[0001] Die vorliegende Erfindung geht aus von einem Betriebsverfahren für einen Kran, insbesondere
einen Containerkran, der einen oberen Lastaufhängepunkt aufweist, an dem über ein
Seilsystem eine Last aufgehängt ist, so dass die Last um den oberen Lastaufhängepunkt
pendeln kann,
- wobei eine Steuereinrichtung des Krans Antriebe des Krans ansteuert, so dass der obere
Lastaufhängepunkt und mit ihm die Last entsprechend der Ansteuerung durch die Steuereinrichtung
verfahren werden.
[0002] Die vorliegende Erfindung geht weiterhin aus von einem Steuerprogramm für eine Steuereinrichtung
eines Krans, wobei das Steuerprogramm Maschinencode umfasst, der von der Steuereinrichtung
ausführbar ist, wobei die Ausführung des Maschinencodes durch die Steuereinrichtung
bewirkt, dass die Steuereinrichtung den Kran gemäß einem derartigen Betriebsverfahren
betreibt.
[0003] Die vorliegende Erfindung geht weiterhin aus von einer Steuereinrichtung eines Krans,
wobei die Steuereinrichtung mit einem derartigen Steuerprogramm programmiert ist,
so dass die Ausführung des Maschinencodes durch die Steuereinrichtung bewirkt, dass
die Steuereinrichtung den Kran gemäß einem derartigen Betriebsverfahren betreibt.
[0004] Die vorliegende Erfindung geht weiterhin aus von einem Kran, insbesondere einem Containerkran,
- wobei der Kran einen oberen Lastaufhängepunkt aufweist, an dem über ein Seilsystem
eine Last aufhängbar ist, so dass die Last um den oberen Lastaufhängepunkt pendeln
kann,
- wobei der Kran Antriebe aufweist, mittels derer der obere Lastaufhängepunkt des Krans
und mit ihm die Last verfahrbar sind,
- der Kran eine Steuereinrichtung aufweist, die Antriebe des Krans ansteuert, so dass
der obere Lastaufhängepunkt und mit ihm die Last entsprechend der Ansteuerung durch
die Steuereinrichtung verfahren werden.
[0005] Beim Betrieb von Kranen kann es beim Umschlagen einer Last - beispielsweise eines
Containers - zu Kollisionen der umgeschlagenen Last mit einem Hindernis kommen. Ein
besonderer Fall ist hierbei der manuelle Betrieb des Krans. Beim manuellen Betrieb
wird der Kran von einem Kranfahrer bzw. allgemein einer Bedienperson bedient. Die
Bedienperson hat die volle Verantwortung für den Kran und die von dem Kran geführte
Last. Die Bedienperson muss insbesondere sicherstellen, dass es nicht zu einer Kollision
der Last mit anderen Objekten (Hindernissen) kommt. Die Bedienpersonen derartiger
Krane sind in der Regel gut geschult und können Situationen, die zu einer Kollision
führen könnten, gut einschätzen. Es kann jedoch vorkommen, dass - ohne direkten Einfluss
der Bedienperson - die Steuereinrichtung des Krans plötzlich einen Nothalt (Sicherheitsstopp)
auslöst. In diesem Fall wird die Bewegung des oberen Lastaufhängepunkts so schnell
wie möglich beendet. Das Abbremsen des oberen Lastaufhängepunkts wirkt über das Seilsystem
auf die Last. Die Last wird dadurch in manchen Fällen in eine unerwünschte, von der
Bedienperson so nicht vorhersehbare Pendelbewegung versetzt. Durch die Pendelbewegung
kann es trotz und sogar gerade wegen des Nothalts zu einer Kollision kommen.
[0006] Ähnliche Problematiken können sich im Falle eines automatisierten Betriebs des Krans
ergeben, wenn plötzlich ein Nothalt bzw. Sicherheitsstopp ausgelöst wird.
[0007] Im Stand der Technik sind an sich zwar Lösungen für den Kollisionsschutz bekannt.
Diese Lösungen setzen jedoch voraus, dass die Last mit dem oberen Lastaufhängepunkt
starr verbunden ist. Bei den Lösungen des Standes der Technik wird also vorausgesetzt,
dass die Last nicht um den oberen Lastaufhängepunkt pendeln kann. Für Situationen,
in denen ein Pendeln der Last möglich ist, sind Lösungen im Stand der Technik nicht
bekannt.
[0008] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen Kollisionsschutz zuverlässig
auch dann zu gewährleisten, wenn ein Pendeln der Last um den oberen Lastaufhängepunkt
möglich ist.
[0009] Die Aufgabe wird durch ein Betriebsverfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen des Betriebsverfahrens sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche 2 bis 10.
[0010] Erfindungsgemäß wird ein Betriebsverfahren der eingangs genannten Art dadurch ausgestaltet,
- dass die Steuereinrichtung beim Verfahren des oberen Lastaufhängepunkts in Abhängigkeit
von Zustandsgrößen des Krans dynamisch immer wieder eine innere Sicherheitszone um
die Last herum ermittelt,
- dass die Zustandsgrößen zumindest eine Lage des oberen Lastaufhängepunkts, eine Verfahrgeschwindigkeit
des oberen Lastaufhängepunkts und eine wirksame Pendellänge der Last um den oberen
Lastaufhängepunkt umfassen,
- dass die Steuereinrichtung anhand von der Steuereinrichtung bekannten weiteren Informationen
prüft, ob ein von der Last verschiedenes Objekt in die innere Sicherheitszone eintritt,
und
- dass die Steuereinrichtung, sobald ein Objekt in die innere Sicherheitszone eintritt,
das Verfahren des oberen Lastaufhängepunkts beendet oder eine Meldung zum Beenden
des Verfahrens des oberen Lastaufhängepunkts an eine Bedienperson des Krans ausgibt,
und anderenfalls das Verfahren des oberen Lastaufhängepunkts beibehält oder keine
Meldung zum Beenden des Verfahrens des oberen Lastaufhängepunkts an die Bedienperson
des Krans ausgibt.
[0011] Es ist möglich, dass die Steuereinrichtung ausschließlich die innere Sicherheitszone
ermittelt. Vorzugsweise ist jedoch vorgesehen,
- dass die Steuereinrichtung in Abhängigkeit von den jeweiligen Zustandsgrößen dynamisch
mindestens eine die innere Sicherheitszone umgebende äußere Sicherheitszone ermittelt,
- dass die Steuereinrichtung anhand der weiteren Informationen prüft, ob ein von der
Last verschiedenes Objekt in die äußere Sicherheitszone eintritt, und
- dass die Steuereinrichtung, sobald ein Objekt in die äußere Sicherheitszone eintritt,
eine Verfahrgeschwindigkeit des oberen Lastaufhängepunkts reduziert oder eine Meldung
zum Reduzieren der Verfahrgeschwindigkeit des oberen Lastaufhängepunkts an eine Bedienperson
des Krans ausgibt, und anderenfalls die Verfahrgeschwindigkeit des oberen Lastaufhängepunkts
beibehält oder keine Meldung zum Reduzieren der Verfahrgeschwindigkeit des oberen
Lastaufhängepunkts an die Bedienperson des Krans ausgibt.
[0012] Durch diese Ausgestaltung ist es möglich, bereits im Vorfeld, bevor die Gefahr einer
Kollision droht, eine entsprechende Reduzierung der Verfahrgeschwindigkeit vorzunehmen
oder anzufordern, dass die Verfahrgeschwindigkeit reduziert. Dadurch kann die Verfahrbewegung
als solche zwar durchgeführt werden, aber nur mit einer reduzierten Verfahrgeschwindigkeit.
Es wird also nicht sofort die Verfahrbewegung abgebrochen bzw. bei der Bedienperson
ein derartiger Abbruch angefordert. Das Ausmaß der Reduzierung der Verfahrgeschwindigkeit
ist dadurch bestimmt, dass in dem Falle, dass bei der reduzierten Verfahrgeschwindigkeit
ein Sicherheitsstopp auftritt, der obere Lastaufhängepunkt ohne Gefahr einer Kollision
der Last mit einem Hindernis angehalten werden kann. Gegebenenfalls können auch mehrere
ineinander verschachtelte äußere Sicherheitszonen ermittelt werden, wobei die Verfahrgeschwindigkeit
- bezogen auf die verschiedenen äußeren Sicherheitszonen - von außen nach innen immer
weiter reduziert wird.
[0013] Es ist möglich, dass die Steuereinrichtung in einem automatischen Betrieb arbeitet,
in dem die Steuereinrichtung eigenständig ermittelt, welche Verfahrbewegung der obere
Lastaufhängepunkt jeweils ausführen soll. Vorzugsweise arbeitet die Steuereinrichtung
jedoch in einem manuellen Betrieb, in dem die Steuereinrichtung von der Bedienperson
immer wieder Fahrbefehle für den oberen Lastaufhängepunkt entgegennimmt. In diesem
Fall nimmt die Steuereinrichtung die Ansteuerung der Antriebe zumindest dann, wenn
kein von der Last verschiedenes Objekt in die innere Sicherheitszone bzw. in die äußere
Sicherheitszone eingetreten ist, jeweils entsprechend den vorgegebenen Fahrbefehlen
vor.
[0014] Vorzugsweise ermittelt die Steuereinrichtung anhand der momentanen Verfahrgeschwindigkeit
des oberen Lastaufhängepunkts einen Bremsweg des oberen Lastaufhängepunkts und berücksichtigt
im Rahmen der Ermittlung der inneren Sicherheitszone den Bremsweg des oberen Lastaufhängepunkts
und eine Pendelbewegung der Last um den oberen Lastaufhängepunkt. Durch diese Vorgehensweise
lässt sich die innere Sicherheitszone möglichst gut abschätzen. Ein Eingreifen in
die eigentlich gewünschte Fahrbewegung des oberen Lastaufhängepunkts wird dadurch
auf diejenigen Fälle reduziert, in denen sie tatsächlich erforderlich ist.
[0015] In der Regel legt die Steuereinrichtung der Ermittlung des Bremsweges des oberen
Lastaufhängepunkts eine vorbekannte, konstante Beschleunigung zu Grunde.
[0016] Im optimalen Fall umfassen die Zustandsgrößen - zusätzlich zur Verfahrgeschwindigkeit
des oberen Lastaufhängepunkts und der wirksamen Pendellänge - für die tatsächliche
Pendelbewegung charakteristische Größen. Dadurch ist es möglich, dass die Steuereinrichtung
anhand der für die tatsächliche Pendelbewegung charakteristischen Größen - also der
konkret gegebenen Pendelbewegung zu dem Zeitpunkt, zu dem der Sicherheitsstopp auftritt
- eine maximale Auslenkung der Pendelbewegung für denjenigen Zeitpunkt ermittelt,
zu dem der obere Lastaufhängepunkt gestoppt ist, und im Rahmen der Ermittlung der
inneren Sicherheitszone die ermittelte maximale Auslenkung der Pendelbewegung berücksichtigt.
Dadurch kann die innere Sicherheitszone sehr genau entsprechend der tatsächlichen
Gegebenheiten ermittelt werden.
[0017] Alternativ ist es möglich, dass die Zustandsgrößen, die für die tatsächliche Pendelbewegung
charakteristischen Größen nicht umfassen. In diesem Fall kann die Steuereinrichtung
die Pendelbewegung dadurch berücksichtigen, dass sie einer Pendeltabelle einen von
der Verfahrgeschwindigkeit des oberen Lastaufhängepunkts und der wirksamen Pendellänge
abhängigen Wert entnimmt und diesen Wert im Rahmen der Ermittlung der inneren Sicherheitszone
berücksichtigt. In der Pendeltabelle ist hierbei ein Wert hinterlegt, der in der Praxis
dem schlimmstmöglichen Fall entspricht. Es wird also eine worst case Betrachtung vorgenommen.
Dadurch ist eine zuverlässige Ermittlung der inneren Sicherheitszone auch dann möglich,
wenn die tatsächliche Pendelbewegung nicht bekannt ist.
[0018] Es ist weiterhin möglich, dass die Zustandsgrößen zusätzlich eine Windgeschwindigkeit
eines die Last umströmenden Windes umfassen. In diesem Fall kann die Steuereinrichtung
im Rahmen der Ermittlung der inneren Sicherheitszone zusätzlich auch eine Auslenkung
der Last durch den Wind mitberücksichtigen. Dadurch kann die Wahrscheinlichkeit von
Kollisionen noch weiter reduziert werden. Die Windgeschwindigkeit kann als richtungsunabhängiger
Betrag oder in Form eines Vektors gegeben sein.
[0019] Vorzugsweise ermittelt die Steuereinrichtung die Auslenkung der Last durch Wind dadurch,
dass sie einer Windtabelle einen Wert entnimmt, der von der Windgeschwindigkeit, einer
Masse der Last und einer Angriffsfläche der Last für den Wind abhängig ist, und anhand
dieses Wertes die Auslenkung der Last durch den Wind ermittelt. Diese Vorgehensweise
gestaltet sich als besonders effizient.
[0020] Die Aufgabe wird weiterhin durch ein Steuerprogramm mit den Merkmalen des Anspruchs
11 gelöst. Erfindungsgemäß wird ein Steuerprogramm der eingangs genannten Art derart
ausgestaltet, dass die Abarbeitung des Maschinencodes durch die Steuereinrichtung
bewirkt, dass die Steuereinrichtung den Kran gemäß einem erfindungsgemäßen Betriebsverfahren
betreibt.
[0021] Die Aufgabe wird weiterhin durch eine Steuereinrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
12 gelöst. Erfindungsgemäß wird eine Steuereinrichtung der eingangs genannten Art
mit einem erfindungsgemäßen Steuerprogramm programmiert, so dass die Steuereinrichtung
den Kran gemäß einem erfindungsgemäßen Betriebsverfahren betreibt.
[0022] Die Aufgabe wird weiterhin durch einen Kran mit den Merkmalen des Anspruchs 13 gelöst.
Erfindungsgemäß ist die Steuereinrichtung des Krans als erfindungsgemäße Steuereinrichtung
ausgebildet.
[0023] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die in Verbindung
mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Hierbei zeigen in schematischer Darstellung:
- FIG 1
- eine Seitenansicht eines Krans,
- FIG 2
- den Kran von FIG 1 von oben,
- FIG 3
- eine Pendelbewegung,
- FIG 4
- ein Steuerungsdiagramm,
- FIG 5
- ein Ablaufdiagramm,
- FIG 6
- einen oberen Lastaufhängepunkt, eine Last und Sicherheitszonen,
- FIG 7
- eine erste Pendeltabelle,
- FIG 8
- eine zweite Pendeltabelle,
- FIG 9
- ein Ablaufdiagramm,
- FIG 10
- ein Ablaufdiagramm,
- FIG 11
- ein Ablaufdiagramm,
- FIG 12
- eine Windtabelle und
- FIG 13
- ein Ablaufdiagramm.
[0024] Gemäß den FIG 1 und 2 weist ein Kran einen oberen Lastaufhängepunkt 1 auf. An dem
oberen Lastaufhängepunkt 1 kann über ein Seilsystem 2 eine Last 3 aufgehängt werden.
Aufgrund des Umstands, dass die Last 3 somit eine hängende Last ist, kann die Last
3 entsprechend der Darstellung in FIG 3 um den oberen Lastaufhängepunkt 1 pendeln.
Die Last 3 kann entsprechend der Darstellung in den FIG 1 und 2 beispielsweise als
Container ausgebildet sein. In diesem Fall ist der Kran ein Containerkran.
[0025] Die Pendelbewegung kann, sofern die Pendelbewegung in einer vertikalen Ebene erfolgt,
durch drei Größen vollständig beschrieben werden. Diese drei Größen sind die wirksame
Pendellänge l, der momentane Auslenkungswinkel ϕ1 und die momentane Winkelgeschwindigkeit
ω. Die momentane Winkelgeschwindigkeit ω entspricht, wie allgemein bekannt ist, der
zeitlichen Ableitung des momentanen Auslenkungswinkels ϕ1. Der momentane Auslenkungswinkel
ϕ1 weist einen Wert von 0° auf, wenn - innerhalb der vertikalen Ebene - die Last 3
sich exakt unter dem oberen Lastaufhängepunkt 1 befindet. Die vorliegende Erfindung
wird nachstehend in Verbindung mit einer derartigen Pendelbewegung erläutert. Im Falle
einer zusätzlichen Pendelbewegung in einer zu der genannten vertikalen Ebene orthogonalen
Ebene müssen ein weiterer momentaner Auslenkungswinkel und eine weitere momentane
Winkelgeschwindigkeit und gegebenenfalls ein Phasenversatz der beiden Pendelbewegungen
relativ zueinander berücksichtigt werden. Dies ist jedoch ohne weiteres möglich, da
die beiden zueinander orthogonalen Ebenen unabhängig voneinander betrachtet werden
können. Die Systematik bleibt also dieselbe.
[0026] Der Kran weist gemäß FIG 4 Antriebe 4a, 4b auf. Mittels der Antriebe 4a, 4b ist der
obere Lastaufhängepunkt 1 und mit ihm die Last 3 verfahrbar. Beispielsweise kann der
Kran entsprechend der Darstellung in den FIG 1 und 2 ein Grundgerüst 5 aufweisen,
in dessen oberem Bereich eine Traverse 6 verläuft. Auf der Traverse 6 kann eine Laufkatze
7 angeordnet sein, die mittels des Antriebs 4a durch Vorgabe eines entsprechenden
Sollwertes x* in einer x-Richtung verfahren werden kann. Der obere Lastaufhängepunkt
1 ist in diesem Fall an der Laufkatze 7 angeordnet. Zusätzlich ist es möglich, dass
mittels des Antriebs 4b das Grundgerüst 5 als Ganzes durch Vorgabe eines entsprechenden
Sollwertes y* in einer y-Richtung verfahren werden kann. Die x-Richtung und die y-Richtung
sind orthogonal zueinander und verlaufen beide (exakt oder zumindest im Wesentlichen)
horizontal. Der Kran weist ferner einen weiteren Antrieb 4c auf, der ein Hubwerk 8
antreibt. Mittels des Weiteren Antriebs 4c und des Hubwerks 8 kann durch Vorgabe eines
entsprechenden Sollwertes l* die Last 3 angehoben und abgesenkt werden und hiermit
korrespondierend die wirksame Pendellänge l eingestellt werden.
[0027] Im Falle einer derartigen Ausgestaltung - also als Kran mit einem Grundgerüst 5,
einer Traverse 6 und einer Laufkatze 7 - kann der Kran beispielsweise als Portalkran
oder als Containerbrücke ausgebildet sein. Insbesondere Containerbrücken werden oftmals
zum Umschlagen von Containern zu und von Schiffen eingesetzt (STS = ship to shore).
Es sind aber auch andere Ausgestaltungen möglich, beispielsweise als Portalkran. Auch
muss die Last 3 nicht notwendigerweise ein Container sein, auch wenn dies oftmals
der Fall ist.
[0028] Die Vorgabe der entsprechenden Sollwerte x*, y*, l* (oder die Vorgabe von Änderungsrichtungen
und gegebenenfalls auch Änderungsgeschwindigkeiten) erfolgt durch eine Steuereinrichtung
9, welche die Antriebe 4a, 4b, 4c des Krans ansteuert. Entsprechend der Ansteuerung
der Antriebe 4a, 4b werden der obere Lastaufhängepunkt 1 und mit ihm die Last 3 verfahren,
entsprechend der Ansteuerung des Antriebs 4c wird die Last 3 angehoben oder abgesenkt.
[0029] Die Steuereinrichtung 9 ist mit einem Steuerprogramm 10 programmiert. Das Steuerprogramm
10 umfasst Maschinencode 11, der von der Steuereinrichtung 9 ausführbar ist. Die Ausführung
des Maschinencodes 11 durch die Steuereinrichtung 9 bewirkt, dass die Steuereinrichtung
9 den Kran gemäß einem Betriebsverfahren betreibt, das nachstehend näher erläutert
wird.
[0030] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird angenommen, dass der Kran eine Verfahrbewegung
in der x-Richtung ausführt. Für eine Verfahrbewegung in der y-Richtung oder eine kombinierte
Verfahrbewegung sowohl in der x-Richtung als auch in der y-Richtung gelten gegebenenfalls
völlig analoge Ausführungen.
[0031] Gemäß FIG 5 nimmt die Steuereinrichtung in einem Schritt S1 Daten der Last 3 entgegen.
Die Daten können insbesondere die Masse und die Abmessungen der Last 3 umfassen.
[0032] In einem Schritt S2 bestimmt die Steuereinrichtung 9 - wenn auch nur vorläufig -
Steuerbefehle C für die Antriebe 4a, 4b, 4c. In einem Automatikbetrieb bestimmt die
Steuereinrichtung 9 die Steuerbefehle C eigenständig anhand ihres Steuerprogramms
10. In einem manuellen Betrieb bestimmt die Steuereinrichtung 9 die Steuerbefehle
C aufgrund von Fahrbefehlen F einer Bedienperson 12. Die Steuerbefehle C legen insbesondere
die Sollwerte x*, y* und l* für die Antriebe 4a, 4b, 4c fest.
[0033] Auf welche Art und Weise die Steuerbefehle C bestimmt werden, ist im Rahmen der vorliegenden
Erfindung von untergeordneter Bedeutung. Vorzugsweise arbeitet die Steuereinrichtung
9 jedoch im manuellen Betrieb, in dem die Steuereinrichtung 9 von der Bedienperson
12 immer wieder die Fahrbefehle F entgegennimmt. Die Fahrbefehle F umfassen in diesem
Fall zum einen die Fahrbefehle für das Verfahren des oberen Lastaufhängepunkts 1.
Zum anderen umfassen sie die Fahrbefehle für das Heben und Senken der Last 3.
[0034] In einem Schritt S3 prüft die Steuereinrichtung 9, ob ein Sicherheitsstopp ausgelöst
wurde. Wenn dies der Fall ist, geht die Steuereinrichtung 9 zu einem Schritt S4 über,
in dem die Steuereinrichtung 9 das Verfahren des oberen Lastaufhängepunkts 1 und mit
ihm der Last 3 so schnell wie möglich beendet (Nothalt). In einem nachfolgenden Schritt
S5 prüft die Steuereinrichtung 9 sodann, ob ihr wieder eine Freigabe zur Wiederaufnahme
des Verfahrens des oberen Lastaufhängepunkts 1 vorgegeben wird. Die Steuereinrichtung
9 führt den Schritt S5 immer wieder erneut aus, bis dies erfolgt.
[0035] Wenn kein Sicherheitsstopp ausgelöst wurde, ermittelt die Steuereinrichtung 9 in
einem Schritt S6 eine innere Sicherheitszone 13 um die Last 3 herum (siehe FIG 6).
Die innere Sicherheitszone 13 ist derart bestimmt, dass im Falle eines plötzlich auftretenden
Sicherheitsstopps die Last 3 nicht mit Objekten 14 (siehe FIG 1) in Kontakt kommt,
sofern diese sich außerhalb der inneren Sicherheitszone 13 befinden. Die innere Sicherheitszone
13 erstreckt sich horizontal über bestimmte Abmessungen. Dies wird später erläutert
werden. In Vertikalrichtung kann sich die innere Sicherheitszone 13, ausgehend von
der momentanen Position der Last 3 unter dem oberen Lastaufhängepunkt 1, nach oben
prinzipiell unbegrenzt erstrecken. Alternativ ist es möglich, dass sie sich nach oben
nur in begrenztem Umfang erstreckt. Nach unten ist die Sicherheitszone 13 stets begrenzt,
und zwar - ausgehend von der momentanen Höhenposition der Last 3 - durch den Bremsweg,
der beim Absenken der Last 3 zum Anhalten des Hubwerks 8 erforderlich ist.
[0036] Die Ermittlung der inneren Sicherheitszone 13 erfolgt in Abhängigkeit von Zustandsgrößen
des Krans. Hierbei handelt es sich um die Zustandsgrößen, wie sie zu dem Zeitpunkt
vorliegen, zu dem der Sicherheitsstopp ausgelöst wird. Die Zustandsgrößen umfassen
zumindest die Lage des oberen Lastaufhängepunkts 1, also beispielsweise dessen x-
und y-Position, die Verfahrgeschwindigkeit v des oberen Lastaufhängepunkts 1 und den
Abstand der Last 3 vom oberen Lastaufhängepunkt 1, also im Ergebnis die wirksame Pendellänge
1. Nachfolgend wird angenommen, dass es sich um die entsprechenden Istwerte x, y,
l handelt. Alternativ kann es sich aber ebenso um die Sollwerte x*, y*, l* handeln.
Die Ermittlung der inneren Sicherheitszone 13 wird später noch näher erläutert werden.
[0037] In einem Schritt S7 nimmt die Steuereinrichtung 9 Informationen aus der Umgebung
der Last 3 entgegen. Die Informationen können der Steuereinrichtung 3 auf verschiedene
Art und Weise - gegebenenfalls auch in Kombination - zur Verfügung gestellt werden.
Beispielsweise kann es sich um Informationen über ortsfeste Hindernisse handeln, beispielsweise
bauliche Strukturen. Derartige Informationen müssen der Steuereinrichtung 9 nur einmalig
vorgegeben werden. Auch kann es sich um Informationen über temporär ortsfeste Hindernisse
handeln, beispielsweise über bereits umgeschlagene oder noch umzuschlagende andere
Lasten. Informationen über bereits umgeschlagene Lasten können der Steuereinrichtung
9 aufgrund ihres Betriebs in der Vergangenheit bekannt sein. Informationen über noch
umzuschlagende Lasten können der Steuereinrichtung 9 anderweitig bekannt gegeben werden,
beispielsweise durch Vorgabe einer abzuarbeitenden Sequenz zum Umschlag von Lasten.
Auch kann es sich um Informationen über bewegliche Hindernisse handeln, beispielsweise
Fahrzeuge oder Personen. Derartige Informationen können der Steuereinrichtung 9 beispielsweise
über Bilder einer Kamera oder mehrerer Kameras bekannt gegeben werden.
[0038] Durch Auswerten der entgegengenommenen Informationen prüft die Steuereinrichtung
9 in einem Schritt S8, ob ein von der Last 3 verschiedenes Objekt 14 in die innere
Sicherheitszone 13 eintritt.
[0039] Wenn dies nicht der Fall ist, geht die Steuereinrichtung 9 zu einem Schritt S9 über.
Im Schritt S9 führt die Steuereinrichtung 9 die im Schritt S2 ermittelten Steuerbefehle
C aus. Sie steuert also die Antriebe 4a, 4b, 4c entsprechend an. Der obere Lastaufhängepunkt
1 und mit ihm die Last 3 werden somit durch die Steuereinrichtung 9 entsprechend der
gewünschten Ansteuerung verfahren. Im Ergebnis behält die Steuereinrichtung 9 somit
das Verfahren des oberen Lastaufhängepunkts 1 bei. Eine besondere Meldung M an die
Bedienperson 12 erfolgt nicht. Insbesondere nimmt die Steuereinrichtung 9 im Falle
des manuellen Betriebs die Ansteuerung der Antriebe 4a, 4b, 4c in diesem Fall jeweils
entsprechend den vorgegebenen Fahrbefehlen F vor.
[0040] Wenn die Steuereinrichtung 9 hingegen im Schritt S8 erkannt hat, dass ein von der
Last 3 verschiedenes Objekt 14 in die innere Sicherheitszone 13 eingetreten ist, beendet
die Steuereinrichtung 9 in einem Schritt S10 das Verfahren des oberen Lastaufhängepunkts
1. Auch im Schritt S10 wird das Verfahren des oberen Lastaufhängepunkts 1 - analog
zum Schritt S4 - so schnell wie möglich beendet. Alternativ oder zusätzlich kann die
Steuereinrichtung 9 in einem Schritt S11 die erwähnte besondere Meldung M an die Bedienperson
12 ausgeben. Durch die besondere Meldung M wird die Bedienperson 12 aufgefordert,
das Verfahren des oberen Lastaufhängepunkts 1 zu beenden.
[0041] Sowohl vom Schritt S9 als auch vom Schritt S10 bzw. vom Schritt S11 aus geht die
Steuereinrichtung 9 wieder zum Schritt S2 zurück. Im Ergebnis wird dadurch - unter
anderem - die innere Sicherheitszone 13 beim Verfahren des oberen Lastaufhängepunkts
1 dynamisch immer wieder neu ermittelt.
[0042] Nachfolgend werden verschiedene Möglichkeiten zum Ermitteln der inneren Sicherheitszone
13 in Horizontalrichtung erläutert. Die Ermittlung in Vertikalrichtung ist einfach
und unkritisch.
[0043] Die Ermittlung der inneren Sicherheitszone 13 beginnt mit der Überlegung, dass der
obere Lastaufhängepunkt 1 sich zu dem Zeitpunkt, zu dem der Sicherheitsstopp des Schrittes
S10 ausgelöst wird, bei einer momentanen Position s0 befindet und sich mit einer Verfahrgeschwindigkeit
v bewegt. Unter der Annahme, dass das Abbremsen des oberen Lastaufhängepunkts 1 mit
einer konstanten Beschleunigung a erfolgt, gilt somit für den Bremsweg s1 des oberen
Lastaufhängepunkts 1 die Bedingung

[0044] Die Beschleunigung a ist - selbstverständlich - der Verfahrgeschwindigkeit v entgegen
gerichtet.
[0045] Es ist weiterhin möglich, eine analoge Vorgehensweise auch für die Pendellänge l
vorzunehmen. Die Änderung der Pendellänge l, also die Hubgeschwindigkeit, mit der
die Last 3 angehoben oder abgesenkt wird, wird in diesem Fall über eine Geschwindigkeitsrampe
auf 0 reduziert. Die Beschleunigung, mit der die Hubgeschwindigkeit auf 0 reduziert
wird, kann alternativ lastunabhängig oder lastabhängig sein. Insbesondere beim Absenken
der Last 3 kann die Beschleunigung, mit der die Hubgeschwindigkeit auf 0 reduziert
wird, von der Masse m der Last und gegebenenfalls auch von der Position der Laufkatze
7 auf der Traverse 6 abhängig sein. Wenn die Last 3 hingegen gerade angehoben wird,
kann die Hubgeschwindigkeit in der Regel sehr schnell und unabhängig von der Masse
der Last 3 und der Position der Laufkatze 7 auf der Traverse 6 auf 0 abgesenkt werden.
[0046] Durch die momentane Position s0 und den Bremsweg s1 ist die innere Sicherheitszone
13 aber noch nicht vollständig definiert. Denn die Last 3 führt zu dem Zeitpunkt,
zu dem der Sicherheitsstopp ausgelöst wird, eine Pendelbewegung aus. Es ist also erforderlich,
dass die Steuereinrichtung 9 im Rahmen der Ermittlung der inneren Sicherheitszone
13 nicht nur die momentane Position s0 und den Bremsweg s1 des oberen Lastaufhängepunkts
1 berücksichtigt. Vielmehr muss die Steuereinrichtung 9 zusätzlich auch die Pendelbewegung
der Last 3 um den oberen Lastaufhängepunkt 1 berücksichtigen.
[0047] Die Pendelbewegung kann, wie bereits erwähnt, durch die wirksame Pendellänge l, den
momentanen Auslenkungswinkel ϕ1 und die momentane Winkelgeschwindigkeit ω beschrieben
werden. Die Pendellänge l ist der Steuereinrichtung 9 stets bekannt. Es ist möglich,
dass der momentane Auslenkungswinkel ϕ1 und die momentane Winkelgeschwindigkeit ω
der Steuereinrichtung 9 ebenfalls bekannt sind. Es ist aber ebenso möglich, dass sie
der Steuereinrichtung 9 nicht bekannt sind.
[0048] Nachfolgend wird zwischen diesen beiden Fällen - der momentane Auslenkungswinkel
ϕ1 und die momentane Winkelgeschwindigkeit ω sind der Steuereinrichtung 9 bekannt
oder nicht bekannt - zunächst nicht unterschieden. Stattdessen wird erläutert, wie
eine vierdimensionale Tabelle 15 (siehe FIG 7) mit Einträgen gefüllt werden kann.
Eingangsgrößen für die Tabelle 15 sind - jeweils auf den Zeitpunkt bezogen, zu dem
der Sicherheitsstopp ausgelöst wird - die Verfahrgeschwindigkeit v, die wirksame Pendellänge
l, der momentane Auslenkungswinkel ϕ1 und die momentane Winkelgeschwindigkeit ω. Ausgangsgröße
ϕ2 der Tabelle 15 ist für die Pendelbewegung der Last 3 zu dem Zeitpunkt, zu dem der
obere Lastaufhängepunkt 1 gestoppt ist, die maximale - nicht die momentane - Auslenkung
ϕ2 der nunmehrigen Pendelbewegung, nachfolgend als Maximalauslenkung ϕ2 bezeichnet.
Die Tabelle 15 wird nachfolgend als erste Pendeltabelle 15 bezeichnet.
[0049] Um die einzelnen Einträge für die erste Pendeltabelle 15 ermitteln zu können, müssen
die vier Eingangsgrößen v, l, ϕ1 und ω schrittweise variiert werden. Die anderen Parameter
- beispielsweise die Beschleunigung a - sind konstant und vorgegeben. Für jede konkrete
Kombination der vier Eingangsgrößen v, l, ϕ1 und ω kann die jeweilige Maximalauslenkung
ϕ2 ohne weiteres ermittelt werden. Insbesondere sind die Bewegungsgleichungen des
oberen Lastaufhängepunkts 1 und der Last 3 bekannt und können - analytisch oder numerisch
- ohne weiteres gelöst werden.
[0050] Die Grenzen für die Eingangsgrößen v, l, ϕ1 und ω der ersten Pendeltabelle 15 können
ohne weiteres sinnvoll bestimmt werden. Für die Verfahrgeschwindigkeit v ist ohne
weiteres bekannt, welcher Wert maximal möglich ist. Minimal weist die Verfahrgeschwindigkeit
v den Wert 0 auf. Gleiches gilt für die Pendellänge 1. Auch hier können ohne weiteres
ein Minimalwert und ein Maximalwert sinnvoll bestimmt werden. Für die Pendelbewegung
der Last 3 zu dem Zeitpunkt, zu dem der Sicherheitsstopp ausgelöst wird, können vernünftige
Annahmen getroffen werden. Insbesondere kann aufgrund von empirischen Erfahrungswerten
bekannt sein, wie stark die Pendelbewegung sein kann. Beispielsweise kann empirisch
bekannt sein, dass im tatsächlichen Betrieb maximal ein Pendeln um 5° erfolgt. Der
empirische Zahlenwert von 5° ist selbstverständlich nur rein beispielhaft. Weiterhin
kann der empirische Zahlenwert insbesondere von der Pendellänge l und gegebenenfalls
auch von der Verfahrgeschwindigkeit v abhängen.
[0051] Zum Füllen der ersten Pendeltabelle 15 müssen also die verschiedenen möglichen Werte
für die Verfahrgeschwindigkeit v und die Pendellänge l schrittweise abgearbeitet werden
(in der Regel als äußerte und nächstinnere Schleife). Schrittweiten dieser beiden
Schleifen können nach Bedarf bestimmt werden. Für jeden konkreten Wert der Verfahrgeschwindigkeit
v und der Pendellänge l wird sodann jeweils der zugehörige empirisch maximal mögliche
Pendelwinkel - nachfolgend mit dem Bezugszeichen α versehen - bestimmt. Nun werden
in einer nächstinneren Schleife mögliche Werte - nachfolgend mit dem Bezugszeichen
β versehen - zwischen 0 und dem empirisch maximal möglichen Pendelwinkel α angesetzt
und in einer innersten Schleife für den jeweiligen Wert β der Pendelbewegung mögliche
Zustände durchgerechnet. Auch für diese beiden Schleifen können die Schrittweiten
nach Bedarf bestimmt werden.
[0052] Um die Vorgehensweise etwas konkreter zu erläutern, wird nachstehend ein programmähnlicher
Code wiedergegeben. Hierbei werden die Größen v1, v2 und δv für den Minimalwert, den
Maximalwert und die Schrittweite der Verfahrgeschwindigkeit v verwendet. In analoger
Weise werden die Größen l1, l2 und δl für den Minimalwert, den Maximalwert und die
Schrittweite der Pendellänge l verwendet. Die Größe δβ wird für die Schrittweite beim
Variieren der Maximalauslenkung β verwendet. Die Größe δϕ wird für die Schrittweite
beim Betrachten der einzelnen Zustände einer konkreten Pendelbewegung verwendet.
Anfang do-Schleife v von v1 bis v2 mit δv
Anfang do-Schleife l von l1 bis l2 mit δl
(optional: bestimme α)
Anfang do-Schleife β von 0 bis α mit δβ
Anfang do-Schleife ϕ1 von -β bis +β mit δϕ
bestimme ω
ermittle ϕ2
invertiere ω
ermittle nochmals ϕ2
Ende do-Schleife ϕ1
Ende do-Schleife β
Ende do-Schleife l
Ende do-Schleife v
[0053] Anhand der ersten Pendeltabelle 15 kann eine weitere Tabelle 16 ermittelt werden.
Die weitere Tabelle 16 ist entsprechend der Darstellung in FIG 8 nur zweidimensional.
Sie wird nachfolgend als zweite Pendeltabelle 16 bezeichnet. Eingangsgrößen für die
zweite Pendeltabelle 16 sind - jeweils auf den Zeitpunkt bezogen, zu dem der Sicherheitsstopp
ausgelöst wird, - die Verfahrgeschwindigkeit v und die wirksame Pendellänge l. Ausgangsgröße
ϕ3 der zweiten Pendeltabelle 16 ist der größte der Einträge, der in ersten Pendeltabelle
15 für die jeweilige Verfahrgeschwindigkeit v und die jeweilige wirksame Pendellänge
als Maximalauslenkung ϕ2 eingetragen ist. Die Ausgangsgröße ϕ3 der zweiten Pendeltabelle
16 gibt also bei gegebener Verfahrgeschwindigkeit v und gegebener wirksamer Pendellänge
l das Maximum der möglichen Maximalauslenkungen ϕ2 an.
[0054] Um die Vorgehensweise etwas konkreter zu erläutern, wird nachstehend ein programmähnlicher
Code wiedergegeben. Hierbei wird die gleiche Nomenklatur verwendet wie zuvor für die
erste Pendeltabelle 15. Weiterhin wird angenommen, dass die Einträge für die erste
Pendeltabelle 15 bereits ermittelt sind.
Anfang do-Schleife v von v1 bis v2 mit δv
Anfang do-Schleife l von l1 bis l2 mit δl
ϕ3 = Maximum aller ϕ2 (variiert werden ϕ1 und ω)
Ende do-Schleife l
Ende do-Schleife v
[0055] Es ist sogar möglich, auch im Rahmen der obenstehend erläuterten Ermittlung der beiden
Pendeltabellen 15, 16 die Hubgeschwindigkeit und gegebenenfalls auch die zugehörige
Beschleunigung mit zu berücksichtigen. Durch diese Vorgehensweise werden die beiden
Pendeltabellen 15, 16 bezüglich ihrer Eingangsgrößen gegebenenfalls um eine Dimension
(nämlich die Hubgeschwindigkeit) oder um zwei Dimensionen (nämlich die Hubgeschwindigkeit
und die Beschleunigung, mit der die Hubgeschwindigkeit auf 0 reduziert wird) vergrößert.
Die prinzipielle Vorgehensweise bleibt jedoch die gleiche.
[0056] Es ist möglich, dass die Steuereinrichtung 9 entsprechend der Darstellung in FIG
9 in einem Schritt S21 die aktuellen Werte für den Auslenkungswinkel ϕ1 und die Winkelgeschwindigkeit
ω entgegennimmt. In diesem Fall werden die entsprechenden Werte ϕ1, ω mittels geeigneter
Messsysteme erfasst. Die Winkelgeschwindigkeit ω kann von der Steuereinrichtung 9
gegebenenfalls durch Ermitteln der zeitlichen Ableitungen mehrerer zeitlich nacheinander
erfasster Auslenkungswinkel ϕ1 selbst ermittelt werden. Die Messsysteme können insbesondere
als sichere Messsysteme ausgebildet sein.
[0057] Ebenso kann die Steuereinrichtung 9 auch andere Werte entgegennehmen, welche die
Pendelbewegung charakterisieren. In diesem Fall kann die Steuereinrichtung 9 anhand
der charakteristischen Größen den Auslenkungswinkel ϕ1 und die Winkelgeschwindigkeit
ω ermitteln.
[0058] Somit umfassen die Zustandsgrößen, anhand derer die Steuereinrichtung 9 die innere
Sicherheitszone 13 bestimmt, also zusätzlich zur Verfahrgeschwindigkeit v und zur
wirksamen Pendellänge l für die tatsächliche Pendelbewegung charakteristische Größen
ϕ1, ω. Die Steuereinrichtung 9 ist daher nicht nur in der Lage, in einem Schritt S22
den Bremsweg s1 zu ermitteln. Vielmehr ist die Steuereinrichtung 9 auch in der Lage,
in einem Schritt S23 anhand der nunmehr konkret gegebenen vier Werte v, l, ϕ1 und
ω konkret die Maximalauslenkung ϕ2 zu ermitteln. Hierbei ist es möglich, dass die
Steuereinrichtung 9 eine analytische Ermittlung vornimmt. Vorzugsweise wurde die Ermittlung
jedoch bereits vorab vorgenommen und wird der Steuereinrichtung 9 entsprechend der
Darstellung in FIG 4 in Form der ersten Pendeltabelle 15 zur Verfügung gestellt. Die
Maximalauslenkung ϕ2 kann ein Winkel sein. In diesem Fall muss zur Ermittlung der
zugehörigen Längsauslenkung s2 noch die Pendellänge l mit berücksichtigt werden:

[0059] In einem Schritt S24 ermittelt die Steuereinrichtung 9 sodann die innere Sicherheitszone
13. Die innere Sicherheitszone 13 ergibt sich somit vom Ansatz her durch Berücksichtigung
des Bremsweges s1 und der Längsauslenkung s2. Im einfachsten Fall ergibt sich in die
momentane Verfahrrichtung gesehen als Grenze der inneren Sicherheitszone 13 die Position
s wie folgt:

[0060] Zusätzlich kann die Steuereinrichtung 9 im Rahmen der Ermittlung der inneren Sicherheitszone
13 auch andere Größen verwerten. Im Gegensatz zu den genannten Größen ändern sich
diese Größen beim Verfahren des oberen Lastaufhängepunkts 1 aber nicht. Beispiele
derartiger Größen sind die Abmessungen der Last 3 oder maximal mögliche Abmessungen
der Last 3. Beispielsweise kann, falls die Last 3 ein Container ist, bekannt sein,
dass maximal 48-Fuß-Container umgeschlagen werden. Die zugehörige Länge, Breite und
Höhe würde Maximalwerten für die Abmessungen der Last 3 entsprechend. Wenn konkret
beispielsweise ein 40-Fuß-Container oder ein 20-Fuß-Container umgeschlagen wird, können
alternativ aber auch diese Werte mit verwertet werden.
[0061] Alternativ ist es möglich, dass die Steuereinrichtung 9 die aktuellen Werte für den
Auslenkungswinkel ϕ1 und die Winkelgeschwindigkeit ω (oder andere Werte, welche die
tatsächliche Pendelbewegung charakterisieren) nicht entgegennimmt. In diesem Fall
kann die Steuereinrichtung 9 nur eine worst case Betrachtung vornehmen. Ein Schritt
S31 (FIG 10) kann zwar 1:1 mit dem Schritt S22 korrespondieren. Die Steuereinrichtung
9 kann aber entsprechend der Darstellung in FIG 10 in einem Schritt S32 lediglich
das Maximum ϕ3 der möglichen Maximalauslenkungen ϕ2 ermitteln. Theoretisch ist auch
hier wieder möglich, dass die Steuereinrichtung 9 eine analytische Ermittlung vornimmt.
Auch hier wurde die Ermittlung jedoch vorzugsweise bereits vorab vorgenommen und wird
der Steuereinrichtung 9 entsprechend der Darstellung in FIG 4 in Form der zweiten
Pendeltabelle 16 zur Verfügung gestellt. Analog zur Maximalauslenkung ϕ2 kann das
Maximum ϕ3 ein Winkel sein. In diesem Fall muss zur Ermittlung der zugehörigen Längsauslenkung
s2 noch die Pendellänge l mit berücksichtigt werden:

[0062] In einem Schritt S33 ermittelt die Steuereinrichtung 9 sodann die innere Sicherheitszone
13. Der Schritt S33 korrespondiert mit dem Schritt S24 von FIG 8.
[0063] Die Vorgehensweise von FIG 10 kann weiter ausgestaltet werden. Insbesondere ist es
entsprechend der Darstellung in den FIG 4 und 11 möglich, dass die Steuereinrichtung
9 in einem Schritt S41 zwar nicht den Auslenkungswinkel ϕ1 und die Winkelgeschwindigkeit
ω entgegennimmt, wohl aber eine Windgeschwindigkeit vW eines die Last 3 umströmenden
Windes. Die Windgeschwindigkeit vW kann als reiner Betrag vorgegeben sein. Sie kann
aber auch als Vektorgröße vorgegeben sein.
[0064] Aufgrund der Entgegennahme der Windgeschwindigkeit vW können die Zustandsgrößen,
anhand derer die innere Sicherheitszone 13 ermittelt wird, also zusätzlich die Windgeschwindigkeit
vW umfassen. Dadurch ist die Steuereinrichtung 9 in der Lage, in einem Schritt S42
eine Zusatzauslenkung s3 zu ermitteln. Die Zusatzauslenkung s3 entspricht der durch
die Windgeschwindigkeit vW bewirkten statischen Auslenkung der Last 3. Sie ist abhängig
von der wirksamen Pendellänge l, der von dem Wind auf die Last 3 ausgeübten Kraft
und der Masse m der Last 3. Die Kraft wiederum ist abhängig von der Windgeschwindigkeit
vW. Es ist daher beispielsweise möglich, entsprechend der Darstellung in FIG 12 eine
weitere Tabelle 17 zu ermitteln. Die Tabelle 17 kann als Eingangsgrößen die Windgeschwindigkeit
vW, die Masse m der Last 3, eine wirksame Angriffsfläche A der Last 3 für den Wind
und die wirksame Pendellänge l aufweisen und als Ausgangsgröße die Zusatzauslenkung
s3 liefern. Auch hier ist jedoch wieder eine analytische Ermittlung möglich.
[0065] Unabhängig von der Art und Weise, auf welche die Steuereinrichtung 9 die Zusatzauslenkung
s3 ermittelt, ist die Steuereinrichtung 9 jedoch in der Lage, in einem Schritt S43
im Rahmen der Ermittlung der inneren Sicherheitszone 13 nicht nur den Bremsweg s1
und die Längsauslenkung s2, sondern zusätzlich auch die Zusatzauslenkung s3 zu berücksichtigen.
[0066] Die vorliegende Erfindung kann weiterhin auch auf andere Art und Weise ausgestaltet
werden. Dies wird nachstehend in Verbindung mit FIG 13 näher erläutert.
[0067] FIG 13 geht aus von der Vorgehensweise von FIG 5. Zusätzlich sind jedoch Schritte
S51 bis S54 vorhanden.
[0068] Im Schritt S51 ermittelt die Steuereinrichtung 9 mindestens eine äußere Sicherheitszone
18. Die äußere Sicherheitszone 18 umgibt entsprechend der Darstellung in FIG 6 die
innere Sicherheitszone 13. Der Schritt S51 wird von der Steuereinrichtung 9 - ebenso
wie der Schritt S6 - dynamisch immer wieder ausgeführt. Auch wird die äußere Sicherheitszone
18 in Abhängigkeit von den gleichen Zustandsgrößen ermittelt wie die innere Sicherheitszone
13.
[0069] Im Schritt S52 prüft die Steuereinrichtung 9, ob das Objekt 14 in die äußere Sicherheitszone
18 eintritt. Wenn dies nicht der Fall ist, geht die Steuereinrichtung 9 zum Schritt
S9 über. Insbesondere im manuellen Betrieb nimmt die Steuereinrichtung 9 die Ansteuerung
der Antriebe 4a, 4b, 4c in diesem Fall jeweils entsprechend den vorgegebenen Fahrbefehlen
F vor. Eine etwaige Meldung M' zum Reduzieren der Verfahrgeschwindigkeit v wird nicht
an die Bedienperson 12 ausgegeben. Wenn dies hingegen der Fall ist, geht die Steuereinrichtung
9 zum Schritt S8 über.
[0070] Wenn die Steuereinrichtung 9 im Schritt S8 feststellt, dass das Objekt 14 zwar in
die äußere Sicherheitszone 18, nicht aber in die innere Sicherheitszone 13 eingetreten
ist, geht die Steuereinrichtung 9 zu einem Schritt S53 über. Im Schritt S53 ermittelt
die Steuereinrichtung 9 modifizierte Steuerbefehle C. Insbesondere reduziert die Steuereinrichtung
9 im Schritt S53 die Verfahrgeschwindigkeit v des oberen Lastaufhängepunkts 1. Alternativ
oder zusätzlich kann sie eine entsprechende Meldung M' an die Bedienperson 12 ausgeben,
dass diese die Verfahrgeschwindigkeit v reduzieren soll.
[0071] Zusammengefasst betrifft die vorliegende Erfindung somit folgenden Sachverhalt:
Ein Kran weist einen oberen Lastaufhängepunkt 1 auf, an dem über ein Seilsystem 2
eine Last 3 aufgehängt ist, so dass die Last 3 um den oberen Lastaufhängepunkt 1 pendeln
kann. Eine Steuereinrichtung 9 des Krans steuert Antriebe 4a, 4b des Krans an, so
dass der obere Lastaufhängepunkt 1 und mit ihm die Last 3 entsprechend der Ansteuerung
durch die Steuereinrichtung 9 verfahren werden. Die Steuereinrichtung 9 ermittelt
beim Verfahren des oberen Lastaufhängepunkts 1 in Abhängigkeit von Zustandsgrößen
x, v, l, ϕ1, ω, vW des Krans dynamisch immer wieder eine innere Sicherheitszone 13
um die Last 3 herum. Die Zustandsgrößen x, v, l, ϕ1, ω, vW umfassen zumindest eine
Lage x des oberen Lastaufhängepunkts 1, eine Verfahrgeschwindigkeit v des oberen Lastaufhängepunkts
1 und eine wirksame Pendellänge l der Last 3 um den oberen Lastaufhängepunkt 1. Die
Steuereinrichtung 9 prüft anhand von der Steuereinrichtung 9 bekannten weiteren Informationen,
ob ein von der Last 3 verschiedenes Objekt 14 in die innere Sicherheitszone 13 eintritt.
Sobald ein Objekt 14 in die innere Sicherheitszone 13 eintritt, beendet die Steuereinrichtung
9 das Verfahren des oberen Lastaufhängepunkts 1 oder gibt eine Meldung M zum Beenden
des Verfahrens des oberen Lastaufhängepunkts 1 an eine Bedienperson 12 des Krans aus.
Anderenfalls behält die Steuereinrichtung 9 das Verfahren des oberen Lastaufhängepunkts
1 bei oder gibt keine Meldung M zum Beenden des Verfahrens des oberen Lastaufhängepunkts
1 an die Bedienperson 12 des Krans aus.
[0072] Die vorliegende Erfindung weist viele Vorteile auf. Insbesondere kann auf einfache
und effiziente Weise gewährleistet werden, dass die Last 3, obwohl sie pendeln kann,
auch im Falle eines plötzlichen Sicherheitsstopps nicht mit einem plötzlich auftauchenden
Hindernis (Objekt 14) kollidiert. Dies gilt gleichermaßen im manuellen Betrieb und
im automatisierten Betrieb des Krans. Diese Gefahr besteht anderenfalls, obwohl im
Normalbetrieb oftmals oftmals eine so genannte sway control (Pendelkontrolle) wirkt.
Denn mit dem Auslösen eines Sicherheitsstopps verliert eine derartige sway control
ihre Funktion, da der Sicherheitsstopp Vorrang hat. Weiterhin kann die vorliegende
Erfindung auch bei Kranen eingesetzt werden, bei denen die wirksame Pendellänge l
hohe Werte - teilweise über 50 m - erreichen kann. Bei derart großen Pendellängen
l sind Schrägverseilungen, die bei kleinen Pendellängen l ein nennenswertes Pendeln
der Last 3 wirksam verhindern, nahezu wirkungslos. Weiterhin ist zum einen eine einfache
Realisierung möglich, bei welcher nur Größen verwendet werden, die im Rahmen des Betriebs
des Krans ohne weiteres zur Verfügung stehen, nämlich die Pendellänge l und die Verfahrgeschwindigkeit
v. Diese Lösung ist sehr kosteneffizient. Alternativ ist es möglich, auch die aktuelle
Pendelbewegung mit zu erfassen. Dadurch können die innere und gegebenenfalls auch
die äußere Sicherheitszone 13, 18 situationsbezogen so klein wie gefahrlos gerade
noch möglich bestimmt werden.
[0073] Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausführungsbeispiel näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
1. Betriebsverfahren für einen Kran, insbesondere einen Containerkran, der einen oberen
Lastaufhängepunkt (1) aufweist, an dem über ein Seilsystem (2) eine Last (3) aufgehängt
ist, so dass die Last (3) um den oberen Lastaufhängepunkt (1) pendeln kann,
- wobei eine Steuereinrichtung (9) des Krans Antriebe (4a, 4b) des Krans ansteuert,
so dass der obere Lastaufhängepunkt (1) und mit ihm die Last (3) entsprechend der
Ansteuerung durch die Steuereinrichtung (9) verfahren werden,
- wobei die Steuereinrichtung (9) beim Verfahren des oberen Lastaufhängepunkts (1)
in Abhängigkeit von Zustandsgrößen (x, v, l, ϕ1, ω, vW) des Krans dynamisch immer
wieder eine innere Sicherheitszone (13) um die Last (3) herum ermittelt,
- wobei die Zustandsgrößen (x, v, l, ϕ1, ω, vW) zumindest eine Lage (x) des oberen
Lastaufhängepunkts (1), eine Verfahrgeschwindigkeit (v) des oberen Lastaufhängepunkts
(1) und eine wirksame Pendellänge (1) der Last (3) um den oberen Lastaufhängepunkt
(1) umfassen,
- wobei die Steuereinrichtung (9) anhand von der Steuereinrichtung (9) bekannten weiteren
Informationen prüft, ob ein von der Last (3) verschiedenes Objekt (14) in die innere
Sicherheitszone (13) eintritt, und
- wobei die Steuereinrichtung (9), sobald ein Objekt (14) in die innere Sicherheitszone
(13) eintritt, das Verfahren des oberen Lastaufhängepunkts (1) beendet oder eine Meldung
(M) zum Beenden des Verfahrens des oberen Lastaufhängepunkts (1) an eine Bedienperson
(12) des Krans ausgibt, und anderenfalls das Verfahren des oberen Lastaufhängepunkts
(1) beibehält oder keine Meldung (M) zum Beenden des Verfahrens des oberen Lastaufhängepunkts
(1) an die Bedienperson (12) des Krans ausgibt.
2. Betriebsverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Steuereinrichtung (9) in Abhängigkeit von den jeweiligen Zustandsgrößen (x, v,
l, ϕ1, w, vW) dynamisch mindestens eine die innere Sicherheitszone (13) umgebende
äußere Sicherheitszone (18) ermittelt,
- dass die Steuereinrichtung (9) anhand der weiteren Informationen prüft, ob ein von der
Last (3) verschiedenes Objekt (14) in die äußere Sicherheitszone (18) eintritt, und
- dass die Steuereinrichtung (9), sobald ein Objekt (14) in die äußere Sicherheitszone (18)
eintritt, eine Verfahrgeschwindigkeit (v) des oberen Lastaufhängepunkts (1) reduziert
oder eine Meldung (M') zum Reduzieren der Verfahrgeschwindigkeit (v) des oberen Lastaufhängepunkts
(1) an eine Bedienperson (12) des Krans ausgibt, und anderenfalls die Verfahrgeschwindigkeit
(v) des oberen Lastaufhängepunkts (1) beibehält oder keine Meldung (M') zum Reduzieren
der Verfahrgeschwindigkeit (v) des oberen Lastaufhängepunkts (1) an die Bedienperson
(12) des Krans ausgibt.
3. Betriebsverfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (9) in einem manuellen Betrieb arbeitet, in dem die Steuereinrichtung
(9) von der Bedienperson (12) immer wieder Fahrbefehle (F) für den oberen Lastaufhängepunkt
(1) entgegennimmt und dass die Steuereinrichtung (9) die Ansteuerung der Antriebe
(4a, 4b) zumindest dann, wenn kein von der Last (3) verschiedenes Objekt (14) in die
äußere Sicherheitszone (18) eingetreten ist, jeweils entsprechend den vorgegebenen
Fahrbefehlen (F) vornimmt.
4. Betriebsverfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (9) in einem manuellen Betrieb arbeitet, in dem die Steuereinrichtung
(9) von der Bedienperson (12) immer wieder Fahrbefehle (F) für den oberen Lastaufhängepunkt
(1) entgegennimmt und dass die Steuereinrichtung (9) die Ansteuerung der Antriebe
(4a, 4b) zumindest dann, wenn kein von der Last (3) verschiedenes Objekt (14) in die
innere Sicherheitszone (13) eingetreten ist, jeweils entsprechend den vorgegebenen
Fahrbefehlen (F) vornimmt.
5. Betriebsverfahren nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (9) anhand der momentanen Verfahrgeschwindigkeit (v) des oberen
Lastaufhängepunkts (1) einen Bremsweg (s1) des oberen Lastaufhängepunkts (1) ermittelt
und dass die Steuereinrichtung (9) im Rahmen der Ermittlung der inneren Sicherheitszone
(13) den Bremsweg (s1) des oberen Lastaufhängepunkts (1) und eine Pendelbewegung der
Last (3) um den oberen Lastaufhängepunkt (1) berücksichtigt.
6. Betriebsverfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (9) der Ermittlung des Bremsweges (s1) des oberen Lastaufhängepunkts
(1) eine vorbekannte, konstante Beschleunigung (a) zu Grunde legt.
7. Betriebsverfahren nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zustandsgrößen (x, v, l, ϕ1, ω, vW) zusätzlich für die tatsächliche Pendelbewegung
charakteristische Größen (ϕ1, ω) umfassen, dass die Steuereinrichtung (9) anhand der
für die tatsächliche Pendelbewegung charakteristischen Größen (ϕ1, ω) eine maximale
Auslenkung (s2) der Pendelbewegung ermittelt und dass die Steuereinrichtung (9) im
Rahmen der Ermittlung der inneren Sicherheitszone (13) die ermittelte maximale Auslenkung
(s2) der Pendelbewegung berücksichtigt.
8. Betriebsverfahren nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (9) die Pendelbewegung dadurch berücksichtigt, dass sie einer
Pendeltabelle (15, 16) einen von der Verfahrgeschwindigkeit (v) des oberen Lastaufhängepunkts
(1) und der wirksamen Pendellänge (l) abhängigen Wert (ϕ2, ϕ3) entnimmt und diesen
Wert (ϕ2, ϕ3) im Rahmen der Ermittlung der inneren Sicherheitszone (13) berücksichtigt.
9. Betriebsverfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zustandsgrößen (x, v, l, ϕ1, ω, vW) zusätzlich eine Windgeschwindigkeit (vW)
eines die Last (3) umströmenden Windes umfassen und dass die Steuereinrichtung (9)
im Rahmen der Ermittlung der inneren Sicherheitszone (13) zusätzlich auch eine Auslenkung
(s3) der Last (3) durch den Wind mit berücksichtigt.
10. Betriebsverfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (9) die Auslenkung der Last (3) durch Wind dadurch ermittelt,
dass sie einer Windtabelle (17) einen Wert entnimmt, der von der Windgeschwindigkeit
(vW), einer Masse (m) der Last (3) und einer Angriffsfläche (A) der Last (3) für den
Wind abhängig ist, und anhand dieses Wertes (s3) die Auslenkung (s3) der Last (3)
durch den Wind ermittelt.
11. Steuerprogramm für eine Steuereinrichtung (9) eines Krans, wobei das Steuerprogramm
Maschinencode (11) umfasst, der von der Steuereinrichtung (9) ausführbar ist, wobei
die Ausführung des Maschinencodes (11) durch die Steuereinrichtung (9) bewirkt, dass
die Steuereinrichtung (9) den Kran gemäß einem Betriebsverfahren nach einem der obigen
Ansprüche betreibt.
12. Steuereinrichtung eines Krans, wobei die Steuereinrichtung mit einem Steuerprogramm
(10) nach Anspruch 11 programmiert ist, so dass die Ausführung des Maschinencodes
(11) durch die Steuereinrichtung bewirkt, dass die Steuereinrichtung den Kran gemäß
einem Betriebsverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10 betreibt.
13. Kran, insbesondere Containerkran,
- wobei der Kran einen oberen Lastaufhängepunkt (1) aufweist, an dem über ein Seilsystem
(2) eine Last (3) aufhängbar ist, so dass die Last (3) um den oberen Lastaufhängepunkt
(1) pendeln kann,
- wobei der Kran Antriebe (4a, 4b) aufweist, mittels derer der obere Lastaufhängepunkt
(1) des Krans und mit ihm die Last (3) verfahrbar sind,
- der Kran eine Steuereinrichtung (9) aufweist, die Antriebe (4a, 4b) des Krans ansteuert,
so dass der obere Lastaufhängepunkt (1) und mit ihm die Last (3) entsprechend der
Ansteuerung durch die Steuereinrichtung (9) verfahren werden,
- wobei die Steuereinrichtung (9) gemäß Anspruch 12 ausgebildet ist.