[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Auszugssystem mit mindestens einem ersten
Schienenelement und einem zweiten Schienenelement, wobei die ersten und zweiten Schienenelemente
über mindestens ein Lager linear gegeneinander verfahrbar sind, und mit einer Halteeinrichtung
für ein lösbares Halten der ersten und zweiten Schienenelemente relativ zu einander
in einer Auszugsposition.
[0002] Auszugssysteme, insbesondere aber Teleskopschienen mit einem ersten Schienenelement
und einem zweiten Schienenelement und gegebenenfalls mit einer dazwischen angeordneten
Mittelschiene, sind aus dem Stand der Technik bekannt. Um eine lineare Verfahrbarkeit,
d.h. in und entgegen einer Auszugsrichtung, der einzelnen Schienenelemente gegeneinander
zu ermöglichen, sind die einzelnen Schienenelemente mit Hilfe von Lagern gegeneinander
verschiebbar miteinander verbunden. Derartige Auszugssysteme werden in unterschiedlichen
Haushaltsgeräten, im Möbelbau, aber auch im Bau von Fahrzeugen, wie Pkw und Lastkraftwagen,
Flugzeugen und Eisenbahnwaggons, sowie vielen weiteren Anwendungen eingesetzt.
[0003] Häufig ist es erwünscht, dass das Auszugssystem in einer oder mehreren Verfahrpositionen
der Schienenelemente gegenübereinander gehalten wird und die Halterung unter Aufwendung
einer bestimmten Kraft für ein weiteres Verfahren der Schienenelemente wieder gelöst
werden kann. Beispielsweise kann ein Halten in einer voll ausgezogenen Verfahrposition
(=Aushalterung) oder in einer voll eingefahrenen Verfahrposition (=Einhalterung) oder
aber auch in einer oder mehreren dazwischenliegenden Verfahrpositionen der Schienen
gewünscht sein.
[0004] Bei vielen für eine lösbare Halterung der gegeneinander verfahrbaren Schienenelemente
bekannten Lösungen sind die Bauteile der Halteeinrichtung im Zwischenraum zwischen
zwei Schienenelementen angeordnet. Alternativ bauen die Bauteile der Halteeinrichtung
auf die Seitenflächen der Schienenelemente auf und nehmen daher in der Breite der
Schienen ein über den eigentlichen Bauraum der Schienenelemente hinausgehendes Volumen
ein.
[0005] Aus der
DE 10 2006 007 978 A1 ist eine Teleskopführung mit mindestens einem ersten Schienenelement und einem zweiten
Schienenelement bekannt, wobei die Schienenelemente über Kugel-, Rollen- oder Gleitlager
gegeneinander verfahrbar sind und wobei wenigstens eine Rasteinrichtung für ein lösbares
Verrasten der gegeneinander verfahrbaren Schienenelemente in wenigstens einer Verfahrposition
vorgesehen ist. Die Rasteinrichtung umfasst ein an dem ersten Schienenelement angeordnetes
und sich von diesem erstreckendes Befestigungselement, eine an dem Befestigungselement
angeordnete Haltefeder und einen an der Haltefeder angeordneten Halteschuh auf. Zudem
ist wenigstens eine Halteprägung an dem zweiten Schienenelement angeordnet. Der Halteschuh
und die wenigstens eine Halteprägung sind so angeordnet, dass sie in einer Verfahrposition
der ersten Führungsschiene gegenüber der zweiten Führungsschiene für ein Verrasten
miteinander in Eingriff treten, wobei der Halteschuh durch die Haltefeder in Vorspannung
in Richtung der Halteprägung gedrückt wird. Das in der
DE 10 2006 007 978 A1 offenbarte Auszugssystem weist jedoch den Nachteil auf, dass bei der Verrasten, d.h.
dem Ineingriffbringen der Halteprägung mit der Rastvertiefung des Halteschuhs, eine
für den Benutzer merkliche Kraft zu überwinden ist.
[0006] Daher ist es gegenüber dem Stand der Technik eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
ein Auszugssystem mit einer Halteeinrichtung mit einer verbesserten Haptik und/oder
Akustik bereitzustellen. Zudem ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein
Auszugssystem mit einer Halteeinrichtung bereitzustellen, welche eine kompakte Bauweise
des Auszugssystems ermöglicht.
[0007] Zumindest eine der zuvor genannten Aufgaben wird von einem Auszugssystem der eingangs
genannten Art gelöst, wobei die Halteeinrichtung eine an dem ersten Schienenelement
oder an einem mit dem ersten Schienenelement mitbewegten ersten Element in einer Auszugsrichtung
festgelegte, um eine Schwenkachse zwischen einer freigebenden Position und einer haltenden
Position verschwenkbare Welle aufweist, wobei an der Welle eine Sperrklinke drehfest
gegenüber der Welle angeordnet ist, wobei die Halteeinrichtung an dem zweiten Schienenelement
oder an einem mit dem zweiten Schienenelement mitbewegten zweiten Element einen in
der Auszugsrichtung festgelegten Verriegelungsabschnitt aufweist, wobei die Sperrklinke
und der Verriegelungsabschnitt derart ausgestaltet und angeordnet sind, dass in der
Auszugsposition des ersten Schienenelements gegenüber dem zweiten Schienenelement
die Welle mit der Sperrklinke um die Schwenkachse in die haltende Position verschwenkbar
ist, wobei in der haltenden Position die Sperrklinke durch Eingriff mit dem Verriegelungsabschnitt
das erste Schienenelement gegenüber dem zweiten Schienenelement in der Auszugsposition
hält.
[0008] Die grundlegende Idee des erfindungsgemäßen Auszugssystems ist es, die Aktivierung
der Haltefunktion der Halteeinrichtung durch eine Verschwenkbewegung der Welle herbeizuführen
und eine Aufhebung der Haltefunktion der Halteeinrichtung durch eine Verschwenkbewegung
der Welle in der entgegengesetzten Richtung.
[0009] Das Auszugssystem kann grundsätzlich nur mit einem ersten und einem zweiten Schienenelement
realisiert werden, wobei die beiden Schienenelemente dann einen Teilauszug bilden.
In einer Ausführungsform jedoch weist das Auszugssystem eine Mittelschiene zwischen
dem ersten Schienenelement und dem zweiten Schienenelement auf, sodass die drei Schienenelemente
einen Vollauszug bilden.
[0010] Die Halteeinrichtung wirkt auch bei einem Vollauszug zwischen dem ersten Schienenelement
und dem zweiten Schienenelement und übergreift die Mittelschiene. Daher wird für eine
Halterung der Verfahrbewegung des ersten Schienenelements gegenüber dem zweiten Schienenelement
nur ein einziger Eingriff zwischen zwei Elementen, nämlich zwischen der Sperrklinke
und dem Verriegelungsabschnitt, benötigt. Die Folge ist nur ein einziges für den Benutzer
wahrnehmbares Geräusch und/oder nur ein einziges haptisches Ereignis. Eine Doppelverrastung
zwischen dem ersten Schienenelement und der Mittelschiene einerseits und zwischen
der Mittelschiene und dem zweiten Schienenelement andererseits entfällt. Die Akustik
und/oder die Haptik bei der Bedienung sind auf diese Weise verbessert.
[0011] Die vorliegende Erfindung eignet sich für linear gegeneinander verfahrbare Schienenelemente
unabhängig von der Art der Lagerung zwischen den einzelnen Schienenelementen. In einer
Ausführungsform der Erfindung ist das Lager zwischen dem ersten und dem zweiten Schienenelement
oder das Lager zwischen dem ersten Schienenelement und der Mittelschiene und das Lager
zwischen der Mittelschienen und dem zweiten Schienenelement ein Gleitlager oder ein
Wälzlager oder eine Kombination davon.
[0012] Es ist denkbar, dass die Halteeinrichtung in einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Auszugssystems ihre Haltefunktion an irgendeiner Auszugsposition entlang des Verfahrwegs
bereitstellt. Jedoch ist in einer Ausführungsform der Erfindung die Auszugsposition,
an welcher das lösbare Halten durch die Halteeinrichtung erfolgt, eine Endlage. Als
Endlage im Sinne der vorliegenden Erfindung werden die vollständig ausgezogene Position
der ersten und zweiten Schienenelemente gegenübereinander oder die vollständig eingeschobene
Position der beiden Schienenelemente gegenübereinander bezeichnet. Im ersten Fall
bildet die Halteeinrichtung eine Aushalterung, im zweiten eine Einhalterung.
[0013] Im Sinne der vorliegenden Anmeldung wird als Auszugsrichtung die Richtung des linearen
Verfahrwegs aus dem vollständig eingeschobenen Zustand des ersten und des zweiten
Schienenelements in den vollständig ausgezogenen Zustand der beiden Schienenelemente
verstanden.
[0014] In einer Ausführungsform der Erfindung weisen das erste Schienenelement und das zweite
Schienenelement jeweils zwei Laufflächen für Wälzkörper oder Gleitelemente auf, wobei
die beiden Laufflächen von einem Verbindungsabschnitt oder Rücken miteinander verbunden
sind.
[0015] Die Welle mit zumindest der Sperrklinke und optional einer Aktivierungsklinke kann
grundsätzlich ihre Funktion erfüllen, solange die Auszugsrichtung eine andere Orientierung
aufweist als die Schwenkachse. Allerdings ist in einer Ausführungsform der Erfindung
die Schwenkachse senkrecht zu der Auszugsrichtung. In einer Ausführungsform der Erfindung
ist die Schwenkachse senkrecht zu einem Verbindungabschnitt des ersten Schienenelements
oder des zweiten Schienenelements, welcher die Laufflächen des jeweiligen Schienenelements
miteinander verbindet.
[0016] In einer Ausführungsform der Erfindung sind die Schienenelemente aus Baustahl, Edelstahl
oder Kunststoff gefertigt. Die Elemente der Halteeinrichtung können entweder aus Metall
oder aus einem Kunststoff hergestellt sein. Es ist möglich, die Welle und die Aktivierungsklinke
bzw. die Welle und die Sperrklinke zweiteilig auszugestalten, solange die Klinken
nur drehfest an der Welle aufgenommen sind. Es ist aber auch möglich, die Welle mit
der Sperrklinke und ggf. mit der Aktivierungsklinke einstückig auszugestalten. Auf
diese Weise kann die Welle mit der Sperrklinke und ggf. mit der Aktivierungsklinke
beispielsweise als Spritzgussteil aus Kunststoff hergestellt werden.
[0017] Die Verschwenkbewegung der Welle muss dazu führen, dass die Sperrklinke im Verfahrweg
des Verriegelungsabschnitts des zweiten Schienenelements angeordnet wird, so dass
sie mit dem Verriegelungsabschnitt in Eingriff bringbar ist.
[0018] Um die Verschwenkbewegung bei oder kurz vor Erreichen der Auszugsposition zu bewirken
sind verschiedene Mechanismen denkbar.
[0019] In einer Ausführungsform des Auszugssystems ist an der Welle eine Aktivierungsklinke
drehfest gegenüber der Welle angeordnet ist, und die Halteeinrichtung an dem zweiten
Schienenelement oder an einem mit dem zweiten Schienenelement mitbewegten zweiten
Element einen in der Auszugsrichtung festgelegten Aktivierungsabschnitt aufweist,
wobei die Aktivierungsklinke, die Sperrklinke, der Verriegelungsabschnitt und der
Aktivierungsabschnitt derart ausgestaltet und angeordnet sind, dass wenn die Welle
in der freigebenden Position ist, in einer Verfahrposition des ersten Schienenelements
gegenüber dem zweiten Schienenelement der Aktivierungsabschnitt mit der Aktivierungsklinke
in Eingriff kommt, wobei bei einem weiteren Verfahren des ersten Schienenelements
gegenüber dem zweiten Schienenelement von der Verfahrposition in die Auszugsposition
der Aktivierungsabschnitt die Welle mit der Aktivierungsklinke und der Sperrklinke
um die Schwenkachse in die haltende Position verschwenkt, wobei die Sperrklinke in
der haltenden Position das erste Schienenelement gegenüber dem zweiten Schienenelement
durch Eingriff mit dem Verriegelungsabschnitt in der Auszugsposition hält. In dieser
Ausführungsform wird die Verschwenkbewegung von dem Eingriff der Aktivierungsklinke
mit dem Aktivierungsabschnitt bei gleichzeitigem Weiterbewegen der Schienenelemente
relativ zueinander aus der Verfahrposition in die Auszugsposition bewirkt.
[0020] Damit die Halteeinrichtung ihre Funktion erfüllen kann, sind in einer Ausführungsform
diejenige Fläche der Aktivierungsklinke, welche mit dem Aktivierungsabschnitt des
zweiten Schienenelements in Eingriff kommt, und diejenige Fläche der Sperrklinke,
welche durch Eingriff mit dem Verriegelungsabschnitt des zweiten Schienenelements
die Haltefunktion erfüllt, unter einem Winkel zueinander angeordnet sind. In einer
Ausführungsform der Erfindung beträgt dieser Winkel 90°.
[0021] Die von der Aktivierungsklinke angetriebene Verschwenkbewegung der Welle muss dazu
führen, dass die Sperrklinke im Verfahrweg des Verriegelungsabschnitts des zweiten
Schienenelements angeordnet wird. In einer Ausführungsform der Erfindung sind die
Aktivierungsklinke und die Sperrklinke an unterschiedlichen axialen Positionen an
der Welle angeordnet. In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die radiale
Erstreckung der Aktivierungsklinke kleiner als die radiale Erstreckung der Sperrklinke.
[0022] In einer Ausführungsform der Erfindung ist der Aktivierungsabschnitt in einer Richtung
parallel zur Schwenkachse der Welle betrachtet an der gleichen axialen Position angeordnet
wie die Aktivierungsklinke. Ebenso ist der Verriegelungsabschnitt an der gleichen
axialen Position bezogen auf die Schwenkachse angeordnet wie die Sperrklinke.
[0023] In einer Ausführungsform der Erfindung definiert der Aktivierungsabschnitt die größte
Ausdehnung des zweiten Schienenelements an der axialen Position der Aktivierungsklinke,
wobei die Ausdehnung des zweiten Schienenelements in einer Richtung senkrecht zu der
Auszugsrichtung und senkrecht zu der Schwenkachse der Welle gemessen ist.
[0024] In einer Ausführungsform des Auszugssystems ist die Welle, beispielsweise mit einer
Torsionsfeder, federnd in die haltende Position vorgespannt. Eine solche Ausführungsform
kommt zumindest in einer Variante ohne eine Aktvierungsklinke und ohne einen Aktivierungsabschnitt
aus. Vor dem Erreichen der Auszugsposition verhindert beispielsweise ein Anschlagen
der Sperrklinke an das zweite Schienenelement das Verschwenken aus der freigebenden
Position der Welle in die haltende Position. Sobald die Auszugsposition erreicht ist,
kommt die Sperrklinke mit dem zweiten Schienenelement außer Eingriff und die federnde
Vorspannung bewirkt die Verschwenkbewegung der Welle und damit der Sperrklinke in
die haltende Position.
[0025] Es gibt jedoch auch Ausführungsformen mit einer Aktvierungsklinke an der Welle und
einem Aktivierungsabschnitt sowie einer federnden Vorspannung der Welle von der freigebenden
Position in die haltende Position.
[0026] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bei welcher die Halteeinrichtung
eine Aushalterung bildet, verhindert der Verriegelungsabschnitt in der Auszugsposition
ein Verfahren des ersten Schienenelements gegenüber dem zweiten Schienenelement entgegen
der Auszugsrichtung.
[0027] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst die Halteeinrichtung
eine Raste, welche die Welle in der haltenden Position lösbar verrastet. Eine solche
Raste bewirkt, dass bei einem Lösen der Halteeinrichtung, d.h. bei einem Verschwenken
der Welle und damit der Sperrklinke aus der haltenden Positionen in die freigebende
Position, eine zusätzliche, über die Reibung der Einrichtung hinausgehende Kraft überwunden
werden muss. Durch die Realisierung der Haltefunktion über eine Verschwenkbewegung
der Welle kann das eigentliche Verrasten von der linearen Bewegung in die Verschwenkbewegung
verlagert werden, wodurch zusätzliche Freiheitsgrade für die Einstellung der erforderlichen
Kräfte möglich werden.
[0028] In einer Ausführungsform der Erfindung weist die Raste ein in einer Richtung senkrecht
zu der Schwenkachse, d.h. in radialer Richtung der Welle, und auf die Welle hin federnd
vorgespanntes Rastelement auf. Zudem weist die Welle eine Rastvertiefung auf, wobei
das Rastelement und die Rastvertiefung in Umfangsrichtung der Welle derart angeordnet
sind, dass in der haltenden Position der Welle das Rastelement formschlüssig mit der
Rastvertiefung in Eingriff ist. Es versteht sich, dass in einer solchen Ausführungsform
die Rastvertiefung und das Rastelement die gleiche axiale Position bezogen auf die
Schwenkachse der Welle haben. Zum Lösen der Halteeinrichtung, d.h. bei dem Verschwenken
der Sperrklinke aus der haltenden in die freigebende Position, wird das Rastelement
entgegen der Federvorspannung aus der Rastvertiefung bewegt. Die Ausgestaltung des
Rastelements und der Rastvertiefung sowie die Federkraft der Federvorspannung bestimmen
dann im Wesentlichen die Kraft, welche zum Entriegeln der Halteeinrichtung notwendig
ist.
[0029] In einer Ausführungsform der Erfindung weist die Welle ausschließlich eine Rastvertiefung
an einer Position in Umfangsrichtung auf, bei welcher das Rastelement nur dann in
die Rastvertiefung eingreift, wenn die Welle in die haltende Position verschwenkt
ist. Auf diese Weise müssen beim Verschwenken der Welle aus der freigebenden Position
in die haltende Position keine über die für das Überwenden der Reibung erforderlichen
Kräfte hinausgehenden Kräfte aufgebracht werden. Die Aktivierung der Haltefunktion
der Halteeinrichtung ist dann für den Benutzer haptisch nicht durch einen Kraftanstieg
wahrnehmbar.
[0030] In einer alternativen Ausführungsform weist die Welle eine weitere Rastvertiefung
auf, wobei die weitere Rastvertiefung in Umfangsrichtung der Welle derart angeordnet
ist, dass in der freigebenden Position der Welle das Rastelement formschlüssig mit
der weiteren Rastvertiefung in Eingriff ist. Auf diese Weise müssen sowohl beim Aktivieren
als auch beim Lösen der Haltefunktion Kräfte aufgebracht werden, welche für den Benutzer
haptisch wahrnehmbar sind. Eine derartige Ausführungsform ist insbesondere dann sinnvoll,
wenn an der Welle eine Aktivierungsklinke vorgesehen ist und das zweite Schienenelement
einen Aktivierungsabschnitt aufweist.
[0031] Es versteht sich, dass der entscheidende Formschluss zwischen dem Rastelement und
der jeweiligen Rastvertiefung in der Umfangsrichtung der Welle vorliegt.
[0032] In einer Ausführungsform der Erfindung ist das Auszugssystem eine Teleskopschiene,
wobei die Welle unmittelbar mit dem ersten Schienenelement verbunden ist und/oder
der Verriegelungsabschnitt und ggf. der Aktivierungsabschnitt unmittelbar mit dem
zweiten Schienenelement verbunden sind oder integral mit diesem ausgeführt sind. Im
Sinne der vorliegenden Erfindung bedeutet unmittelbar verbunden, dass die Welle zusammen
mit dem ersten Schienenelement von dem ersten mitbewegten Element trennbar ist und
dass der Verriegelungsabschnitt und optional der Aktivierungsabschnitt derart mit
dem zweiten Schienenelement verbunden sind, dass der Verriegelungsabschnitt und optional
der Aktivierungsabschnitt zusammen mit dem zweiten Schienenelement von dem zweiten
mitbewegten Element trennbar ist.
[0033] In einer alternativen Ausführungsform umfasst das Auszugssystem auch die jeweiligen
ersten und zweiten mit dem ersten bzw. zweiten Schienenelement mitbewegten Elemente.
Dabei ist in einer Ausführungsform der Erfindung die Welle an dem mit dem ersten Schienenelement
mitbewegten ersten Element montiert, beispielsweise an einem feststehenden Teil eines
Fahrzeugs. In einer Ausführungsform der Erfindung sind der Verriegelungsabschnitt
und optional der Aktivierungsabschnitt mit einem zweiten Element, welches mit dem
zweiten Schienenelement mitbewegt ist, beispielsweise einer Schublade oder einem Handschuhfach,
verbunden. In einer solchen Ausführungsform kann die Teleskopschiene mit dem ersten
Schienenelement und dem zweiten Schienenelement und gegebenenfalls einer Mittelschiene
von den ersten und zweiten mitbewegten Elementen abgenommen werden, wobei die Elemente
der Halteeinrichtung, insbesondere die Welle und der Verriegelungsabschnitt sowie
optional der Aktivierungsabschnitt, an den mit den Schienenelement mitbewegten Elementen
verbleiben.
[0034] In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das erste mitbewegte
Element ein stationäres Element und das zweite mitbewegte Element ein gegenüber dem
stationären Element mit Hilfe der ersten und zwischen Schienenelemente linear bewegbares
Element.
[0035] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das erste mitbewegte Element
ein stationäres Teil eines Kraftfahrzeugs und das zweite mitbewegte Element ist eine
Schublade, beispielsweise ein Handschuhfach.
[0036] Weitere Vorteile, Merkmale und Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden
anhand der folgenden Variante der Erfindung unter Bezugnahme auf die Figuren deutlich.
In den Figuren sind ähnliche Elemente mit identischen Bezugszeichen bezeichnet.
- Figur 1
- ist eine weggebrochene isometrische Ansicht einer Variante des erfindungsgemäßen Auszugssystems
mit der Welle in der freigebenden Position.
- Figur 2
- ist eine weggebrochene Seitenansicht des Auszugssystems aus Figur 1 mit der Welle
in der freigebenden Position.
- Figur 3
- ist eine weggebrochene isometrische Ansicht des Auszugssystems aus den Figuren 1 und
2 mit der Welle in der haltenden Position.
- Figur 4
- ist eine weggebrochene Seitenansicht des Auszugssystems aus Figur 3 mit der Welle
in der haltenden Position.
- Figur 5
- ist eine teilweise transparente isometrische Ansicht eines Teils der Halteeinrichtung
des Auszugssystems aus den Figuren 1 bis 4.
- Figur 6
- ist eine isometrische Schnittansicht durch den Teil der Halteeinrichtung aus Figur
5.
[0037] In der in den Figuren 1 bis 6 dargestellten Variante des erfindungsgemäßen Auszugssystems
1 besteht das System 1 aus einer Teleskopschiene, wobei die Halteeinrichtung 2 bzw.
ihre einzelnen Elemente unmittelbar an den Schienenelementen 3, 4 der Teleskopschiene
befestigt sind. Jedoch sind alternative Realisierungen denkbar, bei welchen das Auszugssystem
1 neben der Teleskopschiene mit ihren Schienenelementen auch die mit den Schienenelementen
mitbewegten Elemente, beispielsweise ein stationäres Teil eines Kraftfahrzeugs und
ein Handschuhfach, umfasst. Die Halteeinrichtung 2 mit ihren Elementen kann dann an
dem stationären Teil des Kraftfahrzeugs und an dem Handschuhfach montiert sein und
nicht mehr unmittelbar an der Teleskopschiene.
[0038] In der dargestellten Variante besteht die Teleskopschiene aus einer Außenschiene
3, einer in den Figuren nicht gezeigten Mittelschiene und einer Innenschiene 4. Diese
drei Schienenelemente bilden zusammen einen Vollauszug. Die Außenschiene 3 bildet
das erste Schienenelement und die Innenschiene 4 bildet das zweite Schienenelement
im Sinne der vorliegenden Anmeldung.
[0039] Mit dem Pfeil 12 ist in den Figuren die Auszugsrichtung, in welcher die Innenschiene
4 relativ gegenüber der Außenschiene 3 aus der vollständig eingeschobenen Position
in die vollständig ausgezogene Position bewegbar ist, bezeichnet.
[0040] Sowohl die Außenschiene 3 als auch die Innenschiene 4 sind über ein Kugellager (in
den Figuren nicht gezeigt) linear gegeneinander verschiebbar an der Mittelschiene
aufgenommen. Die Kugeln der Lager werden zwischen den Laufflächen 5 der Außenschiene
3 und den diesen zugewandten Laufflächen der Mittelschiene sowie zwischen den Laufflächen
6 der Innenschiene 4 und den diesen zugewandten Laufflächen der Mittelschiene geführt.
In der gezeigten Variante werden die Abschnitte 7, 8, welche die Laufflächen 5, 6
der Außenschiene 3 bzw. der Innenschiene 4 tragen, von Verbindungsabschnitten 9, 10
auf Abstand gehalten.
[0041] In der gezeigten Variante des Auszugssystems ist die Halteeinrichtung 2 derart angeordnet,
dass sie die Außenschiene 3 und die Innenschiene 4 bei Erreichen der Endlage im vollständig
ausgezogenen Zustand fixiert. Die Halteeinrichtung 2 bildet damit eine Aushalterung.
[0042] Die Halteeinrichtung 2 umfasst Elemente, die an der Außenschiene 3 befestigt sind
sowie Elemente, die integral mit der Innenschiene 4 ausgeführt sind.
[0043] Auf dem Abschnitt 7 der Außenschiene 3, welcher die obere Lauffläche 5 der Außenschiene
3 bildet, ist ein Gehäuse 11 montiert, welches die beweglichen Elemente der Halteeinrichtung
2 aufnimmt. In dem Gehäuse 11 ist eine Welle 13 um eine Schwenkachse 25 verschwenkbar
gelagert. Dabei erstreckt sich die Schwenkachse 25 senkrecht zu der Auszugsrichtung
12 und senkrecht zu den Verbindungsabschnitten 9, 10 der Außenschiene 3 bzw. der Innenschiene
4. Die Welle 13 trägt eine Aktivierungsklinke 14 sowie eine Sperrklinke 15. Die Aktivierungsklinke
14 und die Sperrklinke 15 sind drehfest mit der Welle 13 ausgestaltet. Daher verschwenken
bei einer Verschwenkbewegung der Welle 13 die beiden Klinken 14, 15 mit der Welle
mit. In der gezeigten Variante ist die Welle 13 zusammen mit den Klinken 14, 15 als
einstückiges Spritzgussteil aus Kunststoff ausgeführt.
[0044] An der Innenschiene 4 ist integral mit dieser ein Aktivierungsabschnitt 16 ausgebildet.
Der die obere Lauffläche tragende Abschnitt 8 der Innenschiene 4 definiert an seiner
Stirnseite zudem einen Verriegelungsabschnitt 17.
[0045] Die Figuren 1 und 2 zeigen die Welle 13 und damit insbesondere die Sperrklinke 15
in ihrer freigebenden Position. In dieser Position ist eine Verfahrbewegung der beiden
Schienenelemente 3, 4 gegeneinander in und entgegen der Auszugsrichtung 12 ungehindert
möglich. Demgegenüber zeigen die Figuren 3 und 4 die Welle 13 und damit insbesondere
die Sperrklinke 15 in ihrer haltenden Position. Die Sperrklinke 15 verhindert in der
haltenden Position eine relative Verfahrbewegung der Innenschiene 3 entgegen der Auszugsrichtung
12 relativ zu der Außenschiene 3. Da die beiden Schienenelemente 3, 4 die Endlage
ihres Auszugs erreicht haben, ist auch eine weitere Verfahrbewegung der Innenschiene
4 in der Auszugsrichtung 12 unmöglich.
[0046] Anhand der Darstellungen aus den Figuren 1 und 2 einerseits und den Figuren 3 und
4 andererseits wird im Folgenden der Bewegungsablauf der Verriegelung bei Erreichen
der Endlage und der Entriegelung bei einem Verfahren der Innenschiene 4 entgegen der
Auszugsrichtung 12 aus der Endlage heraus beschrieben.
[0047] In den Figuren 1 und 2 befinden sich die Schienenelemente 3, 4 kurz vor dem Erreichen
der Endlage ihres Verfahrwegs, wobei sich die Innenschiene 4 in der Auszugsrichtung
12 bewegt. Sowohl die Sperrklinke 15 als auch die Aktivierungsklinke 14 sind außer
Eingriff mit der Innenschiene 4 und erlauben eine ungehinderte Relativbewegung zwischen
den beiden Schienenelementen 3, 4. Die Aktivierungsklinke 14 ist so bemessen, dass
sie in der freigebenden Position der Figuren 1 und 2 mit keinem der Elemente der Innenschiene
4 außer dem Aktivierungsabschnitt 16 in Eingriff kommen kann. Ausschließlich der Aktivierungsabschnitt
16 hat eine Erstreckung in einer Richtung senkrecht zu der Auszugsrichtung 12 und
senkrecht zu der Schwenkachse 25, welche ausreichend ist, um mit der Aktivierungsklinke
14 in Eingriff zu kommen. Bewegt sich nun die Innenschiene 4 aus der Darstellung der
Figuren 1 und 2 weiter in der Auszugsrichtung 12 in Richtung auf die Endlage hin,
so kommt in einer Verfahrposition der Innenschiene 4 der Aktivierungsabschnitt 16
mit einer Kontaktfläche 18 der Aktivierungsklinke 14 in Eingriff. Die weitere Bewegung
der Innenschiene 4 in der Auszugsrichtung 12 bewirkt dann eine Verschwenkbewegung
der Aktivierungsklinke 14 und damit sowohl der Welle 13 als auch der Sperrklinke 15
aus der freigebenden Position heraus in die haltende Position, so wie sie in den Figuren
3 und 4 gezeigt ist.
[0048] In der haltenden Position aus den Figuren 3 und 4 ist eine Haltefläche 19 der Sperrklinke
15 so angeordnet, dass sie mit dem Verriegelungsabschnitt 17 in Eingriff bringbar
ist, wenn man versucht, die Innenschiene 4 entgegen der Auszugsrichtung 12 aus der
Endlage herauszubringen. In dieser haltenden Position sperrt die Verriegelungsklinke
15 eine Relativbewegung der beiden Schienenelemente 3, 4 entgegen der Auszugsrichtung.
[0049] Um die beschriebene Funktionalität der Welle mit den beiden Klinken 14, 15 zu ermöglichen,
sind die beiden Flächen 18, 19 der Aktivierungsklinke 14 bzw. der Sperrklinke 15 unter
einem rechten Winkel zueinander angeordnet. Zudem sind die Aktivierungsklinke 14 und
die Sperrklinke 15 in axialer Richtung, d.h. in eine Richtung parallel zur Schwenkachse
25, voneinander beabstandet. Soll die Innenschiene 4 wieder entgegen der Auszugsrichtung
12 aus der Endlage heraus verschoben werden, so drückt der Verriegelungsabschnitt
17 gegen die Sperrklinke 15 und die Sperrklinke 15 wird um die Schwenkachse 24 herum
verschwenkt und mit der Sperrklinke 15 die Welle 13 sowie die Aktivierungsklinke 14.
[0050] Die Kraft, welche benötigt wird, um die Innenschiene 4 in Auszugsrichtung 12 in die
Endlage zu bringen, muss lediglich so groß sein, dass sie entgegen der Reibung der
einzelnen Elemente ein Drehmoment bewirkt, welches groß genug ist, die Welle 13 zur
verschwenken. Demgegenüber verfügt die Halteeinrichtung 2 über eine Raste 20, welche
ein Verrasten der Welle 13 und damit der Klinken 14, 15 in der haltenden Position
bewirkt. Beim Verfahren der Innenschiene 4 entgegen der Auszugsrichtung 12 aus der
Endlage heraus muss daher zusätzlich zur Überwindung der Reibung der Welle 13 eine
Kraft aufgebracht werden, welche groß genug ist, um ein Drehmoment zu bewirken, das
auch die Rastkraft der Raste 20 überwindet.
[0051] Der Aufbau der Raste ist insbesondere den Darstellung der Figuren 5 und 6 zu entnehmen.
In der dargestellten Variante umfasst die Raste 20 eine Feder 21, die eine Kugel 22
als Rastelement im Sinne der vorliegenden Anmeldung in radialer Richtung bezogen auf
die Schwenkachse 25 auf die Welle 13 hin federnd vorspannt. Die Kugel 22 läuft bei
einer Verschwenkbewegung der Welle 13 im Wesentlichen gleitend auf der Oberfläche
23 der Welle 13 ab. Allerdings weist die Welle 13 an einer axialen Position, welche
der axialen Position der Kugel 22 entspricht, eine Rastvertiefung 24 auf. Die Rastvertiefung
24 ist am besten in der Schnittansicht aus Figur 6 sichtbar. Die Rastvertiefung 24
ist in Umfangsrichtung der Welle so in der Oberfläche 23 der Welle 13 angeordnet,
dass dann, wenn die Kugel 22 formschlüssig mit der Rastvertiefung 24 in Eingriff ist,
die Sperrklinke 15 in der in den Figuren 3, 4 und 6 gezeigten haltenden Position ist.
Zum Verschwenken der Welle 13 aus der haltenden Position muss nun ein Drehmoment aufgebracht
werden, welches zusätzlich zur Reibung diejenige Kraft überwindet, mit welcher die
Kugel in die Rastvertiefung 24 gedrückt wird.
[0052] Für Zwecke der ursprünglichen Offenbarung wird darauf hingewiesen, dass sämtliche
Merkmale, wie sie sich aus der vorliegenden Beschreibung, den Zeichnungen und den
Ansprüchen für einen Fachmann erschließen, auch wenn sie konkret nur im Zusammenhang
mit bestimmten weiteren Merkmalen beschrieben wurden, sowohl einzeln als auch in beliebigen
Zusammenstellungen mit anderen der hier offenbarten Merkmale oder Merkmalsgruppen
kombinierbar sind, soweit dies nicht ausdrücklich ausgeschlossen wurde oder technische
Gegebenheiten derartige Kombinationen unmöglich oder sinnlos machen. Auf die umfassende,
explizite Darstellung sämtlicher denkbarer Merkmalskombinationen wird hier nur der
Kürze und der Lesbarkeit der Beschreibung wegen verzichtet.
[0053] Während die Erfindung im Detail in den Zeichnungen und der vorangehenden Beschreibung
dargestellt und beschrieben wurde, erfolgt diese Darstellung und Beschreibung lediglich
beispielhaft und ist nicht als Beschränkung des Schutzbereichs gedacht, so wie er
durch die Ansprüche definiert wird. Die Erfindung ist nicht auf die offenbarten Ausführungsformen
beschränkt.
[0054] Abwandlungen der offenbarten Ausführungsformen sind für den Fachmann aus den Zeichnungen,
der Beschreibung und den beigefügten Ansprüchen offensichtlich. In den Ansprüchen
schließt das Wort "aufweisen" nicht andere Elemente oder Schritte aus, und der unbestimmte
Artikel "eine" oder "ein" schließt eine Mehrzahl nicht aus. Die bloße Tatsache, dass
bestimmte Merkmale in unterschiedlichen Ansprüchen beansprucht sind, schließt ihre
Kombination nicht aus. Bezugszeichen in den Ansprüchen sind nicht als Beschränkung
des Schutzbereichs gedacht.
Bezugszeichenliste
[0055]
- 1
- Auszugsrichtung
- 2
- Halteeinrichtung
- 3
- Außenschiene
- 4
- Innenschiene
- 5, 6
- Lauffläche
- 7, 8
- tragender Abschnitt
- 9, 10
- Verbindungsabschnitt
- 11
- Gehäuse
- 12
- Auszugsrichtung
- 13
- Welle
- 14
- Aktivierungsklinke
- 15
- Sperrklinke
- 16
- Aktivierungsabschnitt
- 17
- Verriegelungsabschnitt
- 18
- Kontaktfläche
- 19
- Haltefläche
- 20
- Raste
- 21
- Feder
- 22
- Kugel
- 23
- Oberfläche
- 24
- Rastvertiefung
- 25
- Schwenkachse
1. Auszugssystem (1) mit
mindestens einem ersten Schienenelement (3) und einem zweiten Schienenelement (4),
wobei die ersten und zweiten Schienenelemente (3, 4) über mindestens ein Lager linear
gegeneinander verfahrbar sind, und
einer Halteeinrichtung (2) für ein lösbares Halten der ersten und zweiten Schienenelemente
(3, 4) relativ zu einander in einer Auszugsposition,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Halteeinrichtung (2) eine an dem ersten Schienenelement (3) oder an einem mit
dem ersten Schienenelement (3) mitbewegten ersten Element in einer Auszugsrichtung
(12) festgelegte, um eine Schwenkachse (25) zwischen einer freigebenden Position und
einer haltenden Position verschwenkbare Welle (13) aufweist,
wobei an der Welle (13) eine Sperrklinke (15) drehfest gegenüber der Welle (13) angeordnet
ist, und
die Halteeinrichtung (2) an dem zweiten Schienenelement (4) oder an einem mit dem
zweiten Schienenelement (4) mitbewegten zweiten Element einen in der Auszugsrichtung
festgelegten Verriegelungsabschnitt (17) aufweist, wobei die Sperrklinke (15) und
der Verriegelungsabschnitt (17) derart ausgestaltet und angeordnet sind, dass in der
Auszugsposition des ersten Schienenelements (3) gegenüber dem zweiten Schienenelement
(4)die Welle (13) mit der Sperrklinke (15) um die Schwenkachse in die haltende Position
verschwenkbar ist, wobei in der haltenden Position die Sperrklinke (15) das erste
Schienenelement (3) gegenüber dem zweiten Schienenelement (4) durch Eingriff mit dem
Verriegelungsabschnitt (17) in der Auszugsposition hält.
2. Auszugssystem (1) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteeinrichtung (2) eine Raste (20) umfasst, welche die Welle (13) in der haltenden
Position lösbar verrastet.
3. Auszugssystem (1) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Raste (20) ein in einer Richtung senkrecht zu der Drehsachse (14) und auf die
Welle (13) hin federnd vorgespanntes Rastelement (22) aufweist, wobei die Welle (13)
eine Rastvertiefung (24) aufweist und wobei die Rastvertiefung (24) und das Rastelement
(22) in Umfangsrichtung der Welle (13) derart angeordnet sind, dass in der haltenden
Position der Welle das Rastelement (22) formschlüssig mit der Rastvertiefung (24)
in Eingriff ist.
4. Auszugssystem (1) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (13) eine weitere Rastvertiefung (24) aufweist, wobei die weitere Rastvertiefung
(24) in Umfangsrichtung der Welle (13) derart angeordnet ist, dass in der freigebenden
Position der Welle (13) das Rastelement (22) formschlüssig mit der weiteren Rastvertiefung
(24) in Eingriff ist.
5. Auszugssystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Welle (13) eine Aktivierungsklinke (14) drehfest gegenüber der Welle (13)
angeordnet ist, und
die Halteeinrichtung (2) an dem zweiten Schienenelement (4) oder an einem mit dem
zweiten Schienenelement (4) mitbewegten zweiten Element einen in der Auszugsrichtung
festgelegten Aktivierungsabschnitt (16) aufweist,
wobei die Aktivierungsklinke (14), die Sperrklinke (15), der Verriegelungsabschnitt
(17) und der Aktivierungsabschnitt (16) derart ausgestaltet und angeordnet sind, dass
wenn die Welle (13) in der freigebenden Position ist, in einer Verfahrposition des
ersten Schienenelements (3) gegenüber dem zweiten Schienenelement (4) der Aktivierungsabschnitt
(16) mit der Aktivierungsklinke in Eingriff kommt, wobei bei einem weiteren Verfahren
des ersten Schienenelements gegenüber dem zweiten Schienenelement aus der Verfahrposition
in die Auszugsposition der Aktivierungsabschnitt die Welle (13) mit der Aktivierungsklinke
(14) und der Sperrklinke (15) um die Schwenkachse in die haltende Position verschwenkt,
wobei die Sperrklinke (15) in der haltenden Position das erste Schienenelement (3)
gegenüber dem zweiten Schienenelement (4) durch Eingriff mit dem Verriegelungsabschnitt
(17) in der Auszugsposition hält.
6. Auszugssystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (13) federnd in die haltende Position vorgespannt ist.
7. Auszugssystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkachse (25) senkrecht zu der Auszugsrichtung (12) ist.
8. Auszugssystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auszugsposition eine Endlage ist.
9. Auszugssystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem ersten Schienenelement (3) und dem zweiten Schienenelement (4) eine
Mittelschiene angeordnet ist, so dass das Auszugssystem (1) einen Vollauszug bildet.
10. Auszugssystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (13) derart mit dem ersten Schienenelement (3) verbunden ist, dass die
Welle (13) zusammen mit dem ersten Schienenelement (3) von dem ersten mitbewegten
Element trennbar ist, wobei der Verriegelungsabschnitt (17) und vorzugsweise der Aktivierungsabschnitt
(16) derart mit dem zweiten Schienenelement (4) verbunden sind, dass der Verriegelungsabschnitt
(17) und vorzugsweise der Aktivierungsabschnitt (16) zusammen mit dem zweiten Schienenelement
(4) von dem zweiten mitbewegten Element trennbar ist.
11. Auszugssystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste mitbewegte Element ein stationäres Element ist und das zweite mitbewegte
Element ein gegenüber dem stationären Element bewegbares Element ist.
12. Auszugssystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste mitbewegte Element ein Teil eines Fahrzeugs ist und das zweite mitbewegte
Element eine Schublade, beispielsweise ein Handschuhfach, ist.
13. Auszugssystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Lager ein Gleitlager oder ein Wälzlager ist.