[0001] Die Erfindung betrifft ein Brückenwiderlager, ein Brückenbauwerk mit einem entsprechenden
Widerlager sowie Verfahren zur Herstellung eines Brückenwiderlagers und Brückenbauwerks.
Weiterhin betrifft die Erfindung ein Betonfertigteil zur Verwendung in einem erfindungsgemäßen
Brückenwiderlager.
[0002] Derzeit werden Brückenwiderlager meist aus Stahlbeton hergestellt. Hierzu werden
im Bereich der Bodenplatte, der Flügelwände und des Brückenwiderlagers Bewehrungen
eingebracht und anschließend das Brückenwiderlager durch Ortbeton erstellt. Dafür
sind umfangreiche Schalungsarbeiten notwendig. Nach dem Gießen des Brückenwiderlagers
ist ein Abbau der Schalungen notwendig. Der Bau eines solchen Brückenwiderlagers sowie
eines Brückenbauwerks mit einem entsprechenden Brückenwiderlager ist zeitlich aufwendig.
Insbesondere, wenn ein Brückenbauwerk über einen bestehenden Verkehrsweg hinweg gebaut
wird, führen lange Bauzeiten zu lang andauernden und kostspieligen Beeinträchtigungen
des unter dem zu erstellenden Brückenbauwerk verlaufenden Verkehrs.
[0003] Brückenwiderlager können auch aus Betonfertigteilen bzw. unter Verwendung von Betonfertigteilen
erstellt werden. So zeigt
CN 107313339 A ein Brückenwiderlager, bei dessen Erstellung vorgefertigte Elemente wie Basis, Ständer,
Auflagerbank und Flügelwände sowie in Ortbeton erstellte Verbindungssegmente verwendet
werden.
[0004] CN 108442239 zeigt ein Brückenwiderlager, dass vollständig aus Betonfertigteilen erstellt wird.
Die Betonfertigteile sind dabei aus ultrahochfestem Beton (UHPC - Ultra High Performance
Concrete) gefertigt und werden mittels vorgespannter Stahlstäbe zu dem Brückenwiderlager
verbunden.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Brückenwiderlager sowie ein entsprechendes
Brückenbauwerk bereitzustellen, das zuverlässig und dauerhaft ist und dabei schnell
hergestellt werden kann. Weiterhin ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur
Herstellung eines Brückenwiderlagers und ein Verfahren zur Herstellung eines Brückenbauwerks
zu schaffen, mit denen diese schnell errichtet werden können. Dies ist sowohl bei
neu zu errichtenden Brückenbauwerken als auch bei Ersatz bestehender Brückenbauwerke
wünschenswert. Insbesondere soll die Beeinträchtigung eventuell unter dem Brückenbauwerk
herführender Verkehrswege zeitlich reduziert werden.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch ein Brückenwiderlager laut Anspruch
1. Ein entsprechend als Flügelwandelement für ein Brückenwiderlager ausgebildetes
Betonfertigteil ist daher ebenfalls Gegenstand der Erfindung. Weiterhin wird die Aufgabe
gelöst durch ein Brückenbauwerk, das zumindest ein erfindungsgemäßes Brückenwiderlager
umfasst, sowie durch ein Verfahren zur Herstellung eines Brückenwiderlagers und ein
Verfahren zur Herstellung eines Brückenbauwerks.
[0007] Bei dem erfindungsgemäßen Brückenwiderlager wird zumindest ein Teil der Flügelwand,
vorzugsweise die gesamte Flügelwand, durch ein oder mehrere Betonfertigteile ausgebildet.
Somit muss dieser Teil der Flügelwand, vorzugsweise die gesamte Flügelwand, nicht
vor Ort gegossen, sondern kann aus einen oder mehreren vorgefertigten Bauteilen erstellt
werden. Hierdurch wird die Bauzeit für ein entsprechendes Brückenwiderlager bzw. Brückenbauwerk
verkürzt. Weiterhin weist das Betonfertigteil in dem erfindungsgemäßen Brückenwiderlager
über seine Betonfertigteilbewehrung eine Verbindung mit weiteren Bestandteilen des
Brückenwiderlagers bzw. deren Bewehrung auf. Diese weiteren Bestandteile des Brückenwiderlagers
sind die Widerlagerwand und die Bodenplatte des entsprechenden Brückenwiderlagers.
Durch diese Verbindung wird ein zuverlässiges und dauerhaftes Brückenwiderlager bzw.
Brückenbauwerk erzielt. Die Verbindung kann dadurch erfolgen, dass die Betonfertigteilbewehrung
des die Flügelwand zumindest mit ausbildenden Betonfertigteils über einen Verbindungsanschluss
mit einer Bewehrung von Bodenplatte und/oder Widerlagerwand verbunden wird und/oder
dass die entsprechenden Bewehrungen von Bodenplatte und/oder Widerlagerwand durch
die Betonfertigteilbewehrung zumindest mit ausgebildet werden. Hierzu weist das erfindungsgemäße
Betonfertigteil entsprechende Anschlüsse für Bewehrungen an der Betonfertigteilbewehrung
und/oder freigeschalte Bereiche der Betonfertigteilbewehrung auf, die beim Erstellen
des erfindungsgemäßen Brückenwiderlagers in den Bereich der Widerlagerwand und/oder
Bodenplatte hineinragen. Auch eine Kombination der Verbindungsmöglichkeiten ist denkbar.
[0008] Erfindungsgemäß besteht die Widerlagerwand des Brückenwiderlagers bzw. Brückenbauwerks
zumindest teilweise aus Ortbeton mit einer Widerlagerwandbewehrung, und das die Flügelwand
zumindest mitausbildende Betonfertigteil bildet einen Teil einer Schalung der Widerlagerwand
aus, wobei die Betonfertigteilbewehrung des Betonfertigteils zumindest einen Teil
der Widerlagerwandbewehrung darstellt und/oder über zumindest einen Verbindungsanschluss
mit der Widerlagerwandbewehrung verbunden ist. Hierdurch wird der Aufwand für die
Schalungsarbeiten verringert. So wird insbesondere der Aufwand für den Abbau der Schalung
der Widerlagerwand verringert, da der durch das Betonfertigteil ausgebildete Teil
der Schalung nach Art einer verlorenen Schalung Teil des Brückenwiderlagers bzw. Brückenbauwerks
bleibt und nicht abgebaut werden muss. Der Zeitbedarf für Schalungs- und Entschalungsarbeiten
sowie den Bau eines entsprechenden Brückenwiderlagers bzw. Brückenbauwerks insgesamt
wird dadurch deutlich verkürzt.
[0009] Weiterhin ist erfindungsgemäß die Bodenplatte des Brückenwiderlagers bzw. Brückenbauwerks
zumindest teilweise aus Ortbeton mit einer Bodenplattenbewehrung erstellt, und das
Betonfertigteil bildet einen Teil einer Schalung der Bodenplatte aus, wobei die Betonfertigteilbewehrung
des Betonfertigteils die Bodenplattenbewehrung zumindest mit ausbildet und/oder über
zumindest einen Verbindungsanschluss mit der Bodenplattenbewehrung verbunden ist.
Auch hierbei bleibt die Schalung Teil des Widerlagers bzw. Brückenbauwerk, mit den
im vorherigen Absatz genannten Vorteilen eines verkürzten Zeitbedarfs.
[0010] Bevorzugt weist das Brückenwiderlager eine mit der Bodenplatte verbundene Tiefgründung
auf. Bei der Erstellung der Bodenplatte in Ortbeton kann die Tiefgründung auf einfache
Weise mit dieser verbunden werden. Die Verbindbarkeit der Bodenplatte mit einer Tiefgründung
stellt einen großen Vorteil gegenüber Brückenwiderlagern dar, die ausschließend aus
Fertigteilen gebaut werden, da dort eine Verbindung mit einer Tiefgründung nicht bzw.
nur mit großem Aufwand möglich ist.
[0011] Vorzugsweise werden die Widerlagerwandbewehrung und/oder die Bodenplattenbewehrung
durch zumindest einen freigeschalten Teil der Betonfertigteilbewehrung mit ausgebildet.
Dazu wird ein Betonfertigteil erstellt, das einen über einen in Beton erstellen Abschnitt
vorstehenden Bewehrungsteil, nämlich den freigeschalten Teil, aufweist. Vorzugsweise
ist dieser so angeordnet, dass er beim Errichten des Brückenwiderlagers im Bereich
der in Ortbeton zu erstellenden Widerlagerwand und/oder Bodenplatte angeordnet ist
und die Widerlagerwandbewehrung und/oder Bodenplattenbewehrung zumindest mit ausbildet.
Hierdurch kann auf einfache Weise eine zuverlässige Verbindung zwischen Widerlagerwand
und Flügelwandelement und/oder Bodenplatte und Flügelwandelement bzw. den entsprechenden
Bewehrungen geschaffen werden. Zudem wird das Einbringen einer Bewehrung für die Widerlagerwand
und/oder Bodenplatte erleichtert, wodurch der Aufwand, insbesondere der Zeitaufwand,
für das Erstellen eines entsprechenden Brückenwiderlagers bzw. Brückenbauwerks weiter
verringert wird.
[0012] Bevorzugt ist die Widerlagerwandbewehrung und/oder Bodenplattenbewehrung zusätzlich
oder alternativ über zumindest einen Verbindungsanschluss, insbesondere einen Schraubanschluss,
mit der Betonfertigteilbewehrung verbunden. Damit kann auf einfache Weise eine Verbindung
zwischen dem Betonfertigteil und der Widerlagerwand und/oder zwischen dem Betonfertigteil
und der Bodenplatte bzw. den entsprechenden Bewehrungen geschaffen werden. Das Brückenwiderlager
kann auf einfache Weise in einer zuverlässigen und dauerhaften Konstruktion errichtet
werden.
[0013] Vorzugsweise erstreckt sich das als Betonfertigteil ausgebildete Flügelwandelement
von einer Unterkante der Widerlagerwand bis zu einer Oberkante des Brückenwiderlagers,
zumindest jedoch bis zu einer Oberkante einer Auflagerbank der Widerlagerwand. Hierdurch
kann die gesamte Höhe des Bauwerkes durch ein einzelnes Flügelwandelement an dieser
Stelle geschalt werden. Eine Montage einzelner Flügelwandelemente aufeinander entfällt.
Die Flügelwand sowie das Brückenwiderlager können schneller montiert werden. Zudem
weist das resultierende Brückenwiderlager weniger Naht- bzw. Verbindungsstellen auf
und ist somit zuverlässiger und dauerhafter.
[0014] Bevorzugt weist das Brückenwiderlager auf der nach außen weisenden Stirnseite der
Widerlagerwand ein einen Teil der Schalung der Widerlagerwand ausbildendes Schalungselement
auf, welches als Betonfertigteil ausgebildet ist. Die nach außen weisende Stirnseite
der Widerlagerwand ist dabei diejenige Seite, die einem hinter dem Brückenwiderlager
verlaufenden Erddamm abgewandt ist. Ein entsprechend als Betonfertigteil ausgebildetes
Schalungselement verbleibt nach dem Prinzip der verlorenen Schalung an der Widerlagerwand.
Das Schalungselement bildet somit einen Teil der Widerlagerwand mit aus. Vorzugsweise
wird die gesamte Schalung der Widerlagerwand an der nach außen weisenden Stirnseite
der Widerlagerwand in nur einem Schalungsvorgang erstellt, gegebenenfalls unter Verwendung
mehrerer Schalungselemente. Hierdurch kann die Bauzeit für ein entsprechendes erfindungsgemäßes
Brückenwiderlager nochmals reduziert werden.
[0015] Besonders bevorzugt bildet das auf der nach außen weisenden Stirnseite der Widerlagerwand
angeordnete Schalungselement, welches als Betonfertigteil ausgebildet ist, zudem einen
Teil der Schalung der Bodenplatte aus. Somit können die Schalungen sowohl der Bodenplatte
als auch der Widerlagerwand in diesem Bereich in einem Arbeitsgang erstellt werden
und die Bauzeit für ein entsprechendes Brückenwiderlager bzw. Brückenbauwerk noch
weiter reduziert werden.
[0016] Mit Vorteil weist die Widerlagerwand auf der der nach außen weisenden Stirnseite
gegenüberliegenden Seite der Widerlagerwand ein einen Teil der Schalung der Widerlagerwand
ausbildendes Schalungselement auf, welches als Betonfertigteil ausgebildet ist. Diese
Seite der Widerlagerwand ist einem hinter dem Brückenwiderlager verlaufenden Erddamm
zugewandt. An dieser Seite der Widerlagerwand wird das Schalungselement vorzugsweise
auf die Bodenplatte aufgesetzt. Ein solches als Betonfertigteil ausgebildetes Schalungselement
verbleibt ebenfalls am Brückenwiderlager, mit dem bereits vorbeschriebenen Vorteil,
dass die Entschalung entfällt und sich die Bauzeit verkürzt.
[0017] Vorzugsweise weist die Widerlagerwand eine Widerlagerwandbewehrung mit zumindest
einem vorgefertigten Bewehrungselement, vorzugsweise zumindest einem vorgefertigten
Bewehrungskorb auf. Derart vorgefertigte Bewehrungselemente wie beispielsweise Bewehrungskörbe
werden an die Baustelle verbracht und können einfach in den Bereich der Widerlagerwand
eingebracht werden. Hierdurch wird die Zeit zur Erstellung einer Widerlagerwandbewehrung
gegenüber einer Erstellung vor Ort verkürzt. Die Bauzeit eines entsprechend ausgebildeten
Brückenwiderlagers kann so noch einmal deutlich verkürzt werden. Es sind vor Ort lediglich
gegebenenfalls Verbindungen zwischen den einzelnen vorgefertigten Bewehrungselementen
und zwischen der Widerlagerwandbewehrung und der Betonfertigteilbewehrung zu erstellen.
Dies kann über einen entsprechenden Verbindungsanschluss und/oder durch Verbindung
des Bewehrungselementes und einem einen Teil der Widerlagerwandbewehrung mitausbildenden
freigeschalten Teil der Betonfertigteilbewehrung geschehen.
[0018] Weiterhin umfasst die Erfindung ein entsprechend ausgebildetes Betonfertigteil, das
zur Verwendung als Flügelwandelement vorgesehen und als Schalungselement einer Widerlagerwand
und einer Bodenplatte eines Brückenwiderlagers verwendbar ist, wobei das Betonfertigteil
Verbindungsanschlüsse zur einfachen Verbindung mit einer Widerlagerwandbewehrung und
einer Bodenplattenbewehrung des Brückenwiderlagers aufweist. Vor Ort sind keine Arbeiten
für eine andernfalls notwendige nachträgliche Einbringung von Anschlusselementen in
das Betonfertigteil notwendig.
[0019] Bevorzugt ist ein Verbindungsanschluss des Betonfertigteils als Schraubanschluss
ausgebildet. Somit kann die Verbindung zur Widerlagerwandbewehrung eines erfindungsgemäßen
Brückenwiderlagers bei der Verwendung eines derart ausgebildeten Betonfertigteils
auf besonders einfache Weise realisiert werden.
[0020] Mit Vorteil weist das Betonfertigteil zusätzlich oder alternativ einen Verbindungsanschluss
in Form von zumindest einem über einen in Beton erstellten Abschnitt des Betonfertigteils
herausragenden, freigeschalten Abschnitt der Betonfertigteilbewehrung auf. Die Bewehrung
des Betonfertigteils bzw. die Betonfertigteilbewehrung im Zusammenhang mit dem Brückenlager,
ist vorzugsweise so geformt, dass der freigeschalte Teil bei der Verwendung zur Erstellung
eines erfindungsgemäßen Brückenwiderlagers im Bereich der Widerlagerwand und/oder
Bodenplatte angeordnet wird und dort einen Teil der Widerlagerwandbewehrung und/oder
Bodenplattenbewehrung zumindest mit ausbildet. Hierdurch wird auf einfache Weise bei
der anschließenden Erstellung des Brückenwiderlagers in Ortbeton eine Verbindung zwischen
der Widerlagerwandbewehrung und/oder Bodenplattenbewehrung und der Betonfertigteilbewehrung
des als Betonfertigteil ausgebildeten Flügelwandelements hergestellt.
[0021] Vorzugsweise umfasst das Betonfertigteil einen als Schalungselement ausgebildeten
Abschnitt und einen zur Verwendung als Flügelwand ausgebildeten Abschnitt. Der als
Schalungselement ausgebildete Abschnitt kann hierbei bevorzugt die entsprechenden
Verbindungsanschlüsse bzw. freigeschalten Teile der Betonfertigteilbewehrung aufweisen.
Insbesondere kann der als Schalungselement ausgebildete Abschnitt gegenüber dem zur
Verwendung als Flügelwand ausgebildeten Abschnitt verjüngt ausgebildet sein. Dies
ist besonders vorteilhaft wenn der als Schalungselement ausgebildete Abschnitt einen
Teil der Schalung der Widerlagerwand eines erfindungsgemäßen Brückenwiderlagers (mit-)ausbilden
soll. Der in Ortbeton erstellte Bereich der Widerlagerwand kann somit im Verhältnis
größer ausgeführt werden. Hierdurch wird der Materialaufwand reduziert. Zudem kann
ein verjüngter Abschnitt einfacher an geometrische Erfordernisse angepasst werden,
wenn zum Beispiel das Brückenbauwerk eine Geländekante oder einen anderen Verkehrsweg
in einem wesentlich von einem 90° Winkel abweichenden Winkel überspannen soll.
[0022] Erfindungsgemäße Brückenwiderlager und entsprechende Brückenbauwerke können somit
auch unter Verwendung eines entsprechenden Betonfertigteils als Flügelwandelement
durch erfindungsgemäße Verfahren wie folgt gebaut werden:
Auf einer Sauberkeitsschicht, die gegebenenfalls im Vergleich zu bisher üblicherweise
verwendeten Sauberkeitsschichten verstärkt und/oder mit Bewehrungselementen versehen
ist, wird unter Verwendung zumindest eines als Betonfertigteil erstellten Flügelwandelements
eine Flügelwand erstellt. Die Verstärkung der Sauberkeitsschicht verhindert, dass
das Flügelwandelement beim Aufstellen auf die Sauberkeitsschicht durch diese hindurchstößt.
Die Flügelwand kann auch unter Verwendung weiterer Betonfertigteile in Ergänzung zu
dem ersten Flügelwandelement erstellt werden.
[0023] Weiterhin wird eine Bodenplattenbewehrung einer Bodenplatte eingebracht, eine Schalung
der Bodenplatte erstellt und die Bodenplatte in Ortbeton gegossen. Es wird eine Schalung
der Widerlagerwand unter Verwendung des als Betonfertigteil ausgebildeten Flügelwandelements
sowie von weiteren Schalungselementen ggf. aus Betonfertigteilen erstellt. Vorzugsweise
bilden Teile der Schalung der Widerlagerwand auch Teile der Schalung der Bodenplatte
aus, bzw. umgekehrt. Hierdurch wird der Aufwand für die Schalung reduziert, da diese
für Bodenplatte und Widerlagerwand teilweise gleichzeitig erstellt werden kann.
[0024] Im Bereich der Widerlagerwand wird eine Widerlagerwandbewehrung eingebracht. Die
Bewehrungselemente werden hierbei vorzugsweise durch vorgeflochtene Bewehrungskörbe
eingebracht, die entsprechende Abmessungen aufweisen. Diese können auf einfache Weise
miteinander verbunden werden. Die Betonfertigteile der Schalung der Widerlagerwand
werden gegebenenfalls über Anker mit auf einer gegenüberliegenden Seite angeordneten
Teilen der Schalung aus Betonfertigteilen verbunden. Hierdurch kann eine stabile Schalung
der Widerlagerwand erstellt werden. Über die Anker findet auch eine indirekte Verbindung
zwischen den als Schalungselement fungierenden Betonfertigteilen und der Bewehrung
der Widerlagerwand statt. Die Widerlagerwand wird nun zumindest bis zur Höhe der Auflagerbank
in Ortbeton erstellt. Gegebenenfalls wird eine Kammerwand an der Widerlagerwand ergänzt.
[0025] Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst weiterhin den Schritt des Verbindens der Bodenplatte
mit dem Flügelwandelement und/oder eine Verbindung der Widerlagerwand mit dem Flügelwandelement.
Hierzu weist das entsprechende Flügelwandelement Anschlüsse für die Bodenplattenbewehrung
und/oder die Widerlagerwandbewehrung des Brückenwiderlagers auf. Diese Anschlüsse
können beispielsweise als Schraubanschluss und/oder als freigeschalte Elemente der
Betonfertigteilbewehrung des als Flügelwandelement fungierenden Betonfertigteils ausgebildet
sein.
[0026] Auf diese Weise kann ein erfindungsgemäßes Brückenwiderlager in kurzer Zeit, d.h.
beispielsweise in maximal 10 Arbeitstagen, von der Oberkante der Sauberkeitsschicht
bis zur Auflagerbank erstellt und anschließend mit dem Bau des Oberbaus des Brückenbauwerks
begonnen werden. Die Anker der Schalung der Widerlagerwand können dann gegebenenfalls
auf der Rückseite der Widerlagerwand entfernt und die entsprechenden Öffnungen in
den als Schalungselement fungierenden Betonfertigteilen verschlossen werden. Die Schalungselemente
verbleiben am Brückenwiderlager und sind Teil dessen. Ein Ausschalen des Brückenwiderlagers
kann somit entfallen.
[0027] Auf Basis eines derartig erfindungsgemäß erstellten Brückenwiderlagers kann anschließend
ein Brückenbauwerk errichtet werden. Hierzu werden auf die Auflagerbank des Brückenwiderlagers
Lager für den Überbau einer Brücke aufgebracht. Auf diese Lager können ein oder mehrere
Brückenträger aufgelegt werden, die sich von einem ersten Brückenwiderlager zu einem
zweiten Brückenwiderlager erstrecken. Der oder die Brückenträger sind dabei vorzugsweise
als Stahlbeton- bzw. Spannbetonfertigteile oder VFT-Trägerkonstruktionen (Verbund-Fertigteil-Träger)
ausgeführt. Auf den oder die Brückenträger kann eine Fahrbahnplatte, beispielsweise
aus Ortbeton, aufgebracht werden. Anschließend werden die Fahrwege über die Brücke
sowie die entsprechenden Zuwege bzw. eine Verbindung des Fahrwegs zu den Zuwegen erstellt.
[0028] Insgesamt kann ein erfindungsgemäßes Brückenlager bzw. ein entsprechendes Brückenbauwerk
somit hoch effizient und sehr viel schneller als herkömmlich hergestellt werden.
[0029] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung werden anhand der nachfolgend
dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- einen Horizontalschnitt durch eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Widerlagers;
- Fig. 2
- einen Horizontalschnitt durch eine alternative Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen
Widerlagers;
- Fig. 3
- einen Horizontalschnitt durch ein erfindungsgemäßes Widerlager in einer dritten Ausführungsform;
- Fig. 4
- einen Horizontalschnitt durch ein erfindungsgemäßes Widerlager in einer vierten Ausführungsform;
- Fig. 5
- ein erfindungsgemäßes Brückenwiderlager in einer Schnittdarstellung;
- Fig. 6
- das Brückenwiderlager aus Fig. 6 in einer Ansicht nach Schnitt VI;
- Fig. 7
- eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Betonfertigteils in einer Aufsicht;
- Fig. 8
- eine alternative Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Betonfertigteils in einer
Aufsicht;
- Fig. 9
- eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Betonfertigteils aus Richtung IX in Fig.
8.
[0030] Gleiche oder ähnlich wirkende Teile sind, sofern dienlich, in der folgenden Figurenbeschreibung
mit identischen Bezugsziffern versehen. Einzelne technische Merkmale der nachfolgend
beschriebenen Ausführungsbeispiele können mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche
sowie mit den Merkmalen einzelner vorbeschriebener Ausführungsbeispiele zu erfindungsgemäßen
Gegenständen kombiniert werden.
[0031] Fig. 1 bis Fig. 4 zeigen unterschiedliche Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen
Brückenwiderlagers 2 in einem von oben betrachteten Querschnitt. Die quadratisch schraffierten
Bestandteile sind hierbei als Betonfertigteile ausgeführt. Querschraffierte Flächen
markieren in Ortbeton ausgeführte Bauelemente. Das Brückenwiderlager 2 umfasst eine
Bodenplatte 4. Weiterhin umfasst das Brückenwiderlager 2 eine Widerlagerwand 6 sowie
zumindest eine Flügelwand 8 mit zumindest einem Flügelwandelement 10. Ein erfindungsgemäßes
Brückenwiderlager 2 kann auch mehr als zwei Flügelwände 8 aufweisen, wenn es beispielsweise
in mehreren Bauabschnitten erstellt werden soll. Die Ausführungsbeispiele weisen zwei
Flügelwände 8 auf. Die Flügelwandelemente 10 bilden in den Ausführungsbeispielen jeweils
eine Flügelwand 8. Hier ist es denkbar, eine Flügelwand 8 aus mehreren Flügelwandelementen
10 zu erstellen. Die Vertikalflächen der Widerlagerwand 6 werden hier durch Schalungselemente
16 gebildet, die als Betonfertigteile ausgeführt und während der Herstellung des Brückenwiderlagers
2 bzw. der Widerlagerwand 6 Schalungsteile für den aus Ortbeton hergestellten Kern
6' der Widerlagerwand 6 sind. Seitlich wird die Widerlagerwand 6 durch die Flügelwandelemente
10 ausgebildet. Die Flügelwandelemente 10 weisen Anschlüsse für eine Widerlagerwandbewehrung
7 auf. In den Fig. 1 bis 3 sind dies freigeschalte Abschnitte der Betonfertigteilbewehrung
19 der die Flügelwandelemente 10 ausbildenden Betonfertigteile 18. In Fig. 1 ist die
freigeschalte Bewehrung der jeweiligen Flügelwandelemente 10 derart ausgestaltet,
dass sie seitlich aus dem Flügelwandelement 10 in den Bereich des Ortbetons der Widerlagerwand
6 hineinragen. Hierdurch kann auf einfache Weise eine Verbindung zwischen Widerlagerwand
6 und Flügelwandelement 10 bzw. Widerlagerwandbewehrung 7 und der Betonfertigteilbewehrung
19 hergestellt werden.
[0032] In Fig. 2 weisen die als Betonfertigteile 18 ausgebildeten Flügelwandelemente 10
im Bereich der Widerlagerwand 6 einen als Schalungselement ausgebildeten Bereich 18'
auf, der gegenüber einem für die Verwendung als Flügelwand 8 ausgebildeten Bereich
18" verjüngt ist. Neben dem als Schalungselement ausgebildeten Bereich 18' erstrecken
sich in Fig. 2 zunächst freigeschalte Teile der Betonfertigteilbewehrung 19. In Fig.
2 erstrecken sich diese Elemente in einer Längsrichtung L des Betonfertigteils 18.
Die freigeschalten Bewehrungselemente stehen nicht seitlich über eine gedachte Umhüllende
des Flügelwandelements 10 hinaus. Derartig ausgebildete Flügelwandelemente 10 können
leichter gehandhabt werden, wobei die Gefahr der Beschädigung der freigeschalten Bewehrungselemente
verringert ist. Über derartige freigeschalte Bewehrungselemente kann eine Verbindung
zwischen Flügelwandelement 10 und Widerlagerwand 6 gebildet werden.
[0033] Fig. 3 zeigt eine weitere alternative Ausgestaltung einer freigeschalten Bewehrung
der als Betonfertigteile 18 ausgebildeten Flügelwandelemente 10. Hierbei erstreckt
sich die Betonfertigteilbewehrung 19 auch durch den verjüngten, als Schalungselement
ausgebildeten Bereich 18' des Betonfertigteils 18. Auch eine Kombination der Anordnungen
der freigeschalten Bewehrungen nach Fig. 2 und/oder Fig. 3 mit einer seitlich über
den in Beton erstellten Abschnitt hinausragenden Bewehrung 19, die in den in Ortbeton
6' zu erstellenden Bereich der Widerlagerwand 6 hineinragt, gemäß Fig. 1, ist denkbar.
[0034] Fig. 4 zeigt ein alternatives Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Brückenwiderlagers
2 in einem von oben betrachteten Horizontalschnitt. Die Flügelwände 8 sind aus Flügelwandelementen
10 gebildet. Ein als Betonfertigteil 18 gebildetes und der Widerlagerwand benachbart
angeordnetes Flügelwandelement 10 weist Verbindungsanschlüsse 20 auf, mit denen die
Betonfertigteilbewehrung 19 mit der Widerlagerwandbewehrung 7 des in Ortbeton 6' erstellten
Teils der Widerlagerwand 6 verbunden ist. Hierdurch wird eine zuverlässige und dauerhafte
Verbindung der Flügelwandelemente 10 mit der Widerlagerwandbewehrung 7 gewährleistet.
Das Brückenwiderlager 2 nach Fig. 4 ist ausgebildet für ein Brückenbauwerk, das ein
Hinderniss bzw. einen Verkehrsweg in einem von 90° unterschiedlichen Winkel überspannt.
Der Winkel beträgt vorliegend etwa 60°. Die Betonfertigteile 16 und 18 sind somit
teilweise an ihren Enden entsprechend abgeschrägt, um ein solches Brückenwiderlager
zu ermöglichen. Die Betonfertigteile 18 weisen jeweils einen als Schalungselement
ausgebildeten Abschnitt 18' und einen für die Verwendung als Flügelwand 8 ausgebildeten
Abschnitt 18" auf, wobei der Abschnitt 18' gegenüber dem Abschnitt 18" verjüngt ist.
Eine entsprechende Abschrägung des im Bereich der Widerlagerwand 6 befindlichen Endes
des Bauteils 18 ist somit einfacher möglich, als wenn die Betonfertigteile 18 eine
solche Verjüngung nicht aufweisen würden. Diese Ausgestaltung der Betonfertigteile
18 ist unabhängig davon möglich, ob diese Verbindungsanschlüsse 20 oder freigeschalte
Teile der Betonfertigteilbewehrung aufweisen. Eine Kombination einer oder mehrerer
Ausführungsbeispiele der Fig. 1 bis 3 und den Verbindungsanschlüssen 20 gemäß Fig.
4 ist ebenfalls möglich.
[0035] Die in Ortbeton ausgeführte Bodenplatte 4 kann mit Tiefgründungen 14 verbunden sein,
wie in Fig. 5 dargestellt. Diese zeigt einen von einer Seite betrachteten Querschnitt
in Richtung V - V durch das Brückenwiderlager der Fig. 4. Die Schalungselemente 16
erstrecken sich in Fig. 5 auf der nach außen weisenden Stirnseite S der Widerlagerwand
6 von der Bodenplatte 4 über die Widerlagerwand 6. Sie bilden somit sowohl einen Teil
der Schalung der Bodenplatte 4 als auch einen Teil der Schalung der Widerlagerwand
6 aus. Die Schalungselemente 16 auf der rückwärtigen Seite der Widerlagerwand 6 werden
nach dem Gießen der Bodenplatte 4 und dem Einbringen Widerlagerwandbewehrung 7 oberhalb
der Bodenplatte 4 ergänzt. Der Hohlraum zwischen den Schalungselementen 16 wird dann
mit Ortbeton verfüllt. Der Bereich zwischen Widerlagerwand 6 und Flügelwandelementen
10 ist im fertigen Zustand eines Brückenbauwerks mit Erdreich 22 verfüllt.
[0036] Fig. 6 zeigt eine Ansicht eines erfindungsgemäßen Brückenwiderlagers 2 von einer
Rückseite der Widerlagerwand 6 aus. Wiederum ist die Bodenplatte 4 dargestellt, die
mit Tiefgründungen 14 verbunden ist. Die Flügelwandelemente 10 weisen jeweils eine
Betonfertigteilbewehrung 19 auf. Über die Betonfertigteilbewehrung findet eine Verbindung
der Flügelwandelemente 10 mit der Bodenplattenbewehrung 5 statt.
[0037] Fig. 7 zeigt ein erfindungsgemäßes Betonfertigteil 18 zur Verwendung als Schalungselement
einer zumindest teilweise in Ortbeton zu erstellenden Widerlagerwand 6 eines Brückenwiderlagers
2. Das Betonfertigteil 18 umfasst einen in Beton erstellten Abschnitt mit einer Betonfertigteilbewehrung
19. Ein Teil dieser Betonfertigteilbewehrung steht als freigeschalte Bewehrung über
den in Beton erstellten Abschnitt des Betonfertigteils 18 heraus. Dieser freigeschalte
Bereich der Betonfertigteilbewehrung 19 ist zur Verbindung mit einer Widerlagerwandbewehrung
7 ausgebildet. Hierzu wird dieser Teil der Bewehrung 19 bei der Verwendung eines erfindungsgemäßen
Betonfertigteils 18 im Bereich der Widerlagerwand 6 positioniert und bildet einen
Teil der Widerlagerwandbewehrung 7 mit aus.
[0038] Fig. 8 zeigt eine alternative Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Betonfertigteils
18. Das Betonfertigteil 18 gemäß Fig. 7 weist wiederum einen in Beton ausgebildeten
Abschnitt auf. In diesen ist eine Betonfertigteilbewehrung 19 eingebracht. Die Betonfertigteilbewehrung
19 weist Verbindungsanschlüsse 20 für Bewehrungselemente anderer Abschnitte eines
zu erstellenden Brückenbauwerks auf. Diese Verbindungsanschlüsse 20 sind hier in Form
von Schraubanschlüssen ausgebildet. Das Betonfertigteil 18 gemäß Fig. 8 weist einen
verjüngten Abschnitt 18' auf, der in den Bereich einer zu erstellenden Widerlagerwand
6 eingebracht wird. Über in dem verjüngten Abschnitt 18' angebrachte Schraubanschlüsse
20 kann eine Verbindung mit einer Widerlagerwandbewehrung 7 (siehe z.B. Fig. 4) einer
zu erstellenden Widerlagerwand 6 geschaffen werden. In einem für die Verwendung als
Flügelwand 8 ausgebildeten Abschnitt 18" vorgesehene Schraubanschlüsse 20 der Betonfertigteilbewehrung
19 sind zur Verbindung mit einer Bodenplattenbewehrung 5 des zu erstellenden Brückenwiderlagers
2 ausgebildet.
[0039] Fig. 9 zeigt eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Betonfertigteils 18 gemäß
Fig. 6 bzw. Fig. 7. Gestrichelt sind die Bereiche angedeutet, in denen bei einem erfindungsgemäßen
Brückenwiderlager 2 die Bodenplatte 4 und die Widerlagerwand 6 hinter dem dargestellten
Betonfertigteil angeordnet werden. Das Betonfertigteil 18 weist einen als Schalungselement
ausgebildeten Abschnitt 18' und einen für die Verwendung als Flügelwand 8 ausgebildeten
Abschnitt 18" auf. Zwischen den Abschnitten 18' und 18" weist das Betonfertigteil
18 eine Stufe auf. Die niedrigere Seite der Stufe erstreckt sich von einer Bodenplatte
4 eines zu erstellenden Brückenwiderlagers 2 bis zur Auflagerbank A des zu erstellenden
Brückenwiderlagers 2. Die höhere Seite erstreckt sich von einer Bodenplatte 4 bis
zu einer Oberseite O des zu erstellenden Brückenwiderlagers 2. Somit kann das Betonfertigteil
18 auf einfache Weise zur Erstellung eines erfindungsgemäßen Brückenwiderlagers 2
bzw. Brückenbauwerks verwendet werden.
1. Brückenwiderlager (2) aus Stahlbeton mit einer Bodenplatte (4), einer Widerlagerwand
(6) und mindestens einer Flügelwand (8), die zumindest ein als Betonfertigteil (18)
mit einer Betonfertigteilbewehrung (19) ausgebildetes Flügelwandelement (10) umfasst,
wobei die Widerlagerwand (6) zumindest teilweise durch Ortbeton (6') mit einer Widerlagerwandbewehrung
(7) ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Betonfertigteil (18) einen Teil einer Schalung der Widerlagerwand (6) ausbildet
und die Betonfertigteilbewehrung (19) die Widerlagerwandbewehrung (7) zumindest mit
ausbildet und/oder über zumindest einen Verbindungsanschluss (20) mit der Widerlagerwandbewehrung
(7) verbunden ist und die Bodenplatte (4) zumindest teilweise durch Ortbeton (4')
mit einer Bodenplattenbewehrung (5) ausgebildet ist, wobei das Betonfertigteil (18)
einen Teil einer Schalung der Bodenplatte (4) ausbildet und die Betonfertigteilbewehrung
(19) die Bodenplattenbewehrung (5) zumindest mit ausbildet und/oder über zumindest
einen Verbindungsanschluss (20) mit der Bodenplattenbewehrung (5) verbunden ist.
2. Brückenwiderlager nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine mit der Bodenplatte (4) verbundene Tiefgründung (14).
3. Brückenwiderlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Widerlagerwandbewehrung (7) und/oder die Bodenplattenbewehrung (5) durch einen
freigeschalten Teil der Betonfertigteilbewehrung (19) des Betonfertigteils (18) zumindest
mit ausgebildet ist.
4. Brückenwiderlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungsanschluss (20) als Schraubanschluss ausgebildet ist.
5. Brückenwiderlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Widerlagerwand (6) auf ihrer nach außen weisenden Stirnseite (S) ein einen Teil
der Schalung der Widerlagerwand (6) ausbildendes Schalungselement (16) umfasst, welches
als Betonfertigteil ausgebildet ist.
6. Brückenwiderlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Widerlagerwand (6) auf der der nach außen weisenden Stirnseite (S) gegenüberliegenden
Seite ein einen Teil der Schalung der Widerlagerwand (6) ausbildendes Schalungselement
(16) umfasst, welches als Betonfertigteil ausgebildet ist.
7. Betonfertigteil (18) zur Verwendung als Flügelwandelement (10) einer zumindest teilweise
aus Ortbeton (6') zu erstellenden Widerlagerwand (6) und einer Bodenplatte (4) eines
Brückenwiderlagers (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, mit einer Betonfertigteilbewehrung
(19), umfassend Verbindungsanschlüsse (20), die ausgebildet sind die Betonfertigteilbewehrung
(19) mit einer Widerlagerwandbewehrung (7) und einer Bodenplattenbewehrung (5) des
Brückenwiderlagers (2) zu verbinden.
8. Betonfertigteil nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verbindungsanschluss (20) als Schraubanschluss ausgebildet ist.
9. Betonfertigteil nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verbindungsanschluss (20) durch zumindest ein über einen in Beton erstellten
Abschnitt des Betonfertigteils (18) herausragendes, freigeschaltes Element der Betonfertigteilbewehrung
(19) gebildet ist.
10. Betonfertigteil nach einem der Ansprüche 7 bis 9, umfassend einen als Schalungselement
ausgebildeten Abschnitt (18') und einen für die Verwendung als Flügelwand (8) ausgebildeten
Abschnitt (18"), insbesondere wobei der als Schalungselement ausgebildete Abschnitt
(18') gegenüber dem für die Verwendung als Flügelwand (8) ausgebildeten Abschnitt
(18") verjüngt ist.
11. Brückenbauwerk umfassend zumindest ein Widerlager nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
insbesondere umfassend zumindest ein Betonfertigteil nach einem der Ansprüche 7 bis
10.
12. Verfahren zu Herstellung eines Brückenwiderlagers umfassend die Schritte
- Erstellung zumindest einer Flügelwand (8) unter Verwendung zumindest eines als Betonfertigteil
(18) erstellten Flügelwandelements (10),
- Einbringen einer Bodenplattenbewehrung (5) einer Bodenplatte (4),
- Erstellen einer Schalung der Bodenplatte (4),
- Gießen der Bodenplatte (4) in Ortbeton (4'),
- Erstellen einer Schalung der Widerlagerwand (6) unter Verwendung des Flügelwandelements
(10) sowie von weiteren als Betonfertigteilen erstellten Schalungselementen (16),
- Einbringen einer Widerlagerwandbewehrung (7), vorzugsweise unter Verwendung von
vorgefertigten Bewehrungselementen, insbesondere von Bewehrungskörben,
- Gießen der Widerlagerwand (6) zumindest bis zur Höhe einer Auflagerbank in Ortbeton
(6')
- Verbinden einer Betonfertigteilbewehrung (19) des als Betonfertigteil (18) erstellten
Flügelwandelements (10) mit der Bodenplattenbewehrung (5) der Bodenplatte (4) und
mit der Widerlagerwandbewehrung (7).
13. Verfahren zur Herstellung eines Brückenbauwerks, umfassend die Verfahrensschritte
- Herstellung zumindest eines Brückenwiderlagers (2) durch ein Verfahren gemäß Anspruch
12,
- Erstellen von Lagern auf der Auflagerbank,
- Aufsetzten zumindest eines vorzugsweise als Betonfertigteil erstellten Brückenträgers
auf die Lager,
- Ergänzen einer Fahrbahnplatte auf dem Brückenträger.
1. A bridge abutment (2) made of reinforced concrete having a base plate (4), an abutment
wall (6), and at least one wing wall (8), which comprises at least one wing wall element
(10) formed as a precast concrete part (18) having a precast concrete part reinforcement
(19), wherein the abutment wall (6) is formed at least partially by in-situ concrete
(6') having an abutment wall reinforcement (7),
characterized in that the precast concrete part (18) forms a part of a formwork of the abutment wall (6)
and the precast concrete part reinforcement (19) at least partially forms the abutment
wall reinforcement (7) and/or is connected via at least one connecting attachment
(20) to the abutment wall reinforcement (7) and the base plate (4) is at least partially
formed by in-situ concrete (4') having a base plate reinforcement (5), wherein the
precast concrete part (18) forms a part of a formwork of the base plate (4) and the
precast concrete part reinforcement (19) at least partially forms the base plate reinforcement
(5) and/or is connected to the base plate reinforcement (5) via at least one connecting
attachment (20) .
2. The bridge abutment as claimed in claim 1, characterized by a deep foundation (14) connected to the base plate (4).
3. The bridge abutment as claimed in any one of the preceding claims, characterized in that the abutment wall reinforcement (7) and/or the base plate reinforcement (5) is at
least partially formed by an exposed part of the precast concrete part reinforcement
(19) of the precast concrete part (18).
4. The bridge abutment as claimed in any one of the preceding claims, characterized in that the connecting attachment (20) is formed as a screw attachment.
5. The bridge abutment as claimed in any one of the preceding claims, characterized in that the abutment wall (6) comprises, on its end face (S) facing outward, a formwork element
(16), which is formed as a precast concrete part, forming a part of the formwork of
the abutment wall (6).
6. The bridge abutment as claimed in any one of the preceding claims, characterized in that the abutment wall (6) comprises, on the face opposite to the end face (S) facing
outward, a formwork element (16), which is formed as a precast concrete part, forming
a part of the formwork of the abutment wall (6).
7. A precast concrete part (18) for use as a wing wall element (10) of an abutment wall
(6) to be produced at least partially from in-situ concrete (6') and a base plate
(4) of a bridge abutment (2) as claimed in any one of claims 1 to 6, having a precast
concrete part reinforcement (19), comprising connecting attachments (20), which are
designed to connect the precast concrete part reinforcement (19) to an abutment wall
reinforcement (7) and a base plate reinforcement (5) of the bridge abutment (2).
8. The precast concrete part as claimed in claim 7, characterized in that a connecting attachment (20) is formed as a screw attachment.
9. The precast concrete part as claimed in claim 7 or 8, characterized in that a connecting attachment (20) is formed by at least one exposed element of the precast
concrete part reinforcement (19) protruding over a section of the precast concrete
part (18) produced in concrete.
10. The precast concrete part as claimed in any one of claims 7 to 9, comprising a section
(18') formed as a formwork element and a section (18") formed for use as a wing wall
(8), in particular wherein the section (18') formed as a formwork element is tapered
in relation to the section (18") formed for use as a wing wall (8).
11. A bridge structure comprising at least one abutment as claimed in any one of claims
1 to 6, in particular comprising at least one precast concrete part as claimed in
any one of claims 7 to 10.
12. A method for manufacturing a bridge abutment comprising the following steps
- producing at least one wing wall (8) using at least one wing wall element (10) produced
as a precast concrete part (18),
- introducing a base plate reinforcement (5) of a base plate (4),
- producing a formwork of the base plate (4),
- casting the base plate (4) in in-situ concrete (4'),
- producing a formwork of the abutment wall (6) using the wing wall element (10) and
further formwork elements (16) produced as precast concrete parts,
- introducing an abutment wall reinforcement (7), preferably using prefinished reinforcement
elements, in particular reinforcement cages,
- casting the abutment wall (6) at least up to the height of a benching in in-situ
concrete (6'),
- connecting a precast concrete part reinforcement (19) of the wing wall element (10)
produced as a precast concrete part (18) to the base plate reinforcement (5) of the
base plate (4) and to the abutment wall reinforcement (7).
13. A method for manufacturing a bridge structure, comprising the following method steps
- manufacturing at least one bridge abutment (2) by way of the method as claimed in
claim 12,
- producing bearings on the benching,
- placing at least one bridge girder, which is preferably produced as a precast concrete
part, on the bearings,
- adding a roadway plate on the bridge girder.
1. Culée de pont (2) en béton armé avec une plaque de fond (4), une paroi de coulée (6)
et au moins une paroi ailée (8), qui comprend au moins un élément de paroi ailée (10)
réalisé en tant qu'élément préfabriqué en béton (18) avec une armature d'élément préfabriqué
en béton (19), dans laquelle la paroi de coulée (6) est formée au moins en partie
par du béton coulé sur place (6') avec une armature de paroi de coulée (7), caractérisée en ce que l'élément préfabriqué en béton (18) forme une partie d'un coffrage de la paroi de
coulée (6) et l'armature d'élément préfabriqué en béton (19) forme au moins aussi
l'armature de paroi de coulée (7) et/ou est reliée à l'armature de paroi de coulée
(7) par le biais d'au moins un raccord de liaison (20) et la plaque de fond (4) est
formée au moins en partie par du béton coulé sur place (4') avec une armature de plaque
de fond (5), dans laquelle l'élément préfabriqué en béton (18) forme une partie d'un
coffrage de la plaque de fond (4) et l'armature d'élément préfabriqué en béton (19)
forme au moins aussi l'armature de plaque de fond (5) et/ou est reliée à l'armature
de plaque de fond (5) par le biais d'au moins un raccord de liaison (20).
2. Culée de pont selon la revendication 1, caractérisée par une fondation profonde (14) reliée à la plaque de fond (4).
3. Culée de pont selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'armature de paroi de coulée (7) et/ou l'armature de plaque de fond (5) est formée
au moins aussi par un élément décoffré de l'armature d'élément préfabriqué en béton
(19) de l'élément préfabriqué en béton (18).
4. Culée de pont selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que le raccordement de liaison (20) est réalisé en tant que raccord vissé.
5. Culée de pont selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que la paroi de coulée (6) comprend sur son côté frontal (S) pointant vers l'extérieur
un élément de coffrage (16) formant une partie du coffrage de la paroi de coulée (6),
lequel est réalisé en tant qu'élément préfabriqué en béton.
6. Culée de pont selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que la paroi de coulée (6) comprend sur le côté opposé au côté frontal (S) pointant vers
l'extérieur un élément de coffrage (16) formant une partie du coffrage de la paroi
de coulée (6), lequel est réalisé en tant qu'élément préfabriqué en béton.
7. Élément préfabriqué en béton (18) à utiliser en tant qu'élément de paroi ailée (10)
d'une paroi de coulée (6) à construire au moins en partie en béton coulé sur place
(6') et d'une plaque de fond (4) d'une culée de pont (2) selon l'une quelconque des
revendications 1 à 6, avec une armature d'élément préfabriqué en béton (19), comprenant
des raccords de liaison (20), qui sont réalisés pour relier l'armature d'élément préfabriqué
en béton (19) à une armature de paroi de coulée (7) et une armature de plaque de fond
(5) de la culée de pont (2).
8. Élément préfabriqué en béton selon la revendication 7, caractérisé en ce qu'un raccord de liaison (20) est réalisé en tant que raccord vissé.
9. Élément préfabriqué en béton selon la revendication 7 ou 8, caractérisé en ce qu'un raccord de liaison (20) est formé par au moins un élément décoffré de l'armature
d'élément préfabriqué en béton (19), dépassant d'une section construite en béton de
l'élément préfabriqué en béton (18).
10. Élément préfabriqué en béton selon l'une quelconque des revendications 7 à 9, comprenant
une section (18') réalisée en tant qu'élément de coffrage et une section (18") réalisée
pour être utilisée en tant que paroi ailée (8), en particulier dans lequel la section
(18') réalisée en tant qu'élément de coffrage est effilée par rapport à la section
(18") réalisée pour être utilisée en tant que paroi ailée (8).
11. Construction de pont comprenant au moins une culée selon l'une quelconque des revendications
1 à 6, comprenant en particulier au moins un élément préfabriqué en béton selon l'une
quelconque des revendications 7 à 10.
12. Procédé de fabrication d'une culée de pont comprenant les étapes de
- construction d'au moins une paroi ailée (8) en utilisant au moins un élément de
paroi ailée (10) construit en tant qu'élément préfabriqué en béton (18),
- introduction d'une armature de plaque de fond (5) d'une plaque de fond (4),
- construction d'un coffrage de la plaque de fond (4),
- coulée de la plaque de fond (4) dans le béton coulé sur place (4'),
- construction d'un coffrage de la paroi de coulée (6) en utilisant l'élément de paroi
ailée (10) ainsi que d'autres éléments de coffrage (16) construits en tant qu'éléments
préfabriqués en béton,
- introduction d'une armature de paroi de coulée (7), de préférence en utilisant des
éléments d'armature préfabriqués, en particulier des cages d'armature,
- coulée de la paroi de coulée (6) au moins jusqu'à la hauteur d'un banc d'appui en
béton coulé sur place (6')
- liaison d'une armature d'élément préfabriqué en béton (19) de l'élément de paroi
ailée (10) construit en tant qu'élément préfabriqué en béton (18) à l'armature de
plaque de fond (5) de la plaque de fond (4) et à l'armature de paroi de coulée (7).
13. Procédé de fabrication d'une construction de pont, comprenant les étapes de procédé
de
- fabrication d'au moins une culée de pont (2) par un procédé selon la revendication
12,
- construction de paliers sur le banc d'appui,
- pose d'au moins une poutre de pont construite de préférence en tant qu'élément préfabriqué
en béton sur les paliers,
- complément d'un tablier sur la poutre de pont.