[0001] Die Erfindung betrifft ein Gargerät gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Das Gargerät, das insbesondere von einem Backofen, einer Mikrowelle oder einem Dampfgarer
gebildet sein kann, umfasst einen von Wandungen räumlich begrenzten Garraum. Dieser
ist zu einer einem Nutzer des Gargeräts zugewandten Vorderseite hin typischerweise
mittels einer schwenkbaren Tür verschließbar, sodass bei Vorliegen der Tür in einem
geöffneten Zustand ein Zugriff auf den Garraum möglich ist. Der Betrieb des Gargeräts
findet derweil in aller Regel bei Vorliegen der Tür in einem geschlossenen Zustand
statt, sodass der Garraum von einer Umgebung räumlich abgeschlossen ist. In dem Garraum
sind mindestens zwei Aufnahmeeinheiten angeordnet, die jeweils mindestens einen Auflagebereich
aufweisen. Die Auflagebereiche sind langgestreckt ausgebildet und erstrecken sich
zumindest im Wesentlichen parallel zu einer der jeweiligen Aufnahmeeinheit zugeordneten
Wandung, wobei die Aufnahmeeinheiten typischerweise horizontal ausgerichtet sind.
Die Auflagebereiche sind dazu geeignet, mindestens einen Gargutträger aufzunehmen,
der beispielsweise von einem Rost oder einem Backblech gebildet sein kann. Der Gargutträger
wird typischerweise an seinen beiden seitlichen, einander gegenüberliegenden Rändern
mit jeweils einem Auflagebereich einer der Aufnahmeeinheiten in Eingriff gebracht.
Die Auflagebereiche können beispielsweise in Form eines Einschubs ausgebildet sein,
in den der Gargutträger von einem vorderen Bereich des Garraums her eingeschoben werden
kann. Die Auflagebereiche befinden sich dabei vorzugsweise auf einem gleichen Höhenniveau
oberhalb eines Bodens des Garraums, sodass der Gargutträger bei Vorliegen in einer
Garstellung, in der er mit den Aufnahmeeinheiten zusammenwirkt, horizontal innerhalb
des Garraums in einem Abstand von dem Boden angeordnet ist. Die Aufnahmeeinheiten
des Gargeräts sind jeweils höhenverstellbar ausgebildet, sodass der Abstand des Gargutträgers
von dem Boden veränderbar ist. Auf diese Weise kann ein jeweiliges Gargut auf einer
gewünschten Höhe oberhalb des Bodens innerhalb des Garraums positioniert werden, ohne
dass hierfür der Gargutträger als Ganzes aus dem Garraum bzw. den Auflagebereichen
entnommen und auf einem anderen Höhenniveau mit anderen Auflagebereichen in Eingriff
gebracht werden muss. Vorteilhafterweise sind die Aufnahmeeinheiten einander gegenüberliegenden
Seitenwandungen des Garraums zugeordnet.
[0003] Ein Gargerät der eingangs beschriebenen Art ist im Stand der Technik bereits bekannt.
Hierzu wird auf die Europäische Patentanmeldung
EP 3 276 264 A1 verwiesen. Diese beschreibt eine Bewegungseinrichtung für ein Küchengerät, wobei
die Bewegungseinrichtung insbesondere für ein Gargerät verwendbar ist. Die Bewegungseinrichtung
bildet einen höhenverstellbaren Auflagebereich aus, mittels dessen die Möglichkeit
geschaffen wird, einen mit der Bewegungseinrichtung zusammenwirkenden Gargutträger
innerhalb eines Garraums höhenverstellbar zu lagern. Insbesondere wird die Möglichkeit
geschaffen, den Abstand des Gargutträgers von einem Boden eines jeweiligen Gargeräts
zu verändern, ohne dass hierfür ein händischer Zugriff auf den Garraum bzw. die Bewegungseinrichtung
notwendig ist. Mithin kann der Gargutträger in seiner Höhe verstellt werden, ohne
dass der Garraum geöffnet werden muss.
[0004] Die bekannte Bewegungseinrichtung ist insoweit nachteilig, als die dahinter stehende
Antriebsmechanik vergleichsweise aufwendig ist. Insbesondere wirken die Aufnahmeeinheiten
mit einem in sich geschlossenen, umlaufend geführten Übertragungsmittel zusammen,
das gemäß besagter Schrift von einer Kette oder einem Seil gebildet sein kann. Zur
Übertragung von Kräften zwischen einem Antrieb und einer jeweiligen Aufnahmeeinheit
ist es dabei notwendig, das Übertragungsmittel mehrfach umzulenken.
[0005] Der vorliegenden Anmeldung liegt nach alldem die Aufgabe zugrunde, ein Gargerät bereitzustellen,
bei dem eine Antriebsmechanik für höhenverstellbare Aufnahmeeinheiten gegenüber dem
Stand der Technik vereinfacht ist.
[0006] Die zugrunde liegende Aufgabe wird erfindungsgemäß mittels eines Gargeräts mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den
Unteransprüchen 2 bis 18.
[0007] Das erfindungsgemäße Gargerät ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Antrieb, mittels
dessen zumindest eine der Aufnahmeeinheiten antreibbar ist, oberhalb einer Decke des
Garraums angeordnet ist. Hierbei wirkt der Antrieb mit mindestens einem Übertragungsmittel
zusammen, mittels dessen eine von dem Antrieb zur Verfügung gestellte Antriebskraft
bzw. ein Antriebsdrehmoment auf die Aufnahmeeinheit übertragbar ist. Auf diese Weise
ist die jeweilige Aufnahmeeinheit in ihrer Höhe bezogen auf den Boden des Garraums
veränderbar.
[0008] Vorteilhafterweise wirkt der Antrieb mit beiden Aufnahmeeinheiten zusammen, wobei
eine Übertragung der Antriebskraft des Antriebs mittels zweier Übertragungsmittel
erfolgt, die jeweils einer der Aufnahmeeinheiten zugeordnet sind. Auf diese Weise
kann darauf verzichtet werden, jeder der Aufnahmeeinheiten einen eigenen Antrieb zuzuordnen,
wodurch insbesondere der für einen Antrieb erforderliche Bauraum eingespart wird.
Zudem ist es besonders einfach möglich, die Aufnahmeeinheiten mittels Verwendung eines
gemeinsamen Antriebs derart kinematisch miteinander zu koppeln, dass sie sich stets
synchron bewegen. Dies führt dazu, dass sich eine Neigung des jeweiligen Gargutträgers
im Zuge der Verstellung der Aufnahmeeinheiten nicht ändert. Vorteilhafterweise befinden
sich die Auflagebereiche auf einem gleichenHöhenniveau, sodass ein mit den Auflagebereichen
zusammenwirkender Gargutträger stets in einer horizontalen Ausrichtung innerhalb des
Garraums lagerbar ist.
[0009] Das erfindungsgemäße Gargerät hat viele Vorteile. Insbesondere ermöglicht die Anordnung
des Antriebs oberhalb der Decke eine besonders einfache Führung der Übertragungsmittel,
wodurch die Verstellung der Aufnahmeeinheiten hinsichtlich ihrer Höhe relativ zu dem
Boden des Garraums besonders einfach möglich ist. Insbesondere ist es denkbar, Übertragungsmittel
in Form eines flexiblen Steigungskabels oder eines (biegeschlaffen) Seils zu verwenden.
Dies ist nachstehend gesondert beschrieben. Eine Umlenkung der Übertragungsmittel
ist bei der erfindungsgemäßen Anordnung vorzugsweise lediglich einmal nötig, wobei
das jeweilige Übertragungsmittel ausgehend von der Decke des Garraums um ca. 90° hin
einer jeweiligen Wandung (von einem horizontalen hin zu einem vertikale Verlauf) umgelenkt
wird, an der die jeweilige Aufnahmeeinheit angeordnet ist. Vorzugsweise sind die Aufnahmeeinheiten
an einander gegenüberliegenden Seitenwandungen des Garraums angeordnet.
[0010] Weiterhin ist die erfindungsgemäße Anordnung des Antriebs insoweit vorteilhaft, als
oberhalb der Decke des Garraums der für den Antrieb erforderliche Bauraum einfacher
geschaffen werden kann, als bei einer Anordnung des Antriebs seitlich neben den Seitenwandungen,
wie im Stand der Technik vorgeschlagen.
[0011] Vorteilhafterweise verfügt der Antrieb über eine Antriebswelle, an der besonders
einfach Antriebsmittel angeordnet sein können. Letztere bewirken eine Übertragung
eines an der Antriebswelle anliegenden Antriebsdrehmoments auf das bzw. die Übertragungsmittel.
Vorzugsweise ist die Antriebswelle des Antriebs parallel zu den Seitenwandungen des
Garraums angeordnet, sodass eine Rotation der Antriebswelle unmittelbar in eine quer
zu dem Gargerät orientierte Bewegung übersetzt werden kann. Insbesondere ist es denkbar,
dass mindestens ein Antriebsmittel von einem Zahnrad gebildet ist, das mit einem als
Steigungskabel ausgebildeten Übertragungsmittel kämmt. Eine entsprechende Ausgestaltung
ist nachstehend gesondert beschrieben.
[0012] Im Interesse der Vereinfachung der Antriebsmechanik der Aufnahmeeinheiten kann es
zudem besonders vorteilhaft sein, wenn mindestens eine der Aufnahmeeinheiten, vorzugsweise
beide Aufnahmeeinheiten, (jeweils) an einem einzelnen Tragelement gelagert ist. Vorzugsweise
ist der Auflagebereich in Form eines Kragarms ausgebildet, wobei ein Ende des Auflagebereichs
an dem Tragelement angeordnet ist und sich ausgehend von dem jeweiligen Tragelement
der Aufnahmeeinheit weg erstreckt. Das Tragelement ist dabei vorteilhafterweise in
einem einer Rückwandung des Garraums zugewandten Rückbereich angeordnet, wobei sich
der Auflagebereich ausgehend von dem Rückbereich in Richtung auf eine Tür des Gargeräts
zu erstreckt. Der Auflagebereich, der insbesondere an einem von dem Tragelement trennbaren
Schubelement ausgebildet sein kann, das in Kraft übertragender Weise an dem Tragelement
lagerbar oder gelagert ist, ist bei einer solchen Ausgestaltung lediglich an einer
Stelle, nämlich dem Tragelement, gelagert. Mithin ist es für eine Höhenverstellung
der zugehörigen Aufnahmeeinheit insgesamt lediglich erforderlich, dieses eine Tragelement
zu bewegen. Dies hat sodann unmittelbar eine Bewegung des Auflagebereichs und mithin
eine Veränderung eines Abstands desselben von dem Boden des Garraums zur Folge. Eine
Bewegung zweier oder mehrerer Lagerstellen, an denen ein jeweiliger Auflagebereich
an der zugehörigen Wandung gelagert ist, kann auf diese Weise entfallen. Zur Bewegung
beider Aufnahmeeinheiten ist es folglich lediglich erforderlich, ein jeweiliges Übertragungsmittel
ausgehend von dem gemeinsamen Antrieb zu einem jeweiligen Tragelement zu führen und
dort in Kraft übertragender Weise mit dem Tragelement zu verbinden.
[0013] Das erfindungsgemäße Gargerät weiter ausgestaltend verfügt dieses über mindestens
eine Führungsschiene, mittels derer eine Aufnahmeeinheit entlang einer zugehörigen
Wandung, insbesondere einer Seitenwandung, führbar ist. Die Führungsschiene ist vorzugsweise
an die der Aufnahmeeinheit zugeordneten Wandung angeordnet, weiter vorzugsweise auf
die jeweilige Wandung aufgesetzt. Die Führungsschiene kann insbesondere in Form eines
C-Profils ausgebildet sein, das sich vertikal entlang der zugeordneten Wandung erstreckt.
Eine solche Führungsschiene ist besonders gut dazu geeignet, eine mittels mindestens
einer Führungsrolle gelagerte Aufnahmeeinheit zu führen, sodass letztere entlang der
Führungsschiene bewegbar und mithin die zugehörige Aufnahmeeinheit höhenverstellbar
sind. Insbesondere kann ein jeweiliges Tragelement einer jeweiligen Aufnahmeeinheit
unmittelbar mit der Führungsschiene zusammenwirken. Vorzugsweise verfügt die Aufnahmeeinheit
über eine Mehrzahl von Führungsrollen, die bezogen auf die Führungsschiene leicht
seitlich versetzt angeordnet sind. Hierdurch lassen sich besonders einfach Fertigungstoleranzen
ausgleichen und es kann besonders einfach sichergestellt werden, dass die Aufnahmeeinheit
zuverlässig an der Führungsschiene beweglich gelagert ist.
[0014] Die Führungsschiene ist vorteilhafterweise in einem einer Rückwandung des Garraums
zugewandten Rückbereich angeordnet, wobei sie vorzugsweise entweder zumindest teilweise,
vorzugsweise vollständig, in die zugehörige Wandung eingelassen oder auf die zugehörigen
Wandung aufgesetzt ist. Mittels der zumindest teilweisen Einlassung der Führungsschiene
wird vermieden, dass an der zugehörigen Wandung unerwünschte Vorsprünge geschaffen
werden, an denen sich Schmutzpartikel niederlassen können. Vorzugsweise ist die Führungsschiene
vollständig in die zugeordnete Wandung eingelassen, sodasss sie bündig mit einer Wandfläche
der zugehörigen Wandung abschließt. Die Lösung des Aufsetzens einer jeweiligen Führungsschiene
auf die zugeordnete Wandung ist technisch besonders einfach möglich, wobei insbesondere
auf die Ausarbeitung einer Falzung in der zugeordneten Wandung verzichtet werden kann..
[0015] In einer weiterhin vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gargeräts
weist der Antrieb zwei voneinander beabstandete Antriebsmittel auf, die vorzugsweise
entlang einer gemeinsamen Antriebswelle des Antriebs versetzt angeordnet sind. Die
Antriebsmittel sind vorzugsweise jeweils einem Übertragungsmittel zugeordnet, die
wiederum jeweils einer der Aufnahmeeinheiten zugeordnet sind. Die voneinander beabstandete
Anordnung der Antriebsmittel bietet den Vorteil, dass die Übertragungsmittel an dem
Antrieb ebenfalls in einem Abstand voneinander, vorzugweise in voneinander beabstandeten
Ebenen, geführt werden und somit das Risiko einer Kollision der Übertragungsmittel
untereinander vemieden ist.
[0016] Mindestens ein Übertragungsmittel, vorzugsweise sämtliche Übertragungsmittel, können
in besonders bevorzugter Weise von einem Steigungskabel gebildet sein, das insbesondere
von einem mit einer Wendel umwickelten, flexiblen Kern gebildet sein kann. Ein solches
Steigungskabel weist eine gewisse Drucksteifigkeit auf, sodass eine Übertragung von
Druckkräften zwischen dem Antrieb und der jeweils zugeordneten Aufnahmeeinheit möglich
ist. Gleichzeitig ist das Steigungskabel derart flexibel ausgestaltet, dass es zumindest
in einem gewissen Biegeradius ausgehend von einer horizontalen Orientierung oberhalb
der Decke des Garraums hin zu einer vertikalen Orientierung an der jeweiligen Wandung
elastisch umgelenkt werden kann. Dabei ist das Steigungskabel derart drucksteif ausgebildet,
dass zumindest eine zur Absenkung der zugehörigen Aufnahmeeinheit erforderliche Druckkraft
übertragen werden kann, ohne dass das Steigungskabel knickt.
[0017] Die Ausgestaltung des Steigungskabels mit der beschriebenen Wendel bietet zudem den
Vorteil, dass in besonders einfacher Weise ein formschlüssiger Eingriff mit einem
als Zahnrad ausgebildeten Antriebsmittel hergestellt werden kann. Das Zahnrad kann
insbesondere mit einer Evolventenverzahnung ausgestattet sein, die für eine Übertragung
einer rotatorischen Bewegung des Antriebsmittels um eine Antriebswelle des Antriebs
in eine lineare Bewegung des Übertragungsmittels besonders gut geeignet ist. Zur Führung
des Steigungskabels kann es vorteilhaft sein, starre Führungshülsen vorzusehen, die
das Steigungskabel auf einer bestimmten Bahn führen, sodass ein versehentliches Ausbrechen
des Steigungskabels oder dergleichen ausgeschlossen ist.
[0018] Alternativ zu einer Ausgestaltung als Steigungskabel kann mindestens eines der Übertragungsmittel
in Form eines biegeschlaffen Seils ausgebildet sein, das keine Drucksteifigkeit aufweist.
Mittels eines solchen Seils sind lediglich Zugkräfte übertragbar. Ein solches Übertragungsmittel
kann besonders einfach an dem erfindungsgemäßen Gargerät verlegt werden, da es infolge
der nicht vorhandenen Drucksteifigkeit mit fast beliebig kleinen Biege- bzw. Umlenkradien
geführt werden kann. Insbesondere sind Führungsrollen mit geringem Durchmesser ausreichend,
um ein solches Übertragungsmittel gezielt entlang der Wandungen des Garraums zu führen.
Die Eignung zur Übertragung von Zugkräften ist dabei ausreichend, um eine mit dem
jeweiligen Seil zusammenwirkende Aufnahmeeinheit entgegen der Wirkung einer Gewichtskraft
anzuheben bzw. an der zugeordneten Wandung "nach oben zu ziehen". Für ein Absenken
der jeweiligen Aufnahmeeinheit ist es denkbar, das Seil sukzessive freizugeben, sodass
die Aufnahmeeinheit angetrieben durch ihre eigene Gewichtskraft sowie eventuell durch
über die Aufnahmeeinheit abgetragene Lagerkräfte (beispielsweise bedingt durch einen
auf den Auflagebereichen aufliegenden Gargutträger) innerhalb des Garraums abgesenkt
wird. Ein aktives Antreiben der Aufnahmeeinheit zur Bewirkung einer solchen Bewegung
nach unten findet mithin nicht statt und ist auch nicht nötig.
[0019] Da auf die Aufnahmeeinheiten wirkenden Kräfte je nach zu garendem Gargut erheblich
sein können, kann es zudem bei Verwendung eines Seils als Übertragungsmittel besonders
vorteilhaft sein, ein dem Antrieb abgewandtes Ende eines jeweiligen Seils fest in
einem oberen Endbereich der Wandung zu befestigen, die der Aufnahmeeinheit zugeordnet
ist, die mit dem jeweiligen Seil zusammenwirkt. Ausgehend von dem Antrieb wird das
Seil mithin zunächst zu der jeweiligen Wandung (typischerweise in horizontale Richtung)
und sodann entlang der jeweiligen Wandung (typischerweise in vertikale Richtung) zu
der Aufnahmeeinheit geführt. In besonders einfacher Weise kann das Seil an der Aufnahmeeinheit
mittels einer Rolle geführt und umgelenkt sein, die von dem Seil teilweise, insbesondere
entlang einer Hälfte eines Umfangs der Rolle, umschlungen ist. Das Seil ist sodann
ausgehend von der Aufnahmeeinheit entlang der zugeordneten Wandung, insbesondere einer
Seitenwandung, nach oben in Richtung der Decke des Garraums geführt und dort in Kraft
übertragender Weise befestigt. Diese Ausgestaltung hat zur Folge, dass auf die Aufnahmeeinheit
wirkende Kräfte sich auf zwei Seilabschnitte des Seils aufteilen, nämlich einen ersten,
der ausgehend von der Aufnahmeeinheit zu dem Antrieb verläuft, sowie einen zweiten,
der ausgehend von der Aufnahmeeinheit in Richtung der Decke des Garraums geführt und
dort befestigt ist. Folglich wirkt der Antrieb mittels des Seils nach dem Prinzip
eines Flaschenzuges mit der jeweiligen Aufnahmeeinheit zusammen. Die Konstruktion
bietet mithin den Vorteil, dass auf das Seil wirkende Kräfte halbiert werden, wodurch
wiederum eine mittels des Antriebs aufzubringende Antriebskraft bzw. ein mittels des
Antriebs aufzubringendes Antriebsdrehmoment gegenüber einer einfachen Aufhängung der
Aufnahmeeinheit an dem Seil halbiert ist. Entsprechend kann der Antrieb insgesamt
vergleichsweise klein dimensioniert werden.
[0020] Unabhängig von der Ausgestaltung der Übertragungsmittel kann es besonders von Vorteil
sein, den gemeinsamen Antrieb der Aufnahmeeinheiten in einem Seitenbereich bezogen
auf den Garraum anzuordnen. Diese Ausgestaltung bietet den Vorteil, dass mindestens
eines der Übertragungsmittel unmittelbar ausgehend von dem Antrieb entlang einer der
Seitenwandungen, in deren Bereich der Antrieb angeordnet ist, geführt werden kann.
Auf eine Umlenkung, die sich an eine zunächst horizontale, entlang der Decke des Garraums
orientierte Führung des Übertragungsmittels anschließt, kann mithin zumindest für
eines der Übertragungsmittel verzichtet werden. Dies ist insbesondere bei Verwendung
eines Steigungskabels als Übertragungsmittel von Vorteil, da dieses aufgrund seiner
Drucksteifigkeit typischerweise nicht in beliebig kleinen Biegeradien geführt werden
kann.
[0021] In einer weiterhin vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Gargeräts verfügt
dieses über zwei Trageinsätze, die jeweils mindestens einen Auflagebereich aufweisen.
Die Trageinsätze sind zerstörungsfrei sowie vorzugsweise werkzeuglos lösbar an den
einander gegenüberliegenden Seitenwandungen des Garraums angeordnet, an denen vorzugsweise
auch die Aufnahmeeinheiten angeordnet sind. Bei Vorliegen in einer Nutzungsposition
sind die Trageinsätze an den besagten Seitenwandungen befestigt, sodass Lagerkräfte,
die durch mindestens einen in den Auflagebereichen der Trageinsätze gelagerten Gargutträger
bedingt sind, in die Seitenwandungen abgeleitet werden können. Vorteilhafterweise
sind die Aufnahmeeinheiten und die Trageinsätze derart aufeinander abgestimmt, dass
ein horizontal gemessener Abstand zwischen den einander zugeordneten Auflagebereichen
sowohl der Trageinsätze als auch der Aufnahmeeinheiten zumindest im Wesentlichen gleich
sind. Dies hat den Vorteil, dass ein jeweiliger Gargutträger ohne Weiteres sowohl
mittels der Auflagebereiche der Aufnahmeeinheiten als auch mittels der Auflagebereiche
der Trageinsätze lagerbar ist. Zwecks Anordnung der Trageinsätze in dem Garraum es
insbesondere denkbar, die Aufnahmeeinheiten in eine maximal abgesenkte Tiefstellung
zu bewegen, in der ein Abstand der Aufnahmeeinheiten von dem Boden des Garraums minimal
ist. Bei Vorliegen in dieser Tiefstellung der Aufnahmeeinheiten steht genügend Raum
oberhalb der Aufnahmeeinheiten zur Verfügung, um die Trageinsätze an den Seitenwandungen
anzuordnen. Insbesondere können die Trageinsätze mittels entsprechender Formschlussmechanismen
an den Seitenwandungen verrastet werden.
[0022] Schließlich ist ein solches Gargerät von besonderem Vorteil, das über mindestens
eine Steuerung verfügt, mittels derer der Antrieb ansteuerbar ist. Dies eröffnet die
Möglichkeit, die Aufnahmeeinheiten automatisch, das heißt ohne händisches Zutun des
Nutzers des Gargeräts, in ihrer Höhe zu verstellen. Beispielsweise ist es denkbar,
dass die Aufnahmeeinheiten in Abhängigkeit eines von dem Nutzer ausgewählten Garprogramms
angesteuert werden, wobei die Aufnahmeeinheiten entsprechend dem Garprogramm auf ein
für ein optimales Garergebnis vorteilhaftes Höhenniveau innerhalb des Garraums bewegt
werden. Auch ist es denkbar, dass die Aufnahmeeinheiten automatisch in eine niedrige
Position oberhalb des Bodens bewegt werden, sobald eine Tür des Gargeräts geöffnet
wird. Auf diese Weise ist es für den Nutzer besonders einfach möglich, auf einem jeweiligen
Gargutträger gelagertes Gargut aus dem Garraum zu entnehmen.
[0023] Vorteilhafterweise ist mindestens eine Steuerung derart ausgebildet, dass eine Verstellung
der Aufnahmeeinheiten beteffend deren Abstand oberhalb des Bodens manuell, insbesondere
mittels Bedienung eines unmittlbar an dem Gargerät angeordneten Bedienelements, gesteuert
oder ferngsteuert werden kann. Letzteres kann beispielsweise mittels eines externen
Bedienelements erfolgen, das mittels eines Netzwerks mit dem Gargerät verbunden ist.
Hierbei kann es sich insbesondere um ein lokales Netzwerk oder ein dezentrales Netzwerk
wie das Internet handeln. Bei dieser Ausgestaltung ist insbesondere eine Steuerung
der Aufnahmeeinheiten mittels eines Smartphones denkbar.
[0024] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- Eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Gargeräts,
- Figur 2
- Ein Detail zweier Aufnahmeeinheiten des Gargeräts gemäß Figur 1,
- Figur 3
- Ein Detail eines Antriebsstrangs der Aufnahmeeinheiten gemäß Figur 2, umfassend einen
Antrieb sowie zwei Übertragungsmittel,
- Figur 4
- Eine perspektivische Ansicht eines zweiten erfindungsgemäßen Gargeräts,
- Figur 5
- Ein Detail zweier Aufnahmeeinheiten des Gargeräts gemäß Figur 4,
- Figur 6
- Ein Detail eines Antriebs des Gargeräts gemäß Figur 4 und
- Figur 7
- Eine perspektivische ansicht des zweiten Gargeräts gemäß Figur 4, jedoch in einer
alternativen Nutzungsposition.
[0025] Ein erstes Ausführungsbeispiel, das den
Figuren 1 bis 3 gezeigt ist, umfasst ein erfindungsgemäßes Gargerät
1, das einen von Wandungen
2 eingefassten Garraum
3 aufweist. Das Gargerät
1 ist hier als Backofen ausgeführt. Innerhalb des Garraums
3 weist das Gargerät
1 zwei Aufnahmeeinheiten
6 auf, die in dem gezeigten Beispiel in vorteilhafter Weise jeweils einer der einander
gegenüberliegenden Seitenwandungen
7 angeordnet sind. Die Aufnahmeeinheiten
6 sind höhenverstellbar ausgebildet, sodass ein zwischen einem Gargutträger
11, der mittels der Aufnahmeeinheiten
6 gelagert ist, und einem Boden
10 des Garraums
3 gemessener Abstand
9 veränderbar ist. Die Aufnahmeeinheiten
6 sind in dem gezeigten Beispiel jeweils von einem Tragelement
5 sowie einem Schubelement
32 gebildet, die formschlüssig miteinander verbunden sind. Insbesondere kann ein jeweiliges
Schubelement
32 zerstörungsfrei sowie werkzeuglos lösbar von dem zugehörigen Tragelement
5 ausgebildet sein. Das Tragelement
5 ist in Kraft übertragender Weise mit der jeweils zugeordneten Seitenwandung
7 verbunden, wobei hier eine nachstehend beschriebene Führungsschiene
17 zum Einsatz kommt. Die Schubelemente
32 weisen jeweils einen Auflagebereich
8 auf, mittels dessen der Gargutträger
11 aufnehmbar ist. Die Auflagebereiche
8 sind in dem gezeigten Beispiel langgestreckt sowie parallel in horizontale Richtung
zu den Seitenwandungen
7 ausgebildet, sodass der Gargutträger
11, der hier von einem Backblech gebildet ist, von einer einer Rückwandung
26 des Garraums
3 gegenüberliegenden Vorderseite des Gargeräts
1 in die Auflagebereiche
8 einschiebbar ist. Die Schubelemente
32 sind hier derart ausgebildet, dass die Auflagebereiche
8 in Form von Einschubbereichen wirken, wobei einander zogeordnete Rundstäbe des Schubelements
32 den Auflagebereich
8 nach oben und nach unten begrenzen, sodass der Gargutträger
11 in diesen zwischen den Rundstäben ausgebildeten Auflagebereich
8 einschiebbar ist.
[0026] Die Aufnahmeeinheiten
6 sind hier in vorteilhafter Weise derart auf demselben Höhenniveau bezogen auf den
Boden
10 angeordnet, dass der Gargutträger
11 bei Vorliegen in seinem in
Figur 1 gezeigten Nutzungszustand zumindesten im Wesentlichen horizontal orientiert ist.
Mittels des beschriebenen Formschlusses sind die Schubelemente
32 in Kraft übertragender Weise an den Tragelementen
5 angeordnet. Ein Lastabtrag kann mithin ausgehend von dem Gargutträger
11 über die Schubelemente
32 und die Tragelemente
5 schließlich in die Seitenwandungen
7 des Gargeräts
1 stattfinden.
[0027] Zur Verstellung der Höhen der Aufnahmeeinheiten
6 sind die Tragelemente
5 jeweils an einer vertikal in der jeweiligen Seitenwandung
7 ausgebildeten Führungsschiene
17 gelagert. Die Führungsschienen
17 sind hier jeweils von einem C-Profil gebildet, das hier bündig mit einer Seitenwandfläche
der zugehörigen Seitenwandung
7 abschließt. Insbesondere können die Führungsschienen
17 in zugehörigen Falzungen in den Seitenwandungen
7 angeordnet sein. Alternativ ist es denkbar, die Führungsschienen
17 jeweils auf die zugeordnete Wandung
2 bzw. Seitenwandung
7 aufzusetzen. Zwecks beweglicher Lagerung der Tragelemente
5 an einer jeweils zugeordneten Führungsschiene
17 sind an den Tragelementen
5 jeweils Führungsrollen
18 angeordnet. Diese sind dazu geeignet, mit seitlichen Wandungen der C-förmigen Führungsschienen
17 zusammenzuwirken, sodass die Führungsrollen
18 gegen die jeweilige Führungsschiene
17 abrollen können. Die Führungsrollen
18 sind relativ zu den Tragelementen
5 verdrehbar ausgebildet, sodass die Tragelemente
5 jeweils mittels Abrollens der Führungsrollen
18 in den Führungsschienen
17 führbar sind.
[0028] Das erfindungsgemäße Gargerät
1 ist weiterhin mit einem Antrieb
12 ausgestattet, der oberhalb einer Decke
14 des Garraums
3 angeordnet ist. Weiterhin befindet sich der Antrieb
12 in dem gezeigten Beispiel in dem Bereich einer der Seitenwandungen
7. Der Antrieb
12 verfügt hier über einen Motor
27, der von einem Elektromotor gebildet ist. Der Motor
27 wirkt mit einer Antriebswelle
31 zusammen, die in Kraft übertragender Weise mit zwei Antriebsmitteln
19,
20 zusammenwirkt. Diese Antriebsmittel
19,
20 sind jeweils von einer Trommel gebildet, mittels derer jeweils ein von einem Seil
16 gebildetes Übertragungsmittel
13 aufrollbar ist. Die Antriebsmittel
19,
20 sind dabei versetzt gegeneinander entlang der Antriebswelle
31 angeordnet, sodass die Übertragungsmittel
13 in voneinander beabstandeten Ebenen lagerbar sind. Auf diese Weise wird vermieden,
dass die Übertragungsmittel
13 miteinander kollidieren und sich gegebenenfalls verheddern oder verhaken. Die Anordnung
des Antriebs
12 oberhalb einer der Seitenwandungen
7 bietet den Vorteil, dass zumindest das eine Übertragungsmittel
13, das zur Übertragung einer Antriebskraft auf die der jeweiligen Seitenwandung
7 zugeordnete Aufnahmeeinheiten
6 verwendet wird, ausgehend von dem zugeordneten Antriebsmittel
19 nicht umgelenkt werden muss. Eine solche Umlenkung ist mithin lediglich für das zweite
Übertragungsmittel
13 erforderlich, das sich ausgehend von der jeweiligen Seitenwandung
7 über eine Breite des Gargeräts
1 hinweg in Richtung der gegenüberliegenden Seitenwandungen
7 erstreckt, dort mittels einer Umlenkrolle
25 um ca. 90° nach unten umgelenkt wird und schließlich an der zugehörigen Seitenwandung
7 mit der dortigen Aufnahmeeinheiten
6 zusammenwirken kann. Dies ergibt sich besonders gut anhand der
Figuren 2 und 3.
[0029] Mittels der Übertragungsmittel
13 ist die Möglichkeit geschaffen, beide Aufnahmeeinheiten
6 mittels eines einzigen gemeinsamen Antriebs
12 derart anzutreiben, dass sie insbesondere entgegen der Wirkung einer Gewichtskraft
des Gargutträgers
11 sowie eines gegebenenfalls darauf gelagerten Garguts in eine Richtung nach oben angehoben
werden können. Da in dem gezeigten Beispiel die Übertragungsmittel
13 jeweils von einem Seil
16 gebildet sind, ist eine Übertragung von Druckkräften mangels Drucksteifigkeit der
Seile
16 nicht möglich. Dies ist jedoch insoweit unproblematisch, als ein Absenken der Aufnahmeeinheiten
6 allein mittels Wirkung der Gewichtskraft antreibbar ist, sodass es lediglich erforderlich
ist, mittels Betriebs des Antriebs
12 in die zur Anhebung der Aufnahmeeinheiten
6 entgegengesetzte Drehrichtung die Seile
16 kontrolliert freizugeben, sodass sich die Aufnahmeeinheiten
6 der Gewichtskraft folgend eigenständig entlang der Führungsschienen
17 in eine Richtung nach unten bewegen können.
[0030] Da die auf die Aufnahmeeinheiten
6 wirkenden Gewichtskräfte je nach gelagertem Gargut beträchtlich sein können, besteht
ein Interesse daran, die auf die Übertragungsmittel
13 wirkenden Kräfte möglichst gering zu halten. Um dies zu erreichen, sind die Übertragungsmittel
13 mit ihren jeweiligen, von dem Antrieb
12 abgewandten Enden
23 an einem oberen Ende der jeweils zugehörigen Führungsschiene
17 befestigt. Insbesondere sind die Übertragungsmittel
13 mithin mit ihren dem Antrieb
12 abgewandten Enden
23 nicht unmittelbar an den Aufnahmeeinheiten
6 verankert. Die gezeigte Ausführung hat den technischen Effekt eines Flaschenzugs,
wobei zur Aufnahme vertikaler Lagerungskräfte der Aufnahmeeinheiten
6 der doppelte Querschnitt des jeweiligen Übertragungsmittels
13 zur Verfügung steht und mithin das Übertragungsmittel
13 als solches lediglich mit der Hälfte der Lagerkräfte beaufschlagt wird. Die gewählte
Ausführung trägt mithin dazu bei, auf die als Seile
16 ausgebildeten Übertragungsmittel
13 wirkenden Kräfte zu halbieren. Zwecks Führung der Übertragungsmittel
13 durch die Wandungen
2 hindurch in den Garraum
3 verfügt das erfindungsgemäße Gargerät
1 hier über Führungshülsen
28.
[0031] Das erfindungsgemäße Gargerät
1 verfügt ferner über eine Steuerung
4, die hier skizzenhaft auf der Decke
14 des Gargeräts
1 angeordnet ist. Die Steuerung
14 wirkt mit dem Antrieb
12 zusammen, sodass letzterer insbesondere automatisch, das heißt ohne händisches Zutun
eines Nutzers des Gargeräts
1, betreibbar ist. Insbesondere ist es denkbar, dass die Aufnahmeeinheiten
6 mittels Wirkung des Antriebs
12 im Zuge der Öffnung einer Tür des Gargeräts
1 automatisch auf eine niedrige Position abgesenkt werden, sodass es dem Nutzer des
Gargeräts
1 besonders leicht fällt, das auf dem jeweiligen Gargutträger
11 gelagerte Gargut zu begutachten und gegebenenfalls aus dem Garraum
3 zu entnehmen. Weiterhin ist es denkbar, dass eine Höhenverstellung der Aufnahmeeinheiten
6 in Abhängigkeit eines gewählten Garprogramms, das auf einer nicht gezeigten Speichereinheit
hinterlegt ist, automatisch mittels der Steuerung
4 vorgenommen wird. Beispielsweise kann der Gargutträger
11 gegen Ende eines jeweiligen Garprogramms automatisch innerhalb des Garraums
3 angehoben werden, sodass sich das auf dem Gargutträger
11 befindliche Gargut in unmittelbarer Nähe zu oberen Heizelementen des Gargeräts
1 befindet. Auf diese Weise kann das Gargut unmittelbar der Wärmestrahlung der Heizelemente
ausgesetzt und hierdurch mit einer ansprechenden Bräunung versehen werden.
[0032] Die Steuerung
4 kann zudem dazu geeignet sein, eine manuelle Steuerung und/oder eine Fernsteuerung
des Antriebs
12 zu ermöglichen. Hierbei wird einem Nutzer des Gargeräts
1 die Möglichkeit eingeräumt, eine Höhenverstellung der Aufnahmeeinheiten
6 vorzunehmen. Dies kann beispielsweise mittels lokaler Bedienungselemente erfolgen,
die an einer dem Nutzer zugewandten Vorderseite des Gargeräts
1 angeordnet sind. Zusätzlich oder alternativ ist eine Fernsteuerung mittels eines
externen Bedienelements denkbar, das beispielsweise von einem Smartphone gebildet
sein kann. Hierbei kann eine Steuerinformation über ein lokales oder dezentrales Netzwerk
an die Steuerung
4 übermittelt werden, die sodann anhand der Steuerinformation ein Steuersignal erzeugt
und dieses an den Antrieb
12 sendet.
[0033] Ein zweites Ausführungsbeispiel, das in den
Figuren 4 bis 6 gezeigt ist, entspricht im Wesentlichen dem ersten Ausführungsbeispiel, wobei insbesondere
die Übertragungselemente
13 hier nicht von Seilen
16, sondern jeweils von einem Steigungskabel
15 gebildet sind. Die Steigungskabel
15 sind hier jeweils von einem flexiblen Kern
22 gebildet, die mit einer Wendel
21 eingefasst sind. Die Ausgestaltung der Steigungskabel
15 ergibt sich besonders gut anhand von
Figur 6. Im Unterschied zu den Seilen
16 des ersten Ausführungsbeispiels sind die Steigungskabel
15 dazu geeignet, Druckkräfte zu übertragen. Mithin ist eine Bewegung der Aufnahmeeinheiten
6 aktiv in beide Richtungen, das heißt sowohl nach oben als auch insbesondere nach
unten, antreibbar. Trotz der vorhandenen Drucksteifigkeit sind die Steigungskabel
15 mit einer solchen Flexibilität versehen, dass eines der Steigungskabel
15 ausgehend von einer horizontalen Orientierung oberhalb der Decke
14 des Gargeräts
1 um 90° umlenkbar und auf diese Weise in eine vertikale Orientierung entlang der zugehörigen
Seitenwandung
7 überführbar ist. Dies ergibt sich besonders gut anhand von
Figur 5. Zwecks Führung des jeweiligen Steigungskabels
15 wirkt dieses mit einer entsprechend gekrümmt ausgebildeten Führungshülse
30 zusammen, die von einem starren Hohlprofil gebildet ist. Mittels der Führungshülse
13 werden der Krümmungsradius sowie der Pfad, entlang dessen sich das Steigungskabel
15 bewegt, vorgegeben.
[0034] Aufgrund der gegenüber den Seilen
16 deutlich erhöhten Steifigkeit der Steigungskabel
15 ist es nicht möglich, diese auf als Trommeln ausgebildeten Antriebsmitteln
19,
20 aufzurollen. Stattdessen wirkt der Antrieb
12 bei dem zweiten Ausführungsbeispiel mit Antriebsmitteln
19,
20 zusammen, die jeweils in Form eines Zahnrades ausgebildet sind. Die Antriebsmittel
19,
20 sind in dem gezeigten Beispiel jeweils mit einer Evolventenverzahnung versehen. Ferner
sind die Antriebsmittel
19,
20 vergleichbar zu den Trommeln des ersten Ausführungsbeispiels versetzt entlang der
Antriebswelle
31 des Motors
17 angeordnet, sodass eine unbeabsichtigte Kollision der Steigungskabel
15 miteinander vermieden ist. Insbesondere werden die Steigungskabel
15 in gegeneinander versetzten Ebenen geführt. Zwecks Lagerung des Antriebs
12 auf der Decke
14 des Gargeräts
1 wirkt dieses mit einem Befestigungsblech
29 zusammen, das zwischen den Antriebsmitteln
19,
20 angeordnet ist. Dies ergibt sich besonders gut anhand von
Figur 5. An ihren dem Antrieb
12 zugewandten Enden wirken die in Form der Steigungskabel
15 ausgebildeten Übertragungsmittel
13 jeweils mit einer Führungshülse
30 zusammen, die eine Position der jeweiligen Übertragungsmittel
13 relativ zu dem zugehörigen Antriebsmittel
19,
20 festlegen. Um einen Eingriff der Antriebsmittel
19,
20 mit den Steigungskabel
15 bzw. der jeweiligen Wendel
21 zu ermöglichen, sind die Führungshülsen
30 mit umfangsseitigen Ausnehmungen
33 versehen. Dies ergibt sich insbesondere anhand von
Figur 6.
[0035] Mittels der Steigungskabel
15 ist es aufgrund der Drucksteifigkeit möglich, die Aufnahmeeinheiten
6 mitsamt eines daran gelagerten Gargutträgers
11 sowohl anzuheben als auch aktiv abzusenken. Der elastische Kern
22 eines jeweiligen Steigungskabels
15 weist dabei eine ausreichende Zugfestigkeit auf, sodass eine "doppelte Lagerung"
vergleichbar zu den als Seilen
16 ausgebildeten Übertragungsmitteln
13 des ersten Ausführungsbeispiels nicht erforderlich sind. Mithin wirken von dem Antrieb
12 abgewandte Enden der Steigungskabel
15 jeweils unmittelbar mit der jeweilig zugeordneten Aufnahmeeinheit
6 zusammen. Vorteilhafterweise sind die Steigungskabel
15 unmittelbar in Kraft übertragender Weise an den jeweiligen Tragelementen
5 der Aufnahmeeinheiten
6 angeschlossen.
[0036] In einer alternativen Nutzungsposition des erfindungsgemäßen Gargeräts
1 gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel, die in
Figur 7 dargestellt ist, sind die Aufnahmeeinheiten
6 in einer tiefste Position relativ zu dem Boden
10 angeordnet, sodass ein jeweiliger oberhalb der Aufnahmeeinheiten
6 angeordnet Abschnitt der Seitenwandungen
7 frei ist, das heißt nicht durch das jeweilig zugeordnete Schubelement
32 verdeckt ist. Der Freiraum ist in der gezeigten Ausführung bei beiden Seitenwandungen
7 jeweils mit einem Trageinsatz
24 ausgestattet, wobei die Trageinsätze
24 in Kraft übertragender Weise mittels Lagerzapfen
34 an den Wandungen
2 angeordnet sind. In dem gezeigten Beispiel verfügen die Trageinsätze
7 jeweils über vier Auflagebereiche
8, die jeweils auf unterschiedlichen Höhenniveaus oberhalb des Bodens
10 angeordnet sind. Mittels der Trageinsätze
24 kann in der gewohnten Weise das Gargerät
1 mit einer Mehrzahl von Auflagebereichen
8 ausgestattet werden, sodass insbesondere gleichzeitig eine Mehrzahl von Gargutträgern
11 in dem Garraum
3 gelagert werden kann.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 1
- Gargerät
- 2
- Wandung
- 3
- Garraum
- 4
- Steuerung
- 5
- Tragelement
- 6
- Aufnahmeeinheit
- 7
- Seitenwandung
- 8
- Auflagebereich
- 9
- Abstand
- 10
- Boden
- 11
- Gargutträger
- 12
- Antrieb
- 13
- Übertragungsmittel
- 14
- Decke
- 15
- Steigungskabel
- 16
- Seil
- 17
- Führungsschiene
- 18
- Führungsrolle
- 19
- Antriebsmittel
- 20
- Antriebsmittel
- 21
- Wendel
- 22
- Kern
- 23
- Ende
- 24
- Trageinsatz
- 25
- Umlenkrolle
- 26
- Rückwandung
- 27
- Motor
- 28
- Führungshülse
- 29
- Befestigungsblech
- 30
- Führungshülse
- 31
- Antriebswelle
- 32
- Schubelement
- 33
- Ausnehmung
- 34
- Lagerzapfen
1. Gargerät (1), umfassend
- einen von Wandungen (2) räumlich begrenzten Garraum (3) sowie
- mindestens zwei Aufnahmeeinheiten (6),
wobei die Aufnahmeeinheiten (6) in Kraft übertragender Weise an mindestens einer Wandung
(2) des Garraums (3) angeordnet sind,
wobei die Aufnahmeeinheiten (6) jeweils mindestens einen langgestreckten, sich zumindest
im Wesentlichen parallel zu der jeweils zugeordneten Wandung (2) erstreckenden Auflagebereich
(8) aufweisen, mittels dessen mindestens ein Gargutträger lagerbar ist,
wobei die Aufnahmeeinheiten (6) höhenverstellbar ausgebildet sind, sodass ein Abstand
(9) des an den Aufnahmeeinheiten (6) gelagerten Gargutträgers (11) von einem Boden
(10) des Garraums (3) veränderbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Antrieb (12), mittels dessen mindestens eine der Aufnahmeeinheiten (6) antreibbar
ist, oberhalb einer Decke (14) des Garraums (3) angeordnet ist,
wobei der Antrieb (12) mit mindestens einem Übertragungsmittel (13) zusammenwirkt,
das mindestens einer Aufnahmeeinheit (6) zugeordnet ist und mittels dessen eine Antriebskraft
des Antriebs (12) auf die jeweilige Aufnahmeeinheit (6) übertragbar ist.
2. Gargerät (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmeeinheiten (6) an einander gegenüberliegenden Seitwandungen (7) des Garraums
(3) angeordnet sind.
3. Gargerät (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmeeinheiten (6) mittels eines gemeinsamen Antriebs (12) antreibbar sind,
wobei die Aufnahmeeinheiten (6) derart kinematisch gekoppelt sind, dass sie sich synchron
bewegen.
4. Gargerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (12) seitlich im Bereich oberhalb einer Seitenwandung (7) und/oder in
einem hinteren Bereich des Garraums (3) angeordnet ist.
5. Gargerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich eine Antriebswelle (31) des Antriebs (12) parallel zu Seitenwandungen (7) des
Garraums (3) erstreckt.
6. Gargerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Auflagebereich (8) mindestens einer Aufnahmeeinheit (6) an einem einzelnen Tragelement
(5) der jeweiligen Aufnahmeeinheit (6) gelagert ist, wobei vorzugsweise die Aufnahmeeinheit
(6) mittels des Tragelements (5) zumindest mittelbar in Kraft übertragender Weise
an der jeweiligen Wandung (2) angeordnet ist.
7. Gargerät (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (5) in einem einer Rückwandung (26) zugewandten Rückbereich des Garraums
(3) angeordnet ist.
8. Gargerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch mindestens eine Führungsschiene (17), mittels derer eine Aufnahmeeinheit (6) führbar
ist, wobei die Führungsschiene (17) vorzugsweise an der der jeweiligen Aufnahmeeinheit
(6) zugeordneten Wandung (2), insbesondere einer Seitenwandung (7), angeordnet ist.
9. Gargerät (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschiene (17) in einem einer Rückwandung (26) zugewandten Rückbereich
des Garraums (3) angeordnet ist, wobei vorzugsweise die Führungsschiene (17) auf eine
Seitenwandung (7) aufgesetzt ist.
10. Gargerät (1) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmeeinheit (6) mittels mindestens einer Führungsrolle (18), vorzugsweise
mittels einer Mehrzahl von Führungsrollen (18), in der Führungsschiene (17) beweglich
gelagert ist.
11. Gargerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (12) zwei entlang einer gemeinsamen Antriebswelle (31) voneinander beabstandet
angeordnete Antriebsmittel (19, 20) aufweist, wobei jeweils eines der Antriebsmittel
(19, 20) mit einem der Übertragungsmittel (13) zusammenwirkt.
12. Gargerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Übertragungsmittel (13), vorzugsweise beide Übertragungsmittel (13),
von einem Steigungskabel (15) gebildet ist, das vorzugsweise einen mit einer Wendel
(21) umwickelten flexiblen Kern (22) aufweist.
13. Gargerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Übertragungsmittel (13), vorzugsweise beide Übertragungsmittel (13),
von einem Seil (16) gebildet ist.
14. Gargerät (1) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (12) nach dem Prinzip eines Flaschenzugs mit der Aufnahmeeinheit zusammenwirkt.
15. Gargerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 14, gekennzeichnet durch zwei Trageinsätze (24), die jeweils mindestens einen Auflagebereich (8) aufweisen,
wobei die Trageinsätze (24) zerstörungsfrei lösbar an einander gegenüberliegenden
Seitenwandungen (7) des Garraums (3) anordbar sind, wobei vorzugsweise ein Abstand
zwischen einander zugeordneten Auflagebereichen (8) der Trageinsätze (24) bei Vorliegen
der Trageinsätze (24) in deren Nutzungsposition, in der sie an den zugeordneten Seitenwandungen
(7) angeordnet sind, einem Abstand zwischen den einander zugeordneten Auflagebereichen
(8) der Aufnahmeeinheiten (6) entspricht.
16. Gargerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Trageinsätze (24) in das Gargerät (1) einsetzbar sind, wenn sich die Aufnahmeeinheiten
(6) in einer Tiefstellung befinden, in der ein Abstand der Aufnahmeeinheiten (6) von
dem Boden (10) minimal ist.
17. Gargerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 16, gekennzeichnet durch eine Steuerung (4), mittels derer der Antrieb (12) ansteuerbar ist, sodass die Aufnahmeeinheiten
(6) automatisch, insbesondere in Abhängigkeit eines vorgegebenen Garprogramms, in
ihrer Höhe verstellbar sind.
18. Gargerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (12) mit mindestens einer Steuerung (4) zusammenwirkt, mittels dessen
der Antrieb (12) manuell steuerbar oder fernsteuerbar ist, insbesondere mittels einer
drahtlosen Netzwerkverbindung.