[0001] Die Erfindung betrifft ein Paneel mit einer Paneeloberseite und einer Paneelunterseite
sowie mit wenigstens zwei einander gegenüberliegen Paneelkanten, die jeweils an der
Paneeloberseite eine Kantenbrechung aufweisen, wobei die Kantenbrechungen ihrerseits
im verbunden Zustand miteinander eine Fuge in einer Belagsoberfläche bilden.
[0002] Die Paneele weisen üblicherweise dekorative Oberflächen auf. Insbesondere bezieht
sich die Erfindung auf ein Paneel der obigen Gattung, welches zur Verklebung an einem
tragenden Untergrund vorgesehen ist. Derartige Paneele werden beispielsweise als Bodenpaneele
verwendet und auf einem Estrich, etc. aufgeklebt. Die einander gegenüberliegenden
Paneelkanten des vorgeschlagenen Paneels haben konturierte Paneelkanten, die komplementär
zueinander gestaltet sind, d. h. im Prinzip lassen sich zwei Paneelkanten desselben
Paneels zusammenfügen, wenn das Paneel durchtrennt würde. Bei der Verlegung von Paneelen
ist es durchaus üblich, das letzte Paneel am Ende einer Paneelreihe bei Bedarf zu
kürzen, wenn der Platz nicht ausreicht, um das ganze Paneel am Ende einer Paneelreihe
zu platzieren.
[0003] Paneele die für eine Verklebung an einem Untergrund vorgesehen sind, verzichten häufig
auf konturierte Paneelkanten. Sie haben dann schlicht flache Paneelkanten, die senkrecht
zur Paneeloberseite angeordnet sind, und die stumpf gegeneinander gestoßen werden.
Andererseits sind für eine Verklebung Paneele mit konturierten Paneelkanten bekannt,
welche komplementäre Nut und Feder aufweisen. Nut- und Federpaneele können ebenfalls
am Untergrund verklebt werden, vielfach werden sie aber für eine schwimmende Verlegung
vorgesehen und nicht am Untergrund verklebt. Dann werden nur die Nut- und Federkanten
miteinander verklebt.
[0004] Die Kantenbrechungen oben an den Paneelkanten stellen eine Abstumpfung dar, welche
die jeweilige Kante gegen mechanische Stöße unempfindlicher macht und die Paneelkanten
auf diese Weise schützt. Die Stoßstellen aneinander gefügter Paneele können in der
Praxis unregelmäßig geraten. Obwohl Paneelkanten bei einer Verklebung auf einem Untergrund
gegeneinander gedrückt werden, können Schiefstellungen sowie Spalte entstehen, welche
ein gewünschtes gleichmäßiges Erscheinungsbild einer Belagsoberfläche stören. Hierbei
tragen Kantenbrechungen, die zusammen eine Fuge oder Kerbe bilden, dazu bei, Ungleichheiten,
wie Schiefstellungen oder Spalte ein wenig zu kaschieren.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein zur Verklebung an einem Untergrund
vorgesehenes Paneel mit einer verbesserten Gestaltung von wenigstens zwei einander
gegenüberliegen Paneelkanten vorzuschlagen.
[0006] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Kantenbrechung einer der
Paneelkanten größer ausgebildet ist als die Kantenbrechung der gegenüberliegenden
Paneelkante, und dass ein unterer Teil der großen Kantenbrechung der einen Paneelkante
im verbunden Zustand von der kleinen Kantenbrechung der gegenüberliegenden Paneelkante
überlappt ist.
[0007] Das neue Gestaltung der einander gegenüberliegenden Paneelkanten bewirkt, dass ein
etwaiger Spalt weniger augenfällig ist als bei einer Belagsoberfläche aus bekannten
Paneelen. Sind die Kantenbrechungen zweier Paneelkanten zu einer Fuge zusammengefügt,
dann kann sich am Grund der Fuge zwar ein Spalt vorhanden sein. Aufgrund der Gestaltung
der großen Kantenbrechung und der kleinen Kantenbrechung kann jedoch niemals ein Spalt
entstehen, der senkrecht von oben einsehbar wäre für einen Betrachter. Dadurch wird
das Erscheinungsbild einer Belagsoberfläche weit weniger gestört, als bei einer Belagsoberfläche
aus bekannten Paneelen.
[0008] Zudem eignet sich die Gestaltung der Paneelkanten besonders gut dann, wenn das Paneel
insgesamt sehr dünn ausgebildet sein soll.
[0009] Zweckmäßig ist an einer Paneelkante in einem oberen Bereich nahe der Paneeloberseite
eine hinterschnittene Kontur mit einem seitlichen Vorsprung vorgesehen, wobei sich
die kleine Kantenbrechung oben an dem seitlichen Vorsprung dieser Kontur befindet.
[0010] Vorzugsweise bildet der seitliche Vorsprung den distalen Bereich der Paneelkante.
Kein anderer Bereich der Paneelkante ragt seitlich weiter hervor als dieser seitliche
Vorsprung.
[0011] Ein weiterer Nutzen ergibt sich, wenn der seitliche Vorsprung eine zur Paneelunterseite
gewandte Sperrfläche aufweist.
[0012] Auch hilfreich ist es, dass der überlappte Teil der großen Kantenbrechung im verbunden
Zustand parallel ausgerichtet ist zu der Sperrfläche, die an der Kontur des seitlichen
Vorsprungs vorgesehen ist.
[0013] In jedem Fall kann der überlappte Bereich der großen Kantenbrechung sich nicht ungehindert
senkrecht zur Paneelebene in Richtung der Paneeloberseite bewegen, weil die Sperrfläche
des seitlichen Vorsprungs den Weg versperrt.
[0014] Auch hilfreich ist es, wenn zwischen der Paneelunterseite und dem seitlichen Vorsprung
eine zurückstehende Stoßfläche vorgesehen ist. Diese Stoßfläche begrenzt den Fügeweg,
wenn zwei Paneele in der Paneelebene und senkrecht zu ihren Paneelkanten gegeneinander
bewegt werden.
[0015] Zweckmäßig weist das freie Ende der komplementären Paneelkante ebenfalls eine Stoßfläche
auf, die mit der vorgenannten unterhalb des seitlichen Vorsprungs angeordneten Stoßfläche
zusammenwirkt. Wenn die Stoßflächen der komplementären Paneelkanten lotrecht zur Paneelebene
ausgerichtet sind, dann vermeidet dies die Entstehung einer senkrecht zur Paneelebene
wirkenden Kraftkomponente, welche einen unerwünschten Höhenversatz der Paneelkanten
nach sich ziehen könnte.
[0016] Die einander gegenüberliegenden Paneelkanten können an der Paneelunterseite je eine
untere Kantenbrechung aufweisen. Auch hier schützt die dadurch geschaffene Abstumpfung
die jeweilige Kante vor Beschädigung. An der Unterseite des Belags bilden Die Kantenbrechungen
ebenfalls eine Fuge. Diese begünstigt die Verklebung, indem Klebemittel das an der
Paneelunterseite aufgetragen worden ist, bis zu der unterseitigen Fuge fließen kann.
So gelangt Klebemittel zumindest ein Stück weit zwischen die Paneelkanten und kann
durchaus auch zwischen die Stoßflächen gelangen und diese miteinander verkleben, wodurch
zwischen den Stoßflächen ein zusätzlicher Stoffschluss hergestellt und die Festigkeit
dieser Verbindung verbessert wird.
[0017] Diejenige Paneelkante mit dem seitlichen Vorsprung kann eine untere Kantenbrechung
aufweist, die gleich groß oder größer ist als die untere Kantenbrechung der komplementären
Paneelkante. Diese Ausführung kann beispielsweise so gestaltet sein, dass die große
Kantenbrechung an der Paneelunterseite soweit reicht, dass sie die kleine Kantenbrechung
an der Paneeloberseite schneidet. Die gesamte Paneelkante bildet dann eine asymmetrische
Spitze, bei der jede der zwei Kantenbrechungen eine Flanke dieser Spitze bildet. Die
beiden Flanken der Spitze können sich in Größe, Winkel und Flächenform unterscheiden.
Die Flächen müssen beispielsweise keine Ebenen sein.
[0018] Die Panelunterseite kann als Klebeunterseite hergerichtet sein. Dabei kann es sich
um Klebeband handeln, das an der Panelunterseite appliziert ist oder beispielsweise
um ein Klebemittel, das aktiviert werden muss, um seine Klebewirkung zu entfalten.
[0019] Bei einer Alternative ist die Klebeunterseite dadurch geschaffen, dass die Oberflächenbeschaffenheit
der Paneelunterseite hergerichtet für eine gute Anhaftung eines Klebemittels. Das
Klebemittel wir dann während der Herstellung einer Belagsoberfläche aufgetragen.
[0020] Zwecks Herstellung einer Belagsoberfläche wird ein Verfahren zur Verklebung eines
erfindungsgemäßen Paneels vorgeschlagen, bei dem das Klebemittel an der Paneelunterseite
aufgetragen wird, wobei aber ein Randbereich der Paneelunterseite frei von Klebemittel
bleibt. Umlaufend an der Paneelunterseite wird ein Randbereich nicht mit Klebemittel
versehen.
[0021] Das Klebemittel kann dann, wenn das Paneel gegen den Untergrund gedrückt wird, zum
Randbereich der Paneelunterseite fließen und gelangt zu einem Teil zwischen die Paneelkanten.
[0022] Mit Bezug auf das Klebemittel beziehungsweise den Klebstoff kann dies beispielsweise
ein Reaktivklebstoff beziehungsweise ein Reaktionsklebstoff sein. Unter einem Reaktionsklebstoff
kann dabei insbesondere ein derartiger Klebstoff verstanden werden, dessen Aushärtung
auf einer chemischen Reaktion basiert, wie etwa einer Polymerisation, beispielsweise
einer Polyaddition oder Polykondensation. Durch die Reaktion können insbesondere großmolekulare,
vernetzte Kunststoffe von hoher Festigkeit entstehen.
[0023] An der Reaktion sind im Wesentlichen zwei Reaktionspartner beteiligt. Die Reaktionspartner
können beispielsweise unmittelbar vor der Verarbeitung zusammengeben und vermischt
werden, in welchem Fall es sich um einen 2-Komponenten- Klebstoff handelt. Alternativ
kann ein 1-Komponenten-Klebstoff vorliegen, wenn eine der beiden Komponenten verkappt
in dem Klebstoffsystem enthalten ist oder beide Komponenten frei vorliegen, eine Reaktion
jedoch nur unter bestimmten Bedingungen abläuft.
[0024] Insbesondere umfasst ein derartiger Reaktionsklebstoff ein Harz und einen Härter
hierfür. Durch Vermischen beziehungsweise in-Kontakt-Bringen der beiden Reaktanden
oder durch das Einstellen geeigneter Reaktionsbedingungen wird ein Härten ausgelöst
und somit ein stabiler Klebeverbund bereitgestellt.
[0025] Beispielhafte Klebstoffsysteme umfassen etwa Epoxidsysteme, wobei beispielsweise
ein Epoxidharz als Grundkomponente und ferner ein Härter für die Grundkomponente,
wie etwa Amine oder saure Härter, wie etwa Carbonsäureanhydride, beigefügt werden
können. Ferner können polyurethanbasierte Systeme vorliegen, bei denen die Reaktionskomponenten
Polyole als Grundkomponente und Isocyanate als Härter aufweisen können. Ferner können
Prepolymere vorliegen, welche durch entsprechende funktionelle Gruppen unter Hinzufügung
eines entsprechenden Härters aushärten können.
[0026] Insbesondere aber nicht beschränkt auf die Verwendung von Reaktionsklebstoffen kann
ein Klebstoffsystem Verwendung finden, welches aktivierbar ist. In anderen Worten
kann es vorgesehen sein, dass eine klebende Wirkung des Klebstoffs erst nach der Aktivierung
und daher beispielsweise erst unmittelbar vor der Verlegung der Paneele oder sogar
erst nach der Verlegung vorliegt.
[0027] Es kann somit besonders bevorzugt sein, wenn die als Klebeuntersete hergerichtete
Paneelunterseite mit einem Klebstoff versehen ist, wobei die Paneelunterseite in einem
Zustand, in welchem das Paneel beispielsweise vertrieben werden kann, nicht oder nur
begrenzt klebend, jedoch aktivierbar ist, um die klebenden Eigenschaften bei der Verlegung
hervorzurufen oder zu verstärken.
[0028] Grundsätzlich kann eine Aktivierung des Klebstoffs, der beispielsweise ein Einkomponenten-Klebemittel
oder ein ZweiKomponenten-Klebemittel wie vorstehend beschrieben sein kann, auf verschiedene
Weise erfolgen. Beispiele für aktivierbare Klebemittel beziehungsweise Klebstoffe
umfassen derartige Systeme, die durch das Vermischen zweier Substanzen, lichtinduziert,
etwa durch UV-Strahlung, druckinduziert, temperaturinduziert und/oder auf andere Weise,
aktiviert werden können.
[0029] Mit Bezug auf das Vermischen zweier Substanzen und dabei insbesondere mit Bezug auf
Zweikomponentensysteme kann es beispielsweise vorgesehen sein, dass eine Komponente,
wie etwa ein Harz beziehungsweise Harzgrundstoff, auf dem Paneel aufgebracht ist und
die weitere Komponente, wie etwa der Härter, auf der zu belegenden Fläche aufgebracht
wird, oder umgekehrt. Eine ausreichende Klebewirkung liegt somit unmittelbar erst
dann vor, wenn das Paneel verlegt wird. Vor der Verlegung hingegen weist das Paneel
noch keine oder nur reduzierte Klebeeigenschaften auf.
[0030] Mit Bezug auf lichtinduzierte Systeme beziehungsweise photoinitiiert härtende Systeme
können beispielhaft Epoxidsysteme genannt werden. Unter photoinitiiert härtenden Epoxidharzen,
wie etwa Epoxysiloxanen, können insbesondere lichtaktivierbare und UV-härtende Klebstoffe
zusammengefasst werden. Dabei kann ein in dem Klebstoffgemisch enthaltener Photoinitiator
beispielsweise bei dem Bestrahlen mit sichtbarem Licht in einem beispielhaften Wellenlängenbereich
von 400 bis 550 nm (VIS-Initiator) lichtaktivierbare Substanzen freisetzen, die eine
Polymerisation von Epoxidharzen starten. Der Photoinitiator kann beispielsweise ein
Aryldiazoniumsalz, Pyridiniumsalz, Phosphoniumsalz oder ähnliches sein. Bei den UVhärtenden
Produkten kann dies während der Einwirkung von UVA-Licht des beispielhaften Wellenlängenbereiches
von 310 bis 380 nm erfolgen, wobei der Photoinitiator beispielsweise ein Hexafluorophosphatsalz
sein kann. Bei derartigen Systemen kann der Klebstoff, welcher den Grundstoff, wie
etwa das Epoxidharz, und den Photoinitiator aufweist, auf das Paneel aufgetragen werden
und erst unmittelbar vor dem Verlegen durch das Bestrahlen mit Licht aktiviert werden.
Dazu kann beispielsweise eine lichtundurchlässige Klebefolie unmittelbar vor dem Verlegen
von der Klebstoffschicht entfernt werden, um so eine lichtinduzierte Härtung zu starten.
Ferner können entsprechende Lampen die Lichtinduzierung verbessern oder starten.
[0031] Druckinduzierte Systeme können beispielsweise auf einem Einkomponentensystem oder
auf einem Zweikomponentensystem basieren, wie diese vorstehend erläutert sind. Dabei
kann die Aktivatorkomponente beziehungsweise der Härter beispielsweise in einer Kapsel
angeordnet sein, die sich in der Matrix der ersten Klebstoff-Komponente, wie etwa
dem Harz, befindet. Diese Kapsel kann dann etwa so ausgestaltet sein, dass die unter
Anwendung eines insbesondere definierten Drucks zerstört werden kann, so dass sich
die beiden Komponenten vermischen und so eine Härtung realisiert werden kann. Dies
kann beispielsweise realisierbar sein unter Ausbildung der Kapsel mit einer Kapselwandung,
die eine dem Zerstörungsdruck entsprechende Dicke beziehungsweise Stabilität aufweist.
Somit kann beispielsweise das Paneel zunächst verlegt werden und anschließend durch
einen Druck auf das Paneel von oben der Klebstoff aktiviert werden. Dies ermöglicht
zunächst ein teilweises oder vollständiges Verlegen der Paneele, woraufhin in einem
verlegten Zustand durch gezielten Druck der Klebstoff aktiviert und die Klebewirkung
ermöglicht werden kann. Selbstverständlich kann eine Aktivierung auch vor der Verlegung
erfolgen.
[0032] In einer weiteren Ausgestaltung können Kapseln beziehungsweise Kapselwandungen beispielsweise
durch das Einwirken eines Lösungsmittels auf- oder angelöst werden, so dass eine in
den Kapseln vorhandene Substanz sich mit der Grundkomponente, wie etwa dem Harz, vermischen
kann. In dieser Ausgestaltung kann eine Aktivierung somit lösungsmittelinduziert erfolgen.
[0033] Letzteres kann auch erfolgen, wenn beispielsweise eine Reaktivierung stattfindet,
indem ein trockener Klebstoff unter Zuhilfenahme eines Lösungsmittels wieder klebrige
Eigenschaften erhält. Beispielsweise ist es möglich, den Klebstoff mittels eines flüchtigen
organischen Lösungsmittels oder dessen Dampf, zu erweichen und klebrig zu machen.
Die Wahl des Lösungsmittels ist dabei in für den Fachmann bekannter Wiese abhängig
von dem konkret gewählten Klebstoffsystem.
[0034] Bezüglich der vorgenannten Kapseln ist weiterhin möglich, diese durch Ultraschallstrahlung
oder durch Mikrowellenstrahlung zu zerstören, um so eine Vermischung der Komponenten
zu ermöglichen. In dieser Ausgestaltung kann somit wiederum eine strahlungsinduzierte
Aktivierung vorliegen.
[0035] Mit Bezug auf temperaturinduzierte beziehungsweise wärmeinduzierte Klebstoffe können
beispielsweise Systeme verwendet werden, die auf Basis von Polyurethan, Polyvinylidenchlorid,
Polyvinylacetat und Polyacrylat, als Dispersion oder im organischen Lösemittel vorliegend
ausgestaltet sind. Derartige Systeme können beispielsweise durch die Einwirkung von
Wärme aktiviert werden, so das nach einer zumindest teilweisen Verlegung, beispielsweise,
oder auch vor dem Verlegen der Klebstoff aktivierbar ist und so seine Klebewirkung
entfalten kann. Dabei können schon vergleichsweise geringe Temperaturen von beispielsweise
60°C ausreichen, um den Klebstoff zu aktivieren. In Abhängigkeit der gewünschten Anwendung
kann es jedoch auch vorteilhaft sein, dass höhere Aktivierungstemperaturen gewählt
werden, um so ein ungewolltes Aktivieren des Klebstoffs zu verhindern.
[0036] Weitere Möglichkeiten, um gezielt einen klebenden Zustand hervorzurufen beziehungsweise
um den Klebstoff zu aktivieren, umfassen beispielsweise das Abdecken des Klebstoffs,
wie etwa einer Klebstoffschicht, mit einer lösbaren Beschichtung. Hierfür kann beispielsweise
eine Kunststofffolie anwendbar sein, welche bei Bedarf entfernbar ist.
[0037] Die erfindungsgemäßen Paneele bestehen vorzugsweise im Wesentlichen aus einem Träger
beziehungsweise Kern aus einem festen Material, beispielsweise einem Holzwerkstoff,
der auf mindestens einer Seite mit einer Dekorschicht und einer Deckschicht sowie
gegebenenfalls mit weiteren Schichten, beispielsweise einer zwischen Dekor- und Deckschicht
angeordneten Verschleißschicht, versehen ist.
[0038] "Holzwerkstoffe" im Sinne der Erfindung sind dabei neben Vollholzwerkstoffen auch
Materialien wie beispielsweise Brettsperrholz, Brettschichtholz, Stabsperrholz, Furniersperrholz,
Furnierschichtholz, Furnierstreifenholz und Biegesperrholz. Darüber hinaus sind unter
Holzwerkstoffen im Sinne der Erfindung auch Holzspanwerkstoffe wie beispielsweise
Spanpressplatten, Strangpressplatten, Grobspanplatten (Oriented Structural Board,
OSB) und Spanstreifenholz sowie auch Holzfaserwerkstoffe wie beispielsweise Holzfaserdämmplatten
(HFD), mittelharte und harte Faserplatten (MB, HFH), sowie insbesondere mitteldichte
Faserplatten (MDF) und hochdichte Faserplatten (HDF) zu verstehen. Auch moderne Holzwerkstoffe
wie Holz-Polymer-Werkstoffe (Wood Plastic Composite, WPC), Sandwichplatten aus einem
leichten Kernmaterial wie Schaumstoff, Hartschaum oder Papierwaben und einer darauf
aufgebrachten Holzschicht, sowie mineralisch, beispielsweise mit Zement, gebundene
Holzspanplatten bilden Holzwerkstoffe im Sinne der Erfindung. Auch Kork stellt dabei
einen Holzwerkstoff im Sinne der Erfindung dar.
[0039] Im Sinne der Erfindung sind unter dem Begriff "Faserwerkstoffe" Materialien wie beispielsweise
Papier und Vliese auf Basis pflanzlicher, tierischer, mineralischer oder auch künstlicher
Fasern zu verstehen, ebenso wie Pappen. Beispiele sind Faserwerkstoffe aus pflanzlichen
Fasern und neben Papieren und Vliesen aus Zellstofffasern Platten aus Biomasse wie
Stroh, Maisstroh, Bambus, Laub, Algenextrakte, Hanf, Baumwolle oder Ölpalmenfasern.
Beispiele für tierische Faserwerkstoffe sind etwa keratinbasierte Materialien wie
beispielsweise Wolle oder Rosshaar. Beispiele für mineralische Faserwerkstoffe sind
aus Mineralwolle oder Glaswolle.
[0040] Gemäß einer Ausgestaltung kann für ein erfindungsgemäßes Paneel ein Träger bzw. eine
Trägerplatte auf Basis eines Kunststoffs oder eines Holz-Kunststoff-Komposit-Werkstoffs
(WPC) verwendet werden. Beispielsweise kann die Trägerplatte aus einem thermoplastischen,
elastomeren oder duroplastischen Kunststoff ausgebildet sein. Des Weiteren sind Recyclingwerkstoffe
aus den genannten Materialien im Rahmen des erfindungsgemäßen Paneels einsetzbar.
Bevorzugt als Trägerplattenmaterial können dabei insbesondere thermoplastische Kunststoffe,
wie Polyvinylchlorid, Polyolefine (beispielsweise Polyethylen (PE), Polypropylen (PP),
Polyamide (PA), Polyurethane (PU), Polystyrol (PS), Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS),
Polymethylmethacrylat (PMMA), Polycarbonat (PC), Polyethylenterephthalat (PET), Polyetheretherketon
(PEEK) oder Mischungen oder Co-Polymerisate diese. Dabei können unabhängig von dem
Grundmaterial des Trägers beispielsweise Weichmacher vorgesehen sein, die etwa in
einem Bereich von >0 Gew.-% bis ≤ 20 Gew.-%, insbesondere ≤ 10 Gew.-%, vorzugsweise
≤ 7 Gew.-%, beispielsweise in einem Bereich von ≥ 5 Gew.-% bis ≤ 10 Gew.-% vorliegen
können. Ein geeignete Weichmacher umfasst etwa den unter der Handelsbezeichnung "Dinsch"
von der Firma BASF vertriebenen Weichmacher. Ferner können als Ersatz für herkömmliche
Weichmacher Copolymere, wie etwa Acrylate oder Methacrylate, vorgesehen sein. Ferner
kann in oder vor der Zweibandpresse in dieser Ausgestaltung der Träger auf eine Temperatur
unterhalb der Schmelztemperatur des Kunststoff-Bestandteils gekühlt werden. Gemäß
einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist die Trägerplatte im Wesentlichen
frei von Weichmachern, wobei unter "im Wesentlichen frei von Weichmachern" im Sinne
der Erfindung eine Weichmacherkonzentration << 1% zu verstehen ist.
[0041] Insbesondere thermoplastische Kunststoffe bieten auch den Vorteil, dass die aus ihnen
hergestellten Produkte sehr leicht rezykliert werden können. Es können auch Recycling-Materialien
aus anderen Quellen verwendet werden. Hierdurch ergibt sich eine weitere Möglichkeit
zur Senkung der Herstellungskosten bei der Herstellung erfindungsgemäßer Paneele.
[0042] Derartige Träger sind dabei sehr elastisch beziehungsweise federnd, was einen komfortablen
Eindruck beim Begehen erlaubt und ferner die auftretenden Geräusche bei einem Begehen
im Vergleich zu herkömmlichen Materialien reduzieren kann, somit ein verbesserter
Trittschall realisierbar sein kann.
[0043] Darüber hinaus bieten die vorgenannten Träger den Vorteil einer guten Wasserfestigkeit,
da sie eine Quellung von 1% oder weniger aufweisen. Dies gilt in überraschender Weise
neben reinen Kunststoffträgern auch für WPC-Werkstoffe, wie diese nachfolgend im Detail
erläutert sind.
[0044] In besonders vorteilhafter Weise kann das Trägermaterial Holz-Polymer-Werkstoffe
(Wood Plastic Composite, WPC) aufweisen oder daraus bestehen. Hier kann beispielhaft
ein Holz und ein Polymer geeignet sein, welches in einem Verhältnis von 40/60 bis
70/30, beispielsweise 50/50 vorliegen kann. Als Polymere Bestandteile können etwa
Polypropylen, Polyethylen oder ein Copolymer aus den beiden vorgenannten Materialien
verwendet werden, wobei ferner Holzmehl als Holzbestandteil Verwendung finden kann.
[0045] Ferner zeigen die zuvor beschriebenen Trägerplatten auf Basis von derartigen WPC-Materialien
gute Wasserverträglichkeit mit einer Quellung von unter 1%. Dabei können WPC-Werkstoffe
beispielsweise Stabilisatoren und/oder andere Additive aufweisen, welche bevorzugt
im Kunststoffanteil vorliegen können.
[0046] Weiterhin kann es besonders vorteilhaft sein, dass das Trägermaterial ein PVC-basiertes
Material umfasst oder daraus besteht. Auch derartige Materialien können in besonders
vorteilhafter Weise für hochwertige Paneele dienen, welche etwa auch in Feuchträumen
problemlos verwendbar sind. Ferner bieten sich auch PVC-basierte Trägermaterialien
für einen besonders effektiven Herstellungsprozess an, da hier etwa Liniengeschwindigkeiten
von 8m/min bei einer beispielhaften Produktstärke von 4,1mm möglich sein können, was
einen besonders effektiven Herstellungsprozess ermöglichen kann. Ferner weisen auch
derartige Träger eine vorteilhafte Elastizität und Wasserverträglichkeit auf, was
zu den vorgenannten Vorteilen führen kann.
[0047] Bei Kunststoff-basierten Paneelen wie auch bei WPC-basierten Paneelen, etwa basierend
auf Polypropylen, können dabei mineralische Füllstoffe von Vorteil sein. Besonders
geeignet sind hier etwa Talkum beziehungsweise Talk oder auch Kalziumcarbonat (Kreide),
Aluminiumoxid, Kieselgel, Quarzmehl, Holzmehl, Gips. Beispielsweise kann Kreide vorgesehen
sein. Der Anteil der mineralischen Füllstoffe kann in einem Bereich von ≥ 30 Gew.-%
bis ≤ 80 Gew.-%, beispielsweise von ≥ 45 Gew.-% bis ≤ 70 Gew.-% liegen. Durch die
Füllstoffe, insbesondere durch die Kreide, kann der Schlupf des Trägers verbessert
werden. Bei der Verwendung von Talkum, beispielsweise, kann es ermöglicht werden,
dass eine verbesserte Hitzebeständigkeit und Feuchtigkeitsbeständigkeit ermöglicht
wird. Auch können die Füllstoffe in bekannter Weise eingefärbt sein. Beispielsweise
kann eine Mischung aus Talkum und Polypropylen vorliegen, bei welcher Talkum in dem
vorgenannten Mengenbereich, etwa bei 60 Gew.-% vorliegt. kann Insbesondere kann es
vorgesehen sein, dass das Plattenmaterial ein Flammschutzmittel aufweist.
[0048] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung besteht das Trägermaterial
aus einer Mischung eines PE/PP Blockcopolymers mit Holz. Dabei kann der Anteil des
PE/PP Blockcopolymers sowie der Anteil des Holz zwischen ≥ 45 Gew.-% und ≤ 55 Gew.-%
liegen. Des Weiteren kann das Trägermaterial zwischen ≥0 Gew.-% und ≤10 Gew.-% weiterer
Additive, wie beispielsweise Fließhilfsmittel, Thermostabilisatoren oder UV-Stabilisatoren
aufweisen. Die Partikelgröße des Holzes liegt dabei zwischen >0µm und ≤600µm mit einer
bevorzugten Partikelgrößenverteilung D50 von ≥400µm. Insbesondere kann das Trägermaterial
dabei Holz mit einer Partikelgrößenverteilung D10 von ≥400µm aufweisen. Die Partikelgrößenverteilung
ist dabei auf den volumetrischen Durchmesser bezogen und bezieht sich auf das Volumen
der Partikel.
[0049] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung besteht das Trägermaterial
aus einer Mischung eines PE/PP Polymerblends mit Holz. Dabei kann der Anteil des PE/PP
Polymerblends sowie der Anteil des Holz zwischen ≥45 Gew.-% und ≤55 Gew.-% liegen.
Des Weiteren kann das Trägermaterial zwischen ≥0 Gew.-% und ≤10 Gew.-% weiterer Additive,
wie beispielsweise Fließhilfsmittel, Thermostabilisatoren oder UV-Stabilisatoren aufweisen.
Die Partikelgröße des Holzes liegt dabei zwischen >0µm und ≤600µm mit einer bevorzugten
Partikelgrößenverteilung D50 von ≥400µm. Insbesondere kann das Trägermaterial dabei
Holz mit einer Partikelgrößenverteilung D10 von ≥400µm aufweisen. Die Partikelgrößenverteilung
ist dabei auf den volumetrischen Durchmesser bezogen und bezieht sich auf das Volumen
der Partikel. Besonders bevorzugt wird dabei das Trägermaterial als granulierte oder
pelletierte vorextrudierte Mischung aus einem PE/PP Polymerblend mit Holzpartikeln
der angegeben Partikelgrößenverteilung bereitgestellt.
[0050] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung besteht das Trägermaterial aus einer
Mischung eines PP-Homopolymers mit Holz. Dabei kann der Anteil des PP-Homopolymers
sowie der Holzanteil zwischen ≥45 Gew.-% und ≤55 Gew.-% liegen. Beispielsweise könne
die Bestandteile Holz und Polypropylen in einem Verhältnis von 0,5:1 bis 1:0,5, etwa
1:1 vorliegen. Des Weiteren kann das Trägermaterial zwischen ≥0 Gew.-% und ≤10 Gew.-%
weiterer Additive, wie beispielsweise Fließhilfsmittel, Thermostabilisatoren oder
UV-Stabilisatoren aufweisen. Die Partikelgröße des Holzes liegt dabei zwischen >0µm
und ≤600µm mit einer bevorzugten Partikelgrößenverteilung D50 von ≥400µm. Insbesondere
kann das Trägermaterial dabei Holz eine Partikelgrößenverteilung D10 von ≥400µm aufweisen.
Die Partikelgrößenverteilung ist dabei auf den volumetrischen Durchmesser bezogen
und bezieht sich auf das Volumen der Partikel. Besonders bevorzugt wird dabei das
Trägermaterial als granulierte oder pelletierte vorextrudierte Mischung aus einem
PP-Homopolymer mit Holzpartikeln der angegeben Partikelgrößenverteilung bereitgestellt.
Das Granulat und/oder die Pellets können dabei bevorzugt etwa eine Korngröße in einem
Bereich von ≥ 400pm bis ≤ 10mm, bevorzugt ≥ 600µm bis ≤ 10mm aufweisen, insbesondere
≥ 800pm bis ≤ 10mm. In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung besteht das Trägermaterial
aus einer Mischung eines PVC-polymers mit Kreide. Dabei kann der Anteil des PVC-Polymers
sowie der Kreideanteil zwischen ≥45 Gew.-% und ≤55 Gew.-% liegen. Desweiteren kann
das Trägermaterial zwischen ≥0 Gew.-% und ≤10 Gew.-% weiterer Additive, wie beispielsweise
Fließhilfsmittel, Thermostabilisatoren oder UV-Stabilisatoren aufweisen. Die Partikelgröße
der Kreide liegt dabei zwischen >0µm und ≤1000µm, beispielsweise zwischen ≥800µm und
≤1000µm mit einer bevorzugten Partikelgrößenverteilung D50 von ≥400µm, beispielsweise
von ≥600µm. Insbesondere kann das Trägermaterial dabei Kreide mit einer Partikelgrößenverteilung
D10 von ≥400µm, beispielsweise von ≥600µm, aufweisen. Die Partikelgrößenverteilung
ist dabei auf den volumetrischen Durchmesser bezogen und bezieht sich auf das Volumen
der Partikel. Besonders bevorzugt wird dabei das Trägermaterial als granulierte oder
pelletierte vorextrudierte Mischung aus einem PVC-Polymer mit Kreide der angegeben
Partikelgrößenverteilung bereitgestellt. Das Granulat und/oder die Pellets können
dabei bevorzugt etwa eine Korngröße in einem Bereich von ≥ 400µm bis ≤ 10mm, bevorzugt
≥ 600µm bis ≤ 10mm aufweisen, insbesondere ≥ 800µm bis ≤ 10mm, beispielsweise ≥ 1000µm
bis ≤ 10mm.
[0051] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung besteht das Trägermaterial aus einer
Mischung eines PVC-Polymers mit Holz. Dabei kann der Anteil des PVC-Polymers sowie
der Holzanteil zwischen ≥45 Gew.-% und ≤55 Gew.-% liegen. Des Weiteren kann das Trägermaterial
zwischen ≥0 Gew.-% und ≤10 Gew.-% weiterer Additive, wie beispielsweise Fließhilfsmittel,
Thermostabilisatoren oder UV-Stabilisatoren aufweisen. Die Partikelgröße des Holzes
liegt dabei zwischen >0µm und ≤1000µm, beispielsweise zwischen ≥800µm und ≤1000µm
mit einer bevorzugten Partikelgrößenverteilung D50 von ≥400µm, beispielsweise von
≥600µm. Insbesondere kann das Trägermaterial dabei Holz eine Partikelgrößenverteilung
D10 von ≥400µm, beispielsweise von ≥600µm, aufweisen. Die Partikelgrößenverteilung
ist dabei auf den volumetrischen Durchmesser bezogen und bezieht sich auf das Volumen
der Partikel. Besonders bevorzugt wird dabei das Trägermaterial als granulierte oder
pelletierte vorextrudierte Mischung aus einem PVC-Polymer mit Holzpartikeln der angegeben
Partikelgrößenverteilung bereitgestellt.
[0052] Zur Bestimmung der Partikelgrößenverteilung kann auf die allgemein bekannten Verfahren
wie beispielsweise die Laserdiffraktometrie zurückgegriffen werden, mit welcher Partikelgrößen
im Bereich von einigen Nanometern bis hin zu mehreren Millimetern bestimmt werden
können. Mittels dieser Methode lassen sich auch D50 bzw. D10 Werte ermitteln, welche
50% bzw. 10% der gemessenen Partikel kleiner sind als der angegebene Wert.
[0053] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung kann das Trägermaterial Mikrohohlkugeln aufweisen.
Derartige Zusatzstoffe können insbesondere bewirken, dass die Dichte des Trägers und
damit des erzeugten Paneels signifikant reduziert werden kann, so dass ein besonders
einfacher und kostengünstiger Transport und ferner ein besonders komfortables Verlegen
gewährleistet werden kann. Dabei kann insbesondere durch das Einfügen von Mikrohohlkugeln
eine Stabilität des erzeugten Paneels gewährleistet werden, welche im Vergleich zu
einem Material ohne Mikrohohlkugeln nicht signifikant reduziert ist. Somit ist die
Stabilität für einen Großteil der Anwendungen vollkommen ausreichend. Unter Mikrohohlkugeln
können dabei insbesondere Gebilde verstanden werden, welche einen hohlen Grundkörper
aufweisen und eine Größe beziehungsweise einen maximalen Durchmesser aufweisen, der
im Mikrometerbereich liegt. Beispielsweise können verwendbare Hohlkugeln einen Durchmesser
aufweisen, welcher im Bereich von ≥ 5µm bis ≤ 100µm, beispielsweise ≥ 20µm bis ≤ 50µm
liegt. Als Material der Mikrohohlkugeln kommt grundsätzlich jegliches Material in
Betracht, wie beispielsweise Glas oder Keramik. Ferner können aufgrund des Gewichts
Kunststoffe, etwa die auch in dem Trägermaterial verwendeten Kunststoffe, beispielsweise
PVC, PE oder PP, vorteilhaft sein, wobei diese gegebenenfalls, etwa durch geeignete
Zusatzstoffe, an einem Verformen während des Herstellungsverfahrens gehindert werden
können.
[0054] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung kann in den Träger ein Faserwerkstoff eingearbeitet
sein. Beispielsweise kann in dieser Ausgestaltung ein Glasfaservlies im Trägermaterial
verwendet werden. In dieser Ausgestaltung kann ein Träger mit einer besonders hohen
Belastbarkeit beziehungsweise Stabilität erzeugt werden, da die Festigkeit des Trägers
durch den eingearbeiteten Faserwerkstoff signifikant erhöht werden kann. Darüber hinaus
kann der Träger in dieser Ausgestaltung besonders maßgeschneidert werden, da beispielsweise
durch das Vorsehen einer Mehrzahl von Streueinheiten, wie dies vorstehend im Detail
erläutert ist, das Trägermaterial beispielsweise oberhalb und unterhalb des Vlies
wie gewünscht einstellbar sein kann. Ferner kann eine noch maßschneiderbare Lösung
durch das Vorsehen einer Mehrzahl von Faserwerkstoffbahnen ermöglicht werden, wobei
das Trägermaterial wiederum wie gewünscht variierbar beziehungsweise anpassbar sein
kann.
[0055] Ein bevorzugtes Einsatzgebiet für das Paneel sind Bodenbeläge. Selbstverständlich
können erfindungsgemäße Paneele aber auch für Wandbeläge, Deckenbeläge oder Beläge
für Möbeloberflächen eingesetzt werden. Sie eignen sich zum Beispiel als Alternative
oder als Ersatz für Wand- oder Bodenfliesen und insbesondere je nach Materialauswahl
auch für eine Anwendung in Feuchträumen.
[0056] Unabhängig von der exakten Ausgestaltung des Paneels, jedoch insbesondere abhängig
von der Verriegelungsform, kann dieses eine Dicke in einem Bereich von beispielsweise
≥ 1,5 mm bis ≤ 5,0 mm, bevorzugt ≥ 1,5 mm bis ≤ 3,5 mm, und besonders bevorzugt ≤
2 mm bis ≤ 2,8 mm, aufweisen.
[0057] Bei einer Weiterbildung kann das Paneel passend zu dem Vorsprung an der komplementären
Paneelkante eine Ausnehmung vorsehen. Die Ausnehmung kann keilförmig ausgestaltet
sein und eine Ausnehmungsfläche haben, die von der Paneeloberseite betrachtet hinterschnitten
ist. Eine untere Fläche der Ausnehmung kann so gestaltet sein, dass sie z. B. fluchtend
in eine Sperrfläche übergeht, die zum Zusammenwirken mit einer Sperrfläche der komplementären
Paneelkante vorgesehen ist.
[0058] Die große Kantenbrechung kann im zusammengefügten Zustand von der hinterschnittenen
Ausnehmungsfläche überlappt sein, wobei zwischen der große Kantenbrechung und dieser
Ausnehmungsfläche dann vorteilhaft eine Lücke vorgesehen sein kann.
[0059] Zweckmäßig ist unterhalb der Sperrflächen an den komplementären Paneelkanten jeweils
eine Stoßfläche vorgesehen, die etwa senkrecht zur Paneelebene angeordnet ist.
[0060] Für die Stoßflächen aller Ausführungsbeispiele gilt, diese können alternativ im zusammengefügten
Zustand mit geringer Neigung parallel zueinander angeordnet sein. Dabei ist die Neigung
vorzugsweise entgegen derjenigen Richtung vorgesehen, in welcher die darüber angeordnete
Sperrfläche geneigt ist. Dies erzeugt im Zusammenspiel mit den komplementären Sperrflächen
eine Zentrierung der Paneelkanten und eine formschlüssige Verriegelungswirkung, die
einem Auseinanderbewegen der Paneele in einer Richtung senkrecht zur Paneelebene entgegenwirkt.
[0061] Bei einer anderen Weiterbildung des Paneels kann an derjenigen Paneelkante mit der
großen Kantenbrechung ein Vorsprung vorgesehen sein, der am freien Ende vorzugsweise
einen runden Querschnitt hat, beziehungsweise eine abgerundete Gestalt hat. Die komplementäre
Paneelkante hat dann vorzugsweise eine Ausnehmung, die mit einer passenden Gestalt
versehen ist, ggf. einer passenden Rundung. Im zusammengefügten Zustand zentrieren
Vorsprung und Ausnehmung die Paneelkanten relativ zueinander und bewirken insbesondere
eine Verriegelung gegen Auseinanderbewegen der Paneele in einer Richtung senkrecht
zur Paneelebene. Eine untere Wand der Ausnehmung hat ein freies Ende, das im zusammengefügten
Zustand zweckmäßigerweise in einem Abstand vor der komplementären Paneelkante endet.
[0062] Nachfolgend ist die Erfindung in einer Zeichnung beispielhaft veranschaulicht und
anhand mehrerer Ausführungsbeispiele detailliert beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Draufsicht auf ein erfindungsgemäßes Paneel mit rechteckiger Form,
- Fig. 2
- gegenüberliegende Paneelkanten eines erfindungsgemäßen Paneels im verbundenen Zustand,
- Fig. 3
- gegenüberliegende Paneelkanten einer alternativen Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Paneels im verbundenen Zustand,
- Fig. 4
- eine Weiterbildung der Ausführungsform gemäß Fig. 3
- Fig. 5
- gegenüberliegende Paneelkanten einer weiteren Alternative eines erfindungsgemäßen
Paneels im verbundenen Zustand,
- Fig. 6
- gegenüberliegende Paneelkanten einer weiteren alternativen Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Paneels im verbundenen Zustand,
- Fig. 7
- gegenüberliegende Paneelkanten einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Paneels
mit großer Fuge im verbundenen Zustand,
- Fig. 8
- gegenüberliegende Paneelkanten einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Paneels mit großer Fuge im verbundenen Zustand,
- Fig. 9
- gegenüberliegende Paneelkanten einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Paneels,
- Fig. 10
- gegenüberliegende Paneelkanten noch einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Paneels.
[0063] Nach dem Beispiel der Fig. 1 handelt es sich um ein Paneel 1 mit rechteckiger Grundfläche.
Das Paneel hat zwei Kantenpaare, deren Paneelkanten 2 und 3 beziehungsweise 4 und
5 sich jeweils paarweise gegenüberliegen. Die Paneelkanten sind mit erfindungsgemäßen
Paneelkanten versehen.
[0064] Fig. 2 zeigt gegenüberliegende Paneelkanten 2 und 3 eines Paneels 1. Das Paneel hat
eine Paneeloberseite la und eine Paneelunterseite 1b. Jeweils an der Paneeloberseite
1a ist die Paneelkante 2 mit einer Kantenbrechung und die Paneelkante 3 mit einer
Kantenbrechung versehen, welche größer ist als die Kantenbrechung der Paneelkante
2. Beide Kantenbrechungen sind als 45°-Fase ausgebildet. Im dargestellten verbunden
Zustand bilden die kleine Kantenbrechung 6 und ein Teil der großen Kantenbrechung
7 gemeinsam miteinander eine V-förmige Fuge 8 in einer Belagsoberfläche 9. Ein unterer
Teil der großen Kantenbrechung 7 der Paneelkante 3 ist im verbunden Zustand von der
kleinen Kantenbrechung 6 der gegenüberliegenden Paneelkante überlappt.
[0065] Im Ausführungsbeispiel der Fig. 2 ist an der Paneelkante 2 in einem oberen Bereich
nahe der Paneeloberseite 1a eine hinterschnittene Kontur mit einem seitlichen Vorsprung
10 vorgesehen, wobei die kleine Kantenbrechung 6 zur Paneeloberseite gerichtet, also
oben, an dem seitlichen Vorsprung 10 dieser Kontur angeordnet ist. Der seitliche Vorsprung
bildet den distalen Bereich der Paneelkante. Er ragt seitlich am weitesten von der
Paneelkante hervor.
[0066] Der seitliche Vorsprung weist zur Paneelunterseite 1b gewandt eine Sperrfläche 11
auf.
[0067] Der überlappte Teil der großen Kantenbrechung 7 der Paneelkante 3 ist im verbunden
Zustand parallel ausgerichtet zu der unten am seitlichen Vorsprung 10 der Paneelkante
2 vorgesehen Sperrfläche 11. Im Beispiel der Fig. 2 ist der seitliche Vorsprung 10
als asymmetrische Spitze gestaltet. Eine obere Flanke der Spitze ist durch die kleine
Kantenbrechung 6 gebildet und eine untere Flanke der Spitze umfasst die Sperrfläche
11 des seitlichen Vorsprungs 10. Die untere Flanke setzt sich fluchtend fort und reicht
bis zur Panelunterseite 1b herunter.
[0068] Die mit der großen Kantenbrechung 7 versehene Paneelkante 3 weist an der Paneelunterseite
1b eine untere Kantenbrechung 12 in Form einer 45°-Fase auf. Zwischen der Kantenbrechung
7 und der Kantenbrechung 12 erstreckt sich eine freie Stoßfläche 13, die senkrecht
zur Paneeloberseite liegt.
[0069] Fig. 3 stellt eine alternative Ausführungsform dar, bei der die Paneelkante 3 ebenfalls
eine freie Stoßfläche 13 aufweist, von der aus sich die große Kantenbrechung 7 nach
oben zur Paneeloberseite 1a hin erstreckt. Eine untere Kantenbrechung 12 erstreckt
sich von der freien Stoßfläche 13 aus zur Paneelunterseite 1b. Die Kontur der Paneelkante
entspricht im Prinzip jener gemäß Fig. 2. In Fig. 3 ist aber eine Paneelkante 2 vorgeschlagen,
die sich von jener in Fig. 2 unterscheidet, nämlich dadurch, dass die unten am seitlichen
Vorsprung 10 vorgesehene Sperrfläche 11 nicht fluchtend fortgesetzt ist bis an die
Paneelunterseite 1b. Stattdessen ist eine zurückstehende Stoßfläche 14 vorgesehen,
die senkrecht zur Paneeloberseite 1a ausgerichtet ist. Die zurückstehende Stoßfläche
14 der Paneelkante 2 wirkt mit der freien Stoßfläche 13 der Paneelkante 3 zusammen,
die aneinander anschlagen und den Fügeweg begrenzen, wenn die Paneelkanten 2 und 3
aufeinander zu bewegt werden. Außerdem wird auch der überlappte Teil der großen Kantenbrechung
7 von der Sperrfläche 11 des seitlichen Vorsprungs berührt.
[0070] An der Paneelunterseite 1b ist die Paneelkante 2 mit einer unteren Kantenbrechung
15 versehen, die als 45°-Fase symmetrisch zur unteren Kantenbrechung 12 der Paneelkante
3 ausgebildet ist.
[0071] Fig. 4 zeigt eine Weiterbildung des vorherigen Ausführungsbeispiels. Die Weiterbildung
unterscheidet sich durch einen Spalt S1, der sich zwischen der Sperrfläche 11 und
dem überlappten Teil der großen Kantenbrechung 7 ergibt, wenn die Paneelkanten 2 und
3 zusammengefügt sind. Bei diesem Ausführungsbeispiel findet eine Berührung der Paneelkanten
2 und 3 nur statt zwischen der freien Stoßfläche 13 der Paneelkante 3 und der zurückstehenden
Stoßfläche 14 der Paneelkante 2.
[0072] Fig. 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel des Paneels, bei dem die Kantenbrechungen Rundungen
aufweisen. Die im verbundenen Zustand entstehende Fuge ist im Wesentlichen V-förmig,
jedoch mit gebogenen V-Schenkeln. Die V-Schenkel stehen zum Inneren des V-Querschnitts
der Fuge vor.
[0073] Die große Kantenbrechung 7 ist wiederum von der kleinen Kantenbrechung 6 überlappt.
Die kleinen Kantenbrechung 6 ist an einem seitlichen Vorsprung 10 angeordnet und weist
zur Paneelunterseite gerichtet eine Sperrfläche 11 auf. Der überlappte Teil der großen
Kantenbrechung 7 verläuft mit einer Biegung unter die kleinen Kantenbrechung 6 und
berührt die Sperrfläche 11, welche eine dazu passende Biegung aufweist.
[0074] An der Paneelunterseite 1b ist die Paneelkante 2 mit einer unteren Kantenbrechung
15 versehen, die als 45°-Fase symmetrisch zur unteren Kantenbrechung 12 der Paneelkante
3 ausgebildet ist.
[0075] Fig. 6 unterscheidet sich vom vorherigen Ausführungsbeispiel im Wesentlichen durch
geänderte Rundungen der Kantenbrechungen. Die große Kantenbrechung 7 der Paneelkante
3 hat hier die Form eines Viertelkreises. Die kleine Kantenbrechung 6 der Paneelkante
2 weist einen Radius der gleichen Größe auf, wie der Radius des Viertelkreises der
Paneelkante 3.
[0076] Fig. 7 zeigt ein Ausführungsbeispiel für Kantenbrechungen in Form von Rundungen,
die jedoch ihren Mittelpunkt außerhalb des Paneelquerschnitts haben. Die Rundungen
sind nach Art einer Hohlkehle gestaltet. Sie bilden miteinander eine V-förmige Fuge
8, wobei die V-Schenkel aber nach außen gewölbt sind, so dass sie den V-Querschnitt
vergrößern. Auch bei diesem Ausführungsbeispiel ist der seitliche Vorsprungs 10 mit
einer zur Paneelunterseite 1b gerichteten Sperrfläche 11 vorgesehen, wobei die unten
am seitlichen Vorsprung 10 angeordnete Sperrfläche 11 bogenförmig gestaltet ist, und
ihr Radius angepasst ist an den Radius des überlappten Teils der großen Kantenbrechung
7 der Paneelkante 3. Die Paneelkante 3 hat außerdem eine freie Stoßfläche 13 und die
Paneelkante 2 eine zurückstehende Stoßfläche 14, wie in Fig. 3. Sie berühren einander
im verbundenen Zustand der Paneelkanten 2 und 3. An der Paneelunterseite 1b ist die
Paneelkante 2 mit einer unteren Kantenbrechung 15 versehen, die als 45°-Fase symmetrisch
zur unteren Kantenbrechung 12 der Paneelkante 3 ausgebildet ist.
[0077] Das Ausführungsbeispiel der Fig. 8 basiert auf jenem der Fig. 7. Es behält die hohlkehlförmige
kleine Kantenbrechung 6 identisch bei. Die große Kantenbrechung 7 ist in dem Bereich,
der nicht überlappt wird und die eine Seite der Fuge bildet, ebenfalls hohlkehlförmig.
Im überlappten Bereich ist die Rundung jedoch nicht hohlkehlförmig, sondern nach außen
gekehrt. Außerdem wird an der Paneelunterseite auf eine Kantenbrechung verzichtet,
was bei allen vorherigen Ausführungsbeispielen auch eine mögliche Alternative darstellt.
Ebenso könnte die vorliegende Gestaltung gemäß Fig. 8 Kantenbrechungen haben, wie
in den vorherigen Ausführungsbeispielen gezeigt.
[0078] Die Oberflächenbeschaffenheit der Paneelunterseite ist hergerichtet ist für eine
gute Anhaftung eines Klebemittels.
[0079] Anhand von Fig. 4 ist eine Ausführungsform mit 45°-Fasen an der Paneeloberseite beschrieben,
wobei diese Ausführungsform einen Spalt S1 aufweist, wenn die Paneelkanten 2 und 3
verbunden sind. Selbstverständlich können auch die Ausführungsbeispiele der Figuren
5 bis 8 so abgeändert sein, dass unter der Sperrfläche 11 des seitlichen Vorsprungs
10 der Paneelkante 2 ein Spalt ist, wenn die Paneelkanten 2 und 3 miteinander verbunden
sind.
[0080] Ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Paneels ist in Fig. 9 gezeigt. Bei diesem
Paneel 1 sind wiederum gegenüberliegende Paneelkanten 2 und 3 vorgesehen und das Paneel
hat eine Paneeloberseite 1a und eine Paneelunterseite 1b. Jeweils an der Paneeloberseite
1a ist die Paneelkante 2 mit einer Kantenbrechung 16 und die Paneelkante 3 mit einer
Kantenbrechung 17 versehen, wobei hier die Kantenbrechung 16 der Paneelkante 2 größer
ist als die Kantenbrechung 17 der Paneelkante 3. Beide Kantenbrechungen sind als 45°-Fase
ausgebildet. Im dargestellten verbunden Zustand bilden die kleine Kantenbrechung 17
und ein Teil der großen Kantenbrechung 16 gemeinsam miteinander eine V-förmige Fuge
8 in einer Belagsoberfläche 9. Ein unterer Teil der großen Kantenbrechung 16 der Paneelkante
2 ist im verbunden Zustand von der kleinen Kantenbrechung 17 der gegenüberliegenden
Paneelkante 3 überlappt.
[0081] Die große Kantenbrechung 16 befindet sich an einem seitlichen Vorsprung 10, der zur
Paneelunterseite 1b gerichtet eine Sperrfläche 11 aufweist. An die Sperrfläche 11
schließt eine Stoßfläche 14 an, die im vorliegenden Beispiel zur Paneeloberseite 1a
senkrecht angeordnet ist.
[0082] Die Paneelkante 3 weist unterhalb der kleinen Kantenbrechung 17 eine Ausnehmung 18
auf. Die Ausnehmung 18 weist eine hinterschnittene Ausnehmungsfläche 19 auf. Eine
untere Fläche 20 der Ausnehmung geht fluchtend in eine Sperrfläche über, welche mit
der komplementären Sperrfläche 11 der Paneelkante 2 zusammenwirkt.
[0083] Der Vorsprung 10 der Paneelkante 2 ragt in die Ausnehmung 18 der Paneelkante 3 hinein.
Dabei hat die große Kantenbrechung 16 keine Berührung mit der hinterschnittenen Ausnehmungsfläche
19 der Ausnehmung 18.
[0084] An der Paneelunterseite 1b ist die Paneelkante 2, ebenso wie in Fig. 3, mit einer
unteren Kantenbrechung 15 versehen, die als 45°-Fase symmetrisch zu einer unteren
Kantenbrechung 12 der Paneelkante 3 ausgebildet ist.
[0085] Eine weitere Ausführungsform ist in Fig. 10 dargestellt. Wie auch bei der vorherigen
Ausführungsform sind hier zwei gegenüberliegende Paneelkanten 2 und 3 eines Paneeltyps
im verbunden Zustand gezeigt. Das Paneel hat wiederum eine Paneeloberseite 1a und
eine Paneelunterseite 1b. An der Paneeloberseite 1a ist die Paneelkante 2 mit einer
Kantenbrechung 26 und die Paneelkante 3 mit einer Kantenbrechung 27 versehen, wobei
die Kantenbrechung 26 der Paneelkante 2 größer ist als die Kantenbrechung 27 der Paneelkante
3. Beide Kantenbrechungen sind als Fase ausgebildet. Im dargestellten verbunden Zustand
bilden die kleine Kantenbrechung 27 und ein Teil der großen Kantenbrechung 26 gemeinsam
miteinander eine V-förmige Fuge 8 in einer Belagsoberfläche 9. Ein unterer Teil der
großen Kantenbrechung 26 der Paneelkante 2 ist im verbunden Zustand von der kleinen
Kantenbrechung 27 der gegenüberliegenden Paneelkante 3 überlappt.
[0086] Des Weiteren ist ein seitlicher Vorsprung 30 vorgesehen, an welchem sich die große
Kantenbrechung 26 befindet. Der Vorsprung 30 weist ein freies Ende auf, dessen Querschnitt
abgerundet ist (konvex). Dazu passend hat die komplementäre Paneelkante 3 eine Ausnehmung
38 mit rundem Querschnitt (konkav). An der Oberseite des Vorsprungs 30 geht dessen
Rundung tangential in die als Fase ausgeführte große Kantenbrechung 26 über. An der
Unterseite des Vorsprungs 30 geht dieser in eine Fläche 31 über, die nahezu parallel
zur Paneelebene angeordnet ist.
[0087] Die runde Ausnehmung 38 der Paneelkante 3 hat eine untere Wand 39 mit einem freien
Ende 40, welches im verbundenen Zustand der Paneelkanten 2 und 3 einen Abstand zur
komplementären Paneelkante 2 hat.
[0088] Die Rundung des Vorsprungs 30 schmiegt sich an den runden Querschnitt der Ausnehmung
38 an. Auf diese Weise ist eine genaue Positionierung (Zentrierung) erreicht und gleichzeitig
ist eine Verriegelung erzielt, die gegen ein Auseinanderbewegen verriegelter Paneelkanten
senkrecht zur Paneelebene wirkt.
Paneel
Bezugszeichenliste
[0089]
- 1
- Paneel
- 1a
- Paneeloberseite
- 1b
- Paneelunterseite
- 2
- Paneelkante
- 3
- Paneelkante
- 4
- Paneelkante
- 5
- Paneelkante
- 6
- kleine Kantenbrechung
- 7
- große Kantenbrechung
- 8
- Fuge
- 9
- Belagsoberfläche
- 10
- Seitlicher Vorsprung
- 11
- Sperrfläche
- 12
- untere Kantenbrechung
- 13
- freie Stoßfläche
- 14
- zurückstehende Stoßfläche
- 15
- untere Kantenbrechung
- 16
- große Kantenbrechung
- 17
- kleine Kantenbrechung
- 18
- Ausnehmung
- 19
- hinterschnittene Ausnehmungsfläche
- 20
- untere Fläche
- 26
- große Kantenbrechung
- 27
- kleine Kantenbrechung
- 30
- Vorsprung
- 31
- Fläche
- 38
- Ausnehmung
- 39
- untere Wand
- 40
- freies Ende
- S1
- Spalt
1. Paneel (1) mit einer Paneeloberseite (1a) und einer Paneelunterseite (1b) sowie mit
wenigstens zwei einander gegenüberliegen Paneelkanten (2, 3, 4, 5), die jeweils an
der Paneeloberseite (1a) eine Kantenbrechung (6, 7) aufweisen, wobei die Kantenbrechungen
ihrerseits im verbunden Zustand miteinander eine Fuge (8) in einer Belagsoberfläche
(9) bilden, dadurch gekennzeichnet, dass die Kantenbrechung (7) einer der Paneelkanten (3) größer ausgebildet ist als die
Kantenbrechung (6) der gegenüberliegenden Paneelkante (2), und dass ein unterer Teil
der großen Kantenbrechung (7) der einen Paneelkante (3) im verbunden Zustand von der
kleinen Kantenbrechung (6) der gegenüberliegenden Paneelkante (2) überlappt ist.
2. Paneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Paneelkante (2) in einem oberen Bereich nahe der Paneeloberseite (1a)
eine hinterschnittene Kontur mit einem seitlichen Vorsprung (10) vorgesehen ist, und
dass sich die kleine Kantenbrechung (6) oben an dem seitlichen Vorsprung (10) dieser
Kontur befindet.
3. Paneel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der seitliche Vorsprung (10) den distalen Bereich der Paneelkante (2) bildet.
4. Paneel nach Anspruch 2 oder 3, dadurchgekennzeichnet, dass der seitliche Vorsprung (10) eine zur Paneelunterseite (1b) gewandte Sperrfläche
(11) aufweist.
5. Paneel nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Paneelunterseite (1b) und dem seitlichen Vorsprung (10) eine zurückstehende
Stoßfläche (14) vorgesehen ist.
6. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die einander gegenüberliegenden Paneelkanten (2, 3) an der Paneelunterseite (1b)
je eine untere Kantenbrechung (12, 15) aufweisen.
7. Paneel nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass diejenige Paneelkante (2) mit dem seitlichen Vorsprung (10) eine untere Kantenbrechung
(15) aufweist, die gleich groß oder größer ist als die untere Kantenbrechung (12)
der komplementären Paneelkante (3).
8. Paneel nach Anspruch 1, dadurch g e k e n n - zeichnet, dass die Panelunterseite (1b) als Klebeunterseite hergerichtet ist.
9. Verfahren zur Verklebung eines Paneels (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass Klebemittel so an der Paneelunterseite (1b) aufgetragen wird, und dass ein Randbereich
der Paneelunterseite (lb) frei von Klebemittel bleibt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass Klebemittel dann, wenn das Paneel gegen den Untergrund gedrückt wird, zum Randbereich
der Paneelunterseite (1b) fließt und zu einem Teil zwischen die Paneelkanten (2, 3)
gelangt.