[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft das technische Gebiet der Reinigungsmittel für
metallische Materialien, insbesondere für Kupfermaterialien.
[0002] Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung eine Zusammensetzung mit reinigender
Wirkung sowie deren Verwendung.
[0003] Schließlich betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Entfernung von Korrosionsprodukten
und/oder Kalkablagerungen von Metalloberflächen.
[0004] Korrosion ist die Reaktion eines metallischen Werkstoffs mit seiner Umgebung, die
eine messbare Veränderung des Werkstoffs bewirkt und zu einer Beeinträchtigung der
Funktion eines Bauteils oder eines ganzen Systems führen kann. Die Korrosionsprodukte
können fest haften, locker oder löslich sein. Die messbaren Änderungen können sich
beispielsweise auf die Farbe, die Oberflächenbeschaffenheit oder die Masse beziehen.
Korrosionsschäden sind erst vorhanden, wenn eine Beeinträchtigung eines Bauteils oder
eines gesamten Systems auf Grund von Korrosion auftritt.
[0005] In der Chemie ist die Korrosion durch eine chemische oder elektrochemische Reaktion
eines meist metallischen Werkstoffs mit mindestens einem Stoff aus der Umgebung definiert.
Die häufigsten chemischen Korrosionsvorgänge sind die Oxidation von Silber als sogenanntes
Anlaufen, bakterielle anaerobe Korrosion, Glaskorrosion, Sauerstoffkorrosion, Wasserstoff-
bzw. Säurekorrosion und Wasserstoff-versprödung.
[0006] Die Erscheinungen von Korrosionsschäden sind sehr vielfältig, während bei einer Flächenkorrosion
die gesamte Oberfläche nahezu gleichmäßig zerstört wird, wird bei der Lochkorrosion
- auch Lochfraß genannt - die Oberfläche nur an kleinen Bereichen zerstört, sodass
Löcher und Risse entstehen.
[0007] Der Korrosionsschutz ist ein wichtiges Thema bei der Verwendung von Metallmaterialien.
Korrosion kann nie vollständig vermieden werden, weshalb Maßnahmen zum Korrosionsschutz
lediglich Korrosionsschäden vermeiden oder verzögern können. Die Schutzmaßnahmen sollen
die Funktion eines Bauteils oder Systems während der vorgesehenen Lebensdauer aufrechterhalten.
Korrosionsschutz kann durch Änderung der Reaktionsbedingungen und/oder Werkstoffpartner,
durch die Trennung der Werkstoffe vom Korrosionsmedium oder durch elektrochemische
Maßnahmen erfolgen. Wenn Korrosionsprodukte bereits auf einem Werkstoff vorhanden
sind, müssen diese zunächst entfernt werden ehe Schutzmaßnahmen vor erneuter Korrosion
vorgenommen werden können. Die Korrosionsprodukte werden üblicherweise durch mechanische
oder chemische Verfahren entfernt. Das passende Verfahren muss dabei abhängig vom
Werkstoff und der Menge an Korrosionsprodukten ausgewählt werden.
[0008] Ein weit verbreiteter Werkstoff, der schon seit mehreren tausend Jahren verwendet
wird, ist Kupfer. Kupfer wird sowohl als Reinmetall als auch als Legierung für eine
Vielzahl von Anwendungen genutzt, wie beispielsweise für Elektroinstallationen, Rohrleitungen
für Heizungssysteme oder für Gas und Wasser, Münzen, Essbesteck, Kunstgegenstände,
Musikinstrumente, Dächer und vieles mehr.
[0009] Da Kupfer ein Halbedelmetall ist, löst es sich fast nicht in Wasserstoffsäuren und
auch Sauerstoff greift es kaum an, was einen Vorteil für viele Anwendungen darstellt.
Wenn Kupfer aber mit einer Kombination aus Sauerstoff und Säure in Berührung kommt
korrodiert es. Die Korrosion von Kupfer ist daher im Allgemeinen eine Mischung aus
zwei Korrosionstypen, nämlich der Sauerstoffkorrosion und der Säurekorrosion, und
ist dem Bereich der chemischen Korrosion zuzuordnen.
[0010] Der Kupferrost, auch Patina oder fälschlicherweise in der Umgangssprache Grünspan
genannt, ist kein Kupferoxid und somit nicht mit dem geläufigeren Eisenrost (Eisenoxid)
vergleichbar. Bei Kupferrost handelt es sich um eine schwerlösliche Mischverbindung
auf Basis von Kupferhydroxiden. Das Gemisch enthält oftmals Kupfercarbonathydroxid,
Kupfersulfathydroxid, Kupferchloridhydroxid, Kupferureate und Salze anderer basischer
Kupferverbindungen. Die Patina bildet eine Schutzschicht und verhindert weitere Korrosion
des Kupfers.
[0011] Die typisch grünliche Farbe von beispielsweise Bronzedenkmalen und Kupferdächern
bildet sich an der Atmosphäre unter Einwirkung von Kohlendioxid, Schwefeldioxid, Wasser
und anderen Stoffen, die neben Wasserdampf in der Luft vorliegen. Der Farbton ist
abhängig von den Umwelteinflüssen und der Zusammensetzung des Metalls, geht aber hauptsächlich
von den wasserunlöslichen Oxidationsprodukten des Kupfers, wie z.B. Kupferchloridhydroxid
und Kupferhydroxid, aus, die eine Schicht auf dem Bauteil bilden. Eine Verwendung
von unterschiedlichen Kupferlegierungen in einem Objekt führt zu Farbeffekten und
Farbverläufen. Die Bildung von Kupferpatina kann auch künstlich erzeugt und/oder beschleunigt
werden und führt zu einer sehr gleichmäßigen Patina, welche sich mit der Zeit jedoch
verändert und zu genannten Farbeffekten führen kann.
[0012] Die Patina auf beispielsweise historischen Münzen und Kunstgegenständen trägt zu
einem großen Teil zu ihrem Wert bei und die Entfernung führt zu einem immensen Wertverlust,
weshalb eine Reinigung häufig Fachleuten überlassen wird.
[0013] Grünspan wird auf Grund seiner ebenfalls grünen Farbe häufig mit Patina verwechselt,
besteht aber aus Kupfer(II)acetat und bildet keine Schutzschicht. Die Kristalle sind
grün bis blaugrün und mäßig in Wasser und Ethanol löslich. Grünspan ist bei oraler
Aufnahme giftig und kann in größeren Mengen zu gesundheitlichen Schäden führen. Eine
Bildung von Grünspan ist ohne Essigsäure nicht möglich.
[0014] Obwohl eine gleichmäßige Patina Münzen und Denkmälern ihren Wert verleiht, ist sie
auf anderen Objekten nicht erwünscht. Bei Blechblasinstrumenten kann sie die Gleitfähigkeit
von Zügen und die Tonqualität beeinflussen. Weiterhin ist sie aus optischen und haptischen
Gründen auf beispielsweise Bronzekühlern von Oldtimern, Lampen, Wasserhähnen, Accessoires
und Blechblasinstrumenten nicht erwünscht, gewollt ist hier der typische Glanz und
die Farbe des Kupfers.
[0015] Die mechanische Reinigung zur Entfernung der Patina kommt häufig nicht in Frage,
da bei diesem Vorgang ein hoher Materialabtrag stattfindet. Vorzugsweise sollten nur
die unerwünschten Korrosionsprodukte entfernt werden und das Material des Objekts
nicht weiter reduziert oder beschädigt werden. Alternativ ist die Reinigung mit Säuren
sehr effektiv, jedoch ist eine längere Einwirkungszeit notwendig, damit die Verunreinigungen
wirksam entfernt werden. Somit ist ein einfaches Abwaschen oder Abwischen nicht ausreichend.
Kleinere Objekte können problemlos mit Hilfe eines Tauchbads gereinigt werden, jedoch
ist dies bei großen und/oder fest montierten Objekten nicht möglich. Auch ist die
Verwendung eines Tauchbads bei Gegenständen, die aus einer Kombination verschiedener
Materialien gefertigt sind nicht immer möglich. Beispielsweise haben Jagdhörner häufig
eine Lederumwicklung, welche nicht mit Säure behandelt werden darf. Die Verwendung
von Pasten ist auch bekannt, jedoch werden diesen Holzmehl oder andere Partikel zugesetzt,
welche sich bei einer Reinigung von beispielsweise Blechblasinstrumenten in Zügen
oder Ventilen festsetzen können. Darüber hinaus muss sich das Reinigungsmittel einfach
und rückstandsfrei wieder von dem gereinigten Objekt entfernen lassen, was für die
Verwendung von Pasten insbesondere auf detailreichen Objekten, wie beispielsweise
Blechblasinstrumenten oder Kühlerfiguren, oftmals nicht möglich ist.
[0016] Darüber hinaus werden Korrosionserscheinungen auch an verchromten Oberflächen beobachtet.
Zwar ist die Chromoberfläche durch Ausbildung einer Passivierungsschicht aus Chromoxiden
nur wenig korrosionsanfällig, sie weist jedoch in der Regel Risse auf, durch welche
korrosive Substanzen oder Elektrolyte auf das verchromte Material gelangen können,
welches in der Folge korrodiert. Weiterhin ist auch die Anhaftung von Flugrost an
verchromten Bauteilen bekannt sowie die direkte Korrosion von Chrombeschichtungen
unter Einwirkung von Calciumchloridlösungen, wie sie beispielsweise bei Kontakt von
Feuchtigkeit mit Streusalz entstehen und speziell zur Korrosion von verchromten Fahrzeugteilen
führen.
[0017] Zusätzlich zu Korrosionsprodukten sind häufig Kalkablagerungen am gleichen Objekt
vorhanden. Kalkablagerungen sind Sedimentationen von Calciumcarbonat und werden auch
Kesselstein genannt. Wasser, das durch kalkhaltigen Boden fließt, nimmt Kohlensäure,
sowie Calcium- und Magnesiumverbindungen auf. Bei Erwärmen des Wassers entweicht das
Kohlendioxid, wodurch Calciumcarbonat ausfällt und sich an beispielsweise Wänden von
Gefäßen anlagert. Bei Blechblasinstrumenten kommt Kalk über das Kondenswasser in das
Innere des Instruments und führt vor allem in Ventilen und Führungen zu Problemen.
Die Entfernung von Kalk ist vor allem mit Essigsäure gut möglich, jedoch kommt es
dann auf Kupfermaterialien zur Bildung von gesundheitsschädlichem Grünspan (Kupfer(II)acetat),
sodass sich diese bevorzugte Kalkentfernung für kupferhaltige Materialien nicht eignet.
[0018] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit, eine Zusammensetzung bereitzustellen,
welches starke Verunreinigungen durch Kalkablagerungen und Oxidationsprodukte schonend
und effektiv entfernt.
[0019] Darüber hinaus ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Reinigungsmittel
bereitzustellen, welches eine hohe Adhäsion auf den zu reinigenden Oberflächen aufweist,
um den Materialverbrauch und Zeitaufwand bei gleichbleibendem Reinigungseffekt zu
minimieren.
[0020] Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Zusammensetzung bereitzustellen,
welche leicht streichfähig ist, sich aber trotzdem nicht unkontrolliert ausbreitet
und nach der gewünschten Anwendungszeit problemlos und rückstandsfrei entfernbar ist.
[0021] Ebenso ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Zusammensetzung bereitzustellen,
welche keine stark ätzenden Komponenten beinhaltet, deren Handhabung nicht gesundheits-
und umweltschädlich ist und die leicht abbaubar ist.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung gemäß einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung
ist somit eine Zusammensetzung, insbesondere ein Reinigungsmittel, vorzugsweise mit
Adhäsionsfähigkeit auf Metallen nach Anspruch 1; weitere vorteilhafte Ausgestaltungen
dieses Erfindungsaspektes sind Gegenstand der diesbezüglichen Unteransprüche.
[0022] Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung gemäß einem zweiten Aspekt der vorliegenden
Erfindung ist eine Zusammensetzung, insbesondere ein Reinigungsmittel, vorzugsweise
mit Adhäsionsfähigkeit auf Metallen nach Anspruch 10.
[0023] Wiederum weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung gemäß einem dritten Aspekt
der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung
zur Entfernung von Oxidationsprodukten, insbesondere von Patina und Grünspan oder
Oxidationsprodukten auf verchromten Oberflächen, und/oder zur Entfernung von Kalkablagerungen
auf Metall-oberflächen gemäß Anspruch 11 bzw. 12.
[0024] Darüber hinaus ist wiederum weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung gemäß
einem vierten Aspekt der vorliegenden Erfindung ein Reinigungsverfahren zur Entfernung
von Oxidationsprodukten, insbesondere von Patina und Grünspan oder Oxidationsprodukten
auf verchromten Oberflächen, und/oder zur Entfernung von Kalkablagerungen auf Metalloberflächen
gemäß Anspruch 13.
[0025] Weiterhin ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung gemäß einem fünften Aspekt der
vorliegenden Erfindung eine Zusammensetzung, in Form einer Trockenmischung eines Reinigungsmittels
nach Anspruch 14.
[0026] Schließlich ist weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung gemäß einem weiteren
Aspekt der vorliegenden Erfindung ein Reinigungsverfahren zur Entfernung von Oxidationsprodukten,
insbesondere von Patina und Grünspan oder Oxidationsprodukten auf verchromten Oberflächen,
und/oder zur Entfernung von Kalkablagerungen von Metalloberflächen gemäß Anspruch
15.
[0027] Es versteht sich von selbst, dass Besonderheiten, Merkmale, Ausgestaltungen und Ausführungsformen
sowie Vorteile oder dergleichen, welche nachfolgend - zu Zwecken der Vermeidung von
unnötigen Wiederholungen - nur zu einem Erfindungsaspekt ausgeführt werden, selbstverständlich
in Bezug auf die übrigen Erfindungsaspekte entsprechend gelten, ohne dass dies einer
ausdrücklichen Erwähnung bedarf.
[0028] Zudem gilt, dass alle im Folgenden genannten Werte bzw. Parameterangaben oder dergleichen
grundsätzlich mit genormten bzw. standardisierten oder explizit angegeben Bestimmungsverfahren
oder mit dem Fachmann auf diesem Gebiet an sich geläufigen Bestimmungsmethoden ermittelt
bzw. bestimmt werden können.
[0029] Darüber hinaus versteht es sich für den Fachmann von selbst, dass alle gewichts-
oder mengenbezogenen Prozentangaben vom Fachmann derart ausgewählt werden, dass in
der Summe 100 % resultieren.
[0030] Dies vorausgeschickt, wird im Folgenden die vorliegende Erfindung näher beschrieben.
[0031] Gegenstand der vorliegenden Erfindung - gemäß einem
ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung - ist somit eine Zusammensetzung, insbesondere
ein Reinigungsmittel, vorzugsweise mit Adhäsionsfähigkeit auf Metallen, welches
- (a) mindestens eine Säure,
- (b) mindestens ein Bindemittel und
- (c) Wasser
enthält, wobei die Zusammensetzung frei von Holzmehl ist.
[0032] Die erfindungsgemäße Zusammensetzung haftet aufgrund ihrer hohen Adhäsionsfähigkeit
direkt auf der Oberfläche von Metallen ohne Zugabe von weiteren Haftvermittlern, wodurch
der Materialverbrauch und Zeitaufwand bei gleichbleibendem Reinigungseffekt im Vergleich
zu Tauchbädern oder dem Abwaschen oder Abwischen reduziert wird.
[0033] Weiterhin ist es durch die hohe Adhäsionsfähigkeit möglich, die Reinigungszusammensetzung
ortsspezifisch und insbesondere lokal begrenzt aufzutragen, so dass nur der gewünschte
Teil eines Objekts behandelt wird.
[0034] Die erfindungsgemäße Zusammensetzung, insbesondere das Reinigungsmittel, ist frei
von Holzmehl, wodurch die Anwendung auch an empfindlichen Objekten wie beispielsweise
Blechblasinstrumenten, möglich ist, ohne dass es zur Verstopfung von Ventilen oder
Zügen kommt.
[0035] Auch empfindliche verchromte Oberflächen lassen sich problemlos reinigen und anhaftender
Flugrost und Korrosionsprodukte der Chrombeschichtung oder des darunterliegenden Materials,
insbesondere Metalls, entfernen, ohne dass die kratzempfindliche Chromoberfläche Schaden
nimmt.
[0036] Die erfindungsgemäße Zusammensetzung lässt sich insbesondere ortsspezifisch und verlaufsfrei,
d.h. ohne unbeabsichtigtes Tropfen oder Verlaufen, auf eine Metalloberfläche aufbringen.
Darüber hinaus ermöglicht die Verwendung einer Kombination von Säure und Bindemittel,
dass die Zusammensetzung einfach und problemlos, bspw. mittels eines Pinsels oder
einer Rolle aufgetragen werden kann, wobei die Schichtdicken hoch genug sind, um eine
ausreichende Säuremengung für die beabsichtigte Reinigung der Metalloberfläche bereitzustellen.
[0037] Die erfindungsgemäße Zusammensetzung ist darüber hinaus vorzugsweise problemlos mit
Wasser zu entfernen und kann daher folglich auch zur Reinigung von feinstrukturierten
Oberflächen, insbesondere auch Blechblasinstrumenten oder Kunstgegenständen aus kupferhaltigen
Materialien eingesetzt werden.
[0038] Aufgrund der guten Entfernbarkeit, und hohen Reinigungswirkung kann die erfindungsgemäße
Zusammensetzung auch ortselektiv auf Kunstgegenstände, welche aus mehreren Materialien
bestehen aufgetragen werden, ohne dass die Zusammensetzung beispielsweise auf Holz
oder Lederteile gelangt, auf welchen sie nicht erwünscht ist und auf denen sie das
Material schädigen könnte.
[0039] Überraschenderweise ist die Verwendung von sowohl anorganischen Säuren, organischen
Säuren oder deren Mischungen in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung möglich. Dabei
ist bereits eine mittelstarke Säure, insbesondere eine mineralische Säure oder eine
Fruchtsäure, welche keine stark ätzenden Eigenschaften aufweisen und deren Handhabung
weder gesundheitsnoch umweltschädlich ist, ausreichend und auch bevorzugt.
[0040] Gemäß einer besonderen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Zusammensetzung ist
es bei der Verwendung einer mineralischen Säure erfindungsgemäß bevorzugt, diese in
Kombinationen mit einem Puffersystem zu verwenden. Besonders bevorzugte Puffersysteme
umfassen im Rahmen der vorliegenden Erfindung Phosphatpuffer und/oder Acetatpuffer
und/oder Carbonatpuffer und/oder Citratpuffer.
[0041] Erfindungsgemäß ist es dabei insbesondere bevorzugt, wenn die Säure ausgewählt ist
aus der Gruppe von Zitronensäure, Apfelsäure, Fumarsäure, Maleinsäure, Oxalsäure,
Glycolsäure, Milchsäure, Weinsäure, Salicylsäure, Ascorbinsäure, Essigsäure, Propionsäure,
Ameisensäure, Salzsäure, Salpetersäure, Schwefelsäure, Phosphorsäure und deren Mischungen.
Besonders gute Ergebnisse werden in dieser Zusammensetzung erhalten, wenn die Säure
ausgewählt ist aus der Gruppe von Zitronensäure, Apfelsäure, Fumarsäure, Maleinsäure,
Oxalsäure, Milchsäure, Weinsäure, Salicylsäure, Ascorbinsäure und deren Mischungen.
[0042] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist
die Säure Zitronensäure.
[0043] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist bevorzugt, wenn die Zusammensetzung die
Säure in Mengen im Bereich von 10 Gew.-% bis 60 Gew.-%, insbesondere im Bereich von
20 Gew.-% bis 55 Gew.-%, vorzugsweise im Bereich von 25 Gew.-% bis 50 Gew.-%, bevorzugt
im Bereich von 30 Gew.-% bis 45 Gew.-%, besonders bevorzugt im Bereich von 35 Gew.-%
bis 45 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung, enthält.
[0044] Unter einem Bindemittel ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung vorzugsweise ein
Verdickungsmittel zu verstehen. Verdickungsmittel sind Stoffe, die in der Lage sind,
Wasser zu binden. Durch Entzug von ungebundenem Wasser kommt es zur Erhöhung der Viskosität.
Erfindungsgemäß ist es bevorzugt, wenn das Bindemittel ein säurestabiles Bindemittel,
vorzugsweise ein aus einem Naturstoff gewonnenes Bindemittel, besonders bevorzugt
ein Polysaccharid, ist. Unter einem säurestabilen Bindemittel ist dabei im Rahmen
der vorliegenden Erfindung ein Bindemittel zu verstehen, dessen Moleküle im sauren
Milieu nicht oder nur sehr langsam zersetzt oder gespalten werden.
[0045] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Zusammensetzung, ist
das Bindemittel ausgewählt aus der Gruppe von Alginat, Agar Agar, Carrageen, Johannisbrotkernmehl,
Guarkernmehl, Traganth, Gummi Arabicum, Xanthan, Karayagummi, Tarakernmehl, Gellan,
Konjak, Cassia Gummi, Pektine, Cellulose, Stärke, sowie deren Mischungen und Derivate.
Ganz besonders bevorzugt ist erfindungsgemäß die Verwendung von Xanthan. Unter einem
Derivat ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung vorzugsweise eine funktionalisierte
Struktur der Stammsubstanz zu verstehen.
[0046] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es üblicherweise vorgesehen, dass die Zusammensetzung
das Bindemittel in Mengen von 0,5 bis 7 Gew.-%, insbesondere im Bereich von 0,8 bis
6,5 Gew.-%, vorzugweise im Bereich von 0,5 bis 5 Gew.-%, bevorzugt im Bereich von
1 bis 5 Gew.-%, besonders bevorzugt im Bereich von 1 bis 2 Gew.-%, bezogen auf die
Zusammensetzung, enthält.
[0047] Wenn das Bindemittel eine Stärke oder ein Stärkederivat ist, so hat es sich bewährt,
wenn die Zusammensetzung das Bindemittel in Mengen von 1 bis 7 Gew.-%, insbesondere
im Bereich von 1,5 bis 6,5 Gew.-%, vorzugsweise im Bereich von 2 bis 6 Gew.-%, bevorzugt
im Bereich von 3 bis 5 Gew.-%, besonders bevorzugt im Bereich von 3,5 bis 4,5 Gew.-%,
bezogen auf die Zusammensetzung, enthält.
[0048] Wenn im Rahmen der vorliegenden Erfindung andere Bindemittel als Stärke, insbesondere
Xanthan, eingesetzt wird, so werden besonders gute Ergebnisse erhalten, wenn die Zusammensetzung
das Bindemittel in Mengen von 0,5 bis 5 Gew.-%, insbesondere 0,5 bis 4 Gew.-%, vorzugsweise
1 bis 3 Gew.-%, bevorzugt 1 bis 2 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung, enthält.
[0049] Speziell durch die Verwendung von Xanthan als Bindemittel lassen sich mit geringem
mengenbezogenem Einsatz an Bindemitteln hochviskose und gut haftende Zusammensetzungen
erhalten.
[0050] Darüber hinaus kann es im Rahmen der vorliegenden Erfindung vorgesehen sein, dass
die erfindungsgemäße Zusammensetzung mindestens einen adhäsionsfördernden Zusatz,
vorzugsweise mindestens einen Zucker, aufweist. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist der Zucker ausgewählt aus der Gruppe von Saccharose,
Glucose, Fructose, Invertzucker, Galactose, Mannose, Raffinose, Maltodextrin und deren
Mischungen. Darüber kann es insbesondere vorgesehen sein, dass die vorgenannten Mischungen
in Form eines Zuckersirups verwendet werden, insbesondere bevorzugt ist dabei die
Verwendung von Glukosesirup und/oder Invertzuckersirup.
[0051] Besonders gute Ergebnisse werden erhalten, wenn die Zusammensetzung den adhäsionsfördernden
Zusatz, insbesondere den Zucker, in Mengen im Bereich von 5 Gew.-% bis 70 Gew.-%,
insbesondere im Bereich von 8 Gew.-% bis 60 Gew.-%, vorzugsweise im Bereich von 10
Gew.-% bis 50 Gew.-%, bevorzugt im Bereich von 10 Gew.-% bis 45 Gew.-%, besonders
bevorzugt im Bereich von 10 Gew.-% bis 40 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung,
enthält. Bei Verwendung eines Sirups bezieht sich die vorgenannte Mengenangabe gleichfalls
auf die Menge an Zucker in der Zusammensetzung.
[0052] Falls im Rahmen der vorliegenden Erfindung Stärke oder Stärkederivate als Bindemittel
eingesetzt werden, so enthält die Zusammensetzung den adhäsionsfördernden Zusatz üblicherweise
in Mengen im Bereich von 10 bis 70 Gew.-%, insbesondere 15 bis 60 Gew.-%, vorzugsweise
im Bereich von 10 bis 50 Gew.-%, bevorzugt im Bereich von 35 bis 45 Gew.-%, besonders
bevorzugt im Bereich von 35 bis 40 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung.
[0053] Wenn die Zusammensetzung Xanthan oder ein anderes Polysaccharid als Bindemittel enthält,
so hat es sich bewährt, wenn die Zusammensetzung den adhäsionsfördernden Zusatz in
Mengen im Bereich von 5 bis 25 Gew.-%, insbesondere im Bereich von 8 bis 20 Gew.-%,
vorzugsweise im Bereich von 10 bis 15 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung, enthält.
[0054] Bei Verwendung von insbesondere Xanthan als Bindemittel kann entweder auf die Verwendung
von adhäsionsfördernden Zusätzen verzichtet werden oder ihr Anteil in der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung ist äußerst gering.
[0055] Im Allgemeinen ist es vorgesehen, dass die Zusammensetzung mit einem Pinsel ortsselektiv
und/oder lokal begrenzt auf ein Substrat aufgebracht werden kann, insbesondere mit
einem Rakel und/oder mit einem Spachtel auftragbar ist. Die erfindungsgemäße Zusammensetzung
sollte daher eine hochviskose Konsistenz, insbesondere eine Viskosität im Bereich
von 10
3 cP bis 10
5 cP, bevorzugt von 5.000 cP bis 50.000 cP, besonders bevorzugt von 10.000 cP bis 30.000
cP, vorzugweise in der Größenordnung von 10
4 cP, aufweisen.
[0056] Unter ortsselektiv, insbesondere einer ortsselektiven Auftragung der Zusammensetzung
ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine Aufbringung der Zusammensetzung auf
genau beabsichtigte Punkte bzw. Stellen eines Substrats zu verstehen. Unter einem
Substrat ist dabei im Rahmen der vorliegenden Erfindung vorzugsweise die zu behandelnde
metallische Oberfläche zu verstehen.
[0057] Es hat sich überraschenderweise herausgestellt, dass bereits eine Konsistenz der
erfindungsgemäßen Zusammensetzung vergleichbar mit der Konsistenz von Honig ausreicht,
um eine hinreichende Haftung zu gewährleisten.
[0058] Was die Menge an Wasser in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung anbelangt, so kann
diese in weiten Bereichen variieren. Üblicherweise weist die Zusammensetzung Wasser
in Mengen im Bereich von 15 Gew.-% bis 70 Gew.-%, insbesondere im Bereich von 15 Gew.-%
bis 60 Gew.-%, vorzugsweise im Bereich von 20 Gew.-% bis 55 Gew.-%, bevorzugt im Bereich
von 25 Gew.-% bis 50 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung, auf.
[0059] Wenn es im Rahmen der vorliegenden Erfindung vorgesehen ist, dass die Zusammensetzung
einen adhäsionsfördernden Zusatz enthält, so kann es vorgesehen sein, dass die Zusammensetzung
Wasser in Mengen im Bereich von 15 bis 50 Gew.-%, insbesondere 15 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise
20 bis 35 Gew.-%, bevorzugt 25 bis 30 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung, aufweist.
[0060] Wenn im Rahmen der vorliegenden Erfindung die Zusammensetzung jedoch jedoch keinen
adhäsionsfördernden Zusatz enthält, so hat es sich bewährt, wenn die Zusammensetzung
das Wasser in Mengen im Bereich von 15 bis 70 Gew.-%, insbesondere 25 bis 70 Gew.-%,
vorzugsweise 30 bis 60 Gew.-%, bevorzugte 40 bis 50 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung,
aufweist.
[0061] Darüber hinaus kann es im Rahmen der vorliegenden Erfindung vorgesehen sein, dass
die Zusammensetzung Additive, insbesondere Konservierungsmittel und/oder Rheologieeinstellmittel,
enthält. Wenn die Zusammensetzung Additive enthält, so hat es sich bewährt, wenn die
Zusammensetzung die Additive in Mengen im Bereich von 0,001 Gew.-% bis 2 Gew.-%, insbesondere
im Bereich von 0,005 Gew.-% bis 1,5 Gew.-%, vorzugweise im Bereich von 0,01 Gew.-%
bis 1,2 Gew.-%, bevorzugt im Bereich von 0,05 Gew.-% bis 0,8 Gew.-%, besonders bevorzugt
im Bereich von 0,1 Gew.-% bis 0,5 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung, enthält.
[0062] Somit umfasst die erfindungsgemäße Zusammensetzung, insbesondere das Reinigungsmittel,
vorzugsweise mit Adhäsionsfähigkeit auf Metallen, gemäß einer besonderen Ausführungsform
- (a) mindestens eine Säure,
- (b) mindestens ein Bindemittel,
- (c) Wasser,
- (d) mindestens einen adhäsionsfördernden Zusatz und
- (e) mindestens ein Additiv;
wobei die Zusammensetzung frei von Holzmehl ist.
[0063] Für diese Ausführungsform gelten sämtliche zuvor genannten Vorteile, Besonderheiten
und bevorzugte Merkmale, welche zuvor für die weiteren Ausführungsformen beschrieben
sind.
[0064] Es zeigen die Figurendarstellungen gemäß
- Fig. 1a:
- eine kupferne Bettpfanne in der Draufsicht vor Reinigung mit der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung;
- Fig. 1b:
- die kupferne Bettpfanne mit Draufsicht nach Behandlung mit der erfindungsgemäßen Zusammensetzung;
- Fig. 2a:
- die kupferne Bettpfanne in der Seitenansicht vor Behandlung mit der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung;
- Fig. 2b:
- die kupferne Bettpfanne in der Seitenansicht nach Behandlung mit der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung;
- Fig. 3a:
- eine Messingglocke vor Behandlung mit der erfindungsgemäßen Zusammensetzung;
- Fig. 3b:
- die Messingglocke nach Behandlung mit der erfindungsgemäßen Zusammensetzung;
- Fig. 4a:
- ein Detail eines Gestellrings aus Messing vor Behandlung mit der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung;
- Fig. 4b:
- ein Ausschnitt eines Gestellrings aus Messing nach Behandlung mit der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung;
- Fig. 5a:
- ein Lampengewicht aus Messing vor Behandlung mit der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
und
- Fig. 5b:
- das Lampengewicht aus Messing nach der Behandlung mit der erfindungsgemäßen Zusammensetzung.
[0065] Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung - gemäß einem
zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung - ist eine Zusammensetzung, insbesondere ein Reinigungsmittel,
vorzugsweise mit Adhäsionsfähigkeit auf Metallen, welches aus
- (a) mindestens einer Säure,
- (b) mindestens einem Bindemittel,
- (c) Wasser,
- (d) mindestens einem adhäsionsfördernden Zusatz und
- (e) mindestens einem Additiv,
besteht.
[0066] Für weitergehende Einzelheiten, Vorteile und Ausführungsformen zu diesem Erfindungsaspekt
kann auf die vorherigen Ausführungen zu dem vorherigen Erfindungsaspekt verwiesen
werden, welche in Bezug auf die erfindungsgemäße Zusammensetzung entsprechend gelten.
Auf diesen Aspekt der Erfindung lassen sich alle Vorteile, Besonderheiten, Merkmale
und Ausführungsformen lesen, welche zuvor in Zusammenhang mit der Zusammensetzung
gemäß dem ersten Erfindungsaspekt genannt sind.
[0067] Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung - gemäß einem
dritten Aspekt der vorliegenden Erfindung - ist die Verwendung einer zuvor beschriebenen
Zusammensetzung zur Reinigung von Metalloberflächen, welche vorzugsweise aus Kupfer,
Kupferlegierungen, Messing, Bronze und/oder Chrom bestehen oder diese enthalten.
[0068] Vorzugsweise wird die Zusammensetzung zur Entfernung von Oxidationsprodukten, insbesondere
von Patina und Grünspan oder Oxidationsprodukten auf verchromten Oberflächen, und/oder
zur Entfernung von Kalkablagerungen auf Metalloberflächen, verwendet.
[0069] Besonders gute Ergebnisse werden in diesem Zusammenhang erhalten, wenn die Metalloberflächen
Kupfer, Kupferlegierungen, Messing, Bronze und/oder Chrom enthalten oder hieraus bestehend.
[0070] Überraschenderweise kann die erfindungsgemäße Zusammensetzung sowohl zur Entfernung
von Oxidationsprodukten, als auch zur Entfernung von Kalkablagerungen auf Metalloberflächen
genutzt werden.
[0071] Gleichfalls kann die erfindungsgemäße Zusammensetzung gemäß einem weiteren Aspekt
ihrer Verwendung zur Entfernung von Oxidationsprodukten, insbesondere von Patina und
Grünspan oder Oxidationsprodukten auf verchromten Oberflächen, und/oder zur Entfernung
von Kalkablagerungen an Blechblasinstrumenten verwendet werden.
[0072] Für weitergehende Einzelheiten zu diesem Erfindungsaspekt kann auf die obigen Ausführungen
zu den übrigen Erfindungsaspekten verwiesen werden, welche mit Bezug auf die erfindungsgemäße
Verwendung entsprechend gelten.
[0073] Wiederum weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung - gemäß einem
vierten Aspekt der vorliegenden Erfindung - ist ein Reinigungsverfahren zur Entfernung von
Oxidationsprodukten, insbesondere von Patina und Grünspan oder Oxidationsprodukten
auf verchromten Oberflächen, und/oder zur Entfernung von Kalkablagerungen von Metalloberflächen,
wobei eine zuvor beschriebene Zusammensetzung
- (a) auf eine Metalloberfläche aufgebracht wird,
- (b) für eine chemische Entfernung der Oxidationsprodukte und/oder der Kalkablagerungen
ausreichende Zeit auf der Metalloberfläche belassen wird und
- (c) von der Metalloberfläche entfernt wird.
[0074] Gemäß einer erfindungsgemäß bevorzugten Ausführungsform kann es im Rahmen des Verfahrens
nach der Erfindung vorgesehen sein, dass die erfindungsgemäße Zusammensetzung ortsselektiv
und/oder lokal begrenzt, insbesondere mit einem Pinsel, einem Rakel oder einem Spachtel
auf die Metalloberfläche, aufgebracht wird.
[0075] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung kann es vorgesehen sein, dass die Adhäsionsfähigkeit
der Zusammensetzung durch mindestens einen adhäsionsfördernden Zusatz, insbesondere
mindestens einen Zucker, vorzugsweise einen Zuckersirup, erhöht, wie zuvor bereits
ausgeführt. Dabei hat sich herausgestellt, dass Glukosesirup und/oder Invertzuckersirup
besonders bevorzugt sind.
[0076] Was nun die Zeit anbelangt, für welche die Zusammensetzung auf der Metalloberfläche
belassen wird, so hat es sich bewährt, wenn die erfindungsgemäße Zusammensetzung über
einen Zeitraum von 2 bis 30 min, insbesondere 5 bis 25 min, vorzugsweise 10 bis 20
min, auf der Oberfläche belassen wird.
[0077] Das Reinigungsverfahren kann beliebig oft durchgeführt werden bis die gewünschte
Reinigungswirkung erreicht ist. Üblicherweise wird das Verfahren einbis dreimal durchgeführt.
In den meisten Fällen reicht eine einmalige Anwendung der Zusammensetzung bzw. eine
einmalige Durchführung des Verfahrens aus, um sehr gute Reinigungsergebnisse zu erzielen.
Dies gilt insbesondere für weniger ausgeprägte Korrosionserscheinungen auf kupferhaltigen
Materialien oder die Reinigung verchromter Oberflächen. Bei stark ausgeprägter Patina
auf kupferhaltigen Materialien oder intensivem Auftreten von Grünspan werden üblicherweise
bis zu 3 Anwendungen benötigt, um eine vollständige Entfernung der Korrosionsprodukte
bzw.. Oxidationsprodukte zu erreichen.
[0078] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Reinigungsverfahrens
wird die Zusammensetzung rückstandsfrei, vorzugsweise mit Wasser, entfernt.
[0079] In diesem Zusammenhang kann es insbesondere vorgesehen sein, dass das Wasser erwärmt
wird, insbesondere auf Temperaturen im Bereich von 30 bis 80° C, vorzugsweise 30 bis
70° C, vorzugsweise 40 bis 60° C. Mit warmem Wasser lässt sich die Zusammensetzung
üblicherweise problemlos auch von detailreichen Strukturen entfernen.
[0080] Für weitere Einzelheiten zu diesem Erfindungsaspekt kann auf die obigen Ausführungen
zu den übrigen Erfindungsaspekten verwiesen werden, welche im Hinblick auf das erfindungsgemäße
Verfahren entsprechend gelten.
[0081] Gegenstand der vorliegenden Erfindung - gemäß einem
fünften Aspekt - ist somit eine Zusammensetzung in Form einer Trockenmischung eines Reinigungsmittels
welches
- (a) mindestens eine Säure und
- (b) mindestens ein Bindemittel
enthält, wobei die Zusammensetzung frei von Holzmehl ist.
[0082] Unter einer Trockenmischung ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung vorzugsweise
ein pulverförmiges Gemisch von Inhaltstoffen zu verstehen. Die Trockenmischung ist
vorzugsweise wasserfrei und bei Zimmertemperatur unter Luftausschluss lange haltbar.
Zur Verwendung wird der Trockenmischung eine entsprechende Menge Flüssigkeit hinzugefügt.
[0083] Die erfindungsgemäße Trockenmischung, insbesondere das Reinigungsmittel, ist frei
von Holzmehl, wodurch die Anwendung der Zusammensetzung auch an empfindlichen Objekten,
wie beispielsweise Blechblasinstrumenten, möglich ist, ohne dass es zur Verstopfung
von Ventilen oder Zügen kommt.
[0084] Mit der Trockenmischung wird nach Zusatz von Flüssigkeit, insbesondere Wasser, vorzugsweise
die zuvor beschriebene Zusammensetzung, insbesondere das zuvor beschriebene Reinigungsmittel,
erhalten.
[0085] Denn, wie die Anmelderin herausgefunden hat, lassen sich Gemische von Säuren, insbesondere
organischen Säuren, vorzugsweise Fruchtsäuren, mit einer Vielzahl von Bindemitteln
unter Feuchtigkeitsausschluss problemlos für einen langen Zeitraum lagern.
[0086] Die erfindungsgemäße Zusammensetzung in Form einer Trockenmischung wird dann vor
Verwendung mit einer entsprechenden Menge Flüssigkeit, insbesondere Wasser, versetzt,
um eine flüssige Mischung gewünschter Viskosität zu erhalten, welche problemlos, wie
zuvor beschrieben, ortsselektiv und lokal begrenzt auf Metalloberflächen aufgebracht
werden kann.
[0087] Wenn die Zusammensetzung in Form einer Trockenmischung vorliegt, so hat es sich bewährt,
wenn die Säure in Pulverform, insbesondere als kristallines Pulver, in der Zusammensetzung
eingesetzt wird.
[0088] Bei den im Rahmen der vorliegenden Erfindung für die Trockenmischung eingesetzten
Säuren, handelt es sich vorzugsweise um Feststoffe, insbesondere von Fruchtsäuren,
bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe von Zitronensäure, Apfelsäure, Fumarsäure, Maleinsäure,
Oxalsäure, Glycolsäure, Milchsäure, Weinsäure, Salicylsäure, Ascorbinsäure und deren
Mischungen.
[0089] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es jedoch besonders bevorzugt, wenn die
erfindungsgemäße Trockenmischung Zitronensäure enthält.
[0090] Üblicherweise ist es erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Säure in Mengen im Bereich
von 50 Gew.-% bis 98 Gew.-%, vorzugsweise im Bereich von 65 Gew.-% bis 95 Gew.-%,
bevorzugt im Bereich von 70 Gew.-% bis 80 Gew.-%, besonders bevorzugt im Bereich von
80 Gew.-% bis 90 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung in Form einer Trockenmischung,
eingesetzt wird.
[0091] Wie zuvor bereits ausgeführt, ist unter einem Bindemittel im Rahmen der vorliegenden
Erfindung vorzugsweise ein Verdickungsmittel zu verstehen. Im Rahmen der erfindungsgemäßen
Trockenmischung wird ein säurestabiles, vorzugsweise ein aus einem Naturstoff gewonnenes
festes Bindemittel verwendet.
[0092] Wie zuvor dargelegt, wird in der Zusammensetzung in Form einer Trockenmischung das
Bindemittel vorzugsweise als Feststoff eingesetzt.
[0093] In diesem Zusammenhang ist die Verwendung eines Polysaccharids bevorzugt. Besonders
bevorzugt ist das Bindemittel ausgewählt aus der Gruppe von Alginat, Agar Agar, Carrageen,
Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl, Traganth, Gummi Arabicum, Xanthan, Karayagummi,
Tarakernmehl, Gellan, Konjak, Cassia Gummi, Pektine, Cellulose, Stärke, sowie deren
Mischungen und Derivate.
[0094] Besonders bevorzugt ist das Bindemittel für die Trockenmischung ausgewählt aus Xanthan
oder Mischungen aus Xanthan und Stärke bzw. Stärkederviaten.
[0095] Besonders gute Ergebnisse werden erhalten, wenn das Bindemittel vorzugsweise ein
Polysaccharid, in Mengen im Bereich von 2 Gew.-% bis 20 Gew.-%, insbesondere im Bereich
von 3,5 Gew.-% bis 15 Gew.-%, vorzugsweise im Bereich von 5 Gew.-% bis 15 Gew.-%,
bevorzugt im Bereich von 6 Gew.-% bis 13 Gew.-%, besonders bevorzugt im Bereich von
8 Gew.-% bis 12 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung in Form einer Trockenmischung,
eingesetzt wird.
[0096] Gemäß einer besonderen Ausführungsform kann es insbesondere vorgesehen sein, dass
die erfindungsgemäße Trockenmischung mindestens einen adhäsionsfördernden Zusatz,
vorzugsweise mindestens einen Zucker, insbesondere in Form eines Feststoffs, aufweist.
Dabei ist es besonders bevorzugt, wenn der Zucker ausgewählt ist aus der Gruppe von
Saccharose, Trockenglukose, Fructose, Dextrose, Galaktose, Mannose, Raffinose, Maltodextrin
sowie deren Mischungen.
[0097] Ganz besonders bevorzugt ist im Zusammenhang die Verwendung von Trockenglukose und/oder
Saccharose.
[0098] Darüber hinaus kann es im Rahmen der vorliegenden Erfindung vorgesehen sein, dass
die Trockenmischung mindestens ein Additiv, insbesondere Konservierungsmittel und/oder
Rheologieeinstellmittel aufweist. Die Additive liegen dabei vorzugsweise auch als
Feststoffe vor. Wenn die Zusammensetzung in Form einer Trockenmischung ein Additiv
aufweist, so weist die Zusammensetzung in Form einer Trockenmischung das Additiv üblicherweise
in Mengen im Bereich von 0,001 Gew.-% bis 2 Gew.-%, insbesondere im Bereich von 0,005
Gew.-% bis 1,5 Gew.-%, vorzugsweise im Bereich von 0,01 Gew.-% bis 1,2 Gew.-%, bevorzugt
im Bereich von 0,05 Gew.-% bis 0,8 Gew.-%, besonders bevorzugt im Bereich von 0,1
Gew.-% bis 0,5 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung, auf.
[0099] Gemäß einer besonderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann die erfindungsgemäße
Zusammensetzung, insbesondere die Trockenmischung des Reinigungsmittels,
- (a) mindestens eine Säure,
- (b) mindestens ein Bindemittel,
- (c) mindestens einen adhäsionsfördernden Zusatz und
- (d) mindestens ein Additiv
enthalten, wobei die Zusammensetzung frei von Holzmehl ist.
[0100] Auf diese besondere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung lassen sich alle zuvor
genannten Vorteile, Merkmale und Besonderheiten, welche im Zusammenhang mit anderen
Ausführungsformen der Zusammensetzung in Form einer Trockenmischung genannt wurde,
entsprechend anwenden und lesen.
[0101] Für weitergehende Einzelheiten zu diesem Erfindungsaspekt kann auf die obigen Ausführungen
zu den übrigen Erfindungsaspekten verwiesen werden, welche in Bezug auf die erfindungsgemäße
Zusammensetzung in Form einer Trockenmischung entsprechend gelten.
[0102] Wiederum weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung - gemäß einem
sechsten Aspekt der vorliegenden Erfindung - ist eine Zusammensetzung, insbesondere Trockenmischung
eines Reinigungsmittels, welches aus
- (a) mindestens einer Säure,
- (b) mindestens einem Bindemittel,
- (c) mindestens einem adhäsionsfördernden Zusatz und
- (d) mindestens einem Additiv
besteht.
[0103] Für weitergehende Einzelheiten, Vorteile und Ausführungsformen zu diesem Erfindungsaspekt
kann auf die vorherigen Ausführungen zu dem vorherigen Erfindungsaspekt verwiesen
werden, welche in Bezug auf die erfindungsgemäße Zusammensetzung in Form einer Trockenmischung
entsprechend gelten.
[0104] Wiederum weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung - gemäß einem
siebten Aspekt der vorliegenden Erfindung - ist die Verwendung einer erfindungsgemäßen Trockenzusammensetzung
wie zuvor beschrieben zur Entfernung von Oxidationsprodukten, insbesondere von Patina
und Grünspan oder Oxidationsprodukten auf verchromten Oberflächen, und/oder zur Entfernung
von Kalkablagerungen auf Metalloberflächen, wobei die Trockenzusammensetzung vor Auftragung
auf die zu reinigende Metalloberfläche mit Wasser versetzt wird.
[0105] Überraschenderweise kann die erfindungsgemäße Trockenzusammensetzung, nach Zugabe
von Wasser, sowohl zur Entfernung von Oxidationsprodukten, als auch zur Entfernung
von Kalkablagerungen auf Metalloberflächen genutzt werden.
[0106] In diesem Zusammenhang kann es insbesondere vorgesehen sein, dass die Metalloberfläche
Kupfer, Kupferlegierungen, Messing, Bronze und/oder Chrom enthält oder hieraus besteht.
[0107] Im Rahmen der Verwendung der Zusammensetzung in Form einer Trockenmischung ist es
insbesondere vorgesehen, dass die Zusammensetzung in Form einer Trockenmischung mit
einer entsprechenden Menge Wasser versetzt und möglichst homogen gemischt wird, um
eine flüssige Zusammensetzung zu erhalten. Die flüssige Zusammensetzung weist die
notwendige Adhäsionsfähigkeit zu Metalloberflächen auf. Durch Änderung der dosierten
Wassermenge kann dabei einfach die Viskosität der anwendungsfertigen Zusammensetzung
angepasst werden.
[0108] Wiederum weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung - ist die Verwendung einer
erfindungsgemäßen Zusammensetzung in Form einer Trockenmischung wie zuvor beschrieben
zur Reinigung von Metalloberflächen, welche vorzugsweise aus Kupfer, Kupferlegierungen,
Messing, Bronze oder Chrom bestehen oder diese enthalten. Auf diesen speziellen Aspekt
der vorliegenden Erfindung lassen sich alle zuvor genannten Vorteile, Besonderheiten
und Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Verwendung einer Trockenmischung entsprechend
anwenden.
[0109] Insbesondere ist die Trockenzusammenfassung für die Reinigung von Metalloberflächen,
welche vorzugsweise aus Kupfer, Kupferlegierungen, Messing, Bronze und/oder Chrom
bestehen oder diese enthalten, geeignet.
[0110] Ganz besonders bevorzugt kann die erfindungsgemäße Trockenzusammensetzung, nach Zugabe
von Wasser, gemäß einem weiteren Aspekt ihrer Verwendung zur Entfernung von Oxidationsprodukten
oder Oxidationsprodukten auf verchromten Oberflächen, insbesondere von Patina und
Grünspan, und/oder zur Entfernung von Kalkablagerungen an Blechblasinstrumenten verwendet
werden.
[0111] Für weitergehende Einzelheiten zu diesem Erfindungsaspekt kann auf die obigen Ausführungen
zu den weiteren Erfindungsaspekten verwiesen werden, welche in Bezug auf die erfindungsgemäße
Verwendung einer Trockenmischung entsprechend gelten.
[0112] Schließlich ist wiederum weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung - gemäß einem
achten Aspekt der vorliegenden Erfindung - ein Reinigungsverfahren zur Entfernung von Oxidationsprodukten,
insbesondere von Patina und Grünspan oder Oxidationsprodukten auf verchromten Oberflächen,
und/oder zur Entfernung von Kalkablagerungen von Metalloberflächen, wobei die zuvor
beschriebene erfindungsgemäße Trockenmischung
- (a) mit Wasser vermengt wird,
- (b) die in Verfahrensschritt (a) erhaltene Zusammensetzung auf eine Metalloberfläche
aufgebracht wird,
- (c) für eine chemische Entfernung der Oxidationsprodukte und/oder der Kalkablagerungen
ausreichende Zeit auf der Metalloberfläche belassen wird und
- (d) anschließend von der Metalloberfläche entfernt wird.
[0113] Erfindungsgemäß kann es insbesondere vorgesehen sein, dass die Wassermenge so gewählt
wird, dass die Reinigungszusammensetzung eine hochviskose Konsistenz aufweist.
[0114] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des Reinigungsverfahrens wird die Viskosität
auf Werte im Bereich von 10
3 cP bis 10
5 cP, bevorzugt von 5.000 cP bis 50.000 cP, besonders bevorzugt von 10.000 cP bis 30.000
cP, vorzugsweise auf etwa von 10
4 cP, eingestellt.
[0115] Im Allgemeinen ist es vorgesehen, dass die in Verfahrensschritt (a) erhaltene Zusammensetzung
mit einem Pinsel, einem Rakel und/oder einem Spachtel in Verfahrensschritt (b) auf
die Metalloberfläche aufgebracht wird.
[0116] In diesem Zusammenhang hat sich überraschenderweise herausgestellt, dass bereits
eine Konsistenz der in Verfahrensschritt (a) erhaltene Zusammensetzung vergleichbar
mit der Konsistenz von Honig ausreicht, um eine hinreichende Haftung zu gewährleisten.
[0117] Gemäß einer besonderen Ausführungsform des Reinigungsverfahrens wird in Verfahrensschritt
(c) die Zusammensetzung über einen Zeitraum von 2 bis 30 min, insbesondere 5 bis 25
min, vorzugsweise 10 bis 20 min, auf der Oberfläche belassen.
[0118] Im Rahmen der Erfindung kann das Reinigungsverfahren beliebig oft durchgeführt werden.
Bevorzugt wird das Verfahren jedoch ein- bis zweimal, vorzugsweise einmal, durchgeführt.
[0119] Gemäß einer erfindungsgemäß bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Reinigungsverfahrens
wird die Zusammensetzung rückstandsfrei, vorzugsweise mit Wasser, entfernt.
[0120] Besonders gute Ergebnisse werden in diesem Zusammenhang erhalten, wenn das Wasser
erwärmt ist, wie zuvor ausgeführt.
[0121] Für weitergehend Einzelheiten zu diesem Erfindungsaspekt kann auf die obigen Ausführungen
zu den übrigen Erfindungsaspekten verwiesen werden, welche in Bezug auf das erfindungsgemäße
Reinigungsverfahren entsprechend gelten.
[0122] Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung wird nachfolgend in exemplarischer und
nicht beschränkender Weise durch die Ausführungsbeispiele verdeutlicht.
Ausführungsbeispiele
Herstellungsbeispiele
[0123] Die Reinigungszusammensetzungen werden bei Raumtemperatur mechanisch vermischt und
können direkt auf die zu reinigende Fläche aufgetragen werden. Sie werden nach der
Einwirkungszeit von 10 bis 20 Minuten mit lauwarmen Wasser vollständig von der zu
reinigenden Fläche abgespült.
[0124] Es wird reguläres Trinkwasser verwendet, welches nicht weiter aufgereinigt werden
muss.
[0125] Bei Stobigel XMH 143 handelt es sich um modifizierte Stärke der Firma Stockmeier,
die kalt quillt und somit ohne erhitzt zu werden verkleistert.
[0126] Der verwendete Zuckersirup hat 75 % Trockensubstanz, einen Glukoseanteil im Trockenen
von 60 % und einen Invertzuckeranteil im Trockenen von 40 %.
[0127] Bei Kaliumsorbat handelt es sich um ein Konservierungsmittel.
Zusammensetzung 1
[0128]
250 g Zitronensäure
30 g Stobigel XMH 143
1 g Kaliumsorbat
580 g Zuckersirup
139 g Wasser
[0129] Diese Zusammensetzung zeigt alle gewünschten Eigenschaften, sie kann senkrecht an
Wänden verwendet werden, auch über Kopf, lässt sich leicht abwaschen und erzielt eine
gute Entfernung der Verunreinigungen.
Zusammensetzung 2
[0130] Zur Senkung des pH-Werts wird die Konzentration bezogen auf die Zusammensetzung erhöht
und die des Zuckersirups verringert.
400 g Zitronensäure
1 g Kaliumsorbat
30 g Stobigel XMH 143
350 g Zuckersirup
219 g Wasser
[0131] Die Anwendungs- und Reinigungseffekte dieser Zusammensetzung sind vergleichbar mit
denen aus der vorherigen Zusammensetzung.
Zusammensetzung 3
[0132] Eine Zusammensetzung ohne Zucker und Konservierungsmittel ist wünschenswert, sodass
diese nicht verwendet werden, aber eine Kombination aus zwei Bindemitteln für eine
höhere Adhäsion genutzt wird.
400 g Zitronensäure
40 g Stobigel XMH 143
4 g Xanthan
556 g Wasser
[0133] Die Zusammensetzung weist eine höhere Viskosität bei gleichbleibender Adhäsion und
Reinigungskraft auf. Die Verwendung von Zuckersirup ist somit nur optional.
[0134] Die Ergebnisse einer Viskositätsmessung bei 22 °C mit dem Rotationsviskosimeter Brookfield
RVDV II+ und Spindel 5 der Zusammensetzung 2 und Zusammensetzung 3 sind in der nachfolgenden
Tabelle aufgeführt:
Tabelle 1: Dynamische Viskositäten der Zusammensetzungen 2 und 3
| RPM1 |
Zusammensetzung 2 [cP] |
Zusammensetzung 3 [cP] |
| 2 |
29.700 |
|
| 5 |
16.280 |
5920 |
| 10 |
10.600 |
4680 |
| 20 |
6990 |
3800 |
| 30 |
5533 |
|
Zusammensetzung 4
[0135]
400 g Zitronensäure
10 g Xanthan
150 g Glukosesirup
440 g Wasser
Zusammensetzung 5
[0136]
400 g Zitronensäure
20 g Xanthan
150 g Glukosesirup
430 g Wasser
Zusammensetzung 6
[0137]
400 g Zitronensäure
16 g Xanthan
150 g Glukosesirup
430 g Wasser
Zusammensetzung 7
[0138]
400 g Zitronensäure
10 g Xanthan
590 g Wasser
[0139] Die Rezepturen 4 bis 7 haben gemein, dass sich eine sehr stabile gelartige Struktur
bildet, die sich leicht auf metallische Oberflächen streichen lässt, beispielsweise
mittels eines Pinsels, und ohne Verlaufen dort verbleibt.
[0140] Dies korreliert gut mit den gemessenen Viskositätswerten, welche für die Rezeptur
4 bestimmt wurden. Selbst nach Erhitzen auf 85 °C und anschließendem Abkühlen auf
22 °C bleibt die Viskosität nahezu kontant. Die Lösung wird durch das Erhitzen lediglich
klarer, da die bei der Herstellung eingebrachten Luftblasen deutlich reduziert werden.
[0141] Tabelle 2 zeigt die Ergebnisse einer Viskositätsmessung bei 22 °C (Rotationsviskosimeter
Brookfield RVDV II+, Spindel 5) an Zusammensetzung 4 vor und nach Erhitzen auf 85
°C.
Tabelle 2: Dynamische Viskositäten der Zusammensetzung 4 vor und nach Erhitzen auf
85 °C
| RPM1 |
Zusammensetzung 4 [cP] |
Zusammensetzung 4 nach Erhitzen [cP] |
| 1,00 |
89.200 |
83.600 |
| 2,00 |
46.400 |
46.000 |
| 5,00 |
21.920 |
20.720 |
| 10,00 |
12.000 |
11.320 |
| 20,00 |
6.900 |
6.400 |
| 50,00 |
3.368 |
3.128 |
| 100,00 |
2.072 |
1.840 |
[0142] Die starke Abnahme der Viskosität von Zusammensetzungen mit steigender Drehzahl ist
bedingt durch die thixotroper Gele durch das Bindemittel Xanthan. Dies ist für die
Reinigungszwecke vorteilhaft, da die Zusammensetzung nach Rühren problemlos und dünnschichtig
mit einem Pinsel auf die zu behandelnde Oberfläche aufgetragen werden kann. Nach dem
Auftragen aber verbleibt die Zusammensetzung auf den behandelten Stellen und kann
ihre Wirkung entfalten.
[0143] Die Zugabe von adhäsionsfördernden Mitteln, wie beispielsweise Glukosesirup, ist
nicht zwingend erforderlich, so dass üblicherweise die drei Komponenten, Säure, insbesondere
Zitronensäure, Bindemittel, insbesondere Xanthan, und Wasser genügen.
[0144] Die Viskositätsmessungen von Rezeptur 7 zeigen, dass der Einfluss des Glukosesirups
auf die Viskosität verhältnismäßig gering ist. Weiterhin haftet Rezeptur 7 gut auf
metallischen Oberflächen, wobei die Haftung etwas schlechter ist als die Haftung von
Rezeptur 4, aber für die meisten Anwendungen ausreichens ist.
[0145] Tabelle 3 zeigt die Ergebnisse einer Viskositätsmessung bei 22 °C (Rotationsviskosimeter
Brookfield RVDV II+, Spindel 5) an Zusammensetzung 7.
Tabelle 3: Dynamische Viskositäten der Zusammensetzungen 7
| RPM1 |
Zusammensetzung 7 [cP] |
| 1,00 |
81.600 |
| 2,00 |
44.200 |
| 5,00 |
19.200 |
| 10,00 |
10.960 |
| 20,00 |
6.060 |
| 50,00 |
2.840 |
| 100,00 |
1.600 |
Zusammensetzung 8 (Trockenmischung)
[0146]
900 g Zitronensäure
90 g Stobigel
10 g Xanthan
Zusammensetzung 9 (Trockenmischung)
[0147]
800 g Zitronensäure
100 g Zucker
90 g Stobigel
10 g Xanthan
[0148] Trockenmischungen 8 und 9 können durch gründliches Vermischen mit warmem Wasser zu
gebrauchsfertigen Lösungen bzw. Dispersionen mit sehr hoher Viskosität angesetzt werden.
Durch die guten Klebeigenschaften der modifizierten Stärke sind die gewünschten Hafteigenschaften
erreicht. Üblicherweise ist es ausreichend, eine Trockenzusammensetzung ohne adhäsionsfördernde
Zusätze, wie beispielsweise Zucker, Trockenglucose oder Maltodextrin, zu verwenden.
Bei Bedarf kann durch Zugabe dieser Zusätze die Haftung auf den Metalloberflächen
allerdings noch gesteigert werden.
Anwendungsbeispiel
[0149] Nachfolgend werden die in der Figurendarstellung Anwendungsbeispiel eingehender erläutert.
[0150] Bei den in der Figurendarstellung illustrierten Anwendungsbeispielen wird die Zusammensetzung
gemäß Herstellungsbeispiel 1 mit einem Pinsel auf kupferhaltige Materialien aufgetragen
und dort für circa 10 Minuten belassen. Anschließend wird die Zusammensetzung mit
warmem Wasser abgewaschen und die Oberfläche getrocknet.
[0151] Es zeigen die Figuren 1a und 2a eine kupferne Bettpfanne, welche stark verschmutzt
ist und eine starke Partina aufweist. Nach Behandlung mit der Zusammensetzung gemäß
Herstellungsbeispiel 1 ist wie in den Figuren 1b und 2b dargestellt, die Partina sowie
übliche andere Verschmutzungen zum größten Teil verschwunden und das metallisch glänzende
Kupfer wieder gut zu erkennen.
[0152] Figur 3a zeigt eine Messingglocke vor Behandlung mit der Zusammensetzung gemäß Herstellungsbeispiel
1. Die Glocke ist ungleichmäßig und fleckig angelaufen. Nach Behandlung mit der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung glänzt die Glocke wieder metallisch und die Verschmutzungen und Anhaftungen
sind nahezu vollständig entfernt, wie aus Figur 3b ersichtlich.
[0153] Figur 4a zeigt einen Ausschnitt aus einem Gestellring aus Messing vor Behandlung
mit der erfindungsgemäßen Zusammensetzung gemäß Herstellungsbeispiel 1.
[0154] Figur 4b zeigt denselben Ausschnitt aus dem Gestellring, welcher nach Behandlung
mit der erfindungsgemäßen Zusammensetzung wieder metallisch glänzt. Darüber hinaus
ist gut zu erkennen, dass auch von den feinen Details und Konturen des Ringgestells
die Verschmutzungen und Oxidationsprodukte nahezu vollständig entfernt sind.
[0155] Figur 5a zeigt schließlich das Gewicht einer Messinglampe, welche gleichfalls stark
verschmutzt und angelaufen ist. Nach Behandlung mit der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
gemäß Herstellungsbeispiel 1 sind die starken Verschmutzungen wie aus Figur 5b ersichtlich,
nahezu vollständig entfernt.
[0156] Die erfindungsgemäße Zusammensetzung ermöglicht somit eine einfache, reproduzierbare
und kostengünstige Reinigung kupferhaltiger Materialien, insbesondere auch von detailreichen
Objekten mit feinen Strukturen.
1. Zusammensetzung, insbesondere Reinigungsmittel, vorzugsweise mit Adhäsionsfähigkeit
auf Metallen, umfassend
(a) mindestens eine Säure,
(b) mindestens ein Bindemittel und
(c) Wasser;
wobei die Zusammensetzung frei von Holzmehl ist.
2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Säure eine anorganische Säure, eine organische Säure oder deren Mischung, insbesondere
eine mineralische Säure oder eine Fruchtsäure, ist.
3. Zusammensetzung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung die Säure in Mengen im Bereich von 10 Gew.-% bis 60 Gew.-%, insbesondere
im Bereich von 20 Gew.-% bis 55 Gew.-%, vorzugsweise im Bereich von 25 Gew.-% bis
50 Gew.-%, bevorzugt im Bereich von 30 Gew.-% bis 45 Gew.-%, besonders bevorzugt im
Bereich von 35 Gew.-% bis 45 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung, enthält.
4. Zusammensetzung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel ein säurestabiles Bindemittel, vorzugsweise ein aus einem Naturstoff
gewonnenes Bindemittel, bevorzugt ein Polysaccharid, ist.
5. Zusammensetzung nach einem der vorherigen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel ausgewählt ist aus der Gruppe von Alginat, Agar Agar, Carrageen,
Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl, Traganth, Gummi Arabicum, Xanthan, Karayagummi,
Tarakernmehl, Gellan, Konjak, Cassia Gummi, Pektin, Cellulose, Stärke, sowie deren
Mischungen und Derivaten, ganz besonders bevorzugt Xanthan.
6. Zusammensetzung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung das Bindemittel in Mengen im Bereich von 0,5 Gew.-% bis 7 Gew.-%,
insbesondere im Bereich von 0,5 Gew.-% bis 6,5 Gew.-%, vorzugsweise im Bereich von
0,8 Gew.-% bis 5 Gew.-%, bevorzugt im Bereich von 1 Gew.-% bis 5 Gew.-%, besonders
bevorzugt im Bereich von 1 Gew.-% bis 2 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung, enthält.
7. Zusammensetzung nach den vorherigen Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung mindestens einen adhäsionsfördernden Zusatz, vorzugsweise mindestens
einen Zucker, bevorzugt einen Zuckersirup, besonders bevorzugt Glukosesirup oder Invertzuckersirup,
aufweist.
8. Zusammensetzung nach den vorherigen Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung eine hochviskose Konsistenz, insbesondere eine Viskosität im
Bereich von 103 cP bis 105 cP, bevorzugt von 5.000 cP bis 50.000 cP, besonders bevorzugt von 10.000 cP bis 30.000
cP, vorzugsweise in der Größenordnung von 104 cP, aufweist.
9. Zusammensetzung nach den vorherigen Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung das Wasser in Mengen im Bereich von 15 Gew.-% bis 70 Gew.-%,
insbesondere im Bereich von 15 Gew.-% bis 60 Gew.-%, vorzugsweise im Bereich von 20
Gew.-% bis 55 Gew.-%, bevorzugt im Bereich von 25 Gew.-% bis 50 Gew.-%, bezogen auf
die Zusammensetzung, enthält.
10. Zusammensetzung, insbesondere Reinigungsmittel, vorzugsweise mit Adhäsionsfähigkeit
auf Metallen, bestehend aus
(a) mindestens einer Säure,
(b) mindestens einem Bindemittel,
(c) Wasser,
(d) mindestens einem adhäsionsfördernden Zusatz und
(e) mindestens einem Additiv.
11. Verwendung einer Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 10 zur Reinigung von
Metalloberflächen, welche vorzugsweise aus Kupfer, Kupferlegierungen, Messing, Bronze
und/oder Chrom bestehen oder diese enthalten.
12. Verwendung einer Zusammensetzung nach einem der Ansprüchen 1 bis 10 zur Entfernung
von Oxidationsprodukten, insbesondere von Patina und Grünspan oder Oxidationsprodukten
auf verchromten Oberflächen, und/oder zur Entfernung von Kalkablagerungen auf Metalloberflächen.
13. Reinigungsverfahren zur Entfernung von Oxidationsprodukten, insbesondere von Patina
und Grünspan oder Oxidationsprodukten auf verchromten Oberflächen, und/oder zur Entfernung
von Kalkablagerungen von Metalloberflächen,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 10
(a) auf eine Metalloberfläche aufgebracht wird,
(b) für eine chemische Entfernung der Oxidationsprodukte und/oder der Kalkablagerungen
ausreichende Zeit auf der Metalloberfläche belassen wird und
(c) von der Metalloberfläche entfernt wird.
14. Zusammensetzung, in Form einer Trockenmischung eines Reinigungsmittels, umfassend
(a) mindestens eine Säure und
(b) mindestens ein Bindemittel;
wobei die Zusammensetzung frei von Holzmehl ist.
15. Reinigungsverfahren zur Entfernung von Oxidationsprodukten, insbesondere von Patina
und Grünspan oder Oxidationsprodukten auf verchromten Oberflächen, und/oder zur Entfernung
von Kalkablagerungen von Metalloberflächen,
dadurch gekennzeichnet, dass die Trockenmischung nach Anspruch 14
(a) mit Wasser vermengt wird,
(b) die in Verfahrensschritt (a) erhaltenen Zusammensetzung auf eine Metalloberfläche
aufgebracht wird,
(c) für eine chemische Entfernung der Oxidationsprodukte und/oder Kalkablagerungen
ausreichende Zeit auf der Metalloberfläche belassen wird und
(d) anschließend von der Metalloberfläche entfernt wird.