Gebiet der Erfindung
[0001] Die Offenbarung betrifft eine Vorrichtung zur Ausgabe von Medikamenten.
[0002] Die Offenbarung betrifft ferner Betriebsverfahren für eine derartige Vorrichtung.
Beschreibung der Erfindung
[0003] Bevorzugte Ausführungsformen beziehen sich auf eine Vorrichtung zur Ausgabe von Medikamenten,
wobei die Vorrichtung einen Vorratsbehälter für auszugebende Medikamente aufweist,
eine Ausgabeeinrichtung zur zumindest zeitweisen Aufnahme auszugebender Medikamente,
eine Transporteinrichtung zum Fördern der Medikamente aus dem Vorratsbehälter heraus
zu der Ausgabeeinrichtung, und eine Steuereinrichtung zur Steuerung eines Betriebs
wenigstens einer Komponente der Vorrichtung.
[0004] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung dazu
ausgebildet ist, in Blisterbeuteln angeordnete Medikamente auszugeben. Ein Blisterschlauch
ist ein im Wesentlichen bandförmiges Erzeugnis, bei welchem eine Mehrzahl von einzelnen
Verpackungseinheiten, die auch als Blisterbeutel bzw. Schlauchblister bezeichnet werden,
hintereinander angeordnet sind. Ein Blisterschlauch kann beispielsweise als Medikamentenblisterschlauch
ausgeführt sein, der in den einzelnen Blisterbeuteln jeweils ein oder mehrere Medikamente
wie z.B. Tabletten aufweist. Vorteilhaft kann die Vorrichtung gemäß weiteren bevorzugten
Ausführungsformen ein oder mehrere Blisterschläuche ausgeben.
[0005] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen wird ein erster Blisterbeutel eines Blisterschlauchs,
der z.B. Informationen über den Blisterschlauch aufweist, nicht jedoch Medikamente,
als Führungsbeutel bezeichnet. Er fungiert als Informationsträger und weist z.B. den
Inhalt des Blisterschlauchs bzw. die ihm in dem Blisterschlauch nachfolgenden Blisterbeutel
charakterisierende Informationen auf, die auch als Führungsbeutelinformationen bezeichnet
werden. Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen umfassen die Führungsbeutelinformationen
wenigstens eines der folgenden Elemente: Kennzeichnung des Blisterschlauchs, Angaben
über den Inhalt wenigstens eines Blisterbeutels des Blisterschlauchs, Angaben über
den Typ des Blisterschlauchs bzw. wenigstens eines Blisterbeutels des Blisterschlauchs,
Angaben über eine Zuordnung zu einer Person (für die z.B. die in dem Blisterschlauch
enthaltenen Medikamente bestimmt sind), Angaben über eine Zuordnung zu einem Gerät
(z.B. Zuordnung zu der Vorrichtung gemäß den Ausführungsformen), Angaben über einen
Herstellungsprozess und/oder Herstellungszeitpunkt des Blisterschlauchs.
[0006] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist es auch möglich, dass ein Blisterschlauch
keinen Führungsbeutel aufweist, wobei der erste Blisterbeutel z.B. direkt Medikamente
enthält.
[0007] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung ein
Gehäuse aufweist, wobei die Ausgabeeinrichtung wenigstens ein im Bereich des Gehäuses
angeordnetes Fach und/oder wenigstens eine im Bereich des Gehäuses angeordnete Ausgabeöffnung
aufweist.
[0008] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung eine
primäre Sensoreinrichtung aufweist, die dazu ausgebildet ist, zu ermitteln, ob ein
Medikament und/oder eine Medikamentenverpackung, insbesondere ein Blisterbeutel, in
der Ausgabeeinrichtung angeordnet ist.
[0009] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die primäre Sensoreinrichtung
dazu ausgebildet ist, eine Position und/oder Lage des Medikaments und/oder der Medikamentenverpackung
in der Ausgabeeinrichtung zu ermitteln.
[0010] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die primäre Sensoreinrichtung
wenigstens eines der folgenden Elemente aufweist: a) wenigstens einen optischen Sensor,
insbesondere eine Reflexlichtschranke und/oder eine Gabellichtschranke und/oder eine
Kamera, b) wenigstens einen kapazitiven Sensor, c) wenigstens einen mechanischen Sensor.
[0011] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung wenigstens
eine Leseeinrichtung zum Erfassen von die auszugebenden Medikamente charakterisierenden
ersten Informationen aufweist, wobei die wenigstens eine Leseeinrichtung vorzugsweise
als Kontaktbildsensor, englisch: CIS, contact image sensor, ausgebildet ist.
[0012] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen kann die Leseeinrichtung auch einen optischen
Sensor eines anderen Typs als des genannten CIS-Typs aufweisen, z.B. eine Kamera,
insbesondere Digitalkamera, die z.B. einen digitalen Bildsensor mit einer matrixförmigen
Anzahl (Spalten und Zeilen) von Bildelementen ("Pixeln") aufweist. Optional kann die
Leseeinrichtung auch eine Optik aufweisen.
[0013] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen kann die Leseeinrichtung auch einen Barcodeleser
und/oder einen QR-Code-Leser oder dergleichen aufweisen.
[0014] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen kann die Leseeinrichtung auch mehrere
der vorstehend genannten Sensoren aufweisen, wobei auch unterschiedliche Typen zusammen
nutzbar sind.
[0015] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Leseeinrichtung
im Bereich eines Transportpfads für Medikamente und/oder Medikamentenverpackungen,
insbesondere Blisterbeutel, der Transporteinrichtung angeordnet ist.
[0016] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung eine
Beleuchtungseinrichtung zur zumindest zeitweisen Bestrahlung wenigstens eines Bereichs
der Ausgabeeinrichtung mit a) sichtbarem Licht und/oder b) Infrarotstrahlung und/oder
c) Ultraviolettstrahlung aufweist.
[0017] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Beleuchtungseinrichtung
wenigstens eine, vorzugsweise mehrere, Halbleiterlichtquellen, insbesondere Leuchtdioden
oder organische Leuchtdioden, OLED, aufweist, wobei optional wenigstens eine Lichtleitereinrichtung
vorgesehen ist.
[0018] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die mehreren Halbleiterlichtquellen
in wenigstens einem Randbereich der Ausgabeeinrichtung angeordnet sind, wobei insbesondere
die mehreren Halbleiterlichtquellen einen Innenraum der Ausgabeeinrichtung zumindest
bereichsweise im Wesentlichen umlaufend und/oder ringförmig umgeben.
[0019] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung dazu
ausgebildet ist, zumindest zeitweise wenigstens einen Betriebszustand der Vorrichtung
und/oder wenigstens einer Komponente der Vorrichtung mittels der Beleuchtungseinrichtung
zu signalisieren, insbesondere mittels Blinken und/oder Ausgabe von Licht unterschiedlicher
Farbe.
[0020] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung eine
sekundäre Sensoreinrichtung aufweist, die dazu ausgebildet ist, das Vorhandensein
eines Blisterbeutels in einem dem Vorratsbehälter zugeordneten Einführbereich der
Transporteinrichtung zu ermitteln.
[0021] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die sekundäre Sensoreinrichtung
wenigstens eine Lichtschranke, insbesondere Gabellichtschranke, und/oder eine Kamera
aufweist.
[0022] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung dazu
ausgebildet ist, dann, wenn das Vorhandensein eines Blisterbeutels in dem dem Vorratsbehälter
zugeordneten Einführbereich der Transporteinrichtung ermittelt worden ist, den Blisterbeutel
mittels der Transporteinrichtung zumindest teilweise durch einen bzw. den Transportpfad
zu fördern.
[0023] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung dazu
ausgebildet ist, einen Führungsbeutel zu identifizieren und den Führungsbeutel von
einem nachfolgenden Blisterbeutel zu trennen, wobei insbesondere die Vorrichtung dazu
ausgebildet ist, den abgetrennten Führungsbeutel zu verwerfen oder in die Ausgabeeinrichtung
auszugeben.
[0024] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass das Identifizieren
des Führungsbeutels umfasst: Einlesen von an einem Blisterbeutel angeordneten Informationen,
Auswerten der eingelesenen Informationen.
[0025] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen können Konfigurationsinformationen für
die Vorrichtung vorgesehen sein, die angeben, ob ein Blisterschlauch einen (keine
Medikamente aufweisenden) Führungsbeutel aufweist oder nicht.
[0026] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist die Vorrichtung dazu ausgebildet,
Konfigurationsinformationen auszuwerten, die angeben, ob ein Blisterschlauch einen
Führungsbeutel aufweist, insbesondere einen Führungsbeutel, der keine Medikamente
aufweist. Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist die Vorrichtung dazu ausgebildet,
eine weitere Verarbeitung des Blisterschlauchs (z.B. Einziehen, Transportieren, Ausgeben
von Blisterbeuteln) in Abhängigkeit der Auswertung der Konfigurationsinformationen
auszuführen.
[0027] Weitere bevorzugte Ausführungsformen beziehen sich auf ein Verfahren zum Betreiben
einer Vorrichtung zur Ausgabe von Medikamenten, wobei die Vorrichtung einen Vorratsbehälter
für auszugebende Medikamente aufweist, eine Ausgabeeinrichtung zur zumindest zeitweisen
Aufnahme auszugebender Medikamente, eine Transporteinrichtung zum Fördern der Medikamente
aus dem Vorratsbehälter heraus zu der Ausgabeeinrichtung, und eine Steuereinrichtung,
wobei die Steuereinrichtung den Betrieb wenigstens einer Komponente der Vorrichtung
steuert.
[0028] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung in
Blisterbeuteln angeordnete Medikamente ausgibt.
[0029] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung eine
primäre Sensoreinrichtung aufweist und mittels der primären Sensoreinrichtung ermittelt,
ob ein Medikament und/oder eine Medikamentenverpackung, insbesondere ein Blisterbeutel,
in der Ausgabeeinrichtung angeordnet ist.
[0030] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die primäre Sensoreinrichtung
eine Position und/oder Lage des Medikaments und/oder der Medikamentenverpackung in
der Ausgabeeinrichtung ermittelt.
[0031] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung eine
Beleuchtungseinrichtung zur zumindest zeitweisen Bestrahlung wenigstens eines Bereichs
der Ausgabeeinrichtung mit a) sichtbarem Licht und/oder b) Infrarotstrahlung und/oder
c) Ultraviolettstrahlung aufweist, wobei insbesondere die Beleuchtungseinrichtung
wenigstens eine, vorzugsweise mehrere, Halbleiterlichtquellen, insbesondere Leuchtdioden
oder organische Leuchtdioden, OLED, aufweist, wobei optional wenigstens eine Lichtleitereinrichtung
vorgesehen ist, wobei die Vorrichtung zumindest zeitweise wenigstens einen Betriebszustand
der Vorrichtung und/oder wenigstens einer Komponente der Vorrichtung mittels der Beleuchtungseinrichtung
signalisiert, insbesondere mittels Blinken und/oder Ausgabe von Licht unterschiedlicher
Farbe und/oder Intensität.
[0032] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung wenigstens
einen Bereich der Ausgabeeinrichtung mittels der Beleuchtungseinrichtung beleuchtet,
insbesondere homogen beleuchtet.
[0033] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung wenigstens
einen Bereich eines Innenraums, insbesondere einen Bereich des Transportpfads für
auszugebende Medikamente, mittels der Beleuchtungseinrichtung beleuchtet, insbesondere
homogen beleuchtet.
[0034] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung eine
sekundäre Sensoreinrichtung aufweist und mittels der sekundären Sensoreinrichtung
das Vorhandensein eines Blisterbeutels in einem dem Vorratsbehälter zugeordneten Einführbereich
der Transporteinrichtung ermittelt.
[0035] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung dann,
wenn das Vorhandensein eines Blisterbeutels in dem dem Vorratsbehälter zugeordneten
Einführbereich der Transporteinrichtung ermittelt worden ist, den Blisterbeutel mittels
der Transporteinrichtung zumindest teilweise durch einen bzw. den Transportpfad fördert.
[0036] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung einen
Führungsbeutel identifiziert und den Führungsbeutel von einem nachfolgenden Blisterbeutel
trennt, wobei insbesondere die Vorrichtung den abgetrennten Führungsbeutel verwirft
oder in die Ausgabeeinrichtung ausgibt.
[0037] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass das Verfahren die
folgenden Schritte aufweist: a) Empfangen eines Steuerbefehls, insbesondere von dem
Benutzer, wobei der Steuerbefehl zum Gegenstand hat, die Vorrichtung zur Ausgabe eines
Blisterbeutels zu veranlassen, wobei das Empfangen insbesondere über eine bzw. die
Benutzerschnittstelle und/oder über eine bzw. die Datenschnittstelle und ein Gerät
des Benutzers erfolgt, b) Prüfen, ob ein momentan führender Blisterbeutel gemäß dem
empfangenen Steuerbefehl ausgegeben werden darf, c) sofern gemäß der Prüfung der momentan
führende Blisterbeutel ausgegeben werden darf, Ausgeben des führenden Blisterbeutels,
und, d) sofern der momentan führende Blisterbeutel gemäß der Prüfung nicht ausgegeben
werden darf: kein Ausgeben des führenden Blisterbeutels, und/oder Ausgabe einer Fehlermeldung
und/oder einer sonstigen Information an den Benutzer, beispielsweise über die Benutzerschnittstelle
und/oder mittels einer Datenverbindung über das Gerät.
[0038] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen kann vorgesehen sein, dass dann, wenn
der momentan führende Blisterbeutel gemäß der Prüfung nicht ausgegeben werden darf,
alternativ oder ergänzend zu der Fehlermeldung bzw. der sonstigen Information eine
Einnahmeinformation an den Benutzer ausgegeben wird, die einen nächstmöglichen Zeitpunkt
charakterisiert, zu dem der angeforderte Blisterbeutel tatsächlich ausgegeben werden
darf.
[0039] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Prüfung wenigstens
einen der folgenden Schritte aufweist: a) Ermitteln eines nominalen Einnahmezeitpunkts,
insbesondere für einen führenden Blisterbeutel und/oder für die in dem führenden Blisterbeutel
enthaltenen Medikamente, b) Ermitteln eines ersten Zeitfensters, das ein vor dem nominalen
Einnahmezeitpunkt liegendes Zeitfenster charakterisiert, in dem eine Einnahme der
eigentlich zu dem nominalen Einnahmezeitpunkt einzunehmenden Medikamente ebenfalls
möglich bzw. tolerierbar ist, c) Ermitteln eines zweiten Zeitfensters, das ein nach
dem nominalen Einnahmezeitpunkt liegendes Zeitfenster, vorzugsweise direkt beginnend
mit dem nominalen Einnahmezeitpunkt, charakterisiert, innerhalb welchem die Medikamente
eines betreffenden Blisterbeutels noch von dem Benutzer eingenommen werden können,
d) Ermitteln eines dritten Zeitfensters, in welchem ein aktueller in einer bzw. der
Transporteinrichtung befindlicher Blisterbeutel verworfen bzw. wieder in die Vorrichtung
eingezogen werden soll.
[0040] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass das Verfahren die
folgenden Schritte aufweist: a) Empfangen eines Steuerbefehls, der zum Gegenstand
hat, die Vorrichtung zur Ausgabe eines Blisterbeutels zu veranlassen, b) Prüfen, ob
ein Zeitpunkt, zu dem der Steuerbefehl gemäß Schritt a) empfangen bzw. erhalten worden
ist, mit einem bzw. dem nominalen Einnahmezeitpunkt übereinstimmt oder innerhalb des
ersten Zeitfensters oder innerhalb des zweiten Zeitfensters liegt, c1) sofern der
Zeitpunkt, zu dem der Steuerbefehl gemäß Schritt a) empfangen bzw. erhalten worden
ist, mit dem nominalen Einnahmezeitpunkt übereinstimmt oder innerhalb des ersten Zeitfensters
oder innerhalb des zweiten Zeitfensters liegt, Ausgeben des Blisterbeutels, c2) sofern
der Zeitpunkt, zu dem der Steuerbefehl gemäß Schritt a) empfangen bzw. erhalten worden
ist, mit dem nominalen Einnahmezeitpunkt nicht übereinstimmt und/oder nicht innerhalb
des ersten Zeitfensters und/oder nicht innerhalb des zweiten Zeitfensters liegt, Prüfen,
ob der aktuelle Zeitpunkt des Steuerbefehls in einem dritten Zeitfenster liegt, wobei
das Verfahren insbesondere weiter wenigstens einen der folgenden Schritte aufweist:
d1) sofern die Prüfung ergibt, dass der aktuelle Zeitpunkt des Steuerbefehls in dem
dritten Zeitfenster liegt, Unterlassen einer Ausgabe des Blisterbeutels und/oder Signalisierung
an den Benutzer, und/oder Fördern des Blisterbeutels in einen Rücknahmebehälter, d2)
sofern die Prüfung ergibt, dass der aktuelle Zeitpunkt des Steuerbefehls in dem dritten
Zeitfenster liegt, Signalisieren des aktuellen Betriebszustands, insbesondere das
Vorliegen eines die Ausgabe eines Blisterbeutels betreffenden Steuerbefehls innerhalb
des dritten Zeitfensters an eine bzw. die externe Einheit, beispielsweise ein Computerterminal
eines Pflegedienstes und/oder eines den Benutzer betreuenden Arztes, e) Empfangen
eines Steuerbefehls und/oder Freigabebefehls von der externen Einheit, f) Betreiben
der Vorrichtung in Abhängigkeit des gegebenenfalls in Schritt a) empfangenen Steuerbefehls
und/oder Freigabebefehls, insbesondere Ausgeben oder Verwerfen eines Blisterbeutels
in Abhängigkeit des empfangenen Steuerbefehls und/oder Freigabebefehls.
[0041] Weitere bevorzugte Ausführungsformen beziehen sich auf eine Verwendung wenigstens
einer Vorrichtung gemäß den Ausführungsformen und/oder wenigstens eines Verfahrens
gemäß den Ausführungsformen zur Ausgabe von Medikamenten, insbesondere in Blisterbeuteln
angeordneten Medikamenten, an wenigstens einen Benutzer.
[0042] Weitere bevorzugte Ausführungsformen beziehen sich auf eine Verwendung wenigstens
einer Vorrichtung gemäß den Ausführungsformen und/oder wenigstens eines Verfahrens
gemäß den Ausführungsformen zur Ermittlung von eine Compliance (deutsch: "Komplianz")
des Benutzers charakterisierenden Informationen, insbesondere von eine Compliance
des Benutzers mit einem Medikationsplan charakterisierenden Informationen, wobei die
Vorrichtung gemäß den Ausführungsformen zur Ausgabe von Medikamenten an den Benutzer
gemäß dem Medikationsplan verwendet wird.
[0043] Weitere Merkmale, Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, die in
den Figuren der Zeichnung dargestellt sind. Dabei bilden alle beschriebenen oder dargestellten
Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der Erfindung, unabhängig
von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung sowie unabhängig
von ihrer Formulierung bzw. Darstellung in der Beschreibung bzw. in der Zeichnung.
[0044] In der Zeichnung zeigt:
Figur 1 schematisch ein vereinfachtes Blockdiagramm einer Vorrichtung gemäß bevorzugten
Ausführungsformen,
Figur 2 eine Seitenansicht eines Blisterschlauchs gemäß weiteren bevorzugten Ausführungsformen,
Figur 3 schematisch eine Seitenansicht eines teilweise aufgewickelten Blisterschlauchs
gemäß weiteren bevorzugten Ausführungsformen,
Figur 4 schematisch eine Seitenansicht einer Vorrichtung gemäß weiteren bevorzugten
Ausführungsformen,
Figur 5 schematisch eine Frontansicht einer Vorrichtung gemäß weiteren bevorzugten
Ausführungsformen,
Figur 6 schematisch eine Frontansicht einer Vorrichtung gemäß weiteren bevorzugten
Ausführungsformen,
Figur 7 schematisch ein vereinfachtes Blockdiagramm einer Sensoreinrichtung gemäß
weiteren bevorzugten Ausführungsformen,
Figur 8 schematisch ein vereinfachtes Blockdiagramm einer Steuereinrichtung gemäß
weiteren bevorzugten Ausführungsformen,
Figur 9
bis 16 jeweils schematisch ein vereinfachtes Flussdiagramm eines Verfahrens gemäß
weiteren bevorzugten Ausführungsformen,
Figur 17 schematisch eine Frontansicht einer Vorrichtung gemäß weiteren bevorzugten
Ausführungsformen,
Figur 18 schematisch ein vereinfachtes Flussdiagramm eines Verfahrens gemäß weiteren
bevorzugten Ausführungsformen,
Figur 19 schematisch ein vereinfachtes Flussdiagramm eines Verfahrens gemäß weiteren
bevorzugten Ausführungsformen,
Figur 20 schematisch ein Zeitdiagramm gemäß weiteren bevorzugten Ausführungsformen,
Figur 21 schematisch ein vereinfachtes Flussdiagramm eines Verfahrens gemäß weiteren
bevorzugten Ausführungsformen, und
Figur 22 schematisch ein vereinfachtes Flussdiagramm eines Verfahrens gemäß weiteren
bevorzugten Ausführungsformen.
[0045] Figur 1 zeigt schematisch ein vereinfachtes Blockdiagramm einer Vorrichtung 100 zur
Ausgabe von Medikamenten. Die Vorrichtung 100 weist einen Vorratsbehälter 110 für
auszugebende Medikamente auf, eine Ausgabeeinrichtung 120 zur zumindest zeitweisen
Aufnahme auszugebender Medikamente, eine Transporteinrichtung 130 zum Fördern der
Medikamente aus dem Vorratsbehälter 110 heraus zu der Ausgabeeinrichtung 120, vgl.
den Pfeil A1, und eine Steuereinrichtung 140 zur Steuerung eines Betriebs wenigstens
einer Komponente 110, 120, 130 der Vorrichtung 100. Beispielsweise ist die Ausgabeeinrichtung
120 so ausgestaltet, dass ein Benutzer B die dort nach der Ausgabe durch die Vorrichtung
100 befindlichen ausgegebenen Medikamente entnehmen kann, vgl. den Pfeil A2.
[0046] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen weist die Vorrichtung 100 eine optionale
Benutzerschnittstelle 105 auf, die eine Interaktion der Vorrichtung 100 mit dem Benutzer
B ermöglicht. Insbesondere kann die Benutzerschnittstelle 105 dazu ausgebildet sein,
Daten bzw. Informationen an den Benutzer B auszugeben, beispielsweise einen Betriebszustand
der Vorrichtung betreffende Informationen. Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen
kann die Benutzerschnittstelle dazu ausgebildet sein, Daten bzw. Informationen von
dem Benutzer B entgegenzunehmen, beispielsweise Benutzereingaben, mittels denen der
Benutzer B den Betrieb der Vorrichtung steuern kann. Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen
umfasst die optionale Benutzerschnittstelle 105 wenigstens eine Anzeigevorrichtung,
beispielsweise einen Flachbildschirm, insbesondere einen berührungsempfindlichen Flachbildschirm
(Touchscreen). Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist die Steuereinrichtung
140 dazu ausgebildet, eine grafische Benutzeroberfläche auf der Anzeigevorrichtung
der Benutzerschnittstelle 105 darzustellen, die eine effiziente Bedienung der Vorrichtung
100 durch den Benutzer B ermöglicht.
[0047] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen weist die Benutzerschnittstelle 105 -
alternativ oder ergänzend zu den vorstehend genannten Elementen wie z.B. dem Touchscreen
- ein Eingabeelement 105a auf, beispielsweise einen Eingabeknopf bzw. Taster, insbesondere
Drucktaster.
[0048] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung 100
dazu ausgebildet ist, in Blisterbeuteln 200, vgl. Fig. 2, angeordnete Medikamente
auszugeben. Bei diesen Ausführungsformen ist der Vorratsbehälter 110 (Fig. 1) dementsprechend
zur zumindest zeitweisen Aufnahme von mittels der Vorrichtung 100 auszugebenden Blisterbeuteln
200 ausgebildet, ist die Transporteinrichtung 130 zum Fördern der Blisterbeutel 200
aus dem Vorratsbehälter 110 heraus zu der Ausgabeeinrichtung 120 ausgebildet, und
ist die Ausgabeeinrichtung 120 zur zumindest zeitweisen Aufnahme ausgegebener Blisterbeutel
200 ausgebildet und insbesondere so ausgestaltet, dass der Benutzer B den bzw. die
dort nach der Ausgabe durch die Vorrichtung 100 befindlichen ausgegebenen Blisterbeutel
(nicht in Fig. 1 gezeigt) entnehmen kann.
[0049] Ein Blisterschlauch 200, von dem beispielhaft in Fig. 2 ein Abschnitt in einer Seitenansicht
gezeigt ist, ist ein im Wesentlichen bandförmiges Erzeugnis, bei welchem eine Mehrzahl
von einzelnen Verpackungseinheiten, die auch als Blisterbeutel 210, 211, 212 bzw.
Schlauchblister bezeichnet werden, hintereinander angeordnet sind. Ein Blisterschlauch
200 kann beispielsweise als Medikamentenblisterschlauch ausgeführt sein, der in den
einzelnen Blisterbeuteln 210, 211, 212 jeweils ein oder mehrere Medikamente wie z.B.
Tabletten aufweist. In diesem Fall stellt ein Blisterbeutel somit eine Form der Verpackung
der darin enthaltenen Medikamente dar. Vorteilhaft kann die Vorrichtung 100 (Fig.
1) gemäß weiteren bevorzugten Ausführungsformen ein oder mehrere Blisterschläuche
ausgeben.
[0050] Figur 2 zeigt wie vorstehend bereits erwähnt schematisch eine Seitenansicht eines
Teils eines Blisterschlauchs 200 gemäß bevorzugter Ausführungsformen. Der Blisterschlauch
200 ist vorliegend als Medikamentenblisterschlauch ausgebildet und weist beispielhaft
drei Blisterbeutel 210, 211, 212 auf, die untereinander durch Verbindungselemente
202 miteinander verbunden sind. Bei den Verbindungselementen 202 kann es sich beispielsweise
um verschweißte Abschnitte desselben Materials (z.B. eine Plastikfolie) handeln, aus
dem auch die Blisterbeutel 210, 211, 212 bestehen.
[0051] Eine Längsrichtung des Blisterschlauchs 200 erstreckt sich gemäß Figur 2 entlang
einer Koordinatenachse y, wobei die Länge eines einzelnen Blisterbeutels 211 mit dem
Bezugszeichen L angegeben ist. Eine Höhe des Blisterschlauchs 200 erstreckt sich in
Figur 2 in vertikaler Richtung, vergleiche die Koordinatenachse z, und eine Breite
des Blisterschlauchs 200 erstreckt sich in Figur 2 in einer Richtung senkrecht zur
Zeichenebene, vgl. die Koordinatenachse x.
[0052] Der erste Blisterbeutel 210 weist zwei unterschiedliche Tabletten 210a, 210b auf,
der zweite Blisterbeutel 211 weist vorliegend insgesamt drei im wesentlichen gleichartige
Tabletten 211a auf, und der dritte Blisterbeutel 212 weist vorliegend drei unterschiedliche
Tabletten 212a, 212b, 212c auf.
[0053] Figur 3 zeigt schematisch eine Seitenansicht eines teilweise aufgewickelten Blisterschlauchs
200a, von dem die bereits zumindest teilweise abgewickelten Blisterbeutel mit den
Bezugszeichen 213, 214, 215 und ein noch aufgewickelter Anteil mit dem Bezugszeichen
216 bezeichnet sind. Ähnlich wie bei der vorstehend unter Bezugnahme auf Figur 2 beschriebenen
Ausführungsform kann auch der Blisterschlauch 200a gemäß Figur 3 Blisterbeutel mit
gleichartigen und/oder unterschiedlichen Medikamenten, insbesondere Tabletten, enthalten.
Die in Figur 3 abgebildete Konfiguration des Blisterschlauchs 200a kann beispielsweise
in einem Transportbehälter (nicht gezeigt) vorgesehen sein und in dieser Form an Kunden,
beispielsweise Patienten, für welche die Medikamente in den Blisterbeuteln bestimmt
sind, verteilt werden, beispielsweise um in die Vorrichtung 100 (Fig. 1) gemäß den
Ausführungsformen eingelegt zu werden, die eine Ausgabe einzelner (oder mehrerer)
Blisterbeutel z.B. in Abhängigkeit eines Medikationsplans bzw. entsprechend hinterlegter
Steuerinformationen, insbesondere zu vorgebbaren Ausgabezeitpunkten, bewirkt. Der
erste Blisterbeutel 213 des Blisterschlauchs 200a wird auch als Führungsbeutel bezeichnet.
Der Führungsbeutel 213 kann in weiteren bevorzugten Ausführungsformen leer sein, insbesondere
keine Medikamente enthalten. Vielmehr kann der Führungsbeutel 213 z.B. Informationen
über den Blisterschlauch 200a aufweisen (Inhalt und/oder Menge und/oder Zuordnung
zu einem Patienten bzw. Benutzer und/oder Medikationsplan). Beispielsweise kann bei
weiteren bevorzugten Ausführungsformen der Blisterschlauch 200a so in die Vorrichtung
100 (Fig. 1) bzw. in deren Vorratsbehälter 110 eingelegt werden, dass zunächst der
Führungsbeutel 213 in einen Einführbereich der Transporteinrichtung eingebracht bzw.
eingeführt wird. Details hierzu sind nachfolgend unter Bezugnahme auf Fig. 4 beschrieben.
[0054] Figur 4 zeigt schematisch eine Seitenansicht einer Vorrichtung 100a zur Ausgabe von
in Blisterbeuteln 200b angeordneten Medikamenten bzw. Arzneimitteln gemäß weiterer
bevorzugter Ausführungsformen. Die Vorrichtung 100a weist ein Gehäuse 102 auf, das
einen von äußeren Einflüssen i.w. geschützten Innenraum 102a umgibt. In dem Innenraum
102a ist ein Vorratsbehälter 110 für auszugebende Medikamente, insbesondere Blisterbeutel
200b, angeordnet, der bei Bedarf durch Einlegen neuer Blisterschläuche 200a (Fig.
3) wieder befüllt werden kann. Die Vorrichtung 100a weist eine Ausgabeeinrichtung
120 zur zumindest zeitweisen Aufnahme auszugebender Blisterbeutel 217 auf und eine
Transporteinrichtung 130 zum Fördern der Medikamente, hier insbesondere der Blisterbeutel
200b, aus dem Vorratsbehälter 110 heraus zu der Ausgabeeinrichtung 120, vgl. den mit
dem Bezugszeichen 132 bezeichneten Pfeil, der gleichzeitig einen Transportpfad für
die Medikamente bzw. Blisterbeutel durch die Transporteinrichtung 130 angibt. Die
Transporteinrichtung 130 kann bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen beispielsweise
ein oder mehrere Transportwalzen und/oder Förderbänder (nicht gezeigt) oder dergleichen
aufweisen, die z.B. elektromotorisch angetrieben sind, insbesondere unter Steuerung
der Steuereinrichtung 140.
[0055] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung 100a
bzw. die Ausgabeeinrichtung 120 wenigstens ein im Bereich des Gehäuses 102 angeordnetes
Fach 122 und/oder wenigstens eine im Bereich des Gehäuses 102 angeordnete Ausgabeöffnung
122a aufweist. Vorliegend ist beispielsweise ein i.w. kubische Form aufweisendes Fach
122 vorgesehen, das eine in Fig. 4 rechts angeordnete Ausgabeöffnung 122a aufweist,
die es einem Benutzer B (Fig. 1) ermöglicht, einen ausgegebenen Blisterbeutel 217,
der in dem Fach 122 vorhanden ist, zu ergreifen und zu entnehmen.
[0056] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung eine
primäre Sensoreinrichtung 150 aufweist, die dazu ausgebildet ist, zu ermitteln, ob
ein Medikament und/oder eine Medikamentenverpackung, insbesondere ein Blisterbeutel
217, in der Ausgabeeinrichtung 120 angeordnet ist.
[0057] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die primäre Sensoreinrichtung
150 dazu ausgebildet ist, eine Position und/oder Lage des Medikaments und/oder der
Medikamentenverpackung, insbesondere des Blisterbeutels 217, in der Ausgabeeinrichtung
120 zu ermitteln.
[0058] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die primäre Sensoreinrichtung
150 wenigstens eines der folgenden Elemente aufweist: a) wenigstens einen optischen
Sensor, insbesondere eine Reflexlichtschranke und/oder eine Gabellichtschranke und/oder
eine Kamera, b) wenigstens einen kapazitiven Sensor, c) wenigstens einen mechanischen
Sensor.
[0059] Figur 5 zeigt schematisch eine Frontansicht einer Vorrichtung 100b gemäß weiteren
bevorzugten Ausführungsformen. Ersichtlich ist das Fach 122, in dem ein ausgegebener
Blisterbeutel 217 liegt. In Fig. 5 oberhalb des Fachs 122 ist die primäre Sensoreinrichtung
150 angeordnet, die vorliegend wenigstens eines der folgenden Elemente aufweist: einen
optischen Sensor 152, insbesondere eine Reflexlichtschranke und/oder eine Gabellichtschranke
und/oder eine Kamera, b) wenigstens einen kapazitiven Sensor 154, c) wenigstens einen
mechanischen Sensor 156, z.B. einen Schalter. Mittels des optischen Sensors 152 und/oder
des kapazitiven Sensors 154 und/oder des mechanischen Sensors 156 kann die Vorrichtung
100b bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen z.B. das Vorhandensein und/oder Nichtvorhandensein
des ausgegebenen Blisterbeutels 217 in dem Fach 122 feststellen. Bei weiteren bevorzugten
Ausführungsformen kann die Vorrichtung 100b beispielsweise auch unter Verwendung eines
als Kamera ausgebildeten optischen Sensors 152 Informationen von dem ausgegebenen
Blisterbeutel 217 einlesen, z.B. einen an dem ausgegebenen Blisterbeutel 217 angeordneten
Strichcode ("Barcode") 217a, der bei weiteren Ausführungsformen auch zweidimensional
("QR-Code") oder andersartig ausgebildet sein kann.
[0060] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen, vgl. Fig. 4, ist vorgesehen, dass die
Vorrichtung 100a wenigstens eine Leseeinrichtung 160, 161 zum Erfassen von die auszugebenden
Medikamente (bzw. deren Verpackung, insbesondere Blisterbeutel 217) charakterisierenden
ersten Informationen aufweist, wobei die wenigstens eine Leseeinrichtung 160, 161
vorzugsweise als Kontaktbildsensor, englisch: CIS, contact image sensor, ausgebildet
ist. Beispielhaft sind in Fig. 4 zwei Leseeinrichtungen 160, 161 vom CIS-Typ abgebildet,
von denen die erste Leseeinrichtung 160 eine Oberseite eines durch den Transportpfad
132 der Transporteinrichtung 130 transportierten Blisterbeutels 217 einlesen kann
(Pfeil A3) und die zweite Leseeinrichtung 161 eine Unterseite des durch den Transportpfad
132 transportierten Blisterbeutels 217 einlesen kann (Pfeil A4). Bei weiteren bevorzugten
Ausführungsformen können die ersten Informationen beispielsweise Digitalbilder der
Oberseite und/oder Unterseite eines durch den Transportpfad 132 transportierten bzw.
geförderten Blisterbeutels 217 umfassen. Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen
kann aus den Digitalbildern ggf. ein maschinenlesbarer Code (z.B. Barcode 217a (Fig.
5)) extrahiert und ggf. decodiert und/oder in sonstiger Weise verarbeitet werden.
Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen können die Digitalbilder oder Teile hiervon
auch zumindest zeitweise gespeichert werden, beispielsweise mittels der Steuereinrichtung
140, z.B. zum Zwecke der Dokumentation transportierter bzw. ausgegebener Blisterbeutel
217 und/oder einer Inspektion des Inhalts der Blisterbeutel 217. Bei weiteren bevorzugten
Ausführungsformen kann die Speicherung der Digitalbilder z.B. lokal in der Vorrichtung
100, 100a, 100b und/oder in wenigstens einer externen Einheit 20 (Fig. 8) erfolgen.
[0061] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Leseeinrichtung
160, 161 im Bereich des Transportpfads 132 für Medikamente und/oder Medikamentenverpackungen,
insbesondere Blisterbeutel 217, der Transporteinrichtung 130 angeordnet ist, wodurch
eine zuverlässige Erfassung von Informationen sichergestellt ist.
[0062] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen kann die Leseeinrichtung 160 (und/oder
161) auch einen optischen Sensor eines anderen Typs als des genannten CIS-Typs aufweisen,
z.B. eine Kamera, insbesondere Digitalkamera, die z.B. einen digitalen Bildsensor
mit einer matrixförmigen Anzahl (Spalten und Zeilen) von Bildelementen ("Pixeln")
aufweist. Optional kann die Leseeinrichtung auch eine Optik aufweisen.
[0063] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen kann die Leseeinrichtung 160 (und/oder
161) auch einen Barcodeleser und/oder einen QR-Code-Leser oder dergleichen aufweisen.
[0064] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen kann die Leseeinrichtung 160 (und/oder
161) auch mehrere der vorstehend genannten Sensoren aufweisen, wobei auch unterschiedliche
Typen zusammen nutzbar sind. Beispielsweise kann bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen
die Leseeinrichtung 160 einen CIS-Sensor aufweisen, und die Leseeinrichtung 161 eine
Barcodeleser oder QR-Code-Leser, usw.
[0065] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung eine
Beleuchtungseinrichtung 170 (Fig. 4) zur zumindest zeitweisen Bestrahlung wenigstens
eines Bereichs der Ausgabeeinrichtung 120 mit a) sichtbarem Licht und/oder b) Infrarotstrahlung
und/oder c) Ultraviolettstrahlung aufweist.
[0066] Figur 6 zeigt schematisch eine Frontansicht einer Vorrichtung 100c gemäß weiteren
bevorzugten Ausführungsformen, bei denen die Beleuchtungseinrichtung 170 mehrere Halbleiterlichtquellen
172, insbesondere Leuchtdioden (LED) 172 (oder organische Leuchtdioden, OLED) aufweist.
Weiter bevorzugt sind die mehreren Halbleiterlichtquellen 172 in wenigstens einem
Randbereich 124a, 124b, 124c der Ausgabeeinrichtung 120 angeordnet, wobei insbesondere
die mehreren Halbleiterlichtquellen 172 den Innenraum 120a der Ausgabeeinrichtung
120 zumindest bereichsweise im Wesentlichen umlaufend und/oder ringförmig umgeben.
Vorliegend sind, wie aus Fig. 6 ersichtlich, jeweils zwei LED 172 in der linken Seitenwand
124a, in der rechten Seitenwand 124c, und in der oberen Seitenwand 124b angeordnet.
Andere Anordnungen und/oder Anzahlen von LED sind bei weiteren Ausführungsformen ebenfalls
möglich.
[0067] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung 100c
wenigstens einen Bereich der Ausgabeeinrichtung 120, insbesondere wenigstens einen
Bereich des Innenraums 120a, mittels der Beleuchtungseinrichtung 170 homogen beleuchtet.
[0068] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen können alternativ oder ergänzend zu einer
Mehrzahl von LED oder sonstigen Lichtquellen auch (wenigstens) eine Lichtquelle und
eine der (wenigstens einen) Lichtquelle zugeordnete Lichtleitereinrichtung (nicht
gezeigt) vorgesehen sein. Die Lichtleitereinrichtung kann wenigstens eine Lichteintrittsfläche
aufweisen, über die Licht der Lichtquelle in die Lichtleitereinrichtung einkoppelbar
ist, wenigstens einen Lichtleitbereich, in dem das in die Lichtleitereinrichtung eingekoppelte
Licht, insbesondere unter Ausnutzung von Totalreflexionen an einer Grenzschicht des
Körpers des Lichtleitbereichs zu dem umgebenden Medium (z.B. Luft), weitergeleitet
wird, und wenigstens eine Lichtaustrittsfläche, über die Licht aus dem Lichtleitbereich
in das umgebende Medium auskoppelbar ist, beispielsweise in den Innenraum 120a.
[0069] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen, vgl. die schematische Frontansicht aus
Fig. 17, weist die Vorrichtung 100d wenigstens einen transluzenten Gehäuseabschnitt
1020, z.B. eine Frontblende 1020 (oder einen Teil einer Frontblende) aus transluzentem
oder zumindest bereichsweise transluzentem Material, auf. Innerhalb des Gehäuses 102
sind, insbesondere in dem Bereich des transluzenten Gehäuseabschnitts 1020, mehrere
Halbleiterlichtquellen, insbesondere LED (vorzugsweise RGB-LED), 173 vorgesehen, die
so angeordnet sind, dass sie zumindest teilweise durch den transluzenten Gehäuseabschnitt
1020 hindurch nach außen strahlen, beispielsweise i.w. senkrecht aus der Zeichenebene
der Fig. 17 heraus, wodurch eine effiziente visuelle Signalisierung ermöglicht ist.
Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen können ein oder mehrere LED 173a zur Beleuchtung
wenigstens eines Teils des optionalen Drucktasters 105a (und/oder eines den Drucktaster
105a umgebenden Bereichs des Gehäuses 102, insbesondere einer Gehäusewand, in der
der Drucktaster 105a eingebaut ist) der Benutzerschnittstelle 105 (Fig. 1) vorgesehen
sein, z.B. in Form eines Rings oder abgerundeten Recktecks, der bzw. das den Drucktaster
105a zumindest teilweise, vorzugsweise vollständig, umgibt. Bei weiteren bevorzugten
Ausführungsformen kann bzw. können die LED 173a alternativ oder ergänzend auch ein
Symbol auf einer Betätigungsfläche des Drucktasters 105a beleuchten. Bei weiteren
bevorzugten Ausführungsformen kann die Vorrichtung 100 auch die LED 173a zur Beleuchtung
des optionalen Drucktasters zur visuellen Signalisierung nutzen bzw. ansteuern.
[0070] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung 100c
dazu ausgebildet ist, zumindest zeitweise wenigstens einen Betriebszustand der Vorrichtung
100c und/oder wenigstens einer Komponente 110, 120, 130, 140, 150, 160, 161, 170 der
Vorrichtung 100c mittels der Beleuchtungseinrichtung 170 zu signalisieren, insbesondere
mittels Blinken und/oder Ausgabe von Licht unterschiedlicher Farbe.
[0071] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung 100d
dazu ausgebildet ist, den wenigstens einen Betriebszustand mittels der LED 173 zu
signalisieren, beispielsweise unter Verwendung von Licht unterschiedlicher Farbe (z.B.
rot, grün, usw., ggf. auch mittels Blinken). Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen
ist vorgesehen, dass die Vorrichtung 100d dazu ausgebildet ist, den Innenraum 120a
zumindest zeitweise mit weißem Licht zu beleuchten, insbesondere mittels der LED 172
(Fig. 6).
[0072] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung dazu
ausgebildet ist, den wenigstens einen Betriebszustand mittels der LED 173a zur Beleuchtung
des optionalen Drucktasters 105a zu signalisieren, beispielsweise unter Verwendung
von Licht unterschiedlicher Farbe (z.B. rot, grün, usw., ggf. auch mittels Blinken),
z.B. analog zu den LED 173.
[0073] Sofern bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen sowohl die LED 173 als auch die
LED 173a zur Beleuchtung des optionalen Drucktasters 105a vorgesehen sind, kann eine
visuelle Signalisierung wenigstens eines Betriebszustands der Vorrichtung bevorzugt
auch mittels der LED 173 und der LED 173a erfolgen, oder z.B. wahlweise bzw. in Abhängigkeit
eines bzw. des zu signalisierenden Betriebszustands mit (nur) einem der Elemente 173,
173a oder mit beiden LED 173, 173a.
[0074] Alternativ oder ergänzend kann eine akustische Signalisierung erfolgen, z.B. mittels
eines optionalen akustischen Signalgebers 175 (Fig. 6).
[0075] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen, vgl. das vereinfachte Blockdiagramm der
Figur 7, ist vorgesehen, dass die Vorrichtung 100, 100a, 100b, 100c eine sekundäre
Sensoreinrichtung 180 aufweist, die dazu ausgebildet ist, das Vorhandensein eines
Blisterbeutels 217 (Fig. 4) in einem dem Vorratsbehälter 110 (Fig. 7) zugeordneten
Einführbereich 134 der Transporteinrichtung 130 zu ermitteln.
[0076] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die sekundäre Sensoreinrichtung
180 wenigstens eine Lichtschranke 182, insbesondere Gabellichtschranke, und/oder eine
Kamera 184 aufweist.
[0077] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung 100,
100a, 100b, 100c dazu ausgebildet ist, dann, wenn das Vorhandensein eines Blisterbeutels
in dem dem Vorratsbehälter zugeordneten Einführbereich 134 der Transporteinrichtung
130 ermittelt worden ist, den Blisterbeutel mittels der Transporteinrichtung 130 zumindest
teilweise durch einen bzw. den Transportpfad 132 (Fig. 4) zu fördern, vgl. auch den
Pfeil A5 aus Figur 7. Eine Steuerung der Transporteinrichtung 130 in Abhängigkeit
der mittels der sekundären Sensoreinrichtung 180 ermittelten Informationen ist in
Fig. 7 durch den nicht bezeichneten Pfeil von Block 180 zu Block 130 angedeutet, kann
insbesondere jedoch auch durch die Steuereinrichtung 140 (nicht in Fig. 7 gezeigt)
erfolgen.
[0078] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung 100,
100a, 100b, 100c dazu ausgebildet ist, einen Führungsbeutel 213' (Fig. 4) zu identifizieren
und den Führungsbeutel 213' von einem nachfolgenden Blisterbeutel 214 zu trennen,
wobei insbesondere die Vorrichtung dazu ausgebildet ist, den abgetrennten Führungsbeutel
zu verwerfen oder in die Ausgabeeinrichtung 120 auszugeben. Bei weiteren bevorzugten
Ausführungsformen kann das Abtrennen des Führungsbeutels 213' von einem nachfolgenden
Blisterbeutel 214 z.B. mittels einer optionalen Trenneinrichtung 185 erfolgen, vgl.
Fig. 7. Die Trenneinrichtung 185 ist bevorzugt im Bereich des Transportpfads 132 (Fig.
4) angeordnet, vorzugsweise in die Transporteinrichtung 130 integriert, und kann beispielsweise
wenigstens ein rotierendes Messer oder dergleichen für die Trennbearbeitung aufweisen.
[0079] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass das Identifizieren
des Führungsbeutels 213' umfasst: Einlesen von an einem Blisterbeutel angeordneten
Informationen, z.B. Barcode, Auswerten der eingelesenen Informationen. In Abhängigkeit
der Auswertung kann die Vorrichtung bzw. ihre Steuereinrichtung 140 dann z.B. darauf
schließen, dass es sich bei einem betrachteten Blisterbeutel um einen bzw. den Führungsbeutel
213 handelt.
[0080] Figur 8 zeigt schematisch ein vereinfachtes Blockdiagramm einer Steuereinrichtung
1400 für die Vorrichtung 100, 100a, 100b, 100c gemäß weiteren bevorzugten Ausführungsformen.
Beispielsweise kann die Steuereinrichtung 140 aus Fig. 1, 3 die Konfiguration 1400
gemäß Fig. 8 aufweisen. Die Steuereinrichtung 1400 weist wenigstens eine Recheneinrichtung
1402 auf, wenigstens eine der Recheneinrichtung 1402 zugeordnete Speichereinrichtung
1404 zur zumindest zeitweisen Speicherung eines ersten Computerprogramms PRG1, wobei
das erste Computerprogramm PRG1 insbesondere zur Steuerung eines Betriebs der Steuereinrichtung
1400 bzw. der Vorrichtung 100, 100a, 100b, 100c bzw. wenigstens einer Komponente der
Vorrichtung 100, 100a, 100b, 100c ausgebildet ist.
[0081] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen weist die Recheneinrichtung 1402 wenigstens
eines der folgenden Elemente auf: einen Mikroprozessor, einen Mikrocontroller, einen
digitalen Signalprozessor (DSP), einen programmierbaren Logikbaustein (z.B. FPGA,
field programmable gate array), einen ASIC (anwendungsspezifischen integrierten Schaltkreis).
Kombinationen hieraus sind bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen auch denkbar.
[0082] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen weist die Speichereinrichtung 1404 wenigstens
eines der folgenden Elemente auf: einen flüchtigen Speicher 1404a, insbesondere Arbeitsspeicher
(RAM), einen nichtflüchtigen Speicher 1404b, insbesondere Flash-EEPROM. Bevorzugt
ist das erste Computerprogramm PRG1 in dem nichtflüchtigen Speicher 1404b abgelegt.
[0083] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen sind in der Speichereinrichtung 1404 auch
Steuerinformationen SI zumindest zeitweise gespeichert, die einen Betrieb der Vorrichtung,
insbesondere eine Ausgabe der Blisterbeutel 217, steuern. Hierzu können die Steuerinformationen
SI z.B. wenigstens Teile eines Medikationsplans aufweisen, der einem oder mehreren
in den Blisterbeuteln 217 angeordneten Medikamenten entsprechende Ausgabezeitpunkte
usw. zuordnet. Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen weist die Steuereinrichtung
1400 auch eine erste Datenschnittstelle 1406 auf, über die, vorzugsweise bidirektionale,
Datenverbindungen, vgl. den Pfeil A6, zu anderen Komponenten 110, 120, 130, 150, 160,
161, 170, 175, 180, 185, .. der Vorrichtung herstellbar sind, insbesondere zum Zwecke
der zumindest zeitweisen Steuerung bzw. Regelung eines Betriebs wenigstens einer der
Komponenten 110, 120, 130, 150, 160, 161, 170, 175, 180, 185, ... Beispielsweise ist
über die erste Datenschnittstelle 1406 die Transporteinrichtung 130 ansteuerbar, um
einen Transport von Blisterbeuteln in der vorstehend beschriebenen Weise zu bewirken.
[0084] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen weist die Steuereinrichtung 1400 eine
zweite Datenschnittstelle 1408 auf, über die, vorzugsweise bidirektionale, Datenverbindungen,
vgl. den Pfeil A7, zu wenigstens einer externen Einheit 20 (z.B. Cloud-System, öffentliches
Netzwerk (Internet), privates Netzwerk) herstellbar sind. Über diese Datenschnittstelle
1408 kann die Vorrichtung beispielsweise auch Betriebsinformationen bzw. Fehlerzustände
charakterisierende Fehlerinformationen an einen entfernt angeordneten Computer, z.B.
ein Terminal eines Arztes oder Pflegedienstes senden, der den Benutzer B und/oder
den Betrieb der Vorrichtung gemäß den Ausführungsformen betreut.
[0085] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist die Vorrichtung 100 dazu ausgebildet,
über die zweite Datenschnittstelle 1408 eine Datenverbindung mit einem, vorzugsweise
mobilen, Endgerät 20' des Benutzers B herzustellen, beispielsweise mit einem Smartphone
und oder einem Tablet Computer und oder einer Smartwatch und oder einem sonstigen
digitalen Gerät 20' (Fig. 8) des Benutzers B. Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen
kann das Gerät 20' des Benutzers B beispielsweise zur Ausgabe von Informationen der
Vorrichtung 100 an den Benutzer B und/oder zur Eingabe von Informationen, beispielsweise
Steuerbefehlen, von dem Benutzer B an die Vorrichtung 100 verwendet werden.
[0086] Weitere bevorzugte Ausführungsformen beziehen sich auf ein Verfahren zum Betreiben
einer Vorrichtung gemäß den Ausführungsformen. Figur 9 zeigt beispielhaft ein vereinfachtes
Flussdiagramm. In Schritt 300 steuert die Steuereinrichtung 140 (Fig. 1) den Betrieb
wenigstens einer Komponente der Vorrichtung, beispielsweise mittels des ersten Computerprogramms
PRG1 (Fig. 8) und ggf. in Abhängigkeit der Steuerinformationen SI. In dem nachfolgenden
optionalen Schritt 302 gibt die Vorrichtung 100, 100a, 100b, 100c einen Blisterbeutel
217 (Fig. 4) an den Benutzer B (Fig. 1) aus.
[0087] Figur 10 zeigt ein vereinfachtes Flussdiagramm gemäß weiteren bevorzugten Ausführungsformen.
In Schritt 310 wird mittels der primären Sensoreinrichtung 150 (Fig. 4) ermittelt,
ob ein Medikament und/oder eine Medikamentenverpackung, insbesondere ein Blisterbeutel
217, in der Ausgabeeinrichtung 120 angeordnet ist. In einem darauffolgenden, optionalen,
Schritt 312 erfolgt, insbesondere in Abhängigkeit von einem aktuellen Betriebszustand
der Vorrichtung 100, 100a, 100b, 100c, ggf. eine weitere Verarbeitung von Daten, beispielsweise
den in Schritt 310 erhaltenen Daten. Sofern beispielsweise nach einer Ausgabe eines
Blisterbeutels 217 der ausgegebene Blisterbeutel 217 innerhalb einer vorgebbaren Entnahmezeit
nicht aus dem Fach 122 entnommen wird, kann beispielsweise eine Fehlerreaktion eingeleitet
werden und/oder eine akustische und/oder visuelle Signalisierung z.B. mittels der
Beleuchtungseinrichtung 170.
[0088] Figur 11 zeigt ein vereinfachtes Flussdiagramm gemäß weiteren bevorzugten Ausführungsformen.
In Schritt 320 wird mittels der primären Sensoreinrichtung 150 eine Position und/oder
Lage des Medikaments und/oder der Medikamentenverpackung 217 (Fig. 5) in der Ausgabeeinrichtung
120 ermittelt. In einem darauffolgenden, optionalen, Schritt 322 erfolgt, insbesondere
in Abhängigkeit von einem aktuellen Betriebszustand der Vorrichtung 100, 100a, 100b,
100c, ggf. eine weitere Verarbeitung von Daten, beispielsweise den in Schritt 320
erhaltenen Daten, z.B. analog zu dem Schritt 312 aus Figur 10.
[0089] Figur 12 zeigt ein vereinfachtes Flussdiagramm gemäß weiteren bevorzugten Ausführungsformen.
In Schritt 330 bestrahlt die Vorrichtung mittels ihrer Beleuchtungseinrichtung 170
zumindest zeitweise wenigstens einen Bereich der Ausgabeeinrichtung 120 (Fig. 4) mit
a) sichtbarem Licht und/oder b) Infrarotstrahlung und/oder c) Ultraviolettstrahlung.
Insbesondere kann die Vorrichtung dadurch zumindest zeitweise wenigstens einen Betriebszustand
der Vorrichtung und/oder wenigstens einer Komponente der Vorrichtung mittels der Beleuchtungseinrichtung
signalisieren, insbesondere mittels Blinken und/oder Ausgabe von Licht unterschiedlicher
Farbe und/oder Intensität.
[0090] In einem weiteren, optionalen, Schritt 332 beleuchtet die Vorrichtung wenigstens
einen Bereich des Innenraums 102a (Fig. 4) des Gehäuses 102, insbesondere einen Bereich
des Transportpfads 132 für auszugebende Medikamente, mittels der Beleuchtungseinrichtung
170, insbesondere homogen. Hierfür können bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen
dementsprechend ein oder mehrere Lichtquellen (nicht gezeigt), insbesondere LED, im
Bereich des Transportpfads 132 angeordnet sein. Die vorzugsweise homogene Beleuchtung
ermöglicht vorteilhaft ein zuverlässigeres Einlesen von z.B. auf in dem Transportpfad
132 befindlichen Blisterbeuteln angeordneten Informationen wie z.B. Text und/oder
Barcodes und dergleichen. Besonders bevorzugt wird eine diffuse Beleuchtung durch
die Beleuchtungseinrichtung erzeugt, die insbesondere das Einlesen von Informationen
mittels Kameras verbessert. Bei der Verwendung von CIS-Elementen 160, 161 kann eine
gesonderte Beleuchtung des Innenraums 102a weiteren bevorzugten Ausführungsformen
zufolge auch entfallen.
[0091] Die vorstehend beschriebenen Schritte 330, 332 können bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen
auch jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Reihenfolge zueinander ausgeführt
werden. Dies gilt bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen auch für alle weiteren
Schritte der in Fig. 9 bis Fig. 16 beschriebenen Abläufe.
[0092] Figur 13 zeigt ein vereinfachtes Flussdiagramm gemäß weiteren bevorzugten Ausführungsformen.
In Schritt 340 ermittelt die Vorrichtung, insbesondere mittels ihrer sekundären Sensoreinrichtung
180, das Vorhandensein eines Blisterbeutels 213 (Fig. 4) in einem dem Vorratsbehälter
110 zugeordneten Einführbereich 134 der Transporteinrichtung 130, vgl. auch Fig. 7.
Mit anderen Worten prüft die Vorrichtung in Schritt 340, ob in dem Einführbereich
134 momentan ein Blisterbeutel 213 angeordnet ist. Dies kann beispielsweise dann der
Fall sein, wenn ein Benutzer einen neuen Medikamentenblisterschlauch 216 (Fig. 3)
in den Vorratsbehälter 110 eingelegt hat und den Führungsbeutel 213 des neuen Medikamentenblisterschlauchs
216 in den Einführbereich 134 einführt. Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen
ist vorgesehen, dass die Vorrichtung dann, wenn (z.B. in Schritt 340) das Vorhandensein
eines Blisterbeutels in dem dem Vorratsbehälter 110 zugeordneten Einführbereich 134
der Transporteinrichtung 130 ermittelt bzw. erkannt worden ist, den Blisterbeutel
mittels der Transporteinrichtung 130 zumindest teilweise durch einen bzw. den Transportpfad
132 fördert, vgl. Schritt 342 aus Fig. 13.
[0093] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen, vgl. das Flussdiagramm aus Fig. 14, ist
vorgesehen, dass die Vorrichtung einen Führungsbeutel 213 identifiziert, vgl. Schritt
350, und den Führungsbeutel 213 von einem nachfolgenden Blisterbeutel 214 (Fig. 4)
trennt, vgl. Schritt 352 (z.B. mittels der Trenneinrichtung 185, Fig. 7), wobei insbesondere
die Vorrichtung den abgetrennten Führungsbeutel 213 verwirft, vgl. den optionalen
Schritt 354, (z.B. in ein internes Rücknahmefach (nicht gezeigt) oder in die Ausgabeeinrichtung
120 ausgibt, vgl. den optionalen Schritt 356.
[0094] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen können in Schritt 350 auch Führungsbeutelinformationen
eingelesen werden, die wenigstens eines der folgenden Elemente aufweisen: Kennzeichnung
des den Führungsbeutel 213' (Fig. 4) aufweisenden Blisterschlauchs, Angaben über den
Inhalt wenigstens eines Blisterbeutels des Blisterschlauchs, Angaben über den Typ
des Blisterschlauchs bzw. wenigstens eines Blisterbeutels des Blisterschlauchs, Angaben
über eine Zuordnung zu einer Person (für die z.B. die in dem Blisterschlauch enthaltenen
Medikamente bestimmt sind), Angaben über eine Zuordnung zu einem Gerät (z.B. Zuordnung
zu der Vorrichtung gemäß den Ausführungsformen), Angaben über einen Herstellungsprozess
und/oder Herstellungszeitpunkt des Blisterschlauchs.
[0095] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen kann ein weiterer Betrieb der Vorrichtung
100 in Abhängigkeit der Führungsbeutelinformationen ausgeführt werden.
[0096] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist die Vorrichtung 100 dazu ausgebildet,
die in Schritt 350 eingelesenen Führungsbeutelinformationen zu überprüfen. Hierzu
kann z.B. die externe Einheit 20 kontaktiert werden, und die Vorrichtung 100 kann
- ggf. in Abhängigkeit eines Teils der (selbst) eingelesenen Führungsbeutelinformationen
- Informationen von der externen Einheit 20 abfragen, die eine Überprüfung bzw. Plausibilisierung
bzw. Validierung wenigstens eines weiteren Teils der Führungsbeutelinformationen durch
die Vorrichtung 100 ermöglicht.
[0097] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen können Konfigurationsinformationen für
die Vorrichtung 100 vorgesehen sind, die angeben, ob ein Blisterschlauch einen (keine
Medikamente aufweisenden) Führungsbeutel aufweist oder nicht. Bei weiteren bevorzugten
Ausführungsformen ist die Vorrichtung 100 dazu ausgebildet, Konfigurationsinformationen
auszuwerten, die angeben, ob ein Blisterschlauch einen Führungsbeutel aufweist, insbesondere
einen Führungsbeutel 213' (Fig. 4), der keine Medikamente aufweist. Bei weiteren bevorzugten
Ausführungsformen ist die Vorrichtung dazu ausgebildet, eine weitere Verarbeitung
des Blisterschlauchs (z.B. Einziehen, Transportieren, Ausgeben von Blisterbeuteln)
in Abhängigkeit der Auswertung der Konfigurationsinformationen auszuführen. Figur
15 zeigt ein vereinfachtes Flussdiagramm eines Ablaufs gemäß weiteren bevorzugten
Ausführungsformen. In Schritt 360 startet der Ablauf. In Schritt 362 prüft die Vorrichtung
100, 100a, 100b, 100c, ob in dem Einführbereich 134 (Fig. 4, 7) momentan ein Blisterbeutel
213 angeordnet ist. Ist dies der Fall, wird zu Schritt 364 verzweigt, in dem der Blisterbeutel
mittels der Transporteinrichtung 130 (Fig. 4) zumindest teilweise durch den Transportpfad
132 gefördert wird. Ansonsten wird von Schritt 362 erneut zu Schritt 362 verzweigt.
In Schritt 366 werden mittels der Leseeinrichtung(en) 160, 161 (Fig. 4) die ersten
Informationen eingelesen, die die auszugebenden Medikamente bzw. den sie enthaltenden
gerade geförderten Blisterbeutel charakterisieren. Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen
können die ersten Informationen, insbesondere im Falle der Ausbildung des gerade geförderten
Blisterbeutels als Führungsbeutel 213', auch Führungsbeutelinformationen umfassen.
[0098] In Schritt 368 wird überprüft, ob der gerade geförderte Blisterbeutel ein Führungsbeutel
213 ist. Ist dies der Fall, wird zu Schritt 370 verzweigt, in dem der identifizierte
Führungsbeutel 213 verworfen oder in das Fach 122 ausgegeben wird.
[0099] Optional können in Schritt 370 bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen auch die
Führungsbeutelinformationen des identifizierten Führungsbeutels eingelesen und/oder
zumindest zeitweise gespeichert werden. Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen
werden die Führungsbeutelinformationen wie vorstehend erwähnt bereits in Schritt 366
gelesen und optional zumindest zeitweise gespeichert.
[0100] Andernfalls, d.h., wenn der gerade geförderte Blisterbeutel kein Führungsbeutel ist,
wie auch nach Schritt 370, wird zu Schritt 372 verzweigt, in dem ein auf den Führungsbeutel
213' folgender Blisterbeutel 214 desselben Blisterschlauchs 216 (Fig. 4) in das Fach
122 ausgegeben wird. Der optionale Schritt 374 repräsentiert einen optionalen weiteren
Betrieb der Vorrichtung. Schritt 376 repräsentiert das Ende des unter Bezugnahme auf
Fig. 15 beschriebenen Ablaufs.
[0101] Figur 16 zeigt ein vereinfachtes Flussdiagramm eines Ablaufs gemäß weiteren bevorzugten
Ausführungsformen. In Schritt 380 startet der Ablauf. In Schritt 382 erfolgt ein Ausgeben
von einem oder mehreren Blisterbeuteln aus dem Vorratsbehälter 110 in die Ausgabeeinrichtung
120, insbesondere gemäß einem Medikationsplan und/oder Zeitplan. Das Ausgeben 382
kann bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen beispielsweise umfassen: Prüfen, ob
ein Ausgabezeitpunkt für einen bestimmten Blisterbeutel erreicht ist und/oder ob wenigstens
eine andere Bedingung vorliegt, bei der eine Ausgabe des bestimmten Blisterbeutels
erfolgen soll (z.B. Freigabe von extern, beispielsweise durch einen Arzt über sein
Computerterminal 20 (Fig. 8), und/oder lokale Freigabe durch einen bzw. den Benutzer
B (insbesondere mit Nachweis/Überprüfung einer entsprechenden Berechtigung)), und
Ausgeben, wenn der Ausgabezeitpunkt erreicht ist bzw. eine entsprechende Bedingung
vorliegt. Sofern keine Ausgabe stattfinden soll, wird wieder zu Schritt 382 verzweigt.
[0102] In Schritt 384 und 386 wird mittels der primären Sensoreinrichtung 150 (Fig. 5) überwacht,
ob der in Schritt 382 ausgegebene Blisterbeutel 217 (Fig. 5) - insbesondere ab dem
Zeitpunkt der Ausgabe in das Fach 122 gerechnet - innerhalb einer vorgebbaren Entnahmezeit
aus dem Fach 122 entnommen wird. Hierzu kann die primäre Sensoreinrichtung 150 in
Schritt 384 z.B. prüfen, ob das Fach 122 leer ist, also ggf. inzwischen durch den
Benutzer B geleert worden ist, und in Schritt 386 erfolgt die Ermittlung, ob die Entleerung
des Fachs 122 innerhalb der vorgebbaren Entnahmezeit erfolgt ist. Falls ja, wird zu
Schritt 388 übergegangen, der bevorzugt eine Protokollierung des Ablaufs der Schritt
380 bis 386 vorsieht, z.B. in einem lokalen Logfile der Vorrichtung. Falls nein, wird
zu Schritt 390 verzweigt, in dem eine Fehlerreaktion eingeleitet wird, z.B. eine akustische
und/oder optische Signalisierung an den Benutzer B und/oder eine Signalisierung an
die externe Einheit 20 (Fig. 8). Sodann wird zu Schritt 392 übergegangen, der einen
optionalen weiteren Betrieb der Vorrichtung zum Gegenstand hat. Alternativ oder ergänzend
kann optional auch erneut zu Schritt 382 verzweigt werden, der eine neuerliche Ausführung
des Ablaufs bewirkt. Schritt 394 repräsentiert ein Ende des Ablaufs gemäß Fig. 16.
[0103] Figur 18 zeigt ein vereinfachtes Flussdiagramm eines Ablaufs gemäß weiteren bevorzugten
Ausführungsformen.
[0104] In Schritt 400 empfängt die Vorrichtung 100 über die Benutzerschnittstelle 105 (Fig.
1) einen Steuerbefehl von dem Benutzer B (Figur 1), der zum Gegenstand hat, die Vorrichtung
100 zur Ausgabe eines Blisterbeutels zu veranlassen. Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen
kann dies beispielsweise über die Betätigung des optionalen Drucktasters der Benutzerschnittstelle
105 erfolgen, und/oder über eine Eingabe auf dem Touchscreen.
[0105] Alternativ oder ergänzend kann die Vorrichtung 100 in Schritt 400 einen entsprechenden
Steuerbefehl auch über die zweite Datenschnittstelle 1408 und ein Gerät 20' (Fig.
8) des Benutzers B erhalten. Beispielsweise kann das Gerät 20' zur Ausführung eines
Computerprogramms ausgebildet sein, das dem Benutzer B die Eingabe einer oder mehrerer
Steuerbefehle für die Vorrichtung 100, insbesondere zur Steuerung eines Betriebs der
Vorrichtung 100, ermöglicht, und das beispielsweise entsprechende von dem Benutzer
B erhaltene Steuerbefehle (beispielsweise über eine grafische Benutzeroberfläche des
Geräts 20' erhaltene Steuerbefehle) über die zweite Datenschnittstelle 1408 an die
Vorrichtung 100 weiterleitet.
[0106] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen kann die Vorrichtung 100 in Schritt 400
einen entsprechenden Steuerbefehl auch über die zweite Datenschnittstelle 1408 und
eine andere externe Einheit 20, beispielsweise ein Terminal eines Arztes oder Pflegedienstes
erhalten.
[0107] In Schritt 402 prüft die Vorrichtung 100, ob ein momentan führender Blisterbeutel
(vorderster Blisterbeutel des in die Vorrichtung 100 eingelegten Blisterschlauchs)
gemäß dem in Schritt 400 erhaltenen Steuerbefehl tatsächlich ausgegeben werden darf.
[0108] Sofern dies der Fall ist, gibt die Vorrichtung 100 in Schritt 404 den Blisterbeutel
aus. Sofern dies nicht der Fall ist, wird aus Schritt 402 zu Schritt 406 verzweigt,
gemäß dem der Blisterbeutel nicht ausgegeben wird. Beispielsweise kann in Schritt
406 eine Fehlermeldung bzw. eine sonstige Information an den Benutzer B ausgegeben
werden, beispielsweise über die Benutzerschnittstelle 105 (und/oder mittels einer
Datenverbindung 1408 über das Gerät 20'). Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen
kann vorgesehen sein, dass in Schritt 406 alternativ oder ergänzend zu der Fehlermeldung
bzw. der sonstigen Information eine Einnahmeinformation ausgegeben wird, die einen
nächstmöglichen Zeitpunkt charakterisiert, zu dem der angeforderte Blisterbeutel tatsächlich
ausgegeben werden darf.
[0109] Die Prüfung gemäß Schritt 402 aus Figur 18 kann bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen
die folgenden Schritte aufweisen, vergleiche das vereinfachte Flussdiagramm gemäß
Figur 19: Ermitteln 4020 eines nominalen Einnahmezeitpunkts TT, der auch als "Taking
Time" bezeichnet werden kann, für die in dem führenden Blisterbeutel enthaltenen Medikamente.
Der nominale Einnahmezeitpunkt, also die sog. Taking Time, gibt denjenigen Zeitpunkt
an, zu dem das in dem Blisterbeutel enthaltene Medikament bzw. die in dem Blisterbeutel
enthaltenen Medikamente von dem Benutzer B eingenommen werden sollen.
[0110] Der nominale Einnahmezeitpunkt TT ist zur beispielhaften Veranschaulichung auf dem
Zeitstrahl der Figur 20 abgebildet. Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen kann
auf jedem Blisterbeutel eine den jeweiligen nominalen Einnahmezeitpunkt charakterisierende
Informationen aufgebracht sein, die durch die Vorrichtung 100 lesbar ist (beispielsweise
mittels der Leseeinrichtung 160). Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen können
unterschiedliche nominale Einnahmezeitpunkte für unterschiedliche Blisterbeutel auch
unterschiedliche zeitliche Abstände voneinander aufweisen. Bei weiteren bevorzugten
Ausführungsformen kann eine vergleichbare Information beispielsweise auch in den vorstehend
bereits beschriebenen Führungsbeutelinformationen enthalten sein. Bei weiteren bevorzugten
Ausführungsformen kann die Vorrichtung 100 den nominalen Einnahmezeitpunkt für einen
bestimmten Blisterbeutel beispielsweise auch dynamisch ermitteln, insbesondere unter
Herstellung einer Datenverbindung zu der externen Einheit 20, 20'.
[0111] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen kann ein erstes Zeitfenster PTT, eine
sogenannte "Pretaking Time", (Fig. 20) vorgegeben werden (beispielsweise durch Konfiguration
der Vorrichtung 100 und/oder Führungsbeutelinformationen und/oder Konfigurationsinformationen),
das ein vor dem nominalen Einnahmezeitpunkt TT liegendes Zeitfenster PTT charakterisiert,
in dem eine Einnahme der eigentlich zu dem nominalen Einnahmezeitpunkt TT einzunehmenden
Medikamente ebenfalls möglich bzw. tolerierbar ist. Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen
können wenigstens zwei verschiedenen Blisterbeuteln eines Blisterschlauchs unterschiedliche
erste Zeitfenster PTT, also unterschiedliche Pretaking Times, zugeordnet sein, die
bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen z.B. durch einen betreuenden Arzt vorgegeben
bzw. festgelegt werden. Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen können das erste
Zeitfenster bzw. die ersten Zeitfenster PTT (Pretaking Times) charakterisierenden
Informationen beispielsweise auch in den vorstehend bereits beschriebenen Führungsbeutelinformationen
enthalten sein. Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen kann die Vorrichtung 100
(Fig. 1) das bzw. die ersten Zeitfenster PTT (Pretaking Times PTT) für einen oder
mehrere Blisterbeutel beispielsweise auch dynamisch ermitteln, insbesondere unter
Herstellung einer Datenverbindung zu der externen Einheit 20, 20'.
[0112] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen kann die Prüfung gemäß Schritt 402 aus
Figur 18 zusätzlich zu dem Schritt 4020 aus Figur 19, in dem der nominale Einnahmezeitpunkt
(Taking Time TT) ermittelt wird, wenigstens einen weiteren Schritt 4022 aufweisen,
der die Ermittlung der Pretaking Time PTT zum Gegenstand hat.
[0113] Bei weiteren bevorzugten Ausführungen prüft die Vorrichtung 100, ob der aktuelle
Zeitpunkt, bzw. derjenige Zeitpunkt, zu dem der Benutzer B den Steuerbefehl gemäß
Schritt 400 gegeben hat, mit dem nominalen Einnahmezeitpunkt TT übereinstimmt und/oder
zumindest innerhalb des ersten Zeitfensters der Pretaking Time PTT liegt. Ist dies
der Fall, kann bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen die Ausgabe des angeforderten
Blisterbeutels freigegeben bzw. ausgeführt werden. Alternativ kann dann, wenn der
aktuelle Zeitpunkt bzw. derjenige Zeitpunkt, zu dem der Benutzer B den Steuerbefehl
gemäß Schritt 400 gegeben hat, weder mit dem nominalen Einnahmezeitpunkt TT übereinstimmt
noch innerhalb des Zeitfensters der Pretaking Time PTT liegt, die vorstehend bereits
unter Bezugnahme auf Schritt 406 beschriebene Reaktion ausgeführt werden.
[0114] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen kann die Vorrichtung 100 Statusinformationen
über den Ablauf gemäß Figur 18 und/oder Figur 19 und/oder gemäß einzelnen Schritten
hiervon protokollieren, beispielsweise in ein lokales Logfile schreiben und/oder die
protokollierten Informationen an die externe Einheit 20 senden, vgl. den optionalen
Schritt 4024 gemäß Figur 19.
[0115] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen kann ein zweites Zeitfenster TTW, das
sogenannte Taking Time Window, (Fig. 20) vorgegeben werden, das ein nach dem nominalen
Einnahmezeitpunkt TT liegendes Zeitfenster (vorzugsweise direkt beginnend mit dem
nominalen Einnahmezeitpunkt TT) ist, innerhalb welchem die Medikamente eines betreffenden
Blisterbeutels üblicherweise noch von dem Benutzer eingenommen werden können, beispielsweise
ohne eine zu starke Abweichung von einem vorgebbaren Medikationsplan und/oder mögliche
Unverträglichkeiten mit Medikamenten eines darauffolgenden Blisterbeutels zu bewirken.
[0116] Bei weiteren bevorzugten Ausführungen prüft die Vorrichtung 100, ob der aktuelle
Zeitpunkt, bzw. derjenige Zeitpunkt, zu dem der Benutzer B den Steuerbefehl gemäß
Schritt 400 (Fig. 18) gegeben hat, mit dem nominalen Einnahmezeitpunkt TT übereinstimmt
und/oder zumindest innerhalb des ersten Zeitfensters der Pretaking Time PTT liegt
und/oder zumindest innerhalb des zweiten Zeitfensters (Taking Time Window) TTW liegt.
Ist dies der Fall, kann bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen die Ausgabe des
angeforderten Blisterbeutels durch die Vorrichtung 100 freigegeben bzw. ausgeführt
werden. Alternativ kann dann, wenn der aktuelle Zeitpunkt bzw. derjenige Zeitpunkt,
zu dem der Benutzer B den Steuerbefehl gemäß Schritt 400 gegeben hat, weder mit dem
nominalen Einnahmezeitpunkt TT übereinstimmt noch innerhalb des ersten Zeitfensters
der Pretaking Time PTT liegt noch innerhalb des zweiten Zeitfensters TTW liegt, die
vorstehend bereits unter Bezugnahme auf Schritt 406 von Fig. 18 beschriebene Reaktion
ausgeführt werden.
[0117] Figur 21 zeigt ein vereinfachtes Flussdiagramm eines Ablaufs gemäß weiteren bevorzugten
Ausführungsformen. In Schritt 410 empfängt die Vorrichtung 100 über die Benutzerschnittstelle
105 und/oder ein Gerät 20' des Benutzers B einen Steuerbefehl, der zum Gegenstand
hat, die Vorrichtung 100 zur Ausgabe eines Blisterbeutels zu veranlassen. In Schritt
412 prüft die Vorrichtung, ob der aktuelle Zeitpunkt, zu dem der Steuerbefehl gemäß
Schritt 410 erhalten worden ist, mit dem nominalen Einnahmezeitpunkt TT übereinstimmt
oder innerhalb des ersten Zeitfensters (Pretaking Time) PTT oder innerhalb des zweiten
Zeitfensters (Taking Time) TTW liegt. Sofern dies der Fall ist, wird zu Schritt 414
verzweigt, der eine Ausgabe des mittels des Steuerbefehl aus Schritt 410 angeforderten
Blisterbeutels zum Gegenstand hat.
[0118] Sofern dies nicht der Fall ist, der aktuelle Zeitpunkt mithin außerhalb der beiden
Zeitfenster PTT, TTW liegt und nicht mit dem nominalen Einnahmezeitpunkt TT übereinstimmt,
wird aus Schritt 412 zu Schritt 416 verzweigt. In Schritt 416 prüft die Vorrichtung
100, ob der aktuelle Zeitpunkt des Steuerbefehls in einem dritten Zeitfenster TTD
("Time to Drop", s. Bezugszeichen TTD aus Fig. 20) liegt, in welchem der aktuelle
in der Transporteinrichtung 130 (Fig. 4) befindliche Blisterbeutel gegebenenfalls
verworfen bzw. wieder in die Vorrichtung 100 eingezogen werden soll, weil eine Einnahme
der in dem betreffenden Blisterbeutel befindlichen Medikamente bezogen auf den zugrundeliegenden
Medikationsplan als verspätet anzusehen ist und dementsprechend verhindert werden
sollte, dass der betreffende Blisterbeutel an den Benutzer B ausgegeben wird. Sofern
die Prüfung in Schritt 416 ergibt, dass der aktuelle Zeitpunkt des Steuerbefehls in
dem dritten Zeitfenster TTD liegt, kann bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen
eine Ausgabe des Blisterbeutels unterlassen werden und eine entsprechende Signalisierung
an den Benutzer B erfolgen, vergleiche Schritt 418a. Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen
kann der betreffende Blisterbeutel z.B. verworfen werden, was bei weiteren bevorzugten
Ausführungsformen beispielsweise dadurch bewerkstelligbar ist, dass die Transporteinrichtung
130 den betreffenden Blisterbeutel wieder einzieht bzw. in einen (vorzugsweise innerhalb
des Gehäuses 102 angeordneten) Rücknahmebehälter (nicht gezeigt) fördert, der bei
der schematischen Darstellung der Vorrichtung 100a nach Fig. 4 z.B. unterhalb der
Transporteinrichtung 130 vorgesehen sein kann.
[0119] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen kann ausgehend von Schritt 416 (Fig. 21),
wenn also der aktuelle Zeitpunkt des Steuerbefehls in dem dritten Zeitfenster TTD
(Fig. 20) liegt, alternativ zu dem (direkten) Übergang zu Schritt 418a ("Verwerfen
des Blisterbeutels") jedoch auch zu Schritt 418b verzweigt werden. In Schritt 418b
signalisiert die Vorrichtung 100 den aktuellen Betriebszustand, insbesondere das Vorliegen
eines die Ausgabe eines Blisterbeutels betreffenden Steuerbefehls innerhalb des dritten
Zeitfensters TTD an die externe Einheit 20, beispielsweise ein Computerterminal eines
Pflegedienstes und/oder eines den Benutzer B betreuenden Arztes. Dadurch ist vorteilhaft
die Möglichkeit gegeben, dass der Arzt den aktuellen Vorgang fachlich beurteilen kann
und beispielsweise entscheiden kann, ob der von dem Benutzer B während des dritten
Zeitfensters TTD angeforderte Blisterbeutel doch noch an den Benutzer B ausgegeben
werden soll oder nicht. Dies kann der Arzt bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen
beispielsweise von dem aktuellen Medikationsplan und/oder von weiteren den Benutzer
B betreffenden Informationen abhängig machen, beispielsweise auch von einem auf den
aktuell angeforderten Blisterbeutel nachfolgenden Blisterbeutel, der gegebenenfalls
andersartige Medikamente als der aktuell angeforderte Blisterbeutel aufweisen kann.
Sofern bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen der Arzt beispielsweise befindet,
dass die in dem aktuell angeforderten Blisterbeutel enthaltenen Medikamente ohne substantielles
Risiko derzeit noch durch den Benutzer B eingenommen werden können, kann der Arzt
durch sein Computerterminal 20 einen Freigabebefehl an die Vorrichtung 100 senden
(ebenfalls über die Schnittstelle 1408, die bevorzugt auch bidirektional ausgebildet
sein kann, entgegen der beispielhaften Darstellung des gerichteten Blockpfeils A7
aus Fig. 8), die diesen in Schritt 420 von Fig. 21 empfängt.
[0120] Sofern der Arzt bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen entscheidet, dass der
aktuell angeforderte Blisterbeutel nicht mehr an den Benutzer ausgegeben werden sollte,
beispielsweise weil der nominale Einnahmezeitpunkt TT' (Fig. 20) eines nachfolgenden
Blisterbeutels mit nicht kompatiblen Medikamenten kurz bevorsteht, kann der Arzt in
analoger Weise durch sein Computerterminal 20 einen Steuerbefehl an die Vorrichtung
100 senden, der der Vorrichtung 100 signalisiert, dass der aktuell durch den Benutzer
B angeforderte Blisterbeutel zu verwerfen ist. Analog zu den vorstehenden Ausführungen
betreffend den Freigabebefehl kann die Vorrichtung 100 bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen
auch den auf das Verwerfen gerichteten Steuerbefehl in Schritt 420 empfangen. Sodann
verzweigt das Verfahren gemäß Figur 21 zu Schritt 422, in dem in Abhängigkeit eines
gegebenenfalls zuvor in Schritt 420 empfangenen Befehls der weitere Betrieb der Vorrichtung
100 ausgeführt wird. Beispielsweise kann die Vorrichtung 100 nach dem Empfangen eines
Freigabebefehls durch einen Arzt in Schritt 422 den durch den Benutzer während des
dritten Zeitfensters angeforderten und durch den Arzt remote freigegeben Blisterbeutel
ausgeben. Sofern der Arzt keine Freigabe erteilt hat kann die Vorrichtung in Schritt
422 den betreffenden Blisterbeutel verwerfen bzw. wieder einziehen, damit er dem Benutzer
B nicht zugänglich wird.
[0121] Bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Vorrichtung 100
den Blisterbeutel verwirft, wenn sie in Schritt 418b keine Datenverbindung aufbauen
kann zu dem Computerterminal 20 des Arztes bzw. Pflegedienstes. Dadurch ist sichergestellt,
dass in Zweifelsfällen, bei denen keine zeitnahe fachliche Überprüfung bzw. Entscheidung
der vorstehend unter Bezugnahme auf Fig. 21 beschriebenen Art erfolgen kann, ein verspätet
(innerhalb des dritten Zeitfensters TTD) angeforderter Blisterbeutel verworfen, also
nicht dem Benutzer zugänglich gemacht, wird.
[0122] Figur 22 zeigt ein vereinfachtes Flussdiagramm eines Ablaufs gemäß weiteren bevorzugten
Ausführungsformen. In Schritt 430 empfängt die Vorrichtung 100 über die Benutzerschnittstelle
105 und/oder ein Gerät 20' des Benutzers B einen Steuerbefehl, der zum Gegenstand
hat, die Vorrichtung 100 zur Ausgabe eines Blisterbeutels zu veranlassen. In Schritt
432 prüft die Vorrichtung 100, ob der aktuelle Zeitpunkt, zu dem der Steuerbefehl
gemäß Schritt 410 erhalten worden ist, innerhalb des dem angeforderten Blisterbeutel
entsprechenden dritten Zeitfensters (Time to Drop) TTD (Fig. 20) liegt. Ferner wird
in Schritt 432 durch die Vorrichtung 100 geprüft, ob der aktuelle Zeitpunkt bereits
in einem ersten Zeitfenster PTT' (Fig. 20) (Pretaking Time) eines auf den angeforderten
Blisterbeutel folgenden Blisterbeutels liegt. Dies ist beispielsweise dann der Fall,
wenn der Steuerbefehl zu dem Zeitpunkt t1 gemäß Figur 20 durch die Vorrichtung 100
empfangen wird. Zu dem Zeitpunkt t1 überlappen sich nämlich das dritte Zeitfenster
TTD des aktuellen Blisterbeutels und das erste Zeitfenster PTT' des darauffolgenden
Blisterbeutels, dessen nominaler Einnahmezeitpunkt in Figur 20 schematisch durch das
Bezugszeichen TT' angedeutet ist. Sofern dies der Fall ist, wird von Schritt 432 zu
Schritt 434 verzweigt. Sofern dies nicht der Fall ist, endet der Ablauf mit Schritt
433. In Schritt 434 signalisiert die Vorrichtung 100 den aktuellen Betriebszustand,
insbesondere das Vorliegen eines die Ausgabe eines Blisterbeutels betreffenden Steuerbefehls
innerhalb des dritten Zeitfensters TTD, überlappend mit einem ersten Zeitfenster (Pretaking
Time) PTT' des darauf folgenden Blisterbeutels, an die externe Einheit 20, beispielsweise
ein Computerterminal eines Pflegedienstes und/oder eines den Benutzer B betreuenden
Arztes. Dadurch ist vorteilhaft die Möglichkeit gegeben, dass der Arzt den aktuellen
Vorgang fachlich beurteilen kann und beispielsweise entscheiden kann, ob der von dem
Benutzer B während des dritten Zeitfensters TTD angeforderte Blisterbeutel doch noch
an den Benutzer B ausgegeben werden soll oder nicht. Des Weiteren kann der Arzt bei
weiteren bevorzugten Ausführungsformen darüber entscheiden, ob gegebenenfalls nur
der neue Blisterbeutel, dessen erstes Zeitfenster Pretaking Time PTT' zu dem Zeitpunkt
t1 bereits angebrochen ist, durch die Vorrichtung 100 ausgegeben werden soll. Eine
weitere Möglichkeit besteht darin, dass der Arzt entscheidet, dass sowohl der aktuell
durch den Benutzer angeforderte Blisterbeutel als auch der darauffolgende Blisterbeutel
durch die Vorrichtung 100 auszugeben ist. Dies kann der Arzt bei weiteren bevorzugten
Ausführungsformen beispielsweise von dem aktuellen Medikationsplan und/oder von weiteren
den Benutzer B betreffenden Informationen abhängig machen, beispielsweise auch von
dem Inhalt bzw. den Medikamenten des auf den aktuell angeforderten Blisterbeutel nachfolgenden
Blisterbeutels. Sofern bei weiteren bevorzugten Ausführungsformen der Arzt beispielsweise
befindet, dass die in dem aktuell angeforderten Blisterbeutel enthaltenen Medikamente
ohne substantielles Risiko derzeit noch durch den Benutzer B eingenommen werden können,
kann der Arzt durch sein Computerterminal 20 einen Freigabebefehl an die Vorrichtung
100 senden, die diesen in Schritt 436 empfängt. Sofern der Arzt bei weiteren bevorzugten
Ausführungsformen entscheidet, dass der aktuell angeforderte Blisterbeutel nicht mehr
an den Benutzer ausgegeben werden sollte, beispielsweise weil der nominale Einnahmezeitpunkt
TT' des nachfolgenden Blisterbeutels mit nicht kompatiblen Medikamenten kurz bevorsteht,
kann der Arzt in analoger Weise durch sein Computerterminal 20 einen Steuerbefehl
an die Vorrichtung 100 senden, der der Vorrichtung 100 signalisiert, dass der aktuell
durch den Benutzer B angeforderte Blisterbeutel zu verwerfen ist. Analog zu den vorstehenden
Ausführungen betreffend den Freigabebefehl kann die Vorrichtung 100 bei weiteren bevorzugten
Ausführungsformen auch den auf das Verwerfen gerichteten Steuerbefehl in Schritt 436
empfangen. Sodann verzweigt das Verfahren gemäß Figur 21 zu Schritt 438, in dem in
Abhängigkeit eines gegebenenfalls zuvor in Schritt 436 empfangenen Befehls der weitere
Betrieb der Vorrichtung 100 ausgeführt wird. Beispielsweise kann die Vorrichtung 100
nach dem Empfangen eines Freigabebefehls durch einen Arzt in Schritt 438 den durch
den Benutzer während des dritten Zeitfensters angeforderten und durch den Arzt remote
freigegeben Blisterbeutel ausgeben (und zusätzlich gegebenenfalls den ebenfalls durch
den Arzt freigegebenen weiteren Blisterbeutel). Sofern der Arzt keine Freigabe erteilt
hat, kann die Vorrichtung in Schritt 438 den betreffenden Blisterbeutel verwerfen
bzw. wieder einziehen, damit er dem Benutzer B nicht zugänglich wird (und ggf. nur
den darauffolgenden Blisterbeutel ausgeben, dessen erstes Zeitfenster PTT' bereits
angebrochen ist).Weitere bevorzugte Ausführungsformen beziehen sich auf eine Verwendung
wenigstens einer Vorrichtung 100, 100a, 100b, 100c, 100d gemäß den Ausführungsformen
und/oder wenigstens eines Verfahrens gemäß den Ausführungsformen zur Ausgabe von Medikamenten,
insbesondere in Blisterbeuteln 213, 214, 215 angeordneten Medikamenten, an wenigstens
einen Benutzer B.
[0123] Weitere bevorzugte Ausführungsformen beziehen sich auf eine Verwendung der Vorrichtung
100, 100a, 100b, 100c, 100d gemäß den Ausführungsformen und/oder wenigstens eines
Verfahrens gemäß den Ausführungsformen zur Ermittlung von eine Compliance des Benutzers
B (Fig. 1) charakterisierenden Informationen, insbesondere von eine Compliance des
Benutzers B mit einem Medikationsplan charakterisierenden Informationen, wobei die
Vorrichtung gemäß den Ausführungsformen zur Ausgabe von Medikamenten an den Benutzer
B gemäß dem Medikationsplan verwendet wird.
1. Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c; 100d) zur Ausgabe von Medikamenten, wobei die
Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c; 100d) einen Vorratsbehälter (110) für auszugebende
Medikamente aufweist, eine Ausgabeeinrichtung (120) zur zumindest zeitweisen Aufnahme
auszugebender Medikamente, eine Transporteinrichtung (130) zum Fördern der Medikamente
aus dem Vorratsbehälter (110) heraus zu der Ausgabeeinrichtung (120), und eine Steuereinrichtung
(140) zur Steuerung eines Betriebs wenigstens einer Komponente (110, 120, 130) der
Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c; 100d), wobei die Vorrichtung (100; 100a; 100b;
100c; 100d) dazu ausgebildet ist, in Blisterbeuteln (210, 211, 212) angeordnete Medikamente
(210a, 210b, 211a, 212a, 212b, 212c) auszugeben, wobei insbesondere die Vorrichtung
(100; 100a; 100b; 100c; 100d) ein Gehäuse (102) aufweist, und wobei insbesondere die
Ausgabeeinrichtung (120) wenigstens ein im Bereich des Gehäuses (102) angeordnetes
Fach (122) und/oder wenigstens eine im Bereich des Gehäuses (102) angeordnete Ausgabeöffnung
(122a) aufweist.
2. Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c; 100d) nach Anspruch 1, wobei die Vorrichtung (100;
100a; 100b; 100c; 100d) eine primäre Sensoreinrichtung (150) aufweist, die dazu ausgebildet
ist, zu ermitteln, ob ein Medikament und/oder eine Medikamentenverpackung, insbesondere
ein Blisterbeutel, in der Ausgabeeinrichtung (120) angeordnet ist, wobei insbesondere
die primäre Sensoreinrichtung (150) dazu ausgebildet ist, eine Position und/oder Lage
des Medikaments und/oder der Medikamentenverpackung in der Ausgabeeinrichtung (120)
zu ermitteln, wobei insbesondere die primäre Sensoreinrichtung (150) wenigstens eines
der folgenden Elemente aufweist: a) wenigstens einen optischen Sensor (152), insbesondere
eine Reflexlichtschranke und/oder eine Gabellichtschranke und/oder eine Kamera, b)
wenigstens einen kapazitiven Sensor (154), c) wenigstens einen mechanischen Sensor
(156).
3. Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c; 100d) nach wenigstens einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei die Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c; 100d) wenigstens eine Leseeinrichtung
(160, 161) zum Erfassen von die auszugebenden Medikamente charakterisierenden ersten
Informationen aufweist, wobei die wenigstens eine Leseeinrichtung (160, 161) vorzugsweise
als Kontaktbildsensor, englisch: CIS, contact image sensor, ausgebildet ist, und/oder
als Digitalkamera und/oder als Barcodeleser und/oder als QR-Code-Leser, wobei insbesondere
die Leseeinrichtung (160, 161) im Bereich eines Transportpfads (132) für Medikamente
und/oder Medikamentenverpackungen, insbesondere Blisterbeutel, der Transporteinrichtung
(130) angeordnet ist.
4. Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c; 100d) nach wenigstens einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei die Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c; 100d) eine Beleuchtungseinrichtung (170)
zur zumindest zeitweisen Bestrahlung wenigstens eines Bereichs der Ausgabeeinrichtung
(120) mit a) sichtbarem Licht und/oder b) Infrarotstrahlung und/oder c) Ultraviolettstrahlung
aufweist, wobei insbesondere die Beleuchtungseinrichtung (170) wenigstens eine, vorzugsweise
mehrere, Halbleiterlichtquellen (172; 173; 173a), insbesondere Leuchtdioden oder organische
Leuchtdioden, OLED, aufweist, wobei optional wenigstens eine Lichtleitereinrichtung
vorgesehen ist.
5. Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c; 100d) nach Anspruch 4, wobei die mehreren Halbleiterlichtquellen
(172) in wenigstens einem Randbereich (124a, 124b, 124c) der Ausgabeeinrichtung (120)
angeordnet sind, wobei insbesondere die mehreren Halbleiterlichtquellen (172) einen
Innenraum (120a) der Ausgabeeinrichtung (120) zumindest bereichsweise im Wesentlichen
umlaufend und/oder ringförmig umgeben.
6. Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c; 100d) nach wenigstens einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei die Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c; 100d) eine sekundäre Sensoreinrichtung
(180) aufweist, die dazu ausgebildet ist, das Vorhandensein eines Blisterbeutels (213)
in einem dem Vorratsbehälter (110) zugeordneten Einführbereich (134) der Transporteinrichtung
(130) zu ermitteln, wobei insbesondere die sekundäre Sensoreinrichtung (180) wenigstens
eine Lichtschranke (182), insbesondere Gabellichtschranke, und/oder eine Kamera (184)
aufweist, wobei insbesondere die Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c; 100d) dazu ausgebildet
ist, dann, wenn das Vorhandensein eines Blisterbeutels (213) in dem dem Vorratsbehälter
(110) zugeordneten Einführbereich (134) der Transporteinrichtung (130) ermittelt worden
ist, den Blisterbeutel (213) mittels der Transporteinrichtung (130) zumindest teilweise
durch einen bzw. den Transportpfad (132) zu fördern.
7. Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c; 100d) nach wenigstens einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei die Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c; 100d) dazu ausgebildet ist, einen Führungsbeutel
(213) zu identifizieren (350) und den Führungsbeutel (213) von einem nachfolgenden
Blisterbeutel (214) zu trennen (352), wobei insbesondere die Vorrichtung (100; 100a;
100b; 100c; 100d) dazu ausgebildet ist, den abgetrennten Führungsbeutel zu verwerfen
(354) oder in die Ausgabeeinrichtung (120) auszugeben (356), wobei insbesondere das
Identifizieren (350) des Führungsbeutels (213) umfasst: Einlesen von an einem Blisterbeutel
(213) angeordneten Informationen, Auswerten der eingelesenen Informationen.
8. Verfahren zum Betreiben einer Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c; 100d) zur Ausgabe
von in Blisterbeuteln (210, 211, 212) angeordneten Medikamente (210a, 210b, 211a,
212a, 212b, 212c), wobei die Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c; 100d) einen Vorratsbehälter
(110) für auszugebende Medikamente aufweist, eine Ausgabeeinrichtung (120) zur zumindest
zeitweisen Aufnahme auszugebender Medikamente, eine Transporteinrichtung (130) zum
Fördern der Medikamente aus dem Vorratsbehälter (110) heraus zu der Ausgabeeinrichtung
(120), und eine Steuereinrichtung (140), wobei die Steuereinrichtung (140) den Betrieb
wenigstens einer Komponente (110, 120, 130) der Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c;
100d) steuert (300).
9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei die Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c; 100d) eine
primäre Sensoreinrichtung (150) aufweist und mittels der primären Sensoreinrichtung
(150) ermittelt (310), ob ein Medikament (217) und/oder eine Medikamentenverpackung
(217), insbesondere ein Blisterbeutel (217), in der Ausgabeeinrichtung (120) angeordnet
ist, wobei insbesondere die primäre Sensoreinrichtung (150) eine Position und/oder
Lage des Medikaments (217) und/oder der Medikamentenverpackung (217) in der Ausgabeeinrichtung
(120) ermittelt (320).
10. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 8 bis 9, wobei die Vorrichtung (100;
100a; 100b; 100c; 100d) eine sekundäre Sensoreinrichtung (180) aufweist und mittels
der sekundären Sensoreinrichtung (180) das Vorhandensein eines Blisterbeutels (213)
in einem dem Vorratsbehälter (110) zugeordneten Einführbereich (134) der Transporteinrichtung
(130) ermittelt (340; 362), wobei insbesondere die Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c;
100d) dann, wenn das Vorhandensein eines Blisterbeutels (213) in dem dem Vorratsbehälter
(110) zugeordneten Einführbereich (134) der Transporteinrichtung (130) ermittelt worden
ist, den Blisterbeutel (213) mittels der Transporteinrichtung (130) zumindest teilweise
durch einen bzw. den Transportpfad (132) fördert (342; 364).
11. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei die Vorrichtung (100;
100a; 100b; 100c; 100d) einen Führungsbeutel (213) identifiziert (350) und den Führungsbeutel
(213) von einem nachfolgenden Blisterbeutel (214) trennt (352), wobei insbesondere
die Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c; 100d) den abgetrennten Führungsbeutel verwirft
(354) oder in die Ausgabeeinrichtung (120) ausgibt (356).
12. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 8 bis 11, aufweisend die Schritte: a)
Empfangen (400) eines Steuerbefehls, insbesondere von dem Benutzer (B), wobei der
Steuerbefehl zum Gegenstand hat, die Vorrichtung (100) zur Ausgabe eines Blisterbeutels
zu veranlassen, wobei das Empfangen (400) insbesondere über eine bzw. die Benutzerschnittstelle
(105) und/oder über eine bzw. die Datenschnittstelle (1408) und ein Gerät (20') des
Benutzers (B) erfolgt, b) Prüfen (402), ob ein momentan führender Blisterbeutel gemäß
dem empfangenen Steuerbefehl ausgegeben werden darf, c) sofern gemäß der Prüfung (402)
der momentan führende Blisterbeutel ausgegeben werden darf, Ausgeben (404) des führenden
Blisterbeutels, und, d) sofern der momentan führende Blisterbeutel gemäß der Prüfung
(402) nicht ausgegeben werden darf: kein Ausgeben (406) des führenden Blisterbeutels,
und/oder Ausgabe (406) einer Fehlermeldung und/oder einer sonstigen Information an
den Benutzer (B), beispielsweise über die Benutzerschnittstelle (105) und/oder mittels
einer Datenverbindung (1408) über das Gerät (20').
13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei die Prüfung (402) wenigstens einen der folgenden
Schritte aufweist: a) Ermitteln (4020) eines nominalen Einnahmezeitpunkts (TT), insbesondere
für einen führenden Blisterbeutel und/oder für die in dem führenden Blisterbeutel
enthaltenen Medikamente, b) Ermitteln (4022) eines ersten Zeitfensters (PTT), das
ein vor dem nominalen Einnahmezeitpunkt (TT) liegendes Zeitfenster charakterisiert,
in dem eine Einnahme der eigentlich zu dem nominalen Einnahmezeitpunkt (TT) einzunehmenden
Medikamente ebenfalls möglich bzw. tolerierbar ist, c) Ermitteln eines zweiten Zeitfensters
(TTW), das ein nach dem nominalen Einnahmezeitpunkt (TT) liegendes Zeitfenster, vorzugsweise
direkt beginnend mit dem nominalen Einnahmezeitpunkt (TT), charakterisiert, innerhalb
welchem die Medikamente eines betreffenden Blisterbeutels noch von dem Benutzer (B)
eingenommen werden können, d) Ermitteln eines dritten Zeitfensters (TTD), in welchem
ein aktueller in einer bzw. der Transporteinrichtung (130) befindlicher Blisterbeutel
verworfen bzw. wieder in die Vorrichtung (100) eingezogen werden soll.
14. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 8 bis 13, aufweisend die Schritte: a)
Empfangen (410) eines Steuerbefehls, der zum Gegenstand hat, die Vorrichtung (100)
zur Ausgabe eines Blisterbeutels zu veranlassen, b) Prüfen (412), ob ein Zeitpunkt,
zu dem der Steuerbefehl gemäß Schritt (410) empfangen bzw. erhalten worden ist, mit
einem bzw. dem nominalen Einnahmezeitpunkt (TT) übereinstimmt oder innerhalb des ersten
Zeitfensters (PTT) oder innerhalb des zweiten Zeitfensters (TTW) liegt, c1) sofern
der Zeitpunkt, zu dem der Steuerbefehl gemäß Schritt (410) empfangen bzw. erhalten
worden ist, mit dem nominalen Einnahmezeitpunkt (TT) übereinstimmt oder innerhalb
des ersten Zeitfensters (PTT) oder innerhalb des zweiten Zeitfensters (TTW) liegt,
Ausgeben (414) des Blisterbeutels, c2) sofern der Zeitpunkt, zu dem der Steuerbefehl
gemäß Schritt (410) empfangen bzw. erhalten worden ist, mit dem nominalen Einnahmezeitpunkt
(TT) nicht übereinstimmt und/oder nicht innerhalb des ersten Zeitfensters (PTT) und/oder
nicht innerhalb des zweiten Zeitfensters (TTW) liegt, Prüfen (416), ob der aktuelle
Zeitpunkt des Steuerbefehls in einem dritten Zeitfenster (TTD) liegt.
15. Verfahren nach Anspruch 14, wobei das Verfahren weiter wenigstens einen der folgenden
Schritte aufweist: d1) sofern die Prüfung (416) ergibt, dass der aktuelle Zeitpunkt
des Steuerbefehls in dem dritten Zeitfenster (TTD) liegt, Unterlassen einer Ausgabe
des Blisterbeutels und/oder Signalisierung an den Benutzer (B), und/oder Fördern des
Blisterbeutels in einen Rücknahmebehälter, d2) sofern die Prüfung (416) ergibt, dass
der aktuelle Zeitpunkt des Steuerbefehls in dem dritten Zeitfenster (TTD) liegt, Signalisieren
(418b) des aktuellen Betriebszustands, insbesondere das Vorliegen eines die Ausgabe
eines Blisterbeutels betreffenden Steuerbefehls innerhalb des dritten Zeitfensters
(TTD) an eine bzw. die externe Einheit (20), beispielsweise ein Computerterminal eines
Pflegedienstes und/oder eines den Benutzer (B) betreuenden Arztes, e) Empfangen (420)
eines Steuerbefehls und/oder Freigabebefehls von der externen Einheit (20), f) Betreiben
(422) der Vorrichtung (100) in Abhängigkeit des gegebenenfalls in Schritt (420) empfangenen
Steuerbefehls und/oder Freigabebefehls, insbesondere Ausgeben oder Verwerfen eines
Blisterbeutels in Abhängigkeit des empfangenen Steuerbefehls und/oder Freigabebefehls.
16. Verwendung wenigstens einer Vorrichtung (100; 100a; 100b; 100c; 100d) nach wenigstens
einem der Ansprüche 1 bis 7 und/oder wenigstens eines Verfahrens nach wenigstens einem
der Ansprüche 8 bis 15 zur a) Ausgabe von Medikamenten, insbesondere in Blisterbeuteln
angeordneten Medikamenten, an wenigstens einen Benutzer (B) und/oder b) Ermittlung
von eine Compliance des Benutzers (B) charakterisierenden Informationen.