[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Blechs oder Bands aus
einer Aluminiumlegierung sowie ein dadurch hergestelltes Blech, Band oder Formteil.
[0002] Um Festigkeit und Umformbarkeit bzw. Duktilität, insbesondere Tiefziehformbarkeit,
an einer 5xxx-Aluminiumlegierung bzw. Aluminiumlegierung auf Al-Mg-Basis einzustellen,
ist es bekannt, am Blech oder Band bzw. bei der Metallstruktur des Aluminiumlegierungsblechs
oder -bands eine feinere mittlere Kristallkorngröße, nämlich von 60 µm oder nach der
EP0507411A1 kleiner 50 µm, vorzusehen. Nachteilig besteht bei solch einer feineren Kristallkorngröße
von 60 µm oder kleiner die Gefahr von Typ A Fließfiguren, nämlich Lüders-Linien, an
der Oberfläche des plastisch verformten Blechs oder Bands. Al-Mg-Mn-Legierungen sind
daher beispielsweise für Außenhautteile im Karosseriebau, bei denen ssf (strech strain
free)-Qualität oder ffa (fließfigurenarme)-Qualität, also eine Freiheit oder Reduktion
von Typ A Fließfiguren, gefordert wird, nur bedingt geeignet.
[0003] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung eines Blechs
oder Bands aus einer Aluminiumlegierung mit Mg als eines der Hauptlegierungselemente
sowie ein Blech oder Band der eingangs geschilderten Art zu schaffen, das vergleichswiese
hohe Festigkeit und Umformbarkeit sowie ssf-Qualität oder ffa-Qualität aufweist. Zudem
soll das Verfahren einfach in der Handhabung und reproduzierbar sein.
[0004] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe hinsichtlich des Verfahrens durch die Merkmale
des Anspruchs 1.
[0005] Erfindungsgemäß ist das Blech oder Band im Verfahren aus einer Aluminiumlegierung
mit der Zusammensetzung, nämlich von 2,0 bis 5,5 Gew.-% Magnesium (Mg), von 0,2 bis
1,2 Gew.-% Mangan (Mn), optional bis 0,45 Gew.-% Silizium (Si), optional bis 0,55
Gew.-% Eisen (Fe), optional bis 0,35 Gew.-% Chrom (Cr), optional bis 0,2 Gew.-% Titan
(Ti), optional bis 0,2 Gew.-% Silber (Ag), optional bis 4,0 Gew.-% Zink (Zn), optional
bis 0,8 Gew.-% Kupfer (Cu), optional bis 0,8 Gew.-% Zirkon (Zr), optional bis 0,3
Gew.-% Niob (Nb), optional bis 0,25 Gew.-% Tantal (Ta), optional bis 0,05 Gew.-% Vanadium
(V) und als Rest Aluminium sowie herstellungsbedingt unvermeidbare Verunreinigungen
mit jeweils maximal 0,05 Gew.-% und gesamt höchstens 0,15 Gew.-%.
[0006] Das Verfahren weist folgende Verfahrensschritte nach auf,
- Gießen eines Walzbarrens,
- Warmwalzen des Walzbarrens zu einem warmgewalzten Blech oder Band;
- Kaltwalzen des warmgewalzten Blechs oder Bands auf eine Enddicke;
- Wärmebehandlung des auf die Enddicke kaltgewalzten Blechs oder Bands, umfassend Rekristallisationsglühen
mit nachfolgendem beschleunigtem Abkühlen;
[0007] Optional kann das Verfahren folgende Verfahrensschritte aufweisen:
- Homogenisieren des Walzbarrens;
- Zwischenglühen des Blechs oder Bands beim Kaltwalzen des warmgewalzten Blechs oder
Bands auf eine Enddicke
- Stabilisieren des beschleunigt abgekühlten Blechs oder Bands bei der Wärmebehandlung;
[0008] Erfindungsgemäß weist vor der Wärmebehandlung das auf die Enddicke kaltwalzte Blech
oder Band mindestens eine intermetallische Phase mit ersten Teilchen mit einer mittleren
Teilchengröße von 5 µm bis 10 µm (gemessen nach dem Linienschnittverfahren ASTM E112)
auf - dies durch die Verfahrensschritte vor der Wärmebehandlung. Beispielsweise in
dem zumindest Gießen und das Kaltwalzen, insbesondere nach dem Zwischenglühen, derart
aufeinander abgestimmt werden, dass das Blech oder Band mindestens eine intermetallische
Phase mit ersten Teilchen mit einer mittleren Teilchengröße von 5 µm bis 10 µm aufweist.
[0009] Mit solch einer Zusammensetzung und Mikrostruktur ist ein Blech oder Band mit hoher
Festigkeit und Umformbarkeit sowie ssf Qualität oder ffa Qualität herstellbar - und
zwar, wenn dieses Blech oder Band nach der Wärmebehandlung eine mittlere Kristallkorngröße
D von ≤ 60 µm (gemessen nach dem Linienschnittverfahren ASTM E112) aufweist und die
mittlere Kristallkorngröße D in mm und die Anzahl A der ersten Teilchen pro mm
2 in der Aluminiumlegierung die Bedingung

erfüllt -beispielsweise in dem das Rekristallisationsglühen der Wärmebehandlung derart
durchgeführt wird. Durch ein dem Rekristallisationsglühen nachfolgendes beschleunigtes
Abkühlen, kommt es -bedingt durch die unterschiedlichen thermischen Ausdehnungskoeffizienten-
zu inneren Spannungen im Gefüge - und zwar zwischen Aluminiummatrix und den ersten
Teilchen der intermetallischen Phase, was für eine ausreichende Anzahl an freien Versetzungen
bei den ersten Teilchen der intermetallischen Phase sorgt. Damit werden beim Umformen
des Blechs oder Bands Lüderslinien-Versetzungen nicht notwendig oder nicht notwendigerweise
ausgebildet. Dies auch bei ungünstigen Verformungen bzw. bei komplexen Geometrien
am umgeformten Blech oder Band.
[0010] Dieses Verfahren ist zudem einfach in der Handhabung und weist, beispielsweise durch
eine Wasserabkühlung für das beschleunigte Abkühlen, höchste Reproduzierbarkeit auf,
um ein Blech oder Band in ssf-Qualität oder ffa-Qualität herzustellen.
[0011] Die Anzahl an Versetzungen im Blech oder Band können im Verfahren weiter erhöht werden,
wenn

ist. Insbesondere wenn

ist, kann das Blech oder Band vergleichsweise hohen Qualitätsansprüchen genügen,
ohne dass auch bei vergleichsweise komplexen Geometrien oder ungünstigen plastischen
Verformungen Fließfiguren, beispielsweise Lüders-Linien des Typs A, an der Oberfläche
des umgeformten Blechs oder Bands befürchtet werden müssen.
[0012] Das Verfahren kann in der Reproduzierbarkeit weiter verbessert werden, wenn bei der
Wärmebehandlung das Rekristallisationsglühen durch Halten bei einer Temperatur von
300 °C (Grad Celsius) oder mehr, insbesondere bis 600°C, erfolgt. Dies kann sich weiter
verbessern, wenn das Rekristallisationsglühen bei 450°C bis 550°C erfolgt. Zudem kann
diese Glühtemperatur ausreichend sein, das Gefüge durch ein beschleunigtes Abkühlen
ausreichend vorzuspannen, um jene Versetzungen an den ersten Teilchen zu erzeugen,
die in weiterer Folge Lüderslinien-Versetzungen nicht notwendig machen.
[0013] Dies insbesondere dann, wenn das erwärmte Blech beschleunigt mit einer Abkühlrate
von mindestens 10 K/s (Kelvin pro Sekunde), insbesondere mindestens 20 K/s oder mindestens
50 K/s, abgekühlt wird, wobei dieses beschleunigte Abkühlen auf insbesondere unter
180 °C, insbesondere auf Raumtemperatur erfolgen kann.
[0014] Für, in der mittleren Teilchengröße ausreichend groß ausgebildete ersten Teilchen
kann gesorgt werden, wenn der Walzbarren unter Einhaltung einer Abkühlrate (bzw. Abkühlgeschwindigkeit)
von < 2,5°C/s zur Erstarrung gebracht wird. Dies kann weiter verbessert werden, wenn
die Abkühlrate < 2°C/s oder < 1°C/s oder < 0.75°C/s beträgt. Außerdem kann damit eine
eventuelle Reduktion der mittleren Teilchengröße durch nachfolgende Verfahrensschritte,
beispielsweise durch das Kaltwalzen, abgefangen werden, eine mittlere Teilchengröße
von 5 µm bis 10 µm vor der Wärmebehandlung sicherzustellen.
[0015] Zudem kann das optionale Homogenisieren durch Halten bei 450°C bis 550°C für mindestens
0,5 h erfolgten.
[0016] Das Warmwalzen kann bei 280°C bis 550°C erfolgen.
[0017] Das Kaltwalzen auf die Enddicke, kann mit einem Abwalzgrad von 10% bis 65%, insbesondere
von 20% bis 50%, erfolgt. Insbesondere kann es von Vorteil sein, wenn das Kaltwalzen
nach dem Zwischenglühen mit einem Abwalzgrad von 10% bis 65%, insbesondere von 20%
bis 50% erfolgt, um die Reproduzierbarkeit der mittleren Teilchengröße von 5 µm bis
10 µm zu verbessern.
[0018] Das optionale Zwischenglühen kann durch Halten bei 300°C bis 500°C erfolgen. Das
optionale Stabilisieren kann durch Halten bei 80°C bis 120°C für mindestens 0,5 h
erfolgt.
[0019] Eine mittlere Teilchengröße von 5 µm bis 10 µm vor der Wärmebehandlung kann insbesondere
dann sichergestellt werden, wenn das Produkt von Abwalzgrad in % nach dem Zwischenglühen
und Abkühlrate in °C/s die Bedingung 10 ≤ Abwalzgrad * Abkühlrate ≤ 50, insbesondere
20 ≤ Abwalzgrad * Abkühlrate ≤ 45, erfüllt.
[0020] Weist die intermetallische Phase eine Al-Mn-Basis auf, können jene Versetzungen in
der Aluminiumlegierung geschaffen werden, anhand deren Fließfiguren besonders standfest
vermeidbar sind. Vorzugsweise ist die intermetallische Phase vom Typ Al
13(Mn,Fe)
6 oder Al
15FeMn
3Si
2 oder Al
12Mn oder Al
6Mn. Auch ist vorstellbar, dass die primäre Phase die intermetallische Phase ausbildet,
um in Zusammenwirken mit der Wärmebehandlung des Blechs oder Bands eine ausreichende
Anzahl an Versetzungen zu schaffen.
[0021] Hohe Festigkeit und Umformbarkeit unter Vermeidung von Orangenhaut und Fließfiguren
sind durch das Verfahren erreichbar, wenn die Aluminiumlegierung (mit einer Al-Mg-Mn-Basis)
von 4,0 bis 5,0 Gew.-% Magnesium (Mg) und/oder von 0,2 bis 0,5 Gew.-% Mangan (Mn)
aufweist.
[0022] Besonders hohe Festigkeit ist erreichbar, wenn die Aluminiumlegierung zusätzlich
von 2,0 bis 4,0 Gew.-% Zink (Zn) aufweist (Al-Mg-Zn-Basis). Optional kann diese Aluminiumlegierung
noch bis 0,8 Gew.-% Kupfer (Cu) aufweist.
[0023] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe hinsichtlich des Blechs oder Bands durch
die Merkmale des Anspruchs 8.
[0024] Ist das Blech oder Band aus einer Aluminiumlegierung mit den Legierungsgehalten,
nämlich von 2,0 bis 5,5 Gew.-% Magnesium (Mg), von 0,2 bis 1,2 Gew.-% Mangan (Mn),
optional bis 0,45 Gew.-% Silizium (Si), optional bis 0,55 Gew.-% Eisen (Fe), optional
bis 0,35 Gew.-% Chrom (Cr), optional bis 0,2 Gew.-% Titan (Ti), optional bis 0,2 Gew.-%
Silber (Ag), optional bis 4,0 Gew.-% Zink (Zn), optional bis 0,8 Gew.-% Kupfer (Cu),
optional bis 0,8 Gew.-% Zirkon (Zr), optional bis 0,3 Gew.-% Niob (Nb), optional bis
0,25 Gew.-% Tantal (Ta) und als Rest Aluminium sowie herstellungsbedingt unvermeidbare
Verunreinigungen mit jeweils maximal 0,05 Gew.-% und gesamt höchstens 0,15 Gew.-%
auf, steht eine Legierungskomposition zur Verfügung, mit der eine ausreichend hohe
Festigkeit und Umformbarkeit/Duktilität erreichbar ist - wie dies beispielsweise für
Außenhautteile im Karosseriebau gefordert wird.
[0025] Freiheit von Orangenhaut und Fließfiguren, unter anderem Lüders-Linien, kann am umgeformten
Blech oder Band ermöglicht werden, wenn dieses Blech oder Band eine mittlere Kristallkorngröße
D von ≤ 60 µm (gemessen nach dem Linienschnittverfahren ASTM E112) und mindestens
eine intermetallische Phase mit ersten Teilchen mit einer mittleren Teilchengröße
von 5 µm bis 10 µm (gemessen nach dem Linienschnittverfahren ASTM E112) aufweist,
und wobei die mittlere Kristallkorngröße D in mm und die Anzahl A der ersten Teilchen
in der Aluminiumlegierung pro mm
2 die Bedingung

erfüllt. Zudem ist es notwendig, dass das Blech oder Band einer Wärmebehandlung,
umfassend Rekristallisationsglühen mit nachfolgendem beschleunigtem Abkühlen und optional
einem Stabilisieren des beschleunigt abgekühlten Blechs oder Bands, unterworfen worden
ist.
[0026] So führt die erfindungsgemäße mittlere Kristallkorngröße D von ≤ 60 µm dazu, dass
durch das vergleichsweise feine Kristallkorn des Blechs oder Bands eine hohe Festigkeit
und Umformbarkeit ermöglicht werden.
[0027] Letztgenanntes wird jedoch nicht durch Fließfiguren an der Oberfläche des umgeformten
Blechs oder Bands beeinträchtigt, da erfindungsgemäß die im Blech oder Band vorliegenden
ersten Teilchen eine begrenzte mittlere Teilchengröße von 5 µm bis 10 µm aufweisen
sowie die mittlere Kristallkorngröße D in mm und die Anzahl A der ersten Teilchen
in der Aluminiumlegierung pro mm
2 die Bedingung

erfüllt.
[0028] Wird nämlich im Verfahren zur Herstellung das Blech oder Band durch Rekristallisationsglühen
und danach beschleunigtes Abkühlen wärmebehandelt, kann dies aufgrund der Zusammensetzung
und der sich daraus ergebenden Mikrostruktur für eine ausreichend hohe Anzahl an Versetzungen
im Blech oder Band sorgen - was die Ausbildung von Lüderslinien-Versetzungen selbst
bei komplexen Geometrien behindert. Erfindungsgemäß ist damit ein Blech oder Band
aus einer Aluminiumlegierung, vorzugsweise mit einer Al-Mg Basis (bzw. Mg als eines
der Hauptlegierungselemente) in ssf-Qualität oder ffa-Qualität geschaffen, das sich
zudem durch ausreichende Festigkeit und Umformbarkeit beispielsweise für Außenhautteile
im Karosseriebau auszeichnen kann.
[0029] Die Anzahl an Versetzungen im Blech oder Band können weiter erhöht werden, wenn

ist. Insbesondere wenn

ist, kann das Blech oder Band vergleichsweise hohen Qualitätsansprüchen genügen,
ohne dass auch bei vergleichsweise komplexen Geometrien oder ungünstigen plastischen
Verformungen Fließfiguren, beispielsweise Lüders-Linien des Typs A, an der Oberfläche
des umgeformten Blechs oder Bands befürchtet werden müssen.
[0030] Eine ausreichende Anzahl an Versetzungen, um Fließfiguren am umgeformten Blech oder
Band zu vermeiden, kann sich ergeben, wenn die Kristallstruktur an jedem ersten Teilchen
mehr als 200, insbesondere mehr als 400, Versetzungen aufweist. Dies ist erreichbar,
wenn das Blech oder Band durch Erwärmen und durch danach beschleunigtes Abkühlen derart
wärmebehandelt wurde, dass die Kristallstruktur bei jedem ersten Teilchen mehr als
200, insbesondere mehr als 400, Versetzungen aufweist.
[0031] Vorzugsweise ist die Anzahl A der ersten Teilchen ≥ 10 Teilchen/mm
2, was für eine ausreichende Verteilung der Versetzungen im Blech oder Band ermöglichen
kann, um Fließfiguren zu vermeiden. Dies insbesondere, wenn die Anzahl A der ersten
Teilchen ≥ 25 Teilchen/mm
2, vorzugsweise ≥ 35 Teilchen/mm
2, ist.
[0032] Weist die intermetallische Phase eine Al-Mn-Basis auf, können jene Versetzungen in
der Aluminiumlegierung geschaffen werden, anhand derer standfest Fließfiguren vermeidbar
sind. Vorzugsweise ist die intermetallische Phase vom Typ Al
13(Mn,Fe)
6 oder Al
15FeMn
3Si
2 oder Al
12Mn oder Al
6Mn. Auch ist vorstellbar, dass die primäre Phase die intermetallische Phase ausbildet,
um durch die nachfolgende Wärmebehandlung des Blechs oder Bands eine ausreichende
Anzahl an Versetzungen zu schaffen.
[0033] Hohe Festigkeit und Umformbarkeit unter Vermeidung von Orangenhaut und Fließfiguren
ist erreichbar, wenn die Aluminiumlegierung von 4,0 bis 5,0 Gew.-% Magnesium (Mg)
und/oder von 0,2 bis 0,5 Gew.-% Mangan (Mn) aufweist.
[0034] Besonders hohe Festigkeit ist erreichbar, wenn die Aluminiumlegierung zusätzlich
von 2,0 bis 4,0 Gew.-% Zink (Zn) aufweist (mit einer Al-Mg-Zn-Basis). Optional kann
diese Aluminiumlegierung noch bis 0,8 Gew.-% Kupfer (Cu) aufweist.
[0035] Das erfindungsgemäße Blech oder Band kann sich außerdem besonders zur Fertigung eines
Formteils, insbesondere Fahrzeugteils, vorzugsweise Karosserieteils, durch Blechumformen
eignen. Bevorzugt wird aus dem Blech oder Band eine Platine gefertigt, um ein Blechumformverfahren
vornehmen zu können.
[0036] Im Allgemeinen wird erwähnt, dass die mittlere Kristallkorngröße und die mittlere
Teilchengröße nach dem Linienschnittverfahren ASTM E112 gemessen werden. Vorzugsweise
weist die Aluminiumlegierung eine Al-Mg-Basis auf.
[0037] Außerdem kann das Blech oder Band eine mittlere Kristallkorngröße D von ≤ 50 µm,
≤ 40 µm oder ≤ 30 µm aufweisen.
[0038] Außerdem kann die Abkühlrate (bzw. Abkühlgeschwindigkeit) < 2,4°C/s, < 2,3°C/s, <
2,2°C/s, < 2,1 °C/s, < 2,0°C/s, < 1,9°C/s, < 1,8°C/s, < 1,7°C/s, < 1,6°C/s, < 1,5°C/s,
< 1,4°C/s, < 1,3°C/s, < 1,2°C/s, < 1,1 °C/s, < 1,0°C/s, < 0,9°C/s, < 0,8°C/s, < 0,7°C/s
oder < 0,6°C/s sein.
[0039] Im Allgemeinen wird erwähnt, dass das Band in ein Spaltband oder in Bleche getrennt
oder auch vom Blech oder Band Platinen abgetrennt werden können, um diese Halbzeuge
umzuformen, beispielsweise blechumzuformen. Das Umformen kann ein Tiefziehen, Rollprofilieren
etc. sein.
[0040] Im Allgemeinen wird erwähnt, dass die Aluminiumlegierung beispielsweise vom Typ EN
AW-5083 oder EN AW-5086 oder EN AW-5182 oder EN AW-5454 oder EN AW-5457 oder EN AW-5754
sein kann.
[0041] Zum Nachweis der erzielten Effekte wurden beispielsweise kaltgewalzte Halbzeuge,
nämlich Feinbleche aus einer Aluminiumlegierung mit einer Al-Mg-Mn-Basis und Feinbleche
aus einer Aluminiumlegierung mit einer Al-Mg-Zn-Mn-Basis hergestellt. Folgende Aluminiumlegierungen,
bestehend aus
Tabelle 1: verschiedenste Aluminiumlegierungen
Legierung |
Mg Gew.-% |
Mn Gew.-% |
Fe Gew.-% |
Si Gew.-% |
Zn Gew.-% |
C1 |
4,57 |
0,41 |
0,19 |
0,12 |
- |
C2 |
4,71 |
0,41 |
0,23 |
0,12 |
- |
C3 |
4,88 |
0,41 |
0,18 |
0,12 |
- |
C4 |
4,74 |
0,44 |
0,24 |
0,12 |
- |
D1 |
4,70 |
0,45 |
0,23 |
0,13 |
3,5 |
und als Rest Aluminium sowie herstellungsbedingt unvermeidbaren Verunreinigungen mit
jeweils maximal 0,05 Gew.-% und gesamt höchstens 0,15 Gew.-%, wurden verwendet.
[0042] Die Herstellung dieser Feinbleche erfolgte folgenden Verfahrensparametern:
Tabelle 2: Übersicht zu den Herstellungsverfahren
Bleche |
Legierung |
Gießen |
Warmwalzen |
Kaltwalzen |
Wärmebehandlung |
Abkühlrate [°C/s] |
Anfangstemperatur [°C] |
Abwalzgrad nach dem Zwischenglühen |
Zwischenglühen |
A1 |
C1 |
0,7 |
530°C |
63% |
385°C 2h |
500°C WQ |
A2 |
C2 |
1,8 |
530°C |
15% |
385°C 2h |
500°C WQ |
A3 |
C3 |
1,8 |
530°C |
18% |
385°C 2h |
500°C WQ |
A4.1 |
C4 |
1,8 |
530°C |
25% |
385°C 2h |
500°C WQ |
A4.2 |
C4 |
1,8 |
530°C |
25% |
385°C 2h |
370°C AC |
A5 |
C4 |
1,8 |
530°C |
63% |
385°C 2h |
500°C WQ |
A6.1 |
D1 |
1,8 |
530°C |
18% |
385°C 2h |
500°C WQ |
A6.2 |
D1 |
1,8 |
530°C |
63% |
385°C 2h |
500°C WQ |
WQ: Wasserabschreckung (als ein Beispiel einer beschleunigten Abkühlung)
AC: Abkühlung an ruhender Luft |
[0043] Aus diesen Feinblechen wurden Platinen -also Blechzuschnitte- gefertigt, die zu einem
Karosserieteil, nämlich einer Motorhaube, umgeformt, nämlich blechumgeformt, und zwar
tiefgezogen, wurden.
Tabelle 3: Übersicht zu den tiefgezogenen Feinblechen
Bleche |
Legierung |
Korngröße D [µm] |
√D [mm0.5] |
A [mm-2] |
√D. A [mm-1.5] |
Fließfiguren |
A1 |
C1 |
15 |
0.12 |
44 |
5.4 |
nein |
A2 |
C2 |
35 |
0.19 |
12 |
2.24 |
nein |
A3 |
C3 |
29 |
0.17 |
14 |
2.38 |
nein |
A4.1 |
C4 |
32 |
0.18 |
12 |
2.14 |
nein |
A4.2 |
C4 |
32 |
0.18 |
12 |
2.14 |
ja |
A5 |
C4 |
10 |
0.10 |
12 |
1.2 |
ja |
A6.1 |
D1 |
28 |
0.17 |
14 |
2.34 |
nein |
A6.2 |
D1 |
10 |
0.1 |
14 |
1.4 |
ja |
Ausführunqsbeispiel 1:
[0044] Aus einer Legierung vom Typ AA5182 (Al-Mg-Mn-Basis) mit der chemischen Zusammensetzung
C1 wurde ein Feinblech A1 der Blechdicke 1,2 mm gefertigt. Die Herstellung des Walzbarrens
wurde mit vergleichsweise reduzierter Abkühlrate (bzw. Abkühlgeschwindigkeit) zur
Erstarrung gebracht, die Walzschritte bei der Warm- und Kaltwalzung wurden nach Standardschema
durchgeführt. Der letzte Abwalzstich bei der Kaltwalzung betrug 63% (von 3,25 mm auf
1,2 mm) und die abschließende Wärmebehandlung erfolgte bei 500°C mit nachfolgender
Wasserabschreckung. Die mittlere Kristallkorngröße bzw. Endkorngröße des Feinblechs
A1 ergab sich mit 15 µm (gemessen nach dem Linienschnittverfahren ASTM E112) und in
der intermetallischen Phase fanden sich 44 eine mittlere Teilchengröße von 5 µm bis
10 µm (gemessen nach dem Linienschnittverfahren ASTM E112) aufweisende, erste Teilchen
pro mm
2. Diese ersten Teilchen waren zudem vergleichsweise grob ausgebildet. Zudem wird mit
dem Produkt aus Abkühlrate nach dem Zwischenglühen und Abwalzgrad von 44 die Bedingung
10 ≤ Abwalzgrad * Abkühlrate ≤ 50 erfüllt.
Mit einem √D*A-Wert von 5,4 wird das Kriterium (√D*A > 1,8) erfüllt. Ein Zugversuch
zeigte keine Lüderslinien an der Oberfläche des Feinblechs A1. Die erfindungsgemäße
intermetallische Phase mit den ersten Teilchen konnte daher für eine ausreichende
Anzahl an Versetzungen sorgen, um Lüders-Linien beim Umformen zu verhindern.
Ausführunqsbeispiel 2:
[0045] Aus einer Legierung vom Typ AA5182 mit der chemischen Zusammensetzung C2 wurde ein
Feinblech A2 der Blechdicke 1,2 mm gefertigt. Der Walzbarren wurde mit einer Abkühlrate
(bzw. Abkühlgeschwindigkeit) von 1,8°C/s zur Erstarrung gebracht und die Walzschritte
bei der Warm- und Kaltwalzung wurden nach Standardschema durchgeführt. Der letzte
Abwalzstich bei der Kaltwalzung betrug 15% (von 1,41 mm auf 1,2 mm), die abschließende
Wärmebehandlung erfolgte bei 500°C mit nachfolgender Wasserabschreckung. Zudem wird
mit dem Produkt aus Abkühlrate nach dem Zwischenglühen und Abwalzgrad von 27 die Bedingung
10 ≤ Abwalzgrad * Abkühlrate ≤ 50 erfüllt.
[0046] Die mittlere Kristallkorngröße bzw. Endkorngröße des Feinblechs A1 nach der Wärmebehandlung
ergab sich mit 35 µm und in der intermetallischen Phase fanden sich 12 eine mittlere
Teilchengröße von 5 µm bis 10 µm aufweisende, erste Teilchen pro mm
2. Mit einem √D*A-Wert von 2,24 wird das Kriterium (√D*A > 1,8) erfüllt. Ein Zugversuch
zeigte keine Lüderslinien an der Oberfläche des Feinblechs A2. Die erfindungsgemäße
intermetallische Phase mit den ersten Teilchen konnte daher für eine ausreichende
Anzahl an Versetzungen sorgen, um Lüders-Linien beim Umformen zu verhindern.
Ausführunqsbeispiel 3:
[0047] Aus einer Legierung vom Typ AA5182 mit der chemischen Zusammensetzung C3 wurde ein
Feinblech A3 der Blechdicke 1,2 mm gefertigt. Der Walzbarren wurde mit Abkühlrate
(bzw. Abkühlgeschwindigkeit) von 1,8°C/s zur Erstarrung gebracht und die Walzschritte
bei der Warm- und Kaltwalzung wurden nach Standardschema durchgeführt. Der letzte
Abwalzstich bei der Kaltwalzung betrug 18% (von 1,46 mm auf 1,2 mm), die abschließende
Wärmebehandlung erfolgte bei 500°C mit nachfolgender Wasserabschreckung. Die mittlere
Kristallkorngröße bzw. Endkorngröße betrug 29 µm und in der intermetallischen Phase
fanden sich 14 eine mittlere Teilchengröße von 5 µm bis 10 µm aufweisende, erste Teilchen
pro mm
2. Zudem wird mit dem Produkt aus Abkühlrate nach dem Zwischenglühen und Abwalzgrad
von 32 die Bedingung 10 ≤ Abwalzgrad * Abkühlrate ≤ 50 erfüllt.
[0048] Mit einem √D*A-Wert von 2,38 wird das Kriterium (√D*A > 1,8) erfüllt. Ein Zugversuch
zeigte keine Lüderslinien an der Oberfläche des Feinblechs A3. Die erfindungsgemäße
intermetallische Phase mit den ersten Teilchen konnte daher für eine ausreichende
Anzahl an Versetzungen sorgen, um Lüders-Linien beim Umformen zu verhindern.
Ausführunqsbeispiel 4:
[0049] Aus einer Legierung vom Typ AA5182 mit der chemischen Zusammensetzung C4 wurden zwei
Feinblech A4.1 und A4.2 der Blechdicke 1.2 mm gefertigt. Die Walzbarren wurde mit
einer Abkühlrate (bzw. Abkühlgeschwindigkeit) von 1,8°C/s zur Erstarrung gebracht
und die Walzschritte bei der Warm- und Kaltwalzung wurden nach Standardschema durchgeführt.
Der letzte Abwalzstich bei der Kaltwalzung betrug 25% (von 1,60 mm auf 1,2 mm). Die
abschließende Wärmebehandlung erfolgte beim Feinblech A4.1 bei 500°C mit nachfolgender
Wasserabschreckung. Hingegen wurde das Feinblech A4.2 bei 370°C mit nachfolgender
Abkühlung bei ruhender Luft abschließend wärmebehandelt.
[0050] Die mittlere Kristallkorngröße bzw. Endkorngröße beider Feinbleche A4.1 und A4.2
betrug 32µm und in deren intermetallischen Phase fanden sich 12 eine mittlere Teilchengröße
von 5 µm bis 10 µm aufweisende, erste Teilchen pro mm
2. Mit einem √D*A-Wert von 2,14 wird das Kriterium (√D*A > 1,8) von beiden Feinblechen
A4.1 und A4.2 erfüllt.
[0051] Zudem wird mit dem Produkt aus Abkühlrate nach dem Zwischenglühen und Abwalzgrad
von 45 die Bedingung 10 ≤ Abwalzgrad * Abkühlrate ≤ 50 von beiden Feinblechen A4.1
und A4.2 erfüllt.
[0052] Im Gegensatz zum Feinblech A4.1 zeigen sich am Feinblech A4.2 nach dem Tiefziehen
Lüderslinien. Am Feinblech A4.2 konnten sich trotz der gleichen Zusammensetzung und
Mikrostruktur durch die langsamere Abkühlung an ruhender Luft keine ausreichende Anzahl
an Versetzungen im Gefüge ausbilden, um Lüderslinien zu verhindern. Jene beschleunigte
Wasserabkühlung des Feinblechs A4.1 führte also dazu, dass die intermetallische Phase
mit den ersten Teilchen für eine ausreichende Anzahl an Versetzungen sorgen konnte,
um Lüders-Linien beim Umformen zu verhindern.
Ausführunqsbeispiel 5:
[0053] Aus einer Legierung vom Typ AA5182 mit der chemischen Zusammensetzung C4 wurde ein
Feinblech A5 der Blechdicke 1,2 mm gefertigt. Der Walzbarren wurde mit einer Abkühlrate
(bzw. Abkühlgeschwindigkeit) von 1,8°C/s zur Erstarrung gebracht und die Walzschritte
bei der Warm- und Kaltwalzung wurden nach Standardschema durchgeführt. Der letzte
Abwalzstich bei der Kaltwalzung betrug 63% (von 3,25 mm auf 1,2mm), die abschließende
Wärmebehandlung erfolgte bei 500°C mit nachfolgender Wasserabschreckung. Die mittler
Kristallkorngröße bzw. Endkorngröße betrug 10 µm und in der intermetallischen Phase
fanden sich 12 eine mittlere Teilchengröße von 5 µm bis 10 µm aufweisende, erste Teilchen
pro mm
2.
[0054] Mit einem √D*A-Wert von 1.2 wird das Kriterium für Lüdersfreiheit (√D*A > 1,8) nicht
erfüllt. Zudem wird mit dem Produkt aus Abkühlrate nach dem Zwischenglühen und Abwalzgrad
von 113 die Bedingung 10 ≤ Abwalzgrad * Abkühlrate ≤ 50 nicht erfüllt. Nach dem Tiefziehen
wurden Lüderslinien detektiert. Die intermetallische Phase mit den ersten Teilchen
konnte daher für keine ausreichende hohe Anzahl an Versetzungen sorgen, um Lüders-Linien
beim Umformen zu verhindern.
Ausführunqsbeispiel 6.1:
[0055] Aus einer Legierung mit einer Al-Mg-Zn-Mn-Basis der chemischen Zusammensetzung D1
wurden ein Feinblech A6.1 der Blechdicke 1,2 mm gefertigt. Der Walzbarren wurde mit
einer Abkühlrate (bzw. Abkühlgeschwindigkeit) von 1,8°C/s zur Erstarrung gebracht
und die Walzschritte bei der Warm- und Kaltwalzung wurden nach Standardschema durchgeführt.
Der letzte Abwalzstich bei der Kaltwalzung betrug 18% (von 1,46 mm auf 1,2 mm). Die
abschließende Wärmebehandlung erfolgte bei 500°C mit nachfolgender Wasserabschreckung.
Nach der beschleunigten Kühlung wurde ein Stabilisieren bei 100°C für 3 h (Stunden)
durchgeführt. Die mittlere Kristallkorngröße bzw. Endkorngröße betrug 28 µm und in
der intermetallischen Phase fanden sich 14 eine mittlere Teilchengröße von 5 µm bis
10 µm aufweisende, erste Teilchen pro mm
2. Mit einem √D*A-Wert von 2,34 wird das Kriterium (√D*A > 1,8) erfüllt. Zudem wird
mit dem Produkt aus Abkühlrate nach dem Zwischenglühen und Abwalzgrad von 32 die Bedingung
10 ≤ Abwalzgrad * Abkühlrate ≤ 50 erfüllt.
[0056] Ein Zugversuch zeigte keine Lüderslinien an der Oberfläche des Feinblechs A6.1. Die
erfindungsgemäße intermetallische Phase mit den ersten Teilchen konnte daher für eine
ausreichende Anzahl an Versetzungen sorgen, um Lüders-Linien beim Umformen zu verhindern.
Ausführunqsbeispiel 6.2:
[0057] Aus einer Legierung mit einer Al-Mg-Zn-Mn-Basis der chemischen Zusammensetzung D1
wurde ein Feinblech A6.2 der Blechdicke 1,2 mm gefertigt. Der Walzbarren wurde mit
einer Abkühlrate (bzw. Abkühlgeschwindigkeit) von 1,8°C/s zur Erstarrung gebracht
und die Walzschritte bei der Warm- und Kaltwalzung wurden nach Standardschema durchgeführt.
Der letzte Abwalzstich bei der Kaltwalzung betrug 63% (von 3,25 mm auf 1,2mm), die
abschließende Wärmebehandlung erfolgte bei 500°C mit nachfolgender Wasserabschreckung.
Die mittler Kristallkorngröße bzw. Endkorngröße betrug 10 µm und in der intermetallischen
Phase fanden sich 14 eine mittlere Teilchengröße von 5 µm bis 10 µm aufweisende, erste
Teilchen pro mm
2. Mit einem √D*A-Wert von 1,4 wird das Kriterium für Lüdersfreiheit (√D*A > 1,8) nicht
erfüllt. Zudem wird mit dem Produkt aus Abkühlrate nach dem Zwischenglühen und Abwalzgrad
von 113 die Bedingung 10 ≤ Abwalzgrad * Abkühlrate ≤ 50 nicht erfüllt.
[0058] Nach dem Tiefziehen wurden Lüderslinien festgestellt. Die intermetallische Phase
mit den ersten Teilchen konnte daher für keine ausreichende hohe Anzahl an Versetzungen
sorgen, um Lüders-Linien beim Umformen zu verhindern.
[0059] Allen erfindungsgemäßen Ausführungsbeispielen, nämlich A1, A2, A3, A4.1 und A6.1,
ist gemeinsam, dass deren Kristallstruktur an jedem ersten Teilchen mehr als 200,
insbesondere mehr als 400, Versetzungen aufweist.
1. Verfahren zur Herstellung eines Blechs oder Bands aus einer Aluminiumlegierung, aufweisend
von 2,0 bis 5,5 |
Gew.-% Magnesium (Mg), |
von 0,2 bis 1,2 |
Gew.-% Mangan (Mn), |
optional
bis 0,45 |
Gew.-% Silizium (Si), |
bis 0,55 |
Gew.-% Eisen (Fe), |
bis 0,35 |
Gew.-% Chrom (Cr), |
bis 0,2 |
Gew.-% Titan (Ti), |
bis 0,2 |
Gew.-% Silber (Ag), |
bis 4,0 |
Gew.-% Zink (Zn), |
bis 0,8 |
Gew.-% Kupfer (Cu), |
bis 0,8 |
Gew.-% Zirkon (Zr), |
bis 0,3 |
Gew.-% Niob (Nb), |
bis 0,25 |
Gew.-% Tantal (Ta), |
bis 0,05 |
Gew.-% Vanadium (V) |
und als Rest Aluminium sowie herstellungsbedingt unvermeidbare Verunreinigungen mit
jeweils maximal 0,05 Gew.-% und gesamt höchstens 0,15 Gew.-%, wobei das Verfahren
folgende Verfahrensschritte aufweist:
Gießen eines Walzbarrens;
optional Homogenisieren des Walzbarrens;
Warmwalzen des Walzbarrens zu einem warmgewalzten Blech oder Band;
Kaltwalzen des warmgewalzten Blechs oder Bands auf eine Enddicke, optional mit einem
Zwischenglühen des Blechs oder Bands, wobei das auf die Enddicke kaltgewalzte Blech
oder Band mindestens eine intermetallische Phase mit ersten Teilchen mit einer mittleren
Teilchengröße von 5 µm bis 10 µm aufweist;
Wärmebehandlung des auf die Enddicke kaltgewalzten Blechs oder Bands, umfassend Rekristallisationsglühen
mit nachfolgendem beschleunigtem Abkühlen und optional einem Stabilisieren des beschleunigt
abgekühlten Blechs oder
Bands, wobei das wärmebehandelte Blech oder Band eine mittlere Kristallkorngröße D
von ≤ 60 µm aufweist und die mittlere Kristallkorngröße D in mm und die Anzahl A der
ersten Teilchen in der Aluminiumlegierung pro mm2 die Bedingung

erfüllt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass 
ist.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Rekristallisationsglühen bei 300°C oder mehr, insbesondere bis 600°C, vorzugsweise
von 450°C bis 550°C, erfolgt, oder
das beschleunigte Abkühlen mit einer Abkühlrate von mindestens 10 K/s, insbesondere
mindestens 20 K/s oder mindestens 50 K/s, auf insbesondere unter 180°C, insbesondere
auf Raumtemperatur, erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Walzbarren unter Einhaltung einer Abkühlrate von < 2,5°C/s, insbesondere < 2°C/s
oder < 1 °C/s oder < 0.75°C/s, zur Erstarrung gebracht wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das optionale Homogenisieren bei 450°C bis 550°C für mindestens 0,5 h erfolgt, und/oder
das Warmwalzen bei 280°C bis 550°C erfolgt, und/oder
das Kaltwalzen, insbesondere nach dem Zwischenglühen, auf die Enddicke mit einem Abwalzgrad
von 10% bis 65%, insbesondere von 15% bis 65%, erfolgt, und/oder
das optionale Zwischenglühen des Blechs oder Bands bei 300°C bis 500°C erfolgt, und/oder
das optionale Stabilisieren bei 80°C bis 120°C für mindestens 0,5 h erfolgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Produkt von Abwalzgrad in % nach dem Zwischenglühen und Abkühlrate in °C/s die
Bedingung 10 ≤ Abwalzgrad * Abkühlrate ≤ 50, insbesondere 20 ≤ Abwalzgrad * Abkühlrate
≤ 45, erfüllt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die, vorzugsweise primäre, intermetallische Phase eine Al-Mn-Basis aufweist, insbesondere
vom Typ Al13(Mn,Fe)6 oder A15FeMn3Si2 oder Al12Mn oder Al6Mn ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Aluminiumlegierung
von 4,0 bis 5,0 |
Gew.-% Magnesium (Mg) und/oder |
von 0,2 bis 0,5 |
Gew.-% Mangan (Mn) und |
▪ optional
von 2,0 bis 4,0 |
Gew.-% Zink (Zn) |
▪ aufweist.
9. Blech oder Band aus einer Aluminiumlegierung aufweisend
von 2,0 bis 5,5 |
Gew.-% Magnesium (Mg), |
von 0,2 bis 1,2 |
Gew.-% Mangan (Mn), |
optional
bis 0,45 |
Gew.-% Silizium (Si), |
bis 0,55 |
Gew.-% Eisen (Fe), |
bis 0,35 |
Gew.-% Chrom (Cr), |
bis 0,2 |
Gew.-% Titan (Ti), |
bis 0,2 |
Gew.-% Silber (Ag), |
bis 4,0 |
Gew.-% Zink (Zn), |
bis 0,8 |
Gew.-% Kupfer (Cu), |
bis 0,8 |
Gew.-% Zirkon (Zr), |
bis 0,3 |
Gew.-% Niob (Nb), |
bis 0,25 |
Gew.-% Tantal (Ta), |
bis 0,05 |
Gew.-% Vanadium (V) |
und als Rest Aluminium sowie herstellungsbedingt unvermeidbare Verunreinigungen mit
jeweils maximal 0,05 Gew.-% und gesamt höchstens 0,15 Gew.-%, wobei das Blech oder
Band eine mittlere Kristallkorngröße D von ≤ 60 µm und mindestens eine intermetallische
Phase mit ersten Teilchen mit einer mittleren Teilchengröße von 5 µm bis 10 µm aufweist,
und wobei die mittlere Kristallkorngröße D in mm und die Anzahl A der ersten Teilchen
in der Aluminiumlegierung pro mm
2 die Bedingung

erfüllt, wobei das Blech oder Band einer Wärmebehandlung, umfassend Rekristallisationsglühen
mit nachfolgendem beschleunigtem Abkühlen und optional einem Stabilisieren des beschleunigt
abgekühlten Blechs oder Bands, unterworfen worden ist.
10. Blech oder Band nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass 
ist.
11. Blech oder Band nach einem der Ansprüche 9 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Kristallstruktur an jedem ersten Teilchen mehr als 200, insbesondere mehr als
400, Versetzungen aufweist.
12. Blech oder Band nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl A der ersten Teilchen in der Aluminiumlegierung ≥ 10 Teilchen/mm2, insbesondere ≥ 25 Teilchen/mm2, vorzugsweise ≥ 35 Teilchen/mm2, ist.
13. Blech oder Band nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die, vorzugsweise primäre, intermetallische Phase eine Al-Mn-Basis aufweist, insbesondere
vom Typ Al13(Mn,Fe)6 oder Al15FeMn3Si2 oder Al12Mn oder Al6Mn ist.
14. Blech oder Band nach einem der Ansprüche 9 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die Aluminiumlegierung
von 4,0 bis 5,0 |
Gew.-% Magnesium (Mg) und/oder |
von 0,2 bis 0,5 |
Gew.-% Mangan (Mn) und |
▪ optional
von 2,0 bis 4,0 |
Gew.-% Zink (Zn) |
▪ aufweist.
15. Formteil, insbesondere Fahrzeugteil, vorzugsweise Karosserieteil, aus einem blechumgeformten
Blech oder Band nach einem der Ansprüche 9 bis 14.