um einen Riegel und/oder eine Falle des Türschlosses zu verstellen, mit einem
Motor, um ergänzend zu der Verstellbarkeit mittels des Schließzylinders den Riegel
und/oder die Falle motorisiert verstellen zu können, sowie mit einem Freilaufgetriebe,
über das ein Antriebsmoment des Motors auf den Riegel und/oder die Falle übertragbar
ist, wobei das Freilaufgetriebe ein Eingangselement aufweist, das antriebswirksam
mit dem Motor gekoppelt ist, und ein Ausgangselement aufweist, das antriebswirksam
mit dem Riegel und/oder der Falle gekoppelt ist, wobei das Freilaufgetriebe ferner
zumindest ein Kopplungselement aufweist, das zwischen einer Kopplungsstellung, in
der es das Eingangselement und das Ausgangselement des Freilaufgetriebes antriebswirksam
miteinander koppelt, und einer Freilaufstellung, in der es das Eingangselement und
das Ausgangselement des Freilaufgetriebes antriebswirksam voneinander entkoppelt,
beweglich ist, wobei das Eingangselement eine Antriebskontur aufweist, die dazu ausgebildet
ist, das Kopplungselement mitzuführen, wenn das Eingangselement von dem Motor angetrieben
wird, und wobei das Freilaufgetriebe ferner ein Führungselement mit einer Führungskontur
aufweist, die dazu ausgebildet ist, das Kopplungselement in die Kopplungsstellung
zu drängen, wenn es von dem Eingangselement mitgeführt wird, wobei ferner der Motor,
vorzugsweise über das Freilaufgetriebe und/oder einen Zahnriemen, antriebswirksam
mit dem Eingangselement der Zylinderaufnahme koppelbar oder gekoppelt ist, um den
Riegel und/oder die Falle über das Eingangselement der Zylinderaufnahme motorisiert
zu verstellen.
[0077] Vorteilhafte Weiterbildungen eines solchen Türschlosses ergeben sich aus den vorstehend
beschriebenen Ausführungsformen erfindungsgemäßer Türschlösser in entsprechender Weise.
[0078] Die Erfindung wird nachfolgend lediglich beispielhaft unter Bezugnahme auf die Figuren
näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt eine Ausführungsform eines Türschlosses in einer perspektivischen Ansicht.
- Fig. 2
- zeigt das Freilaufgetriebe einer Ausführungsform eines Türschlosses in einer Explosionsdarstellung.
- Fig. 3
- zeigt das Freilaufgetriebe in einer perspektivischen Darstellung.
- Fig. 4
- zeigt das Freilaufgetriebe in einer Seitansicht.
- Fig. 5
- zeigt einen Teil des Freilaufgetriebes in einer Aufsicht.
- Fig. 6
- zeigt das Freilaufgetriebe in einer Aufsicht.
[0079] In Fig. 1 ist eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Türschlosses 11 gezeigt.
Das Türschloss 11 weist ein Gehäuse 13 auf und ist dazu ausgebildet, in das Türblatt
einer Tür eingesetzt zu werden. Zum Verschließen der Tür weist das Türschloss 11 zum
einen einen Riegel 15 und zum anderen eine Falle 17 auf, die dazu geeignet sind, in
entsprechende Ausnehmungen eines Schließblechs in der Türzarge einzugreifen.
[0080] Des Weiteren weist das Türschloss 11 eine Vierkantaufnahme 19 für einen Türdrücker
sowie eine Zylinderaufnahme 21 für einen Schließzylinder auf, wobei die Zylinderaufnahme
21 ein Eingangselement 23 umfasst, das dazu ausgebildet ist, von einem Ausgangselement
eines in die Zylinderaufnahme 21 aufgenommenen Schließzylinders angetrieben zu werden.
Insbesondere ist das Eingangselement 23 derart ausgebildet, dass es von einer Schließnase
des Schließzylinders um eine Zylinderachse eines Zylinderkerns des Schließzylinders
gedreht wird, wenn der Schließzylinder, insbesondere mittels eines Schlüssels betätigt
wird.
[0081] Sowohl der Riegel 15, der zwischen einem entriegelten, einem einfach verriegelten
und einem doppelt verriegelten Zustand beweglich ist, als auch die Falle 17, die zwischen
einem freigegebenen und einem geschlossenen Zustand beweglich ist, sind über eine
Getriebeanordnung 25 antriebswirksam mit dem Eingangselement 23 gekoppelt, so dass
sie durch insbesondere manuelle Betätigung des Schließzylinders zwischen ihren jeweiligen
Stellung in an sich bekannter Weise verstellt werden können. Die Falle 17 kann dabei
auch unabhängig von dem Riegel 15 zusätzlich mittels des Türdrückers manuell verstellbar
sein.
[0082] Um ein motorisiertes Verstellen des Riegels 15 und der Falle 17 zu ermöglichen, umfasst
das Türschloss 11 einen Elektromotor 27, der antriebswirksam mit dem Eingangselement
23 der Zylinderaufnahme 21 gekoppelt ist. Über das Eingangselement 23 ist der Motor
27 folglich auch mit dem Riegel 15 und der Falle 17 antriebswirksam gekoppelt. Somit
kann der Motor 27 dazu angesteuert werden, den Riegel 15 bzw. die Falle 17 zwischen
ihren jeweiligen Stellungen zu verstellen.
[0083] Grundsätzlich, d.h. unabhängig von der gezeigten konkreten Ausführungsform, kann
die Ansteuerung des Motors 27 strombegrenzt sein, so dass der Motor 27 stehenbleibt,
wenn der für ein weiteres Ausgeben eines Antriebsmoments erforderliche Strom zu groß
wird, also etwa einen vorgegebenen Grenzwert überschreitet. Auf diese Weise wird der
gesamte motorische Antrieb vor Beschädigungen geschützt, falls ein Verstellen des
Riegels 15 oder der Falle 17 aus irgendwelchen Gründen blockiert sein sollte (z.B.
bei nicht korrekt verschlossener Tür, so dass sich das Türschloss 11 und das Schließblech
nicht einander gegenüber befinden, oder bei einer verstopften oder unzureichend tiefen
Riegelaufnahme des Schließbleches).
[0084] Der Motor 27 ist mit dem Eingangselement 23 der Zylinderaufnahme 21 über einen Zahnriemen
29 antriebswirksam gekoppelt. Dabei wälzt der Zahnriemen 29 direkt an einer Verzahnung
31 ab, die an einer Außenfläche des Eingangselements 23 vorgesehen ist und das Eingangselement
23 nahezu vollständig, insbesondere über einen Winkelbereich von zumindest etwa 300°,
umschließt, so dass das Eingangselement 23 zahnradartig ausgebildet ist. Zur Führung
des Zahnriemens 29 können dabei in grundsätzlich bekannter Weise Führungsflächen,
Umlenkrollen sowie eine Spannvorrichtung in dem Türschloss 11 vorgesehen sein.
[0085] Um die jeweilige Umlaufposition des Zahnriemens 29 zu erfassen, um darüber insbesondere
die Stellung des Eingangselements 23 der Zylinderaufnahme 21 und vor allem des Riegel
15 bzw. der Falle 17 bestimmen zu können, ist an dem Zahnriemen 29 ein Absolutdrehgeber
33 angeordnet. Der Absolutdrehgeber 33 umfasst zwei Zahnräder 35, 35', an denen der
Zahnriemen 29 abwälzt und deren Zähnezahlen sich um eins voneinander unterscheiden.
Dabei ist das Produkt der beiden Zähnezahlen größer als die Zahl der Zähne des Zahnriemens
29. Auf diese Weise kann trotz der geringen Größe der beiden Zahnräder 35, 35' jede
Umlaufposition des Zahnriemens 29, lediglich begrenzt durch die grundsätzliche Auflösungsgenauigkeit
des Absolutdrehgebers 33, eindeutig erfasst werden.
[0086] Zwischen dem Zahnriemen 29 und dem Motor 27 ist ein Freilaufgetriebe 37 vorgesehen,
das dazu ausgebildet ist, ein von dem Motor 27 ausgegebenes Antriebsmoment in Richtung
zum Eingangselement 23 der Zylinderaufnahme 21 und somit letztlich zum Riegel 15 bzw.
zur Falle 17 zu übertragen, jedoch ein umgekehrt von dem Eingangselement 23 auf das
Freilaufgetriebe 37 übertragenes Antriebsmoment, nicht zum Motor 27 hin zu übertragen,
es aber auch nicht zu blockieren. Dadurch wird erreicht, dass der Motor 27 das Eingangselement
23 für ein motorisiertes Verstellen des Riegels 15 bzw. der Falle 17 antreiben kann,
dass das Eingangselement 23 aber bei stillstehendem Motor 27 vom Motor 27 nicht an
einer Bewegung gehindert wird, sondern für eine vom Schließzylinder ausgehende manuelle
Betätigung beweglich bleibt.
[0087] Das Freilaufgetriebe 37 weist ein Eingangselement 39, das antriebswirksam mit dem
Motor 27 gekoppelt ist, und ein Ausgangselement 41 auf, das antriebswirksam mit dem
Eingangselement 23 der Zylinderaufnahme 21 und darüber mit dem Riegel 15 bzw. der
Falle 17 gekoppelt ist. Dabei ist das Eingangselement 39 zumindest im Wesentlichen
als ein Zahnrad mit Außenverzahnung 43 ausgebildet und steht nach Art eines Schneckenrads
direkt mit einem als Schnecke ausgebildeten Ausgangselement 45 des Motors 27 in Eingriff,
um von diesem bei laufendem Motor 27 ein Antriebsmoment zu empfangen.
[0088] Das Ausgangselement 41 des Freilaufgetriebes 37 weist nach Art eines Zahnrads eine
Außenverzahnung 47 auf, an welcher der Zahnriemen 29 abwälzt. Somit erfolgt eine jeweils
direkte Übertragung des Antriebsmoments vom Motor 27 auf das Freilaufgetriebe 37,
von dort auf den Zahnriemen 29 und von diesem zum Eingangselement 23 der Zylinderaufnahme
21. Da keine weiteren Bauteile erforderlich sind, ist dieser gesamte motorische Antrieb
grundsätzlich besonders kompakt, wobei der Zahnriemen 29 zugleich ermöglicht, das
Antriebsmoment zwischen dem Freilaufgetriebe 37 und der Zylinderaufnahme 21 über eine
relativ große Distanz zu übertragen, ohne hierfür viel Bauraum im Türschloss 11 zu
beanspruchen.
[0089] Das Eingangselement 39 und das Ausgangselement 41 des Freilaufgetriebes 37 sind um
eine gemeinsame Drehachse D drehbar gelagert und zu gemeinsamer Drehung koppelbar
bzw. für ein voneinander unabhängiges Drehen entkoppelbar. Dabei erfolgt die Kopplung
vorteilhafterweise automatisch dann, wenn das Eingangselement 39 vom Motor 11 angetrieben
wird. Wenn dagegen in umgekehrte Richtung das Ausgangselement 41 von dem Eingangselement
23 der Zylinderaufnahme 21 angetrieben wird, sind das Eingangselement 39 und das Ausgangselement
41 vorzugsweise voneinander entkoppelt.
[0090] Eine beispielhafte Ausführungsform eines entsprechenden Freilaufgetriebes 37 ist
in den Fig. 2 bis 6 gezeigt und wird mit Bezug auf diese Figuren nachfolgend näher
erläutert.
[0091] Wie insbesondere in der Explosionsdarstellung der Fig. 2 zu erkennen ist, sind das
Eingangselement 39 und das Ausgangselement 41 des Freilaufgetriebes 37 koaxial zueinander
angeordnet und um die gemeinsame Drehachse D drehbar gelagert. Dazu ist zum einen
ein ortsfest in dem (in Fig. 2 bis 6 nicht gezeigten) Gehäuse 13 angeordneter Laufring
49 vorgesehen, in dem das Eingangselement 39 mit einem axialen Lagerabschnitt 51 drehbar
gehalten wird. Zum anderen ist eine kurze Lagerwelle 53 entlang der Drehachse D ebenfalls
ortsfest in dem Gehäuse 13 angeordnet, an der das Ausgangselement 41 nach Art eines
Losrads gelagert ist.
[0092] Das Eingangselement 39 des Freilaufgetriebes 37 weist eine axiale Durchgangsöffnung
55 auf, an deren Innenmantelfläche eine Antriebskontur 57 ausgebildet ist. An einer
Außenmantelfläche des Ausgangselements 41 des Freilaufgetriebes 37 ist axial benachbart
zur Außenverzahnung 47 eine Eingriffskontur 57 ausgebildet. Da sowohl das Eingangselement
39 als auch das Ausgangselement 41 zumindest im Wesentlichen drehsymmetrisch bezüglich
der Drehachse D ausgebildet sind, sind auch die Antriebskontur 57 sowie die Eingriffskontur
59 drehsymmetrisch bezüglich der Drehachse D ausgebildet.
[0093] In zusammengebautem Zustand des Freilaufgetriebes 37 ist das Ausgangselement 41 derart
innerhalb der Durchgangsöffnung 55 des Eingangselements 39 angeordnet, dass die Antriebskontur
57 und die Eingriffskontur 59 dieselbe axiale Position relativ zu der Drehachse D
aufweisen und somit einander in radialer Richtung gegenüberstehen. Da ein maximaler
Radius der Eingriffskontur 59 kleiner als ein minimaler Radius der Antriebskontur
57 ist, existiert ein ringförmig um die Drehachse D umlaufender Zwischenraum 61 zwischen
der Antriebskontur 57 und der Eingriffskontur 59 (vgl. insbesondere Fig. 5 und 6).
[0094] In diesen Zwischenraum 61 sind zwei als Kopplungsstifte ausgebildete und parallel
zur Drehachse D ausgerichtete Kopplungselemente 63 aufgenommen. Für jedes dieser Kopplungselemente
63 weist die Antriebskontur 57 eine jeweilige Mitführvertiefung 65 auf, die durch
einen gegenüber dem ansonsten konstanten Grundradius der Antriebskontur 57 vergrößerten
Radius gekennzeichnet ist. Die beiden Mitführvertiefungen 65 sind dabei bezüglich
der Drehachse D diametral zueinander vorgesehen.
[0095] Dadurch kann jeweils ein Kopplungselement 63 in einer Mitführvertiefungen 65 der
Antriebskontur 57 zumindest teilweise aufgenommen werden. Dabei ist das jeweilige
Kopplungselement 63 grundsätzlich noch radial zwischen einer Kopplungsstellung, die
insofern einem minimalen radialen Abstand des Kopplungselements 63 von der Drehachse
D entspricht, und einer Freilaufstellung, die insofern einem maximalen radialen Abstand
des Kopplungselements 63 von der Drehachse D entspricht beweglich.
[0096] In der (in den Figuren gezeigten) Freilaufstellung reicht dabei der radiale Abstand
des Kopplungselements 63 von der Drehachse D aus, dass es nicht in die Eingriffskontur
59 des Ausgangselements 41 eingreift, so dass das Ausgangselement 41 frei um die Drehachse
D drehbar ist. In der Kopplungsstellung hingegen, greift das Kopplungselement 63 in
die Eingriffskontur 59 ein. Bei der gezeigten Ausführungsform, in der die Eingriffskontur
59 verzahnt ausgebildet ist, wird dabei das Kopplungselement 63 in einem Tal zwischen
zwei Zähnen der Eingriffskontur 59 aufgenommen. Der Eingriff des Kopplungselements
63 in die Eingriffskontur 59 führt dabei dazu, dass das Kopplungselement 63 das Ausgangselement
41 des Freilaufgetriebes 37 formschlüssig zu einer Drehung um die Drehachse D antreibt,
wenn das Kopplungselement 63 seinerseits um die Drehachse D gedreht wird.
[0097] Auf diese Weise können das Eingangselement 39 und das Ausgangselement 41 des Freilaufgetriebes
37 antriebswirksam mit einander gekoppelt werden. Für eine solche Kopplung müssen
die Kopplungselemente 63 jedoch zunächst in die Kopplungsstellung versetzt und dann
auch darin gehalten werden, da sie ansonsten an den Zähnen der Eingriffskontur 59
vorbeigleiten würden, zumal sie durch zwei Bügelfedern 67 in die Freilaufstellung,
also in Richtung eines größeren radialen Abstands von der Drehachse D vorgespannt
sind. Die Bügelfedern 67 sind dabei halbkreisförmig gebogen und verbinden jeweils
entsprechende axiale Enden der Kopplungselemente 63 so miteinander, dass die Bügelfedern
67 insgesamt vollständig um die Drehachse D umlaufen.
[0098] Das Versetzen der Kopplungselemente 63 in die Kopplungsstellung erfolgt im Zusammenspiel
der Antriebskontur 57 mit einer an einem zumindest im Wesentlichen statischen Führungselement
69 des Freilaufgetriebes 37 ausgebildeten Führungskontur 71. Das Führungselement 69
ist als zwei Führungsscheiben 73, 73' ausgebildet, die zumindest im Wesentlichen identische
Form aufweisen und parallel zueinander sowie senkrecht zur Drehachse D angeordnet
sind, wobei das Eingangselement 39 des Freilaufgetriebes 37 zwischen den Führungsscheiben
73, 73' angeordnet ist. Die Fig. 5 und 6 unterscheiden sich lediglich dadurch, dass
die in Fig. 6 gezeigte obere Führungsscheibe 73 in Fig. 5 nicht dargestellt ist.
[0099] Ähnlich dem Eingangselement 39 weist das Führungselement 69 eine Durchgangsöffnung
75 auf, an deren Innenmantelfläche die Führungskontur 71 ausgebildet ist. Dabei sind
zueinander identische Teile der Führungskontur 71 an den beiden Führungsscheiben 73,
73' ausgebildet und miteinander fluchtend angeordnet. Sowohl das Ausgangselement 41
des Freilaufgetriebes 37 als auch die Kopplungselemente 63 befinden sich zumindest
teilweise innerhalb der Durchgangsöffnung 75 des Führungselements 69. Insbesondere
können auf diese Weise die Kopplungselemente 63 in Richtung radial nach außen zugleich
sowohl mit der Antriebskontur 57 des Eingangselements 39 als auch mit der Führungskontur
71 des Führungselements 69 zusammenwirken.
[0100] Die Führungskontur 71 weist regelmäßig entlang ihres Umfangs verteilt insgesamt acht
Drängvorsprünge 77 auf, bei denen der Radius der Führungskontur 71 gegenüber einem
Grundradius der Führungskontur 71 verringert ist. Die Drängvorsprünge 77 ragen folglich
radial in Richtung zur Drehachse D vor. Insbesondere ist der Abstand eines jeweiligen
Drängvorsprungs 77 von der Drehachse D so gering, dass ein Kopplungselement 63 einen
Drängvorsprung 77 in Umfangsrichtung zur Drehachse D nur dann passieren kann, wenn
es sich in der Kopplungsstellung befindet und folglich in die Eingriffskontur 59 des
Ausgangselements 41 eingreift. Der Grundradius der Führungskontur 71 entspricht dagegen
etwa dem Radius einer Mitführvertiefung 65, so dass ein Kopplungselement 63 außerhalb
eines Drängvorsprungs 77 die Freilaufstellung einnehmen kann.
[0101] Die Übergänge zum jeweiligen Grundradius an den Rändern der Mitführvertiefungen 65
und der Drängvorsprünge 77 bilden Flanken, welche geeignet sind, bei einer Drehbewegung
mit einem jeweiligen Kopplungselement 63 zusammenzuwirken. Dabei wird ein jeweiliges
Kopplungselement 63 bei angetriebenem Eingangselement 39 von der entsprechenden Flanke
der jeweiligen Mitführvertiefung 65, in die es aufgenommen ist, in Drehrichtung mitgeführt.
[0102] Da das Führungselement 69 anders als das Eingangselement 39 nicht um die Drehachse
D drehbar gelagert ist, trifft das Kopplungselement 63, das sich aufgrund der Vorspannung
durch die Bügelfedern 67 zunächst in der Freilaufstellung befindet, auf die entsprechende
Flanke des in Drehrichtung nächsten Drängvorsprungs 77 der Führungskontur 71. Durch
die feststehende Flanke des Drängvorsprungs 77 wird das Kopplungselement 63 dann in
die Kopplungsstellung gedrängt, in der es den Drängvorsprung 77 passieren kann, aber
zwangsläufig in die Eingriffskontur 59 des Ausgangselements 41 des Freilaufgetriebes
37 eingreift. Auf diese Weise erfolgt bei angetriebenem Eingangselements 39 automatisch
dessen antriebswirksame Kopplung mit dem Ausgangselement 41.
[0103] Nachdem das Kopplungselement 63 einen Drängvorsprung 77 passiert hat, verbleibt es
vorzugsweise, insbesondere aufgrund von Reibungseffekten, in der Kopplungsstellung,
solange das Eingangselement 39 angetrieben wird, und kann somit weitere Drängvorsprünge
77 passieren. Grundsätzlich kann es aber auch sein, dass das Kopplungselement 63 nach
jedem passierten Drängvorsprung 77 aufgrund der Vorspannung durch die Bügelfedern
67 zurück in die Freilaufstellung versetzt wird und bei weiterer Drehung von dem nächsten
Drängvorsprung 77 wieder in die Kopplungsstellung gedrängt wird.
[0104] Wird das Eingangselement 39 nicht länger angetrieben und steht still, werden die
Kopplungselemente 63 durch die Bügelfedern in die Freilaufstellung versetzt. Insofern
definiert die Freilaufstellung eine Art Grundzustand des Freilaufgetriebes 37, in
dem das Eingangselement 39 und das Ausgangselement 41 antriebswirksam voneinander
entkoppelt sind. Wenn in diesem Zustand ein Antriebsmoment, etwa von dem Eingangselement
23 der Zylinderaufnahme 21 über den Zahnriemen 29, auf das Ausgangselement 41 des
Freilaufgetriebes 37 übertragen wird, dreht sich das Ausgangselement 41, ohne dass
hierdurch die Kopplungselemente 63 in die Kopplungsstellung versetzt würden. Daher
wird das Antriebsmoment vom Ausgangselement 41 nicht zum Eingangselement 39 übertragen.
Auf diese Weise wird verhindert, dass eine Betätigung des Eingangselements 23 der
Zylinderaufnahme 21 bei Stillstand des Motors 27 blockiert wird.
[0105] Grundsätzlich sind Situationen denkbar, in denen das Eingangselement 39 des Freilaufgetriebes
37 so zum Stillstand kommt, dass die Kopplungselemente 63 trotz der Vorspannung durch
die Bügelfedern 67 nicht in die Freilaufstellung versetzt werden können. Dies kann
insbesondere dann der Fall sein, wenn das Eingangselement 39 gerade so stehenbleibt,
dass sich ein jeweiliger Drängvorspung 77 der Führungskontur 71 im Bereich einer Mitführvertiefung
65 der Antriebskontur 57 befindet. Ein solcher Zustand wird vorzugsweise durch die
Motoransteuerung in der Regel vermieden, kann aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen
werden.
[0106] Um in solchen Situationen ein insbesondere manuell bewirktes Entkoppeln des Eingangselements
39 und des Ausgangselements 41 des Freilaufgetriebes 37 voneinander zu ermöglichen,
ist das Führungselement 69 um eine zur Drehachse D parallel ausgerichtete Schwenkachse
S schwenkbar gelagert, wobei es durch eine Rückstellfeder 79 in einer Grundausrichtung
gehalten wird, in der vorzugsweise die Führungskontur 71 drehsymmetrisch zur Drehachse
D angeordnet ist. Die schwenkbare Lagerung erlaubt dabei allerdings ein gewisses Spiel
des Führungselements 69 gegen die Vorspannung der Rückstellfeder 79. So wird es möglich,
durch eine hinreichende Krafteinwirkung einen Drängvorsprung 77 der Führungskontur
71 weit genug wegzudrängen, dass das jeweilige Kopplungselement 63 an dem Drängvorsprung
77 vorbeibewegt und in die Freigabestellung versetzt werden kann. Die Krafteinwirkung
auf das Kopplungselement 63 geht dabei insbesondere vom Ausgangselement 41 aus und
resultiert beispielsweise aus einer kräftigen manuellen Betätigung eines Schlüssels
in einem in der Zylinderaufnahme 21 aufgenommenen Schließzylinder. Auf diese Weise
ist das Türschloss 11 insbesondere dagegen geschützt, bei einem Ausfall des motorisierten
Antriebs auch manuell nicht mehr betätigt werden zu können.
Bezugszeichenliste
[0107]
- 11
- Türschloss
- 13
- Gehäuse
- 15
- Riegel
- 17
- Falle
- 19
- Vierkantaufnahme
- 21
- Zylinderaufnahme
- 23
- Eingangselement der Zylinderaufnahme
- 25
- Getriebeanordnung
- 27
- Elektromotor
- 29
- Zahnriemen
- 31
- Verzahnung
- 33
- Absolutdrehgeber
- 35, 35'
- Zahnrad
- 37
- Freilaufgetriebe
- 39
- Eingangselement des Freilaufgetriebes
- 41
- Ausgangselement des Freilaufgetriebes
- 43
- Außenverzahnung
- 45
- Ausgangselement des Motors
- 47
- Außenverzahnung
- 49
- Laufring
- 51
- Lagerabschnitt
- 53
- Lagerwelle
- 55
- Durchgangsöffnung
- 57
- Antriebskontur
- 59
- Eingriffskontur
- 61
- Zwischenraum
- 63
- Kopplungselement
- 65
- Mitführvertiefung
- 67
- Bügelfeder
- 69
- Führungselement
- 71
- Führungskontur
- 73, 73'
- Führungsscheibe
- 75
- Durchgangsöffnung
- 77
- Drängvorsprung
- 79
- Rückstellfeder
- D
- Drehachse
- S
- Schwenkachse