[0001] Die Erfindung betrifft ein Vakuumsystem mit einer Vakuumpumpe, insbesondere einer
Split-Flow-Pumpe, und einem Rezipienten, die jeweils eine Funktionsseite aufweisen,
und mit einer Montageeinrichtung zur Montage der Vakuumpumpe an den Rezipienten mit
einander zugewandten Funktionsseiten.
[0002] Die Erfindung betrifft außerdem eine Vakuumpumpe, insbesondere für ein erfindungsgemäßes
Vakuumsystem, mit einer Funktionsseite, in der wenigstens ein Funktionsbereich, insbesondere
eine Ansaugöffnung oder ein Anschluss, angeordnet oder ausgebildet ist.
[0003] Das Anbringen von Vakuumpumpen an Rezipienten ist in der Praxis häufig problematisch.
Gründe hierfür können insbesondere das große Gewicht der Vakuumpumpe und die baulichen
Gegebenheiten sein, welche die Zugänglichkeit des Einbauortes erschweren. Bekannte
Montagehilfen sind entweder teuer oder leiden an anderen Unzulänglichkeiten. Viele
Lösungen sind nur unter ganz bestimmten Bedingungen einsetzbar, erfordern viel Kraft
oder können leicht zu Beschädigungen der Pumpe führen.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Möglichkeit für eine einfache und kostengünstige
Montage von Vakuumpumpen zu schaffen.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die Merkmale des Anspruchs 1.
[0006] Erfindungsgemäß ist die Montageeinrichtung dazu ausgebildet, zunächst ein Abstützen,
nämlich durch Einhängen oder durch Einschieben, der Vakuumpumpe an dem Rezipienten
und dann ein Befestigen der Vakuumpumpe an dem Rezipienten zu ermöglichen, wobei die
Montageeinrichtung am Rezipienten wenigstens ein von dessen Funktionsseite abstehendes
Stützorgan und an der Vakuumpumpe zumindest ein Gegenstück umfasst, das mit dem Stützorgan
durch Einhängen von oben oder durch Einschieben von der Seite in Eingriff bringbar
ist, um die Vakuumpumpe in einer Vorfixierstellung an dem Rezipienten abzustützen,
und wobei die Montageeinrichtung zusätzlich zu dem Stützorgan und dem Gegenstück am
Rezipienten und an der Vakuumpumpe ausgebildete Befestigungsmittel umfasst, mit denen
die Vakuumpumpe entweder direkt in der Vorfixierstellung oder nach einem Überführen
aus der Vorfixierstellung in eine Endfixierstellung an dem Rezipienten befestigbar
ist.
[0007] Das erfindungsgemäße zweistufige Konzept - erst Abstützen und dann Befestigen - ist
äußerst effizient, für praktisch alle Einbausituationen geeignet und zudem äußerst
kostengünstig, da es mit simplen mechanischen Mitteln realisiert werden kann. Durch
das Abstützen ist die Pumpe bereits von dem Rezipienten gehalten, d.h. der Benutzer
braucht nicht mehr das gesamte Gewicht der Pumpe zu halten. Das Einhängen oder Einschieben
kann auf einfache Weise so realisiert werden, dass die Pumpe gegen ein Bewegen weg
vom Rezipienten gesichert ist, die Pumpe also nicht versehentlich von selbst aus der
abgestützten Vorfixierstellung herausgelangen kann. Bei in der Vorfixierstellung abgestützter
Pumpe kann sich der Benutzer folglich auf die endgültige Befestigung der Pumpe am
Rezipienten konzentrieren. Insbesondere ist es hierbei lediglich erforderlich, die
Pumpe mit einer Hand zu halten und gegebenenfalls in eine von der Vorfixierstellung
verschiedene Endfixierstellung zu überführen. Dann kann die Pumpe mit den jeweiligen
Befestigungsmitteln endgültig am Rezipienten befestigt werden, womit Vakuumpumpe und
Rezipient vakuumdicht miteinander verbunden sind.
[0008] Der Eingriff zwischen Stützorgan des Rezipienten und Gegenstück der Vakuumpumpe,
der durch das Einhängen oder Einschieben hergestellt wird, ist bevorzugt derart verriegelnd,
dass die Pumpe gegen ein Bewegen weg vom Rezipienten gesichert ist. Dies schließt
nicht aus, dass die Pumpe in der abgestützten Vorfixierstellung noch in einem gewissen
Ausmaß relativ zum Rezipienten bewegbar ist. Insbesondere kann eine solche Bewegbarkeit
dazu dienen, die Pumpe aus der Vorfixierstellung in eine Endfixierstellung zu überführen,
wobei ein solchen Überführen aber kein zwingendes Merkmal der Erfindung ist.
[0009] Unter dem Begriff "Funktionsseite" ist jene Seite der Vakuumpumpe zu verstehen, die
im jeweils endgültig montierten Zustand dem Rezipienten zugewandt ist. Entsprechend
ist hinsichtlich des Rezipienten unter dem Begriff "Funktionsseite" jene Seite des
Rezipienten zu verstehen, die im jeweils endgültig montierten Zustand der Vakuumpumpe
zugewandt ist. Der Begriff "Funktionsseite" stellt also keine Beschränkung hinsichtlich
der konkreten Ausgestaltung der betreffenden Seite der Vakuumpumpe oder des Rezipienten
dar, bedeutet also keine Einschränkung auf bestimmte Funktionsteile oder Funktionsbereiche.
Bei einer Vakuumpumpe beispielsweise kann eine Seite eine oder mehrere Vakuum- oder
Ansaugöffnungen aufweisen, wobei die gegenüberliegende Seite der Vakuumpumpe ebenfalls
mit Funktionsöffnungen, beispielsweise sogenannten Anzapfungen, versehen sein kann.
Die Erfindung kann auch für die Montage der Vakuumpumpe an einen Rezipienten ausgebildet
sein, bei der diese gegenüberliegende, z.B. mit den Anzapfungen versehene Seite die
Funktionsseite im Sinne der vorliegenden Offenbarung bildet. Insbesondere kann sowohl
eine Vakuumpumpe als auch ein Rezipient mehr als eine Funktionsseite im Sinne der
vorliegenden Offenbarung aufweisen. Auch der Begriff "Rezipient" ist folglich breit
zu verstehen. Es muss sich nicht um eine Einrichtung handeln, die zu evakuieren ist.
Grundsätzlich kann jede Einrichtung, an die eine Vakuumpumpe zu welchem Zweck auch
immer zu montieren ist, ein Rezipient im Sinne der vorliegenden Offenbarung sein.
[0010] Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist die Vakuumpumpe aus der durch das
Einhängen oder Einschieben erreichten Vorfixierstellung durch eine Schwenkbewegung
in eine von der Vorfixierstellung verschiedene Endfixierstellung überführbar. Insbesondere
erfolgt dabei die Schwenkbewegung um eine Schwenkachse, die durch den Abstützbereich
verläuft, welcher durch das Stützorgan des Rezipienten und das am Stützorgan abgestützte
Gegenstück der Vakuumpumpe gebildet ist. Die Pumpe kann also im eingehängten oder
eingeschobenen Zustand um den Stützbereich verschwenkbar sein, um die beiden Funktionsseiten
in Anlage miteinander zu bringen, woraufhin die endgültige Befestigung mittels der
Befestigungselemente erfolgt.
[0011] Wie bereits erwähnt, ist eine wie auch immer geartete Überführung der Vakuumpumpe
aus der Vorfixierstellung in eine Endfixierstellung in Abhängigkeit von der konkreten
Ausgestaltung der Montageeinrichtung möglich, aber nicht zwingend. Die bestimmungsgemäße
Relativlage der beiden Funktionsseiten, in welcher die endgültige Befestigung der
Vakuumpumpe am Rezipienten erfolgt, kann auch bereits in der durch das Einhängen oder
Einschieben erreichten Vorfixierstellung gegeben sein.
[0012] Die Funktionsseiten der Vakuumpumpe und des Rezipienten können jeweils wenigstens
einen Funktionsbereich aufweisen, beispielsweise eine Ansaugöffnung oder einen Anschluss,
wobei zur vakuumdichten Verbindung zwischen Pumpe und Rezipienten die Funktionsbereiche
mit Dichtmitteln versehen sein können, insbesondere speziell ausgebildeten Dichtflächen
und/oder separaten Dichtelementen wie beispielsweise O-Ringe aus Elastomermaterial.
Entweder bereits in der Vorfixierstellung oder in der Endfixierstellung sind die Funktionsseiten
der Vakuumpumpe und des Rezipienten und somit deren Funktionsbereiche und Dichtmittel
korrekt relativ zueinander ausgerichtet, so dass durch das endgültige Befestigen der
Vakuumpumpe am Rezipienten die vakuumdichte Verbindung hergestellt und insbesondere
die bestimmungsgemäße Verpressung der O-Ringe erreicht wird.
[0013] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel ist zumindest ein Teil der Befestigungsmittel
mit Abstand von der Schwenkachse angeordnet, um welche die Schwenkbewegung zum Überführen
der Vakuumpumpe aus der Vorfixierstellung in die Endfixierstellung erfolgt. Die Befestigung
der Vakuumpumpe und deren Abstützung erfolgen also an unterschiedlichen Stellen. Dies
schließt aber nicht aus, dass die Befestigung zum Teil auch im Bereich der Abstützung
erfolgen kann.
[0014] Zur Umsetzung des erfindungsgemäßen Einhängekonzepts kann insbesondere vorgesehen
sein, dass das Stützorgan des Rezipienten einen von dessen Funktionsseite abstehenden
Bolzen mit einem von der Funktionsseite beabstandeten Verriegelungskopf umfasst, und
wobei das Gegenstück der Vakuumpumpe einen zwischen Funktionsseite und Verriegelungskopf
des Rezipienten steckbaren Einhängeabschnitt mit einer Ausnehmung für den Bolzen umfasst.
Bevorzugt weist der Rezipient mehrere mit Abstand voneinander angeordnete Stützorgane
auf, für welche die Vakuumpumpe jeweils einen Einhängeabschnitt mit entsprechender
Ausnehmung aufweist. Zwei mit ausreichend Abstand voneinander angeordnete Stützorgane
können in vielen Fällen ausreichend sein.
[0015] Derartige Stützorgane können auf denkbar einfache und kostengünstige Weise jeweils
durch eine Schraube realisiert werden, die so weit in eine Gewindeöffnung des Rezipienten
geschraubt wird, dass der Schraubenkopf sich im jeweils gewünschten Abstand von der
Funktionsseite befindet. Der Schraubenschaft bildet dann den Bolzen, in den das Gegenstück
der Vakuumpumpe mit der Ausnehmung eingreift. Insbesondere kann das Stützorgan eine
Schraube mit Flansch sein, die als sehr billiges, einfaches Normteil erhältlich ist,
beispielsweise nach der DIN 6921.
[0016] Das erfindungsgemäße Einschiebekonzept kann beispielsweise dadurch umgesetzt werden,
dass das Stützorgan des Rezipienten zumindest eine Stützschiene mit einer Stützfläche
und einem von der Funktionsseite beabstandeten Verriegelungssteg umfasst, wobei das
Gegenstück der Vakuumpumpe einen zwischen Funktionsseite und Verriegelungssteg des
Rezipienten auf der Stützfläche verschiebbaren Einschiebesteg umfasst.
[0017] Auf eine derartige Stützschiene kann die Vakuumpumpe einfach mit ihrem Einschiebesteg
aufgeschoben werden, bis die Vorfixierstellung erreicht ist. Hierfür kann ein Endanschlag
vorgesehen sein. Je nach Zugänglichkeit kann die Vakuumpumpe gegebenenfalls auch mit
ihrem Einschiebesteg in die Stützschiene eingehängt werden, wobei der Verriegelungssteg
der Stützschiene wiederum eine Bewegung der Pumpe weg vom Rezipienten verhindert und
so die abgestützte Stellung sichert. Diese Montageeinrichtung kann folglich sowohl
ein Einschieben als auch ein Einhängen ermöglichen. Wird die Pumpe eingehängt, fungiert
der Einschiebesteg als Einhängesteg. Es kann dann wiederum vorgesehen sein, dass die
Pumpe durch Verschwenken aus der eingeschobenen oder eingehängten Vorfixierstellung
in eine Endfixierstellung zu überführen ist.
[0018] Die Umsetzung eines solchen Einhängekonzepts mittels Stützschiene und Einschiebesteg
ist dann möglich, wenn lediglich eine einseitige Abstützung erfolgt. Das erfindungsgemäße
Einschiebekonzept kann auch mittels einer beidseitigen Abstützung realisiert werden,
bei der zwei parallel mit Abstand voneinander angeordnete Stützschienen vorhanden
sind. In diesem Fall kann die Vorfixierstellung ausschließlich durch Einschieben der
Vakuumpumpe erreicht werden.
[0019] Unabhängig davon, ob eine einseitige Abstützung mit einer Stützschiene oder eine
zweiseitige Abstützung mit zwei parallel verlaufenden Stützschienen realisiert wird,
kommt eine Stützschiene mit von der Funktionsseite beabstandetem Verriegelungssteg
insbesondere bei einer sogenannten Seitenmontage zum Einsatz, bei der die Funktionsseiten
bei bestimmungsgemäßer Orientierung von Rezipient und Vakuumpumpe zumindest im Wesentlichen
vertikal verlaufen.
[0020] Alternativ zu einer derartigen Seitenmontage ist auch eine sogenannte Überkopfmontage
möglich, bei der die Funktionsseiten bei bestimmungsgemäßer Orientierung von Rezipient
und Vakuumpumpe zumindest im Wesentlichen horizontal verlaufen. Bei einer solchen
Überkopfmontage mit nach unten weisender Funktionsseite des Rezipienten kommt bevorzugt
das erfindungsgemäße Einschiebekonzept zum Einsatz, und zwar vorzugsweise mit zwei
parallel verlaufenden Stützschienen, bei denen jeweils die Stützfläche von der Funktionsseite
beabstandet ist.
[0021] Folglich kann gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung vorgesehen sein, dass
das Stützorgan des Rezipienten zumindest eine Stützschiene mit einer von der Funktionsseite
beabstandeten Stützfläche umfasst, wobei das Gegenstück der Vakuumpumpe einen auf
der Stützfläche verschiebbaren Einschiebesteg umfasst.
[0022] Die Stützfläche kann entweder parallel oder in einer alternativen Ausgestaltung schräg
zur Funktionsseite mit ausgehend von einem Eintrittsbereich abnehmendem Abstand zwischen
Stützfläche und Funktionsseite verlaufen. Eine derartige "Auflauframpe" kann insbesondere
bei einer Überkopfmontage das Einschieben der Pumpe beträchtlich erleichtern, da diese
zunächst schräg von unten eingeführt werden kann. Der Verlauf der Stützfläche kann
derart gewählt werden, dass sich am Ende des Einschiebevorgangs der hintere Bereich
der Funktionsseite in einem vorgegebenen Abstand zur Funktionsseite des Rezipienten
befindet und die Pumpe lediglich noch im vorderen Bereich etwas angehoben zu werden
braucht, um die Pumpe in die Endfixierstellung zu schwenken und anschließend endgültig
zu befestigen.
[0023] Das Erreichen der Vorfixierstellung kann wiederum durch einen Endanschlag markiert
werden, der die Einschubtiefe exakt auf das für die jeweilige korrekte Relativlage
von Pumpe und Rezipient erforderliche Maß beschränkt.
[0024] Es kann also vorgesehen sein, dass für eine Seitenmontage mit bei bestimmungsgemäßer
Orientierung zumindest im Wesentlichen vertikal verlaufenden Funktionsstellen die
Montageeinrichtung für ein lediglich einseitiges Abstützen oder für ein zweiseitiges
Abstützen ausgebildet ist. In einer möglichen Ausgestaltung wird die Pumpe lediglich
einseitig abgestützt und vor der endgültigen Befestigung aus der abgestützten Vorfixierstellung
in eine Endfixierstellung verschwenkt.
[0025] Für eine Überkopfmontage mit bei bestimmungsgemäßer Orientierung zumindest im Wesentlichen
horizontal verlaufenden Funktionsseiten ist die Montageeinrichtung bevorzugt für ein
zweiseitiges Abstützen ausgebildet. Dabei kann das endgültige Befestigen der Pumpe
am Rezipienten direkt in der Vorfixierstellung nach Überführen in eine von der Vorfixierstellung
verschiedene Endfixierstellung erfolgen.
[0026] Gemäß einem Ausführungsbeispiel weist die Vakuumpumpe eine Längserstreckung mit einer
parallel zu einem Pumpenrotor verlaufenden Längsachse und einer quer zur Längsachse
verlaufenden Stirnseite auf, wobei ein für ein lediglich einseitiges Abstützen vorgesehenes
Gegenstück der Vakuumpumpe im Bereich eines stirnseitigen Endes der parallel zur Längsachse
verlaufenden Funktionsseite angeordnet ist. Die Stirnseite kann insbesondere von einer
Anschlussseite eines an einem Gehäuseteil angebrachten Unterteils gebildet werden.
[0027] Die Anordnung des Gegenstücks im Bereich des stirnseitigen Endes der Vakuumpumpe
ist insbesondere dann von Vorteil, wenn bei einer Vertikalmontage die Vakuumpumpe
mit bei bestimmungsgemäßer Orientierung vertikal verlaufender Längsachse am Rezipienten
eingehängt wird. Das Einhängen erfolgt hierbei nämlich an einer vergleichsweise weit
von den Dichtflächen bzw. Dichtelementen der Funktionsseiten entfernten Stelle. Die
Montage derartiger Pumpen kann folglich durch die Erfindung wesentlich vereinfacht
werden.
[0028] Die Vakuumpumpe kann entlang einer Längsachse aufeinanderfolgend ein Gehäuseteil
und ein separates, mit dem Gehäuseteil verbundenes Unterteil umfassen, wobei das Gegenstück
der Vakuumpumpe an dem Unterteil oder an einem parallel zur Längsachse verlaufenden
Flansch des Gehäuseteils angeordnet ist.
[0029] Das erfindungsgemäße Montagekonzept kann folglich auch bei derartigen Pumpen sowohl
für eine vertikale Montage mit vertikal verlaufender Längsachse als auch für eine
horizontale Montage mit horizontal verlaufender Längsachse zum Einsatz kommen.
[0030] Mit dem Begriff "Unterteil" wird eine separate Einheit bezeichnet, die an dem die
pumpwirksamen Bestandteile der Vakuumpumpe beinhaltenden Gehäuse angebracht ist und
andere Komponenten als die pumpwirksamen Bestandteile enthalten sowie mit externen
Anschlüssen versehen sein kann. Insbesondere können im Unterteil elektrische und elektronische
Komponenten untergebracht sein. Das Unterteil kann zudem zur Anbindung eines Steuerteils
dienen.
[0031] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel ist an von den Funktionsseiten verschiedenen
Anschlussseiten der Vakuumpumpe und des Rezipienten zumindest ein Paar einander zugeordneter
Anschlüsse ausgebildet, deren Verbindung durch das Einhängen oder Einschieben der
Vakuumpumpe herstellbar ist.
[0032] Hierbei kann in vorteilhafter Weise der Vorgang des Einhängens oder Einschiebens
zum Herstellen der Vorfixierstellung gleichzeitig dazu benutzt werden, eine oder mehrere
Anschlussverbindungen herzustellen. Hierbei wird folglich der Umstand ausgenutzt,
dass die zum Einhängen oder Einschieben ausgebildete Montageeinrichtung mit dem Erreichen
der Vorfixierstellung bereits eine korrekte Relativlage zwischen Vakuumpumpe und Rezipient
sicherstellt.
[0033] Die Erfindung betrifft auch eine Vakuumpumpe für ein Vakuumsystem der hierin beschriebenen
Art, wobei die Vakuumpumpe folglich eine Funktionsseite und zumindest ein Gegenstück
umfasst, das dazu ausgebildet ist, mit einem jeweiligen Stützorgan eines Rezipienten
zusammenzuwirken, und zwar entweder im Sinne des erfindungsgemäßen Einhängekonzepts
oder des erfindungsgemäßen Einschiebekonzepts.
[0034] Bei der Vakuumpumpe handelt es sich insbesondere um eine sogenannte Split-Flow-Pumpe,
die eine Längserstreckung mit einer parallel zu einem Pumpenrotor verlaufenden Längsachse
aufweist, wobei bevorzugt die Split-Flow-Pumpe zumindest zwei an der Funktionsseite
in Längsrichtung mit Abstand angeordnete Ansaugöffnungen aufweist, über welche die
Split-Flow-Pumpe im montierten Zustand mit einer oder mehreren Kammern eines zu evakuierenden
Rezipienten in Verbindung steht. Derartige Ansaugöffnungen einer Split-Flow-Pumpe
werden auch als Ports bezeichnet.
[0035] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Vakuumpumpe, insbesondere für ein
Vakuumsystem der hierin beschriebenen Art, mit einer Funktionsseite, in der wenigstens
ein Funktionsbereich, insbesondere eine Ansaugöffnung oder ein Anschluss, angeordnet
oder ausgebildet ist, wobei der Funktionsbereich zumindest teilweise von einer Erhebung
umgeben ist, die von einer umliegenden Fläche der Funktionsseite absteht und um die
ein ringförmiges Dichtelement gelegt oder gespannt ist.
[0036] Bei dem ringförmigen Dichtelement handelt es sich insbesondere um einen O-Ring aus
einem Elastomermaterial.
[0037] Indem erfindungsgemäß das Dichtelement um eine abstehende Erhebung gelegt oder gespannt
wird, ist es nicht mehr erforderlich, in der Funktionsseite der Pumpe eine Aufnahmenut
für das Dichtelement herzustellen. Dies stellt einen großen Vorteil dar, da die Herstellung
derartiger Nuten vergleichsweise viel Zeit benötigt und kostenintensiv ist. Dies liegt
insbesondere daran, dass üblicherweise derartige Nuten mittels eines Schaftfräsers
hergestellt werden. Die geringe Breite derartiger Nuten erfordert den Einsatz kleiner
Fräser typischerweise mit Durchmessern zwischen 1 und 6 mm. Eine solche Bearbeitung
ist es, die für den relativ großen Zeitaufwand bei der Nutherstellung verantwortlich
ist.
[0038] Die Erfindung hat den Vorteil, dass die Funktionsseite mit einem vergleichsweise
großen Werkzeug bearbeitet werden kann, welches beispielsweise einen Durchmesser zwischen
20 und 100 mm besitzt. Hierdurch können vergleichsweise große Messerköpfe zum Einsatz
kommen, die eine besonders wirtschaftliche spanende Bearbeitung ermöglichen.
[0039] Besonders vorteilhaft bei dieser Art der Bearbeitung ist, dass einer Seitenwand einer
bei der Bearbeitung der Funktionsseite stehenbleibenden Erhebung gleich die jeweils
gewünschte Form gegeben werden kann. So kann beispielsweise ein durch die Erhebung
gebildeter Absatz auf der Funktionsseite z.B. mit einer seitlichen Hinterschneidung
versehen werden. Eine solche Hinterschneidung kann bei Verwendung einer entsprechenden
Werkzeuggeometrie gleichzeitig mit der Zerspanung der jeweils bearbeiteten Fläche
eingebracht werden.
[0040] Erfindungsgemäß ist also vorgesehen, dass das ringförmige Dichtelement nicht in einer
Nut angeordnet ist. Insbesondere bedeutet dies, dass das Dichtelement an seiner von
der Erhebung abgewandten Seite freiliegt. Es hat sich herausgestellt, dass für eine
korrekte und sichere Positionierung von ringförmigen Dichtelementen keine Nuten erforderlich
sind, sondern dass es genügt, wenn das Dichtelement um die jeweilige Erhebung gelegt
oder gespannt ist.
[0041] Es ist bevorzugt, grundsätzlich aber nicht zwingend erforderlich, dass die Erhebung
den jeweiligen Funktionsbereich vollständig umgibt, die Erhebung also um den Funktionsbereich
herum geschlossen ist.
[0042] Wie bereits erwähnt, kann die vom Funktionsbereich abgewandte und somit dem Dichtelement
zugewandte Außenwand der Erhebung mit einem grundsätzlich beliebigen Verlauf versehen
werden. So kann die Außenwand beispielsweise zumindest im Wesentlichen senkrecht zur
Funktionsseite verlaufen. Alternativ kann die Außenwand mit einer Hinterschneidung
versehen sein, in welche das Dichtelement teilweise hineinragt. Die Hinterschneidung
kann beispielsweise als Teil-Schwalbenschwanznut ausgebildet sein, insbesondere als
sogenannter halber Schwalbenschwanz.
[0043] Bevorzugt umfasst die Funktionsseite eine ebene Fläche, von welcher die Erhebung
absteht.
[0044] Des Weiteren ist es bevorzugt, wenn die gegenüber der Funktionsseite erhöhte Seite
der Erhebung eine ebene Fläche umfasst. Die ebene Fläche der Erhebung kann parallel
zu einer ebenen Fläche der Funktionsseite verlaufen, von welcher die Erhebung absteht.
[0045] Die Oberflächenrauigkeit der Fläche, von welcher die Erhebung absteht und an welcher
das Dichtelement anliegt, ist bevorzugt mit einer Oberflächenrauigkeit von maximal
Ra = 3,6 versehen.
[0046] Das erfindungsgemäße Dichtkonzept ermöglicht eine vakuumtechnisch dichte Verbindung
zwischen der Pumpe und einem jeweiligen Rezipienten, mit der insbesondere Leckraten
von weniger als 5 x 10
-7 mbar l/s sichergestellt werden können.
[0047] Als Material für das Dichtelement kommt beispielsweise Fluorkautschuk (abgekürzt
FKM) in Frage. Grundsätzlich kann das Dichtelement aus einem beliebigen Elastomermaterial
gefertigt sein.
[0048] Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben.
Es zeigen:
- Fig. 1 bis 8
- verschiedene Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Vakuumsystems, bei denen eine
Vakuumpumpe an einem Rezipienten entweder eingehängt oder eingeschoben wird, und
- Fig. 9 bis 11
- ein Ausführungsbeispiel einer Vakuumpumpe mit einem er-findungsgemäßen Dichtungskonzept.
[0049] Bei allen in den Figuren dargestellten Vakuumpumpen 11 handelt es sich jeweils um
eine sogenannte Split-Flow-Vakuumpumpe, mit der in einer oder mehreren Kammern eines
Rezipienten 13 ein Hochvakuum oder Ultrahochvakuum hergestellt werden kann. Bevorzugt
umfasst die Vakuumpumpe 11 zumindest einen eine Längsachse 29 definierenden Pumpenrotor,
der die rotierenden Teile eines oder mehrerer Pumpabschnitte trägt. Zumindest ein
Pumpabschnitt der Vakuumpumpe 11 ist vorzugsweise ein Turbomolekularpumpabschnitt.
[0050] Die Vakuumpumpe 11 umfasst ein langgestrecktes Gehäuseteil 25, an welchem stirnseitig
ein Unterteil 27 befestigt ist, das unter anderem mit verschiedenen Anschlüssen und
einem Steuerteil versehen ist. Dieser Aufbau einer Split-Flow-Vakuumpumpe ist grundsätzlich
bekannt, so dass hierauf nicht näher eingegangen zu werden braucht.
[0051] Das Vakuumsystem gemäß Fig. 1 ist für eine Vertikalmontage mit im montierten Zustand
zumindest im Wesentlichen vertikal verlaufender Längsachse 29 ausgebildet. Eine erfindungsgemäße
Montageeinrichtung umfasst am Rezipienten 13 zwei mit Abstand voneinander angeordnete
Stützorgane 17, die jeweils von einer in die Funktionsseite 13b des Rezipienten 13
eingeschraubten Schraube mit Bolzen 17a und Verriegelungskopf 17b gebildet sind. Wie
im Einleitungsteil erwähnt, können für diese Schrauben 17 einfache billige Standard-
oder Normschrauben mit Flansch verwendet werden. Dies gilt auch für die nachstehend
erläuterten Varianten.
[0052] Gegenstücke der Vakuumpumpe 11 für die Stützorgane 17 des Rezipienten 13 sind von
Ausnehmungen 15 gebildet, die in einem Gegenflansch 15a am Unterteil 27 der Pumpe
11 ausgebildet sind. Die Ausnehmungen 15 sind in Richtung der Längsachse 29 der Pumpe
11 nach unten offen, so dass - wie die Abbildung unten links in Fig. 1 zeigt - die
Pumpe 11 in vertikaler Ausrichtung montiert werden kann. Dies erfolgt durch Einhängen
der Pumpe 11 mit den Ausnehmungen 15 von oben in die Schrauben 17, wobei die Ausnehmungen
15 mit den Bolzen 17a in Eingriff gelangen. Im eingehängten Zustand ist die Pumpe
11 durch die Schraubenköpfe 17b verriegelt, d.h. gegen eine Bewegung weg vom Rezipienten
13 gesichert.
[0053] Je nach konkreter Ausgestaltung dieser Montageeinrichtung 15, 17 können in dieser
Vorfixierstellung, in der die Pumpe 11 bereits am Rezipienten 13 abgestützt ist, die
beiden Funktionsseiten 11a, 13a parallel zueinander verlaufen und über hier nicht
dargestellte Dichtflächen oder Dichtelemente aneinander anliegen. Alternativ kann,
wie in Fig. 1 die Abbildung links unten zeigt, noch eine geringfügige, durch einen
Pfeil angedeutete Schwenkbewegung um den von den Stützorganen 17 und den Gegenstücken
15 gebildeten Abstützbereich herum erfolgen, um die Pumpe 11 von der abgestützten
Vorfixierstellung in eine Endfixierstellung mit parallel zueinander verlaufenden Funktionsseiten
11a, 13a zu überführen.
[0054] Die Schwenkachse 23 ist in der Abbildung unten rechts in Fig. 1 durch eine gestrichelte
Linie angedeutet.
[0055] Für die in der Endfixierstellung erfolgende endgültige Befestigung der Pumpe 11 am
Rezipienten 13 umfasst die erfindungsgemäße Montageeinrichtung Befestigungsmittel.
Diese werden an der Vakuumpumpe 11 von zwei parallel zur Längsachse 29 verlaufenden
Flanschen 19 gebildet, die am Gehäuseteil 25 befestigt oder einstückig mit diesem
ausgebildet sowie mit Öffnungen 19a für Befestigungsschrauben 20 versehen sind. An
der Funktionsseite 13a des Rezipienten 13 sind entsprechende Gewindeöffnungen ausgebildet,
in welche die Befestigungsschrauben 20 eingeschraubt werden können. Den endgültig
befestigten Montagezustand zeigt die Abbildung unten rechts in Fig. 1.
[0056] Wie Fig. 1 außerdem zeigt, kann dieses erfindungsgemäße Montagekonzept gleichzeitig
dazu benutzt werden, Anschlussverbindungen zwischen Vakuumpumpe 11 und Rezipient 13
herzustellen. Die nach unten weisende Stirnseite 31 des Unterteils 27 ist unter anderem
mit einem Anschluss 35 versehen, dem ein Anschluss 37 an einer entsprechenden Anschlussseite
33 des Rezipienten 13 zugeordnet ist. Dieser rezipientenseitige Anschluss 37 ist mit
einem Dichtelement 37a versehen. Durch Einhängen der Pumpe 11 am Rezipienten 13 wird
der Anschluss 35 der Pumpe 11 mit dem Anschluss 37 des Rezipienten 13 in bestimmungsgemäßer
Weise verbunden. In der Abbildung unten links in Fig. 1 ist der Abstand zwischen den
beiden Anschlussseiten 31, 33 zur Veranschaulichung dieses Anschlusskonzepts übermäßig
groß dargestellt.
[0057] Wenn die Pumpe 11 am Rezipienten 13 eingehängt ist, befinden sich Pumpe 11 und Rezipient
13 bezüglich der Einhängerichtung - hier der vertikalen Richtung - bereits in der
endgültigen Relativstellung. Dieser Umstand kann in vorteilhafter Weise dadurch ausgenutzt
werden, dass die Befestigungsmittel 19, 19a der Pumpe 11 und die hier nicht dargestellten
Gewindeöffnungen, welche die Befestigungsmittel des Rezipienten 13 bilden, im eingehängten
Zustand miteinander ausgerichtet sind. Hierdurch braucht der Benutzer nach dem Einhängen
und Verschwenken der Pumpe 11 in die Endfixierstellung lediglich noch die Befestigungsschrauben
20 einzuschrauben, ohne zuvor für eine korrekte Ausrichtung der Pumpe 11 sorgen zu
müssen.
[0058] Fig. 2 zeigt eine Variante, bei der die Vakuumpumpe 11 wiederum am Rezipienten 13
eingehängt wird, hier allerdings mit horizontal verlaufender Längsachse 29. Der parallel
zur Längsachse 29 verlaufende Gegenflansch 15a des Gehäuseteils 25 ist mit drei Ausnehmungen
versehen, wobei die beiden äußeren Ausnehmungen 15 die Gegenstücke für die wiederum
als Schrauben ausgebildeten Stützorgane 17 des Rezipienten 13 bilden. Eine mittlere
Ausnehmung dient nicht zum Abstützen der Pumpe 11 in der Vorfixierstellung, sondern
zur Aufnahme einer Befestigungsschraube 20, mit der die Pumpe 11 im Bereich des Gegenflansches
15a am Rezipienten 13 befestigt wird. An der gegenüberliegenden Seite der Pumpe 11
ist analog zum Ausführungsbeispiel der Fig. 1 ein hier nicht dargestellter Flansch
vorgesehen, der mit Öffnungen versehen ist, über welche die Pumpe 11 auch oben an
den Rezipienten 13 geschraubt werden kann, nachdem die Pumpe 11 eingehängt und aus
dieser Vorfixierstellung in die Endfixierstellung geschwenkt worden ist.
[0059] Fig. 3 zeigt eine weitere Variante, bei der wiederum eine Vertikalmontage mit in
vertikaler Richtung verlaufender Längsachse 29 der Pumpe 11 erfolgt. Im Unterschied
zum Ausführungsbeispiel der Fig. 1 sind die hier die Gegenstücke bildenden Ausnehmungen
15 am dem Unterteil 27 entgegengesetzten Stirnende des Gehäuseteils 25 ausgebildet.
Die Pumpe 11 wird hier also mit dem Unterteil 27 nach oben vertikal montiert und hierzu
- insoweit wie beim Ausführungsbeispiel der Fig. 1 - am Rezipienten 13 eingehängt,
gegebenenfalls verschwenkt und anschließend an seitlichen Flanschen 19 mittels Befestigungsschrauben
20 am Rezipienten 13 befestigt.
[0060] Die Fig. 4 und 5 zeigen eine mögliche Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Einschiebekonzepts,
hier bei Seitenmontage mit einseitiger Abstützung durch eine am Rezipienten 13 angebrachte
Stützschiene 17.
[0061] Die Stützschiene 17 ist hier an die Funktionsseite 13a des Rezipienten 13 geschraubt
und umfasst eine senkrecht zur Funktionsseite 13a orientierte, in Längsrichtung verlaufende
Stützfläche 17c sowie einen von der Funktionsseite 13a beabstandeten Verriegelungssteg
17d, der die Stützfläche 17c begrenzt.
[0062] Der hier rein schematisch dargestellte Rezipient 13 besitzt drei Kammern, die mittels
der Vakuumpumpe 11 zu evakuieren sind und hierzu über in die Funktionsseite 13a mündende
Funktionsöffnungen 13b mit entsprechenden, hier nicht dargestellten Ansaugöffnungen
in der Funktionsseite 11a der Vakuumpumpe 11 ausgerichtet sind, wenn die Pumpe 11
in bestimmungsgemäßer Weise am Rezipienten 13 montiert ist.
[0063] Zur Montage der Vakuumpumpe 11 wird diese mit einem parallel zur Längsachse 29 verlaufenden,
hier nicht dargestellten Einschiebesteg auf die Stützschiene 17 geschoben und nach
Erreichen der aufgeschobenen Vorfixierstellung gegen die Funktionsseite 13a des Rezipienten
13 geschwenkt, woraufhin über den an der Oberseite des Gehäuseteils 25 vorgesehenen
Befestigungssteg 19 ein Verschrauben mit dem Rezipienten 13 erfolgen kann, um die
Pumpe 11 endgültig am Rezipienten 13 zu befestigen. Gewindeöffnungen 21 in der Funktionsseite
13a des Rezipienten 13, der erwähnte Befestigungssteg 19, darin ausgebildete Befestigungsöffnungen
19a sowie Befestigungsschrauben 20 bilden die Befestigungsmittel der erfindungsgemäßen
Montagevorrichtung in diesem Ausführungsbeispiel.
[0064] Beispielsweise am Ende der Stützschiene 17 kann der Rezipient 13 mit einem Endanschlag
versehen sein, an welchem die Vakuumpumpe 11 im vollständig aufgeschobenen Zustand
anliegt und der dem Benutzer das Erreichen der korrekten Vorfixierstellung anzeigt,
in der die Gewindeöffnungen 21 am Rezipienten 13 mit den Befestigungsöffnungen 19a
am Befestigungsflansch 19 der Vakuumpumpe 11 ausgerichtet sind.
[0065] Die Fig. 6, 7 und 8 zeigen in verschiedenen Darstellungen eines erfindungsgemäßen
Einschiebekonzepts für Überkopfmontage mit zweiseitiger Abstützung für die Vakuumpumpe
11.
[0066] Der Rezipient 13 ist an seiner nach unten weisenden Funktionsseite 13a mit zwei Stützschienen
17 versehen, die jeweils eine von der Funktionsseite 13a beabstandete, schräg zur
Funktionsseite 13a verlaufende Stützfläche 17c aufweisen.
[0067] Hierdurch variiert der Abstand zwischen Stützfläche 17c und Funktionsseite 13a derart,
dass dieser Abstand ausgehend von einem in der mittleren Darstellung der Fig. 6 links
befindlichen Eintrittsbereich nach rechts abnimmt. Am Ende dieser von den Stützflächen
17c gebildeten Auflauframpen ist jeweils ein Endanschlag 39 für die Vakuumpumpe 11
angeordnet.
[0068] Die untere Darstellung in Fig. 6 zeigt den Beginn des Aufschiebens der Vakuumpumpe
11, die an ihrer Funktionsseite 11a mit seitlich vorstehenden Einschiebestegen versehen
ist, die hier jeweils das Gegenstück 15 für das von der jeweiligen Stützschiene des
Rezipienten 13 gebildete Stützorgan 17 darstellen.
[0069] Fig. 7 zeigt die Vorfixierstellung, in der die Vakuumpumpe 17 vollständig eingeschoben
ist und an den Endanschlägen 39 anliegt.
[0070] In dieser Vorfixierstellung verlaufen die beiden Funktionsseiten von Pumpe 11 und
Rezipient 13 noch nicht parallel zueinander, wobei aber jeweils am Endbereich des
Einschubstegs 15 ausgebildete Befestigungsöffnungen 19a mit jeweiligen Gewindeöffnungen
an der Funktionsseite 13a des Rezipienten 13 ausgerichtet sind, so dass die Pumpe
11 aus dieser abgestützten Vorfixierstellung lediglich gegen die Funktionsseite 13a
des Rezipienten 13 geschwenkt zu werden braucht (durch den Pfeil in Fig. 7 angedeutet),
um anschließend mittels Befestigungsschrauben 20 (vgl. Fig. 8) an den Rezipienten
13 geschraubt zu werden, um auf diese Weise die Pumpe 11 endgültig am Rezipienten
13 zu befestigen.
[0071] Die mit den schrägen Stützflächen 17c versehenen Stützschienen 17 sind wiederum mit
der Funktionsseite 13a des Rezipienten 13 verschraubt. Die Befestigungsschrauben 22
sind insbesondere in der oberen Darstellung der Fig. 8 zu erkennen.
[0072] Die vorstehenden Erläuterungen zeigen, dass die für das Abstützen, nämlich das Einhängen
oder Einschieben, sowie für das Befestigen erforderlichen Bauteile und Geometrien
auf denkbar einfache und kostengünstige Weise realisiert werden können. Die Stützorgane
- Schrauben oder Schienen - brauchen in den erläuterten Ausführungsbeispielen lediglich
an die Funktionsseite 13a des Rezipienten 13 geschraubt zu werden. An der Vakuumpumpe
11 brauchen lediglich langgestreckte Flansche oder Stege, gegebenenfalls mit Ausnehmungen
oder Öffnungen, vorgesehen zu werden. Diese Flansche oder Stege können bereits bei
der Herstellung der Pumpe 11 beispielsweise am Gehäuseteil 25 oder an einem Unterteil
27 ausgebildet oder nachträglich angebracht werden.
[0073] Bei dem erfindungsgemäßen Dichtungskonzept gemäß den Fig. 9 bis 11 sind zur vakuumdichten
Abdichtung von Ansaugöffnungen 11b der Vakuumpumpe 11 keine in umlaufenden schmalen
Nuten angeordneten Dichtelemente vorgesehen. Stattdessen sind die Ansaugöffnungen
11b jeweils von einer Erhebung 51 vollständig umgeben, die einen Absatz bildet, der
von einer umliegenden ebenen Fläche 53 der Funktionsseite 11a absteht.
[0074] Hierdurch ist an den Ansaugöffnungen 11b jeweils ein umlaufender Anlagebereich vorhanden,
der von der Außenwand 57 der Erhebung 51 gebildet wird. An diesem Anlagebereich kann
- wie Fig. 10 und 11 zeigen - ein beispielsweise aus einem Elastomer hergestellter
O-Ring anliegen, der um die Erhebung 51 gespannt ist.
[0075] Wie Fig. 10 zeigt, kann bei der Herstellung der die Ansaugöffnungen 11b umgebenden
ebenen Fläche 53, bei der die Erhebungen 51 stehengelassen werden, gleichzeitig eine
jeweils gewünschte Formgebung der Außenwände 57 erfolgen. In einer möglichen Ausführungsform
werden hierbei die Erhebungen 51 jeweils an ihrer Außenwand 57 mit einer Hinterschneidung
59 versehen. Hierdurch werden die jeweils um eine Erhebung 51 gespannten Ringdichtungen
55 sicher an der jeweiligen Erhebung 51 gehalten.
[0076] Wie Fig. 10 außerdem zeigt, steht die in die Hinterschneidung 59 hinein vorstehende
Ringdichtung 55 im noch nicht am Rezipienten montierten Zustand über eine parallel
zur umliegenden Fläche 53 verlaufende, erhöhte Seite 61 der Erhebung 51 vor.
[0077] Fig. 11 zeigt den fertigen Montagezustand, in welchem die Vakuumpumpe 11 an den Rezipienten
13 geschraubt ist und die um die Erhebungen 51 umlaufenden Ringdichtungen 55 in bestimmungsgemäßer
Weise zwischen der die Erhebungen 51 umgebenden ebenen Fläche 53 und einer Gegendichtfläche
des Rezipienten 13 verpresst sind.
[0078] Der montierte Zustand gemäß Fig. 11 kann durch das erfindungsgemäße Montagekonzept
hergestellt worden sein, wie es vorstehend in Verbindung mit den Fig. 1 bis 9 beschrieben
worden ist.
Bezugszeichenliste
[0079]
- 11
- Vakuumpumpe
- 11a
- Funktionsseite der Vakuumpumpe
- 11b
- Funktionsbereich der Vakuumpumpe
- 13
- Rezipient
- 13a
- Funktionsseite des Rezipienten
- 13b
- Funktionsöffnung des Rezipienten
- 15
- Gegenstück an der Vakuumpumpe
- 15a
- Gegenflansch
- 17
- Stützorgan am Rezipienten
- 17a
- Bolzen
- 17b
- Verriegelungskopf
- 17c
- Stützfläche
- 17d
- Verriegelungssteg
- 19
- Befestigungsmittel an der Vakuumpumpe
- 19a
- Öffnung
- 20
- Befestigungsschraube
- 21
- Befestigungsmittel am Rezipienten
- 22
- Befestigungsschraube
- 23
- Schwenkachse
- 25
- Gehäuseteil
- 27
- Unterteil
- 29
- Längsachse
- 31
- Stirnseite der Vakuumpumpe
- 33
- Anschlussseite des Rezipienten
- 35
- Anschluss der Vakuumpumpe
- 37
- Anschluss des Rezipienten
- 37a
- Dichtelement
- 39
- Endanschlag
- 51
- Erhebung
- 53
- umliegende Fläche
- 55
- Dichtelement
- 57
- Außenwand
- 59
- Hinterschneidung
- 61
- erhöhte Seite
1. Vakuumsystem mit einer Vakuumpumpe (11), insbesondere einer Split-Flow-Pumpe, und
einem Rezipienten (13), die jeweils eine Funktionsseite (11a, 13a) aufweisen, und
mit einer Montageeinrichtung (15, 17) zur, bevorzugt vakuumdichten, Montage der Vakuumpumpe
(11) an den Rezipienten (13) mit einander zugewandten Funktionsseiten (11a, 13a),
wobei die Montageeinrichtung (15, 17) dazu ausgebildet ist, zunächst ein Abstützen,
nämlich durch Einhängen oder durch Einschieben, der Vakuumpumpe (11) an dem Rezipienten
(13) und dann ein Befestigen der Vakuumpumpe an dem Rezipienten zu ermöglichen,
wobei die Montageeinrichtung am Rezipienten (13) wenigstens ein von dessen Funktionsseite
(13a) abstehendes Stützorgan (17) und an der Vakuumpumpe (11) zumindest ein Gegenstück
(15) umfasst, das mit dem Stützorgan (17) durch Einhängen von oben oder durch Einschieben
von der Seite in Eingriff bringbar ist, um die Vakuumpumpe (11) in einer Vorfixierstellung
an dem Rezipienten (13) abzustützen, und wobei die Montageeinrichtung zusätzlich zu
dem Stützorgan (17) und dem Gegenstück (15) am Rezipienten (13) und an der Vakuumpumpe
(11) ausgebildete Befestigungsmittel (19, 21) umfasst, mit denen die Vakuumpumpe (11)
entweder direkt in der Vorfixierstellung oder nach einem Überführen aus der Vorfixierstellung
in eine Endfixierstellung an dem Rezipienten (13) befestigbar ist.
2. Vakuumsystem nach Anspruch 1,
wobei die Vakuumpumpe (11) aus der durch das Einhängen oder Einschieben erreichten
Vorfixierstellung durch eine Schwenkbewegung in die Endfixierstellung überführbar
ist, wobei insbesondere die Schwenkbewegung um eine Schwenkachse (23) erfolgt, die
durch einen Abstützbereich verläuft, der durch das Stützorgan (17) des Rezipienten
und das am Stützorgan (17) abgestützte Gegenstück (15) der Vakuumpumpe (11) gebildet
ist.
3. Vakuumsystem nach Anspruch 1 oder 2,
wobei zumindest ein Teil der Befestigungsmittel (19, 21) mit Abstand von der Schwenkachse
(23) angeordnet ist.
4. Vakuumsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Stützorgan (17) des Rezipienten (13) einen von dessen Funktionsseite abstehenden
Bolzen (17a) mit einem von der Funktionsseite beabstandeten Verriegelungskopf (17b)
umfasst, und wobei das Gegenstück (15) der Vakuumpumpe (11) einen zwischen Funktionsseite
(13a) und Verriegelungskopf (17b) des Rezipienten (13) steckbaren Einhängeabschnitt
mit einer Ausnehmung für den Bolzen (17a) umfasst.
5. Vakuumsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei das Stützorgan (17) des Rezipienten (13) zumindest eine Stützschiene mit einer
Stützfläche (17c) und einem von der Funktionsseite (13a) beabstandeten Verriegelungssteg
(17d) umfasst, und wobei das Gegenstück (15) der Vakuumpumpe (11) einen zwischen Funktionsseite
(13a) und Verriegelungssteg (17d) des Rezipienten (13) auf der Stützfläche (17c) verschiebbaren
Einschiebesteg umfasst.
6. Vakuumsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei das Stützorgan (17) des Rezipienten (13) zumindest eine Stützschiene mit einer
von der Funktionsseite (13a) beabstandeten Stützfläche (17c) umfasst, und wobei das
Gegenstück (15) der Vakuumpumpe (11) einen auf der Stützfläche (17c) verschiebbaren
Einschiebesteg umfasst, wobei vorzugsweise die Stützfläche (17c) schräg zur Funktionsseite
(13a) mit ausgehend von einem Eintrittsbereich abnehmendem Abstand zwischen Stützfläche
(17c) und Funktionsseite (13a) verläuft.
7. Vakuumsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei für eine Seitenmontage mit bei bestimmungsgemäßer Orientierung zumindest im
Wesentlichen vertikal verlaufenden Funktionsseiten (11a, 13a) die Montageeinrichtung
(15, 17) für ein lediglich einseitiges Abstützen und insbesondere ein Befestigen nach
einem Überführen aus der Vorfixierstellung in die Endfixierstellung ausgebildet ist,
oder
wobei für eine Überkopfmontage mit bei bestimmungsgemäßer Orientierung zumindest im
Wesentlichen horizontal verlaufenden Funktionsseiten (11a, 13a) die Montageeinrichtung
(15, 17) für ein zweiseitiges Abstützen und insbesondere ein Befestigen direkt in
der Vorfixierstellung ohne Überführen in eine von der Vorfixierstellung verschiedene
Endfixierstellung ausgebildet ist.
8. Vakuumsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Vakuumpumpe (11) eine Längserstreckung mit einer parallel zu einem Pumpenrotor
verlaufenden Längsachse (29) und einer quer zur Längsachse verlaufenden Stirnseite
(31) aufweist, die insbesondere von einer Anschlussseite eines an einem Gehäuseteil
(25) angebrachten Unterteils (27) gebildet ist, und wobei ein für ein lediglich einseitiges
Abstützen vorgesehene Gegenstück (15) der Vakuumpumpe (11) im Bereich eines stirnseitigen
Endes der parallel zur Längsachse (29) verlaufenden Funktionsseite (11a) angeordnet
ist.
9. Vakuumsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Vakuumpumpe (11) entlang einer Längsachse (29) aufeinanderfolgend ein Gehäuseteil
(25) und ein separates, mit dem Gehäuseteil (25) verbundenes Unterteil (27) umfasst,
wobei das Gegenstück (15) der Vakuumpumpe (11) an dem Unterteil (27) oder an einem
parallel zur Längsachse (29) verlaufenden Flansch des Gehäuseteils angeordnet ist.
10. Vakuumsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei in den Funktionsseiten (11a, 13a) der Vakuumpumpe (11) und des Rezipienten (13)
zumindest ein Paar einander zugeordneter Funktionsöffnungen (11b, 13b) ausgebildet
ist, die bei am Rezipienten (13) abgestützter Vakuumpumpe (11) bereits vor dem Befestigen
miteinander ausgerichtet sind.
11. Vakuumsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei an von den Funktionsseiten (11a, 11b) verschiedenen Anschlussseiten (31, 33)
der Vakuumpumpe (11) und des Rezipienten (13) zumindest ein Paar einander zugeordneter
Anschlüsse (35, 37) ausgebildet ist, deren Verbindung durch das Einhängen oder Einschieben
der Vakuumpumpe (11) herstellbar ist.
12. Vakuumpumpe (11), insbesondere Split-Flow-Pumpe, für ein Vakuumsystem nach einem der
vorhergehenden Ansprüche, insbesondere mit den die Vakuumpumpe betreffenden Merkmalen
eines der vorhergehenden Ansprüche.
13. Vakuumpumpe (11), insbesondere für ein Vakuumsystem nach einem der Ansprüche 1 bis
11, mit einer Funktionsseite (11a), in der wenigstens ein Funktionsbereich (11b),
insbesondere eine Ansaugöffnung oder ein Anschluss, angeordnet oder ausgebildet ist,
wobei der Funktionsbereich (11b) zumindest teilweise von einer Erhebung (51) umgeben
ist, die von einer umliegenden Fläche (53) der Funktionsseite (11a) absteht und um
die ein ringförmiges Dichtelement (55), insbesondere ein O-Ring, gelegt oder gespannt
ist, wobei insbesondere das Dichtelement (55) an seiner von der Erhebung (51) abgewandten
Seite freiliegt.
14. Vakuumpumpe nach Anspruch 13,
wobei eine von dem Funktionsbereich (11b) abgewandte Außenwand (57) der Erhebung (51)
zumindest im Wesentlichen senkrecht zur Funktionsseite (11a) verläuft oder mit einer
Hinterschneidung (59) versehen ist, in welche das Dichtelement (55) teilweise hineinragt,
wobei insbesondere die Hinterschneidung (59) als Teil-Schwalbenschwanznut ausgebildet
ist.
15. Vakuumpumpe nach Anspruch 13 oder 14,
wobei die Funktionsseite (11a) eine ebene Fläche (53) umfasst, von welcher die Erhebung
(51) absteht, und/oder wobei die gegenüber der Funktionsseite (11a) erhöhte Seite
(61) der Erhebung (51) eine ebene Fläche umfasst, die insbesondere parallel zu einer
ebenen Fläche (53) der Funktionsseite (11a) verläuft, von welcher die Erhebung (51)
absteht.