[0001] Die Erfindung betrifft ein Türelement, insbesondere ein Türschloss oder einen Türrahmen
einer Brandschutztür, mit einer Schließzustands-Erfassungsvorrichtung zum Erfassen
einer Position einer Falle eines Türschlosses, die ausgebildet ist zum Erfassen einer
zeitabhängigen ortsaufgelösten Fallen-Position der Falle, sodass ein Fallen-Positionsverlauf
(x(t)) erhalten wird. Gemäß einem zweiten Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren
zum Berechnen eines Alterungsparameters, insbesondere eines Wartungszeitpunkts eines
Türelements, insbesondere einer Brandschutztür.
[0002] Eine solche Brandschutztür ist aus der
DE 10 2010 018 221 A1 bekannt und muss, wie andere sicherheitsrelevante Türen, in regelmäßigen Abständen
gewartet werden, um sicher zu stellen, dass sie stets sicher schließen.
[0004] Nachteilig an derartigen Systemen ist der gegebenenfalls hohe Energieverbrauch, der
einen aufwändigen Energiespeicher, insbesondere eine Batterie, oder eine Verkabelung
inklusive Netzanschluss notwendig macht.
[0005] Bekannt ist auch die klassische Wartung in Form von Funktionstests, bei denen eine
Person in regelmäßigen Zeitabständen des sicheren Funktionierens des Türelements,
insbesondere einer Brandschutztür, überprüft. Das ist personalaufwändig und zudem
subjektiv und damit nur bedingt reproduzierbar.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, die Wartung von Türelementen, insbesondere
von Brandschutztüren, zu verbessern.
[0007] Die Erfindung löst das Problem durch ein gattungsgemäßes Türelement, insbesondere
ein Türschloss oder einen Türrahmen einer Brandschutztür, besonders bevorzugt durch
eine Brandschutztür, die eine Schließzustand-Erfassungsvorrichtung aufweist, die ausgebildet
ist zum Erfassen einer zeitabhängigen ortsaufgelösten Fallen-Position einer Falle,
sodass ein Fallen-Positionsverlauf über der Zeit erhalten wird.
[0008] Die Erfindung löst das Problem zudem durch ein Verfahren zum Berechnen eines Alterungsparameters
eines Türelements mit den Schritten (i) Erfassen von zeitabhängigen Fallen-Positionsverläufen
einer Falle des Türelements mittels einer Schließzustands-Erfassungsvorrichtung, (ii)
Berechnen zumindest eines Alterungsparameters, der in eine Alterung des Türelements
beschreibt, aus zumindest einem Fallen-Positionsverlauf und (iii) Ausgeben des Alterungsparameters.
[0009] Vorteilhaft an der Erfindung ist, dass die Alterung des Türelements quantitativ erfassbar
ist. Dadurch kann einerseits zu jedem Zeitpunkt festgestellt werden, wie weit die
Alterung des Türelements fortgeschritten ist. Ist die Betriebssicherheit des entsprechenden
Türelements nicht mehr gewährleistet, können sofort Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.
[0010] Vorteilhaft ist zudem, dass aus der zeitlichen Entwicklung des Alterungsparameters
ein Wartungszeitpunkt abgeschätzt werden kann, also ein Zeitpunkt, zu dem das Türelement
mit hoher Wahrscheinlichkeit von beispielsweise zumindest 90% nicht mehr spezifikationsgemäß
ist und daher repariert oder ausgetauscht werden muss. Eine regelmäßige manuelle Wartung
ist daher entbehrlich. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Türelement unerkannt
nicht spezifikationsgemäß ist, in der Regel signifikant reduzierbar.
[0011] Im Rahmen der vorliegenden Beschreibung wird unter einem Türelement ein Teil einer
Tür, insbesondere einer Brandschutztür, verstanden, insbesondere ein Türschloss oder
ein Türrahmen. Erfindungsgemäß ist insbesondere auch eine Brandschutztür mit einem
erfindungsgemäßen Türelement.
[0012] Unter einer Brandschutztür wird insbesondere eine Tür gemäß DIN EN13501 verstanden.
Vorzugsweise gehört die Brandschutztür zur Feuerwiderstandsklasse EI30, EI60, EI90
oder EI 120.
[0013] Unter dem Merkmal, dass die Schließzustands-Erfassungsvorrichtung ausgebildet ist
zum Erfassen einer zeitabhängigen ortsaufgelösten Fallen-Position wird insbesondere
verstanden, dass die Fallen-Position an einer Vielzahl, vorzugsweise zumindest 30,
insbesondere zumindest 50, Positionen entlang ihrer Bewegungsdirektorie erfasst wird.
Das zeitabhängige ortsaufgelöste Erfassen der Fallen-Position führt zu einer Trajektorie,
das heißt einer Abbildung, die der jeweilige Fallen-Position die Zeit zuordnet, zu
der die Falle in der entsprechenden Fallen-Position war. Es kann sich bei dieser Zeit
um die reale Zeit handeln, das ist aber nicht notwendig. Alternativ ist es beispielsweise
auch möglich, dass es sich um eine Maschinenzeit handelt, das heißt um eine interne
Zeit, die beispielsweise in Zeiteinheiten nach einem Beginn der Bewegung der Falle
in ihre Schließposition gemessen wird.
[0014] Unter dem Alterungsparameter wird insbesondere eine Zahl, einen Vektor oder eine
sonstige Angabe verstanden, aus der auf den Alterungszustand des Türelements geschlossen
werden kann. Der Alterungsparameter kann auch ein Satz an Einzelparametern sein, die
gemeinsam unterschiedliche Aspekte der Alterung beschreiben.
[0015] Unter der Schließstellung wird diejenige Stellung der Falle verstanden, in der die
Fall am Ende des Schließvorgangs ist. In der Schließstellung ragt die Falle maximal
weit über das Türelement (ohne die Falle) hinaus. Wenn es sich bei dem Türelement
um ein Türschloss handelt, ragt die Falle in der Schließstellung maximal über den
Stulp.
[0016] Beispielsweise handelt es sich bei dem Alterungsparameter um eine Halteposition,
bei der die Falle beim Schließen der Tür anhält oder, was äquivalent dazu ist, um
eine Eindringtiefe, die die Falle in den Türrahmen, insbesondere ein Schließblech
des Türrahmens, eingreift, wenn sie in der Schließposition ist. Alternativ handelt
es sich bei dem Alterungsparameter um einen Zeitpunkt, zu dem zu erwarten ist, dass
das Türschloss nicht mehr spezifikationsgemäß funktioniert. Es ist zudem möglich,
dass der Alterungsparameter die Alterung auf einer Skala angibt, beispielsweise zwischen
1 (komplett unverschlissen) und 10 (nicht mehr funktionstüchtig). Als weiteres Beispiel
kann der Alterungsparameter lediglich drei mögliche Werte haben, die grün (voll funktionstüchtig),
gelb (Wartung und/oder Reparatur notwendig) oder rot (nicht mehr funktionstüchtig)
entsprechen können. Der Alterungsparameter könnte daher auch als Türschloss-Alterungsparameter
bezeichnet werden.
[0017] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist das Türelement ein Türschloss und umfasst
eine Falle, eine Nuss und einen Schlosskasten, wobei die Schließzustands-Erfassungsvorrichtung
im Schlosskasten angeordnet ist. Das hat den Vorteil, dass ein derartiges Schloss
als Ersatz für ein existierendes Schloss verwendet werden kann. Das erfindungsgemäße
Türschloss ersetzt dann das alte, nicht erfindungsgemäße Türschloss, ohne das weitere
Modifikationen einer bestehenden Tür notwendig werden.
[0018] Alternativ ist das Türelement ein Türrahmen und die Schließzustands-Erfassungsvorrichtung
ist am Türrahmen befestigt. Vorteilhaft daran ist, dass gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
direkt gemessen werden kann, wie tief die Falle in den Türrahmen eindringt. Diese
Größe ist maßgeblich für die Beurteilung, ob die Tür, insbesondere die Brandschutztür,
ihre Funktion sicher erfüllt.
[0019] Ist das Türelement ein Türschloss, so umfasst es vorzugsweise einen Türgriff zum
Bewegen der Nuss und damit der Falle. In anderen Worten ist die Falle vorzugsweise
ausschließlich manuell betätigt. Es existiert dann kein motorischer Antrieb zum Bewegen
der Falle.
[0020] Günstig ist es, wenn die Schließzustands-Erfassungsvorrichtung ein Potentiometer
aufweist. Das Potentiometer ist vorzugsweise so angeordnet, dass sich ein Widerstandswert
des Potentiometers in Abhängigkeit von der Fallen-Position der Falle ändert. Potentiometer
erreichen eine hohe Positionsauflösung und sind dennoch einfach und robust aufgebaut.
Das Potentiometer ist vorzugsweise entlang eines Fallen-Bewegungspfads der Falle angeordnet.
Alternativ kann die Schließzustands-Erfassungsvorrichtung auch einen induktiven Sensor,
einen kapazitiven Sensor, eine Mehrzahl an binären Schaltern, einen optischen Sensor
oder eine Federspannungssensor aufweisen, der eine Federspannung einer Feder misst,
die die Falle in ihre Schließstellung vorspannt.
[0021] Alternativ besitzt die Schließzustands-Erfassungsvorrichtung vorzugsweise eine Mehrzahl
an Positionssensoren zum Erfassen einer Stellung der Falle zum jeweiligen Positionssensor,
wobei die Positionssensoren zumindest überwiegend aus leitfähigem Kunststoff aufgebaut
sind. Alternativ dazu sind die Positionssensoren auf eine Komponente des Türelements
aufgedruckt. Gedruckte Schaltungen aus leitfähigem Kunststoff sind schnell und kostengünstig
herstellbar. Ein erfindungsgemäßes Türelement ist daher einfach in großen Stückzahlen
herstellbar.
[0022] Unter dem Merkmal, dass die Positionssensoren zumindest überwiegend aus leitfähigem
Kunststoff aufgebaut sind, wird insbesondere verstanden, dass zumindest 50 Gew.-%
der elektrischen Leiter in Komponenten des Positionssensors aus leitfähigem Kunststoff
aufgebaut sind.
[0023] Besonders günstig ist es, wenn die Positionssensoren Leiterbahnen aufweisen, die
in Kanälen verlaufen. Diese Kanäle können beispielsweise geätzt oder spanend eingebracht
werden. Vorteilhaft daran ist, dass sie so gegen abrasiven Verschleiß weitgehend geschützt
sind.
[0024] Gemäß einer Ausführungsform ist die Auswerteeinheit ausgebildet zum automatischen
Durchführen eines Verfahrens mit den Schritten (i) Erfassen des zeitabhängigen Fallen-Positionsverlaufs,
(ii) Berechnen zumindest eines Alterungsparameters, der eine Alterung des Türelements
beschreibt, aus dem Fallen-Positionsverlauf und (iii) Speichern des zumindest einen
Alterungsparameters in einem digitalen Speicher der Auswerteeinheit. Günstig ist es,
wenn das Verfahren zudem die Schritte eines Hinzufügens eines Zeitstempels zu dem
Alterungsparameter und/oder dem Fallen-Positionsverlauf umfasst.
[0025] Alternativ ist es möglich, dass die Auswerteeinheit ausgebildet ist zum automatischen
Durchführen eines Verfahrens mit den Schritten (i) Erfassen des zeitabhängigen Fallen-Positionsverlaufs
und (ii) Speichern des Fallen-Positionsverlaufs im digitalen Speicher der Auswerteeinheit,
wobei der Fallen-Positionsverlauf vorzugsweise mit einem Zeitstempel versehen und
gespeichert wird. Das Speichern nur des zumindest eine Alterungsparameters hat den
Vorteil, dass der Speicher kleiner ausgelegt werden kann.
[0026] Günstig ist es, wenn die Auswerteeinheit ausgebildet ist zum automatischen Durchführen
eines Verfahrens mit den Schritten (i) Erfassen eines Referenz-Fallenpositionsverlaufs
und (ii) Berechnen des zumindest einen Alterungsparameters aus dem zeitabhängigen
Fallen-Positionsverlauf und dem Referenz-Fallenpositionsverlauf. Der Referenz-Fallenpositionsverlauf
wird beispielsweise unmittelbar nach Montage des Türelements, insbesondere der Brandschutztür,
aufgenommen und charakterisiert den Fallenpositionsverlauf für ein fehlerfreies Türelement,
insbesondere eine fehlerfreie Brandschutztür.
[0027] Das Berechnen des zumindest einen Alterungsparameters aus dem zumindest einen zeitabhängigen
Fallen-Positionsverlauf und dem Referenz-Positionsverlauf ist beispielsweise ein Vergleichen
von zeitlichen Veränderungen der Differenz eines Parameters, der einerseits aus dem
Referenz-Fallenpositionsverlauf und andererseits jeweils aus dem Fallen-Positionsverlauf
in Abhängigkeit von einer Zeit errechnet werden. In anderen Worten wird die Differenz
zwischen dem jeweils berechneten Alterungsparameter und dem entsprechenden Parameter
des Referenz-Fallenpositionsverlaufs betrachtet.
[0028] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform besitzt das Türelement eine Stromerzeugungseinheit,
die ausgebildet ist zum automatischen Erzeugen von elektrischer Energie und die mit
der Auswerteeinheit zum Versorgen mit elektrischer Energie verbunden ist.
[0029] Die Stromerzeugungseinheit ist vorzugsweise ausgebildet zum Erzeugen von elektrischer
Energie aus Bewegungsenergie eines Türgriffs des Türschlosses und/oder aus Bewegungsenergie
des Türblatts und/oder aus elektromagnetischen Wellen, insbesondere Radiowellen. Besonders
günstig ist es, wenn die elektrische Energie ausschließlich bei einem Öffnungsvorgang
der Tür, deren Bestandteil das Türelement ist, elektrische Energie erzeugt. Ist das
Türelement beispielsweise ein Türschloss, wird die Bewegungsenergie vorzugsweise lediglich
beim Betätigen des Türgriffs zum Ziehen der Falle aus ihrer Schließstellung erzeugt,
nicht aber wenn die Falle sich in ihre Schließstellung bewegt. So wird verhindert,
dass Energie, die zum Schließen der Tür notwendig ist, in elektrische Energie umgewandelt
wird.
[0030] Erfindungsgemäß ist insbesondere eine Tür mit einer Vorrichtung zum Gewinnen von
Bewegungsenergie aus einer Bewegung des Türblatts, wobei diese Stromerzeugungseinheit
mit einem erfindungsgemäßen Türelement verbunden ist. Die Bewegungsenergie des Türblatts
wird vorzugsweise nur in der Öffnungsphase genutzt, beim Bewegen des Türblatts in
die Schließstellung hingegen wird vorzugsweise aus dem oben genannten Grund keine
Energie von der Stromerzeugungseinheit erzeugt.
[0031] Vorzugsweise umfasst das Türelement, insbesondere das Türschloss, eine Sende- und
Empfangsvorrichtung zum Kommunizieren mit einer Auslesevorrichtung, wobei die Auswerteeinheit
ausgebildet ist zum automatischen Erfassen eines Auslesebefehls der Auslesevorrichtung
mittels der Sende- und Empfangsvorrichtung und Senden der zeitabhängigen Alterungsparameter
an die Auslesevorrichtung bei Erfassen des Auslesebefehls. Vorteilhaft daran ist,
dass die Auslesevorrichtung, die vorzugsweise mobil ist und beispielsweise ein Gewicht
von unter 20 kg hat, von einer Person mitgeführt werden kann. In Reaktion auf eine
entsprechende Betätigung von Bedienelementen der Auslesevorrichtung oder in regelmäßigen
Zeitabständen sendet die Auslesevorrichtung zumindest eine Auslesebefehl, woraufhin
die Auswerteeinheit des Türelements die Alterungsparameter sendet, die seit dem letzten
Auslesen gespeichert wurden.
[0032] Vorzugsweise ist die Auswerteeinheit ausgebildet zum automatischen Verknüpfen der
Alterungsparameter und/oder der zeitabhängigen Fallen-Positionsverläufe mit einem
Zeitstempel, sodass zeitabhängige Alterungsparameter bzw. zeitgestempelte Fallen-Positionsverläufe
erhalten werden.
[0033] Es ist möglich, nicht aber notwendig, dass die Auswerteeinheit die an die Auswerteeinheit
übertragenen Alterungsparameter nach dem Übertragen löscht, sodass Speicherplatz frei
wird.
[0034] Es ist auch möglich, dass die Auswerteeinheit die zeitabhängigen Fallen-Positionsverläufe
sendet, wobei auch diese Fallen-Positionsverläufe vorzugsweise einen Zeitstempel aufweisen,
sodass feststellbar ist, zu welchem Zeitpunkt der entsprechende zeitabhängige Fallen-Positionsverlauf
aufgenommen wurde. In diesem Fall ist es entbehrlich, dass auch die zeitabhängigen
Alterungsparameter gesendet werden.
[0035] Alternativ umfasst das Türelement eine Sendevorrichtung zum Senden von Daten an die
Auslesevorrichtung, wobei die Auswerteeinheit ausgebildet ist zum automatischen (i)
Erfassen einer Öffnungsstellung der Falle und (ii) Senden der zeitabhängigen Alterungsparameter
und/oder der zeitabhängigen Fallen-Positionsverläufe an die Auslesevorrichtung bei
Erfassen der Öffnungsstellung. In anderen Worten sendet die Sendevorrichtung, bei
der es sich um eine Sende- und Empfangsvorrichtung handeln kann, nicht aber muss,
initiativ. Wenn die Falle in ihrer Öffnungsstellung ist, das heißt, dass sie ein Öffnen
der Tür erlaubt, wirkt der Schlosskasten nicht mehr als Faraday'scher Käfig, sodass
die Funksignale der Sendevorrichtung energiesparend und zuverlässig abgegeben werden
können.
[0036] Erfindungsgemäß zu dem einen Schließsystem mit einem erfindungsgemäßen Türelement
und einer Auslesevorrichtung, die ausgebildet ist zum Auslesen von Daten der Auswerteeinheit.
Vorzugsweise ist die Auslesevorrichtung ausgebildet zum automatischen Durchführen
eines Verfahrens mit den Schritten (i) Senden eines Auslesebefehls an ein Türelement,
(ii) Empfangen von Türelement-Daten vom Türelement, die Alterungsparameter und/oder
Fallen-Positionsverläufe kodieren, und (iii) Speichern der Türelement-Daten in der
Auslesevorrichtung und/oder Weiterleiten der Türelement-Daten an einen Zentralrechner
mittels der Auslesevorrichtung. Die Auslesevorrichtung kann daher auch als Gateway
bezeichnet werden. Insbesondere ist die Auslesevorrichtung ausgebildet zum automatischen
Weiterleiten der Türelement-Daten via Internet oder Datenfunk. Das Senden des Auslesebefehls
an das Türelement gemäß Schritt (i) ist optional.
[0037] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Auslesevorrichtung ausgebildet zum
automatischen Durchführen eines Verfahrens mit den Schritten (i) Erfassen von Vorgangsdaten,
die eine Türelement-Kennung, die das Türelement eindeutig kennzeichnet, und/oder einen
Auslesezeitpunkt, zu dem das Auslesen stattfindet, und/oder eine Bediener-Kennung,
die einen Bediener der Auslesevorrichtung eindeutig kennzeichnet, und/oder eine Auslesevorrichtung-Kennung,
die die Auslesevorrichtung eindeutig kennzeichnet, enthalten, (ii) Verschlüsseln der
Türelement-Daten, insbesondere mit Vorgangsdaten, sodass verschlüsselte Türelement-Daten
erhalten werden und Speichern der verschlüsselten Türelement-Daten in der Auslesevorrichtung
und/oder Weiterleiten der verschlüsselten Türelement-Daten an dem Zentralrechner.
Es ist dann möglich, den Zustand des Türelements mit einfachen Mitteln zu erfassen
und zu dokumentieren. Zudem kann auf besonders einfacher Weise ein Wartungsplan erstellt
werden, der angibt, wann das Türelement repariert oder ausgetauscht werden muss.
[0038] Vorzugsweise ist der Zentralrechner Teil des Schließsystems und ist ausgebildet zum
Auslesen und Speichern der verschlüsselten Türelement-Daten aus zumindest zwei Auslesevorrichtungen.
Beispielsweise kann der Zentralrechner bei einem Wartungs-Dienstleister für das Türelement
vorgehalten werden.
[0039] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kodiert der Alterungsparameter eine Halteposition,
in der die Falle beim Schließen der Tür anhält. Günstig ist es, wenn eine Warnmeldung
ausgegeben wird, wenn die Halteposition außerhalb eines vorgegebenen Halteposition-Toleranzintervalls
liegt. Die Halteposition kann insbesondere eine Eindringtiefe sein, die beschreibt,
wie tief die Falle in den Türrahmen eindringt. Das Halteposition-Toleranzintervall
hat vorzugsweise eine untere Intervallgrenze von 6 mm. Ist die Eindringtiefe kleiner
als 6 mm, so wird eine Warnmeldung ausgegeben.
[0040] Es ist möglich, nicht aber notwendig, dass die Warnmeldung vom Menschen wahrnehmbar
ist. Bei der Wahrnehmung kann es sich insbesondere um ein optisches oder elektromagnetisches
Signal handeln, dass den Zustand kodiert, dass das Türelement instand gesetzt oder
ausgetauscht werden muss.
[0041] Gemäß einer Ausführungsform ist der Alterungsparameter ein Tür-Alterungsparameter,
der einen Alterungszustand einer erfindungsgemäßen Brandschutztür beschreibt und eine
Schließzeit kodiert, die das Türelement der Brandschutztür zum Schließen benötigt.
Die Schließzeit ist die Zeitspanne zwischen dem Erreichen des Zustands maximaler Auslenkung
der Falle aus ihrer Schließstellung und dem Zeitpunkt, zu dem die Falle in ihrer Schließposition
zur Ruhe gekommen ist.
[0042] Vorzugsweise wird eine Warnmeldung ausgegeben, wenn die Schließzeit außerhalb eines
vorgegebenen Schließzeit-Toleranzintervalls liegt. Vorzugsweise wird die Schließzeit
relativ zu einer Referenz-Schließzeit bestimmt, wobei die Referenz-Schließzeit diejenige
Schließzeit ist, die die Tür im neuen Zustand zum Schließen braucht. Nimmt die Schließzeit
mit der Zeit zu, deutet das auf zunehmen Verschleiß hin. Beispielsweise ist eine untere
Grenze des Schließzeit-Toleranzintervalls 20 ± 10 ms/pro Woche. Nimmt in anderen Worten
die Schließzeit pro Woche um mehr als 20 ms zu, so deutet dies auf einen zu hohen
Verschleiß der Brandschutztür hin und es wird eine Warnmeldung ausgegeben.
[0043] Der Alterungsparameter kann zudem eine Gleitdauer kodieren. Die Gleitdauer ist die
Zeitspanne, die vergeht zwischen dem ersten Bewegen der Falle, wenn diese beim Schließen
der Tür beispielsweise auf das Schließblech oder den Türrahmen trifft, und dem Zeitpunkt,
zu dem die Falle in ihrer Schließposition zur Ruhe gekommen ist. Günstig ist es, wenn
eine Warnmeldung ausgegeben wird, wenn die Gleitdauer außerhalb eines vorgegebenen
Gleitdauer-Toleranzintervalls liegt. Ändert sich die Gleitdauer, so ist dies in der
Regel ein Zeichen dafür, dass ein vorzugsweise vorhandener automatischer Schließmechanismus
der Brandschutztür seine Eigenschaften geändert hat.
[0044] Vorzugsweise ist eine Obergrenze des Gleitdauer-Toleranzintervalls größer als das
Dreifache der Nullzustands-Gleitdauer, also der Gleitdauer des Referenz-Fallenpositionsverlaufs.
Vorzugsweise ist eine Obergrenze des Gleitdauer-Toleranzintervalls kleiner als das
Fünfzigfache der Nullzustands-Gleitdauer. Die Untergrenze des Gleitdauer-Toleranzintervalls
kann jede Zahl sein, die kleiner ist als die Nullzustands-Gleitdauer, insbesondere
kleiner als das 0,9-fache der Nullzustands-Gleitdauer, um Fehlalarme zu vermeiden.
[0045] Der Alterungsparameter kann zudem eine Einrücktiefe kodieren, die den Abstand der
Ursprungs-Schließstellung zur aktuellen Maximalauslenkungs-Stellung der Falle angibt.
Die Ursprungs-Schließstellung ist die Position der Falle des Referenz-Fallenpositionsverlaufs,
die sie in ihrer Schließstellung hat. Die aktuelle Maximalauslenkungs-Stellung ist
diejenige Stellung, in der die Falle zum aktuellen Zeitpunkt maximal aus ihrer Schließstellung
ausgelenkt ist.
[0046] Günstig ist es, wenn eine Warnmeldung ausgegeben wird, wenn die Einrücktiefe außerhalb
eines vorgegebenen Einrücktiefen-Toleranzintervalls liegt. Vorzugsweise ist eine Untergrenze
des Einrücktiefen-Toleranzintervalls kleiner als die Nullzustands-Einrücktiefe, also
der Einrücktiefe des Referenz-Fallenpositionsverlaufs, vorzugsweise höchstens das
0,9-fache der Nullzustands-Einrücktiefe und zumindest 7 Millimeter. Als Obergrenze
des Einrücktiefen-Toleranzintervalls kann eine beliebige Zahl gewählt werden, die
größer als die Nullzustands-Einrücktiefe, beispielsweise das 1,2-fache der Nullzustands-Gleitdauer.
[0047] Der Alterungsparameter kann zudem eine Schließgeschwindigkeit kodieren, die zu der
mittlere Geschwindigkeit korreliert, insbesondere diese mittlere Geschwindigkeit angibt,
mit der sich die Falle aus der Maximalauslenkungs-Stellung in die Schließstellung
bewegt.
[0048] Günstig ist es, wenn eine Warnmeldung ausgegeben wird, wenn die Schließgeschwindigkeit
außerhalb eines vorgegebenen Schließgeschwindigkeits-Toleranzintervalls liegt. Vorzugsweise
ist eine Untergrenze des Schließgeschwindigkeits-Toleranzintervalls kleiner als die
Nullzustands-Schließgeschwindigkeit, also die Schließgeschwindigkeit des Referenz-Fallenpositionsverlaufs,
vorzugsweise höchstens das 0,9-fache der Nullzustands- Schließgeschwindigkeit. Als
Obergrenze des Schließgeschwindigkeits-Toleranzintervalls kann eine beliebige Zahl
gewählt werden, die größer als die Nullzustands-Schließgeschwindigkeit, beispielsweise
das 1,2-fache der Nullzustands- Schließgeschwindigkeit.
[0049] Der Alterungsparameter kann zudem eine Schließdauer kodieren, die die Zeitspanne
angibt, die die Falle braucht, um nach dem Gleiten entlang des Schließblechs oder
dem Türrahmen in die Ausnehmung im Schließblech oder dem Türrahmen einzudringen und
zur Ruhe zu kommen.
[0050] Günstig ist es, wenn eine Warnmeldung ausgegeben wird, wenn die Schließdauer außerhalb
eines vorgegebenen Schließdauer-Toleranzintervalls liegt. Vorzugsweise liegt eine
Obergrenze des Schließdauer-Toleranzintervalls zwischen dem 1,3-fachen und dem Doppelten
der Nullzustands-Schließdauer, also der Schließdauer des Referenz-Fallenpositionsverlaufs.
Als Untergrenze des Schließdauer-Toleranzintervalls kann eine beliebige Zahl gewählt
werden, die kleiner als die Nullzustands-Schließdauer, beispielsweise das 0,5-fache
der Nullzustands-Schließdauer.
[0051] Vorzugsweise umfasst das Verfahren die Schritte eines (i) Wiederholens der Schritte
des Erfassens von zeitabhängigen Fallen-Positionsverläufen und des Berechnens des
Alterungsparameters für eine Mehrzahl an Bedienungsvorgängen des Türelements, sodass
eine Alterungs-Parameter-Folge erhalten wird und (ii) Berechnen eines Wartungsdatums
aus der Alterungsparameter-Folge. Die zeitliche Entwicklung des Alterungsparameters
folgt häufig einer empirisch ermittelbaren Kurve. Oft kann diese Kurve als linear
genährt werden.
[0052] Vorzugsweise umfasst das Berechnen des Wartungsdatums aus der Alterungsparameter-Folge
daher die Schritte eines Anpassens der Alterungsparameter-Folge mit einer, insbesondere
linearen, Modellfunktion, die zumindest ein Fit-Parameter enthält, sodass mindestens
ein Ergebnis-Parameter erhalten wird, und Berechnen des Wartungsdatums aus dem zumindest
einen Ergebnis-Parameter. Beispielsweise ist die Modellfunktion eine Linearfunktion,
das heißt, dass angenommen wird, dass sich der Alterungsparameter linear mit der Zeit
ändert. Alternativ kann die Alterungsparameter-Folge auch mit einer Weibull-Verteilung
als Modellfunktion angepasst werden.
[0053] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das Verfahren die Schritte eines
Erfassens eines Zeitraums, zu dem der letzte Alterungsparameter erfasst wurde und
eines Ausgeben einer Warnmeldung, wenn der Zeitraum länger ist als ein vorgegebener
Maximalzeitraum. Vorzugsweise werden diese Schritte von der Auslesevorrichtung und/oder
dem Zentralrechner durchgeführt. Vorteilhaft daran ist, dass damit ein Hinweis darauf
gewonnen werden kann, dass die Schließzustands-Erfassungsvorrichtung defekt ist. Es
ist dann möglich, das Türelement von Hand zu warten und/oder zu reparieren, beispielsweise
das Türschloss auszutauschen.
[0054] Günstig ist es, wenn die die Türelement-Daten und die Vorgangsdaten als Blockchain
gespeichert werden, beispielsweise von der Auslesevorrichtung und/oder dem Zentralrechner.
Die Liste der Datensätze, die die Blockchain bilden, umfasst beispielsweise alle (verschlüsselten)
Türelement-Daten eines Türelements, insbesondere Türschlosses.
[0055] Die Blockchain ermöglicht Herstellern, Betreibern und Versicherern zeitgleich den
manipulationsfreien Zugang zu den generierten Daten und schafft so Transparenz und
ermöglicht eine sichere Dokumentation.
[0056] Im Folgenden wird die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
Dabei zeigt
- Figur 1
- eine Ansicht eines Schließsystems mit einem erfindungsgemäßen Türelement und einer
Auslesevorrichtung zum automatischen Durchführen eines erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Figur 2
- eine Einsicht in einen Innenraum eines erfindungsgemäßen Türschlosses,
- Figur 3
- eine Detailansicht eines erfindungsgemäßen Türschlosses,
- Figur 4
- einen Fallen-Positionsverlauf,
- Figur 5
- einen Fallen-Positionsverlauf eines gealterten Türschlosses,
- Figur 6
- einen schematischen zeitlichen Verlauf eines Alterungsparameters und
- Figur 7
- ein elektrisches Schaltbild eines erfindungsgemäßen Türschlosses.
[0057] Figur 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Schließsystem 10 mit einem Türelement 12 in Form
eines Türschlosses und einer Auslesevorrichtung 14 zum Auslesen von Türelement-Daten
vom Türelement 12. Das Türelement 12 ist Teil einer Brandschutztür 16 der Brandschutzklasse
F30 nach DIN EN13501-1. Die Brandschutztür 16 umfasst neben dem Türschloss 12 ein
Türblatt 18, einen Türgriff 20 und einen Türrahmen 22.
[0058] Figur 2 zeigt das Türschloss 12 in einer geöffneten Ansicht. Es ist zu erkennen,
dass das Türschloss 12 eine Falle 24, eine Nuss 26 in einem Nusslager 28 sowie einen
Riegel 30. Die Falle 24 wird mittels einer Fallen-Feder 32 eine Schließstellung vorgespannt.
Wird der Türgriff 20 gedrückt (vgl. Figur 1), so dreht sich die Nuss 26. Diese Bewegung
wird über eine Kettel 34 auf die Falle 24 übertragen. Ein Schlossblech 36 bildet,
zusammen mit einem Stulp 38 und einem weiteren Schlossblech, das parallel zum Schlossblech
36 verläuft, ein Gehäuse 40 des Türschlosses 12.
[0059] Figur 3 zeigt eine Schließzustands-Erfassungsvorrichtung 42 in einer Ansicht von
der Seite auf die Falle 24. Es ist zu erkennen, dass auf dem Schlossblech 36 die Schließzustands-Erfassungsvorrichtung
42 angeordnet ist. Die Schließzustands-Erfassungsvorrichtung 42 umfasst ein Potentiometer
44, das einen Gleitkontakt 46 aufweist. Der Gleitkontakt 46 ist mit der Falle 24 verbunden.
Bewegt sich die Falle 24 in ihre Schließstellung, die für die gestrichelt eingezeichnete
Falle 24' gezeigt ist, bewegt sich auch der Gleitkontakt 46 und einer gemessener ohmscher
Widerstand R des Potentiometers 44 ändert sich ebenfalls.
[0060] Die Schließzustands-Erfassungsvorrichtung 42 umfasst zudem eine Auswerteeinheit 47,
die einen schematisch eingezeichneten Mikroprozessor 48, der einen digitalen Speicher
50 aufweist. Der Mikroprozessor 48 ist mit einer Stromerzeugungseinheit 52 (vgl. Figur
2) verbunden, die mit der Nuss 26 gekoppelt ist. Bewegt sich die Nuss, so erzeugt
die Energieerzeugungsvorrichtung 52 elektrischen Strom. Dadurch wird der Mikroprozessor
48 aktiviert und nimmt einen Fallen-Positionsverlauf x(t) auf und legt diesen im digitalen
Speicher 50 ab.
[0061] Figur 4 zeigt den Referenz-Fallenpositionsverlauf x
0(t). Dieser Fallen-Positionsverlauf wird bei einem vollkommen unverschlissenen Türschloss
12 gemessen und daher auch als x
0(t) bezeichnet. Der hochgestellte Index zählt die Schließvorgänge der Falle 24 durch.
Es ist zudem ein Fallen-Positionsverlauf x
n(t) eingezeichnet, wobei n = 250 000 gilt. Es ist zu erkennen, dass sich dieser Fallen-Positionsverlauf
x
n(t) vom Referenz-Fallenpositionsverlauf x
0(t) unterscheidet.
[0062] Der Mikroprozessor 48 legt den Referenz-Fallenpositionsverlauf x
0(t) im digitalen Speicher 50 ab und berechnet einen ersten Alterungsparameter A
1 in Form eines Schließwegs x(t
4) und/oder einen zweiten Alterungsparameter A
2 in Form einer Schließwegänderung Δx = x
0(t
4)-x
n(t
4), wobei x
0(t
4) der Schließweg bei unverschlissenem Türschloss ist, also n=0, und x
n(t
4) der Schließweg nach n Schließvorgängen. Sofern x
0(t
4) zu null gesetzt wird, gilt A
1 = A
2.
[0063] Da für jeden Fallen-Positionsverlauf x
n(t) der Alterungsparameter A
1 berechnet wird, ergibt sich eine Alterungsparameter-Folge

τ ist ein Zeitparameter. Wenn der Mikroprozessor 48, was eine bevorzugte Ausführungsform
darstellt, eine Uhr umfasst, kann es sich bei dem Zeitparameter τ um die reale Zeit
t handeln, sodass τ = t gilt. Enthält der Mikroprozessor 48 keine Uhr, was ebenfalls
eine geeignete Ausführungsform ist, so kann der Zeitparameter τ = n ein Zählindex
sein, der die Schließvorgänge durchzählt. Die Alterungsparameter-Folge A
1 (n) ist in Figur 6 gezeigt.
[0064] Figur 3 zeigt zudem, dass der Mikroprozessor 48 mit einer Sendevorrichtung 54 verbunden,
die als Sende- und Empfangsvorrichtung ausgebildet sein kann. Wird die Nuss 26 (siehe
Figur 2) bewegt und daher von der Stromerzeugungseinheit 52 Strom erzeugt, so sendet
die Sendevorrichtung 54 die Folge der Alterungsparameter A
1(τ).
[0065] Befindet sich die Auslesevorrichtung 14 (siehe Figur 1) in der Nähe, so empfängt
diese die Funksignale mittels einer Kommunikationseinheit 60 und speichert sie in
einem eigenen Speicher 56. Es ist möglich, nicht aber notwendig, dass die Auslesevorrichtung
14 einen Bestätigungsbefehl sendet, der von der Sende- und Empfangsvorrichtung 54
empfangen wird. Wird dieser Befehl empfangen, kann der Mikroprozessor 48 den digitalen
Speicher 50 löschen.
[0066] Es ist günstig, wenn die Sendevorrichtung 54 neben den Alterungsparametern A(τ) eine
Türelement-Kennung K sendet, die das Türelement 12 eindeutig kennzeichnet. Beispielsweise
handelt es sich bei der Türelement-Kennung um eine Prozessornummer des Prozessors
48 oder über eine im digitalen Speicher 50 fest abgelegte Zahl oder eine andere alphanumerische
Kombination. Die Auslesevorrichtung 14 verknüpft die Alterungsparameter A(τ) mit der
Türelement-Kennung K, sodass diese revisionssicher gespeichert sind.
[0067] Die Auslesevorrichtung 14 kann als Gateway ausgebildet sein, dass die Daten an einen
Zentralrechner 58 weiterleitet, beispielsweise mittels der Kommunikationseinheit 60.
[0068] Günstig ist es zudem, wenn die Auslesevorrichtung 14 einen Auslese-Zeitpunkt T erfasst.
Alternativ kann natürlich eine Bediener-Kennung erfasst werden, die einen schematisch
eingezeichneten Bediener 62 eindeutig kennzeichnet. Diese Bediener-kennung wird beispielswiese
mittels eines Biometrie-Sensors 64 erfasst. Dabei kann es sich beispielsweise um einen
Fingerabdruck-Sensor, einen Irisscan-Sensor oder einen sonstigen Sensor handeln, mit
dem eine biometrische Eigenschaft des Bedieners 62 eindeutig erfassbar ist. Alternativ
kann die Auslesevorrichtung 14 auch einen Kartenleser zum Einlesen einer individualisierten
Identitätskarte aufweisen.
[0069] Es ist zudem günstig, dass die Auslesevorrichtung 14 eine Kennung aufweist, die diese
eindeutig kennzeichnet. Die oben genannten Daten, nämlich Türelement-Kennung, Auslese-Zeitpunkt,
Bediener-Kennung und Auslesevorrichtungs-Kennung können Bestandteile von Vorgangsdaten
sein, die zusammen mit den Türelement-Daten auf dem Zentralrechner 58 und/oder in
der Auslesevorrichtung 14 gespeichert werden.
[0070] Figur 6 zeigt die Alterungsparameter-Folge A
1 (n). Es ist zu erkennen, dass der Alterungsparameter A
1 mit dem Zeitparameter τ linear ansteigt. Durch Anpassen mit einer Modellfunktion
M, im vorliegenden Fall einer Geraden, werden Fit-Parameter erhalten, im vorliegenden
Fall nämlich eine Steigung a und ein Achsabschnitt b.
[0071] Aus diesen Fit-Parametern a, b wird von der Auswerteeinheit 47, dem Zentralrechner
58 oder der Auslesevorrichtung extrapoliert, zu welchem Zeitpunkt n
W eine obere Interfallgrenze eines vorgegebenen Toleranzintervalls T = [0, A
1,max] überschritten wird.
[0072] Aus einem Zeitstempel, der gemäß einer bevorzugten Ausführungsform vom Mikroprozessor
48 nach Auslesen der Uhr erzeugt und mit dem jeweiligen A
1 verknüpft wird, wird vom Mikroprozessor 48, dem Zentralrechner 58 oder ein Wartungsdatum
tw berechnet, zu dem das Türschloss 12 gewartet werden muss.
[0073] Figur 7 zeigt ein Schaltbild der Schließzustands-Erfassungsvorrichtung 42. Es ist
zu erkennen, dass sie einen Energiespeicher 66 aufweist, insbesondere eine Batterie,
einen Akkumulator und/oder einen Kondensator. Die Auswerteeinheit 47 besitzt einen
Analog-Digital-Wandler 68.
Bezugszeichenliste
| 10 |
Schließsystem |
60 |
Kommunikationseinheit |
| 12 |
Türelement (Türschloss) |
62 |
Bediener |
| 14 |
Auslesevorrichtung |
64 |
Biometriesensor |
| 16 |
Brandschutztür |
66 |
Energiespeicher |
| 18 |
Türblatt |
68 |
Analog-Digital-Wandler |
| 20 |
Türgriff |
τ |
Zeitparameter |
| 22 |
Türrahmen |
a,b |
Fit-Parameter |
| 24 |
Falle |
A |
Alterungsparameter |
| 26 |
Nuss |
G |
Gleitdauer |
| 28 |
Nusslager |
ΔG K |
Gleitdaueränderung Türelement-Kennung |
| 30 |
Riegel |
M |
Modellfunktion |
| 32 |
Fallenfeder |
n |
Zählindex |
| 34 |
Kettel |
x |
Schließweg |
| 36 |
Schlossblech |
ΔX |
Schließwegänderung |
| 38 |
Stulp |
t |
Zeit |
| |
|
T |
Auslese-Zeitpunkt |
| 40 |
Gehäuse |
x0(t) |
Referenz-Fallenpositionsverlauf |
| 42 |
Schließzustands-Erfassungsvorrichtung |
tW |
Wartungsdatum |
| 44 |
Potentiometer |
|
|
| 46 |
Gleitkontakt |
|
|
| 47 |
Auswerteeinheit |
|
|
| 48 |
Mikroprozessor |
|
|
| 50 |
digitaler Speicher |
|
|
| 52 |
Stromerzeugungseinheit |
|
|
| 54 |
Sendevorrichtung |
|
|
| 56 |
Speicher |
|
|
| 58 |
Zentralrechner |
|
|
1. Türelement (12), insbesondere Türschloss (12) oder Türrahmen (22) einer Brandschutztür
(16), mit
(a) einer Schließzustands-Erfassungsvorrichtung (42) zum Erfassen einer Position einer
Falle (24) eines Türschlosses (12),
dadurch gekennzeichnet, dass
(b) die Schließzustands-Erfassungsvorrichtung (42) ausgebildet ist zum Erfassen einer
zeitabhängigen ortsaufgelösten Fallen-Position der Falle (24) bei einer Bewegung der
Falle (24) aus einer Öffnungsstellung in eine Schließstellung, sodass ein Fallen-Positionsverlauf
(x(t)) erhalten wird.
2. Türelement (12) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schließzustands-Erfassungsvorrichtung (42) ausgebildet ist zum Erfassen der zeitabhängigen
ortsaufgelösten Fallen-Position der Falle (24) bei einer Bewegung der Falle (24) aus
einer Öffnungsstellung in eine Schließstellung.
3. Türelement nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Türelement (12) eine Auswerteeinheit (47) aufweist, die ausgebildet ist zum automatischen
(i) Erfassen des zeitabhängigen Fallen-Positionsverlaufs (x(t)),
(ii) Berechnen zumindest eines Alterungsparameters (A), der eine Alterung des Türelementes
(12) beschreibt, aus dem Fallen-Positionsverlauf (x(t)) und
(iii) Speichern oder Ausgeben des zumindest einen Alterungsparameters (A) in einem
digitalen Speicher (50) der Auswerteeinheit (47).
4. Türelement (12) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die eine Auswerteeinheit (47) ausgebildet ist zum automatischen Berechnen zumindest
des Alterungsparameters (A) aus dem Fallen-Positionsverlauf (x(t)) durch automatisches
(i) Erfassen eines Referenz-Fallenpositionsverlaufs (x°(t)) und
(ii) Berechnen des zumindest einen Alterungsparameters (A) aus dem zeitabhängigen
Fallen-Positionsverlauf (x(t)) und dem Referenz-Fallenpositionsverlauf (x0(t)).
5. Türelement (12) nach einem der vorstehenden Ansprüche 1 oder 4,
gekennzeichnet durch
(a) eine Sende- und Empfangsvorrichtung (54) zum Kommunizieren mit einer Auslesevorrichtung
(14),
(b) wobei die Auswerteeinheit (47) ausgebildet ist zum automatischen
(i) Erfassen eines Auslesebefehls der Auslesevorrichtung (14) mittels der Sende- und
Empfangsvorrichtung und/oder Erfassen einer Öffnungsstellung der Falle (24) und
(ii) Senden der zeitabhängigen Alterungsparameter (A) an die Auslesevorrichtung (14)
bei Erfassen des Auslesebefehls.
6. Türelement (12) nach einem der vorstehenden Ansprüche 1 oder 5,
gekennzeichnet durch
(a) eine Sendevorrichtung (54) zum Senden von Türelement-Daten an die Auslesevorrichtung
(14),
(b) wobei die Auswerteeinheit (47) ausgebildet ist zum automatischen
(i) Erfassen einer Öffnungsstellung der Falle (24) und
(ii) Senden der zeitabhängigen Alterungsparameter (A) an die Auslesevorrichtung (14)
bei Erfassen der Öffnungsstellung.
7. Türelement (12) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteeinheit (47) ausgebildet ist zum automatischen Verknüpfen der Alterungsparameter
(A) mit einem Zeitstempel, sodass zeitabhängige Alterungsparameter (A) erhalten werden
(und danach Senden an die Auslesevorrichtung (14)).
8. Schließsystem (10) mit
(a) einem Türelement (12) mit
(i) einer Schließzustands-Erfassungsvorrichtung (42) zum Erfassen einer Position einer
Falle (24) eines Türschlosses (12),
(ii) die Schließzustands-Erfassungsvorrichtung (42) ausgebildet ist zum Erfassen einer
zeitabhängigen ortsaufgelösten Fallen-Position der Falle (24), sodass ein Fallen-Positionsverlauf
(x(t)) erhalten wird,
(b) einer Auslesevorrichtung (14), die ausgebildet ist zum automatischen Durchführen
eines Verfahrens mit den Schritten:
(i) Empfangen von Türelement-Daten vom Türelement (12), die Alterungsparameter und/oder
Fallen-Positionsverläufe (x(t)) kodieren, und
(ii) Speichern der Türelement-Daten in der Auslesevorrichtung (14) und/oder Weiterleiten
der Türelement-Daten an einen Zentralrechner (58) mittels der Auslesevorrichtung (14).
9. Schließsystem (10) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslesevorrichtung (14), die ausgebildet ist zum automatischen Durchführen eines
Verfahrens mit dem Schritt:
vor dem Empfangen von Türelement-Daten vom Türelement (12) Senden eines Auslesebefehls
an das Türelement (12).
10. Schließsystem (10) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Auslesevorrichtung (14) ausgebildet ist zum automatischen Durchführen eines Verfahrens
mit den Schritten:
(i) Erfassen von Vorgangsdaten, die
- eine Türelement-Kennung (K), die das Türelement (12) eindeutig kennzeichnet, und/oder
- einen Auslese-Zeitpunkt (T), zu dem das Auslesen stattfindet, und/oder
- eine Bediener-Kennung, die einen Bediener (62) der Auslesevorrichtung (14) eindeutig
kennzeichnet, und/oder
- eine Auslesevorrichtungs-Kennung, die die Auslesevorrichtung (14) eindeutig kennzeichnet,
enthalten,
(ii) Verschlüsseln der Türelement-Daten, insbesondere mit Vorgangsdaten, sodass verschlüsselte
Türelement-Daten erhalten werden, und
(iii) Speichern der verschlüsselten Türelement-Daten in der Auslesevorrichtung (14)
und/oder Weiterleiten der verschlüsselten Türelement-Daten an den Zentralrechner (58).
11. Verfahren zum Berechnen eines Alterungsparameters (A) eines Türelementes (12) mit den Schritten:
(i) Erfassen von zeitabhängigen Fallen-Positionsverläufen (x(t)) einer Falle (24)
des Türelementes (12) mittels einer Schließzustands-Erfassungsvorrichtung (42),
(ii) Berechnen zumindest eines Alterungsparameters (A), der eine Alterung des Türelementes
(12) beschreibt, aus zumindest einem Fallen-Positionsverlauf (x(t)), insbesondere
dem Referenz-Fallenpositionsverlauf (x°(t)) und zumindest einem Fallen-Positionsverlauf
(xn(t)), und
(iii) Ausgeben des Alterungsparameters (A).
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
(i) der Alterungsparameter (A) eine Halteposition kodiert, in der die Falle (24) nach
dem Schließen der Tür anhält, und dass
eine Warnmeldung ausgegeben wird, wenn die Halteposition außerhalb eines vorgegebenen
Halteposition-Toleranzintervalls liegt und/oder
(ii) der Alterungsparameter (A) ein Tür-Alterungsparameter ist, der einen Alterungszustand
einer Brandschutztür (16) beschreibt und eine Schließzeit kodiert, die die Falle (24)
zum Schließen benötigt, und
die Warnmeldung ausgegeben wird, wenn eine zeitliche Zunahme der Schließzeit außerhalb
eines vorgegebenen Schließzeit-Toleranzintervalls liegt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
(i) der Alterungsparameter (A) eine Gleitdauer (G) kodiert, während der Falle (24)
auf dem Türrahmen (22) gleitet und
(ii) die Warnmeldung ausgegeben wird, wenn die Gleitdauer außerhalb eines vorgegebenen
Gleitdauer-Toleranzintervalls liegt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
gekennzeichnet durch die Schritte:
(i) Wiederholen der Schritte des Erfassens von zeitabhängigen Fallen-Positionsverläufen
(x(t)) und des Berechnens des Alterungsparameters (A) für eine Mehrzahl an Bedienungsvorgängen,
sodass eine Alterungsparameter-Folge erhalten wird,
(ii) Berechnen eines Wartungsdatums (tW) aus der Alterungsparameter-Folge.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14,
gekennzeichnet durch die Schritte:
(i) Senden eines Auslesebefehls an die Auswerteeinheit (47) mittels eines Auslesegeräts,
(ii) Erfassen von Vorgangsdaten, die
- eine Türelement-Kennung (K), die das Türelement (12) eindeutig kennzeichnet, und/oder
- einen Auslese-Zeitpunkt (T), zu dem das Auslesen stattfindet, und/oder
- eine Bediener-Kennung, die einen Bediener (62) der Auslesevorrichtung (14) eindeutig
kennzeichnet (zB durch Auslesen einer ID-Karte) und/oder
- eine Auslesevorrichtungs-Kennung, die die Auslesevorrichtung (14) eindeutig kennzeichnet,
enthalten, und
(iii) Verschlüsseln der Türelement-Daten mit den Vorgangsdaten, sodass verschlüsselte
Türelement-Daten erhalten werden, und
(iv) Speichern der verschlüsselten Türelement-Daten mittels des Auslesegeräts.