[0001] Die Erfindung betrifft ein Brennkammersystem, insbesondere zum Einsatz in einer Gasturbinenanlage,
mit einer um eine Längsachse umlaufenden Umfangswandung, die einen Brennraum umgrenzt,
in dem im Betrieb eine Reaktionszone ausgebildet ist, mit einem eingangsseitig des
Brennraums angeordneten Brennerkopf zur Zugabe von Brennstoff und Oxidator in den
Brennraum, der zumindest eine Brennstoffzufuhr zur Zugabe von Brennstoff in den Oxidator
umfasst, und mit einem ausgangsseitig des Brennraums angeordneten Brennraumauslass.
Ferner betrifft die Erfindung eine Mikrogasturbinenanordnung mit einem Brennkammersystem.
[0002] Derartige Brennkammersysteme werden beispielsweise in Gasturbinenanlagen eingesetzt
und sind beispielsweise aus der
EP 1 497 589 B1 und der
EP 1 995 515 A1 bekannt. Im Allgemeinen zielt die Entwicklung solcher Brennkammersysteme darauf ab,
den Schadstoffausstoß zu optimieren und einen stabilen Betrieb zu gewährleisten. Insbesondere
bei Mikrogasturbinenanlagen (in einer Leistungsklasse von kleiner 1 MW) soll dabei
aufgrund entsprechender Anwendungsgebiete z.B. im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung
ein weiter Betriebsbereich, bei Voll- und Teillast, abgedeckt werden. Zudem wird eine
hohe Flexibilität z.B. bzgl. des Betriebs mit unterschiedlichen Brennstoffen angestrebt.
[0003] Ein spezielles bekanntes Konzept verwendet dabei eine Verbrennungsprozessführung,
bei der im Brennraum eine ausgeprägte, insbesondere innere, Rezirkulationszone ausgebildet
ist, basierend auf dem sogenannten FLOX®-Prinzip ("Flameless Oxidation"). Durch die
Rezirkulation werden bereits verbrannte Abgase innerhalb des Brennraums zurückgeführt
und der zugeführten Frischluft in größerer Menge beigemischt. Aktuelle Brennkammersysteme
basierend auf dem FLOX®-Prinzip sind beispielsweise in "
Zanger, J., Monz, T, Aigner, M., Experimental Investigation of the Combustion Characteristics
of a double-staged FLOX®-based Combustor on an Atmospheric and a Micro Gas Turbine
Test Rig, Proceedings of ASME Turbo Expo 15.-19. Juni 2015" und "
Li, G., Gutmark, E. J., Stankovic, D., Overman, N., Cornwell, M., Fuchs, L. und Milosavljevic,
V., Experimental Study of Flameless Combustion in Gas Turbine Combustors, 44th AIAA
9.-12. Januar 2006" veröffentlicht.
[0004] Für einen stabilen und emissionsarmen Betrieb in dem Gesamtsystem einer technischen
Anwendung, insbesondere einer (Mikro-) Gasturbinenanlage, sind definierte Verhältnisse
in dem und um das Brennkammersystem entscheidend. Dabei kann beispielsweise die Einbauposition
bzw. Lage des Brennkammersystems in einem Turbinengehäuse Einfluss nehmen, insbesondere,
wenn die Außenbegrenzung des Brennkammersystems in die Geometrie von Gasführungswegen
integriert ist. Dies können z. B. Kühlluftkanäle um das Brennkammersystem sein. Verändert
sich die Positionierung bzw. Lage des Brennkammersystems bezüglich des Gehäuses, beispielsweise
durch Wärmeausdehnung im Betrieb, kann dies die Geometrie beeinflussen und die Versorgung
des Brennkammersystems mit Brenngas (Oxidator und/oder Brennstoff) verändern. Dies
kann sich wiederum negativ auf den Verbrennungsprozess, insbesondere die Stabilität
und/oder Abgasemissionen, auswirken.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Brennkammersystem bereitzustellen,
welches auch im Betrieb weitgehend definiert in einer technischen Anwendung positioniert
ist. Weiterhin liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Mikrogasturbinenanordnung
mit einem derartigen Brennkammersystem bereitzustellen.
[0006] Die Aufgabe wird für das Brennkammersystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Dabei ist vorgesehen, dass das Brennkammersystem in zumindest eine erste und eine
zweite Baueinheit unterteilt ist, die in eingebautem Zustand in einer technischen
Anwendung axial hintereinander angeordnet sind, wobei sich die zweite Baueinheit zumindest
bereichsweise stromab der ersten Baueinheit erstreckt, und dass die Baueinheiten axial
relativ zueinander verschiebbar gelagert sind.
[0007] Für die Mikrogasturbinenanordnung wird die Aufgabe mit den Merkmalen des Anspruchs
18 gelöst. Dieser betrifft eine Mikrogasturbinenanordnung mit einem erfindungsgemäßen
Brennkammersystem, mit einer stromab des Brennkammersystems angeschlossenen Turbine
und mit einem Gehäuse, das zumindest das Brennkammersystem mittels einer Wandung umgibt,
wobei zwischen einem Bereich der Wandung und dem Brennkammersystem zumindest ein Kanal
zur Gasführung, insbesondere zur Luftführung, gebildet ist.
[0008] Durch die erfindungsgemäße Ausbildung wird eine Teilung des Brennkammersystems erreicht,
die insbesondere senkrecht zur axialen Richtung vorgenommen sein kann. Die zweite
Baueinheit schließt z. B. stromab an die erste Baueinheit an. Im Übergang können die
Baueinheiten zumindest bereichsweise überlappen. Die axiale Verschiebbarkeit ist derart,
dass zumindest das stromab weisende Ende der ersten Baueinheit, insbesondere des ersten
Teilabschnitts der Umfangswandung, gegenüber der zweiten Baueinheit, insbesondere
dem zweiten Teilabschnitt der Umfangswandung, axial verschiebbar sind.
[0009] Diese Ausbildung bewirkt, dass Änderungen in der axialen Position einer, z.B. der
ersten, Baueinheit, beispielsweise aufgrund von Längenänderung durch Wärmeausdehnung
der Umfangswandung, innerhalb des Brennkammersystems kompensiert werden können. Die
Positions- bzw. Längenänderung wird nicht auf die anschließende Baueinheit übertragen,
da die axialen Bewegungen der Baueinheiten voneinander entkoppelt sind. Positions-,
insbesondere Längenvariationen des Brennkammersystems können so minimiert werden.
Dies ist insbesondere von Vorteil, wenn das Brennkammersystem in eine Innengeometrie
einer technischen Anwendung integriert ist, wobei eine genaue Positionierung erforderlich
ist. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn das Brennkammersystem eine Teilbegrenzung
eines Kanals zur Gasführung bildet und Längenänderungen des Brennkammersystems den
Strömungsquerschnitt des Kanals beeinflussen würden, was sich wiederum auf den Verbrennungsprozess
auswirken kann. Die definierte Positionierung trägt damit zu einer kontrollierten,
sauberen und stabilen Verbrennung im Betrieb bei.
[0010] Einfache Anpassungsmöglichkeiten des Brennkammersystems beispielsweise an einen Betrieb
mit unterschiedlichen Brennstoffen, ergeben sich, wenn in eingebautem Zustand die
Baueinheiten lösbar (axial) hintereinander angeordnet sind. Die Baueinheiten können
dann bei der oder nach der Demontage des Brennkammersystems separat voneinander vorliegen.
Auf diese Weise können Baueinheiten, die für eine andere Betriebsweise anders ausgestaltet
sein sollten, einzeln ausgetauscht werden, ohne dass das gesamte Brennkammersystem
getauscht werden muss. Dies kann beispielsweise Elemente betreffen, die einen Einfluss
auf eine Aufteilung des Oxidatorstroms haben, wie etwa Mischluftöffnungen in einem
Teilabschnitt der Umfangswandung.
[0011] Vorzugsweise umfasst die erste Baueinheit einen ersten Teilabschnitt der Umfangswandung
und/oder umfasst die zweite Baueinheit einen zweiten Teilabschnitt der Umfangswandung.
Die Teilung des Brennkammersystems in die Baueinheiten ist angrenzend an einen oder
zwischen zwei Teilabschnitten angeordnet. Die Teilabschnitte verlaufen z. B. jeweils
umlaufend um die Längsachse, so dass sich axial hintereinander angeordnete Rohrabschnitte
ergeben. In einer einfach zu fertigenden Ausbildung kann die Teilung beispielsweise
senkrecht zur axialen Richtung (d. h. zur Längsachse) vorgenommen sein.
[0012] In einer bevorzugten Ausgestaltungsvariante überlappen die hintereinander angeordneten
Baueinheiten in einem axialen Überlappungsbereich miteinander, wobei insbesondere
der erste Teilabschnitt mit der zweiten Baueinheit, insbesondere mit dem zweiten Teilabschnitt,
überlappt. Dazu ist (zumindest in dem Überlappungsbereich) der innere Umfang der einen,
äußeren Baueinheit bzw. des Teilabschnitts größer als der äußere Umfang der anderen,
inneren Baueinheit bzw. des Teilabschnitts und ist in dem Überlappungsbereich über
die innere Baueinheit bzw. den inneren Teilabschnitt geschoben. Die genaue Länge des
Überlappungsbereichs kann sich je nach axialer Verschiebung der beiden Teilabschnitte
zueinander ändern. Bei einer rohrartigen Ausgestaltung der Umfangswandung liegt in
dem Überlappungsbereich z. B. eine Rohr-in-Rohr-Anordnung vor. So ist auf einfache
Weise ein definierter, einfach zu fertigender Übergang zwischen zwei Baueinheiten
bzw. Teilabschnitten erhältlich.
[0013] In einer bevorzugten Ausgestaltungsvariante sind die Baueinheiten, insbesondere die
Teilabschnitte, in dem Überlappungsbereich zumindest teilweise berührungsfrei zueinander
angeordnet. Dadurch ergibt sich ein radiales Spiel zwischen den Baueinheiten bzw.
Teilabschnitten in Art eines kleinen Spalts. Bei einer rohrartigen Ausgestaltung liegt
dieser z.B. als Ringspalt vor. Ggf. können berührende Elemente vorhanden sein, z.
B. Abstandshaltemittel, um das Spaltmaß zu halten. Durch eine derartige Ausbildung
wird eine einfache, möglichst reibungsarme Montage und Beweglichkeit der Teilabschnitte
zueinander ermöglicht. Spannungszustände im Material bei einer axialen Bewegung zueinander
werden verringert bzw. vermieden. Der Spalt ist dabei möglichst klein, um Leckagen
zwischen Brennraum und Außenbereich gering zu halten, jedoch vorzugsweise ausreichend
groß, um auch im Betrieb, z. B. unter Wärmeausdehnung, eine unbeeinträchtigte Beweglichkeit
zu gewähren.
[0014] Vorzugsweise umfasst das Brennkammersystem zumindest eine Verdrehsicherungseinrichtung,
mittels derer die hintereinander angeordneten Baueinheiten (insbesondere mit aufeinanderfolgenden
Teilabschnitten) in Umfangsrichtung verdrehsicher zueinander gelagert sind. Dies ermöglicht
eine genaue Positionierbarkeit der Baueinheiten bzw. der Teilabschnitte in Umfangsrichtung
zueinander. So können Elemente des Brennkammersystems, die unterschiedlichen Teilabschnitten
bzw. Baueinheiten zugeordnet sind, in Umfangsrichtung definiert zueinander angeordnet
sein. Ein Beispiel bilden Mischluftöffnungen, die in definierter Positionierung zu
Zufuhrdüsen des Brennerkopfes angeordnet werden. Diese Ausbildung trägt zu einem optimierten,
kontrollierten Verbrennungsprozess bei.
[0015] In einer einfach zu fertigenden und teileoptimierten Ausgestaltungsvariante ist die
Verdrehsicherungseinrichtung in dem Überlappungsbereich ausgebildet, wobei eine der
beiden Baueinheiten außen und eine innen angeordnet ist. Dabei umfasst die Verdrehsicherungseinrichtung
ein Verdrehsicherungsmittel, das insbesondere auf der Innenseite der im Überlappungsbereich
äußeren Baueinheit, insbesondere des äußeren Teilabschnitts, ausgebildet ist und weiterhin
eine Aufnahme, die insbesondere an einem stromabweisenden Ende der inneren Baueinheit,
insbesondere des inneren Teilabschnitts ausgebildet ist. Das Verdrehsicherungsmittel
ist in der Aufnahme axial führbar. Das Verdrehsicherungsmittel ist insbesondere als
Vorsprung, z. B. in Form einer "Nase", eines Stiftes oder eines Stegs ausgebildet.
Die Aussparung erstreckt sich vorzugsweise axial längs ausgehend von dem stromab weisenden
Ende in die innere Baueinheit, z. B. als ein Schlitz in den inneren Teilabschnitt.
Die Aufnahme ist derart dimensioniert, dass das Verdrehsicherungsmittel hineinragen
kann. Die Verdrehsicherungseinrichtung lässt eine axiale Relativbewegung zu, verhindert
jedoch ein Verdrehen.
[0016] In einer besonders zweckmäßigen Ausgestaltung umfasst die erste Baueinheit den Brennerkopf
sowie den ersten Teilabschnitt der Umfangswandung, die insbesondere an dem Brennerkopf
befestigt ist. Mit dem ersten Teilabschnitt erstreckt sich die erste Baueinheit axial
über den Bereich der Reaktionszone hinweg. Alternativ oder zusätzlich umfasst die
zweite Baueinheit den Brennraumauslass. In und unmittelbar stromab der Reaktionszone
ergeben sich im Betrieb hohe Temperaturen, die eine verhältnismäßig große Wärmeausdehnung
des ersten Teilabschnitts bewirken. Die dadurch verursachte Längenänderung des ersten
Teilabschnitts kann aufgrund der axialen Verschiebbarkeit durch Bewegung relativ zu
dem zweiten Teilabschnitt kompensiert werden und führt daher nicht zu einer Längenänderung
des gesamten Brennkammersystems. Dies ermöglicht eine weitgehend definierte Lage bzw.
Positionierung des Brennkammersystems über die gesamte Länge auch im Betrieb. Auswirkungen
der Längenausdehnung auf eine positionierungsabhängige Geometrie in der Peripherie
des Brennkammersystems, wie z. B. der eines Gasleitungskanals, können minimiert werden.
Von derartigen Geometrien abhängige Parameter, beispielsweise die Aufteilung des Oxidators
auf unterschiedliche Strömungsführungsgeometrien (d. h. die Verhältnisse der Luftströme)
und/oder die lokalen Luft/Brennstoff-Verhältnisse in der Brennkammer, können auch
im Betrieb im Wesentlichen konstant gehalten werden, was zu einem kontrollierten Verbrennungsprozess
beiträgt.
[0017] Vorzugsweise erstreckt sich der erste Teilabschnitt möglichst weit in Richtung Brennkammerauslass,
sodass ein möglichst großer Teil der Längenänderung durch Wärmeausdehnung des Brennkammersystems
kompensiert werden kann. Der erste Teilabschnitt kann so z. B. bis zu einer axialen
Position reichen, an dem die Temperatur des Abgases z. B. durch Beimischung von Sekundärluft
deutlich reduziert wird, was auch die Wärmeausdehnung reduziert.
[0018] Zweckmäßigerweise kann die Länge des ersten Teilabschnitts bzw. die Teilung so gewählt
werden, dass Elemente bzw. Ausgestaltungen des Brennkammersystems stromab der Reaktionszone,
die bei unterschiedlichen Betriebsweisen anzupassen sind (z. B. Mischluftöffnungen),
der zweiten Baueinheit zugeordnet sind. Auf diese Weise ergeben sich zusätzlich vorteilhafte
einfache Anpassungsmöglichkeiten des Brennkammersystems. Es kann auch auf einen zweiten
Teilabschnitt der Umfangswandung verzichtet werden und sich der erste Teilabschnitt
in einen dafür vorgesehenen Bereich in der zweiten Baueinheit, z. B. an dem Brennraumauslass,
ausdehnen.
[0019] Eine stabile, von der ersten Baueinheit unabhängige Lagerung für eine präzise Festlegung
der zweiten Baueinheit ist dadurch erreichbar, dass die zweite Baueinheit an ihrem
Außenumfang zumindest ein Lagermittel aufweist, das dazu ausgebildet ist, die zweite
Baueinheit an einem das Brennkammersystem umgebenden Gehäuse (z. B. dem Übergang zwischen
zwei Gehäuseteilen, wie einem Druck- und einem Turbinengehäuseteil) zu lagern.
[0020] Vorzugsweise ist das Lagermittel zur Anordnung in einem Gasführungsabschnitt, insbesondere
in einem Kanal, ausgebildet, wobei es von Gas passierbar ist. Der Gasführungsabschnitt
ist zwischen dem Brennkammersystem und dem umgebenden Gehäuse einer technischen Anwendung
ausgebildet. "Von Gas passierbar" heißt, dass das Lagermittel strömungsgünstig mit
einer geringen Versperrwirkung ausgebildet ist, wobei es z. B. weniger als die Hälfte
des Strömungsquerschnitts versperrt. So kann es vorteilhafterweise zugleich als (radiales)
Distanzhaltemittel wirken, das eine definierte Querschnittsfläche des Kanals sicherstellt
und so einen gleichmäßigen Gasstrom ermöglicht. Bei einer zylindrischen Ausbildung
von Umfangswandung und umgebendem Gehäuse ist insbesondere ein ringartiges Element
zweckmäßig, da es eine hohe Stabilität aufweist und verhältnismäßig einfach, z. B.
als Dreh- und/oder Frästeil, zu fertigen ist.
[0021] Eine solche vorteilhafte gaspassierbare, stabile Ausbildung des Lagermittels ergibt
sich z. B., wenn das Lagermittel (insbesondere ringförmig) umlaufend ausgebildet ist,
mit einem umlaufenden äußeren Anlageabschnitt zur Anlage an einem das Brennkammersystem
umgebenden Gehäuse und mit einem umlaufenden inneren Anlageabschnitt, der an der zweiten
Baueinheit, insbesondere an dem zweiten Teilabschnitt, angeordnet, z. B. befestigt,
ist und wenn die beiden Anlageabschnitte über radial angeordnete Stege miteinander
Gas passierbar verbunden sind. Der äußere Anlageabschnitt kann für eine einfache axiale
Fixierung an dem Gehäuse einen umlaufenden, radial nach außen gerichteten Überstand
aufweisen, der z. B. in einer Nut einer Flanschverbindung eingreifen kann.
[0022] Eine Verringerung der Temperaturbelastung des Lagermittels ist dadurch erreichbar,
dass das Lagermittel in dem Überlappungsbereich, insbesondere zwischen dem ersten
Teilabschnitt und dem zweiten Teilabschnitt, angeordnet ist. In diesem Bereich herrschen
z. B. aufgrund einer berührungsfreien Anordnung der beiden Baueinheiten zueinander
und einer ggf. vorhandenen Luftleckage in die Brennkammer geringere Temperaturen an
der Außenseite der Umfangswandung. Das Lagermittel kann somit weniger temperaturfest
ausgelegt sein, was in der Regel mit geringeren Fertigungskosten und/oder -aufwand
einhergeht.
[0023] Eine teile- und strömungsoptimierte Lagerung der ersten Baueinheit ergibt sich, wenn
die erste Baueinheit über den Brennerkopf (bzw. zumindest Teilen davon) und über eine
Brennstoffzuleitung gelagert ist. Auf diese Weise werden großteils bereits vorhandene
Teilkomponenten als Lagerung benutzt, die in der Regel bereits strömungsoptimiert
ausgelegt sind. Insbesondere bei Mikrogasturbinen ist diese Ausgestaltung von Vorteil,
da dort die Brennstoffzuleitung verhältnismäßig groß dimensioniert sein kann relativ
zu der ersten Baueinheit und damit eine gute Stabilität für deren stabile Lagerung
aufweist.
[0024] Besondere Vorteile ergeben sich, wenn das Brennkammersystem derart ausgebildet ist,
dass im Betrieb von einem Gesamt-Oxidatorstrom ein Sekundärstrom an Oxidator abgezweigt
und über den Brennerkopf in einen Kanal zwischen der Umfangswandung und einer das
Brennkammersystem umgebenden Wandung gelenkt wird. Die Wandung ist insbesondere einem
das Brennkammersystem umgebenden Gehäuse zugeordnet. Der Sekundärstrom wird z. B.
zu Kühlzwecken eingesetzt, sowohl konvektiv durch Vorbeiströmen an der Umfangswandung
als auch zur Kühlung des Abgases durch Beimischung hinter der Reaktionszone durch
Mischluftöffnungen. Das Verhältnis zwischen Gesamt-Oxidatorstrom und Sekundärstrom
wird in der Regel über die Geometrie und einem damit verbundenen bestimmten Druckverlustverhältnis
ausgelegt. Änderungen in der Länge des Brennkammersystems können dieses Verhältnis
über Geometrieänderungen des Kanals beeinflussen, was wiederum den Verbrennungsprozess
beeinflussen kann. Dies kann durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Brennkammersystems
verringert bzw. vermieden werden. Zugleich kann das Verhältnis gezielt geändert werden
durch Änderung der Geometrie der Luftzufuhr des Kanals und/oder von vorhandenen Mischluftöffnungen
durch die einfache Austauschbarkeit der zweiten Baueinheit.
[0025] Eine vorteilhafte Ausgestaltung ergibt sich, wenn in dem zweiten Teilabschnitt der
Umfangswandung, insbesondere umlaufend, Mischluftöffnungen angeordnet sind, über die
im Betrieb stromab der Reaktionszone Oxidator des Sekundärstroms in den Brennraum
strömt. Durch die Beimischung von Oxidator wird das Abgas vor Eintritt in die Turbine
abgekühlt, was die thermische Belastung der Turbine wesentlich reduziert und auch
die Wärmeausdehnung der Umfangswandung ab der Position der Mischluftöffnungen verringern
kann. Wenn die Mischluftöffnungen dem zweiten Teilabschnitt zugeordnet sind, können
die Mischluftöffnungen auf einfache Weise durch Austausch lediglich der zweiten Baueinheit
geändert werden, z. B., wenn eine andere Betriebsweise ein anderes Verhältnis von
Gesamt- zu Sekundärstrom erfordert.
[0026] Ein besonders vorteilhaftes Brennkammersystem ergibt sich, wenn das Brennkammersystem
zum Betrieb mit einer ausgeprägten inneren Rezirkulationszone ausgebildet ist, wobei
insbesondere Zufuhrdüsen zur Zufuhr von Oxidator und/oder Brennstoff über den Brennerkopf
ringförmig umlaufend in der Stirnwand des Brennerkopfes angeordnet sind. Vorzugsweise
befinden sich die Zufuhrdüsen radial im Außenbereich, näher an der Umfangswandung
als an der Längsachse, vorzugsweise im äußeren Drittel. Die Umfangswandung ist dabei
für eine symmetrische Verbrennung z. B. zylindrisch umlaufend ausgebildet. Brennkammersysteme
dieser Art sind beispielsweise in der nicht vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung
Nr.
10 2016 118 632.5, eingereicht beim DPMA am 30.09.2016, und in der nicht vorveröffentlichten deutschen
Patentanmeldung Nr.
10 2016 118 633.3, eingereicht beim DPMA am 30.09.2016, angegeben.
[0027] Eine strömungsgünstige Ausbildung des Brennerkopfes und damit des Brennkammersystems
wird erreicht, wenn die Stirnwand zumindest teilweise gegen die Anströmrichtung des
Oxidators zulaufend ausgebildet ist. Dabei verjüngt sich die Stirnwand beispielsweise
konisch und läuft insbesondere symmetrisch auf der Längsachse zusammen. Dadurch wird
der Anströmverlust durch den Oxidator, der über ein Plenum in Richtung der Brennkammer
bzw. um die Brennkammer geleitet wird, reduziert. Dies trägt zur Strömungsoptimierung
des Brennkammersystems und damit zur Steigerung des Gesamtwirkungsgrades einer Anlage
bei, in der das Brennkammersystem zum Einsatz kommt. Auch die Abzweigung eines Sekundärstromes
aus dem Oxidator und dessen Verteilung auf einen Kanal um die Umfangswandung kann
dadurch strömungseffizient erfolgen.
[0028] Vorzugsweise ist die Stirnwand als Wandung anstelle aus Vollmaterial ausgebildet.
Vorhandene Zufuhrdüsen in die Brennkammer sind an der Stirnwand befestigt und ragen
dabei zumindest stromauf in das Plenum, vorzugsweise auch stromab in den Brennraum
hinein. Dadurch kann die Materialdicke der Stirnwand möglichst gering sein, jedoch
derart, dass eine ausreichende Stabilität auch bei für Brennkammersysteme typischer
thermischer Belastung gewährleistet ist. Es hat sich herausgestellt, dass eine derartige,
möglichst dünnwandige Stirnwand zur Stabilität des Verbrennungsprozesses beiträgt:
Durch die geringe Masse ergibt sich eine geringe thermische Trägheit. So werden stationäre
Zustände im Brennkammersystem, mit stabilem Verbrennungsbetrieb, schneller erreicht.
[0029] Eine kompakte erste Baueinheit mit einer stabilen Lagerung ist dadurch erhältlich,
dass die Stirnwand stromauf in ein Positionierelement übergeht, das auf der Längsachse
angeordnet ist, und dass das Positionierelement stromauf in einen Verteilerbereich
und darüber in eine Brennstoffzuleitung übergeht. Dadurch ist zugleich eine symmetrische,
teileoptimierte und strömungseffiziente Ausbildung des Brennkammersystems erreichbar.
Die Symmetrie begünstigt dabei einen optimierten Verbrennungsprozess mit geringem
Schadstoffausstoß.
[0030] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Schnittdarstellung durch ein erfindungsgemäßes Brennkammersystem mit einer ersten
und einer zweiten Baueinheit, denen jeweils ein Teilabschnitt einer Umfangswandung
zugeordnet ist und
- Fig. 2
- eine Ansicht des Brennkammersystems gemäß Fig. 1 von vorne in Richtung Brennerkopf
und Lagermittel.
[0031] Fig. 1 zeigt in einer Schnittdarstellung ein Brennkammersystem 1 mit einem Brennerkopf
4 und einer Brennkammer 10. Das Brennkammersystem 1 ist zur Verbrennungsprozessführung
nach dem sogenannten "FLOX®"-Prinzip ausgelegt, bei dem sich im Betrieb eine ausgeprägte
innere Rezirkulationszone 22 ausbildet. Durch die erfindungsgemäße Weiterbildung des
derartigen Brennkammersystems 1 lassen sich die bereits günstigen Emissionswerte weiter
optimieren bzw. stabilisieren. So wird in Zusammenwirken mit den nachfolgend beschriebenen
Ausbildungen, insbesondere auch des Brennerkopfes 4, ein effizient, stabil und emissionsarm
zu betreibendes Brennkammersystem 1 bereitgestellt.
[0032] Die Brennkammer 10 umfasst einen Brennraum 2, der von einer Umfangswandung 3 der
Brennkammer 10 umgrenzt ist. Die Umfangswandung 3 ist zylindrisch um eine Längsachse
L angeordnet, entlang derer sich das Brennkammersystem 1 axial erstreckt. Im ausgangsseitigen
Endbereich der Brennkammer 10 sind rundum in der Umfangswandung 3 Mischluftöffnungen
30 zum Zuführen von Mischluft in das verbrannte, aus der Brennkammer 10 strömende
Abgas eingebracht. Diese sind vorliegend in einer Reihe ringartig, radial gleichmäßig
um die Umfangswandung 3 verteilt und im Einzelnen als Kreisbohrungen ausgeführt, wobei
andere Öffnungsformen und auch andere Anordnungen möglich sind.
[0033] Der Brennerkopf 4 ist eingangsseitig des Brennraums 2 angeordnet und weist für die
Zugabe von zu verbrennenden Frischgasen (d. h. Oxidator, hier weiterhin als "(Brenn-)
Luft" bezeichnet, und Brennstoff) mehrere, hier beispielhaft sechs, Zufuhrdüsen 47
mit in den Brennraum 2 mündenden Zufuhröffnungen 46 auf. Die Zufuhröffnungen 46 sind
gleichmäßig umlaufend auf einem gedachten Ring in einer eingangsseitigen Stirnwand
40 angeordnet. Der Ring, insbesondere Kreisring, auf dem die Zufuhröffnungen 46 angeordnet
sind, befindet sich im äußeren Bereich der Stirnwand 40, sodass der radiale Abstand
der Zufuhröffnungen 46 (bezüglich ihrer Mittelpunkte) zu der Umfangswandung 3 geringer
ist als zu der Längsachse L. Das Frischgas "Luft" kann auch durch einen anderen Oxidator
gebildet sein und/oder Gaszusätze aufweisen, wie etwa Abgas, oder thermisch verwertbare
Kohlenwasserstoffverbindungen. Als Brenngas wird z. B. Erdgas eingesetzt, oder ein
anderer, insbesondere gasförmiger, Brennstoff.
[0034] Der Brennerkopf 4 umfasst neben den Zufuhrdüsen 47 und der Stirnwand 40, die eingangsseitig
den Brennraum 2 begrenzt, eine Brennstoffzufuhr zur Zugabe von Brennstoff in die Brennluft.
Die Stirnwand 40 ist entgegen der Anströmrichtung bezüglich der Brennluft konisch
verjüngt, um den Anströmverlust im Betrieb gegenüber einer flachen Ausführung zu verringern.
[0035] Die Brennstoffzufuhr umfasst vorliegend mehrere Brennstoffdüsen 44, die hier jeweils
einer der Zufuhrdüsen 47 zur Bildung von Luft-/ Brennstoffdüsenanordnungen 41 zugeordnet
sind. Dabei ragt je eine Zufuhrdüse 47 mit einem, hier durch einen Zylinderabschnitt
gebildeten, stromaufseitigen Ende in ein Plenum 49 hinein und bildet so eine Luftzufuhr
45. Stromab der Luftzufuhr 45 verjüngt sich der Querschnitt der Zufuhrdüse 47, hier
des Zylinderabschnitts, zur Bildung einer Beschleunigungsstrecke, hier über einen
konischen axialen Bereich, und ragt mit einem verjüngten, stromabseitigen Abschnitt
durch die Stirnwand 40 in die Brennkammer 10 hinein. Der in die Brennkammer 10 ragende
Abschnitt ist ebenfalls zylinderförmig ausgebildet, kann aber auch eine andere Form
aufweisen. Die Zufuhrdüsen 47 erstrecken sich entlang von Mittellängsachsen M, die
parallel zur Längsachse L ausgerichtet sind, zur axialen Zufuhr des teilvorgemischten
Brennstoff-Luft-Gemisches in die Brennkammer 10. Möglich ist auch eine nicht-vorgemischte
oder technisch vollständig vorgemischte Zugabe der Frischgase, wobei der Brennerkopf
4 entsprechend ausgelegt ist.
[0036] In jeweils eine Zufuhrdüse 47 ragt eine Zweigleitung 43 einer fingerartigen Leitungsanordnung
hinein. Dabei gehen die Zweigleitungen 43 fingerartig von einer zentralen Brennstoffzuleitung
42 ab, wobei sie eine gewisse Leitungslänge, beispielsweise mehr als dreimal so lang
wie der Leitungsaußendurchmesser, aufweisen. Für eine genaue, symmetrische Zuführung
des Brennstoffes von der zentralen Brennstoffzuleitung 42 radial mittig in die Zufuhrdüsen
47 sind die Zweigleitungen 43 mit einem Richtungswechsel, hier für eine günstige Strömungsführung
gebogen, ausgeführt, wobei der Winkel α der Biegungen größer 90° und weniger 180°
beträgt. Je eine Zweigleitung 43 mündet in einer Brennstoffdüse 44, die unmittelbar
stromauf des verjüngten Abschnitts, mit einer Mündung unmittelbar zu Beginn der Beschleunigungsstrecke,
positioniert ist. Der Brennstoff kann so koaxial der einströmenden Brennluft zugegeben
werden, wobei unmittelbar stromab der Brennstoff-Zugabeposition die Brennluft durch
die Querschnittsverengung beschleunigt wird. Bis zu der Zufuhröffnung 46 kann eine
(Teil-) Vormischung von Brennstoff und Brennluft stattfinden. Neben den Brennstoffdüsen
44 umfasst die Brennstoffzufuhr weiterhin einen zentralen, symmetrisch auf der Längsachse
L angeordneten Verteilerbereich 421 und die davon abgehenden und in die Brennstoffdüsen
44 mündenden Zweigleitungen 43. Die Zweigleitungen 43 werden über den Verteilerbereich
421 und eine Brennstoffzuleitung 42 mit Brennstoff gespeist. So ergibt sich eine symmetrische
Anordnung der Brennstoffzufuhr, bei der nicht explizit ein Brennstoffplenum vorgesehen
ist. Dadurch kann auf einen hohen Druckverlust zur gleichmäßigen Verteilung des Brennstoffes,
wie in der Regel bei Ausführungen mit Brennstoffplenum vorgesehen, verzichtet werden.
[0037] Der Brennerkopf 4 und die Umfangswandung 3 können als Montagehilfe eine radiale Positioniereinheit
aufweisen (hier nicht gezeigt). Diese kann z.B. durch einen nasenartigen Vorsprung
im Außenbereich der Stirnwand 4 und eine komplementäre Aufnahme in der Umfangswandung
3 gebildet sein. Die Aufnahme ist z. B. so ausgebildet und positioniert, dass der
Vorsprung bei der Montage von Brennerkopf 4 und Umfangswandung 3 eingreift. Diese
Ausbildung erleichtert bei der Erstmontage des Brennkammersystems 1, bei der der Brennerkopf
4 und die Umfangswandung 3 aneinander befestigt werden, eine definierte Positionierung
dieser beiden Teile zueinander in Umfangsrichtung.
[0038] An ihrem stromab gelegenen Ende weist das Brennkammersystem 1 einen Brennraumauslass
35 auf, mittels dem das Brennkammersystem 1 in eine Abgasleitung (hier nicht dargestellt)
eines Abgasbereichs 5 übergeht. Über die Abgasleitung wird das Abgas im Betrieb beispielsweise
einer Turbine zugeführt. Der Brennraumauslass 35 weist einen konischen Abschnitt 38
auf, der zur strömungsgünstigen Querschnittsreduktion von der Umfangswandung 3 auf
die Abgasleitung vorhanden ist. Der konische Abschnitt 38 kann fest, z. B. einteilig
mit der Umfangswandung 3 verbunden sein. Auf den konischen Abschnitt 38 kann auch
verzichtet werden.
[0039] Das Brennkammersystem 1 ist in einem Gehäuse einer technischen Anwendung montiert,
dessen Wandung 8 in Fig. 1 teilweise schematisch angedeutet ist. Insbesondere kann
dies das Gehäuse einer Mikrogasturbinenanordnung sein, z.B. mit einem Druckgehäuseteil
81, das einen Großteil des Brennkammersystems 1 beherbergt und mit einem Turbinengehäuseteil
82, die über eine Flanschverbindung 83 (hier angedeutet) verbunden sind. Zwischen
der Wandung 8 und der Außenseite der Umfangswandung 3 ist ein Kanal 84 zur Luftführung
gebildet. Der Kanal 84 dient der Sekundärluftführung, die sich im Betrieb aus dem
Gesamtluftstrom des Plenums 49 stromauf der Stirnwand 40 abteilt. Die Wandung 8 läuft
im Bereich des konischen Abschnitts 38 in einer, hier konischen, Querschnittsverengung
zusammen. Wie Fig. 1 erkennen lässt, hängt der Strömungsquerschnitt des Kanals 84
im Bereich der Querschnittsverengung u. a. von der axialen Länge des Brennkammersystems
1 ab.
[0040] Gemäß einem Kernaspekt der Erfindung ist das Brennkammersystem 1 axial in zwei Baueinheiten
36 und 37 unterteilt, die relativ zueinander axial verschiebbar gelagert sind. In
dem gezeigten Ausführungsbeispiel erfolgt die Lagerung getrennt voneinander. Möglich
sind auch mehr als zwei Baueinheiten 36, 37, die das Brennkammersystem 1 bilden. Den
Baueinheiten 36 und 37 ist jeweils ein axialer Teilabschnitt 30, 31 der Umfangswandung
3 zugeordnet, sodass die Umfangswandung 3 in zwei axiale Teilabschnitte 30, 31 unterteilt
ist. Die Baueinheiten 36, 37 sind mit den Teilabschnitten 30, 31 axial hintereinander
und in ihrem Übergang relativ zueinander axial verschiebbar angeordnet. Dabei ist
zumindest ein stromab weisendes Ende 39 des ersten Teilabschnitts 30 gegenüber dem
zweiten Teilabschnitt 31 axial verschiebbar. Die erste, weiter stromauf angeordnete
Baueinheit 36 umfasst weiterhin den Brennerkopf 4, an dessen Stirnwand 40 die Umfangswandung
3 umlaufend befestigt ist und von der aus sich der erste Teilabschnitt 30 der Umfangswandung
3 erstreckt. Der erste Teilabschnitt 30 weist axial eine derartige Länge auf, dass
er sich zumindest über eine Reaktionszone 21 hinweg erstreckt, in der im Betrieb die
schnellen Verbrennungsreaktionen stattfinden. Die zweite Baueinheit 37 umfasst neben
dem zweiten Teilabschnitt 37 den Brennraumauslass 35 mit dem konischen Abschnitt 38.
In dem zweiten Teilabschnitt 31 der Umfangswandung 3 sind weiterhin die Mischluftöffnungen
34 angebracht.
[0041] Die beiden Baueinheiten 36, 37 sind derart lösbar montiert, dass die Teilabschnitte
30, 31 unmittelbar axial hintereinander angeordnet sind. "Lösbar" bedeutet, dass die
Baueinheiten 36, 37 bei oder nach der Demontage trennbar sind bzw. getrennt vorliegen.
Ein definierter, axial lückenloser Übergang zwischen den beiden Teilabschnitten 30,
31 wird dadurch erreicht, dass die beiden Teilabschnitte 30, 31 in einem axialen Überlappungsbereich
32 miteinander überlappen. Dazu ist der Innendurchmesser des zweiten Teilabschnitts
31 geringfügig größer als der Außendurchmesser des ersten Teilabschnitts 30, sodass
bei der Montage der erste Teilabschnitt 30 in den zweiten Teilabschnitt 31 geschoben
werden kann. Vorliegend ist der Innendurchmesser des zweiten Teilabschnitts 31 derart
größer gewählt, dass die beiden Teilabschnitte 30, 31 berührungsfrei unter Bildung
eines Ringspalts 33 in dem Überlappungsbereich 32 zueinander angeordnet sind (bis
auf z. B. ggf. vorhandene Verdrehsicherungsmittel und/oder Führungsmittel und/oder
Abstandshaltemittel 381). Dies erlaubt eine einfache Montage und eine gute axiale
Beweglichkeit zueinander. Der Ringspalt 33 ist radial so weit, dass auch bei z. B.
Verformungen im Betrieb die axiale Beweglichkeit zueinander erhalten bleibt, ansonsten
jedoch möglichst eng, um eine Luftleckage zwischen dem Kanal 84 und dem Brennraum
2 gering zu halten.
[0042] Im Betrieb kommt es aufgrund hoher thermischer Belastung, insbesondere in der Reaktionszone
21, zu einer Wärmeausdehnung insbesondere der Umfangswandung 3. Dies bewirkt eine
(axiale) Längenausdehnung der Umfangswandung 3, die bei einem herkömmlichen, einteiligen
Brennkammersystem 1 in einer axialen Verschiebung am Brennraumauslass 35 resultieren
kann, insbesondere wenn es stromauf der Brennkammer 10 gelagert ist, beispielsweise
über den Brennerkopf 4. Wenn - wie auch bei dem hier gezeigten Beispiel - das Brennkammersystem
1 in eine Gasführungsgeometrie (hier der Luftführungsgeometrie) einer Gasturbinenanlage
eingebunden ist, kann die Längenänderung diese Geometrie verändern. Der Brennraumauslass
35 mit dem konischen Abschnitt 38 wird axial in Richtung Turbinengehäuseteil 82 verschoben,
was den Strömungsquerschnitt des Kanals 84 verringert. Dies beeinflusst die Druckverlustverhältnisse
in der Gasführung und damit das Verhältnis der Luftaufteilung (Brennluft zu Sekundärluft),
was einen direkten Einfluss auf den Verbrennungsprozess und damit den Abgasemissionen
nimmt.
[0043] Durch die hier gezeigte Ausbildung wird die wärmeausdehnungsbedingte Längenänderung
des Brennkammersystems 1 durch die axiale Relativbewegung der Teilabschnitte 30, 31
zueinander weitgehend kompensiert. Unter der thermischen Belastung im Betrieb schiebt
sich der erste Teilabschnitt 30 der Umfangswandung 3 axial weiter unter den zweiten
Teilabschnitt 31 der Umfangswandung 3. Der Weg der axialen Verschiebbarkeit ist dabei
zumindest so groß ausgelegt wie die zu erwartende wärmebedingte Längenausdehnung der
ersten Baueinheit 36, um diese kompensieren zu können. Dabei vergrößert sich der Überlappungsbereich
32 um die axiale Längenausdehnung, die Gesamtlänge des Brennkammersystems 1 bleibt
jedoch weitgehend unverändert. Die Gesamtlänge variiert im Wesentlichen um die Längenausdehnung
der zweiten Baueinheit 37. Diese Längenausdehnung fällt aufgrund der dort niedrigeren
Gastemperaturen (insbesondere auch durch Beimischung von Mischluft) und der vergleichsweise
geringen Länge der zweiten Baueinheit 37 gering aus. Der Strömungsquerschnitt des
Kanals 84 bleibt somit im Wesentlichen unverändert. Dadurch bleiben die Druckverlustverhältnisse
in der Strömungsführung und damit das Verhältnis der Luftaufteilung im Wesentlichen
konstant. Dies trägt zu einer definierten Verbrennungsprozessführung bei.
[0044] Die beiden Baueinheiten 36, 37 sind für eine axial verschiebbare Lagerung der Teilabschnitte
30, 31 zweckmäßigerweise getrennt voneinander gelagert. Die zweite Baueinheit 37 ist
an dem sie umgebenden Gehäuse der technischen Anwendung, hier der Mikrogasturbinenanordnung,
gelagert. Zu diesem Zweck weist die zweite Baueinheit 37 vorliegend ein Lagermittel
6 auf, das an dem Außenumfang des zweiten Teilabschnitts 31 befestigt ist. In der
gezeigten Ausführungsvariante erfolgt die Lagerung des Lagermittels 6 an der Flanschverbindung
83 zwischen den beiden Gehäuseteilen 81, 82, wodurch das Lagermittel 6 einfach montierbar
und die zweite Baueinheit 37 sicher gelagert ist. Das Lagermittel 6 ist bei dem Ausführungsbeispiel
so ausgebildet, dass es umlaufend in einem Gasführungsabschnitt, hier dem Kanal 84,
angeordnet werden kann, wobei es von dem Gas passierbar ist. Dabei ist das Lagermittel
6 vorteilhaft so ausgebildet, dass es einen geringen Strömungswiderstand aufweist,
aber zugleich ausreichend stabil ist für eine sichere Lagerung.
[0045] Die genannte vorteilhafte Lagerung lässt sich z. B. durch die hier gezeigte Ausbildung
erreichen. Wie im Detail auch aus Fig. 2 ersichtlich, weist das Lagermittel 6 eine
Ringstruktur auf. Dabei umfasst das Lagermittel 6 einen ringförmigen äußeren Anlageabschnitt
61 zur Anlage an dem umgebenden Gehäuse und einen inneren Anlageabschnitt 63, mit
dem das Lagermittel 6 an dem zweiten Teilabschnitt 31 der Umfangswandung 3 befestigt
ist und so einen Teil der zweiten Baueinheit 37 bildet. Die Anlageabschnitte 61, 63
sind für eine sichere Anlage bzw. gute Befestigungsmöglichkeit mit zugleich widerstandsarmer
Formgebung ringartig und vorzugsweise dünnwandig ausgebildet. Die Materialstärke ist
jedoch zumindest ausreichend dick, um den Anlageabschnitten 61, 63 die für die Lagerung
nötige Stabilität zu verleihen. Der äußere Anlageabschnitt 61 weist einen umlaufenden,
radial nach außen gerichteten Überstand 62 auf, der hier axial mittig ausgebildet
ist. Mit dem Überstand 62 greift das Lagermittel 6 z. B. in eine in der Flanschverbindung
83 gebildete Nut ein. Dabei kann das Lagermittel 6 zwischen den Flanschen geklemmt
sein, wodurch vorteilhaft eine definierte Positionierung des Lagermittels 6 und damit
der zweiten Baueinheit 37 erreicht wird. Bei vertikaler Montage des Brennkammersystems
1 könnte das Lagermittel 6 mit dem Überstand 62 auch auf dem Flansch des Turbinengehäuseteils
82 aufliegen und sich gegen diesen abstützen (hier nicht gezeigt). Die beiden Anlageabschnitte
61, 63 sind durch sich radial (bzgl. der Längsachse L) erstreckende Stege 64 stabil
miteinander verbunden, hier beispielhaft sechs an der Zahl.
[0046] Durch die genannte Ausbildung und Positionierung wirkt das Lagermittel 6 zugleich
als radialer Distanzring. Dadurch wird ein gleichmäßiger radialer Abstand des Brennkammersystems
1 zu der Wandung 8, und damit ein gleichmäßiger symmetrischer Strömungsquerschnitt
des Kanals 84 sichergestellt. Dies trägt zu einer symmetrischen Luftführung bei. Wie
Figur 1 zeigt, kann/können zusätzlich ein oder mehrere Abstandshaltemittel 381 an
der zweiten Baueinheit 37 vorhanden sein, um den Strömungsquerschnitt des Kanals 84
möglichst konstant zu halten. Die Abstandshaltemittel 381 sind vorliegend in Form
von Vorsprüngen an der Außenseite des konischen Abschnitts 38 zur Anlage an der Wandung
8 angeordnet. Sie dienen insbesondere dazu, die zweite Baueinheit 37 zusätzlich festzulegen
und Positionsänderungen der zweiten Baueinheit 37 z. B. durch Verformungen entgegenzuwirken.
[0047] Das Lagermittel 6 ist in dem Überlappungsbereich 32 an der zweiten Baueinheit 37
befestigt. Der Überlappungsbereich 32 entspricht in seiner axialen Ausdehnung z. B.
in etwa der axialen Ausdehnung des Lagermittels 6 bzw. des inneren Anlageabschnitts
63. Der Überlappungsbereich 32 kann auch länger sein, insbesondere im Betrieb, in
dem sich der Überlappungsbereich 32 um die Verschiebung durch Wärmeausdehnung axial
vergrößert. Die Befestigung des Lagermittels 6 in dem Überlappungsbereich 32 hat den
Vorteil, dass die Wärmebelastung des Anlageabschnitts 63 verringert wird. Dies ergibt
sich insbesondere durch die berührungsfreie Anordnung der Teilabschnitte 30, 31 zueinander,
wobei der Ringspalt und eine ggf. vorhandenen Luftleckage in den Brennraum 2 die Wärmeübertragung
zwischen dem Brennraum 2 und dem Anlageabschnitt 63 reduzieren.
[0048] Die Lagerung der ersten Baueinheit 36 erfolgt teileoptimiert über den Brennerkopf
4, der mit dem ersten Teilabschnitt 30 verbunden ist. Die Übertragung der Lagerkräfte
erfolgt über die Stirnwand 40, die stromauf in ein stabartiges Positionierelement
48 übergeht, das zentral auf der Längsachse L angeordnet ist. Das Positionierelement
48 geht stromauf in den Verteilerbereich 421 und darüber in die Brennstoffzuleitung
42 über. Die Festlegung der ersten Baueinheit 36 erfolgt über die Brennstoffzuleitung
42 stromauf des Brennkammersystems 1 (hier nicht gezeigt). So sind in die Lagerung
der ersten Baueinheit 36 vorteilhaft großteils bereits vorhandene Elemente des Brennerkopfes
4 involviert. Die Lagerung ist zugleich strömungsgünstig ausgelegt, durch die widerstandsarme
Formgebung der gegen die Anströmrichtung konischen Stirnwand 4 und der zentralen,
im Querschnitt kompakten Anordnung und Ausbildung des Positionierelements 48, des
Verteilerbereichs 421 und der Brennstoffzuleitung 42. So wird zugleich eine strömungseffiziente
stabile Lagerung erreicht.
[0049] Das Brennkammersystem 1 umfasst eine Verdrehsicherungseinrichtung 7, über die die
beiden Baueinheiten 36, 37 und damit die Teilabschnitte 30, 31 in Umfangsrichtung
verdrehsicher zueinander gelagert sind. Dadurch wird in radialer Richtung eine festgelegte
Positionierung der beiden Baueinheiten 36, 37 erreicht. So lassen sich Elemente bzw.
Ausbildungen in beiden Baueinheit 36, 37 in Umfangsrichtung zueinander definiert positionieren.
Vorliegend betrifft dies z. B. die Zufuhröffnungen 46 des Brennerkopfes 4, die radial
eindeutig definiert zu den Mischluftöffnungen 34 der zweiten Baueinheit 37 angeordnet
sind, z. B. so, dass zwei Mischluftöffnungen 34 radial jeweils zwischen zwei Zufuhröffnungen
46 liegen. Dies ermöglicht eine definierte, saubere Verbrennungsprozessführung.
[0050] In dem gezeigten Beispiel ist die Verdrehsicherungseinrichtung 7 in dem Überlappungsbereich
32 ausgebildet. Dabei umfasst die Verdrehsicherungseinrichtung 7 ein Verdrehsicherungsmittel
71, das vorliegend als Vorsprung an der Innenseite des äußeren, hier des zweiten,
Teilabschnitts 31 ausgebildet ist, z. B. in Form einer "Nase", eines Stegs oder Stifts.
Weiterhin umfasst die Verdrehsicherungseinrichtung 7 eine Aufnahme 72, die hier an
dem Ende 39 des inneren, ersten Teilabschnitts 30 ausgebildet ist. Die Aufnahme 72
ist dabei in Art einer axial verlaufenden länglichen Aussparung, beispielsweise als
Schlitz, in das Ende 39 des ersten Teilabschnitts 30 eingebracht. Die Aussparung ist
so breit ausgebildet, dass das Verdrehsicherungsmittel 71 hineinragen kann, wobei
das Verdrehsicherungsmittel 71 eine entsprechende radiale Höhe aufweist. Die axiale
Länge der Aussparung entspricht zumindest dem Weg der zu erwartenden axialen Verschiebung,
in der die Wärmeausdehnung in diesem Bereich resultiert. Der erste Teilabschnitt 30
ist so mit seinem Ende 39 gegenüber dem zweiten Teilabschnitt 31 über den gesamten
Weg der Wärmeausdehnung bewegbar bzw. verschiebbar und radial geführt.
[0051] Ein weiterer Vorteil der hier beschriebenen Teilung des Brennkammersystems 1 besteht
darin, dass mit wenig Aufwand Einfluss auf die Luftverhältnisse genommen werden kann.
Soll z. B. das Brennkammersystem 1 flexibel, beispielsweise mit unterschiedlichen
Brennstoffen, eingesetzt werden, erfordert dies häufig eine Anpassung der Luftverhältnisse.
Durch die hier beschriebene Teilung des Brennkammersystems 1 ist insbesondere das
Mischluft-Verhältnis mit geringem Aufwand durch Austausch der zweiten Baueinheit 37
anpassbar.
[0052] Im Betrieb wird dem Brennkammersystem 1 Luft durch das Plenum 49 zugegeben. In Fig.
1 ist die Luftführung durch Pfeile angedeutet. Die Luft teilt sich gemäß einem bestimmten
Verhältnis, in einen Sekundärluftstrom und einen Brennluftstrom auf. Die Sekundärluft
wird entlang der Stirnwand 40 in den Kanal 84 geleitet, wobei die Strömungsführung
durch die konische Verjüngung der Stirnwand 40 widerstandsarm gestaltet ist. Die die
Brennkammer 10 umströmende Sekundärluft kühlt die Stirnwand 40 und die Umfangswandung
3 insbesondere konvektiv. Durch die Mischluftöffnungen 34 gelangt ein Teil der Sekundärluft
als Mischluft in die Brennkammer 10. Der Rest strömt weiter in Richtung Abgasbereich
5. Das Verhältnis der Aufteilung von Gesamtluft (oder Brennluft) zu Sekundärluft und
Mischluft zu restlicher Luft in der Sekundärluft wird durch die Geometrie der Strömungsführung,
insbesondere der Ausbildung der Mischluftöffnungen 34 und des Kanals 84, bestimmt.
[0053] Die restliche Luft gelangt als Brennluft durch die Luftzufuhren 45 in die Luft-/Brennstoffdüsenanordnungen
41. Hier wird der Brennluft Brennstoff koaxial zur Hauptströmungsrichtung in die Zufuhrdüsen
47 unmittelbar stromauf der Querschnittsverengungen zugegeben, sodass über die durch
die Querschnittsverengungen gebildeten Beschleunigungsstrecken die Brennluft mit dem
zugegebenen Brennstoff beschleunigt wird. Bis zu den Austrittsöffnungen 46 erfolgt
eine teilweise Vermischung von Brennluft und Brennstoff. Dieses Gemisch wird nun der
Brennkammer 10 zugeführt, entzündet sich dort und wird in der Reaktionszone 21 verbrannt.
In dem Brennraum 2 bildet sich in der Rezirkulationszone 21 eine Rezirkulationsströmung
mit einer inneren Rezirkulation des verbrannten Abgases aus, durch die ein Teil des
verbrannten Abgases wieder in einen Bereich stromauf der Verbrennungszone zurückgeführt
wird und sich in die noch unverbrannten Frischgase einmischt (in der Figur durch Pfeile
angedeutet). Auf diese Weise wird die Verbrennungstemperatur reduziert. Die verhältnismäßig
weit außen angeordneten Zufuhröffnungen 46 begünstigen dabei eine im Wesentlichen
nach innen gerichtete Rezirkulation, sodass die zurückströmenden Abgase in der inneren
Rezirkulationszone 21, umgeben von der ringförmigen Verbrennungszone, zurückströmen,
d.h. näher an der Längsachse L vorbei als die verbrennenden Gase. Durch die im Wesentlichen
innere Rezirkulation wird eine kompakte Strömungsführung erreicht, wodurch wiederum
die Brennkammer 10 insbesondere bezüglich ihrer Länge kompakt ausgelegt werden kann.
[0054] Der Brennerkopf 4 und die Brennkammer 10 sind derart ausgelegt, dass die Reaktionszone
21 und Rezirkulationszone 22 stromauf der Mischluftöffnungen 34 gelegen sind. Die
durch die Mischluftöffnungen 34 zugegebene Mischluft mischt sich im Wesentlichen in
das in Richtung stromab in den Abgasbereich 5 strömende Abgas ein und kühlt dieses.
[0055] Der Brennerkopf 4 und die Brennkammer 10 sind z. B. derart ausgelegt, dass sich eine
Rezirkulationsrate (Massenverhältnis an zurückgeführtem Abgas zu zugegebenen Frischgasen)
von kleiner 1,5, bevorzugt kleiner 1, beispielsweise 0,4 bis 0,8 ergibt. Diese Rezirkulationsrate
erlaubt eine über einen weiten Betriebsbereich stabile, saubere Verbrennung.
[0056] Die angegebene Verbrennungsprozessführung ermöglicht einen emissionsarmen, stabilen
und effizienten Betrieb der Mikrogasturbinenanordnung. Die erfindungsgemäße Ausbildung
des Brennkammersystems 1 trägt zu dem vorteilhaften Betrieb bei, indem die auslegungsgemäßen
Verhältnisse zwischen den Luftströmen genauer eingehalten werden können.
1. Brennkammersystem (1), insbesondere zum Einsatz in einer Gasturbinenanlage,
mit einer um eine Längsachse (L) umlaufenden Umfangswandung (3), die einen Brennraum
(2) umgrenzt, in dem im Betrieb eine Reaktionszone (21) ausgebildet ist,
mit einem eingangsseitig des Brennraums (2) angeordneten Brennerkopf (4) zur Zugabe
von Brennstoff und Oxidator in den Brennraum (2), der zumindest eine Brennstoffzufuhr
zur Zugabe von Brennstoff in den Oxidator umfasst und mit einem ausgangsseitig des
Brennraums (2) angeordneten Brennraumauslass (35),
dadurch gekennzeichnet,
dass das Brennkammersystem (1) in zumindest eine erste und eine zweite Baueinheit (36,
37) unterteilt ist, die in eingebautem Zustand in einer technischen Anwendung axial
hintereinander angeordnet sind, wobei sich die zweite Baueinheit (37) zumindest bereichsweise
stromab der ersten Baueinheit (36) erstreckt, und
dass die Baueinheiten (36, 37) axial relativ zueinander verschiebbar gelagert sind.
2. Brennkammersystem (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Baueinheit (36) einen ersten Teilabschnitt (30) der Umfangswandung (3)
umfasst, und/oder
dass die zweite Baueinheit (37) einen zweiten Teilabschnitt (31) der Umfangswandung (3)
umfasst und
dass die Teilung des Brennkammersystems (1) in die Baueinheiten (36, 37) angrenzend an
einen oder zwischen zwei Teilabschnitten (30, 31) angeordnet ist.
3. Brennkammersystem (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die hintereinander angeordneten Baueinheiten (36, 37) in einem axialen Überlappungsbereich
(32) miteinander überlappen, wobei insbesondere der erste Teilabschnitt (30) mit der
zweiten Baueinheit (37), insbesondere mit dem zweiten Teilabschnitt (31), überlappt.
4. Brennkammersystem (1) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Baueinheiten (36, 37) in dem Überlappungsbereich (32) zumindest teilweise berührungsfrei
zueinander angeordnet sind.
5. Brennkammersystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Brennkammersystem (1) zumindest eine Verdrehsicherungseinrichtung (7) umfasst,
mittels derer die hintereinander angeordneten Baueinheiten (36, 37) in Umfangsrichtung
verdrehsicher zueinander gelagert sind.
6. Brennkammersystem (1) nach zumindest den Ansprüchen 3 und 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verdrehsicherungseinrichtung (7) in dem Überlappungsbereich (32) ausgebildet
ist, wobei eine der beiden Baueinheiten (36, 37) außen und eine innen angeordnet ist
und wobei die Verdrehsicherungseinrichtung (7) ein Verdrehsicherungsmittel (71) umfasst,
das insbesondere auf der Innenseite der äußeren Baueinheit (37), insbesondere des
äußeren Teilabschnitts (31), ausgebildet ist und weiterhin eine Aufnahme (72) umfasst,
die insbesondere an einem stromabweisenden Ende (39) der inneren Baueinheit (36),
insbesondere des inneren Teilabschnitts (30), ausgebildet ist, und
dass das Verdrehsicherungsmittel (71) in der Aufnahme (72) axial geführt ist.
7. Brennkammersystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Baueinheit (36) den Brennerkopf (4) sowie den ersten Teilabschnitt (30)
umfasst und sich mit dem ersten Teilabschnitt (30) axial über den Bereich der Reaktionszone
(21) hinweg erstreckt und/oder dass die zweite Baueinheit (37) den Brennraumauslass
(35) umfasst.
8. Brennkammersystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zweite Baueinheit (37) an ihrem Außenumfang zumindest ein Lagermittel (6) aufweist,
das dazu ausgebildet ist, in eingebautem Zustand die zweite Baueinheit (37) an einem
das Brennkammersystem (1) umgebenden Gehäuse (81, 82) zu lagern.
9. Brennkammersystem (1) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Lagermittel (6) zur Anordnung in einem Gasführungsabschnitt, insbesondere in
einen Kanal (8), ausgebildet ist, wobei es von Gas passierbar ist.
10. Brennkammersystem (1) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Lagermittel (6) umlaufend ausgebildet ist, mit einem umlaufenden äußeren Anlageabschnitt
(61) zur Anlage an einem das Brennkammersystem (1) umgebenden Gehäuse und mit einem
umlaufenden inneren Anlageabschnitt (63), der an der zweiten Baueinheit (37), insbesondere
an dem zweiten Teilabschnitt (31), angeordnet ist und
dass die beiden Anlageabschnitte (61, 63) über radial angeordnete Stege (64) miteinander
Gas passierbar verbunden sind.
11. Brennkammersystem (1) nach zumindest den Ansprüchen 3 und 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Lagermittel (6) in dem Überlappungsbereich (32) angeordnet ist.
12. Brennkammersystem (1) nach zumindest Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Baueinheit (36) über den Brennerkopf (4) und über eine Brennstoffzuleitung
(42) gelagert ist.
13. Brennkammersystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Brennkammersystem (1) derart ausgebildet ist, dass im Betrieb von einem Gesamt-Oxidatorstrom
ein Sekundärstrom an Oxidator abgezweigt und über den Brennerkopf (4) in einen Kanal
(84) zwischen der Umfangswandung (3) und einer das Brennkammersystem (1) umgebenden
Wandung (8) gelenkt wird.
14. Brennkammersystem (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem zweiten Teilabschnitt (31) der Umfangswandung (3), insbesondere umlaufend,
Mischluftöffnungen (34) angeordnet sind, über die im Betrieb stromab der Reaktionszone
(21) Oxidator des Sekundärstroms in den Brennraum (2) strömt.
15. Brennkammersystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Brennkammersystem (1) zum Betrieb mit einer ausgeprägten inneren Rezirkulationszone
(22) ausgebildet ist, wobei insbesondere Zufuhrdüsen (47) zur Zufuhr von Oxidator
und/oder Brennstoff ringförmig umlaufend in einer Stirnwand (40) des Brennerkopfes
(4) angeordnet sind.
16. Brennkammersystem (1) nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stirnwand (40) zumindest teilweise gegen die Anströmrichtung des Oxidators zulaufend
ausgebildet ist.
17. Brennkammersystem (1) nach Anspruch 15 oder 16,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stirnwand (40) stromauf in ein Positionierelement (48) übergeht, das auf der
Längsachse (L) angeordnet ist, und
dass das Positionierelement (48) stromauf in einen Verteilerbereich (421) und darüber
in eine Brennstoffzuleitung (42) übergeht.
18. Mikrogasturbinenanordnung mit einem Brennkammersystem (1) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, mit einer stromab des Brennkammersystems (1) angeschlossenen Turbine und
mit einem Gehäuse, das zumindest das Brennkammersystem (1) mittels einer Wandung (8)
umgibt, wobei zwischen einem Bereich der Wandung (8) und dem Brennkammersystem (1)
zumindest ein Kanal (84) zur Gasführung, insbesondere zur Luftführung, gebildet ist.