[0001] Die Erfindung betrifft eine Abschervorrichtung mit einem Messer und einem dem Messer
zugeordneten Gegenmesser, eine Bürstenherstellungsmaschine mit einer derartigen Abschervorrichtung
sowie die Verwendung einer Abschervorrichtung zum Ablängen von Borstenfilamenten.
[0002] Bei der Herstellung von Bürsten ist es oftmals notwendig, Borstenfilamente zu kürzen
oder in Form zu schneiden. Insbesondere bei der Bearbeitung von bereits beborsteten
Bürstenkörpern werden in der Praxis oftmals Abschervorrichtungen mit Schlagmessern
eingesetzt. Abschervorrichtungen mit Schlagmessern sind zum Beispiel aus den Druckschriften
DE 39 41 738 A1,
DE 195 09 063 A1 und
DE 195 28 834 B4 vorbekannt.
[0003] Zwar hat sich der Einsatz von Schlagmessern grundsätzlich bewährt, jedoch geht er
mit einer vergleichsweise großen Lärmentwicklung einher, die als störend empfunden
wird, und kann daher Lärmschutzmaßnahmen notwendig machen. Aufgrund der sich beim
Betrieb und auch während der Einrichtung der Abschervorrichtungen schnell bewegenden
Schlagmesser ist für den Anwender außerdem erhöhte Vorsicht geboten, um Verletzungen
zu vermeiden. Aus Gründen der Arbeitssicherheit ist erforderlich, Sicherheitsmaßnahmen
für den Betrieb der Abschervorrichtungen zu definieren und einzuhalten und die Abschervorrichtungen
mit entsprechenden Schutzeinrichtungen zu versehen, um ein Verletzungsrisiko bei der
Einrichtung und Bedienung der Abschervorrichtungen zu minimieren. Die vorbekannten
Abschervorrichtungen erfordern somit eine sicherheitsgerechte und vergleichsweise
aufwändige Konstruktion auch der Peripherie der Abschervorrichtungen, um dem besonderen
Risiko, das mit der Verwendung von Schlagmessern einhergeht, ausreichend Rechnung
zu tragen. Vor allem beim Einrichten dieser Abschervorrichtungen ist besondere Vorsicht
geboten, da hier der Einrichter auch im Arbeitsbereich der Abschervorrichtungen hantiert,
in dem sich die Schlagmesser bewegen. Dies kann die Handhabung der vorbekannten Abschervorrichtungen
erschweren.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Abschervorrichtung, eine Bürstenherstellungsmaschine
und eine Verwendung einer Abschervorrichtung der eingangs genannten Art bereitzustellen,
mit denen sich die zuvor skizzierten Nachteile reduzieren oder vollständig vermeiden
lassen.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird zunächst eine Abschervorrichtung mit den Merkmalen
des unabhängigen, auf eine derartige Abschervorrichtung gerichteten Anspruchs vorgeschlagen.
So wird zur Lösung der Aufgabe insbesondere eine Abschervorrichtung mit einem Messer
und einem dem Messer zugeordneten Gegenmesser vorgeschlagen, wobei das Messer zur
Erzeugung einer Schneidbewegung relativ zu einer Gegenmesserschneide des Gegenmessers
um eine Rotationsachse drehbar ist und wenigstens eine um eine Rotationsachse gewendelte
Messerschneide aufweist. Durch die Rotation des Messers um seine Rotationsachse wird
auch die um die Rotationsachse gewendelte Messerschneide relativ zu der Gegenmesserschneide
des Messers bewegt. Dabei wird eine relative Schneidbewegung zwischen der Messerschneide
und der Gegenmesserschneide erzeugt, mit der beispielsweise Borstenfilamente gekürzt
werden können. Mit dem vorgeschlagenen Schneidkonzept der Abschervorrichtung werden
schlagende Messer vermieden, mit denen Borstenfilamente regelrecht abgehackt werden.
Die erfindungsgemäße Abschervorrichtung ermöglicht eine kontinuierliche und flüssige
Schneidbewegung, die nicht nur zu besseren Schneidergebnissen, sondern auch zu einer
höheren Arbeitssicherheit beim Betrieb der Abschervorrichtung führen kann.
[0006] Bevorzugt umschlingt die wenigstens eine gewendelte Messerschneide die Rotationsachse
des Messers zumindest einmal, vorzugsweise mehrfach, vollständig. Die begünstigt eine
möglichst große Schneidenlänge der Messerschneide und kann zu einem feinen, präzisen
Schnitt beitragen.
[0007] Die Abschervorrichtung kann besonders hohe Sicherheitsanforderungen bei einem gleichzeitig
qualitativ besonders hochwertigen Schnittbild erfüllen, wenn die Messerschneide und
die Gegenmesserschneide der Abschervorrichtung einen Abstand zwischen 0 mm und 0,5
mm, vorzugsweise zwischen 0 mm und 0,1 mm zueinander haben. Auf diese Weise ist der
Abstand zwischen der Messerschneide und der Gegenmesserschneide auf jeden Fall so
klein, dass es unmöglich ist, aus Versehen mit den Fingern zwischen die Messerschneide
und die Gegenmesserschneide zu gelangen. Auf diese Weise lassen sich das Verletzungsrisiko
bei der Verwendung der Abschervorrichtung signifikant reduzieren und vor allem schwere
Verletzungen vermeiden, die bei Verwendung von Schlagmessern auftreten können.
[0008] Ein Abstand zwischen der Messerschneide und der Gegenmesserschneide kann auch beim
Betrieb der Abschervorrichtung konstant bleiben. Es ist auch möglich, dass ein Abstand
zwischen der Rotationsachse und dem Gegenmesser bei Betrieb der Abschervorrichtung
konstant bleibt. Die Schneidbewegung wird durch die Rotation der wenigstens einen
gewendelten Messerschneide um die Rotationsache des Messers erzeugt, ohne dass das
ein Abstand zwischen dem Messer und dem Gegenmesser geändert werden müsste.
[0009] Das Messer und das Gegenmesser können somit einen, vorzugsweise konstanten, Abstand
zwischen 0 mm und 0,5 mm, besonders bevorzugt zwischen 0 mm und 0,1 mm zueinander
haben. Der Abstand zwischen dem Messer und dem Gegenmesser der Abschervorrichtung
kann zumindest während eines Schnittes konstant zueinander gehalten werden. Somit
besteht zwischen dem Messer und dem Gegenmesser also ein Schneidspalt, der so klein
ist, dass selbst ein absichtlicher Griff eines Benutzers zwischen das Messer und das
Gegenmesser effektiv unterbunden werden kann. Dies kann die Verletzungsgefahr beim
Betrieb der Abschervorrichtung erheblich reduzieren.
[0010] Bei einer Ausführungsform der Abschervorrichtung ist vorgesehen, dass die Gegenmesserschneide
eine Haupterstreckungsrichtung aufweist, die quer zur Haupterstreckungsrichtung der
wenigstens einen gewendelten Messerschneide ist. Hierbei kann auch vorgesehen sein,
dass die Gegenmesserschneide eine Haupterstreckungsrichtung aufweist, die in Richtung
der Rotationsachse oder sogar parallel zu der Rotationsachse des Messers ausgerichtet
ist.
[0011] Um auch vergleichsweise feine Borstenfilamente bei der Bearbeitung von Bürsten zuverlässig
und möglichst präzise schneiden zu können, ist die Gegenmesserschneide des Gegenmessers
erfindungsgemäß eine mit Schneidkerben versehene, gekerbte Gegenmesserschneide. Die
Borstenfilamente einer mit der Abschervorrichtung zu bearbeitenden Bürste können innerhalb
der Schneidkerben des Gegenmessers zuverlässig gehalten werden und durch ein Zusammenspiel
zwischen der wenigstens einen gewendelten und im Betrieb der Abschervorrichtung rotierenden
Messerschneide und der Gegenmesserschneide durchtrennt werden. Dies ohne, dass die
Borstenfilamente durch die rotierende und gewendelte wenigstens eine Messerschneide
zu weit verdrängt werden, bevor der Schnitt erfolgt.
[0012] Das Messer kann einen zylindrischen Grundkörper aufweisen. An diesem zylindrischen
Grundkörper kann die wenigstens eine gewendelte Messerschneide angeordnet und/oder
ausgebildet sein. Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Abschervorrichtung
weist das Messer zwei oder drei oder vier oder mehr gewendelte Messerschneiden auf.
Somit stellt die Abschervorrichtung ein Messer bereit, dass mehrere gewendelte umlaufende
Messerschneiden aufweist und dadurch über eine vergleichsweise große kumulierte Schneidenlänge
verfügt. Dies kann die Standzeit des Messers erhöhen, sodass ein Austausch des Messers
oder ein Nachschleifen des Messers im Vergleich zu den Messern bisher verwendeter
Abschervorrichtungen seltener erfolgen muss.
[0013] Die Abschervorrichtung kann eine Absaugvorrichtung aufweisen. Mithilfe der Absaugvorrichtung
kann beim Betrieb der Abschervorrichtung anfallender Schnittabfall direkt aus dem
Arbeitsbereich der Abschervorrichtung abgesaugt werden. Dies kann eine höhere Fertigungsqualität
begünstigen und kann zudem eine Staub- und/oder Schmutzentwicklung im Arbeitsbereich
der Abschervorrichtung reduzieren.
[0014] Bei einer Ausführungsform weist die Abschervorrichtung ein Absauggehäuse auf, dass
das um seine Rotationsachse im Betrieb der Abschervorrichtung rotierende Messer zumindest
teilweise einhaust. Mithilfe der Rotationsbewegung des Messers kann der Schnittabfall
in das Innere des Absauggehäuses bewegt und von dort mithilfe der bereits zuvor erwähnten
Absaugvorrichtung abgesaugt werden. Die Verwendung des Absauggehäuses kann die Schmutzentwicklung
beim Betrieb der Abschervorrichtung weiter reduzieren.
[0015] Bei einer Ausführungsform der Abschervorrichtung ist das Gegenmesser mit seiner Gegenmesserschneide
an einem, beispielsweise an zuvor bereits erwähnten, Absauggehäuse angeordnet und/oder
ausgebildet. Auf diese Weise wird dem Absauggehäuse der Absaugvorrichtung eine Doppelfunktion
zugewiesen, wodurch die Abschervorrichtung letztendlich eine besonders kompakte Gestalt
erhalten kann.
[0016] Die zuvor erwähnten Schneidkerben des Gegenmessers können symmetrische und/oder asymmetrische
Schneidkerben sein.
[0017] Das Gegenmesser kann Schneidkerben aufweisen, die einen spitzen Öffnungswinkel haben.
Mit derartigen Schneidkerben lassen sich möglicherweise beim Betrieb der Abschervorrichtung
auftretende Ausweichbewegungen insbesondere von Borstenfilamenten vermeiden, die mit
der Abschervorrichtung gekürzt werden sollen. Wenn das Gegenmesser Schneidkerben aufweist,
die einen stumpfen Öffnungswinkel haben, ist es möglicherweise einfacher, Borstenfilamente
in die Schneidkerben des Gegenmessers einzuführen und dort für die Schneidbearbeitung
zuverlässig zu fixieren.
[0018] Bei einer Ausführungsform der Abschervorrichtung weisen Schneidkerben des Gegenmessers
Schneidkanten auf, die kürzer als den Schneidkanten jeweils zugeordnete Gegenkanten
sind und/oder die eine größere Steigung als den Schneidkanten jeweils zugeordnete
Gegenkanten aufweisen. Insbesondere dann, wenn die Schneidkanten der Schneidkerben
eine größere Steigung als den Schneidkanten zugeordnete Gegenkanten aufweisen, können
die Schneidkanten der Schneidkerben ein zuverlässiges Widerlager für Schnittgut, insbesondere
für Borstenfilamente, bilden, das von der rotierenden wenigstens eine gewendelte Messerschneide
des Messers erfasst und beim Schneiden mit einer Schnittkraft belastet. Ähnlich wie
bei einer Schere lassen sich so die Borstenfilamente besonders präzise mithilfe der
mit der wenigstens einen gewendelten Messerschneide zusammenwirkenden Gegenmesserschneide
durchtrennen.
[0019] Bei einer Ausführungsform der Abschervorrichtung können Schneidkerben des Gegenmessers
eine Kerbtiefe zwischen 0,1 mm und 10 mm aufweisen. Die optimale Kerbtiefe kann in
Abhängigkeit des zu bearbeitenden Schnittgutes gewählt werden. Für besonders feines
schnittgut, also beispielsweise für besonders feine Borstenfilamente von Zahnbürsten,
kann es vorteilhaft sein, eine geringe Kerbtiefe zu wählen. Für stärkeres Schnittgut,
beispielsweise für Borsten für die Herstellung von Besen, kann es vorteilhaft sein,
Schneidkerben vorzusehen, die eine größere Kerbtiefe haben.
[0020] Die wenigstens eine gewendelte Messerschneide kann einen Steigungswinkel zwischen
0,1 Grad und 45 Grad aufweisen. Je kleiner der Steigungswinkel der wenigstens einen
gewendelten Messerschneide ist, desto größer kann die Länge der Messerschneide sein,
was letztendlich die Standzeit der Messerschneide erhöhen kann. Zudem kann ein geringerer
Steigungswinkel der wenigstens einen gewendelten Messerschneide einen schonenden Schnitt
begünstigen.
[0021] Zur Erzeugung profilierter Schnitte oder profilierter Schnittflächen, insbesondere
bei der Bearbeitung von Borstenfeldern von Bürsten, wie zum Beispiel Zahnbürsten,
kann es vorteilhaft sein, wenn die Gegenmesserschneide eine profilierte Gegenmesserschneide
ist. Es ist beispielsweise möglich, dass die Gegenmesserschneide ein Wellenprofil
aufweist. Die Gegenmesserschneide kann bei Bedarf zum Beispiel konvex oder konkav
oder konvex-konkav profiliert sein. Ebenso wie die Gegenmesserschneide kann auch die
wenigstens eine gewendelte Messerschneide eine profilierte Messerschneide sein. Dabei
kann die wenigstens eine gewendelte Messerschneide ein Wellenprofil aufweisen und/oder
konvex, konkav oder konvex-konkav profiliert sein. Eine profilierte, gewendelte Messerschneide
kann eine solche sein, deren gedachte Einhüllende ein entsprechendes Profil aufweist.
So ist es möglich, dass eine Einhüllende einer profilierten, gewendelten Messerschneide
ein konvexes, konkaves und konvex-konkaves Profil aufweist und/oder mit einem Wellenprofil
versehen ist.
[0022] Die Messerschneiden können unterbrechungsfrei ausgebildet sein. Grundsätzlich ist
es jedoch möglich, dass die Messerschneiden Kerben und/oder Zacken und/oder Ausnehmungen
aufweisen. Dies kann das Schneidverhalten der Abschervorrichtung in Abhängigkeit des
zu schneidenden Materials günstig beeinflussen.
[0023] Die Gegenmesserschneide kann einen Keilwinkel zwischen 45 Grad und 90 Grad, insbesondere
zwischen 85 Grad und 90 Grad aufweisen. Unter Keilwinkel der Gegenmesserschneide kann
der Winkel verstanden werden, der zwischen der Gegenmesserschneide und einer Längsebene
des Gegenmessers aufgespannt wird. Die Längsebene des Gegenmessers kann parallel zu
der Rotationsachse des Messers ausgerichtet sein. Bei einem Gegenmesser mit Schneidkerben
können diese einen Keilwinkel zwischen 45 Grad und 90 Grad, insbesondere zwischen
85 Grad und 90 Grad aufweisen.
[0024] Bei einer Ausführungsform der Abschervorrichtung weist die wenigstens eine gewendelte
Messerschneide einen Keilwinkel zwischen 10 Grad und 90 Grad auf.
[0025] Bei einer Ausführungsform der Abschervorrichtung weist die wenigstens eine gewendelte
Messerschneide einen Freiwinkel zwischen 1 Grad und 30 Grad auf. Das Gegenmesser kann
bei einer Ausführungsform der Abschervorrichtung einen spitzen oder einen stumpfen
Fasenwinkel aufweisen. Der Fasenwinkel des Gegenmessers kann ein Winkel sein, der
zwischen einer an die Gegenmesserschneide angrenzenden Fase und einer Längsebene des
Gegenmessers aufgespannt wird. Die Längsebene des Gegenmessers kann parallel zu der
Rotationsachse des Messers ausgerichtet sein. Der Fasenwinkel des Gegenmessers kann
zwischen 5 Grad und 45 Grad oder beispielsweise auch zwischen 45 Grad und 120 Grad
betragen.
[0026] Bei einer Ausführungsform der Abschervorrichtung ist ein Keilwinkel der Gegenmesserschneide
größer als oder gleichgroß wie ein Fasenwinkel des Gegenmessers, der zwischen einer
an die Gegenschneide angrenzenden Fase und einer Längsebene des Messers aufgespannt
wird. Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Abschervorrichtung ist
die wenigstens eine gewendelte Messerschneide an einem um die Rotationsachse des Messers
gewendelt umlaufenden Steg angeordnet. Dieser Steg kann eine Stegbreite von 0,3 mm
bis 5 mm und/oder eine Steghöhe von 1 mm bis 20 mm haben. Freiräume, die sich zwischen
benachbarten Abschnitten des gewendelt umlaufenden Steges an dem Messer ergeben können,
lassen sich für die Aufnahme und Abfuhr von Schnittabfall verwenden. Auf diese Weise
kann der bei der Verwendung der Abschervorrichtung entstehende Schnittabfall von dem
um seine Rotationsachse rotierenden Messer aufgenommen und zum Beispiel in Richtung
der zuvor bereits erwähnten Absaugvorrichtung transportiert werden.
[0027] Sämtliche Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Abschervorrichtung zeichnen sich
durch eine vergleichsweise geringe Schmutzentwicklung aus. Während bei schlagenden
Messern, wie sie aus der Praxis vorbekannt sind, bei der Bearbeitung von Borstenfilamenten
der Schnittabfall durch den Impuls des Schlagmessers mit vergleichsweise hohen Geschwindigkeiten
weggeschossen werden kann und unter Umständen die Produktion in anderen Bereichen
beeinträchtigt, wird dies bei der erfindungsgemäßen Abschervorrichtung aufgrund des
anderen Schneidprinzips verhindert. Die Geschwindigkeit, mit der die wenigstens eine
gewendelte Messerschneide in Richtung der Rotationsachse an der Gegenmesserschneide
vorbei bewegt wird, kann deutlich kleiner. So erhält der abgeschnittene Teil beispielsweise
eines Borstenfilaments durch das Auftreffen der Messerschneide der Abschervorrichtung
einen deutlich kleineren Impuls, sodass er nicht oder nicht weit aus dem Schneidbereich
der Abschervorrichtung herausgeschossen wird. Im Zusammenspiel mit der zuvor bereits
erwähnten Absaugvorrichtung kann effektiv verhindert werden, dass der bei der Verwendung
der Abschervorrichtung anfallende Schnittabfall aus dem Schneidbereich des Messers
gelangt.
[0028] Das Messer kann zwischen der wenigstens einen gewendelten Messerschneide und einer
Freifläche der Messerschneide eine zur Rotationsachse des Messers parallele Übergangsfläche
aufweisen. Die Freifläche kann eine in Richtung der Rotationsachse messbare Breite
zwischen 0,001 mm und 0,3 mm aufweisen. Dies kann ein Nachschleifen des Messers vereinfachen.
[0029] Bei einer Ausführungsform der Abschervorrichtung weisen Schneidkerben des Gegenmessers
eine Verlaufsrichtung auf, die rechtwinklig oder schräg zu einer Haupterstreckungsrichtung
der Gegenmesserschneide orientiert ist. Die Verlaufsrichtung der Schneidkerben des
Gegenmessers können beispielsweise in einem Winkel zwischen 10 Grad und 80 Grad zu
der Haupterstreckungsrichtung der Gegenmesserschneide orientiert sein.
[0030] Die Abschervorrichtung kann einen Halter für ein Werkstück aufweisen, insbesondere
einen Halter für eine Bürste, vorzugsweise für eine Rundbürste und/oder für eine Zahnbürste.
[0031] Bei einer Ausführungsform der Abschervorrichtung weist diese einen Mehrachsroboter
zum Handling eines Werkstücks und/oder zur Zuführung und/oder Handhabung des Werkstücks
an dem Messer auf. Mit einem entsprechend programmierten Mehrachsroboter lässt sich
eine Freiformbearbeitung eines Werkstücks an der Abschervorrichtung durchführen. So
können Bürsten mit besonders aufwändig gestalteten Borstenfeldgeometrien erzeugt werden.
[0032] Bei einer Ausführungsform der Abschervorrichtung weist diese einen Mehrachsroboter
auf, an dem das Messer und/oder das Gegenmesser angeordnet sind. Auf diese Weise können
das Messer und/oder das Gegenmesser relativ zu einem, vorzugsweise fixierten, Werkstück
bewegt werden, um die zuvor erwähnte Freiformbearbeitung des Werkstücks vorzunehmen.
[0033] Zur Bearbeitung von beborsteten Bürsten kann die Abschervorrichtung eine Borstenverdrängervorrichtung
aufweisen. Mithilfe einer derartigen Borstenverdrängervorrichtung können einzelne
Borsten, einzelne Borstenbündel oder auch Gruppen von Borstenbündeln verdrängt werden,
sodass sie nicht von dem Messer und Gegenmesser der Abschervorrichtung erfasst werden.
Auf diese Weise lassen sich mithilfe der Abschervorrichtung auch komplexe Borstenfeldgeometrien
erzeugen. Dabei können unterschiedliche Gruppen von Borstenfilamenten oder Borstenbündeln
auf unterschiedliche Längen gekürzt werden. Dazu werden die Borstenfilamente nach
und nach bearbeitet. Solche Borstenfilamente, die zunächst nicht oder auf eine andere
Länge gekürzt werden sollen, können mithilfe der Borstenverdrängervorrichtung aus
dem Wirkbereich der Abschervorrichtung verdrängt werden.
[0034] Zur Lösung der Aufgabe wird schließlich auch eine Bürstenherstellungsmaschine vorgeschlagen,
die die Mittel und Merkmale des unabhängigen, auf eine solche gerichteten Anspruch
aufweist. Zur Lösung der Aufgabe wird somit bei einer Bürstenherstellungsmaschine
der eingangs genannten Art vorgeschlagen, diese mit einer Abschervorrichtung nach
einem der auf eine Abschervorrichtung gerichteten Ansprüche auszustatten.
[0035] Schließlich wird zur Lösung der Aufgabe auch die Verwendung einer Abschervorrichtung
nach einem der auf eine Abschervorrichtung gerichteten Ansprüche zum Ablängen von
Borstenfilamenten vorgeschlagen.
[0036] Die Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer Ausführungsbeispiele näher beschrieben.
Die Erfindung ist aber nicht auf diese Ausführungsbeispiele beschränkt. Weitere Ausführungsbeispiele
ergeben sich durch Kombination der Merkmale einzelner oder mehrerer Schutzansprüche
untereinander und/oder in Kombination einzelner oder mehrerer Merkmale der Ausführungsbeispiele.
Es zeigen in teilweise stark schematisierter Darstellung:
Fig. 1 eine Seitenansicht einer ersten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Abschervorrichtung
zur Bearbeitung eingedrehter Bürsten,
Fig. 2 eine perspektivische Ansicht der in Fig. 1 gezeigten Abschervorrichtung,
Fig. 3 eine perspektivische Ansicht eines Messers mit insgesamt vier um seine Rotationsachse
gewendelt umlaufenden Messerschneiden sowie eines dem Messer zugeordneten Gegenmessers
mit gekerbter Gegenmesserschneide,
Fig. 4 eine Seitenansicht des in Fig. 3 gezeigten Messers mit seinem Gegenmesser,
Fig. 5 die in Figur 4 mit dem Kreis V markierte Einzelheit in vergrößerter Darstellung,
Fig. 6 eine perspektivische Ansicht des in den Fig. 3 und 4 dargestellten Gegenmessers,
Fig. 7-10 unterschiedliche Ansichten einer weiteren Ausführungsform eines Gegenmessers,
Fig. 11 eine perspektivische Ansicht eines profilierten Messers mit einem diesem zugeordneten
profilierten Gegenmesser,
Fig. 12-14 unterschiedliche Ansichten des in Fig. 11 dargestellten profilierten Messers
und des in Fig. 1 dargestellten profilierten Gegenmessers,
Fig. 15-34 unterschiedliche Varianten von Messern und Gegenmessern in zum Teil vergrößerter
Darstellung,
Fig. 35 eine weitere perspektivische Ansicht einer Ausführungsform einer Abschervorrichtung,
wobei diese mit einem Bürstenhalter für eine zu bearbeitende Bürste ausgestattet ist,
Fig. 36 die in Fig. 35 gezeigte Abschervorrichtung mit profiliertem Messer und profiliertem
Gegenmesser,
Fig. 37 die in Fig. 36 gezeigte Abschervorrichtung mit einer Verdrängervorrichtung
für Borstenfilamente im Eingriff an einer an dem Halter aufgespannten Bürste,
Fig. 38 eine weitere Ausführungsform einer Abschervorrichtung mit einem konvex profilierten
Messer, einem konvex profiliertem Gegenmesser sowie mit einem Mehrachsroboter als
Handhabungsvorrichtung zur Handhabung von Werkstücken, hier von Bürsten,
Fig. 39 eine perspektivische Einzeldarstellung des Messers und des Gegenmessers der
in Fig. 38 abgebildeten Abschervorrichtung,
Fig. 40 eine perspektivische Darstellung einer Bürstenherstellungsmaschine, die mit
einer Abschervorrichtung ausgestattet ist, sowie
Fig. 41 eine Einzelteildarstellung der in Fig. 40 am Ende eines Roboterarms aufgehängten
Abschervorrichtung.
[0037] Bei der nachfolgenden Beschreibung verschiedener Ausführungsformen der Erfindung
erhalten in ihrer Funktion übereinstimmende Elemente auch bei abweichender Gestaltung
oder Formgebung übereinstimmende Bezugszeichen.
[0038] Sämtliche Figuren zeigen Bestandteile von unterschiedlichen Ausführungsformen von
im Ganzen mit 1 bezeichneten Abschervorrichtungen. Wo nicht gesondert ausgewiesen,
bezieht sich die nachfolgende Beschreibung auf sämtliche Ausführungsformen der Abschervorrichtungen
1.
[0039] Die Abschervorrichtung 1 weist ein Messer 2 und ein dem Messer 2 zugeordnetes Gegenmesser
3 auf. Das Messer 2 ist zur Erzeugung einer Schneidbewegung relativ zu einer Gegenmesserschneide
4 des Gegenmessers 3 um eine Rotationsachse R drehbar. Das Messer 2 der in den Figuren
dargestellten Abschervorrichtungen 1 weist insgesamt vier um seine Rotationsachse
R gewendelte Messerschneiden 5 auf. Es ist deutlich erkennbar, dass jede gewendelte
Messerschneide 5 die Rotationsachse R des Messers 2 mehrfach vollständig umschlingt.
[0040] Anhand der Figuren 3, 7 und 11 wird deutlich, dass das Messer 2 und das Gegenmesser
3, wenn überhaupt, in Gebrauchsstellung einen sehr geringen Abstand zueinander haben.
Das Schneidprinzip, nach dem die Abschervorrichtung 1 arbeitet, macht es entbehrlich,
den Abstand des Messers 2 zu dem Gegenmesser 3 zum Schneiden zu verändern. Ein zuvor
zwischen dem Messer 2 und dem Gegenmesser 3 eingestellter Abstand wird im Betrieb
der Abschervorrichtung 1 konstant gehalten. Der Abstand kann in Abhängigkeit des zu
schneidenden Materials zwischen 0 mm und 0,5 mm liegen, besonders bevorzugt zwischen
0 mm und 0,1 mm. Ein Abstand zwischen 0 mm und 0,1 mm eignet sich besonders gut, um
beispielsweise Borstenfilamente von Bürsten mit der Abschervorrichtung 1 zu bearbeiten.
[0041] Die Figuren 6, 10 und 14 verdeutlichen, dass die Gegenmesserschneide 4 eine Haupterstreckungsrichtung
aufweist, die quer zu einer Längsachse des Gegenmessers 3 orientiert ist. Die Figuren
4, 8 und 12 zeigen, dass die Gegenmesserschneide 4 eine Haupterstreckungsrichtung
PF.1 aufweist, die auch quer zu der Haupterstreckungsrichtung der vier gewendelten
Messerschneiden 5 des Messers 2 ist. Ferner ist erkennbar, dass die Haupterstreckungsrichtung
PF.1 der Gegenmesserschneide 4 des jeweiligen Gegenmessers 3 auch in Richtung der
Rotationsachse R oder sogar parallel zu der Rotationsachse R des Messers 2 ausgerichtet
ist.
[0042] Sämtliche in den Figuren dargestellten Gegenmesser 3 sind Gegenmesser 3, deren Gegenmesserschneide
4 eine mit Schneidkerben 6 versehene, gekerbte Gegenmesserschneide ist.
[0043] Mithilfe der Schneidkerben 6 der Gegenmesserschneide 4 können Borstenfilamente 7
von zu bearbeitenden Bürsten 8 an dem Gegenmesser 3 gehalten werden. Durch die um
die Rotationsachse R rotierenden Messerschneiden 5 können dann die in den Schneidkerben
6 befindlichen Borstenfilamente 7 der zu bearbeitenden Bürsten 8 zuverlässig durchtrennt
werden, ohne dass die Borstenfilamente 7 zu weit ausweichen können, wenn sich die
rotierenden Messerschneiden 5 in ihrer durch die Rotation um die Rotationsachse R
des Messers 2 verursachte Schneidbewegung auf Schneidkanten 9 der Schneidkerben 6
zu bewegen.
[0044] Die Figuren 3, 7 und 11 zeigen ferner, dass das Messer 2 einen zylindrischen Grundkörper
10 aufweist. An diesem zylindrischen Grundkörper 10 sind vier gewendelte Messerschneiden
5 ausgebildet.
[0045] Die in den Figuren 1, 2, 35 sowie 40 und 41 gezeigten Abschervorrichtungen sind jeweils
mit einer Absaugvorrichtung 11 versehen. Die Absaugvorrichtung 11 ist dabei jeweils
dem Messer 2 der Abschervorrichtung 1 zugeordnet. Die Absaugvorrichtungen 11 sind
mit Absauggehäusen 12 versehen, die die Messer 2 zumindest teilweise einhausen. Die
Absauggehäuse 12 umgeben die in ihnen drehbar gelagerten Messer 2 über einen Winkelbereich
zwischen 180 und 270 Grad. Durch die Rotation des jeweiligen Messers 2 um seine Rotationsachse
R werden abgetrennte Borstenfilamentstücke in das Innere des jeweiligen Absauggehäuse
12 gefördert und schließlich mithilfe der Absaugvorrichtung 11 abgesaugt. Auf diese
Weise lässt sich eine Verschmutzung des Arbeitsbereichs der Abschervorrichtung 1 durch
Schnittabfall zuverlässig vermeiden.
[0046] Bei dem Ausführungsbeispiel einer Abschervorrichtung 1, das in den Figuren 40 und
41 dargestellt ist, ist das Gegenmesser 3 an dem Absauggehäuse 12 angeordnet oder
ausgebildet. Auf diese Weise erhält die Abschervorrichtung 1 eine besonders kompakte
Gestalt mit geringem Raumbedarf. Bei in den Figuren nicht gezeigten Ausführungsformen
der Abschervorrichtung ist das Gegenmesser 3 mit symmetrischen Schneidkerben versehen.
Sämtliche in den Figuren gezeigten Gegenmesser 3 weisen asymmetrische Schneidkerben
6 auf. Dies liegt darin begründet, dass die Schneidkanten 9 der Schneidkerben 6 eine
größere Steigung haben oder steiler sind als die den Schneidkanten 9 jeweils zugeordneten
Gegenkanten 13.
[0047] Die vergrößerten Detailansichten der Gegenmesser 3 (siehe Figuren 5, 9, 13, 16, 18,
20, 22, 24, 26, 28, 30, 32 und 34) zeigen unterschiedlich gestaltete Schneidkerben
6. Einige von diesen Schneidkerben 6 haben einen spitzen Öffnungswinkel, während andere
Schneidkerben 6 im Vergleich dazu stumpfere Öffnungswinkel haben. Bei sämtlichen Gegenmessern
3 ist vorgesehen, dass die Schneidkerben 6 Schneidkanten 9 aufweisen, die kürzer als
den Schneidkanten 9 zugeordnete Gegenkanten 13 sind. Zudem haben die Schneidkanten
9, wie bereits vorher erwähnt, auch eine größere Steigung als die ihnen zugeordneten
Gegenkanten 13.
[0048] Bei dem in Figur 5 vergrößert dargestellten Ausführungsbeispiel des Gegenmessers
3 sind die Schneidkanten 9 der Schneidkerben 6 in einem Winkel von etwas weniger als
90 Grad zu einer Haupterstreckungsrichtung PF. 1 der Gegenmesserschneide 4 orientiert.
Bevorzugt liegt der Winkel, der zwischen der jeweiligen Schneidkante 9 der Haupterstreckungsrichtung
der Gegenmesserschneide 4 aufgespannt wird, zwischen 45 Grad und 90 Grad.
[0049] Die den Schneidkanten 9 zugeordneten Gegenkanten 13 schließen mit der Haupterstreckungsrichtung
PF. 1 der Gegenmesserschneide 4, die in Gebrauchsstellung des Gegenmessers 3 parallel
zu einer Rotationsachse R des Messers 2 ausgerichtet ist, einen Winkel zwischen 30
Grad und 80 Grad ein, sind dementsprechend mit einer geringeren Steigung versehen
als die Schneidkanten 9.
[0050] Die Schneidkerben 6 der in den Figuren dargestellten Gegenmesser 3 haben eine Kerbtiefe
zwischen 0,1 mm und 10 mm. Die Kerbtiefen können abhängig von dem Material gewählt
werden, das mithilfe der Abschervorrichtung 1 geschnitten werden soll.
[0051] Die gewendelten Messerschneiden 5 der in den Figuren gezeigten Messer 2 haben einen
Steigungswinkel, der je nach Anwendungsfall zwischen 0,1 Grad und 45 Grad betragen
kann.
[0052] Die Figuren 11 bis 14 sowie 36 bis 41 zeigen Gegenmesser 3, deren Gegenmesserschneiden
4 profilierte Gegenmesserschneiden sind. Die in den Figuren 11 bis 14 gezeigten Gegenmesserschneiden
4 sind konvex-konkav profilierte oder gebogene Gegenmesserschneiden 4, die somit ein
Wellenprofil aufweisen. Die in den Figuren 38 bis 41 gezeigten Gegenmesserschneiden
4 weisen ein halbrundes Profil auf, sind also konkav profilierte Gegenmesserschneiden
4.
[0053] Die Messerschneiden 5 der Messer 2 sind korrespondierend zu dem Profil der ihnen
zugeordneten Gegenmesserschneiden 4 profiliert. Dementsprechend ist das in den Figuren
11 bis 13 dargestellte Messer 2 mit konvex-konkav profilierten Messerschneiden 5 ausgestattet.
Das in den Figuren 38 bis 41 dargestellte Messer 2 weist entlang einer konvexen Linie
gewendelt verlaufende Messerschneiden 5 auf. Die Messer 2 mit profilierten Messerschneiden
5 weisen gedachte Einhüllende auf, die ihrerseits entsprechend profiliert sind. Unter
einer profilierten Messerschneide 5 kann im Kontext der beschriebenen Abschervorrichtungen
1 eine solche Messerschneide 5 verstanden werden, um die sich eine gedachte Einhüllende
legen lässt, die ihrerseits eine entsprechende konkave, konvexe und/oder konvex-konkav
und/oder gewellte Profilierung aufweist.
[0054] Die in den Figuren gezeigten Messerschneiden 5 sind unterbrechungsfrei ausgebildet.
Grundsätzlich ist es jedoch möglich, die Messerschneiden 5 mit Kerben oder Zacken
oder Ausnehmungen zu versehen. Dies kann das Schneidverhalten der Abschervorrichtung
1 in Abhängigkeit des zu schneidenden Materials günstig beeinflussen.
[0055] Die Gegenmesserschneide 4 und insbesondere die Schneidkerben 6 der Gegenmesserschneide
4 der in den Figuren gezeigten Gegenmesser 3 weisen einen Keilwinkel zwischen 45 Grad
und 90 Grad insbesondere zwischen 85 Grad und 90 Grad auf. Unter Keilwinkel kann dabei
der Winkel zu verstehen sein, der zwischen der Gegenmesserschneide 4 und einer gedachten
Längsebene des Gegenmessers 3 aufgespannt wird.
Die gewendelten Messerschneiden 5 weisen Keilwinkel zwischen 10 Grad und 90 Grad auf.
[0056] Die gewendelten Messerschneiden 5 weisen ferner Freiwinkel zwischen 1 Grad und 30
Grad auf. Die Gegenmesser 3 können einen spitzen oder einen stumpfen Fasenwinkel aufweisen,
wobei der Fasenwinkel der Winkel ist, der zwischen einer an die Gegenmesserschneide
4 angrenzenden Fase 14 und einer gedachten Längsebene des Gegenmessers 3 aufgespannt
wird. Die Fasenwinkel der Gegenmesser 3 können zwischen 5 Grad und 45 Grad oder auch
zwischen 45 Grad und 120 Grad betragen.
[0057] Ein Keilwinkel der Gegenmesserschneide 4, insbesondere Keilwinkel der Schneidkerben
6 der Gegenmesserschneide 4, sind bei den in den Figuren 14, 18, 20, 22, 24 und 26
gezeigten Gegenmessern 3 größer als ein Fasenwinkel des jeweiligen Gegenmessers 3,
der zwischen der an die Gegenmesserschneide 4 angrenzenden Fasen 14 und der bereits
zuvor erwähnten Längsebene des Gegenmessers 3 aufgespannt wird. An dieser Stelle sei
erwähnt, dass die Längsebene der in den Figuren gezeigten Gegenmesser 3 parallel zu
einer planen Vorderseite 15 der Gegenmesser 3 ist.
[0058] Die gewendelten Messerschneiden 5 der in den Figuren gezeigten Messer 2 der Abschervorrichtungen
1 sind jeweils an einem um die jeweilige Rotationsachse R des Messers 2 gewendelt
umlaufenden Steg 16 angeordnet. Die Stege 16 weisen eine Stegbreite zwischen 0,3 mm
und 5 mm und eine Steghöhe von 1 mm bis 20 mm auf und können beispielsweise durch
Fräsbearbeitung des Grundkörpers 10 erzeugt werden.
[0059] Das in den Figuren 25 und 26 gezeigte Messer 2 hat zwischen seinen gewendelten Messerschneiden
5 und einer jeweiligen Freifläche 17 der jeweiligen Messerschneide 5 eine zur Rotationsachse
R des Messers 2 parallele Übergangsfläche 18. Diese Übergangsfläche 18 weist eine
in Richtung der Rotationsachse R des Messers 2 messbare Breite zwischen 0,001 mm und
0,3 mm auf und dient dazu, das Nachschleifen des Messers 2 und seiner gewendelten
Messerschneiden 5 zu vereinfachen.
[0060] Bei den in den Figuren 3 bis 16 sowie 27, 28 und 38 bis 41 weisen die Schneidkerben
6 der jeweilig dargestellten Gegenmesser 3 eine Verlaufsrichtung auf, die rechtwinklig
zu der Haupterstreckungsrichtung PF.1 der Gegenmesserschneide 4 orientiert ist und
zudem rechtwinklig zu der Rotationsachse R des jeweiligen Messers 2 der abgebildeten
Abschervorrichtung 1.
[0061] Die übrigen Gegenmesser 3 weisen Schneidkerben 6 auf, deren Verlaufsrichtung schräg
zu einer Haupterstreckungsrichtung der Gegenmesserschneide 4 und auch schräg zu der
Rotationsachse R des Messers 2 ausgerichtet ist, wenn sich das Gegenmesser 3 in seiner
Gebrauchsstellung an der Abschervorrichtung 1 befindet. Die Orientierung der Verlaufsrichtungen
der Schneidkerben 6 kann hierbei zwischen 10 Grad und 80 Grad betragen. Ergebnis dieser
schräg ausgerichteten Schneidkerben 6 sind relativ kleine Keilwinkel an den Schneidkanten
9 der Schneidkerben 6, die letztendlich ein feineres Schnittbild begünstigen können.
[0062] Jede in den Figuren gezeigte Abschervorrichtung 1 weist ferner einen Halter 19 für
ein Werkstück, hier eine Bürste 8 auf. Bei der in den Figuren 1 und 2 gezeigten Abschervorrichtung
1 ist dieser Halter 19 ein schwenkbar gelagerter, auf eine Rundbürste abgestimmter
Halter 19, der zudem dazu eingerichtet ist, die an ihm aufgespannte Rundbürste 7 zur
Bearbeitung an der Abschervorrichtung 1 in Rotation zu versetzen.
[0063] Die in den Figuren 35 bis 37 gezeigte Abschervorrichtung 1 weist einen Halter 19
auf, der zum Halten einer Zahnbürste eingerichtet ist. Zudem lässt sich hier der Halter
19 in drei unterschiedlichen Achsen relativ zu dem Messer 2 und dem Gegenmesser 3
bewegen, um die Borstenfilamente 7 der an dem Halter 19 aufgespannten Bürste dem Messer
2 und dem Gegenmesser 3 zuzuführen.
[0064] Die in Figur 38 gezeigte Abschervorrichtung 1 weist einen Mehrachsroboter 20 zum
Handling der Bürste, allgemeiner gesprochen des Werkstücks 8, auf. Mithilfe dieses
Mehrachsroboters 20, an dem ein Halter 19 für die Bürste 8 angeordnet ist, kann die
Bürste 8 dem Messer 2 und dem Gegenmesser 3 der Abschervorrichtung 1 zur Bearbeitung
zugeführt und die Bürste 8 auch gehandhabt werden.
[0065] Die Abschervorrichtung 1 gemäß Figur 40 weist einen Mehrachsroboter 20 auf, an dem
sowohl das Messer 2 als auch das Gegenmesser 3 der Abschervorrichtung 1 angeordnet
sind. Die in Figur 37 gezeigte Abschervorrichtung 1 verfügt über eine Borstenverdrängervorrichtung
21. Mithilfe der Borstenverdrängervorrichtung 21 lassen sich Borstenfilamente 7 einer
an dem Halter 19 der Abschervorrichtung 1 aufgespannten Bürste seitlich verdrängen,
um einzelne Borstenfilamente 7 oder Gruppen von Borstenfilamenten 7 separat von den
übrigen Borstenfilamenten 7 der Bürste 8 bearbeiten zu können.
[0066] Figur 40 zeigt schließlich eine im Ganzen mit 22 bezeichnete Bürstenherstellungsmaschine,
die mit einer Abschervorrichtung 1 ausgestattet ist. Die Bürstenherstellungsmaschine
22 weist eine Steuereinheit 23 auf, mit der Funktionseinheiten der Bürstenherstellungsmaschine
22, wie beispielsweise ein Rundtakttisch 24 und natürlich auch die Abschervorrichtung
1 und vor allem der Mehrachsenroboter 20 gesteuert werden können. Benachbart zu der
Steuereinheit 23 ist eine Unterdruckquelle 25 der zuvor bereits erwähnten und ausführlich
beschriebenen Absaugvorrichtung 11 zu erkennen. Hier nicht dargestellt ist ein Verbindungsschlauch,
über den das Absauggehäuse 12 der Absaugvorrichtung 11, das an dem Mehrachsroboter
20 angeordnet ist, mit der Unterdruckquelle 25 der Absaugvorrichtung 11 verbunden
wird.
[0067] Dem Rundtakttisch 24 ist eine Eingabestation 26 und eine Entnahmestation 27 der Bürstenherstellungsmaschine
22 zugeordnet. Über die Entnahmestation 27 können bearbeitete Bürsten 8 von dem Rundtakttisch
24 der Bürstenherstellungsmaschine 22 abgenommen werden. Über die Eingabestation 26
werden noch unbearbeitete Bürsten 8 dem Rundtakttisch 24 und über diesen der Abschervorrichtung
1 zur Bearbeitung der Borstenfilamente 7 der Bürsten 8 zugeführt.
[0068] Die in den Figuren gezeigte Abschervorrichtung 1 eignet sich somit zum Ablängen von
Borstenfilamenten 7 bei der Bearbeitung und Herstellung von Bürsten 8.
[0069] Die Erfindung befasst sich mit Verbesserungen auf dem technischen Gebiet der Abschervorrichtungen.
Hierzu wird unter anderem die Abschervorrichtung 1 vorgeschlagen, die ein Messer 2
mit zumindest einer um eine Rotationsachse R des Messers 2 gewendelten und drehbaren
Messerschneide 5 aufweist. Der Messerschneide 5 ist eine Gegenmesserschneide 4 eines
Gegenmessers 3 zugeordnet. Die Scherbewegungen, durch die sich beispielsweise Borstenfilamente
7 von zu bearbeitenden Bürsten 8 ablängen lassen, werden durch die relative Rotationsbewegung
der wenigstens einen gewendelten Messerschneide 5 zu der vorzugsweise feststehenden
Gegenmesserschneide 4 des Gegenmessers 3 erzeugt. Da das Messer 2 und das Gegenmesser
3 während des Betriebs der Abschervorrichtung 1 ihren Abstand zueinander konstant
halten können, zeichnet sich die Abschervorrichtung 1 durch ein vergleichsweise geringes
Verletzungsrisiko bei ihrer Benutzung aus.
Bezugszeichenliste
[0070]
- 1
- Abschervorrichtung
- 2
- Messer
- 3
- Gegenmesser
- 4
- Gegenmesserschneide
- 5
- Messerschneide
- 6
- Schneidkerbe
- 7
- Borstenfilament
- 8
- Bürste
- 9
- Schneidkante in 6
- 10
- Grundkörper von 2
- 11
- Absaugvorrichtung
- 12
- Absauggehäuse
- 13
- Gegenkante in 6
- 14
- Fase an 3
- 15
- Vorderseite von 3
- 16
- Steg an 2
- 17
- Freifläche an 2
- 18
- Übergangsfläche an 2
- 19
- Halter
- 20
- Mehrachsroboter
- 21
- Borstenverdrängervorrichtung
- 22
- Bürstenherstellungsmaschine
- 23
- Steuereinheit
- 24
- Rundtaktisch
- 25
- Unterdruckquelle von 11
- 26
- Eingabestation
- 27
- Entnahmestation
1. Abschervorrichtung (1) mit einem Messer (2) und einem dem Messer (2) zugeordneten
Gegenmesser (3), wobei das Messer (2) zur Erzeugung einer Schneidbewegung relativ
zu einer Gegenmesserschneide (4) des Gegenmessers (3) um eine Rotationsachse (R) drehbar
ist und wenigstens eine um seine Rotationsachse (R) gewendelte Messerschneide (5)
aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Gegenmesserschneide (4) eine mit Schneidkerben (6) versehene, gekerbte Gegenmesserschneide
ist.
2. Abschervorrichtung (1) nach Anspruch 1, wobei die wenigstens eine gewendelte Messerschneide
(5) die Rotationsachse (R) des Messers (2) zumindest einmal, vorzugsweise mehrfach,
vollständig umschlingt, und/oder wobei das Messer (2) und das Gegenmesser (3) einen
Abstand zwischen 0mm und 0,5mm, vorzugsweise zwischen 0mm und 0,1mm, zueinander haben
und/oder wobei ein Abstand zwischen dem Messer (2) und dem Gegenmesser (3) beim Betrieb
der Abschervorrichtung (1) konstant ist.
3. Abschervorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Gegenmesserschneide (4) eine
Haupterstreckungsrichtung aufweist, die quer zur Haupterstreckungsrichtung der wenigstens
einen gewendelten Messerschneide (5) und/oder in Richtung der Rotationsachse (R) oder
parallel zu der Rotationsachse (R) des Messers (2) ausgerichtet ist.
4. Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Messer (2) einen
zylindrischen Grundkörper (10) aufweist, an dem die wenigstens eine gewendelte Messerschneide
(5) angeordnet und/oder ausgebildet ist, und/oder wobei das Messer zwei oder drei
oder vier oder mehr gewendelte Messerschneiden (5) aufweist.
5. Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Abschervorrichtung
(1) eine Absaugvorrichtung (11) aufweist, insbesondere wobei die Absaugvorrichtung
(11) dem Messer (2) zugeordnet ist.
6. Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Abschervorrichtung
(1) ein Absauggehäuse (12) aufweist, das das Messer (2) zumindest teilweise einhaust.
7. Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Gegenmesser
(3) an dem Absauggehäuse (12) angeordnet und/oder ausgebildet ist.
8. Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Gegenmesser
(3) symmetrische und/oder asymmetrische Schneidkerben (6) aufweist.
9. Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Gegenmesser
(3) Schneidkerben (6) aufweist, die einen spitzen Öffnungswinkel haben, und/oder dass
das Gegenmesser (3) Schneidkerben (6) aufweist, die einen stumpfen Öffnungswinkel
haben.
10. Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei Schneidkerben (6)
des Gegenmessers (3) Schneidkanten (9) aufweisen, die kürzer als den Schneidkanten
(9) zugeordnete Gegenkanten (13) sind und/oder die eine größere Steigung als den Schneidkanten
(9) zugeordnete Gegenkanten (13) aufweisen.
11. Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei Schneidkerben (6)
des Gegenmessers (3) eine Kerbtiefe zwischen 0,1mm und 10mm aufweisen.
12. Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die wenigstens eine
gewendelte Messerschneide (5) einen Steigungswinkel zwischen 0,1° und 45° aufweist.
13. Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Gegenmesserschneide
(4) eine profilierte Gegenmesserschneide ist, insbesondere wobei die Gegenmesserschneide
(4) ein Wellenprofil aufweist und/oder konvex oder konkav oder konvex-konkav profiliert
ist, und/oder wobei die wenigstens eine gewendelte Messerschneide (5) eine profilierte
Messerschneide ist, insbesondere wobei die wenigstens eine gewendelte Messerschneide
(5) ein Wellenprofil aufweist und/oder konvex, konkav oder konvex-konkav profiliert
ist und/oder wobei eine gedachte Einhüllende des Messers (4) ein Wellenprofil aufweist
und/oder konvex, konkav oder konvex-konkav profiliert ist.
14. Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Gegenmesserschneide
(4), insbesondere ihre Schneidkerben (6), einen Keilwinkel zwischen 45° und 90°, insbesondere
zwischen 85° und 90° aufweist/aufweisen, und/oder dass die wenigstens eine gewendelte
Messerschneide (5) einen Keilwinkel zwischen 10° und 90° aufweist.
15. Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die wenigstens eine
gewendelte Messerschneide (5) einen Freiwinkel zwischen 1° und 30° aufweist und/oder
dass die Gegenmesser (3) einen spitzen oder einen stumpfen Fasenwinkel aufweist, der
zwischen einer an die Gegenmesserschneide (4) angrenzenden Fase (14) und einer Längsebene
des Gegenmessers (3) aufgespannt wird, insbesondere einen Fasenwinkel zwischen 5°
und 45° oder ein Fasenwinkel zwischen 45° und 120°.
16. Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei ein Keilwinkel der
Gegenmesserschneide (4), insbesondere Keilwinkel der Schneidkerben (6), größer als
oder gleich groß wie ein Fasenwinkel des Gegenmessers (3) ist, der zwischen einer
an die Gegenmesserschneide (4) angrenzenden Fase (14) und einer Längsebene des Gegenmessers
(3) aufgespannt wird.
17. Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die wenigstens eine
gewendelte Messerschneide (5) an einem um die Rotationsachse (R) des Messers (2) gewendelt
umlaufenden Steg (16) angeordnet ist, insbesondere wobei der Steg (16) eine Stegbreite
von 0,3 mm bis 5 mm und/oder eine Steghöhe von 1 mm bis 20 mm hat.
18. Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Messer (2) zwischen
der wenigstens einen gewendelten Messerschneide (5) und einer Freifläche (17) der
Messerschneide (5) eine zur Rotationsachse (R) des Messers (2), vorzugsweise parallele,
Übergangsfläche (18) mit einer in Richtung der Rotationsachse (R) messbaren Breite
zwischen 0,001 mm und 0,3 mm aufweist.
19. Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei Schneidkerben (6)
des Gegenmessers (3) eine Verlaufsrichtung aufweisen, die rechtwinklig oder schräg
zu einer Haupterstreckungsrichtung der Gegenmessermesserschneide (4) orientiert ist,
insbesondere in einem Winkel zwischen 10° und 80°.
20. Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Abschervorrichtung
(1) einen Halter (19) für ein Werkstück (8) aufweist, insbesondere einen Halter (19)
für eine Bürste, vorzugsweise für eine Rundbürste und/oder für eine Zahnbürste.
21. Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Abschervorrichtung
(1) einen Mehrachsroboter (20) zum Handling eines Werkstücks (8) und/oder zur Zuführung
und/oder Handhabung des Werkstücks (8) an dem Messer (2) aufweist.
22. Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Abschervorrichtung
(1) einen Mehrachsroboter (20) aufweist, an dem das Messer (2) und/oder das Gegenmesser
(3) angeordnet sind.
23. Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Abschervorrichtung
(1) eine Borstenverdrängervorrichtung (21) aufweist.
24. Bürstenherstellungsmaschine (22) mit einer Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen
Ansprüche.
25. Verwendung einer Abschervorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche zum Ablängen
von Borstenfilamenten (7) .