[0001] Die Erfindung betrifft eine Druckgussform zum Gießen von Zylinderkurbelgehäusen oder
Kurbelgehäuseunterteilen mit einem feststehenden Formteil, in welchem zumindest teilweise
ein Angusssystem zur Verteilung der Schmelze ausgebildet ist und beweglichen Formteilen,
in welchen zumindest teilweise eine Kavität zur Bildung eines Zylinderkurbelgehäuses
oder eines Kurbelgehäuseunterteils ausgebildet ist.
[0002] Druckgussformen zur Herstellung von Zylinderkurbelgehäusen oder Kurbelgehäuseunterteilen,
auch bedplates genannt, sind allgemein bekannt, wobei das Druckgussverfahren vor allem
im Bereich des Leichtmetallgusses, insbesondere von Aluminiumlegierungen oder Magnesiumlegierungen
verwendet wird. Die verwendeten Formen weisen üblicherweise einen ein- oder zweiseitigen
Anschnitt auf die Ölwannenflansche beziehungsweise die Trennflächen vom Zylinderkurbelgehäuse
und dem Kurbelgehäuseunterteil auf. Dies hat jedoch zur Folge, dass in den dickwandigen
Bereichen häufig kein ausreichend porenarmes Gefüge beim Gießen erzielt wird, da der
aufzubringende Druck über den Anschnitt oft nicht eingebracht werden kann, da die
zwischenliegenden dünneren Bereiche früher erstarren, weswegen zusätzliche Squeezer
unterhalb der Lagerstühle verwendet werden, um in den dickwandigen Bereichen einen
ausreichend hohen Nachdruck erzeugen zu können.
[0003] Um die bei diesen Gießverfahren erzielbaren Gefügestrukturen zu verbessern, wird
in der
DE 10 2006 030 129 B4 ein Niederdruckgießverfahren vorgeschlagen, bei dem in liegender Lage gegossen wird
und die Speisung direkt über den Lagerstuhl erfolgt, so dass an diesem Anschnitt auch
ein Nachdruck erzeugt werden kann.
[0004] Nachteilig an dieser Ausführung ist es jedoch, dass der Lagerstuhlbereich lediglich
einseitig befüllt werden kann, so dass Gefügeunterschiede innerhalb des Lagerstuhlbereiches
nicht ausgeschlossen werden können. Zusätzlich kann aufgrund der relativ großen Sprengfläche
nicht mit erhöhten Drücken nachgepresst werden.
[0005] Des Weiteren ist aus der
DE 10 2013 105 769 A1 eine Druckgussform mit feststehenden und beweglichen Formteilen bekannt, bei der
in einem beweglichen Formteil ein Angusssystem ausgebildet ist, dessen Anschnitte
sich durch ein Zwischenformteil in eine Kavität eines zu gießenden Zylinderkurbelgehäuses
an den Zylinderwänden erstrecken.
[0006] Des Weiteren ist aus der
DE 10 2012 107 363 A1 ein Dreiplattenwerkzeug zum Gießen eines Motorlagers bekannt, bei dem in einem der
Formteile das Angussssystem ausgebildet ist, in einem zweiten Formteil mehrere kegelförmige
Anschnitte sowie die Kavität ausgebildet ist und das dritte Formteil die Kavität in
der entgegengesetzten Richtung begrenzt.
[0007] Es stellt sich daher die Aufgabe, eine Druckgussform zum Gießen von Zylinderkurbelgehäusen
oder Kurbelgehäuseunterteilen zur Verfügung zu stellen, mit der eine gute Gefügestruktur
in dickwandigen Bereichen der Gussteile erzielt werden kann, ohne zusätzliche Squeezer
nutzen zu müssen. Zusätzlich soll der mögliche Nachdruck im Vergleich zu bekannten
Ausführungen erhöht werden können und die Handhabung bei der Nachbehandlung vereinfacht
werden.
[0008] Diese Aufgabe wird durch eine Druckgussform zum Gießen von Zylinderkurbelgehäusen
oder Kurbelgehäuseunterteilen mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0009] Dadurch, dass zwischen dem feststehenden Formteil und den beweglichen Formteilen
ein Zwischenformteil angeordnet ist, welches zumindest teilweise die Kavität zur Bildung
des Zylinderkurbelgehäuses oder des Kurbelgehäuseunterteils begrenzt und in dem zumindest
teilweise das Angusssystem und mehrere Anschnitte ausgebildet sind, die an den dickwandigen
Bereichen des Zylinderkurbelgehäuses oder des Kurbelgehäuseunterteils münden, wobei
die Anschnitte sich trichterförmig zur Kavität verengend ausgebildet sind, wird erreicht,
dass die dickwandigen Bereiche direkt mit Schmelze versorgt werden können und der
Nachdruck über die dickwandigen Bereiche eingebracht werden kann, so dass während
der gesamten Erstarrungszeit die zuletzt erstarrenden Bereiche mit Schmelze versorgt
werden können. Durch diese Anbindung werden Schwindungsdefizite während des Erstarrungsvorgangs
ausgeglichen und so ein porenarmes Gefüge auch in diesen Bereichen erzielt. Durch
die Trichterform der Anschnitte ist einerseits die Entformung vereinfacht und es werden
Sollbruchstellen am Übergang zwischen der Kavität beziehungsweise des Gussteils und
des Angusssystems erzeugt, so dass eine saubere Trennung des Gussteils vom Angusssystem
beim Öffnen der Form erreicht wird. Hierdurch werden auch die Voraussetzungen bei
der anschließenden Auslagerung beziehungsweise beim anschließenden Abschrecken und
Wärmebehandlung verbessert, da das Angusssystem nicht mehr vorhanden ist und somit
aus diesem keine Energie nachgezogen werden kann.
[0010] Vorzugsweise ist zwischen dem feststehenden Formteil und dem Zwischenformteil eine
erste Trennebene und zwischen dem Zwischenformteil und dem beweglichen Seitenformteilen
eine zweite Trennebene ausgebildet, welche im Wesentlichen parallel zu einer Grundfläche
des zu gießenden Zylinderkurbelgehäuses oder des zu gießenden Kurbelgehäuseunterteils
angeordnet sind. Dies ermöglicht eine leichte Entformbarkeit mit einer sauberen Trennung
des Gussteils vom Anguss. So können mehrere Anschnitte für eine einzige Kavität insbesondere
an schlecht zugänglichen Positionen der Kavität realisiert werden.
[0011] Insbesondere ist zwischen dem feststehenden Formteil und dem Zwischenformteil beim
Öffnen der Gussform der Anguss auswerfbar und zwischen dem Zwischenformteil und den
beweglichen Formteilen beim Öffnen der Gussform das Zylinderkurbelgehäuse oder das
Kurbelgehäuseunterteil auswerfbar. So wird durch das verwendete Werkzeug eine einfache
Trennung beim Auseinanderfahren der Platten hergestellt.
[0012] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist die Druckgussform kurbelraumseitig befüllbar
und die Anschnitte münden am Lagerstuhl des Zylinderkurbelgehäuses oder des Kurbelgehäuseunterteils.
So kann die Füllung direkt auf den belasteten und dickwandigen Lagerstuhl erfolgen,
in dem so ein porenarmes Gefüge erzielt werden kann.
[0013] In einer vorteilhaften alternativen Ausführungsform ist die Druckgussform zylinderdeckseitig
befüllbar und die Anschnitte münden im Bereich der Zugankerkerne des Zylinderkurbelgehäuses,
wodurch unterhalb des Wassermantelkernes in Richtung der Lagerstühle oder der Zugankerkerne
befüllt werden kann, so dass auch hier diese dickwandigen Bereiche durch die innere
Füllung mit einem porenarmen Gefüge hergestellt werden können. So wird ein gutes Gefüge
im Bereich der belasteten Zuganker erzielt.
[0014] Wiederum alternativ ist die Druckgussform vorzugsweise zylinderdeckseitig befüllbar
und die Anschnitte münden im Bereich der Zylinderwände des Zylinderkurbelgehäuses,
so dass durch den erhöhten einzubringenden Druck verbesserte Gefüge erzielt werden.
[0015] Vorteilhafterweise sind an jedem Lagerstuhl zwei Anschnitte ausgebildet, die beidseits
jeder Lagerschalenaufnahme des Zylinderkurbelgehäuses oder des Kurbelgehäuseunterteils
angeordnet sind, so dass eine beidseitige Füllung am Lagerstuhl hergestellt wird,
welche unabhängig von der Gießlage zu einer gleichmäßigen Struktur des Lagerstuhlbereiches
führt.
[0016] Vorzugsweise ist zwischen dem feststehenden Formteil und dem Zwischenformteil ein
Hauptgießlauf ausgebildet, der sich entlang der Länge der Formteile erstreckt und
von dem aus sich beidseits mehrere senkrecht zum Hauptgießlauf erstreckende Einzelgießläufe
durch das Zwischenformteil zur Kavität erstrecken. Durch diese Ausbildung wird eine
gleichmäßige und turbulenzarme Füllung mit konstantem Nachdruck erreicht. Es entsteht
eine gleichmäßige Verteilung der Schmelze und ein gleichmäßiges Nachspeisen in die
Lagerstühle.
[0017] Vorzugsweise ist eine projizierte Fläche des im Zwischenformteil angeordneten Angusssystems
auf die zweite Trennebene zwischen dem beweglichen Formteil und dem Zwischenformteil
innerhalb einer projizierten Fläche der Kavität auf diese Trennebene angeordnet. Durch
diese Ausbildung verringert sich die Sprengfläche der Druckgussform, da das Angusssystem
keine zusätzliche Sprengfläche für die Druckgussform aufweist. So kann entweder der
Nachdruck erhöht werden oder die Schließkräfte der Form reduziert werden.
[0018] In einer bevorzugten Ausbildung der Erfindung weisen die Einzelgießläufe einen Durchmesser
auf, der im Wesentlichen der Breite des Lagerstuhls entspricht. Durch diesen großen
Durchmesser kann der Nachdruck aus dem Kolbensystem deutlich länger während der Erstarrungsphase
wirken.
[0019] Die erfindungsgemäße Druckgussform eignet sich somit in besonderer Weise um Zylinderkurbelgehäuse
und Kurbelgehäuseunterteile mit einer hohen Festigkeit herzustellen, indem porenarme
Gefüge in hochbelasteten dickwandigen Bereichen erzielt werden, ohne zusätzliche Squeezer
verwenden zu müssen. Dabei sind höhere Enddrücke aufgrund der verringerten Sprengfläche
möglich und die Menge an Kreislaufmaterial wird durch die Entformung aufgrund des
kleinen Angusssystems verringert.
[0020] Im Folgenden wird eine erfindungsgemäße Druckgussform sowie deren Verwendung zur
Herstellung eines Zylinderkurbelgehäuses beispielhaft anhand der Figuren erklärt.
[0021] Die Figur 1 zeigt schematisch eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Druckgussform
mit kurbelraumseitigen Angusssystem im geschlossenen Zustand in geschnittener Darstellung.
[0022] Die Figur 2 schematisch eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Druckgussform aus
Figur 1 im geöffneten Zustand in geschnittener Darstellung.
[0023] Die Figur 3 zeigt schematisch das gegossene Zylinderkurbelgehäuse mit dem kurbelraumseitigen
Angusssystem in perspektivischer Darstellung.
[0024] Die Figur 4 zeigt schematisch eine Seitenansicht einer alternativen erfindungsgemäßen
Druckgussform mit zylinderdeckseitigem Angusssystem im geschlossenen Zustand in geschnittener
Darstellung.
[0025] Die in den Figuren dargestellte, erfindungsgemäße Druckgussform weist ein feststehendes
Formteil 10 auf, über welches die Schmelze in die Druckgussform eingebracht wird.
Dieses feststehende Formteil 10 ist an einer nicht dargestellten Maschinenplatte befestigt,
welche mit einer Gießkammer und dem Gießkolben zur Erzeugung des Druckes verbunden
ist, wobei der Gießkolben die Schmelze durch die feststehende Maschinenplatte und
in das feststehende Formteil 10 drückt.
[0026] Ein Hauptgießlauf 12 ist zwischen dem feststehenden Formteil 10 und einem Zwischenformteil
14 ausgebildet. So wird zwischen dem Zwischenformteil 14 und dem feststehenden Formteil
10 eine erste Trennebene 16 ausgebildet, an der die beiden Formteile 10, 14 aufeinander
aufliegen und beim Gießen aufeinandergedrückt werden und an der die beiden Formteile
10, 14 nach dem Gießen voneinander getrennt werden.
[0027] Durch das Zwischenformteil 14 erstrecken sich senkrecht zur Trennebene 16 und senkrecht
zum Hauptgießlauf 12 vom Hauptgießlauf 12 aus acht Einzelgießläufe 18, die in vier
Reihen zu je zwei Paaren angeordnet sind. Diese Einzelgießläufe 18 sind leicht kegelstumpfförmig
in Richtung einer Kavität 20 zulaufend ausgebildet und weisen an ihren Enden, mit
denen sie an der Kavität 20 münden und die als Anschnitte 22 zum Gussteil dienen,
eine zusätzliche trichterförmige Querschnittsverengung 24 auf. Die Einzelgießläufe
18 bilden mit dem Hauptgießlauf 12 ein Angusssystem 26 der Druckgussform, welches
durch die Anordnung der Einzelgießläufe 18 zum Hauptgießlauf 12 turbulenzarm die Kavität
20 mit Schmelze versorgen kann.
[0028] Die Kavität 20 ist zwischen dem Zwischenformteil 14 und Seitenformteilen 29 ausgebildet,
an die sich ein bewegliches Formteil 28 anschließt. Am beweglichen Formteil 28 sind
einschiebbare Kokillen 30 angeordnet, die ebenso wie das bewegliche Formteil 28 an
einer nicht dargestellten beweglichen Maschinenplatte befestigt sind. Zwischen dem
Zwischenformteil 14 und den Seitenformteilen 29 wird entsprechend eine zweite Trennebene
32 der Druckgussform gebildet, die gleichzeitig eine Grundfläche des zu gießenden
Gussteils bildet.
[0029] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel weist die Kavität 20 die Form eines Zylinderkurbelgehäuses
34 mit drei Zylindern 36 auf, deren innere Zylinderwände 38 durch die verwendeten
Kokillen 30 ausgeformt werden und dessen Zylinderdeck 39 sowie die Außenseite des
Zylinderkurbelgehäuses 34 durch die beweglichen Formteile 28, 29 ausgeformt werden.
Ein Kurbelraum 40 wird durch das Zwischenformteil 14 begrenzt, wobei die Anschnitte
22 jeweils an dickwandigen Bereichen 42 des Zylinderkurbelgehäuses 34 münden, welche
in vorliegendem Ausführungsbeispiel durch Lagerstühle 44 des Zylinderkurbelgehäuses
34 gebildet sind. Vom Zylinderdeck 39 aus erstrecken sich Zugankerkerne 46 in das
Zylinderkurbelgehäuse. Jeder der vier Lagerstühle 44 wird über je ein Paar der Einzelgießläufe
18 mit Schmelze gespeist, wobei die Anschnitte 22 jeweils beidseits von Lagerschalenaufnahmen
48 angeordnet sind.
[0030] Wird nun die Druckgussform mit Schmelze gefüllt, gelangt diese über den Hauptgießlauf
12 und die Einzelgießläufe 18 in die Kavität 20. Die Schmelze beginnt daraufhin in
der Kavität 20 zu erstarren, wobei dünnwandige und gekühlte Bereiche, wie beispielsweise
die Zylinder 36, welche über die Kokillen 30 gekühlt werden können, schneller erstarren
als die dickwandigen Bereiche 42. Beim Erstarren setzt eine Schrumpfung des Gussteils
ein, welche mit wachsendem Volumen größer ist und normalerweise zu porenreichen Gefügen
oder sogar Lunkern führen könnte. Durch die erfindungsgemäße Druckgussform kann über
die Anschnitte 22 direkt in die dickwandigen Bereiche 42 mit über den Gießkolben erzeugten
Druck nachgespeist werden, so dass ein sehr porenarmes Gefüge auch in den dickwandigen
Bereichen 42 erzielt werden kann.
[0031] Der beim Druckgussvorgang erzeugte Druck wirkt bei dieser Ausführung ausschließlich
auf eine projizierte Fläche des Zylinderkurbelgehäuses 34 beziehungsweise der Kavität
20 auf die zweite Trennebene 32 zwischen dem Zwischenformteil 14 und den beweglichen
Seitenformteilen 29, da der gesamte Gießlauf am Zwischenformteil 14 beziehungsweise
die projizierte Fläche des Angusssystems 26 innerhalb dieser projizierten Fläche auf
die Grundfläche beziehungsweise die zweite Trennebene 32 wirkt. Entsprechend kann
ein sehr hoher Nachdruck eingebracht werden oder im Vergleich zu bekannten Ausführungsformen
die Schließkraft auf die Druckgussform verringert werden.
[0032] Nach dem Erstarren wird die Druckgussform an beiden Trennebenen geöffnet. Dabei reißen
die Einzelgießläufe 18 aufgrund des geringsten Querschnitts im Bereich der Anschnitte
22 ab, so dass ein gesamter erstarrter Anguss 50 zwischen dem feststehenden Formteil
10 und dem Zwischenformteil 14 ausgeworfen wird. Das Zylinderkurbelgehäuse 34 wird
über Auswerfer 52 nach dem Ausziehen der Kokillen 30 aus dem beweglichen Formteil
10 und zwischen dem beweglichen Formteil 10 und dem Zwischenformteil 14 ausgeworfen,
so dass eine saubere Trennung zwischen Gussteil und Anguss 50 erfolgt.
[0033] In der Figur 4 ist eine alternative Möglichkeit zum Gießen eines Zylinderkurbelgehäuses
34 dargestellt. Die Füllung erfolgt hierbei nicht kurbelraumseitig, sondern zylinderdeckseitig.
Im feststehenden Formteil 10 ist erneut ein Teil des Angusssystems 26 ausgebildet,
der sich im Zwischenformteil 14 fortsetzt. Dieses weist ebenfalls acht Einzelgießläufe
18 auf, die sich in einer Ebene zwischen den Zylindern 36 zu einem Bereich erstrecken,
in dem die Zugankerkerne 46 angeordnet sind und von dort den dickwandigen Bereich
42 füllen. Alternativ könnten die Einzelgießläufe sich auch durch die die Zylinder
36 bildenden Teile des Zwischenformteils 14 erstrecken und dort von innen über das
kurbelraumseitige Ende der Zylinderwände 38 wiederum die dickwandigen Bereiche der
Lagerstühle 44 befüllen. Die Kavität 20 wird auch bei dieser Ausführungsform zwischen
dem Zwischenformteil 14, den beweglichen Seitenformteilen 29 und dem beweglichen Formteil
28 ausgebildet, wobei das Formteil 28 den Kurbelraum 40 ausbildet und die Seitenformteile
29 die Zylinderaußenflächen und die Außenfläche des Kurbelraums 40. Das Zylinderdeck
wird durch das Zwischenformteil 14 gebildet. Das Nachdrücken und Speisen erfolgt auch
bei diesen Ausführungen direkt auf die am stärksten durch Schrumpfen belasteten dickwandigen
Bereiche 42 des Zylinderkurbelgehäuses, so dass auch hier porenarme Gefüge erreicht
werden können. Auch die Trennung des Angusses 50 vom Gussteil erfolgt durch einfaches
Öffnen der Druckgussform.
[0034] Eine derartige Druckgussform eröffnet entsprechend verschiedene Möglichkeiten zur
Füllung und Speisung der relevanten dickwandigen Bereiche eines Gussteils und insbesondere
eines Zylinderkurbelgehäuses, so dass porenarme Gefüge erreicht werden können. Gleichzeitig
kann diese Füllung und Nachspeisung mit hohen Drücken erfolgen, da durch das kleine
Angusssystem die Sprengfläche der Form sehr klein gehalten wird. Dabei können jedoch
die Querschnitte der Einzelgießläufe beziehungsweise des gesamten Angusssystems relativ
groß ausgeführt werden, wodurch der eingebrachte Nachdruck lange wirken kann. Auch
dies führt zu verbesserten Gefügen in den relevanten Bereichen des Lagerstuhls oder
der Zuganker. Da der Anguss ebenfalls sehr klein ist, wird auch das Kreislaufmaterial
reduziert, wodurch Energie eingespart werden kann. Zusätzlich wird die notwendige
Nachbearbeitung verringert, da sich der Anguss beim Öffnen der Form an der korrekten
Position automatisch vom Gussteil löst.
[0035] Es sollte deutlich sein, dass der Schutzbereich der Anmeldung nicht auf das beschriebene
Ausführungsbeispiel beschränkt ist. Insbesondere können auch andere Gussteile insbesondere
Unterteile (bedplates) von Zylinderkurbelgehäusen auf diese Weise hergestellt werden.
1. Druckgussform zum Gießen von Zylinderkurbelgehäusen oder Kurbelgehäuseunterteilen
mit
einem feststehenden Formteil (10), in welchem zumindest teilweise ein Angusssystem
(26) zur Verteilung der Schmelze ausgebildet ist, beweglichen Formteilen (28, 29),
in welchen zumindest teilweise eine Kavität (20) zur Bildung eines Zylinderkurbelgehäuses
(34) oder eines Kurbelgehäuseunterteils ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen dem feststehenden Formteil (10) und den beweglichen Formteilen (28, 29) ein
Zwischenformteil (14) angeordnet ist, welches zumindest teilweise die Kavität (20)
zur Bildung des Zylinderkurbelgehäuses (34) oder des Kurbelgehäuseunterteils begrenzt
und in dem zumindest teilweise das Angusssystem (26) und mehrere Anschnitte (22) ausgebildet
sind, die an dickwandigen Bereichen (42) des Zylinderkurbelgehäuses (34) oder des
Kurbelgehäuseunterteils münden, wobei die Anschnitte (22) sich trichterförmig zur
Kavität (20) verengend ausgebildet sind.
2. Druckgussform zum Gießen von Zylinderkurbelgehäusen oder Kurbelgehäuseunterteilen
nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen dem feststehenden Formteil (10) und dem Zwischenformteil (14) eine erste
Trennebene (16) und zwischen dem Zwischenformteil (14) und den beweglichen Seitenformteilen
(29) eine zweite Trennebene (32) ausgebildet ist, welche im Wesentlichen parallel
zu einer Grundfläche (17) des zu gießenden Zylinderkurbelgehäuses (34) oder des zu
gießenden Kurbelgehäuseunterteils angeordnet sind.
3. Druckgussform zum Gießen von Zylinderkurbelgehäusen oder Kurbelgehäuseunterteilen
nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen dem feststehenden Formteil (10) und dem Zwischenformteil (14) beim Öffnen
der Druckgussform der Anguss (50) auswerfbar ist und zwischen dem Zwischenformteil
(14) und den beweglichen Formteilen (28, 29) beim Öffnen der Druckgussform das Zylinderkurbelgehäuse
(34) oder das Kurbelgehäuseunterteil auswerfbar ist.
4. Druckgussform zum Gießen von Zylinderkurbelgehäusen oder Kurbelgehäuseunterteilen
nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Druckgussform kurbelraumseitig befüllbar ist und die Anschnitte (22) am Lagerstuhl
(44) des Zylinderkurbelgehäuses (34) oder des Kurbelgehäuseunterteils münden.
5. Druckgussform zum Gießen von Zylinderkurbelgehäusen oder Kurbelgehäuseunterteilen
nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Druckgussform zylinderdeckseitig befüllbar ist und die Anschnitte (22) im Bereich
der Zugankerkerne (46) des Zylinderkurbelgehäuses (34) münden.
6. Druckgussform zum Gießen von Zylinderkurbelgehäusen oder Kurbelgehäuseunterteilen
nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Druckgussform zylinderdeckseitig befüllbar ist und die Anschnitte (22) im Bereich
von Zylinderwänden (38) des Zylinderkurbelgehäuses (34) münden,
7. Druckgussform zum Gießen von Zylinderkurbelgehäusen oder Kurbelgehäuseunterteilen
nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
an jedem Lagerstuhl (44) zwei Anschnitte (2) ausgebildet sind, die beidseits jeder
Lagerschalenaufnahme (48) des Zylinderkurbelgehäuses (34) oder des Kurbelgehäuseunterteils
angeordnet sind.
8. Druckgussform zum Gießen von Zylinderkurbelgehäusen oder Kurbelgehäuseunterteilen
nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen dem feststehenden Formteil (10) und dem Zwischenformteil (14) ein Hauptgießlauf
(12) ausgebildet ist, der sich entlang der Länge der Formteile (10, 14, 28) erstreckt
und von dem aus sich beidseits mehrere senkrecht zum Hauptgießlauf (12) erstreckende
Einzelgießläufe (18) durch das Zwischenformteil (14) zur Kavität (20) erstrecken.
9. Druckgussform zum Gießen von Zylinderkurbelgehäusen oder Kurbelgehäuseunterteilen
nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine projizierte Fläche des im Zwischenformteil (13) angeordneten Angusssystems (26)
auf die zweite Trennebene (32) innerhalb einer projizierten Fläche der Kavität (20)
auf die zweite Trennebene (32) angeordnet ist.
10. Druckgussform zum Gießen von Zylinderkurbelgehäusen oder Kurbelgehäuseunterteilen
nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Einzelgießläufe (18) einen Durchmesser aufweisen, der im Wesentlichen der Breite
des Lagerstuhls (44) entspricht.
1. A die casting mold for casting cylinder crankcases or crankcase sub parts, comprising
a stationary molded part (10) in which a sprue system (26) for distributing the melt
is at least partially provided,
movable molded parts (28, 29) in which a cavity (20) for forming a cylinder crankcase
(34) or a crankcase sub part is at least partially provided,
characterized in that
an intermediate molded part (14) which is arranged between the stationary molded part
(10) and the movable molded parts (28, 29) and which at least partially delimits the
cavity (20) for forming the cylinder crankcase (34) or the crankcase sub part and
in which the sprue system (26) and a plurality of gates (22) which open at thick-walled
regions (42) of the cylinder crankcase (34) or the crankcase sub part are at least
partially provided, wherein the gates (22) are formed so as to narrow in a funnel-shaped
manner with respect to the cavity (20).
2. The die casting mold for casting cylinder crankcases or crankcase sub parts according
to claim 1,
characterized in that
a first parting plane (16) is provided between the stationary molded part (10) and
the intermediate molded part (14) and a second parting plane (32) is provided between
the intermediate molded part (14) and the movable side molded parts (29), which parting
planes are arranged substantially parallel to a base surface (17) of the cylinder
crankcase (34) to be cast or of the crankcase sub part to be cast.
3. The die casting mold for casting cylinder crankcases or crankcase sub parts according
to claim 1 or 2,
characterized in that
the sprue (50) can be ejected between the stationary molded part (10) and the intermediate
molded part (14) when the die casting mold is opened, and the cylinder crankcase (34)
or the crankcase sub part can be ejected between the intermediate molded part (14)
and the movable molded parts (28, 29) when the die casting mold is opened.
4. The die casting mold for casting cylinder crankcases or crankcase sub parts according
to any one of claims 1 to 3,
characterized in that
the die casting mold can be filled on the crankcase space side, and the gates (22)
open at the bearing block (44) of the cylinder crankcase (34) or of the crankcase
sub part.
5. The die casting mold for casting cylinder crankcases or crankcase sub parts according
to any one of claims 1 to 3,
characterized in that
the die casting mold can be filled on the cylinder cover side, and the gates (22)
open in the region of the tie rod cores (46) of the cylinder crankcase (34).
6. The die casting mold for casting cylinder crankcases or crankcase sub parts according
to any one of claims 1 to 3,
characterized in that
the die casting mold can be filled on the cylinder cover side, and the gates (22)
open in the region of cylinder walls (38) of the cylinder crankcase (34).
7. The die casting mold for casting cylinder crankcases or crankcase sub parts according
to claim 4,
characterized in that
two gates (2) are provided at each bearing block (44), which gates are arranged on
both sides of each bearing shell receptacle (48) of the cylinder crankcase (34) or
of the crankcase sub part.
8. The die casting mold for casting cylinder crankcases or crankcase sub parts according
to any one of the preceding claims,
characterized in that
a main casting run (12) is provided between the stationary molded part (10) and the
intermediate molded part (14), which main casting run extends along the length of
the molded parts (10, 14, 28) and from which a plurality of individual casting runs
(18) extending perpendicularly to the main casting run (12) extend on both sides through
the intermediate molded part (14) to the cavity (20).
9. The die casting mold for casting cylinder crankcases or crankcase sub parts according
to any one of the preceding claims,
characterized in that
a projected area of the sprue system (26) arranged in the intermediate molded part
(13) onto the second parting plane (32) is arranged within a projected area of the
cavity (20) onto the second parting plane (32).
10. The die casting mold for casting cylinder crankcases or crankcase sub parts according
to any one of the preceding claims,
characterized in that
the individual casting runs (18) have a diameter which substantially corresponds to
the width of the bearing block (44).
1. Moule de coulée sous pression pour couler des carters de vilebrequin cylindriques
ou des parties inférieures de carter de vilebrequin, comprenant
une pièce moulée fixe (10) dans laquelle est réalisé au moins en partie un système
d'injection (26) pour répartir la masse fondue,
des pièces moulées mobiles (28, 29) dans lesquelles est réalisée au moins en partie
une cavité (20) pour former un carter de vilebrequin cylindrique (34) ou une partie
inférieure de carter de vilebrequin,
caractérisé en ce que
entre la pièce moulée fixe (10) et les pièces moulées mobiles (28, 29) est disposée
une pièce moulée intermédiaire (14) qui délimite au moins en partie la cavité (20)
pour former le carter de vilebrequin cylindrique (34) ou la partie inférieure de carter
de vilebrequin et dans laquelle sont réalisés au moins en partie le système d'injection
(26) et plusieurs entailles (22) qui débouchent sur des zones à paroi épaisse (42)
du carter de vilebrequin cylindrique (34) ou de la partie inférieure de carter de
vilebrequin, les entailles (22) étant réalisées de manière à se rétrécir en forme
d'entonnoir vers la cavité (20).
2. Moule de coulée sous pression pour couler des carters de vilebrequin cylindriques
ou des parties inférieures de carter de vilebrequin selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
entre la pièce moulée fixe (10) et la pièce moulée intermédiaire (14) est réalisé
un premier plan de séparation (16) et entre la pièce moulée intermédiaire (14) et
les pièces moulées latérales mobiles (29) est réalisé un deuxième plan de séparation
(32) qui sont disposés sensiblement parallèlement à une surface de base (17) du carter
de vilebrequin cylindrique (34) à couler ou de la partie inférieure de carter de vilebrequin
à couler.
3. Moule de coulée sous pression pour couler des carters de vilebrequin cylindriques
ou des parties inférieures de carter de vilebrequin selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
entre la pièce moulée fixe (10) et la pièce moulée intermédiaire (14), lors de l'ouverture
du moule de coulée sous pression, la carotte (50) peut être éjectée et entre la pièce
moulée intermédiaire (14) et les pièces moulées mobiles (28, 29), lors de l'ouverture
du moule de coulée sous pression, le carter de vilebrequin cylindrique (34) ou la
partie inférieure de carter de vilebrequin peut être éjecté.
4. Moule de coulée sous pression pour couler des carters de vilebrequin cylindriques
ou des parties inférieures de carter de vilebrequin selon l'une quelconque des revendications
1 à 3,
caractérisé en ce que le moule de coulée sous pression peut être rempli du côté de l'espace de vilebrequin
et les entailles (22) débouchent au niveau du coussinet de palier (44) du carter de
vilebrequin cylindrique (34) ou de la partie inférieure de carter de vilebrequin.
5. Moule de coulée sous pression pour couler des carters de vilebrequin cylindriques
ou des parties inférieures de carter de vilebrequin selon l'une quelconque des revendications
1 à 3,
caractérisé en ce que
le moule de coulée sous pression peut être rempli du côté du couvercle de cylindre
et les entailles (22) débouchent dans la région des noyaux de tirant d'ancrage (46)
du carter de vilebrequin cylindrique (34).
6. Moule de coulée sous pression pour couler des carters de vilebrequin cylindriques
ou des parties inférieures de carter de vilebrequin selon l'une quelconque des revendications
1 à 3,
caractérisé en ce que
le moule de coulée sous pression peut être rempli du côté du couvercle de cylindre
et les entailles (22) débouchent dans la région de parois de cylindre (38) du carter
de vilebrequin cylindrique (34).
7. Moule de coulée sous pression pour couler des carters de vilebrequin cylindriques
ou des parties inférieures de carter de vilebrequin selon la revendication 4,
caractérisé en ce que
au niveau de chaque coussinet de palier (44) sont réalisées deux entailles (2) qui
sont disposées des deux côtés de chaque logement de coque de palier (48) du carter
de vilebrequin cylindrique (34) ou de la partie inférieure de carter de vilebrequin.
8. Moule de coulée sous pression pour couler des carters de vilebrequin cylindriques
ou des parties inférieures de carter de vilebrequin selon l'une quelconque des revendications
précédentes,
caractérisé en ce que
entre la pièce moulée fixe (10) et la pièce moulée intermédiaire (14) est réalisé
un canal de coulée principal (12) qui s'étend le long de la longueur des pièces moulées
(10, 14, 28) et à partir duquel s'étendent des deux côtés plusieurs canaux de coulée
individuels (18) s'étendant perpendiculairement au canal de coulée principal (12)
à travers la pièce moulée intermédiaire (14) jusqu'à la cavité (20).
9. Moule de coulée sous pression pour couler des carters de vilebrequin cylindriques
ou des parties inférieures de carter de vilebrequin selon l'une quelconque des revendications
précédentes,
caractérisé en ce que
une surface projetée du système d'injection (26) disposé dans la pièce moulée intermédiaire
(13) sur le deuxième plan de séparation (32) est disposée à l'intérieur d'une surface
projetée de la cavité (20) sur le deuxième plan de séparation (32).
10. Moule de coulée sous pression pour couler des carters de vilebrequin cylindriques
ou des parties inférieures de carter de vilebrequin selon l'une quelconque des revendications
précédentes,
caractérisé en ce que
les canaux de coulée individuels (18) présentent un diamètre qui correspond sensiblement
à la largeur du coussinet de palier (44).