[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Injektionsvorrichtung zum Injizieren eines
hochviskosen Mediums. Insbesondere kann die Injektionsvorrichtung zum Injizieren oder
Applizieren von hochviskosen pharmazeutischen Medien verwendet werden.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Spritzen finden beispielsweise im medizinischen und kosmetischen Bereich Anwendung
und dienen dazu, ein in der Spritze aufgenommenes Medium in den Körper eines Patienten
zu injizieren. So werden im Rahmen einer kosmetischen Behandlung der Haut eines Patienten
z.B. Dermalfüller unter die Hautoberfläche des Patienten gespritzt. Bei kosmetischen
Anwendungen kommen meist hochviskose Medien zum Einsatz. In der Spritze aufgenommene
Medien können verschiedene Formen von Fluiden, pastösen oder flüssigen Substanzen
sowie Gemischen umfassen.
[0003] Das Dokument
US 2010/152679 A1 offenbart eine Spritze, die zum Injizieren einer viskosen Flüssigkeit mit einer Nadelanordnung
verbindbar ist. Um eine ausreichend starke Verbindung zwischen Spritzenkörper und
Nadelanordnung zu realisieren und ein Ablösen zu verhindern, schlägt das Dokument
US 2010/152679 A1 vor, ein Gewinde eines Verbindungsabschnitts zwischen der Spritze und der Nadelanordnung
mit einer Steigung von 3 mm zu versehen.
[0004] Das Dokument
US 2003/220613 A1 offenbart ebenfalls eine Spritze mit einem Spritzenkörper, der an einem Ende mit
einer Nadelanordnung verbindbar ist. Spritzen mit einer umlaufenden Fase am proximalen
Ende des Spritzenkörpers sind unter anderem bekannt aus:
US5554133A sowie
US2016/184528A1.
[0005] Um die für das Injizieren erforderliche Hautperforation und damit verbundene Schmerzen
für den Patienten möglichst gering zu halten, werden bevorzugt Nadeln mit sehr geringer
Kanülendicke ("Gauge") vorgesehen. Dies gilt insbesondere für Anwendungen im Gesicht
eines Patienten.
[0006] Die Kombination aus möglichst geringer Kanülendicke und zu injizierenden Medien hoher
Viskosität führt zu hohen Beanspruchungen der Spritze bzw. des Spritzenkörpers. Insbesondere
können hohe Drücke innerhalb der Spritze zu einem mechanischen Versagen der Spritzenanordnung
führen. Da ein mechanisches Versagen der Spritze jedoch zu vermeiden ist, sind bei
bisher bekannten Spritzen die Möglichkeiten des Einsatzes von Nadeln mit geringer
Kanülendicke begrenzt, was wiederrum die vorstehend beschriebenen Nachteile für den
Patienten mit sich bringt.
[0007] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile aus dem Stand
der Technik zu überwinden. Insbesondere besteht eine Aufgabe der Erfindung darin,
eine Injektionsvorrichtung bereitzustellen, die die Verwendung von Nadeln mit geringer
Kanülendicke zum Injizieren von hochviskosen Medien ermöglichen.
[0008] Die Aufgaben werden durch eine Injektionsvorrichtung gemäß den unabhängigen Patentansprüchen
gelöst. Weiterbildungen und Ausführungsformen der Injektionsvorrichtung sind Gegenstand
der abhängigen Ansprüche und der nachstehenden Beschreibung.
Beschreibung der Erfindung
[0009] Ein Aspekt der Erfindung betrifft eine Injektionsvorrichtung zum Injizieren bzw.
Applizieren eines hochviskosen Mediums, umfassend eine Spritze mit einem Spritzenkörper
und eine Nadelanordnung. In einer Ausführungsform ist das hochviskose Medium charakterisiert
durch einen Speichermodul G' von wenigstens 30 Pa und höchstens 150 Pa, insbesondere
wenigstens 50 Pa und höchstens 100 Pa, oder wenigstens 70 und höchstens 90 Pa. Der
Verlustfaktor tan δ kann zwischen 0,2 und 0,8, insbesondere zwischen 0,3 und 0,6 oder
zwischen 0,4 und 0,5 betragen. Dies können z.B. Hyaluronsäure-Filler sein. Die Viskosität
kann mit einem Platte-Platte-Messsystem bei 25°C und einem Luftdruck von 1013,25 hPa
gemessen werden (z.B. Rheometer Firma: Anton Paar MCR 302), insbesondere mit einer
Frequenz von 1 Hz. Die Messung kann beispielsweise mit dem Verfahren nach ISO Norm
6721-10-2015-09 erfolgen. Der Spritzenkörper umfasst einen distalen Endabschnitt und
einen proximalen Endabschnitt. Der Spritzenkörper ist hohlzylindrisch und bildet eine
Kammer zum Aufnehmen des hochviskosen Mediums. Der proximale Endabschnitt weist eine
Öffnung auf, durch die eine Kolbenstangenanordnung in die Kammer einführbar oder eingeführt
ist. Die Kolbenstangenanordnung ist in der Kammer in Richtung einer Kammerlängsachse
verlagerbar und gleitend in dem Spritzenkörper geführt.
[0010] An dem distalen Endabschnitt des Spritzenkörpers ist ein Luer-Lock-Verbinder ausgebildet,
der einen Außenkegel mit einer weiteren Öffnung zum Ausgeben des hochviskosen Mediums
und einen hülsenförmigen Abschnitt mit einem Innengewinde umfasst. Der Luer-Lock-Verbinder
bildet einen Teil eines Luer-Lock-Verbindungssystems und ist dazu ausgebildet, mit
einem an einer Nadelanordnung ausgebildeten Luer-Lock-Verbinder-Gegenstück zusammenzuwirken.
Der Außenkegel kann auch als eine über ein distales Ende des Spritzenkörpers hinausstehende
konische Düse beschrieben werden, durch die das hochviskose Medium aus der Kammer
ausführbar ist. Der Außenkegel stellt ebenfalls einen Teil des Luer-Lock-Verbindungssystems
dar und wirkt ebenfalls mit einem komplementären Gegenstück der Nadelanordnung zusammen.
In einem Luer-Lock-Verbindungssystem sind der Außenkegel und der diesen umgebende
hülsenförmige Abschnitt koaxial zueinander angeordnet. Der Luer-Lock-Verbinder des
Spritzenkörpers kann insbesondere im Rahmen von ISO Norm 80369-7:2016-12-01 ausgebildet
und dimensioniert sein. Dies ermöglicht eine Verwendung des erfindungsgemäßen Spritzenkörpers
mit einer Vielzahl an verschiedenen, im Bereich der Luer-Lock-Verbindung genormten
Nadelanordnungen.
[0011] Der Spritzenkörper hat erfindungsgemäß eine NPO-Mindestwiderstandsfähigkeit wischen
90 N und 105 N, vorzugsweise zwischen 95 N und 103,5 N, bevorzugt zwischen 98 N und
102 N. NPO steht für "Needle Pop Off" und bezeichnet das schlagartige Lösen bzw. Abspringen
einer Nadelanordnung von einem Spritzenkörper, insbesondere einer über eine Luer-Lock-Verbindung
mit dem Spritzenkörper verbundenen Nadelanordnung. Unter hohem Druck (ausgelöst durch
Kraftaufbringung auf den Spritzenkörper über die Kolbenstangenanordnung) beginnt die
Nadelanordnung sich zu drehen und sich mit hoher Geschwindigkeit von dem Spritzenkörper
zu lösen, d.h. ein zu dem Außenkegel des Spritzenkörpers komplementärer Innenkegel
der Nadelanordnung löst sich.
[0012] Die NPO-Mindestwiderstandsfähigkeit ("Needle Pop Off"-Mindestwiderstandsfähigkeit)
gibt einen Schwellenwert einer Kraft an, die im Rahmen des nachstehend beschriebenen
Testverfahrens auf eine in den Spritzenkörper eingebrachte und mit diesem in Wirkverbindung
stehende Kolbenstangenanordnung aufgebracht wird. Die NPO-Mindestwiderstandsfähigkeit
ist dadurch definiert, dass unterhalb dieses Schwellenwerts bei nicht mehr als 1,8%
der getesteten Spritzenkörper ein "Needle Pop Off" auftritt. Es sind mindestens 56
Messungen von Spritzenkörpern derselben Konfiguration und Ausführung erforderlich,
um ein aussagekräftiges Ergebnis für die NPO-Mindestwiderstandsfähigkeit zu erhalten.
[0013] Das Testverfahren zum Messen der NPO-Widerstandsfähigkeit, insbesondere der NPO-Mindestwiderstandsfähigkeit
und der durchschnittlichen NPO-Widerstandsfähigkeit, sieht vor, dass der zu testende
Spritzenkörper senkrecht in einer Prüfmaschine angeordnet und im Bereich des proximalen
Endes des Spritzenkörpers gehalten wird. Die verwendete Prüfmaschine ist eine Universalprüfmaschine
der Firma "TesT", Model "TesT 106.2 kN". Für das Testverfahren ist diese oder eine
damit vergleichbare Universalprüfmaschine zu verwenden.
[0014] Der zu testende Spritzenkörper ist über den Luer-Lock-Verbinder mit einer Nadelanordnung
verbunden, die zum Herstellen der Luer-Lock-Verbindung mittels eines Luer-Lock-Verbinder-Gegenstücks
mit einem Drehmoment von 12 Ncm auf den distalen Endabschnitt des Spritzenkörpers
aufgeschraubt ist. Konkret soll das beschriebene Testverfahren mit der Nadelanordnung
"TSK STERiJECT Hypodermic Needle", Ref.: PRC-30013I, 30 G x ½ oder einer damit vergleichbaren
Nadelanordnung durchgeführt werden. Die für das Testverfahren verwendete Nadelanordnung
umfasst als Luer-Lock-Verbinder-Gegenstück einen Innenkegel und zwei an einem Außenumfang
eines Nadelansatzes der Nadelanordnung angeordnete Finnen. Die für das Testverfahren
verwendete Nadelanordnung umfasst eine Kanüle bzw. Hohlnadel mit einer Dicke von 30
G und einer Länge von 13 mm (30 G x ½). Die Kanüle ist zu Testzwecken vor Durchführung
des Testverfahrens mittels eines Hammers zu plätten und dadurch zu verschließen. Für
das Testverfahren ist eine trockene Luer-Lock-Verbindung herzustellen, indem die Nadelanordnung
auf den Spritzenkörper aufgeschraubt wird, bevor anschließend ein hochviskoses Medium
in die Kammer gefüllt wird. Das Testverfahren ist mit nicht dampfsterilisierten Komponenten
(Spritzenkörper, Nadelanordnung, Kolbenstangenanordnung) durchzuführen.
[0015] Für das vorliegende Testverfahren ist ein hochviskoses Medium mit einem Speichermodul
G' von etwa 84,5 Pa und einem Verlustfaktor tan δ von etwa 0,48 zu wählen. Die Viskosität
kann mit einem Platte-Platte-Messsystem bei 25°C und einem Luftdruck von 1013,25 hPa
gemessen werden (z.B. Rheometer Firma: Anton Paar MCR 302), insbesondere mit einer
Frequenz von 1 Hz. Die Messung kann beispielsweise mit dem Verfahren nach ISO Norm
6721-10-2015-09 erfolgen. Der zu testende Spritzenkörper ist bestimmungsgemäß vollständig
mit dem hochviskosen Material gefüllt. Ferner ist eine Kolbenstangenanordnung zu Beginn
des Testverfahrens in den Spritzenkörper eingebracht und steht mit diesem in Wirkverbindung,
jedoch befinden sich Spritzenkörper und Kolbenstangenanordnung zu Beginn des Testverfahrens
noch in einer Ausgangsstellung, d.h. in einer Nichtbetätigungsstellung. Für das vorliegende
Testverfahren ist eine für den jeweiligen zu testenden Spritzenkörper vorgesehene
Standardkolbenstangenanordnung zu verwenden. Beispielsweise kann bei einem Spritzenkörper
mit 5 mm Innendurchmesser der Kammer ein Standardkolben der Art FM257 verwendet werden
(z.B. des Herstellers Daetwyler).
[0016] Über einen Prüfstempel der Prüfmaschine wird bei dem Testverfahren eine Kraft senkrecht
auf ein proximales Ende der Kolbenstangenanordnung aufgebracht. Der Prüfstempel bewegt
sich mit einer konstanten Prüfgeschwindigkeit von 12,6 mm/min in Richtung des distalen
Endabschnitts des Spritzenkörpers, was die auf die Kolbenstangenanordnung einwirkende
Kraft kontinuierlich bis maximal 420 N erhöht. Der Prüfstempel wird beim Testen bis
zu einem Weg von 15 mm verlagert. Die einwirkende Kraft wird mittels eines Kraftsensors
mit einer Abtastrate von 200 Hz detektiert. Der Prüfstempel wird solange weiterbewegt
bzw. wird die einwirkende Kraft solange erhöht, bis Undichtigkeit ("
Leakage") und/oder NPO auftritt oder bis die Maximalkraft von 420 N erreicht ist. Der Test
wird gestoppt, d.h. Undichtigkeit ("
Leakage") und/oder NPO wird erkannt, wenn die gemessene Kraft plötzlich um wenigstens 30
% abfällt. Die einwirkende Kraft zum Zeitpunkt des Auftretens von Undichtigkeit und/oder
NPO wird dokumentiert und mit der Information verknüpft, ob Undichtigkeit und/oder
NPO bei dieser Kraft aufgetreten ist. Aus den dokumentierten Messergebnissen lassen
sich dann die oben beschriebene NPO-Mindestwiderstandsfähigkeit und die durchschnittliche
NPO-Widerstandsfähigkeit bestimmen. Die hier untersuchte Undichtigkeit ("
Leakage") ist die durch die aufgebrachte Kraft und des dadurch wirkenden Drucks auftretende
Undichtigkeit zwischen dem Spritzenkörper und der Nadelanordnung. Mit anderen Worten
kann die Kraft bestimmt werden, bei der zwischen dem Spritzenkörper und der Nadelanordnung
im Bereich der Luer-Lock-Verbindung das hochviskose Medium ungewollt austritt.
[0017] Ein zu vermeidendes mechanisches Versagen kann insbesondere durch NPO, durch Undichtigkeit
("
Leakage") zwischen miteinander verbundenen Spritzenkomponenten und/oder durch einen Bruch
des Spritzenkörpers auftreten. Die Erfinder der vorliegenden Erfindung haben erkannt,
dass für eine Verwendung von hochviskosen Medien und einer geringen Kanülendicke von
mindestens 31 G ein Spritzenkörper vorteilhaft ist, der die vorstehend definierte
NPO-Mindestwiderstandsfähigkeit hat. Ein kleinerer Nadel- bzw. Kanülendurchmesser
(bspw. über 30 G) bedeutet weniger Schmerzen für den Patienten als größere Nadel-
bzw. Kanülendurchmesser (bspw. herkömmlich mit hochviskosen Medien verwendete Durchmesser
von 27 G), erfordert jedoch gleichzeitig eine höhere Kraftaufbringung als ein größerer
Nadel- bzw. Kanülendurchmesser, um das hochviskose Medium auszugeben. Die vorstehenden
erfindungsgemäßen Werte für die NPO-Mindestwiderstandsfähigkeit berücksichtigen die
Erkenntnis, dass männliche Anwender bei bestimmungsgemäßer Verwendung eine Spritze
bzw. Injektionsvorrichtung mit einer Maximalkraft (maximalen Fingerkraft) von durchschnittlich
95 N betätigen können. Weibliche Anwender können bei bestimmungsgemäßer Verwendung
eine Spritze bzw. Injektionsvorrichtung mit einer Maximalkraft (maximalen Fingerkraft)
von durchschnittlich 64 N betätigen. Die vorstehend definierte NPO-Mindestwiderstandsfähigkeit
stellt somit eine optimale Auslegung der Spritzenkörperstruktur dar, die ein sicheres
Injizieren eines hochviskosen Mediums mit einer sehr dünnen Kanüle sicherstellt und
dennoch nicht überdimensioniert ist.
[0018] In einer Weiterbildung kann der Spritzenkörper eine durchschnittliche NPO-Widerstandsfähigkeit
von wenigstens 100 N, vorzugsweise wenigstens 105 N, bevorzugt wenigstens 110 N, weiter
bevorzugt wenigstens 115 N, noch weiter bevorzugt wenigstens 117 N haben. Insbesondere
kann die durchschnittliche NPO-Widerstandsfähigkeit zwischen 100 N und 120 N, vorzugsweise
zwischen 105 N und 120 N, bevorzugt zwischen 110 N und 120 N, weiter bevorzugt zwischen
115 N und 117 N liegen.
[0019] Die durchschnittliche NPO-Widerstandsfähigkeit gibt den Mittelwert der Kraft an,
die im Rahmen des vorstehend beschriebenen Testverfahrens auf eine in den Spritzenkörper
eingebrachte und mit diesem in Wirkverbindung stehende Kolbenstangenanordnung aufgebracht
werden muss, damit ein Needle Pop Off auftritt. Auch hierfür sind mindestens 56 Messungen
von Spritzenkörpern derselben Konfiguration und Ausführung erforderlich, um ein aussagekräftiges
Ergebnis für die durchschnittliche NPO-Widerstandsfähigkeit zu erhalten.
[0020] In einer Ausführungsform kann der Spritzenkörper eine Leakage-Mindestwiderstandsfähigkeit
von wenigstens 100 N haben. Vorzugsweise kann der Spritzenkörper eine Leakage-Mindestwiderstandsfähigkeit
von über 105 N, bevorzugt über 117,5 N, weiter bevorzugt über 125 N haben. Insbesondere
kann der Spritzenkörper eine Leakage-Mindestwiderstandsfähigkeit zwischen 100 N und
130 N haben, vorzugsweise zwischen 105 N und 120 N, bevorzugt zwischen 110 N und 115
N.
[0021] In einer Weiterbildung kann der Spritzenkörper eine durchschnittliche Leakage-Widerstandsfähigkeit
von wenigstens 115 N, vorzugsweise wenigstens 120 N, bevorzugt wenigstens 123 N, weiter
bevorzugt wenigstens 125 N, noch weiter bevorzugt wenigstens 127 N haben. Insbesondere
kann die durchschnittliche Leakage-Widerstandsfähigkeit zwischen 110 N und 135 N,
vorzugsweise zwischen 115 N und 130 N, bevorzugt zwischen 120 N und 130 N, weiter
bevorzugt zwischen 125 N und 130 N liegen.
[0022] Die Leakage-Mindestwiderstandsfähigkeit (Undichtigkeits-Mindestwiderstandsfähigkeit)
gibt einen Schwellenwert einer Kraft an, die im Rahmen des vorstehend beschriebenen
Testverfahrens auf eine in den Spritzenkörper eingebrachte und mit diesem in Wirkverbindung
stehende Kolbenstangenanordnung aufgebracht wird. Die Leakage-Mindestwiderstandsfähigkeit
ist dadurch definiert, dass unterhalb dieses Schwellenwerts bei weniger als 1,8% der
getesteten Spritzenkörper eine Undichtigkeit auftritt. Es sind mindestens 56 Messungen
von Spritzenkörpern derselben Konfiguration und Ausführung erforderlich, um ein aussagekräftiges
Ergebnis für die Leakage-Mindestwiderstandsfähigkeit zu erhalten.
[0023] Ferner gibt die durchschnittliche Leakage-Widerstandsfähigkeit den Mittelwert der
Kraft an, die im Rahmen des vorstehend beschriebenen Testverfahrens auf eine in den
Spritzenkörper eingebrachte und mit diesem in Wirkverbindung stehende Kolbenstangenanordnung
aufgebracht werden muss, damit eine Undichtigkeit auftritt. Auch hierfür sind mindestens
56 Messungen von Spritzenkörpern derselben Konfiguration und Ausführung erforderlich,
um ein aussagekräftiges Ergebnis für die durchschnittliche Leakage-Widerstandsfähigkeit
zu erhalten.
[0024] In einer Ausführungsform kann das Innengewinde des Luer-Lock-Verbinders einen Innendurchmesser
von maximal 7,15 mm oder maximal 7,12 mm haben. Der Innendurchmesser kann vorzugsweise
wenigstens 7,05 mm oder wenigstens 7,08 mm betragen. In bevorzugten Ausführungsformen
liegt der Innendurchmesser zwischen 7,05 mm und 7,15 mm, vorzugsweise zwischen 7,08
mm und 7,12 mm, bevorzugt liegt er bei maximal 7,1 mm. Der Innendurchmesser beschreibt
den kleinsten Innendurchmesser des hülsenförmigen Endabschnitts, d.h. gemessen von
Gewindekamm zu gegenüberliegendem Gewindekamm des Innengewindes. Ein Innendurchmesser
mit dieser Abmessung kann sich positiv auf eine ausreichend enge Verbindung zwischen
dem Spritzenkörper und einer damit verbundenen Nadelanordnung auswirken und so das
Einstellen der NPO-Mindestwiderstandsfähigkeit sowie der durchschnittlichen NPO-Widerstandsfähigkeit
vorteilhaft beeinflussen. Analog gilt dies in Bezug auf die Leakage-Mindestwiderstandsfähigkeit
und die durchschnittliche Leakage-Widerstandsfähigkeit.
[0025] Gemäß einer Ausführungsform des Spritzenkörpers kann das Innengewinde an dem Kamm
des Gewindeprofils eine Breite von mindestens 0,44 mm oder mindestens 0,46 mm aufweisen.
Bevorzugt beträgt die Breite maximal 0,52 mm oder maximal 0,50 mm. In bevorzugten
Ausführungsformen kann die Breite zwischen 0,44 mm und 0,52 mm, vorzugsweise zwischen
0,46 mm und 0,50 mm, bevorzugt 0,48 mm betragen.
[0026] Zusätzlich oder alternativ dazu kann das Innengewinde an dem Grund des Gewindeprofils
eine Breite von mindestens 0,85 mm oder mindestens 0,875 mm aufweisen. Bevorzugt beträgt
die Breite maximal 0,95 mm oder maximal 0,925 mm. In bevorzugten Ausführungsformen
kann die Breite zwischen 0,85 mm und 0,95 mm, vorzugsweise zwischen 0,875 mm und 0,925
mm, bevorzugt 0,9 mm betragen.
[0027] Das Innengewinde kann an dem Gewindeprofil beidseitig einen Winkel zwischen 22,5°
und 27,5°, insbesondere einen Winkel von 24° bis 26° oder von etwa 25° aufweisen.
Der Winkel kann als der zwischen einer orthogonal zu der Längsachse des Spritzenkörpers
stehenden, das Gewindeprofil schneidenden Linie und der Flanke des Gewindeprofils
eingeschlossene Winkel beschrieben werden.
[0028] Durch das Ausbilden der Gewindeprofilparameter nach Maßgabe der vorstehend beschriebenen
Dimensionen kann die Kontaktfläche der Gewindeverbindung, d.h. die Kontaktfläche zwischen
dem Innengewinde des Spritzenkörpers und einem komplementären Außengewinde einer zugehörigen
Nadelanordnung angepasst werden. Dies kann die Luer-Lock-Verbindung mit der zugehörigen
Nadelanordnung verbessern und das Einstellen der NPO-Mindestwiderstandsfähigkeit sowie
der durchschnittlichen NPO-Widerstandsfähigkeit vorteilhaft beeinflussen. Analog gilt
dies in Bezug auf die Leakage-Mindestwiderstandsfähigkeit und die durchschnittliche
Leakage-Widerstandsfähigkeit.
[0029] In einer Weiterbildung kann eine den Außenkegel abschließende mit der weiteren Öffnung
versehene distale Stirnfläche des Außenkegels um einen Abstand von wenigstens 2,1
mm oder wenigstens 2,2 mm über einen distalen Kragen des hülsenförmigen Abschnitts
hinausstehen. In einer Ausführungsform beträgt dieser Abstand maximal 2,5 mm oder
maximal 2,4 mm. In einer bevorzugten Ausführungsform steht die distale Stirnfläche
des Außenkegels um einen Abstand von 2,1 mm bis 2,5 mm, vorzugsweise von 2,2 mm bis
2,4 mm, bevorzugt von 2,3 mm über einen distalen Kragen des hülsenförmigen Abschnitts
hinaus. Auch diese strukturelle Anpassung kann das Einstellen der NPO-Mindestwiderstandsfähigkeit
sowie der durchschnittlichen NPO-Widerstandsfähigkeit vorteilhaft beeinflussen. Analog
gilt dies in Bezug auf die Leakage-Mindestwiderstandsfähigkeit und die durchschnittliche
Leakage-Widerstandsfähigkeit.
[0030] Erfindungsgemäß umfasst der Spritzenkörper an dem proximalen Endabschnitt eine Innenumfangsfläche
mit einer Fase, die die Innenumfangsfläche von dem proximalen Endabschnitt in Richtung
des distalen Endabschnitts betrachtet verjüngt. Mit anderen Worten ist die Innenumfangsfläche
im Bereich der Fase in Richtung des distalen Endabschnitts betrachtet konisch zulaufend.
Die Fase kann das Einführen der Kolbenstangenanordnung, genauer gesagt des Kolbens,
in die Kammer des Spritzenkörpers vereinfachen. Die Fase hat in Richtung der Längsachse
des Spritzenkörpers betrachtet eine Länge zwischen 1,2 mm und 1,8 mm, vorzugsweise
von 1,4 mm bis 1,6 mm, bevorzugt von etwa 1,5 mm. Zusätzlich dazu schließt die Fase
einen Winkel von wenigstens 13°, vorzugsweise von wenigstens 14°, bevorzugt von wenigstens
15° mit der Längsachse ein. Durch das Ausbilden einer derart dimensionierten Fase
kann die Gesamtlänge des Spritzenkörpers gegenüber bekannten Spritzenkörpern verringert
werden. Dies kann sich vorteilhaft auf die Ergonomie des Spritzenkörpers bzw. die
Handhabung durch den Anwender auswirken. Dennoch kann mit einer Fase dieser Dimensionierung
eine ausreichende Stabilität und Dichtigkeit (die sogenannte Container Closure Integrity,
CCI) der Spritze gewährleistet werden. So kann beispielsweise vorgesehen sein, dass
bei einer vollständig befüllten und nicht betätigten Spritze ein Abstand von wenigstens
9 mm bis maximal 10 mm, oder etwa 9,5 mm zwischen dem proximalen Spritzenende und
einem proximalen Ende des Kolbens der Kolbenstangenanordnung vorgesehen sein.
[0031] Der Spritzenkörper kann in einer Ausführungsform eine maximale Gesamtlänge von 80
mm und einen Kammerinnendurchmesser von maximal 5 mm haben, wobei in dem Spritzenkörper
ein Volumen von wenigstens 1 ml aufnehmbar ist. Genauer gesagt ist in der Kammer und
einem sich daran anschließenden durch den Außenkegel gebildeten Kammerabschnitt zusammen
ein Volumen von wenigstens 1 ml aufnehmbar. Die Gesamtlänge kann von einer den proximalen
Endabschnitt begrenzenden Stirnfläche des Spritzenkörpers bis zu einer den distalen
Endabschnitt begrenzenden Stirnfläche des Spritzenkörpers, d.h. der Stirnfläche des
Außenkegels, gemessen werden. Der Kammerinnendurchmesser kann über die gesamte Länge
der Kammer hinweg konstant sein. Beispielsweise kann in der Kammer und dem Kammerabschnitt
gemeinsam ein Volumen von 1,073 ml aufnehmbar sein, um ein Überfüllen von 2% und ein
Einschließen einer Luftblase von 1 mm Länge in der Kammer zuzulassen. Es ist anzumerken,
dass das aufnehmbare Volumen nicht mit dem durch die gesamte Kammer und den Kammerabschnitt
gebildeten Gesamtvolumen gleichzusetzen ist. Zusätzlich zu dem aufzunehmenden Volumen
des Mediums samt vorstehend beschriebenen Toleranzen für das Überfüllen und die Luftblase,
muss die Kammer bereits in einer Nichtbetätigungsstellung zusätzlich noch einen Teil
der Kolbenstangenanordnung aufnehmen können und diese stabil lagern. Hierzu muss der
Kolben der Kolbenstangenanordnung in einer Nichtbetätigungsstellung bereits ausreichend
weit von dem proximalen Ende des Spritzenkörpers entfernt in dem Spritzenkörper aufgenommen
sein. Beispielsweise kann ein Abstand von 9,5 mm zwischen dem proximalen Spritzenende
und einem proximalen Ende des Kolbens der Kolbenstangenanordnung vorgesehen sein.
[0032] Der Spritzenkörper kann vorzugsweise innerhalb und gemäß ISO Norm 11040-6:2012-04-01
ausgebildet und dimensioniert sein.
[0033] Der Spritzenkörper kann in einer weiteren Ausführungsform eine maximale Gesamtlänge
von 60 mm und einen Kammerinnendurchmesser von maximal 4,65 mm haben, wobei in der
Kammer und dem Kammerabschnitt zusammen ein Volumen von wenigstens 0,5 ml aufnehmbar
ist.
[0034] Der Spritzenkörper kann in einer weiteren Ausführungsform eine maximale Gesamtlänge
von 71 mm und einen Kammerinnendurchmesser von maximal 5 mm haben, wobei in der Kammer
und dem Kammerabschnitt zusammen ein Volumen von wenigstens 0,8 ml aufnehmbar ist.
[0035] Der Spritzenkörper kann in einer weiteren Ausführungsform eine maximale Gesamtlänge
von 95 mm und einen Kammerinnendurchmesser von maximal 6,45 mm haben, wobei in der
Kammer und dem Kammerabschnitt zusammen ein Volumen von wenigstens 2,25 ml aufnehmbar
ist.
[0036] Der Spritzenkörper kann in einer weiteren Ausführungsform eine maximale Gesamtlänge
von 117 mm und einen Kammerinnendurchmesser von maximal 6,45 mm haben, wobei in der
Kammer und dem Kammerabschnitt zusammen ein Volumen von wenigstens 2,8 ml aufnehmbar
ist.
[0037] Der Spritzenkörper kann in einer weiteren Ausführungsform eine maximale Gesamtlänge
von 56 mm und einen Kammerinnendurchmesser von maximal 12,2 mm haben, wobei in der
Kammer und dem Kammerabschnitt zusammen ein Volumen von wenigstens 2,8 ml aufnehmbar
ist.
[0038] Der Spritzenkörper kann in einer weiteren Ausführungsform eine maximale Gesamtlänge
von 58 mm und einen Kammerinnendurchmesser von maximal 12,2 mm haben, wobei in der
Kammer und dem Kammerabschnitt zusammen ein Volumen von wenigstens 3,0 ml aufnehmbar
ist.
[0039] Der Spritzenkörper kann in einer weiteren Ausführungsform eine maximale Gesamtlänge
von 115 mm und einen Kammerinnendurchmesser von maximal 8,75 mm haben, wobei in der
Kammer und dem Kammerabschnitt zusammen ein Volumen von wenigstens 5 ml aufnehmbar
ist.
[0040] Die vorstehend beschriebenen Werte können Maximalmaße oder genaue Maße sein. Ein
geringer Kammerinnendurchmesser wirkt sich positiv auf das Applizieren einer hochviskosen
Flüssigkeit durch Aufbringen von Fingerkraft auf die Spritze bzw. die Injektionsvorrichtung
aus. Gleichzeitig ist jedoch darauf zu achten, dass die Gesamtlänge des Spritzenkörpers,
von der auch die Gesamtlänge der damit verwendeten Kolbenstangenanordnung abhängt,
nicht zu groß gewählt wird, um die Handhabbarkeit zu gewährleisten. Die vorstehend
beschriebenen Ausführungsformen stellen beispielhafte Ausführungsformen dar, die für
unterschiedliche Spritzenkörpervolumina vorteilhafte Kombinationen aus Gesamtlänge
und Innendurchmesser angeben.
[0041] Gemäß einer Weiterbildung kann der Spritzenkörper zumindest im Bereich der Kammer
eine Wandstärke von wenigstens 1,7 mm, vorzugsweise wenigstens 1,8 mm, bevorzugt wenigstens
2,0 mm, weiter bevorzugt wenigstens 2,2 mm aufweisen. Das Ausbilden einer solchen
Wandstärke kann die Formstabilität des Spritzenkörpers während der Verwendung positiv
beeinflussen und dadurch mechanisches Versagen des Spritzenkörpers reduzieren. Die
angegebenen Werte stellen eine optimierte Geometrie hinsichtlich des Verhältnisses
zwischen Innen- und Außendurchmesser dar.
[0042] Der Spritzenkörper kann beispielsweise im Bereich der Kammer einen Außendurchmesser
zwischen 5 mm und 15 mm, insbesondere zwischen 7,5 mm und 12,5 mm, oder zwischen 8,4
mm und 10 mm, insbesondere von etwa 9,4 mm aufweisen.
[0043] Der Spritzenkörper kann derart ausgebildet sein, dass er eine Extrusionskraft von
weniger als 40 N aufweist, wenn ein Standardkolben mit 10 mm/min in der Kammer in
Richtung des distalen Endabschnitts verlagert wird. Der Spritzenkörper kann derart
ausgebildet sein, dass er eine Extrusionskraft von weniger als 75 N aufweist, wenn
ein Standardkolben mit 50 mm/min in der Kammer in Richtung des distalen Endabschnitts
verlagert wird. Der Spritzenkörper kann derart ausgebildet sein, dass er eine Extrusionskraft
von weniger als 100 N aufweist, wenn ein Standardkolben mit 100 mm/min in der Kammer
in Richtung des distalen Endabschnitts verlagert wird. Die vorstehenden Werte beziehen
sich auf das Ausgeben eines hochviskosen Mediums mit einem Speichermodul G' von etwa
84,5 Pa und einem Verlustfaktor tan δ von etwa 0,48. Die Viskosität kann mit einem
Platte-Platte-Messsystem bei 25°C und einem Luftdruck von 1013,25 hPa gemessen werden
(z.B. Rheometer Firma: Anton Paar MCR 302), insbesondere mit einer Frequenz von 1
Hz. Die Messung kann beispielsweise mit dem Verfahren nach ISO Norm 6721-10-2015-09
erfolgen. Die Extrusionskraft beschreibt die Kraft, mit der das Medium aus einer Kanüle
einer Nadelanordnung austritt, die mit dem Spritzenkörper verbunden ist. Hochviskose
Medien erfordern in der Regel höhere Extrusionskräfte als niedrigviskose Medien. Die
vorstehenden Werte gelten für eine Testanordnung mit einer Nadelanordnung, die eine
Kanüle mit einer Dicke von 30 G und einer Länge von 13 mm umfasst, also einer Nadelanordnung
30 G x ½, insbesondere der Nadelanordnung "TSK HYPODERMIC NEEDLE", Ref.: HPC-30013I-320,
30 G x ½. Die Kanüle ist bei diesem Testverfahren offen, sodass das hochviskose Medium
aus der Kanüle austreten kann. Die Nadelanordnung umfasst als Luer-Lock-Verbinder-Gegenstück
ein Gewinde (im Gegensatz zu der Nadelanordnung mit Finnen). Ein Spritzenkörper mit
solchen vergleichsweise geringen Extrusionskräften für hochviskose Medien erfordert
weniger Kraftaufbringung durch den Anwender und ermöglicht eine verbesserte Dosierungsgenauigkeit.
Somit erlauben solche Spritzenkörper trotz der Verwendung hochviskoser Medien eine
Nutzung von Nadelanordnungen mit Kanülen geringer Dicke, d.h. einer Dicke von 30 G
oder mehr.
[0044] In einer Ausführungsform kann der Spritzenkörper aus einem Kunststoffmaterial hergestellt
sein, das vorzugsweise einen E-Modul zwischen 2800 MPa und 3300 MPa hat, insbesondere
zwischen 2900 MPa und 3200 MPa (1 mm/min, ISO 527 Teil 1 und 2). Das Kunststoffmaterial
kann eine Zugfestigkeit (5 mm/min, ISO 527 Teil 1 und 2) zwischen 58 MPa und 65 MPa
haben, insbesondere im Bereich von 60 MPa bis 63 MPa. Das Kunststoffmaterial kann
eine Wasseraufnahme von weniger als 0,01 % aufweisen (ISO 62). Ferner kann das Kunststoffmaterial
eine Kugeldruckhärte zwischen 180 und 195 N/mm
2 haben (30-Sek.-Wert bei einer Last von 961 N gemäß ISO 2039 Teil 1). Das Kunststoffmaterial
kann eine Wärmeformbeständigkeitstemperatur zwischen 120 und 180 °C haben (HDT/B 0,45
MPa, ISO 75 Teil 1 und 2). Der lineare Wärmeausdehnungskoeffizient des Kunststoffmaterials
kann 6,0 × 10
-4 K
-1 betragen (ISO 11 359 Teil 1 und 2). Die Bruchdehnung des Kunststoffmaterials kann
im Bereich von 2,5 bis 2,7 % liegen (ISO 527 Teil 1 und 2. Die Schlagzähigkeit des
Kunststoffmaterials kann etwa 15 kJ/m
2 betragen (ISO 179/1eU) und/oder die Kerbschlagzähigkeit kann im Bereich von 1,6 kJ/m
2 bis 1,8 kJ/m
2 liegen (ISO 179/1eA).
[0045] Der Spritzenkörper kann in einer Weiterbildung an seinem proximalen Endabschnitt
einen Flansch umfassen. Der Flansch kann einen Griff zum Abstützen von Zeigefinder
und Mittelfinger eines Anwenders bei der Verwendung des Spritzenkörpers bilden oder
mit einem solchen Griff versehen sein.
[0046] Die Spritze zum Injizieren eines hochviskosen Mediums mit einem Spritzenkörper der
vorstehend beschriebenen Art umfasst eine Kolbenstangenanordnung. Die Kolbenstangenanordnung
umfasst eine Kolbenstange und einen an ein distales Ende der Kolbenstange angebrachten
Kolben. Der Kolben ist über die Öffnung an dem proximalen Endabschnitt des Spritzenkörpers
in der Kammer aufgenommen und in dieser verlagerbar geführt. Der Kolben kann beispielsweise
drei Dichtlippen umfassen.
[0047] Die Spritze kann ein in der Kammer des Spritzenkörpers aufgenommenes hochviskoses
Medium umfassen. In einer Ausführungsform ist das hochviskose Medium charakterisiert
durch einen Speichermodul G' von wenigstens 30 Pa und höchstens 150 Pa, insbesondere
wenigstens 50 Pa und höchstens 100 Pa, oder wenigstens 70 und höchstens 90 Pa. Der
Verlustfaktor tan δ kann zwischen 0,2 und 0,8, insbesondere zwischen 0,3 und 0,6 oder
zwischen 0,4 und 0,5 betragen. Die Viskosität kann mit einem Platte-Platte-Messsystem
bei 25°C und einem Luftdruck von 1013,25 hPa gemessen werden (z.B. Rheometer Firma:
Anton Paar MCR 302), insbesondere mit einer Frequenz von 1 Hz. Die Messung kann beispielsweise
mit dem Verfahren nach ISO Norm 6721-10-2015-09 erfolgen. Beispielsweise kann die
Spritze in der Kammer des Spritzenkörpers aufgenommene Hyaluronsäure-Filler und/oder
andere kosmetische Zusammensetzungen umfassen.
[0048] Die Spritze kann eine Greiflänge zwischen 6 cm und 12 cm, insbesondere zwischen 7,5
cm und 8 cm haben. Die Greiflänge bezeichnet die Länge zwischen dem proximalen Ende
des Spritzenkörpers und einem proximalen Ende der Kolbenstangenanordnung. Die Kolbenstangenanordnung
kann an dem proximalen Ende mit einem Griff versehen sein.
[0049] Die Nadelanordnung umfasst einen Nadelansatz und eine Kanüle, wobei der Nadelansatz
zum Herstellen der Luer-Lock-Verbindung zwischen dem Spritzenkörper und der Nadelanordnung
ein zu dem Luer-Lock-Verbinder des Spritzenkörpers komplementäres Luer-Lock-Verbinder-Gegenstück
umfasst. Demnach umfasst der Nadelansatz einen zu dem Außenkegel des Spritzenkörpers
komplementären Innenkegel und vorzugsweise ein Außengewinde, das komplementär zu dem
Innengewinde des Spritzenkörpers ist. Alternativ zu einem Außengewinde kann der Nadelansatz
zwei an dem Außenumfang des Nadelansatzes angeordnete Finnen umfassen.
[0050] Die Nadelanordnung kann eine Kanüle mit einer Dicke von mindestens 30 G (Gauge),
vorzugsweise mindestens 31 G, bevorzugt mindestens 32 G, bevorzugt von mindestens
33 G, weiter bevorzugt von mindestens 34 G, noch weiter bevorzugt von mindestens 35
G umfassen. Die Kanüle kann eine Länge von wenigstens 10 mm, vorzugsweise wenigstens
11 mm, bevorzugt wenigstens 12 mm, weiter bevorzugt wenigstens 13 mm haben. Alternativ
kann die Kanüle eine Länge von 25 mm oder mehr haben.
[0051] Der Nadelansatz der Nadelanordnung kann einen Innenkegel mit einer Länge entlang
einer Längsachse der Nadelanordnung zwischen 3 mm und 7 mm umfassen, vorzugsweise
zwischen 5,5 mm und 6,5 mm, bevorzugt von etwa 6.1 mm.
[0052] Insbesondere kann die Injektionsvorrichtung die Nadelanordnung "TSK HYPODERMIC NEEDLE",
Ref.: HPC-30013I-320, 30 G x ½ oder eine damit vergleichbare Nadelanordnung umfassen.
[0053] Alternativ kann die Injektionsvorrichtung die Nadelanordnung "TSK STERiJECT Hypodermic
Needle", Ref.: PRC-30013I, 30 G x ½ oder eine damit vergleichbare Nadelanordnung umfassen.
[0054] In einer Ausführungsform kann der Spritzenkörper aus einem Kunststoffmaterial aufgebaut
sein, das ein Cycloolefin-Copolymer (COC) und/oder ein Cycloolefin-Polymer (COP) umfasst
oder daraus besteht.
[0055] In einer Weiterbildung kann das Kunststoffmaterial eines oder mehrere Additive umfassen,
wobei ein Additiv vorzugsweise ein Farbstoff sein kann.
[0056] Obgleich einige Aspekte und Merkmale vorstehend und nachstehend lediglich in Bezug
auf den Spritzenkörper beschrieben sind, können diese Aspekte und Merkmale entsprechend
für die Spritze und/oder die Injektionsvorrichtung gelten und umgekehrt.
[0057] Die Erfindung betrifft auch ein kosmetisches Verfahren, umfassend Applizieren einer
hochviskosen kosmetischen Zubereitung unter Verwendung einer hierin beschriebenen
Injektionsvorrichtung. In einer Ausführungsform ist die hochviskose kosmetische Zubereitung
charakterisiert durch einen Speichermodul G' von wenigstens 30 Pa und höchstens 150
Pa, insbesondere wenigstens 50 Pa und höchstens 100 Pa, oder wenigstens 70 und höchstens
90 Pa. Der Verlustfaktor tan δ kann zwischen 0,2 und 0,8, insbesondere zwischen 0,3
und 0,6 oder zwischen 0,4 und 0,5 betragen. Die Viskosität kann mit einem Platte-Platte-Messsystem
bei 25°C und einem Luftdruck von 1013,25 hPa gemessen werden (z.B. Rheometer Firma:
Anton Paar MCR 302), insbesondere mit einer Frequenz von 1 Hz. Die Messung kann beispielsweise
mit dem Verfahren nach ISO Norm 6721-10-2015-09 erfolgen. Das Applizieren kann ein
Injizieren der kosmetischen Zubereitung in einen zu behandelnden Organismus umfassen.
Bevorzugt wird die Zubereitung in einen Applikationsort an einem menschlichen Organismus
appliziert. Die Applikation kann eine subkutane Injektion sein. Der Applikationsort
kann ein menschliches Gesicht bzw. ein Abschnitt desselben sein.
Kurzbeschreibung der Figuren
[0058] Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nachstehend in Bezug auf die
beiliegenden schematischen Figuren näher erläutert. Es stellen dar:
- Fig. 1
- verschiedene perspektivische Ansichten einer Injektionsvorrichtung gemäß einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
- Fig. 2
- eine Schnittdarstellung des Luer-Lock-Verbinders eines Ausführungsbeispiels eines
Spritzenkörpers.
- Fig. 3
- eine Detailansicht eines Gewindeprofils aus Fig. 2.
- Fig. 4
- eine Schnittdarstellung eines Ausführungsbeispiels des Spritzenkörpers mit darin aufgenommener
Kolbenstangenanordnung.
- Fig. 5
- eine Detailansicht eines Fase des Spritzenkörpers aus Fig. 4.
- Fig. 6
- ein Diagramm mit Testergebnissen eines erfindungsgemäßen Spritzenkörpers zu NPO und
Leakage.
- Fig. 7
- ein Diagramm mit Testergebnissen eines erfindungsgemäßen Spritzenkörpers zu Extrusionskräften.
Figurenbeschreibung
[0059] Gleiche Bezugszeichen in den Figuren deuten auf gleiche oder analoge Elemente hin.
[0060] Figur 1 zeigt verschiedene perspektivische Ansichten einer Injektionsvorrichtung
10 gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung als Explosionsdarstellungen und im
montierten Zustand. Die Injektionsvorrichtung 10 umfasst einen Spritzenkörper 12,
eine Kolbenstangenanordnung 14 und eine Nadelanordnung 16.
[0061] Der längliche Spritzenkörper 12 ist hohlzylindrisch und bildet eine Kammer zum Aufnehmen
eines Mediums, insbesondere eines hochviskosen Mediums. Der Spritzenkörper 12 hat
einen distalen Endabschnitt 18 und einen proximalen Endabschnitt 20. Der proximale
Endabschnitt 20 weist eine Öffnung auf, durch die die Kolbenstangenanordnung 14 in
die Kammer einführbar ist (siehe Ansichten auf der rechten Seite in Fig. 1). An dem
distalen Endabschnitt 18 des Spritzenkörpers 12 ist ein Luer-Lock-Verbinder 22 ausgebildet,
welcher im Detail in Bezug auf Fig. 2 beschrieben ist. Der proximalen Endabschnitt
20 des Spritzenkörpers 12 ist mit einem Flansch 24 versehen, der als ein Griff zum
Abstützen von Zeigefinder und Mittelfinger eines Anwenders bei der Verwendung des
Spritzenkörpers 12 dient.
[0062] Die Kolbenstangenanordnung 14 umfasst eine Kolbenstange 26 und einen Kolben 28, der
in dem Ausführungsbeispiel aus einem elastischen Material hergestellt ist und drei
Dichtlippen aufweist. Der Kolben 28 ist an einem distalen Ende der Kolbenstange 26
angebracht und kann über eine Innenumfangsfläche der Kammer des Spritzenkörpers 12
in der Kammer gleitend geführt und in Richtung einer Kammerlängsachse verlagerbar
sein. An einem proximalen Ende umfasst die Kolbenstangenanordnung 14 einen Griff 30,
über den mittels eines Daumens des Anwenders Kraft auf die Injektionsvorrichtung 10
ausgeübt werden kann.
[0063] Die Nadelanordnung 16 umfasst einen Nadelansatz 32 und eine Kanüle 34 in Form einer
Hohlnadel. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel hat die Kanüle 34 eine Dicke von mindestens
30 G und eine Länge von 13 mm. Es können jedoch auch Kanülen mit anderen Maßen verwendet
werden. Der Nadelansatz 32 weist ein Luer-Lock-Verbinder-Gegenstück 36 auf, welches
mit dem Luer-Lock-Verbinder 22 des Spritzenkörpers 12 eine dichte Luer-Lock-Verbindung
herstellen kann, um den Spritzenkörper 12 mit der Nadelanordnung 14 zu verbinden.
Das Luer-Lock-Verbinder-Gegenstück 36, genauer gesagt der Nadelansatz 32, umfasst
in dem gezeigten Ausführungsbeispiel einen Innenkegel und zwei an einer Außenumfangsfläche
eines proximalen Endes des Nadelansatzes 32 ausgebildete Finnen. Es versteht sich,
dass der Nadelansatz in weiteren Ausführungsformen mit einem Außengewinde bzw. einem
Außengewindeabschnitt anstelle von Finnen versehen sein kann. Mittels einer solchen
Ausführungsform mit Außengewinde kann eine noch sicherere Luer-Lock-Verbindung realisiert
werden.
[0064] Um den Spritzenkörper 12 beispielsweise während des Transports zu verschließen, kann
dieser im Bereich des Luer-Lock-Verbinders 22 mittels des in Figur 1 gezeigten Deckels
38 verschlossen sein. Dieser Deckel 38 ist komplementär zu dem Luer-Lock-Verbinder
22 des Spritzenkörpers 12 ausgebildet. Der Deckel 38 wird von dem Spritzenkörper 12
entfernt, bevor die Nadelanordnung 16 mit dem Spritzenkörper 12 verbunden wird.
[0065] Die Injektionsvorrichtung 10 kann in dem zusammengebauten Zustand, in dem der Spritzenkörper
12, die Kolbenstangenanordnung 14 und die Nadelanordnung 16 miteinander strukturell
verbunden und wirkverbunden sind, aus einer Nichtbetätigungsstellung in eine Betätigungsstellung
gebracht werden, indem der Kolben 28 innerhalb der Kammer von dem proximalen Endabschnitt
20 in Richtung des distalen Endabschnitts 18 verlagert wird. Hierdurch kann ein in
der Kammer aufgenommenes hochviskoses Medium, beispielsweise Hyaluronsäure, durch
die Kanüle 34 unter die Hautoberfläche eines Patienten gespritzt werden.
[0066] Der Spritzenkörper 12 ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel aus Cycloolefin-Polymer
(COP) oder aus Cycloolefin-Copolymer (COC) hergestellt.
[0067] Figur 2 zeigt eine vergrößerte Schnittdarstellung des Luer-Lock-Verbinders 22 des
Spritzenkörpers 12. Der Luer-Lock-Verbinder 22 umfasst einen Außenkegel 40 mit einer
weiteren Öffnung 42 zum Ausgeben des in der Kammer aufgenommenen hochviskosen Mediums.
Wie in den Figuren 1 und 2 zu erkennen ist, steht der Außenkegel 42 als eine konisch
geformte Düse über ein distales Ende des Spritzenkörpers 12 hinaus. Der Luer-Lock-Verbinder
22 umfasst zudem einen hülsenförmigen Abschnitt 44, der mit einem Innengewinde 46
versehen ist. Der Außenkegel 40 ist von dem hülsenförmigen Abschnitt 44 umgeben, wobei
der Außenkegel 40 und der hülsenförmige Abschnitt 44 koaxiale zueinander angeordnet
sind.
[0068] Das Innengewinde 46 hat einen kleinsten Innendurchmesser I
1 von 7,1 mm, gemessen von Gewindekamm 50 zu gegenüberliegendem Gewindekamm 50' des
Innengewindes 46. Der größte Innendurchmesser I
2, gemessen von Gewindegrund 54 zu gegenüberliegendem Gewindegrund 54' des Innengewindes
46, beträgt in dem gezeigten Ausführungsbeispiel 8,0 mm. Der Außendurchmesser A
H des hülsenförmigen Abschnitts 44 beträgt 10,0 mm. Demnach hat der hülsenförmige Abschnitt
44 eine Wandstärke von 1 mm.
[0069] Wie aus Figur 2 und insbesondere aus der Detailansicht des Gewindeprofils des Innengewindes
46 in Figur 3 zu erkennen ist, hat das Innengewinde 46 an dem Kamm 50 des Gewindeprofils
eine Breite B
K von 0,48 mm. Ferner hat das Innengewinde 46 an dem Grund 54 des Gewindeprofils eine
Breite B
G von 0,9 mm. Das Innengewinde weist an dem Gewindeprofil beidseitig einen Winkel α
und β von jeweils 25° auf. Ein mit diesen Maßen ausgebildetes Gewindeprofil dient
dazu, die gemeinsame Kontaktfläche mit dem komplementären Außengewinde der zugehörigen
Nadelanordnung optimal festzulegen. Dies kann zur gezielten Einstellung der NPO-Mindestwiderstandsfähigkeit,
der durchschnittlichen NPO-Widerstandsfähigkeit, Leakage-Mindestwiderstandsfähigkeit
und der durchschnittlichen Leakage-Widerstandsfähigkeit beitragen.
[0070] Der Außenkegel 40 umfasst eine distale Stirnfläche 56, in der die weitere Öffnung
42 ausgebildet ist. Die distale Stirnfläche 56 steht in Richtung der Längsachse L
des Spritzenkörpers 12 betrachtet um einen Abstand A von 2,3 mm über einen distalen
Kragen 58 des hülsenförmigen Abschnitts 44 hinaus. Des Weiteren ist die distale Stirnfläche
56 des Außenkegels 40 von einer von der Stirnfläche 56 abgewandten Unterseite des
ersten vollständigen Gewindeprofils um einen Abstand B von 3,1 mm beabstandet. Der
Außenkegel 40 hat in dem gezeigten Ausführungsbeispiel eine Kegelgesamtlänge C von
8,9 mm.
[0071] Insbesondere die in Figur 3 gezeigten Parameter B
K, B
G, α und β des Gewindeprofils, der kleinste Innendurchmesser I
1 und/oder der Abstand A können mit diesen Maßen bei Spritzenkörpern mit verschiedenen
Kammervolumina vorgesehen sein, um optimale Werte für die NPO-Mindestwiderstandsfähigkeit,
für die durchschnittliche NPO-Widerstandsfähigkeit, für die Leakage-Mindestwiderstandsfähigkeit
und für die durchschnittliche Leakage-Widerstandsfähigkeit des Spritzenkörpers 12
zu erreichen.
[0072] In Figur 4 ist eine Schnittdarstellung des Spritzenkörpers 12 mit einer darin aufgenommenen
Kolbenstangenanordnung 14 gezeigt, wobei die Kolbenstangenanordnung 14 aus Übersichtsgründen
nicht vollständig abgebildet ist. Der Spritzenkörper 12 des gezeigten Ausführungsbeispiels
hat eine Gesamtlänge L
SK von 80,0 mm. Die Gesamtlänge L
SK setzt sich aus der Länge eines die Kammer bildenden Abschnitts des Spritzenkörpers
und der Kegelgesamtlänge C des Außenkegels 40 zusammen. Der Kammerinnendurchmesser
I
K der Kammer beträgt in dem gezeigten Beispiel 5 mm. Damit kann in der Kammer des Spritzenkörpers
12 und dem sich daran anschließenden durch den Außenkegel 40 gebildeten Kammerabschnitt
zusammen ein Medium, insbesondere ein hochviskoses Medium, mit einem Volumen V von
1073 mm
3 aufgenommen werden. Dieses aufnehmbare Volumen V ergibt sich aus den Überlegungen
und resultierenden Gestaltungsmaßnahmen, wonach der Spritzenkörper 12 ein hochviskoses
Medium von 1 ml Volumen bereitstellen soll. Zudem muss die Kammer ein Überfüllen von
2% und ein Einschließen einer Luftblase von 1 mm Länge (siehe Länge s) ermöglichen.
Zusätzlich zu dem aufzunehmenden Volumen des Mediums samt vorstehend beschriebenen
Toleranzen für das Überfüllen und die Luftblase, muss die Kammer bereits in einer
Nichtbetätigungsstellung einen Teil der Kolbenstangenanordnung aufnehmen können und
diese stabil lagern. Hierzu soll ein proximales Ende des Kolbens 28 der Kolbenstangenanordnung
14 in einer Nichtbetätigungsstellung bereits um einen Abstand u von 9,5 mm von dem
proximalen Ende des Spritzenkörpers 12 entfernt beabstandet sein. Ferner ist eine
dritte (proximale) Dichtlippe des Kolbens 28 der Kolbenstangenanordnung 14 in dieser
Nichtbetätigungsstellung von einer Fase 60 des Spritzenkörpers 12 um einen Abstand
o von ebenfalls 9,5 mm beabstandet. Der Kolben 28 hat beispielsweise eine Länge t
von 6,9 mm.
[0073] Die Fase 60 ist an der Innenumfangsfläche des proximalen Endabschnitts 20 des Spritzenkörpers
12 ausgebildet. Die Fase 60 verjüngt die Innenumfangsfläche des Spritzenkörpers 12
von dem proximalen Endabschnitt 20 in Richtung des distalen Endabschnitts 18 betrachtet.
[0074] Die Fase 60 ist in Figur 5 vergrößert dargestellt. Sie hat in Richtung einer Längsachse
L des Spritzenkörpers 12 betrachtet eine Länge w von 1,5 mm und schließt mit der Längsachse
L einen Winkel γ von 15° ein. In einem Übergangsbereich der Fase 60 zu dem proximalen
Ende des Spritzenkörpers 12 ist ein Radius R von 0,5 mm vorgesehen.
[0075] Der Spritzenkörper 12 des dargestellten Ausführungsbeispiels hat im Bereich der Kammer
eine Wandstärke von 2,2 mm, was einer ausreichenden Stabilität gegen Bruch des Spritzenkörpers
dient.
[0076] Figur 6 zeigt ein Diagramm mit Testergebnissen zu einem erfindungsgemäßen Spritzenkörper,
die verschiedene gemessene Widerstandsfähigkeiten des Spritzenkörpers gegen zu NPO
und Leakage zeigen. Die zugrundeliegenden Tests wurden mit dem Spritzenkörper 12 der
Figuren 1 bis 5 durchgeführt. In Richtung der x-Achse des Diagramms sind die verschiedenen
Messungen der dargestellten Messreihe (56 Einzelmessungen) aufgetragen. Die y-Achse
gibt die gemessene Kraft an, die zum Zeitpunkt eines Versagens des Spritzenkörpers
durch NPO oder Leakage auf die Spritze aufgebracht wurde.
[0077] Für das Testverfahren wurde der zu testende Spritzenkörper 12 senkrecht in der Universalprüfmaschine
der Firma "TesT", Model "TesT 106.2 kN angeordnet und im Bereich des proximalen Endes
des Spritzenkörpers 12 gehalten. Vor Testbeginn wurde der getestete Spritzenkörper
12 über den Luer-Lock-Verbinder 22 mit der Nadelanordnung "TSK STERiJECT Hypodermic
Needle", Ref.: PRC-30013I, 30 G x ½ verbunden, die zum Herstellen der Luer-Lock-Verbindung
als Luer-Lock-Verbinder-Gegenstück einen Innenkegel und zwei an einem Außenumfang
eines Nadelansatzes der Nadelanordnung angeordnete Finnen umfasst. Der Luer-Lock-Verbinder
22 des Spritzenkörpers 12 wurde mit einem Drehmoment von 12 Ncm mit dem Luer-Lock-Verbinder-Gegenstück
der Nadelanordnung verschraubt. Die Kanüle der Nadelanordnung, die eine Dicke von
30 G und eine Länge von 13 mm (30 G x ½) hat, wurde vor Durchführung des Testverfahrens
mittels eines Hammers geplättet und dadurch verschlossen. Für das Testverfahren wurde
eine trockene Luer-Lock-Verbindung hergestellt, indem die Nadelanordnung auf den Spritzenkörper
aufgeschraubt wurde bevor anschließend ein hochviskoses Medium in die Kammer gefüllt
wurde. Das Testverfahren wurde mit nicht dampfsterilisierten Komponenten (Spritzenkörper,
Nadelanordnung, Kolbenstangenanordnung) durchgeführt. Für das vorliegende Testverfahren
wurde ein hochviskoses Placebo-Medium verwendet. Das hochviskose Placebo-Medium hatte
einen Speichermodul G' von etwa 84,5 Pa und einen Verlustfaktor tan δ von etwa 0,48.
Die Viskosität wurde mit einem Platte-Platte-Messsystem bei 25°C und einem Luftdruck
von 1013,25 hPa gemessen (z.B. Rheometer Firma: Anton Paar MCR 302). Die Frequenz
betrug 1 Hz. Die Messung wurde nach ISO Norm 6721-10-2015-09 durchgeführt. Der getestete
Spritzenkörper 12 wurde vollständig mit diesem Material befüllt, d.h. mit einem Volumen
von 1073 mm
3. Für die Kolbenanordnung wurde ein Standardkolben der Art FM257 des Herstellers Daetwyler
verwendet.
[0078] Über einen Prüfstempel der Prüfmaschine wurde eine Kraft senkrecht auf das proximale
Ende der Kolbenstangenanordnung aufgebracht. Der Prüfstempel wurde mit einer konstanten
Prüfgeschwindigkeit von 12,6 mm/min in Richtung des distalen Endabschnitts des Spritzenkörpers
bewegt, wobei die auf die Kolbenstangenanordnung einwirkende Kraft kontinuierlich
erhöht wurde. Als Maximalkraft wurde eine Kraft von 420 N eingestellt, bei der der
Test abgebrochen worden wäre. Die einwirkende Kraft wurde mittels eines Kraftsensors
mit einer Abtastrate von 200 Hz detektiert. Der Prüfstempel wurde kontinuierlich weiterbewegt
bis Undichtigkeit (
"Leakage") und/oder NPO erkannt wurde, d.h. bis die gemessene Kraft plötzlich um wenigstens
30 % abfiel.
[0079] Die einwirkende Kraft zum Zeitpunkt des Auftretens von Undichtigkeit und/oder NPO
wurde für jede Messung dokumentiert und in dem in Figur 6 gezeigten Diagramm eingetragen.
Das Diagramm der Figur 6 zeigt die Ergebnisse von einer Messreihe mit 56 Messungen.
Die in dem Diagramm dargestellten Ergebnisse zeigen, dass für keine der 56 Messungen
ein Versagen des Spritzenkörpers durch NPO oder Leakage unter einer Kraft von 100
N aufgetreten ist. Das Durchführen einer Anzahl von 56 Messungen stellt sicher, dass
eine NPO-Mindestwiderstandsfähigkeit bestimmt werden kann, die dadurch definiert ist,
dass unterhalb dieses Schwellenwerts bei nicht mehr als 1,8% der getesteten Spritzenkörper
ein "Needle Pop Off" auftritt.
[0080] Da die maximale Fingerkraft, mit der Spritzen in der Praxis betätigt werden, bei
durchschnittlich 95 N liegen, kann das Auftreten von NPO und/oder Leakage mit dem
erfindungsgemäßen Spritzenkörper vermieden werden.
[0081] In Figur 7 ist ein weiteres Diagramm mit Testergebnissen zu Extrusionskräften eines
erfindungsgemäßen Spritzenkörpers im Vergleich zu Extrusionskräften eines bekannten
Produktes aus dem Stand der Technik. In Richtung der x-Achse des Diagramms sind die
verschiedenen Messungen aufgetragen. Die y-Achse gibt die gemessene Extrusionskraft
an. In dem Diagramm sind Messungen mit drei verschiedenen Prüfgeschwindigkeiten gezeigt.
[0082] Verglichen wurde ein Spritzenkörper gemäß dem in den Figuren 1 bis 5 gezeigten Ausführungsbeispiel
mit einem "SCHOTT COC Standard"-Spritzenkörper mit 1 ml Füllvolumen (Bezeichnung "TopPac
1 ml long"). Für die Kolbenanordnung wurde mit beiden Spritzenkörpern ein Standardkolben
der Art FM257 des Herstellers Daetwyler verwendet. Als Nadelanordnung wurde mit beiden
Spritzenkörpern die Nadelanordnung "TSK HYPODERMIC NEEDLE", Ref.: HPC-30013I-320,
30 G x ½ mit einer offenen (nicht geplätteten) Kanüle mit einer Dicke von 30 G und
einer Länge von 13 mm verwendet. Als extrudiertes Medium wurde ein hochviskoses Medium
verwendet. Das hochviskose Medium hatte einen Speichermodul G' von etwa 84,5 Pa und
einen Verlustfaktor tan δ von etwa 0,48. Die Viskosität wurde mit einem Platte-Platte-Messsystem
bei 25°C und einem Luftdruck von 1013,25 hPa gemessen (z.B. Rheometer Firma: Anton
Paar MCR 302). Die Frequenz betrug 1 Hz. Die Messung wurde nach ISO Norm 6721-10-2015-09
durchgeführt.
[0083] Geprüft wurde mit Prüfgeschwindigkeiten von 100 mm/min, 50 mm/min und 10 mm/min,
mit denen der Kolben in dem Spritzenkörper von proximal nach distal verlagert wurde.
Die Testergebnisse zeigen, dass bei einer Prüfgeschwindigkeit von 100 mm/min die Extrusionskraft
des erfindungsgemäßen Spritzenkörpers gegenüber dem Spritzenkörper aus dem Stand der
Technik von 172,3 N auf 94,9 N verringert wurde. Ferner zeigen die Testergebnisse,
dass bei einer Prüfgeschwindigkeit von 50 mm/min die Extrusionskraft des erfindungsgemäßen
Spritzenkörpers gegenüber dem Spritzenkörper aus dem Stand der Technik von 136,4 N
auf 73,9 N verringert wurde. Des Weiteren zeigen die Testergebnisse, dass bei einer
Prüfgeschwindigkeit von 10 mm/min die Extrusionskraft des erfindungsgemäßen Spritzenkörpers
gegenüber dem Spritzenkörper aus dem Stand der Technik von 73,5 N auf 38,3 N verringert
wurde.
[0084] Die Extrusionskräfte des erfindungsgemäßen Spritzenkörper 12 sind somit signifikant
geringer als die Extrusionskräfte bekannter Spritzenkörper. Der erfindungsgemäße Spritzenkörper
erfordert somit weniger Kraftaufbringung durch den Anwender zum Ausgeben hochviskoser
Medien und ermöglicht dadurch eine verbesserte Dosierungsgenauigkeit. Somit erlauben
die erfindungsgemäßen Spritzenkörper trotz der Verwendung hochviskoser Medien eine
Nutzung von Nadelanordnungen mit Kanülen geringer Dicke, d.h. einer Dicke von 30 G
oder mehr.
Bezugszeichenliste
[0085]
| 10 |
Injektionsvorrichtung |
A |
Abstand |
| 12 |
Spritzenkörper |
B |
Abstand |
| 14 |
Kolbenstangenanordnung |
C |
Kegelgesamtlänge |
| 16 |
Nadelanordnung |
I1 |
kleinster Innendurchmesser |
| 18 |
distaler Endabschnitt |
I2 |
größter Innendurchmesser |
| 20 |
proximaler Endabschnitt |
AH |
Außendurchmesser |
| 22 |
Luer-Lock-Verbinder |
BK |
Breite Kamm |
| 24 |
Flansch |
BG |
Breite Grund |
| 26 |
Kolbenstange |
α |
Winkel am Gewindeprofil |
| 28 |
Kolben |
β |
weiterer Winkel am Gewindeprofil |
| 30 |
Griff |
Y |
Winkel der Fase |
| 32 |
Nadelansatz |
IK |
Kammerinnendurchmesser |
| 34 |
Kanüle |
V |
aufnehmbares Volumen |
| 36 |
Finne |
LSK |
Gesamtlänge |
| 38 |
Deckel |
o |
Abstand |
| 40 |
Außenkegel |
s |
Länge der Luftblase |
| 42 |
Öffnung |
t |
Kolbenlänge |
| 44 |
hülsenförmiger Abschnitt |
u |
Abstand |
| 46 |
Innengewinde |
w |
Länge der Fase |
| 50, 50' |
Kamm |
|
|
| 54, 54' |
Grund |
|
|
| 56 |
Stirnfläche |
|
|
| 58 |
distaler Kragen |
|
|
| 60 |
Fase |
|
|
| L |
Längsachse |
|
|
1. Injektionsvorrichtung (10) zum Injizieren eines hochviskosen Mediums, umfassend eine
Spritze zum Injizieren eines hochviskosen Mediums mit einem Spritzenkörper (12) und
einer Kolbenstangenanordnung (14) und eine Nadelanordnung (16) mit einem Nadelansatz
(32) und einer Kanüle (34),
wobei der Spritzenkörper (12) einen distalen Endabschnitt (18) und einen proximalen
Endabschnitt (20) umfasst,
wobei der Spritzenkörper (12) hohlzylindrisch ist und eine Kammer zum Aufnehmen des
hochviskosen Mediums bildet,
wobei der proximale Endabschnitt (20) eine Öffnung aufweist, durch die eine Kolbenstangenanordnung
(14) in die Kammer einführbar ist,
wobei die Kolbenstangenanordnung (14) eine Kolbenstange (26) und einen an ein distales
Ende der Kolbenstange (26) angebrachten Kolben (28) umfasst, wobei der Kolben (28)
über die Öffnung an dem proximalen Endabschnitt (20) des Spritzenkörpers (12) in der
Kammer aufgenommen und in dieser verlagerbar geführt ist,
wobei an dem distalen Endabschnitt (18) des Spritzenkörpers (12) ein Luer-Lock-Verbinder
(22) ausgebildet ist, der einen Außenkegel (40) mit einer weiteren Öffnung (42) zum
Ausgeben des hochviskosen Mediums und einen hülsenförmigen Abschnitt (44) mit einem
Innengewinde (46) umfasst,
wobei der Nadelansatz (32) zum Herstellen einer Luer-Lock-Verbindung zwischen dem
Spritzenkörper (12) und der Nadelanordnung (16) ein zu dem Luer-Lock-Verbinder (22)
des Spritzenkörpers (12) komplementäres Luer-Lock-Verbinder-Gegenstück (36) umfasst,
und wobei der Spritzenkörper (12) für eine Luer-Lock-Verbindung des Luer-Lock-Verbinders
(22) mit dem Luer-Lock-Verbinder-Gegenstück (36) eine NPO-Mindestwiderstandsfähigkeit
- gemessen nach dem in der Beschreibung auf Seite 3 bis Seite 5 spezifizierten Verfahren
- zwischen 90 N und 105 N hat,
wobei der Spritzenkörper an dem proximalen Endabschnitt (20) eine Innenumfangsfläche
mit einer Fase (60) umfasst, die die Innenumfangsfläche von dem proximalen Endabschnitt
(20) in Richtung des distalen Endabschnitts (18) betrachtet verjüngt, dadurch gekennzeichnet dass, die Fase (60) in Richtung einer Längsachse (L) des Spritzenkörpers (12) betrachtet
eine Länge (w) zwischen 1,2 mm und 1,8 mm, vorzugsweise von 1,4 mm bis 1,6 mm, bevorzugt
von 1,5 mm hat und/oder wobei die Fase (60) einen Winkel (γ) von wenigstens 13°, vorzugsweise
von wenigstens 14°, bevorzugt von wenigstens 15° mit der Längsachse (L) einschließt.
2. Injektionsvorrichtung (10) nach Anspruch 1, wobei der Spritzenkörper (12) eine durchschnittliche
NPO-Widerstandsfähigkeit von wenigstens 110 N, bevorzugt wenigstens 115 N, weiter
bevorzugt wenigstens 117 N hat.
3. Injektionsvorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Innengewinde (46) einen
kleinsten Innendurchmesser (I1) zwischen 7,05 mm und 7,15 mm, vorzugsweise zwischen 7,08 mm und 7,12 mm, bevorzugt
von 7,1 mm hat.
4. Injektionsvorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Innengewinde
(46) an dem Kamm (50) des Gewindeprofils eine Breite (BK) zwischen 0,44 mm und 0,52 mm, vorzugsweise zwischen 0,46 mm und 0,50 mm, bevorzugt
von 0,48 mm hat.
5. Injektionsvorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Innengewinde
(46) an dem Grund (54) des Gewindeprofils eine Breite (BG) zwischen 0,85 mm und 0,95 mm, vorzugsweise zwischen 0,875 mm und 0,925 mm, bevorzugt
von 0,9 mm hat.
6. Injektionsvorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei eine distale
Stirnfläche (56) des Außenkegels (40) um einen Abstand (A) von 2,1 mm bis 2,5 mm,
vorzugsweise von 2,2 mm bis 2,4 mm, bevorzugt von 2,3 mm über einen distalen Kragen
(58) des hülsenförmigen Abschnitts (44) hinaussteht.
7. Injektionsvorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Spritzenkörper
eine maximale Gesamtlänge (LSK) von 80 mm und einen Kammerinnendurchmesser (IK) von maximal 5 mm hat, wobei in dem Spritzenkörper (12) ein Volumen (V) von wenigstens
1 ml aufnehmbar ist.
8. Injektionsvorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Spritzenkörper
zumindest im Bereich der Kammer eine Wandstärke von wenigstens 1,7 mm, vorzugsweise
wenigstens 1,8 mm, bevorzugt wenigstens 2,0 mm, weiter bevorzugt wenigstens 2,2 mm
aufweist.
9. Injektionsvorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Spritzenkörper
aus einem Kunststoffmaterial hergestellt ist, das vorzugsweise einen E-Modul zwischen
2800 MPa und 3300 MPa hat, insbesondere zwischen 2900 MPa und 3200 MPa.
10. Injektionsvorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei
die Kanüle (34) eine Dicke von mindestens 31 G, vorzugsweise mindestens 32 G, bevorzugt
von mindestens 33 G, weiter bevorzugt von mindestens 34 G, noch weiter bevorzugt von
mindestens 35 G hat und/oder wobei
der Nadelansatz (32) einen Innenkegel umfasst, der entlang einer Längsachse der Nadelanordnung
(16) eine Länge zwischen 3 mm und 7 mm, vorzugsweise zwischen 5,5 mm und 6,5 mm, bevorzugt
von 6.1 mm hat.
11. Kosmetisches Verfahren, umfassend
Applizieren einer hochviskosen kosmetischen Zubereitung unter Verwendung einer Injektionsvorrichtung
nach einem der Ansprüche 1 bis 10.
1. Injection device (10) for injecting a highly viscous medium, comprising a syringe
for injecting a highly viscous medium having a syringe body (12) and a piston rod
assembly (14) and a needle assembly (16) comprising a needle hub (32) and a cannula
(34),
wherein the syringe body (12) comprises a distal end portion (18) and a proximal end
portion (20),
wherein the syringe body (12) is hollow cylindrical and forms a chamber for receiving
the highly viscous medium,
wherein the proximal end portion (20) comprises an opening through which a piston
rod assembly (14) is insertable into the chamber,
wherein the piston rod assembly (14) comprises a piston rod (26) and a piston (28)
attached to a distal end of the piston rod (26), wherein the piston (28) is received
in and displaceably guided within said chamber via said opening at the proximal end
portion (20) of the syringe body (12),
wherein a Luer lock connector (22) is formed at the distal end portion (18) of the
syringe body (12), which connector (22) comprises an outer cone (40) having a further
opening (42) for dispensing the highly viscous medium and a sleeve-shaped portion
(44) comprising an internal thread (46),
wherein the needle hub (32) comprises a Luer lock connector counterpart (36) complementary
to the Luer lock connector (22) of the syringe body (12) for establishing a Luer lock
connection between the syringe body (12) and the needle assembly (16),
and wherein for a Luer lock connection of the Luer lock connector (36) with the Luer
lock connector counterpart (36) the syringe body (12) has a minimum NPO resistance
between 90 N and 105 N, as measured according to the method specified in the description
on pages 3 to 5,
wherein the syringe body at the proximal end portion (20) comprises an inner peripheral
surface having a chamfer (60) which causes the inner peripheral surface to taper as
viewed from the proximal end portion (20) in the direction of the distal end portion
(18),
characterized in that,
the chamfer (60) as viewed in the direction of a longitudinal axis (L) of the syringe
body (12) has a length (w) between 1.2 mm and 1.8 mm, preferably from 1.4 mm to 1.6
mm, more preferably of 1.5 mm, and/or wherein the chamfer (60) forms an angle (y)
of at least 13°, preferably at least 14°, more preferably at least 15°, with the longitudinal
axis (L).
2. Injection device (10) according to claim 1, wherein the syringe body (12) has an average
NPO resistance of at least 110 N, preferably at least 115 N, more preferably at least
117 N.
3. Injection device (10) according to claim 1 or 2, wherein the internal thread (46)
has a smallest internal diameter (I1) between 7.05 mm and 7.15 mm, preferably between 7.08 mm and 7.12 mm, more preferably
7.1 mm.
4. Injection device (10) according to any one of the preceding claims, wherein the internal
thread (46) has a width (BK) between 0.44 mm and 0.52 mm, preferably between 0.46 mm and 0.50 mm, more preferably
0.48 mm at the ridge (50) of the thread profile.
5. Injection device (10) according to any one of the preceding claims, wherein the internal
thread (46) has a width (BG) between 0.85 mm and 0.95 mm, preferably between 0.875 mm and 0.925 mm, more preferably
0.9 mm at the root (54) of the thread profile.
6. Injection device (10) according to any one of the preceding claims, wherein a distal
end face (56) of the outer cone (40) projects by a distance (A) of 2.1 mm to 2.5 mm,
preferably from 2.2 mm to 2.4 mm, more preferably from 2.3 mm, beyond a distal collar
(58) of the sleeve-shaped portion (44).
7. Injection device (10) according to any one of the preceding claims, wherein the syringe
body has a maximum overall length (LSK) of 80 mm and a chamber inner diameter (IK) of at most 5 mm, wherein a volume (V) of at least 1 ml can be received in the syringe
body (12).
8. Injection device (10) according to any one of the preceding claims, wherein the syringe
body has a wall thickness of at least 1.7 mm, preferably at least 1.8 mm, more preferably
at least 2.0 mm, further preferably at least 2.2 mm, at least in the region of the
chamber.
9. Injection device (10) according to any one of the preceding claims, wherein the syringe
body is made of a plastic material which preferably has a modulus of elasticity between
2800 MPa and 3300 MPa, in particular between 2900 MPa and 3200 MPa.
10. Injection device (10) according to any one of the preceding claims, wherein the cannula
(34) has a thickness of at least 31 G, preferably at least 32 G, more preferably at
least 33 G, still more preferably at least 34 G, further preferably at least 35 G,
and/or
the needle hub (32) comprises an inner cone having a length along a longitudinal axis
of the needle assembly (16) between 3 mm and 7 mm, preferably between 5.5 mm and 6.5
mm, more preferably 6.1 mm.
11. Cosmetic method comprising
applying a highly viscous cosmetic preparation by use of an injection device according
to any one of claims 1 to 10.
1. Dispositif d'injection (10) pour injecter un milieu hautement visqueux, comprenant
une seringue pour injecter un milieu hautement visqueux, comprenant un corps de seringue
(12) et un ensemble de tige de piston (14), et un ensemble d'aiguille (16) comprenant
une embase d'aiguille (32) et une canule (34),
dans lequel le corps de seringue (12) comprend une partie d'extrémité distale (18)
et une partie d'extrémité proximale (20),
dans lequel le corps de seringue (12) est cylindrique creux et forme une chambre pour
recevoir le milieu hautement visqueux,
dans lequel la partie d'extrémité proximale (20) comporte une ouverture à travers
laquelle un ensemble de tige de piston (14) peut être inséré dans la chambre,
dans lequel l'ensemble de tige de piston (14) comprend une tige de piston (26) et
un piston (28) monté sur une extrémité distale de la tige de piston (26), le piston
(28) étant reçu dans la chambre par l'intermédiaire de l'ouverture sur la partie d'extrémité
proximale (20) du corps de seringue (12) et étant guidé de manière déplaçable dans
la chambre,
dans lequel un connecteur Luer-Lock (22) est formé sur la partie d'extrémité distale
(18) du corps de seringue (12), lequel comprend un cône extérieur (40) avec une autre
ouverture (42) pour distribuer le milieu très visqueux et une partie en forme de manchon
(44) avec un filetage intérieur (46),
dans lequel l'embase d'aiguille (32) destiné à établir une connexion Luer-Lock entre
le corps de seringue (12) et l'ensemble d'aiguille (16) comprend une contre-pièce
de connecteur Luer-Lock (36) complémentaire du connecteur Luer-Lock (22) du corps
de seringue (12),
et dans lequel le corps de seringue (12) a une résistance NPO minimale, mesurée selon
la méthode spécifiée dans la description de la page 3 à la page 5, comprise entre
90 N et 105 N pour une connexion Luer-Lock du connecteur Luer-Lock (22) avec le connecteur
Luer-Lock complémentaire (36),
dans lequel le corps de seringue comprend, au niveau de la partie d'extrémité proximale
(20), une surface périphérique intérieure avec un chanfrein (60) qui rétrécit la surface
périphérique intérieure lorsqu'elle est vue depuis la partie d'extrémité proximale
(20) en direction de la partie d'extrémité distale (18), caractérisé en ce que, le chanfrein (60), vu dans la direction d'un axe longitudinal (L) du corps de seringue
(12), a une longueur (w) comprise entre 1,2 mm et 1,8 mm, de préférence entre 1,4
mm et 1,6 mm, de préférence de 1,5 mm et/ou dans lequel le chanfrein (60) forme un
angle (y) d'au moins 13°, de préférence d'au moins 14°, de préférence d'au moins 15°
avec l'axe longitudinal (L).
2. Dispositif d'injection (10) selon la revendication 1, dans lequel le corps de seringue
(12) a une résistance NPO moyenne d'au moins 110 N, de préférence d'au moins 115 N,
de préférence encore d'au moins 117 N.
3. Dispositif d'injection (10) selon la revendication 1 ou 2, dans lequel le filetage
interne (46) présente un plus petit diamètre interne (I1) compris entre 7,05 mm et 7,15 mm, de préférence entre 7,08 mm et 7,12 mm, de préférence
de 7,1 mm.
4. Dispositif d'injection (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel le filetage interne (46) au niveau de la crête (50) du profil de filetage
a une largeur (Bk) comprise entre 0,44 mm et 0,52 mm, de préférence entre 0,46 mm et 0,50 mm, de préférence
de 0,48 mm.
5. Dispositif d'injection (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel le filetage interne (46) à la base (54) du profilé fileté présente une
largeur (BG) comprise entre 0,85 mm et 0,95 mm, de préférence entre 0,875 mm et 0,925 mm, de
préférence de 0,9 mm.
6. Dispositif d'injection (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel une face d'extrémité distale (56) du cône extérieur (40) dépasse d'un
collet distal (58) de la partie en forme de manchon (44) d'une distance (A) de 2,1
mm à 2,5 mm, de préférence de 2,2 mm à 2,4 mm, de préférence de 2,3 mm.
7. Dispositif d'injection (10) selon l'une des revendications précédentes, dans lequel
le corps de la seringue a une longueur totale maximale (LSK) de 80 mm et un diamètre intérieur de chambre (IK) de 5 mm au maximum, un volume (V) d'au moins 1 ml pouvant être logé dans le corps
de la seringue (12).
8. Dispositif d'injection (10) selon l'une des revendications précédentes, dans lequel
le corps de la seringue présente, au moins dans la zone de la chambre, une épaisseur
de paroi d'au moins 1,7 mm, de préférence d'au moins 1,8 mm, de préférence d'au moins
2,0 mm, de préférence encore d'au moins 2,2 mm.
9. Dispositif d'injection (10) selon l'une des revendications précédentes, dans lequel
le corps de la seringue est fabriqué en une matière plastique qui a de préférence
un module d'élasticité compris entre 2800 MPa et 3300 MPa, en particulier entre 2900
MPa et 3200 MPa.
10. Dispositif d'injection (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel la canule (34) a une épaisseur d'au moins 31 G, de préférence d'au moins
32 G, de préférence d'au moins 33 G, plus préférentiellement d'au moins 34 G, encore
plus préférentiellement d'au moins 35 G et/ou dans lequel l'embase d'aiguille (32)
comprend un cône interne qui, le long d'un axe longitudinal de l'ensemble d'aiguille
(16), a une longueur comprise entre 3 mm et 7 mm, de préférence entre 5,5 mm et 6,5
mm, de préférence de 6,1 mm
11. Procédé cosmétique comprenant
Appliquer une préparation cosmétique à haute viscosité en utilisant un dispositif
d'injection selon l'une quelconque des revendications 1 à 10.