[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verpackungs- und/oder Gebindebildungsvorrichtung
mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 1. Zudem betrifft die Erfindung ein Verfahren
zum Verpacken oder Bündeln von Artikeln oder zum Überführen mehrerer Artikel in Umverpackungen
mit den Merkmalen des unabhängigen Verfahrensanspruchs.
[0002] Für die automatisierte Bestückung von Umverpackungen mit Artikelgruppen wie etwa
für die Befüllung oder Bestückung von Getränkekästen oder -kartons mit Getränkebehältern
oder Flaschen werden hierfür speziell ausgestattete Handhabungseinrichtungen eingesetzt,
die bspw. bewegliche Werkzeugköpfe oder Greiferköpfe mit steuerbaren Flaschengreifern
aufweisen oder durch gebildet sind. Diese Greiferköpfe sind beim Einsetzvorgang der
Artikel, Behälter oder Flaschen oberhalb der zu bestückenden Umverpackungen zu positionieren,
damit die Artikel, Behälter oder Flaschen dort ohne Kollisionsgefahr von oben her
eingesetzt werden können. Die Flaschengreifer in den Greiferköpfen der Handhabungseinrichtungen
können bspw. durch Sauggreifer o. dgl. gebildet sein.
[0003] An die Positioniergenauigkeit der Handhabungseinrichtungen werden zunehmend höhere
Anforderungen gestellt, da auch die Anforderungen hinsichtlich des mit modernen Verpackungsmaschinen
zu erzielenden Produktdurchsatzes steigen. Mit den dadurch steigenden Handhabungs-,
Verarbeitungs- und Verpackungsgeschwindigkeiten gehen wiederum höhere Anforderungen
an die Präzision aller Erfassungs- und Positionierungsvorgänge einher.
[0004] Es zeigt sich allerdings, dass eine isolierte Betrachtung des immer weiter zu steigernden
Produktdurchsatzes bei Verpackungsmaschinen dazu verleiten kann, andere technische
Aspekte aus dem Blick zu verlieren, insbesondere wenn dadurch Zielkonflikte entstehen
können. Ein solcher wichtiger technischer Aspekt bei der Abfüllung von Flüssigkeiten
in Behälter, insbesondere bei der Abfüllung von Getränken in PET-Behälter oder Flaschen,
besteht in der äußeren Erscheinung und/oder der Ausstattung dieser Behälter oder Flaschen,
zumal diese äußere Erscheinung und/oder Ausstattung in aller Regel für die Endkunden
im Vordergrund stehen, während Herstellungsparameter wie eine möglichst schnelle und
problemlose Verpackung für die Abfüllungs- und Verpackungsbetriebe den Endkunden kaum
interessieren müssen.
[0005] Jeder Behandlungsschritt, der zwischen der Befüllung der Behälter mit Flüssigkeit
und der Gebindebildung, Verpackung und/oder Palettierung zu erfolgen hat, bspw. indem
die Behälter etikettiert werden, ist unweigerlich mit einem Zusatzaufwand verbunden,
der in aller Regel auch zu einem Verlust an Geschwindigkeit und damit zu einer Reduzierung
des mit dem jeweiligen Verpackungsverfahren erzielbaren Produktdurchsatzes führen
muss.
[0006] Neben bekannten Etikettierverfahren sind auch alternative Behandlungsverfahren zur
Gestaltung und Farbgebung von Behältern bekannt. So können Behälter und Flaschen bspw.
auch mittels sog. Direktdruckverfahren mit Druckfarbe beaufschlagt werden, die unmittelbar
auf die Behältermantelflächen aufgebracht oder wahlweise auch auf zuvor dort angebrachte
Etiketten aufgesprüht werden kann. Allerdings sind hierbei keine wesentlich anderen
Gesichtspunkte wie bei der Etikettierung zu beachten, da auch die verschiedenen Direktdruckverfahren
aufgrund des damit verbundenen Handlingaufwandes gegenüber einem Verzicht auf eine
solche Bedruckung zu einem reduzierten Produktdurchsatz führen.
[0007] Der deutlich erhöhte Handlingaufwand kann bspw. anhand bekannter Veröffentlichungen
nachvollzogen werden. So kann in diesem Zusammenhang bspw. auf die
DE 10 2014 218 361 A1, auf die
WO 2017/032553 A1, auf die
WO 2017/084804 A1, auf die
WO 2018/108361 A1 oder auf die
WO 2018/114097 A1 verwiesen werden. Jedes dieser Dokumente lässt erkennen, dass die Behälter für ein
fehlerfreies Druckbild präzise geführt und mit vergleichsweise erheblichem Zusatzaufwand
an die Druckköpfe herangeführt werden müssen und erst anschließend weiteren Handhabungs-
und/oder Verpackungsschritten zugeführt werden können.
[0008] Angesichts der potentiell auftretenden Zielkonflikte bei der Handhabung und Verpackung
von Artikeln wie etwa von Behältern, die zusätzlichen Behandlungsschritten im Zusammenhang
mit der Beeinflussung oder Veränderung der äußeren Erscheinung oder Gestaltung unterzogen
werden sollen, kann es als vorrangiges Ziel der Erfindung angesehen werden, bereits
etablierte Verpackungsverfahren an geeigneter Stelle um zusätzliche Verfahrensschritte
zu ergänzen, mit denen die zu verpackenden und/oder zu Gebinden zusammenzufassenden
Artikel weiteren Behandlungen unterzogen werden können, ohne dass hierdurch die Verarbeitungsgeschwindigkeit
wesentlich reduziert wird.
[0009] Dieses Ziel der Erfindung wird durch die Gegenstände der unabhängigen Ansprüche erreicht.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung werden durch die jeweiligen abhängigen
Ansprüche beschrieben.
[0010] Zur Erreichung des oben genannten Ziels schlägt die vorliegende Erfindung neben der
weiter unten in verschiedenen Ausführungsvarianten beschriebenen Verpackungs- und/oder
Gebindebildungsvorrichtung ein Verfahren zum Verpacken und/oder Bündeln von Artikeln
durch Zusammenfassen mehrerer Artikel zu Gebinden und/oder zum Überführen mehrerer
Artikel in Umverpackungen vor. Die hier genannten und durch mindestens zwei zusammengefasste
Gebinde oder Artikelzusammenstellungen können bspw. durch sog. Umreifungsgebinde,
durch Foliengebinde, durch Schrumpffoliengebinde, durch sog. Klebegebinde etc. gebildet
sein.
[0011] Ein Umreifungsgebinde meint bspw. eine Artikelgruppierung, die durch eine um die
Artikel gespannte horizontale Umreifung oder durch mehrere Umreifungsbänder zusammengefasst
sind. Ein Foliengebinde kann bspw. durch Umwickeln einer Artikelgruppierung mit einer
dehnbaren und/oder unter Wärmeeinwirkung schrumpfbaren Folienbahn hergestellt sein,
wobei ein Schrumpffoliengebinde normalerweise bereits einer Wärmebehandlung unterzogen
ist, so dass die Folie die die solchermaßen zusammengehaltenen Artikel unter einer
Vorspannung umhüllt. Klebegebinde können insbesondere durch Artikelgruppierungen mit
an ihren Mantelflächen klebend aneinander haftenden Artikeln gebildet sein.
[0012] Die hier genannten Gebindearten sind einerseits nicht abschließend im Zusammenhang
mit der vorliegenden Erfindung zu verstehen, da es weitere Gebindevarianten mit alternativen
Verbindung- und/oder Haftungsmöglichkeiten gibt. Andererseits können die hier genannten
Gebindevarianten auch in vielfältiger Kombination auftreten, da bspw. eine Artikelgruppierung
durch klebend aneinander geheftete Artikel gebildet werden kann, die anschließend
mit Stretch- oder Schrumpffolie umwickelt und ggf. noch einer Wärmebehandlung zum
Aushärten der Klebestellen und/oder zum Schrumpfen der umhüllenden Folie unterzogen
werden kann.
[0013] Die hier als Umverpackungen bezeichneten Behältnisse oder Aufnahmebehälter sind dafür
vorgesehen, jeweils mindestens eine aus mehreren Artikeln gebildete Artikelgruppe
aufzunehmen. Solche Umverpackungen können bspw. durch einfache Kartons, wahlweise
mit darin angeordneten Gefachen, durch Getränkekisten oder -kästen oder durch andere
geeignete Behälter gebildet sein. Auch sog. Trays, d.h. Kartonunterlagen mit die unteren
Bereiche der Artikel oder Behälter bedeckenden seitlich nach oben gefalteten Rändern,
können unter den hier verwendeten Begriff der Umverpackung fallen.
[0014] Das erfindungsgemäße Verfahren sieht vor, dass jeweils mindestens eine Artikelgruppe
mittels wenigstens eines Manipulators erfasst und einer Verpackungs- und/oder Gebindebildungsstation
zugeführt und durch Zusammenfassen der Artikel der Artikelgruppe zu einem Gebinde
verarbeitet und/oder in eine bereitstehende Umverpackung eingefügt oder eingesetzt
wird. D.h., die Gebinde können durchaus nach ihrer Zusammenfassung nochmals gesondert
verpackt werden, indem sie in eine Umverpackung eingefügt werden. Solche nochmaligen
Umverpackungen werden häufig eingesetzt, um dort mehrere Gebinde in regelmäßiger Anordnung
aufzunehmen, um sie anschließend ggf. einem weiteren Handhabungs- und/oder Verpackungsschritt
zuzuführen, etwa einer Palettierung.
[0015] Die Besonderheit, die das erfindungsgemäße Verfahren auszeichnet, liegt darin, dass
mindestens einer der vom wenigstens einen Manipulator erfassten Artikel vor einer
Weitergabe an die Verpackungs- und/oder Gebindebildungsstation oder vor dem Einsetzen
in die bereitstehende Umverpackung an mindestens einer Stelle seiner Außenseite mit
Druckfarbe und/oder einer dauerhaft haftenden Beschichtung beaufschlagt und/oder mit
mindestens einem außen am wenigstens einen Artikel anhaftenden Ausstattungselement
versehen wird. Hierbei wird sich die inzwischen technisch erreichbare Steuerungs-
und Positionierungsgenauigkeit der zur Verfügung stehenden Manipulatoren zunutze gemacht,
da diese nicht nur in der Lage sind, die aufgenommenen Artikel mit hoher Präzision
in bereitstehende Umverpackungen zu überführen oder einer Verpackungs- und/oder Gebindebildungsstation
unter Einhaltung enger räumlicher Toleranzen zur Verfügung zu stellen. Die mit den
Manipulatoren erzielbaren Positionierungsleistungen können darüber hinaus vorteilhaft
dafür genutzt werden, die zu einem Zielort überführten Artikel auf ihrem Weg an hierfür
vorbereiteten Druck- und/oder Applikationseinrichtungen vorbeizubewegen, so sie mit
einer Beschichtung, mit einer Bedruckung und/oder mit einer sonstigen Ausstattung
versehen werden können. D.h., auf den Artikeln können je nach Bedarf etwa Druckbilder,
Barcodes, Sprühkennzeichnungen, individuelle Kennzeichnungen, sog. Tracking-IDs, RFIDs
o. dgl. aufgebracht werden.
[0016] Während es aus dem Stand der Technik bekannt ist, in Behälteraufnahmen einer Transporteinrichtung
aufgenommene kreisrunde Behälter entlang einer Transportbahn zu einem Direktdruckkopf
oder zu mehreren Direktdruckköpfen einer Direktdruckmaschine zu transportieren und
dort im Zusammenwirkung mit einer Rotationsbewegung der Behälter auf diesen einen
flächigen Direktdruck aufzubringen, wobei für einen mehrfarbigen Druck die Behälter
üblicherweise zu mehreren Direktdruckköpfen transportiert werden, liefert die vorliegende
Erfindung eine neuartige und bisher nicht bekannte und deshalb auch praktisch nicht
eingesetzte Anwendung des bekannten Direktdruckverfahrens und/oder eines bekannten
Applikationsverfahrens im Zusammenhang mit dem Artikelhandling im Bereich der Verpackungstechnik.
Da es bei der Verpackung von Artikeln wie Flaschen und Behältern aller Art wichtig
war, fertig befüllte und etikettierte oder mittels Direktdruck bedruckte Behälter
oder Flaschen zur Verfügung zu haben, um diese störungsfrei zu Gebinden zusammenzufassen
und/oder anderweitig zu verpacken, erschien es nicht sinnvoll, in den Verpackungsprozess
einzugreifen, um erst dort die Etikettierung oder Bedruckung der Behälter oder Flaschen
vorzunehmen.
[0017] Hierfür kann die Erfindung ein vorteilhaftes Verfahren zum Überführen von in einer
Bereitstellungsposition befindlichen und/oder im Massenstrom und/oder im Reihentransport
beförderten Artikeln in ruhende oder kontinuierlich oder intermittierend entlang einer
Förderstrecke bewegte Umverpackungen liefern, wobei diese Umverpackungen dafür vorgesehen
sind, jeweils mindestens eine aus mehreren Artikeln gebildete Artikelgruppe aufnehmen.
Die hier beschriebene Verfahrensvariante sieht vor, jeweils mindestens eine Artikelgruppe
mittels wenigstens eines Manipulators, gebildet z.B. durch oder aufweisend einen Greiferkopf,
von der Bereitstellungsposition und/oder aus dem Massenstrom und/oder dem Reihentransport
zu erfassen und herauszuheben und von oben in eine der bereitstehenden oder sich neben
dem Massenstrom oder dem Reihentransport der Artikel entlang oder auf der Förderstrecke
bewegenden Umverpackungen einzufügen oder einzusetzen, wonach die Umverpackung abtransportiert
werden kann. Die vorliegend beschriebene Verfahrensvariante sieht außerdem vor, dass
wenigstens einer der vom Manipulator erfassten Artikel vor dem Einsetzen in die bereitstehende
Umverpackung an mindestens einer Stelle seiner Außenseite mit Druckfarbe und/oder
einer dauerhaft haftenden Beschichtung beaufschlagt und/oder mit mindestens einem
außen am wenigstens einen Artikel anhaftenden Ausstattungselement versehen wird.
[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren kann insbesondere vorsehen, dass der wenigstens eine
Manipulator den mindesten einen zu verpackenden und/oder mit anderen Artikeln zu einem
Gebinde zusammenzufassenden Artikel vor der Weitergabe an die Verpackungs- und/oder
Gebindebildungsstation oder vor dem Einsetzen in die bereitstehende Umverpackung an
mindestens einem ortsfesten Druck- und/oder Applikationskopf vorbeibewegt, der die
Außenseite des Artikels mit Druckfarbe und/oder einer Beschichtung beaufschlagt und/oder
mit dem Ausstattungselement versieht. Wie erwähnt, kann der Manipulator bspw. einen
Greiferkopf umfassen, der dafür vorgesehen und ausgestattet ist, gleichzeitig mehrere
Artikel zu erfassen, um diese vor dem Absetzen oder Einsetzen in nachgeordnete Handhabungsstationen
an den Druckköpfen vorbei- oder entlangzuführen.
[0019] Der Manipulator kann die unterschiedlichsten Ausgestaltungen aufweisen. So können
als Manipulatoren insbesondere die erwähnten Greiferköpfe eingesetzt werden, die bspw.
über eine Portalaufhängung verfügen, die ihnen eine Beweglichkeit und Verfahrbarkeit
in mindestens zwei, insbesondere jedoch drei Bewegungsrichtungen erlaubt. Wahlweise
können die Manipulatoren auch Mehrachsroboter oder sog. Parallelkinematik-Roboter
aufweisen, die einen solchermaßen im Raum beweglichen Werkzeugkopf mit daran beweglich
und ggf. rotierbar angeordnetem Greiferkopf aufweisen können. Der Greiferkopf kann
bspw. als Flaschengreifer mit mehreren Sauggreifern oder mit anderen mechanisch wirkenden
Greif- und/oder Verriegelungseinrichtungen zum Erfassen, Handhaben und Positionieren
der Artikel, Behälter oder Flaschen ausgebildet sein.
[0020] Der mindestens eine Druck- und/oder Applikationskopf kann bspw. durch einen ortsfesten
Direktdruckkopf gebildet sein, an dem der mindestens eine Artikel vorbeibewegt und/oder
zur Erzeugung eines Druckbildes in verschiedene Richtungen mehrfach vorbeibewegt werden
kann. Die Applikations- und/oder Druckköpfe sind bspw. Direktdruckköpfe; die Artikel
können hierbei mittels des Manipulators in definiertem geringem Abstand zu diesen
auf und ab bewegt und/oder gedreht werden, während sie bedruckt werden.
[0021] Wenn in diesem Zusammenhang von einem ortsfesten Druck- und/oder Applikationskopf
oder von mehreren ortsfesten Druck- und/oder Applikationsköpfen die Rede ist, an denen
die Artikel vorbeibewegt werden, so sind damit auch höhenverstellbare Druck- und/oder
Applikationsköpfe gemeint, zu denen die Artikel mittels des Manipulators gebracht
und dort gehalten werden, während der Druck- und/oder Applikationskopf oder die Druck-
und/oder Applikationsköpfe unter einer Bewegung entlang der zu bedruckenden Fläche
auf und ab bewegt werden könnten.
[0022] Wahlweise kann der mindestens eine Artikel auch nacheinander an zwei oder mehr Druck-
und/oder Applikationsköpfen vorbeibewegt werden, die jeweils unterschiedliche Druckfarben
und/oder jeweils unterschiedliche Substanzen auf die Außenseite des Artikels applizieren
können. So kann dieses zeitlich aufeinanderfolgende Vorbeiführen an mehreren Druckköpfen
für verschiedene Farben einen Mehrfarbendruck mit mehreren Umsetzpositionen ermöglichen.
Ebenso denkbar ist es, beim Einsatz von Druckköpfen die unterschiedlichsten Varianten
von Barcodes oder sonstigen Markierungen aufzubringen. Mittels sog. Applikationsköpfe
können auch Etiketten oder z.B. RFID-Tags o. dgl. an den Außenseiten der Artikel angebracht
werden.
[0023] Denkbar ist auch eine weitere Verfahrensvariante, bei der mindestens zwei gleichzeitig
vom Manipulator erfasste Artikel durch unterschiedliche Behandlungen mit jeweils unterschiedlichen
Druck- und/oder Applikationsbildern und/oder mit jeweils unterschiedlichen Ausstattungselementen
beaufschlagt oder ausgestattet werden. So können etwa auch einzelne Flaschen einer
Charge, d.h. innerhalb des Manipulators oder Greiferkopfes, unterschiedlich bedruckt
werden, was große Freiheitsgrade bei der Zusammenstellung individuell zu gestaltender
Chargen liefert. Für jede Palettenlage können bspw. jeweils unterschiedliche Artikel-
oder Behälterzusammenstellungen kreiert werden, was durch entsprechende Programmsteuerungen
beim Bedrucken der in jedem einzelnen Zyklus einer Manipulator-Handhabung oder -Umsetzung
enthaltenen Artikel erfolgen kann.
[0024] Eine weitere Option des erfindungsgemäßen Verfahrens kann einen Zwischenschritt vorsehen,
indem der mindestens eine Artikel vom Manipulator zunächst an einen Drehteller übergeben
und dort aufgesetzt und fixiert wird, um dort durch Rotations- und/oder Hebe- und
Senkbewegungen an wenigstens einem ortsfesten Druck- und/oder Applikationskopf vorbeibewegt
zu werden, der die Außenseite des Artikels mit Druckfarbe und/oder einer Beschichtung
beaufschlagt und/oder mit dem Ausstattungselement versieht, wonach eine Weitergabe
des mindestens einen Artikels an die Verpackungs- und/oder Gebindebildungsstation
und/oder an die bereitstehende Umverpackung erfolgt.
[0025] Auch hier sei wieder ergänzend erwähnt, dass üblicherweise nicht die Drehteller durch
Hebe- und Senkbewegungen an den unbeweglichen ortsfesten Druck- und/oder Applikationsköpfen
entlang bewegt werden, sondern dass in einem solchen Fall normalerweise die Drehteller
nur rotieren und in der Höhe unverändert bleiben, während die Druck- und/oder Applikationsköpf
höhenverstellbar ausgebildet sein können.
[0026] Bei einer solchen Verfahrensvariante kann es vorgesehen sein, dass die Artikel vor
dem Weiterbefördern zunächst auf Drehteller aufgesetzt werden, wo sie mit der Druckfarbe
oder der Ausstattung beaufschlagt werden. Auch hierfür werden wieder stationäre Druckeinheiten
eingesetzt, so dass die Drehteller wahlweise höhenverstellbar auszuführen sind. Normalerweise
jedoch sind die Druck- und/oder Applikationsköpfe höhenverstellbar, während die Drehteller
nur rotieren. D.h. die Drehteller können hierbei zumindest rotieren und wahlweise
auf und ab bewegt werden, in Bezug auf die Druckköpfe oder Ausstattungsapplikatoren.
Der bei dieser Verfahrensvariante vorgesehene Einsatz der Drehteller kann unterschiedliche
Vorteile aufweisen, so etwa die besonders exakte Bedruckung oder auch die Möglichkeit,
die Drehteller als Zwischenspeicher einzusetzen, um die Artikel- oder Behälterbedruckungen
besser trocken zu können, bevor die Artikel oder Behälter wieder von den Drehtellern
abgenommen und weiterbefördert werden.
[0027] Um für das Aufsetzen der Artikel auf die Drehteller und für deren Entnahme von den
Drehtellern ausreichend Platz für den Manipulator zu schaffen, kann es ggf. sinnvoll
sein, die Druck- und/oder Applikationsköpfe während des Aufsetz- und/oder Entnahmevorganges
zumindest geringfügig von den Drehtellern zu distanzieren, um sie für den eigentlichen
Druck- oder Applikationsvorgang wieder anzunähern oder zuzustellen. Dies kann auch
von mehreren Seiten erfolgen, wenn entsprechend mehrere Druck- und/oder Applikationsköpfe
an mehreren Stellen um die Drehteller herum gruppiert oder bspw. an gegenüber liegenden
Seiten von diesen angeordnet sind. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, die Druck-
und/oder Applikationsköpfe etwas voneinander zu distanzieren und damit dem Manipulator
genügend Bewegungsraum zu geben, wodurch die Gefahr von Kollisionen zwischen den Artikeln
und/oder dem Manipulator und den Druck- und/oder Applikationsköpfen reduziert werden
kann.
[0028] Zusätzlich kann bei dem Verfahren vorgesehen sein, dass die Artikel zeitlich vor
der Beaufschlagung ihrer Außenseiten mit Druckfarbe und/oder einer dauerhaft haftenden
Beschichtung und/oder vor ihrer Ausstattung mit mindestens einem außen am jeweiligen
Artikel anhaftenden Ausstattungselement mittels geeigneter Einrichtungen getrocknet,
d.h. von allen ggf. anhaftenden Flüssigkeits- oder Feuchtigkeitsresten befreit werden.
Zur Trocknung der Außenflächen der Artikel vor ihrer Weiterbehandlung können diese
z.B. mit Heißluft, mit elektromagnetischer Strahlung etc. beaufschlagt werden, um
eine zuverlässige Trocknung und Entfeuchtung zu veranlassen. Zu diesem Zweck kann
wahlweise eine Trocknungseinrichtung vor der Maschine und/oder unmittelbar vor dem
Druck oder der Applikation eingesetzt werden, da nasse Flaschen/Dosen ggf. ein Problem
beim Druck und/oder beim Aufbringen von Applikationen darstellen können.
[0029] Zur Erreichung des oben genannten Ziels schlägt die vorliegende Erfindung neben dem
in verschiedenen Ausführungsvarianten und Abwandlungen beschriebenen Verfahren weiterhin
eine Verpackungs- und/oder Gebindebildungsvorrichtung mit den Merkmalen des unabhängigen
Vorrichtungsanspruchs vor, die insbesondere dem Verpacken und/oder Bündeln von Artikeln
durch Zusammenfassen mehrerer Artikel zu Gebinden, d.h. bspw. von Umreifungsgebinden,
Foliengebinden, Schrumpffoliengebinden, Klebegebinden etc., und/oder dem Überführen
mehrerer Artikel in Umverpackungen dienen kann, wobei diese Umverpackungen jeweils
mindestens eine aus mehreren Artikeln gebildete Artikelgruppe aufnehmen.
[0030] Diese erfindungsgemäße Verpackungs- und/oder Gebindebildungsvorrichtung umfasst zumindest
einen Transportabschnitt oder Bereitstellungsplatz für insbesondere gruppierte Artikel,
eine Handhabungs- und/oder Verpackungsstation zum Verpacken und/oder Bündeln von Artikeln
durch Zusammenfassen mehrerer Artikel zu Gebinden und/oder zum Überführen mehrerer
Artikel in Umverpackungen, die jeweils mindestens eine aus mehreren Artikeln gebildete
Artikelgruppe aufnehmen können, sowie mindestens einen zwischen dem Transportabschnitt
oder Bereitstellungsplatz und der Handhabungs- und/oder Verpackungsstation beweglichen
Manipulator, der jeweils mindestens eine Artikelgruppe erfassen und der Handhabungs-
und/oder Verpackungsstation zuführen und/oder die mindestens eine Artikelgruppe in
eine bereitstehende Umverpackung einfügen oder einsetzen kann.
[0031] Zudem umfasst die erfindungsgemäße Verpackungs- und/oder Gebindebildungsvorrichtung
mindestens eine zwischen dem Transportabschnitt oder Bereitstellungsplatz und der
Handhabungs- und/oder Verpackungsstation befindliche und vom mindestens einen Manipulator
erreichbare Direktdruck- und/oder Applikationsstation zur Beaufschlagung der Artikel
oder zumindest eines der Artikel an mindestens einer Stelle ihrer jeweiligen Außenseiten
mit Druckfarbe und/oder einer dauerhaft haftenden Beschichtung und/oder zur Anbringung
mindestens eines außen am wenigstens einen Artikel anhaftenden Ausstattungselementes.
Damit können etwa Druckbilder, Barcodes, Sprühkennzeichnungen, Tracking-Codes, RFID-Tags
oder andere Kennzeichnungen, bspw. auch individuelle Kennzeichnungen für einzelne
Druck- oder Applikationsvorgänge, auf oder an die Artikel auf- oder angebracht werden.
[0032] Bei der erfindungsgemäßen Verpackungs- und/oder Gebindebildungsvorrichtung kann die
Direktdruck- und/oder Applikationsstation wahlweise mindestens einen ortsfesten Direktdruckkopf
umfassen, der vom Manipulator erreichbar ist, wobei dieser mitsamt den erfassten Artikeln
oder mit dem mindestens einen erfassten Artikel auf seiner Bewegungsfahrt zu dem mindestens
einen Direktdruckkopf hinbewegt werden kann, um nach der Annäherung den mindestens
einen zu bedruckenden und/oder zu beschichtenden Artikel am mindestens einen Direktdruckkopf
vorbeizubewegen und/oder zur Erzeugung eines Druckbildes in verschiedene Richtungen
mehrfach vorbeizubewegen. Die Bewegungen des Manipulators mit den daran gehaltenen
Artikeln richten sich nach dem jeweils zu erzielenden Druckbild; so können die Artikel
mittels des Manipulators bedarfsweise auf und ab bewegt und/oder gedreht werden, während
der Direktdruckkopf das Druckbild auf dem Artikel erzeugt.
[0033] Ebenso denkbar ist es, je nach Komplexitätsgrad des Druckbildes, den mindestens einen
Artikel nacheinander an zwei oder mehr Druck- und/oder Applikationsköpfen der Direktdruck-
und/oder Applikationsstation vorbeizubewegen, wobei diese zwei oder mehr Druck- und/oder
Applikationsköpfe jeweils unterschiedliche Druckfarben und/oder jeweils unterschiedliche
Substanzen auf die Außenseite des Artikels applizieren können. Bspw. kann die Vorbeibewegung
der Artikel zeitlich aufeinander folgend an mehreren Druckköpfen für verschiedene
Farben vorgesehen sein, wodurch bspw. ein Mehrfarbendruck mit mehreren Umsetzpositionen
ermöglicht ist. Wahlweise können auch Barcodes oder sonstige Markierungen aufgebracht
werden; es können auch RFID-Tags oder sonstige Ausstattungselemente an den Artikeln
angebracht werden.
[0034] Auch kann die Vorrichtung in einer Weise ausgestattet sein, dass mindestens zwei
gleichzeitig vom Manipulator erfasste Artikel durch unterschiedliche Behandlung mit
jeweils unterschiedlichen Druck- und/oder Applikationsbildern und/oder mit jeweils
unterschiedlichen Ausstattungselementen beaufschlagt oder ausgestattet werden. Auf
diese Weise können bspw. auch einzelne Flaschen einer Charge, d.h. innerhalb des Manipulators
oder Greiferkopfes, unterschiedlich bedruckt werden.
[0035] Eine weitere Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann wahlweise
mindestens einen, insbesondere mehrere Drehteller zur Aufnahme, zur Fixierung und
zur rotierenden und/oder hebenden und senkenden Bewegung der an ihren Außenseiten
mit Druckfarbe und/oder einer Beschichtung zu beaufschlagenden und/oder mit einem
Ausstattungselement auszustattenden Artikel aufweisen. Diese Drehteller sind der Direktdruck-
und/oder Applikationsstation zugeordnet und stehen mit dieser in einer Wirkverbindung.
Normalerweise jedoch wird es sinnvoller sein, die Drehteller selbst nicht heb- und
senkbar auszubilden, sondern die Druck- und/oder Applikationsköpfe, damit ausreichend
große Druckbilder auf den drehbar auf den Drehtellern fixierten Artikeln ausgeführt
werden können.
[0036] So kann bei dieser oder einer ähnlichen Variante der Vorrichtung der Artikel oder
die Artikel in einem Förderabschnitt zwischen einer Übernahmeposition und einer Absetzposition
der Artikel vom Manipulator an einen Drehteller übergeben und dort aufgesetzt und
fixiert werden, um dort durch Rotationsbewegungen an wenigstens einem ortsfesten und
ggf. in Bezug auf die Drehteller heb- und senkbaren Druck- und/oder Applikationskopf
vorbeibewegt zu werden, der die Außenseite des Artikels mit Druckfarbe und/oder einer
Beschichtung beaufschlagt und/oder mit dem Ausstattungselement versieht, wonach eine
Weitergabe des mindestens einen Artikels an die Verpackungs- und/oder Gebindebildungsstation
und/oder an die bereitstehende Umverpackung erfolgt. Die Drehteller können hierbei
zumindest rotieren und wahlweise zusätzlich auf und ab bewegt werden, und zwar in
Bezug auf die Druckköpfe oder Ausstattungsapplikatoren.
[0037] Um zu verhindern, dass Artikel mit an ihren Außenseiten noch anhaftender Restfeuchte
mit unzureichender Druckqualität behandelt werden, kann der erfindungsgemäßen Vorrichtung
bspw. auch eine Trocknungsstation zur Trocknung der Außenflächen der zu behandelnden
Artikel vorgeordnet sein. Ebenso ist es denkbar, dass diese Trocknungsstation zur
Trocknung der Außenflächen der zu behandelnden Artikel zumindest der Direktdruck-
und/oder Applikationsstation vorgeordnet ist, insbesondere in unmittelbarer Nachbarschaft.
Dadurch kann sichergestellt werden, dass die Artikel zeitlich vor ihrer Beaufschlagung
an ihren jeweiligen Außenseiten mit Druckfarbe und/oder einer dauerhaft haftenden
Beschichtung und/oder vor ihrer Ausstattung mit mindestens einem außen am jeweiligen
Artikel anhaftenden Ausstattungselement getrocknet werden. Diese Trocknungsstationen
können bspw. mit Heißluft, mit elektromagnetischer Strahlung etc. arbeiten, so dass
nasse Artikel, Behälter, Flaschen oder Dosen kein Problem darstellen können.
[0038] Es sei an dieser Stelle ausdrücklich erwähnt, dass alle Aspekte und Ausführungsvarianten,
die im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Verpackungs- und/oder Gebindebildungsvorrichtung
erläutert wurden, gleichermaßen Teilaspekte des erfindungsgemäßen Verfahrens betreffen
oder bilden können. Wenn daher an einer Stelle bei der Beschreibung oder auch bei
den Anspruchsdefinitionen zur erfindungsgemäßen Verpackungs- und/oder Gebindebildungsvorrichtung
von bestimmten Aspekten und/oder Zusammenhängen und/oder Wirkungen die Rede ist, so
gilt dies gleichermaßen für das erfindungsgemäße Verfahren. In umgekehrter Weise gilt
dasselbe, so dass auch alle Aspekte und Ausführungsvarianten, die im Zusammenhang
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erläutert wurden, gleichermaßen Teilaspekte der
erfindungsgemäßen Verpackungs- und/oder Gebindebildungsvorrichtung betreffen oder
sein können. Wenn daher an einer Stelle bei der Beschreibung oder auch bei den Anspruchsdefinitionen
zum erfindungsgemäßen Verfahren von bestimmten Aspekten und/oder Zusammenhängen und/oder
Wirkungen die Rede ist, so gilt dies gleichermaßen für die erfindungsgemäße Verpackungs-
und/oder Gebindebildungsvorrichtung.
[0039] Im Folgenden sollen Ausführungsbeispiele die Erfindung und ihre Vorteile anhand der
beigefügten Figuren näher erläutern. Die Größenverhältnisse der einzelnen Elemente
zueinander in den Figuren entsprechen nicht immer den realen Größenverhältnissen,
da einige Formen vereinfacht und andere Formen zur besseren Veranschaulichung vergrößert
im Verhältnis zu anderen Elementen dargestellt sind.
Fig. 1 zeigt anhand einer schematischen Draufsicht den grundsätzlichen Aufbau einer
Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Verpackungs- und/oder Gebindebildungsvorrichtung.
Fig. 2 zeigt in insgesamt sechs schematischen Ansichten (Figuren 2A bis 2F) eine erste
Variante eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Verpackung von Artikeln zur Aufbringung
von Druckbildern auf die Artikel mittels eines Direktdruckverfahrens.
Fig. 3 zeigt in insgesamt sechs schematischen Ansichten (Figuren 3A bis 3F) eine alternative
Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Verpackung von Artikeln zur Aufbringung
von Druckbildern auf die Artikel mittels eines Direktdruckverfahrens.
[0040] Für gleiche oder gleich wirkende Elemente der Erfindung werden identische Bezugszeichen
verwendet. Ferner werden der Übersicht halber nur Bezugszeichen in den einzelnen Figuren
dargestellt, die für die Beschreibung der jeweiligen Figur erforderlich sind. Die
dargestellten Ausführungsformen stellen lediglich Beispiele dar, wie die erfindungsgemäße
Verpackungs- und/oder Gebindebildungsvorrichtung oder das erfindungsgemäße Verfahren
zum Verpacken oder Bündeln von Artikeln oder zum Überführen mehrerer Artikel in Umverpackungen
ausgestaltet sein können und stellen keine abschließende Begrenzung dar.
[0041] Die schematische Draufsicht der Fig. 1 soll lediglich den grundsätzlichen Aufbau
einer erfindungsgemäßen Verpackungs- und/oder Gebindebildungsvorrichtung 10 verdeutlichen,
die der Zusammenfassung und/oder Umverpackung von Artikelgruppen dient, was im nachfolgend
beschriebenen Ausführungsbeispiel durch das Überführen von Getränkebehältern in als
Umverpackungen dienende Getränkekästen veranschaulicht werden soll. Diese Getränkekästen
sind jeweils zur oberseitigen Aufnahme einer definierten Anzahl von regelmäßig angeordneten
bzw. passend gruppierten Getränkebehältern geeignet und vorgesehen.
[0042] Der hier nur schematisch angedeuteten Verpackungs- und/oder Gebindebildungsvorrichtung
10 ist eine erste Förderstrecke 12 zum Transportieren einer Vielzahl von aufrecht
stehenden Artikeln 14 zugeordnet. Diese Artikel 14 sind im vorliegenden Zusammenhang
insbesondere durch aufrecht stehende Getränkebehälter 16 gebildet, die im Massenstrom
und/oder im Reihentransport in einer definierten Förderrichtung 18, die zur Vorrichtung
10 hinführt, transportiert werden. Zudem ist der Vorrichtung 10 eine nahe an der ersten
Förderstrecke 12 befindliche und im gezeigten Ausführungsbeispiel parallel zu dieser
verlaufende zweite Förderstrecke 20 zum aufeinanderfolgenden Transportieren von Umverpackungen
22 in Gestalt von Getränkekästen 24, die als Umverpackungen 22 für die Aufnahme jeweils
mindestens einer aus mehreren Artikeln 14 bzw. Getränkebehältern 16 gebildeten Artikelgruppe
vorgesehen und vorbereitet sind.
[0043] Grundsätzlich können die Umverpackungen 22 auch durch andere Kästen oder Kisten oder
Behältnisse unterschiedlichster Art gebildet sein, bspw. durch Kisten aus einfacher
Kartonage oder bspw. auch durch Folienumhüllungen, Schrumpffolien oder andere Umhüllungen
aus flächigem Packmaterial. Da im vorliegenden Zusammenhang nicht zur von einer Verpackungsvorrichtung
die Rede ist, sondern auch von einer Vorrichtung 10, die der Herstellung oder Ausbildung
von Gebinden dienen kann, d.h. von einer hier so genannten Gebindebildungsvorrichtung
10, können auf der zweiten Förderstrecke 20 wahlweise auch Umreifungen, Folienabschnitte
oder sonstige Packmittel heranbefördert und der Vorrichtung 10 zur weiteren Verarbeitung
zur Verfügung gestellt werden.
[0044] Wie dies bereits die schematische Draufsicht der Fig. 1 erkennen lässt, werden auch
die z.B. durch die Getränkekästen 24 gebildeten Umverpackungen 22 (oder ggf. die sonstigen
Packmittel) auf der zweiten Förderstrecke 20 in derselben Förderrichtung 18 zur Vorrichtung
10 bewegt wie die z.B. durch die Getränkebehälter 16 gebildeten Artikel 14 auf der
ersten Förderstrecke 12. Diese parallele Ausrichtung der beiden Förderstrecken 12
und 20 zueinander ist jedoch nicht unbedingt zwingend, sondern kann in der Praxis
bedarfsweise auch variieren, so dass wahlweise auch nichtparallele Förderrichtungen
18 der beiden Förderstrecken 12 und 20 für die Artikel 14 oder Getränkebehälter 16
bzw. für die Umverpackungen 22 oder Getränkekästen 24 denkbar und handhabbar sind.
[0045] Weiterhin umfasst die in der Fig. 1 in schematischer Weise gezeigte Verpackungs-
und/oder Gebindebildungsvorrichtung 10 eine den beiden Förderstrecken 12 und 20 räumlich
und funktionell gleichermaßen zugeordnete Handhabungs- und/oder Verpackungsstation
26. Diese Handhabungs- und/oder Verpackungsstation 26 dient entweder dem Verpacken
der in Förderrichtung 18 auf der ersten Förderstrecke 12 herantransportierten Artikel
14 oder Getränkebehälter 16 durch deren Überführung in die Umverpackungen 22 oder
Getränkekästen 24, die jeweils mindestens eine aus mehreren Artikeln 14 oder Getränkebehältern
16 gebildete Artikelgruppe oder Behältergruppe aufnehmen können. Diese Verpackung
oder Überführung der Artikel 14 oder Getränkebehälter 16 in die Umverpackungen 22
oder Getränkekästen 24 umfasst immer auch einen Handhabungsprozess, weshalb dieser
Abschnitt der Vorrichtung 10 auch als Handhabungs- und/oder Verpackungsstation 26
bezeichnet werden kann.
[0046] Wahlweise kann die Handhabungs- und/oder Verpackungsstation 26 auch der Gebindebildung
durch Bündeln der in Förderrichtung 18 auf der ersten Förderstrecke 12 herantransportierten
Artikel 14 oder Getränkebehälter 16 durch Zusammenfassen mehrerer Artikel 14 oder
Getränkebehälter 16 zu Gebinden, z.B. zu Umreifungsgebinden, zu Foliengebinden, zu
Schrumpffoliengebinden, zu Klebegebinden etc. dienen. Auch diese Zusammenfassung der
Artikel 14 oder Getränkebehälter 16 zu Gebinden umfasst ebenfalls immer einen Handhabungsprozess.
[0047] Die Handhabungs- und/oder Verpackungsstation 26 ist mit einem Manipulator 28, z.B.
mit mindestens einem Greiferkopf 30 oder wahlweise auch mit mehreren parallel ansteuerbaren
Greiferköpfen 30 ausgestattet, der bzw. die zur gleichzeitigen Aufnahme und Erfassung
jeweils einer Artikelgruppe mit jedem vorhandenen Greiferkopf 30 von der ersten Förderstrecke
12 und zu deren Überführung zur zweiten Förderstrecke 20 innerhalb der Vorrichtung
10 und zum Einsetzen der Artikelgruppe, d.h. der Gruppe von Artikeln 14 oder Getränkebehältern
16, in eine der dort beförderten Umverpackungen 22 bzw. Getränkekästen 24 vorgesehen
sind. Ebenso kann der durch mindestens einen Greiferkopf 30 oder durch mehrere Greiferköpfe
30 gebildete Manipulator 28 auch dafür vorgesehen sein, die Artikel 14 oder Getränkebehälter
16 von der ersten Förderstrecke 12 zu erfassen und der weiteren Gebindebildung durch
gruppenweise Zusammenfassung von Artikeln 14 oder Behältern 16 zu Gebinden zuzuführen.
[0048] Auch wenn im vorliegenden Zusammenhang generell von einer ersten Förderstrecke 12
die Rede ist, so kann anstelle einer solchen bspw. als Horizontalfördereinrichtung
ausgebildeten Förderstrecke 12 auch ein nahezu beliebig ausgestalteter Bereitstellungsplatz
für die Artikel 14 oder Getränkebehälter 16 vorhanden und eingesetzt werden, von dem
die Artikel 14 oder Getränkebehälter 16 mittels des Manipulators 28 erfasst und der
Gebindebildung zugeführt oder in die bereitstehenden Umverpackungen 22 eingesetzt
oder eingefügt werden können.
[0049] Die in der Fig. 1 nur schematisch angedeutete Handhabungs- und/oder Verpackungsstation
26 mit dem Manipulator 28 bzw. mit dem mindestens einen Greiferkopf 30 oder mit mehreren
annähernd synchron beweglichen und steuerbaren Greiferköpfen 30 kann bspw. durch einen
Portalroboter, einen Mehrachsroboter, einen Parallelkinematik-Roboter oder eine andere
geeignete Handhabungseinrichtung gebildet sein, deren Manipulator 28, Greiferkopf
30 oder deren Greiferköpfe 30 zwischen dem hier nicht gezeigten Bereitstellungsplatz
oder den beiden Förderstrecken 12 und 20 zur Überführung von gleichzeitig mehreren
Artikeln 14 oder Getränkebehältern 16 zu den bereitstehenden oder wahlweise in paralleler
Förderrichtung 18 bewegten Umverpackungen 22 oder Getränkekästen 24 hin und her bewegt
und dabei gleichzeitig nach Bedarf angehoben und abgesenkt werden können.
[0050] Der an einem beweglichen Werkzeugkopf (nicht im Detail dargestellt) an dem vorzugsweise
in der Handhabungs- und/oder Verpackungsstation 26 eingesetzten Manipulators 28 befindliche
steuerbare Greiferkopf 30 oder die mehreren Greiferköpfe 30 dienen der gleichzeitigen
Aufnahme mehrerer Artikel 14, Getränkebehälter 16 oder Flaschen. Zu diesem Zweck ist
der Greiferkopf 30 oder sind die Greiferköpfe 30 mit steuerbaren Sauggreifern oder
mit steuerbaren Greiftulpen o. dgl. ausgestattet, mit denen die Artikel 14, Getränkebehälter
16 oder Flaschen in deren Hals- oder Kopfbereich erfasst und für die Überführung und
das annähernd senkrechte Einfügen in die oben offenen Umverpackungen 22 oder Getränkekästen
24 sicher gehalten sowie zum Absetzen in der hierfür jeweils vorgesehenen Umverpackung
22 bzw. im jeweils hierfür vorgesehenen Getränkekasten 24 zuverlässig freigegeben
werden können.
[0051] Sofern die Handhabungs- und/oder Verpackungsstation 26 in einer einfachsten Ausstattungsvariante
mit nur einem Greiferkopf 30 als Manipulator 28 ausgestattet ist, kann normalerweise
gleichzeitig eine Umverpackung 22 bzw. ein Getränkekasten 24 mit einer definierten
Anzahl von Artikeln 14, Getränkebehältern 16 oder Flaschen bestückt werden, bspw.
mit einer Anzahl von im Rechteckverbund angeordneten Getränkebehältern 16 von insgesamt
zwanzig oder vierundzwanzig oder mehr Getränkebehältern 16 oder Flaschen. Vorzugsweise
kann die Handhabungs- und/oder Verpackungsstation 26 jedoch auch mit zwei oder drei
gleichartigen Greiferköpfen 30 ausgestattet sein, die es erlauben, eine entsprechend
größere Anzahl von Artikeln 14 oder Getränkebehältern 16 gleichzeitig zu erfassen
und bspw. in zwei oder drei hintereinander beförderte Umverpackungen 22 oder Getränkekästen
24 abzusetzen. Durch die solchermaßen geschaffene Möglichkeit der gleichzeitigen Bestückung
mehrerer Umverpackungen 22 oder Getränkekästen 24 mit jeweiligen Gruppen von Artikeln
14 oder Getränkebehältern 16 ist ein entsprechend hoher Durchsatz bei der Bestückung
von Umverpackungen 22 mit Artikeln 14 bzw. Behältern 16 möglich.
[0052] Die schematische Darstellung der Fig. 1 lässt weiterhin die aus der Verpackungs-
und/oder Gebindebildungsvorrichtung 10 in Förderrichtung 18 nach rechts herausführende
bzw. sich in Förderrichtung 18 fortsetzende zweite Förderstrecke 20 erkennen, deren
Förderrichtung 18 zur Abförderung der in der Station 26 gebildeten Gebinde oder zur
Abförderung der mit Artikeln 14 bestückten Umverpackungen 22 oder der mit Getränkebehältern
16 bestückten Getränkekästen 24 für deren weitere Handhabung wie etwa Palettierung
unverändert ist. Normalerweise kann der nach rechts aus der Vorrichtung 10 herausführende
Abschnitt der zweiten Förderstrecke 20 deren Fortsetzung bilden, da die Getränkekästen
24 bei ihrer Bestückung mit Getränkebehältern 16 nicht von der zweiten Förderstrecke
20 heruntergenommen oder entnommen werden müssen.
[0053] Die Bezugsziffer 32 bezeichnet in der Fig. 1 eine Direktdruck- und/oder Applikationsstation,
die sich zwischen dem Transportabschnitt der ersten Förderstrecke 12 oder dem Bereitstellungsplatz
und der Handhabungs- und/oder Verpackungsstation 26 befindet und die von dem mindestens
einen eingesetzten Manipulator 28 mit den Greiferköpfen 30 oder dem mindestens einen
Greiferkopf 30 erreicht werden kann. Diese Direktdruck- und/oder Applikationsstation
32 dient der Beaufschlagung der Artikel 14 oder zumindest eines der Artikel 14 an
mindestens einer Stelle ihrer jeweiligen Außenseiten mit Druckfarbe und/oder einer
dauerhaft haftenden Beschichtung, kann aber wahlweise oder ergänzend auch der Anbringung
mindestens eines außen am wenigstens einen Artikel 14 anhaftenden Ausstattungselementes
dienen.
[0054] Die schematische Draufsicht der Fig. 2A lässt eine Anordnung der Vorrichtung 10 zur
Bedruckung von Artikelaußenseiten erkennen, bei der eine größere Anzahl von hier nicht
dargestellten Artikeln oder Getränkebehältern mittels eines Manipulators 28 von einer
ersten Förderstrecke 12 in eine Direktdruckstation 32 hineingehoben und dort bedruckt
werden kann, bevor die Artikel oder Getränkebehälter dort wieder herausgehoben werden,
um anschließend in hier ebenfalls nicht dargestellte Umverpackungen eingefügt zu werden,
die auf einer zweiten Förderstrecke 20 befördert werden.
[0055] Wahlweise können gemäß Fig. 2B auch zwei solche Direktdruckstationen 32 nebeneinander
angeordnet sein, denen die zu bedruckenden Getränkebehälter oder Artikel nacheinander
zugeführt werden. So kann der Manipulator 28 bspw. eine definierte Anzahl von Artikeln
in die erste Direktdruckstation 32a hineinheben, damit die Artikel dort bedruckt werden,
um eine in der benachbarten zweiten Druckstation 32b mit einer zweiten Druckfarbe
fertig bedruckte Artikel herauszuheben und an die zweite Förderstrecke 20 mit den
bereitstehenden Umverpackungen zu übergeben. Ggf. kann der Manipulator 28 zuvor oder
danach unbedruckte Artikel in die erste Direktdruckstation 32a hineingeben, sobald
diese wieder für die Aufnahme der Artikel bereit ist.
[0056] Die schematischen Seitenansichten der Figuren 2C bis 2F verdeutlichen einen Bedruckungsvorgang
einer definierten Anzahl von Getränkebehältern 16, die mittels geeigneter Greiferköpfen
30 eines Manipulators 28 einer Direktdruckstation 32 zugeführt werden. Die Greiferköpfe
30 heben die Getränkebehälter 16 jeweils an ihren Hals- oder Kopfbereichen, was bspw.
mit Sauggreifern 34 erfolgen kann, mit denen die Greiferköpfe 30 ausgestattet sind.
Wichtig hierbei ist, dass die Sauggreifer 34 der Greiferköpfe 30 nicht nur rotierende
Bewegungen ausführen können, um die Getränkebehälter 16 durch bedarfsweise Rotationsbewegungen
an den feststehenden Druckeinheiten 36 der Direktdruckstation 32 mit den gewünschten
Druckbildern 38 (vgl. Fig. 2F) versehen zu können. Ebenso wichtig ist eine sehr exakte
Führung der Getränkebehälter 16 mittels der Sauggreifer 34, um eine unsaubere Bedruckung
aufgrund unerwünschter Bewegungen oder nicht ausreichend exakter Positionierung der
Getränkebehälter 16 an den Druckköpfen der Druckeinheiten 36 vermeiden zu können.
[0057] Die Fig. 2C verdeutlicht die Erfassung von Artikelgruppen von jeweils vier Getränkebehältern
16 an einem Greiferkopf 30, der mit insgesamt vier drehbaren Sauggreifern 34 ausgestattet
ist. Insgesamt drei Greiferköpfe 30 befinden sich an einem gemeinsamen Manipulator
28, der heb- und senkbar ist und der die Getränkebehälter 16 von der ersten Förderstrecke
(hier nicht gezeigt) zur Direktdruckstation 32 befördern und nach dem Bedrucken von
dieser zur zweiten Förderstrecke (hier ebenfalls nicht gezeigt) mit den Umverpackungen
oder wahlweise zu einer Gebindebildungstation befördern kann.
[0058] Die hier am gezeigten Beispiel insgesamt zwölf Getränkebehälter 16 werden durch Absenken
des Manipulators 28 gemeinsam in die Direktdruckstation 32 gehoben, um dort den Druckeinheiten
36 zugeführt zu werden. Im gezeigten Ausführungsbeispiel können sich mehrere Druckeinheiten
36 übereinander befinden, an denen die Getränkebehälter 16 nacheinander durch vertikale
Bewegungen des Manipulators 28 mit den Greiferköpfen 30 vorbeigeführt und bedarfsweise
dabei rotiert werden, um nacheinander verschiedene Druckfarben im Direktdruckverfahren
auf die Mantelflächen der Getränkebehälter 16 aufzubringen.
[0059] So kann die Direktdruckstation 32 bspw. eine erste Druckeinheit 36a für eine erste
Druckfarbe, eine zweite Druckeinheit 36b für eine zweite Druckfarbe und eine dritte
Druckeinheit 36c für eine dritte Druckfarbe aufweisen, die jeweils übereinander angeordnet
sind, so dass die Getränkebehälter 16 lediglich mittels der Greiferköpfe 30 in der
Höhe justiert, jedoch nicht zwischen mehreren Druckstationen 32 bewegt oder umgesetzt
werden müssen.
[0060] Die Fig. 2D zeigt die in den Bereich der oberen beiden Druckeinheiten 36a und 36b
gebrachten Getränkebehälter 16, während die Fig. 2E die noch weiter abgesenkten Getränkebehälter
16 zeigt, deren zu bedruckende Außenseiten in die Bedruckungsreichweite der dritten
Druckeinheit 36c gebracht sind, damit sie dort fertig bedruckt werden.
[0061] Die Fig. 2F verdeutlicht die mit angehobenem Manipulator 28 aus der Direktdruckstation
32 herausgehobenen Getränkebehälter 16, an deren Außenmantelflächen jeweils ein Druckbild
38 im Direktdruckverfahren aufgebracht wurde.
[0062] Die schematische Draufsicht der Fig. 3A lässt eine alternative Anordnung der Vorrichtung
10 zur Bedruckung von Artikelaußenseiten erkennen, bei der eine größere Anzahl von
hier nicht dargestellten Artikeln oder Getränkebehältern mittels eines Manipulators
28 von einer ersten Förderstrecke 12 in eine Direktdruckstation 32 hineingehoben und
dort bedruckt werden kann, bevor die Artikel oder Getränkebehälter dort wieder herausgehoben
werden, um anschließend in hier ebenfalls nicht dargestellte Umverpackungen eingefügt
zu werden, die auf einer zweiten Förderstrecke 20 befördert werden. Bei dieser alternativen
Variante sind der Direktdruckstation 32 jeweils Drehteller 40 zugeordnet, auf welche
die Artikel oder Getränkebehälter jeweils aufgesetzt und während der Bedruckung gehalten
werden, um sie in drehender Bewegung an den Druckköpfen der Direktdruckstation 32
vorbeibewegen zu können.
[0063] Wie es die schematische Seitenansicht auf eine Direktdruckstation der Fig. 3B verdeutlicht,
können die Druckeinheiten 36 der Direktdruckstation 32 bei dieser Variante höhenverstellbar
ausgebildet sein, um nicht die Drehteller 40 in der Höhe verstellen zu müssen. Wie
schon bei der ersten Variante gemäß Fig. 2 können auch bei dieser Variante ggf. mehrere
Druckeinheiten 36 übereinander angeordnet sein, die nach entsprechenden Vertikalbewegungen
aktiviert und für die nacheinander erfolgende Aufbringung unterschiedlicher Druckfarben
auf die Mantelflächen der zu bedruckenden Artikel 14 oder Getränkebehälter 16 eingesetzt
werden können.
[0064] Auch bei dieser zweiten Variante kann der Manipulator 28 bspw. eine definierte Anzahl
von Artikeln in die Direktdruckstation 32 hineinheben und auf die dort befindlichen
Drehteller 40 absetzten, damit die Artikel dort bedruckt werden, um anschließend die
fertig bedruckten Artikel herauszuheben und an die zweite Förderstrecke 20 mit den
bereitstehenden Umverpackungen zu übergeben.
[0065] Die schematischen Seitenansichten der Figuren 3C bis 3F verdeutlichen einen Bedruckungsvorgang
einer definierten Anzahl von Getränkebehältern 16, die mittels geeigneter Greiferköpfen
30 eines Manipulators 28 einer Direktdruckstation 32 mit Drehtellern 40 zugeführt
werden. Die Greiferköpfe 30 heben die Getränkebehälter 16 jeweils an ihren Hals- oder
Kopfbereichen, bspw. mit Sauggreifern 34 (vgl. Fig. 3C). Bei dieser Variante sind
die Greiferköpfe 30 mit den Sauggreifern 34 lediglich für die Umsetzbewegung zuständig,
nicht jedoch für die exakte Positionierung der Getränkebehälter 16 an den Druckköpfen
36. Dies erfolgt im Zusammenspiel der höhenverstellbaren Druckeinheiten 36 und der
rotierenden Drehteller 40, auf denen die zu bedruckenden Getränkebehälter 16 fixiert
sind.
[0066] Gemäß Fig. 3D werden die Getränkebehälter 16 jeweils auf die Drehteller 40 aufgesetzt
und dort fixiert. Anschließend können die Sauggreifer 34 deaktiviert werden und kann
der Manipulator 28 entsprechend Fig. 3E abgehoben werden.
[0067] Entsprechend Fig. 3F können die Drehteller 40 rotiert werden, so dass die Getränkebehälter
16 durch bedarfsweise Rotationsbewegungen der Drehteller 40 an den höhenverstellbaren
Druckeinheiten 36 der Direktdruckstation 32 mit den gewünschten Druckbildern 38 (vgl.
Fig. 2F) versehen werden können.
[0068] Auch bei dieser Variante kann die Direktdruckstation 32 eine erste Druckeinheit 36a
für eine erste Druckfarbe, eine zweite Druckeinheit 36b für eine zweite Druckfarbe
und eine dritte Druckeinheit 36c für eine dritte Druckfarbe aufweisen, die jeweils
übereinander angeordnet und gemeinsam in der Höher verstellbar sind (vgl. Fig. 3F),
so dass die Getränkebehälter 16 nicht zwischen mehreren Druckstationen 32 bewegt oder
umgesetzt werden müssen.
[0069] Die schematischen Ansichten der Figuren 1 bis 3F veranschaulichen die Besonderheiten
und neuen Aspekte, die das erfindungsgemäße Verfahren auszeichnen, indem mehrere vom
Manipulator 28 erfasste Artikel 14 oder Getränkebehälter 16 vor einer Weitergabe an
eine im Transportweg nachgeordnete Verpackungs- und/oder Gebindebildungsstation oder
vor dem Einsetzen in hierfür bereitstehende Umverpackungen 22 oder Getränkekästen
24 an mindestens einer Stelle ihrer jeweiligen Außenseiten mit Druckfarbe und/oder
einer dauerhaft haftenden Beschichtung beaufschlagt und/oder mit mindestens einem
außen am wenigstens einen Artikel 14 anhaftenden Ausstattungselement (hier nicht gezeigt)
versehen werden.
[0070] Bei diesem neuartigen Verfahren werden insbesondere die hohen Steuerungs- und Positionierungsgenauigkeiten
der zur Verfügung stehenden Manipulatoren 28 genutzt, da diese Manipulatoren 28 nicht
nur in der Lage sind, die aufgenommenen Artikel 14 mit hoher Präzision in bereitstehende
Umverpackungen 22 zu überführen oder einer Verpackungs- und/oder Gebindebildungsstation
10 unter Einhaltung enger räumlicher Toleranzen zur Verfügung zu stellen. Die mit
den Manipulatoren 28 erzielbaren Positionierungsleistungen werden bei der vorliegenden
Anwendung dafür genutzt, die zu einem Zielort überführten Artikel 14 auf ihrem Weg
an hierfür vorbereiteten Druck- und/oder Applikationseinrichtungen vorbeizubewegen,
so sie mit einer Beschichtung, mit einer Bedruckung und/oder mit einer sonstigen Ausstattung
versehen werden können. D.h., auf den Artikeln 14 können je nach Bedarf etwa Druckbilder
38, Barcodes, Sprühkennzeichnungen, individuelle Kennzeichnungen, sog. Tracking-IDs,
RFIDs o. dgl. aufgebracht werden.
[0071] Die Erfindung wurde unter Bezugnahme auf eine bevorzugte Ausführungsform beschrieben.
Es ist jedoch für einen Fachmann vorstellbar, dass Abwandlungen oder Änderungen der
Erfindung gemacht werden können, ohne dabei den Schutzbereich der nachstehenden Ansprüche
zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0072]
- 10
- Verpackungsvorrichtung, Gebindebildungsvorrichtung, Verpackungs-und/oder Gebindebildungsvorrichtung
- 12
- erste Förderstrecke
- 14
- Artikel
- 16
- Behälter, Getränkebehälter
- 18
- Förderrichtung
- 20
- zweite Förderstrecke
- 22
- Umverpackung
- 24
- Kasten, Getränkekasten
- 26
- Handhabungsstation, Verpackungsstation, Handhabungs- und/oder Verpackungsstation
- 28
- Manipulator
- 30
- Greiferkopf
- 32
- Direktdruckstation, Applikationsstation, Direktdruck- und/oder Applikationsstation
- 32a
- erste Direktdruckstation (zur Applikation einer ersten Druckfarbe)
- 32b
- zweite Direktdruckstation (zur Applikation einer zweiten Druckfarbe)
- 34
- Sauggreifer
- 36
- Druckkopf, Druckeinheit
- 36a
- erste Druckeinheit (für erste Druckfarbe)
- 36b
- zweite Druckeinheit (für zweite Druckfarbe)
- 36c
- dritte Druckeinheit (für dritte Druckfarbe)
- 38
- Druckbild
- 40
- Drehteller
1. Verpackungs- und/oder Gebindebildungsvorrichtung (10), zumindest umfassend:
- einen Transportabschnitt oder Bereitstellungsplatz für insbesondere gruppierte Artikel
(14),
- eine Handhabungs- und/oder Verpackungsstation (26) zum Verpacken und/oder Bündeln
von Artikeln (14) durch Zusammenfassen mehrerer Artikel (14) zu Gebinden und/oder
zum Überführen mehrerer Artikel (14) in Umverpackungen (22), die jeweils mindestens
eine aus mehreren Artikeln (14) gebildete Artikelgruppe aufnehmen können,
- mindestens einen zwischen dem Transportabschnitt oder Bereitstellungsplatz und der
Handhabungs- und/oder Verpackungsstation (26) beweglichen Manipulator (28), der jeweils
mindestens eine Artikelgruppe erfassen und der Handhabungs- und/oder Verpackungsstation
(26) zuführen und/oder die mindestens eine Artikelgruppe in eine bereitstehende Umverpackung
(22) einfügen oder einsetzen kann, sowie
- mindestens eine zwischen dem Transportabschnitt oder Bereitstellungsplatz und der
Handhabungs- und/oder Verpackungsstation (26) befindliche und vom mindestens einen
Manipulator (28) erreichbare Direktdruck- und/oder Applikationsstation (32) zur Beaufschlagung
der Artikel (14) oder zumindest eines der Artikel (14) an mindestens einer Stelle
ihrer jeweiligen Außenseiten mit Druckfarbe und/oder einer dauerhaft haftenden Beschichtung
und/oder zur Anbringung mindestens eines außen am wenigstens einen Artikel (14) anhaftenden
Ausstattungselementes.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei welcher die Direktdruck- und/oder Applikationsstation
(32) mindestens einen ortsfesten Direktdruckkopf (36) umfasst, der vom Manipulator
(28) erreichbar ist, wobei dieser an dem Direktdruckkopf (36) den mindestens einen
zu bedruckenden und/oder zu beschichtenden Artikel (14) vorbeibewegen und/oder zur
Erzeugung eines Druckbildes (38) in verschiedene Richtungen mehrfach vorbeibewegen
kann.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, bei dem der mindestens eine Artikel (14) nacheinander
an zwei oder mehr Druck- und/oder Applikationsköpfen (36; 36a, 36b, 36c) der Direktdruck-
und/oder Applikationsstation (32) vorbeibewegt werden kann, die jeweils unterschiedliche
Druckfarben und/oder jeweils unterschiedliche Substanzen auf die Außenseite des Artikels
(14) applizieren können.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, die mindestens einen, insbesondere mehrere
Drehteller (40) zur Aufnahme, zur Fixierung und zur rotierenden und/oder hebenden
und senkenden Bewegung der an ihren Außenseiten mit Druckfarbe und/oder einer Beschichtung
zu beaufschlagenden und/oder mit einem Ausstattungselement auszustattenden Artikel
(14) aufweist, welche Drehteller (40) der Direktdruck- und/oder Applikationsstation
(32) zugeordnet sind und mit dieser in Wirkverbindung stehen.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, der eine Trocknungsstation zur Trocknung
der Außenflächen der zu behandelnden Artikel (14) vorgeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei welcher zumindest der Direktdruck-
und/oder Applikationsstation (32) eine Trocknungsstation zur Trocknung der Außenflächen
der zu behandelnden Artikel (14) vorgeordnet ist.
7. Verfahren zum Verpacken und/oder Bündeln von Artikeln (14) durch Zusammenfassen mehrerer
Artikel (14) zu Gebinden und/oder zum Überführen mehrerer Artikel (14) in Umverpackungen
(22), die jeweils mindestens eine aus mehreren Artikeln (14) gebildete Artikelgruppe
aufnehmen,
- wobei jeweils mindestens eine Artikelgruppe mittels wenigstens eines Manipulators
(28) erfasst und einer Verpackungs- und/oder Gebindebildungsstation (10) zugeführt
und/oder in eine bereitstehende Umverpackung (22) eingefügt oder eingesetzt wird,
- und wobei mindestens einer der vom wenigstens einen Manipulator (28) erfassten Artikel
(14) vor einer Weitergabe an die Verpackungs- und/oder Gebindebildungsstation (10)
oder vor dem Einsetzen in die bereitstehende Umverpackung (22) an mindestens einer
Stelle seiner Außenseite mit Druckfarbe und/oder einer dauerhaft haftenden Beschichtung
beaufschlagt und/oder mit mindestens einem außen am wenigstens einen Artikel (14)
anhaftenden Ausstattungselement versehen wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, bei dem der wenigstens eine Manipulator (28) den mindesten
einen zu verpackenden und/oder mit anderen Artikeln (14) zu einem Gebinde zusammenzufassenden
Artikel (14) vor der Weitergabe an die Verpackungs- und/oder Gebindebildungsstation
(10) oder vor dem Einsetzen in die bereitstehende Umverpackung (22) an mindestens
einem ortsfesten Druck- und/oder Applikationskopf (36) vorbeibewegt, der die Außenseite
des Artikels (14) mit Druckfarbe und/oder einer Beschichtung beaufschlagt und/oder
mit dem Ausstattungselement versieht.
9. Verfahren nach Anspruch 8, bei dem der mindestens eine Druck- und/oder Applikationskopf
(36) durch einen ortsfesten Direktdruckkopf gebildet ist, an dem der mindestens eine
Artikel (14) vorbeibewegt und/oder zur Erzeugung eines Druckbildes (38) in verschiedene
Richtungen mehrfach vorbeibewegt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, bei dem der mindestens eine Artikel (14) nacheinander
an zwei oder mehr Druck- und/oder Applikationsköpfen (36; 36a, 36b, 36c) vorbeibewegt
wird, die jeweils unterschiedliche Druckfarben und/oder jeweils unterschiedliche Substanzen
auf die Außenseite des Artikels (14) applizieren.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, bei dem mindestens zwei gleichzeitig
vom Manipulator (28) erfasste Artikel (14) durch unterschiedliche Behandlung mit jeweils
unterschiedlichen Druck- und/oder Applikationsbildern und/oder mit jeweils unterschiedlichen
Ausstattungselementen beaufschlagt oder ausgestattet werden.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 11, bei dem der mindestens eine Artikel (14)
vom Manipulator (28) an einen Drehteller (40) übergeben und dort aufgesetzt und fixiert
wird, um dort durch Rotations- und/oder Hebe- und Senkbewegungen an wenigstens einem
ortsfesten und/oder heb- und senkbaren Druck- und/oder Applikationskopf (32) vorbeibewegt
zu werden, der die Außenseite des Artikels (14) mit Druckfarbe und/oder einer Beschichtung
beaufschlagt und/oder mit dem Ausstattungselement versieht, wonach eine Weitergabe
des mindestens einen Artikels (14) an die Verpackungs- und/oder Gebindebildungsstation
(10) und/oder an die bereitstehende Umverpackung (22) erfolgt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 12, bei dem die Artikel (14) zeitlich vor
ihrer Beaufschlagung an ihren Außenseiten mit Druckfarbe und/oder einer dauerhaft
haftenden Beschichtung und/oder vor ihrer Ausstattung mit mindestens einem außen am
jeweiligen Artikel (14) anhaftenden Ausstattungselement getrocknet werden.