1. Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Anlage zum Trocknen von Fahrzeugkarosserien, mit einem
Trocknungsbereich, einer Fördervorrichtung für den Transport von Fahrzeugkarosserien
durch den Beschichtungsbereich oder/und den Trocknungsbereich sowie einer Steuereinrichtung,
wobei der Trocknungsbereich eine Behandlungseinrichtung zur Beaufschlagung einer Karosseriefläche
einer Fahrzeugkarosserie mit einem Behandlungsmedium aufweist und der Trocknungsbereich
so ausgelegt ist, dass Fahrzeugkarosserien quer zur ihrer Längserstreckung gefördert
werden. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Behandeln von Fahrzeugkarosserien
mit einer solchen Anlage.
2. Beschreibung des Standes der Technik
[0002] Anlagen der oben genannten Art werden beispielsweise dazu eingesetzt, nach einem
Beschichtungsvorgang die auf einer Fahrzeugkarosserie aufgebrachte Beschichtung durch
erhitzte Gasströme oder mittels einer Wärmestrahlungsquelle zu trocknen. Dabei hat
es sich als problematisch herausgestellt, innenliegende beschichtete Karosserieflächen
ausreichend zu erwärmen. Durch die Formgebung von Fahrzeugkarosserien und der Bewegung
einer Fahrzeugkarosserie mittels der Fördervorrichtung können bestimmte innenliegende
Flächen nur unzureichend von Gasströmen oder Strahlung erreicht werden. Innenliegend
bedeutet, dass die Karosserieflächen entweder innerhalb der Fahrzeugkarosserie liegen
oder sich zwischen zwei benachbarten Fahrzeugkarosserien befinden.
[0003] Unzureichend bedeutet, dass einerseits die innenliegenden Flächen durch Abschattungen
nicht direkt von der thermischen Energie der Energiequelle erreicht werden können
oder andererseits aufgrund der Relativbewegung zwischen Fahrzeugkarosserie und Energiequelle
nicht über den erforderlichen Zeitraum hinweg mit ausreichender Energie beaufschlagt
werden können. Dies führt in der Regel zu Qualitätseinbußen.
[0004] Mittels einer quer zur Längserstreckung der Fahrzeugkarosserie erfolgenden Förderung
durch den Trocknungsbereich besteht prinzipiell die Möglichkeit, gezielt Wärmeenergie
durch stirnseitig zugängliche Karosserieöffnungen wie beispielsweise Front- und Heckfensterausschnitte
oder Haubenausschnitte in den Innenbereich einer Fahrzeugkarosserie oder zwischen
benachbarte Fahrzeugkarosserien zu führen. Dabei erfolgt, um auch von der Wärmequelle
weiter entfernte Innenflächen mit ausreichender Energie zu versorgen, der Wärmeaustritt
aus der Wärmequelle mit erhöhter Intensität. Dies birgt wiederum die Gefahr einer
Fehlbehandlung von beispielsweise Dachsäulen im Heck- oder/und Frontbereich mit zu
hoher Intensität. Um dem zu begegnen, ist eine exakte Relativausrichtung von Fahrzeugkarosserie,
insbesondere der für den Durchtritt zu verwendenden Ausschnitte, und Wärmequellen
erforderlich.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0005] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Art und die Ansteuerung einer
Fördervorrichtung für den Transport von Fahrzeugkarosserien oder/und die Art der Zuführung
der Behandlungsenergie zu verbessern und insbesondere die oben genannten Nachteile
zu lindern.
[0006] Diese Aufgabe wird durch eine Anlage zum Trocken von Fahrzeugkarosserien gemäß dem
unabhängigen Anspruch 1 gelöst.
[0007] Die erfindungsgemäße Anlage zum Trocknen von Fahrzeugkarosserien weist einen Trocknungsbereich,
eine Fördervorrichtung für den Transport von Fahrzeugkarosserien durch den Trocknungsbereich
sowie eine Steuereinrichtung auf. Beispielsweise kann der Trocknungsbereich nach einem
Beschichtungsbereich angeordnet sein. Es ist aber auch möglich, dass zwischen einem
Beschichtungsbereich und dem Trocknungsbereich andere Behandlungsbereiche angeordnet
sind. Die Fördervorrichtung kann dazu ausgelegt sein, eine Fahrzeugkarosserie beispielsweise
von einem Beschichtungsbereich zu und/oder durch den Trocknungsbereich zu fördern.
Es kann alternativ auch vorgesehen sein, dass zwischen einem Beschichtungsbereich
und dem Trocknungsbereich ein Umsetzen der Fahrzeugkarosserie erforderlich ist und
die Fördervorrichtung lediglich innerhalb des Trocknungsbereichs eingesetzt wird.
[0008] Es kann in einer Ausführungsform vorgesehen sein dass der Beschichtungsbereich so
ausgelegt ist, dass Fahrzeugkarosserien entlang ihrer Längserstreckung gefördert werden.
Dies bedeutet, dass eine Fahrzeugkarosserie von der Fördervorrichtung so aufgenommen
und gefördert wird, dass die Orientierung der Fahrzeugkarosserie derjenigen entspricht,
welche die Fahrzeugkarosserie einnimmt, wenn ein Fahrzeug mit einer solchen Karosserie
geradeausfährt.
[0009] Der Trocknungsbereich weist eine Behandlungseinrichtung zur Beaufschlagung einer
Karosseriefläche wie beispielsweise eine Karosserieoberfläche, insbesondere einer
Karosserieinnenfläche einer Fahrzeugkarosserie mit Behandlungsenergie auf. Bei einer
Karosseriefläche kann es sich um eine innerhalb der Fahrzeugkarosserie befindliche
Fläche oder um eine Fläche handeln, die einer benachbarten Fahrzeugkarosserie zugewandt
ist und sich damit gewissermaßen zwischen zwei benachbarten Fahrzeugkarosserien befindet.
Die Behandlungsenergie kann beispielsweise mit einem Behandlungsmedium wie etwa einem
erhitzten Gasstrom oder mittels Strahlungsenergie auf die Fahrzeugkarosserie übertragen
werden. Der Trocknungsbereich ist so ausgelegt, dass Fahrzeugkarosserien quer zu ihrer
Längserstreckung gefördert werden.
[0010] Die Steuereinrichtung ist zur Ansteuerung der Behandlungseinrichtung und der Fördervorrichtung
eingerichtet. Bei der Steuereinrichtung kann es sich beispielsweise um eine lokale
Steuereinrichtung handeln, die nur für den Trocknungsbereich zuständig ist. Alternativ
kann die Steuereinrichtung auch eine zentrale Steuereinrichtung sein, die für die
Ansteuerung der gesamten Anlage zum Beschichten und Trocknen von Fahrzeugkarosserien
vorgesehen ist.
[0011] Die Steuereinrichtung ist dazu ausgelegt und eingerichtet, die Behandlungseinrichtung
und die Fördervorrichtung so anzusteuern, dass in dem Trocknungsbereich in einer ersten
Phase die Karosseriefläche mit der Behandlungsenergie mit einer ersten Intensität
und in einer zweiten Phase mit einer zweiten Intensität beaufschlagt wird, wobei die
erste Intensität höher als die zweite Intensität ist. Unter dem Begriff Phase soll
hier eine zeitlich oder/und räumlich definierte Behandlung von Teilflächen der Fahrzeugkarosserie
in dem Trocknungsbereich verstanden werden. Zeitlich oder/und räumlich bedeutet hier,
dass bezogen auf Teilflächen der Fahrzeugkarosserie die Behandlungsenergie über einen
bestimmten Zeitraum oder/und entlang einer bestimmten Transportstrecke die Behandlungsenergie
auf die Teilfläche der Fahrzeugkarosserie einwirkt. Die Intensität des Einwirkens
der Behandlungsenergie unterscheidet sich in der ersten Phase von der Intensität der
zweiten Phase.
[0012] Somit kann im Unterschied zur herkömmlichen Vorgehensweise eine deutlich besser abgestimmte
Energiezufuhr auf bestimmte Flächen der Fahrzeugkarosserie erfolgen. Während der ersten
Phase kann eine hohe Energiezufuhr in den Innenraum der Fahrzeugkarosserie oder zwischen
die Fahrzeugkarosserien erfolgen. Dies setzt voraus, dass während der ersten Phase
eine geeignete Ausrichtung zwischen Energiequelle und Fahrzeugkarosserie besteht.
Während der zweiten Phase kann beispielsweise berücksichtigt werden, dass die Ausrichtung
zwischen Fahrzeugkarosserie und Energiequelle nicht mehr optimal ist. Dann kann die
Zufuhr der Behandlungsenergie mit einer geringeren Intensität erfolgen.
[0013] Insgesamt kann sowohl während der ersten Phase und der zweiten Phase die Ausgangstemperatur
in einem bestimmten Abschnitt eines Trockenbereichs höher liegen als während der ersten
Phase und der zweiten Phase in einem anderen Abschnitt des Trockenbereichs.
[0014] Alternativ oder zusätzlich kann während der ersten Phase unter Zufuhr von Energie
mit einer hohen Intensität die Fahrzeugkarosserie auf eine bestimmte Temperatur gebracht
werden und in einer zweiten Phase kann diese Temperatur unter Zufuhr von Energie mit
einer geringeren Intensität gehalten werden.
[0015] In einer Ausführungsform weist die Anlage in einem Wandbereich, einem Deckenbereich
oder einem Bodenbereich des Trocknungsbereichs Austrittsöffnungen oder/und Eintrittsöffnungen
für die Abgabe von Behandlungsenergie beispielsweise mittels eines Behandlungsmediums
oder mittels Strahlung für eine zusätzliche Beaufschlagung der Fahrzeugkarosserie
auf. Die Eintritts- oder Austrittsöffnungen können sich entlang einer ersten Förderstrecke
erstrecken und somit entlang dieser Strecke eine Beaufschlagung der Fahrzeugkarosserie
mit der Behandlungsenergie ermöglichen. Entlang einer zweiten Förderstrecke können
keine solchen Eintritts- oder Austrittsöffnungen vorgesehen sein.
[0016] Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass in einem Wandbereich vorhandene
Austritts- oder Eintrittsöffnungen für die Abgabe von Behandlungsenergie zumindest
zeitweise verschließbar oder/und in ihrer Wirkrichtung veränderbar sind. Alternativ
oder zusätzlich kann bei einem Behandlungsmedium zur Beaufschlagung der Behandlungsenergie
die Strömgeschwindigkeit beeinflussbar sein, beispielsweise durch Ansteuerung eines
Antriebsaggregats für das Behandlungsmedium.
[0017] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Trocknungsbereich
zumindest zwei Einlassöffnungen oder/und Auslassöffnungen mit gleicher Wirkfunktion
aufweist, wobei die Einlass- oder/und Auslassöffnungen in Förderrichtung so angeordnet
sind, dass der Wirkmittenabstand der Einlass- oder/und Auslassöffnungen dem Mittenabstand
oder/und dem halben Mittenabstand zweier benachbarter Fahrzeugkarosserien entspricht.
Vorteilhafterweise befinden sich die Fahrzeugkarosserien in der gleichen Behandlungsphase.
[0018] Bei einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Einlass- oder/und Auslassöffnungen
mit gleicher Wirkfunktion so innerhalb des Trocknungsbereichs angeordnet sind, dass
die Position der Einlass- oder/und Auslassöffnungen mit gleicher Wirkfunktion mit
der ersten oder/und zweiten Phase in Verbindung stehen. Beispielsweise kann der Abstand
der Einlass- oder/und Auslassöffnungen mit dem Anfang oder/und dem räumlichen Ende
einer Phase zusammenfallen oder mit einem Vielfachen oder einem Bruchteil davon zusammenfallen.
Beispielsweise kann der Abstand der Einlass- oder/und der Auslassöffnungen mit dem
halben räumlichen Abstand einer Phase übereinstimmen.
[0019] Vorteilhaft befindet sich in Transportrichtung zwischen den beiden Einlass- oder/und
Auslassöffnungen keine weitere Einlass- oder/und Auslassöffnung.
[0020] Alternativ kann sich in Transportrichtung zwischen den beiden Einlass- oder/und Auslassöffnungen
eine weitere Einlass- oder/und Auslassöffnung befinden.
[0021] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass in der zweiten Phase die
Karosseriefläche zumindest teilweise verdeckt ist. Die teilweise Verdeckung kann beispielsweise
durch eine nicht optimale Ausrichtung von Fahrzeugkarosserie und Behandlungseinrichtung
resultieren. In diesem Fall ist eine Zufuhr von Behandlungsenergie mit geringer Intensität
sinnvoll.
[0022] Bei einer beispielhaften Ausführungsform unterscheidet sich die Fördergeschwindigkeit
einer Fahrzeugkarosserie in der ersten Phase von der Fördergeschwindigkeit einer Fahrzeugkarosserie
der zweiten Phase. So ist es beispielsweise möglich, während der ersten Phase mit
einer hohen Intensität der Behandlungsenergie die Fördergeschwindigkeit zu reduzieren
und in der zweiten Phase mit einer ohnehin vorhandenen geringeren Intensität die Fördergeschwindigkeit
zu erhöhen.
[0023] Bei einer Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die Fördergeschwindigkeit einer
Fahrzeugkarosserie in einer Phase null ist. Dies kann beispielsweise die erste Phase
sein.
[0024] Alternativ oder zusätzlich kann die zweite Phase mit der zweiten Intensität so realisiert
sein, dass die Behandlungseinrichtung keine Behandlungsenergie auf die Karosserieinnenfläche
abgibt, also dass die Intensität in einer Phase null ist. Dies kann beispielsweise
die zweite Phase sein.
[0025] Vorteilhafterweise setzt sich die gesamte Behandlung im Trocknungsbereich aus der
ersten Phase und der zweiten Phase zusammen. Vorteilhafterweise folgen die verschiedenen
Behandlungsphasen direkt zeitlich oder/und räumlich aufeinander.
[0026] Bei einer ebenfalls vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Anlage weist
die Fördervorrichtung mehrere Fördereinheiten für den Transport von Fahrzeugkarosserien
durch den Trockenbereich auf. Alternativ oder zusätzlich ist die Steuereinrichtung
dazu ausgelegt, jeder Fördereinheit eine eigene Fördergeschwindigkeit oder/und eine
eigene Intensität vorzugeben. Das Vorsehen zumindest zweier Fördereinheiten für den
Transport von Fahrzeugkarosserien ermöglicht es, zumindest zwei oder mehrere Förderbereiche
innerhalb der Gesamtzahl an Fahrzeugkarosserien auszubilden. Damit ist es möglich,
die so gebildeten Förderbereiche - also eine Zusammenfassung mehrerer Fördereinheiten
- relativ zueinander zu bewegen und damit Abstände zwischen Fahrzeugkarosserien, die
unterschiedlichen Förderbereichen angehören, zu verändern. Des Weiteren ist es mit
den eigenen Intensitäten möglich, verschiedene Fahrzeugkarosserien auf verschiedenen
Förderbereichen unterschiedlich zu behandeln.
[0027] In diesem Zusammenhang ist es besonders vorteilhaft, wenn jeder Fahrzeugkarosserie
genau eine Fördereinheit zugeordnet ist. Damit kann die Fahrzeugkarosserie mit einer
eigenen, individuell angepassten Fördergeschwindigkeit transportiert werden.
[0028] Vorteilhafterweise kann ein Förderbereich zur Förderung von zwei Fahrzeugkarosserien
vorgesehen sein. Dadurch können die bewegten Massen pro Förderbereich signifikant
reduziert werden und es sind geringere Antriebsleistungen erforderlich.
[0029] Vorteilhafterweise ist vorgesehen, dass zumindest zwei Fahrzeugkarosserien innerhalb
eines Behandlungsraumes mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegbar sind. Insbesondere
kann die Geschwindigkeit einer Fahrzeugkarosserie null sein. Die Bewegungen mit unterschiedlichen
Geschwindigkeiten können auch zeitgleich innerhalb des gleichen Behandlungsraumes
erfolgen.
[0030] Eine Weiterbildung der Anlage weist eine Korrekturstation zur Ausrichtung der relativen
Lage von Fahrzeugkarosserie und Fördervorrichtung auf. Im Fahrbetrieb kann es vorkommen,
dass sich beispielsweise auf Grund von Beschleunigungsvorgängen die Relativausrichtung
von Fördervorrichtung und Fahrzeugkarosserie ändert. Dies kann zu einer Fehlausrichtung
der Fahrzeugkarosserie gegenüber einer Behandlungseinrichtung führen. Eine solche
Korrekturstation kann dazu dienen, die ursprünglich vorgesehene Relativausrichtung
von Fördervorrichtung und Fahrzeugkarosserie wieder herzustellen.
[0031] Die Korrekturstation kann beispielsweise Anschlagmittel aufweisen. Mit einem Anschlagmittel
kann eine Positionsveränderung zwischen Fahrzeugkarosserie und Fördervorrichtung vorgenommen
werden.
[0032] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform wirken die Anschlagmittel in oder entgegen
der Hauptförderrichtung. Die Anschlagmittel können an einer Fördereinheit oder/und
an Bauteilen des Behandlungsraums angebracht sein. Vorzugsweise sind die Anschlagmittel
feder- oder schwerkraftbetätigbar wie beispielsweise Klinken, Schnappvorrichtungen
o. ä. Alternativ oder zusätzlich können die Anschlagmittel motorisch betätigbar ausgeführt
sein.
[0033] Eine Korrekturstation kann vorteilhafterweise innerhalb der ersten Hälfte einer Transportstrecke
innerhalb eines Behandlungsraums liegen.
[0034] Vorzugsweise werden Fahrzeugkarosserien auf Transporthilfsmitteln wie beispielsweise
einem Skid oder einer Traverse gefördert. Die Transporthilfsmittel nehmen eine Fahrzeugkarosserie
auf und werden dann mit der Fördervorrichtung durch die Behandlungsanlage, beispielsweise
den Trockenbereich, geführt.
[0035] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform kann zur Korrektur möglicher Positionsverlagerungen
einer Fahrzeugkarosserie relativ zur Fördervorrichtung, insbesondere zu einer Fördereinheit,
die Steuereinrichtung eine Fördereinheit derart ansteuern, dass im Zusammenspiel mit
einem Anschlagmittel eine Relativbewegung zwischen einer Fahrzeugkarosserie und einer
Fördereinheit erfolgt. Dazu kann vorteilhafterweise eine Fördereinrichtung für einen
reversierbaren Betrieb ausgelegt und ansteuerbar sein.
[0036] Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass die Fördervorrichtung Aufnahmen
zur Fixierung einer Fahrzeugkarosserie oder eines Fahrzeugbauteils aufweist. Beispielsweise
können an der Fördervorrichtung Bohrungen und an der Fahrzeugkarosserie bzw. dem Fahrzeugbauteil
oder einem Transporthilfsmittel für eine Fahrzeugkarosserie bzw. einem Fahrzeugbauteil
entsprechende Bolzen oder Stifte oder umgekehrt angebracht sein. Selbstverständlich
sind auch andere zusammenwirkende Geometrien, die eine Kraftübertragung auf die Fahrzeugkarosserie
bzw. das Fahrzeugbauteil bei einer Beschleunigung der Fördervorrichtung ermöglichen,
möglich.
[0037] Bei einer Ausführungsform der Anlage ist die Steuereinrichtung dazu eingerichtet,
die Fördervorrichtung mit einer lastunabhängigen Ansteuerung für Beschleunigungswerte
anzusteuern. Die lastunabhängige Steuerung kann beispielsweise einen Frequenzumformer
aufweisen. Ein weitgehend ruckfreies Anfahren und Abbremsen der Fördervorrichtung
verringert ungewollte Verlagerungen der Fahrzeugkarosserie relativ zur Fördervorrichtung.
[0038] Bei einem Quertransport von Fahrzeugkarosserien, gegebenenfalls auf Transporthilfsmitteln
bzw. Transporteinheiten wie beispielsweise Skids oder Traversen, wirken sich Beschleunigungsvorgänge
in Hauptförderrichtung stärker aus als bei einem Längstransport. Eine wesentliche
Einflussgröße stellt dabei das Verhältnis des Abstands des Schwerpunkts von einer
möglichen Kippkante zu dem Abstand des Schwerpunkts der Fahrzeugkarosserie von seiner
Unterlage dar. Während sich beim Quertransport beispielsweise ein Verhältnis von 1:1
ergibt, liegt dieses Verhältnis beispielsweise bei einem Längstransport bei 7:1. Somit
ist die Gefahr eines Kippens der Fahrzeugkarosserie bzw. des mit einer Fahrzeugkarosserie
beladenen Transporthilfsmittels bei einer Förderung in einer Richtung quer zur Längserstreckung
insbesondere bei Beschleunigungen in Transportrichtung deutlich erhöht.
[0039] Mit Kippen ist hier eine Verlagerung des Schwerpunktes der Fahrzeugkarosserie auf
einer Kreisbahn um eine Stütz-/Kippkante des Transporthilfsmittels gemeint. Bei modernen
Fahrzeugkarosserien mit erhöhtem Schwerpunkt ist dieser Effekt besonders gravierend.
[0040] Bei einem solchen Kippen bzw. Verlagern kann es zu einer Berührung einer Fahrzeugkarosserie
an ihrer Längsseite mit einer benachbarten Fahrzeugkarosserie kommen. Bei geringen
Verlagerungen kommt es zu Entlastungen zwischen dem Transporthilfsmittel bzw. der
Fahrzeugkarosserie und der Fördervorrichtung, was wiederum zu einer unerwünschten
Relativlage zwischen Fahrzeugkarosserie und Fördervorrichtung bzw. Fördereinheit führt.
[0041] Diese Effekte können zu unzureichenden Behandlungsergebnissen innerhalb der Behandlungsanlage
führen. Beispielsweise können Seitenflächen der Fahrzeugkarosserie oder auch innenliegende
Flächen nicht wie vorgesehen mit Wärmeenergie beaufschlagt werden.
[0042] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Anlage ist vorgesehen, dass die Steuereinrichtung
dazu eingerichtet ist, die Fördervorrichtung so anzusteuern, dass zwischen zwei benachbarten
Fahrzeugkarosserien ein vergrößerter Abstand in Förderrichtung erzeugt wird. Vorteilhafterweise
ist die Steuereinrichtung so eingerichtet, dass bei Vorhandensein eines vergrößerten
Abstands eine zusätzliche Beaufschlagung von Teilen einer Fahrzeugkarosserie mit Wärmeenergie
genutzt wird. Bei den Teilen der Fahrzeugkarosserie kann es sich um Innen- oder/und
Außenflächen der Fahrzeugkarosserie handeln.
[0043] Die Beaufschlagung mit zusätzlicher Wärmeenergie kann bei einem vorhanden vergrößerten
Abstand auch bei zwei Fahrzeugkarosserien gleichzeitig erfolgen. Dies kann zeitgleich
oder zeitversetzt vorgenommen werden.
[0044] Die Beaufschlagung mit Wärmeenergie kann zumindest teilweise aus einem Bodenbereich
des Behandlungsraumes erfolgen. Eine Verbesserung der Beaufschlagung innerhalb eines
vergrößerten Abstandes kann durch eine Veränderung der Wirkrichtung der Wärmequelle
erfolgen. Beispielsweise können bewegliche Gasaustritte vorgesehen sein.
[0045] Eine temporäre Vergrößerung des Abstandes zwischen zwei benachbarten Fahrzeugkarosserien
kann auch zur Ermittlung von Qualitätsparametern der Beschichtung der Fahrzeugkarosserien
oder anderer Parameter verwendet werden. Beispielsweise können eine Temperatur, eine
Schichtdicke oder/und ein Trocknungsgrad mithilfe bereitgestellter Messfühler an Fahrzeugkarosseriebereichen
ermittelt werden. Dies kann beispielsweise entlang einer Türoberfläche oder eines
außenliegenden Schwellenbereiches erfolgen.
[0046] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Behandlungsraum Sensoren
zur Erfassung einer Position oder/und einer Geschwindigkeit einer Fördereinheit oder/und
Position einer Verstelleinheit einer Auslassöffnung oder/und einer Einlassöffnung
oder/und eines Antriebsaggregats eines Gasstroms oder/und einer Temperatur einer Fahrzeugkarosserie
aufweist. Mit den genannten Parametern kann beispielsweise die räumliche Position
einer Fahrzeugkarosserieinnen-/Außenfläche in Bezug auf die räumliche Anordnung im
Behandlungsraum, insbesondere zu Einlass- oder Auslassöffnungen, verändert, insbesondere
optimiert werden.
[0047] Vorteilhafterweise kann eine oder können alle Fördereinheiten mit einem Taktgeber
gekoppelt sein. Der Taktgeber kann ein Signal zur Beendigung einer Transportbewegung
bei Erreichen einer optimalen Wirkposition liefern. Vorteilhafterweise kann der Taktgeber
auch Signale für eine Variation der Fördergeschwindigkeit bereitstellen.
[0048] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist der Trocknungsbereich so ausgelegt und
eingerichtet, dass Fahrzeugkarosserien mit wechselnder Querausrichtung förderbar sind.
Unter wechselnder Querausrichtung soll hier verstanden werden, dass die Fahrzeugkarosserien
in Förderrichtung gesehen so angeordnet sind, dass sich entweder ein Heckbereich auf
einer Seite oder ein Frontbereich auf der gleichen Seite bezüglich der Förderrichtung
befinden kann. Dabei können die Fahrzeugkarosserien im Verhältnis 1:1 alternierend
angeordnet sein. Alternativ kann auch eine vom Karosserietyp abhängige wechselnde
Anordnung bzw. Ausrichtung der Fahrzeugkarosserien erfolgen. Bei einer beispielhaften
Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass Heckbereich und Frontbereich der Fahrzeugkarosserien
von alternierend angeordneten Fahrzeugkarosserien zwischen zwei Ebenen angeordnet
sind, die parallel zur Hauptförderrichtung verlaufen und vertikal ausgerichtet sind
und einen Abstand von 0 bis 10 cm, bevorzugt 10 bis 20 cm oder einen Abstand von 20
bis 30 cm aufweisen.
[0049] Alternativ kann vorgesehen sein, dass die Frontscheibenöffnung und die Heckscheibenöffnung
alternierend angeordneter Fahrzeugkarosserien zwischen zwei Ebenen angeordnet sind,
die parallel zur Hauptförderachse verlaufen und vertikal ausgerichtet sind und einen
Abstand von 0 bis 10 cm, bevorzugt 10 bis 20 cm oder 20 bis 30 cm Abstand aufweisen.
[0050] Eine ebenfalls vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass im Trocknungsbereich
eine stationäre Gasauslassöffnung vorgesehen ist, welche die Fahrzeugkarosserie von
unten mit Wärmeenergie beaufschlägt. Beispielsweise können Gasauslässe im Bereich
der Fördervorrichtung, beispielsweise an Stellen, an denen die Fahrzeugkarosserie
im Förderverlauf zeitweise zum Stehen kommt, angeordnet sein.
[0051] Alternativ können die Gasauslässe für den unteren Fahrzeugkarosseriebereich mitfahrend
oder bewegbar ausgebildet sein. Beispielsweise können Lamellen mit Öffnungen an der
Fördervorrichtung vorgesehen sein, die über einen unten liegenden Druckraum versorgbar
sind. Alternativ oder zusätzlich können die Gasauslässe über eine bestimmte Teil-Wegstrecke
oder über die gesamte Wegstrecke innerhalb des Trockenbereichs mitbeweglich sein.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0052] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen näher
erläutert. In diesen zeigen:
- Figur 1
- in einer schematischen Querschnittsansicht einen Behandlungsraum zur Trocknung von
Fahrzeugkarosserien;
- Figur 2
- in einer schematischen Längsschnittansicht den Behandlungsraum der Figur 1;
- Figur 3
- den Behandlungsraum der Figur 2 in einer anderen Stellung einer Fördervorrichtung;
- Figur 4
- den Behandlungsraum der Figuren 1-3 in einer schematischen isometrischen Darstellung;
- Figur 5
- in einer schematischen Seitenansicht eine Schwerpunktsituation bei einer auf einem
Skid befestigten Fahrzeugkarosserie einem Längstransport;
- Figuren 6-7
- die Situation der Figur 5 bei einem Quertransport;
- Figur 8
- in einer symmetrischen Teil-Querschnittsansicht eine erfindungsgemäße Fördervorrichtung
für einen Quertransport;
- Figur 9
- eine alternative Ausführungsform zu der Fördervorrichtung der Fig. 8;
- Figur 10
- in einer schematischen seitlichen Längsschnittansicht eine erfindungsgemäße Fördervorrichtung
in einem Behandlungsraum;
- Figuren 11-13
- den Ablauf eines Förderplatzwechsels;
- Figuren 14-17
- in einer schematischen Längsschnittansicht von oben einen Behandlungsraum mit verschiedenen
Fördervorrichtungen und verschiedenen Korrekturstationen;
- Figuren 18-19
- in schematischen Querschnittsansichten verschiedene Querausrichtungen von Fahrzeugkarosserien
im Trockenbereich;
- Figuren 20-22
- in schematischen isometrischen Teilschnittansichten verschiedene Ausführungsformen
für Bodenauslässe im Trocknungstunnel.
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
[0053] Figur 1 zeigt in einer schematischen Querschnittsansicht einen Trocknungsbereich
12 einer Anlage zum Beschichten und Trocknen von Fahrzeugkarosserien 14. Figur 1 zeigt
hierbei einen Ausschnitt des Trocknungsbereichs 12, nämlich insbesondere den Behandlungsraum
16, in dem Werkstücke in Form von Fahrzeugkarosserien 14 getrocknet werden können.
Die Trocknung erfolgt beispielsweise nach einer Beschichtung. Bei der Beschichtung
kann es sich beispielsweise um eine Lackierung der Fahrzeugkarosserie 14 handeln.
[0054] Der Trocknerbereich 12 umfasst ein Gehäuse 18, das im Inneren einen Behandlungsraum
20 aufweist. Durch den Behandlungsraum 20 sind die Fahrzeugkarosserien 14 förderbar.
[0055] Der Trocknungsraum 12 umfasst eine Fördervorrichtung 22 für den Transport der Fahrzeugkarosserien
14 durch den Trocknungsbereich 12. Des Weiteren ist eine Steuereinrichtung 24 vorgesehen.
[0056] Während in dem nicht dargestellten Beschichtungsbereich die Fahrzeugkarosserien 14
entlang ihrer Längserstreckung gefördert werden, erfolgt in dem Trocknungsbereich
12 eine Förderung der Fahrzeugkarosserien 14 quer zur Längserstreckung der Fahrzeugkarosserien
14 mittels der Fördervorrichtung 22.
[0057] Des Weiteren umfasst der Trocknungsbereich 12 eine Behandlungseinrichtung 26, welche
zur Beaufschlagung der Fahrzeugkarosserie mit Behandlungsenergie dient.
[0058] Die Steuereinrichtung 24 ist dabei so eingerichtet und ausgelegt, dass sie die Behandlungseinrichtung
26 und die Fördervorrichtung 22 so ansteuert, dass in dem Trocknerbereich 12 in einer
ersten Phase die Karosserie mit der Behandlungsenergie mit einer ersten Intensität
in einer zweiten Phase mit einer zweiten Intensität beaufschlagt wird, wobei die erste
Intensität höher als die zweite Intensität ist.
[0059] Die Fördervorrichtung 22 fördert die Fahrzeugkarosserien 14 entlang einer Hauptförderrichtung
X, welche bei der Figur 1 aus der Blattebene heraus angeordnet ist. Die Fördervorrichtung
22 umfasst beispielsweise einen Kettenförderer 28. Alternativ könnte auch ein Rollenförderer
oder eine andere geeignete Fördertechnik eingesetzt werden. Der Kettenförderer 28
ist als Querkettenförderer mit zwei Spuren 27, 29 ausgebildet.
[0060] Die Fahrzeugkarosserien 14 werden über Aufnahmedorne oder Pins 30 von einem Transporthilfsmittel
32 getragen. Das Transporthilfsmittel 32 kann beispielsweise ein Skid 34 sein. Die
Transporthilfsmittel 32 sind an der Fördervorrichtung 22, insbesondere an dem Kettenförderer
28, befestigbar und werden mittels der Fördervorrichtung 22 durch den Behandlungsraum
20 gefördert.
[0061] Der Behandlungsraum 20 wird zumindest teilweise von dem äußeren Trocknergehäuse 18
gebildet, welches zwei Seitenwände 36, 38 entlang der Förderrichtung X sowie eine
oben angeordnete Decke 40 und einen Boden 42 aufweist und so einen thermisch isolierten
Innenraum für den Behandlungsraum 20 zur Verfügung stellt.
[0062] Zu Beaufschlagung der Fahrzeugkarosserie 14, insbesondere von Innenflächen der Karosserie
14, ist in dem Trocknungsbereich 12 als Behandlungsmedium ein erhitztes, gasförmiges
Medium vorgesehen. Dieses wird innerhalb des Trocknungsbereichs 12 mit Gasleitungen
42, 44 geführt. Die Gasleitungen 42, 44 bilden Druckräume innerhalb des Gehäuses 18
und sind gegen den Behandlungsraum 20 mit Trennwänden 46, 48 abgetrennt.
[0063] Der Druckraum 42, welcher im Frontbereich 50 der Fahrzeugkarosserie 14 angeordnet
ist, ist als Überdruckraum ausgebildet. Der Druckraum 44 hingegen, welcher im Heckbereich
52 der Fahrzeugkarosserie 14 angeordnet ist, ist als Unterdruckraum ausgebildet.
[0064] Der Überdruckraum 42 weist zwei Gasauslässe 54, 56 auf. Mittels der Auslassöffnungen
54, 56 kann ein erhitzter Gasstrahl beispielsweise in einen Innenraum 58 der Fahrzeugkarosserie
14 eingeleitet werden. Die obere Auslassöffnung 54 richtet den Gasstrahl durch eine
Frontscheibenöffnung 60 der Fahrzeugkarosserie, die untere Auslassöffnung 56 erlaubt
einen Eintritt des erhitzten Gasstrahls in den Karosserieinnenraum 58 durch den Frontbereich
50, insbesondere durch den Motorraum 62.
[0065] Die im Heckbereich 52 angeordnete Unterdruckleitung 44 weist, wie bereits erwähnt,
die Auslassöffnung 48 auf, über welche der erhitzte Gasstrahl aus dem Behandlungsraum
20 wieder austreten kann. Alternativ kann die Druckleitung 44 auch mit einem unter
Überdruck stehenden Gasstrahl beaufschlagt werden, welcher dann über die Öffnung 48
in den Heckbereich 52 der Fahrzeugkarosserie 14 eintreten würde.
[0066] Die Druckräume 42, 44 sind an entsprechenden Stellen entlang der Seitenwände 36,38
angeordnet und folgen grob zumindest abschnittsweise der Kontur der Fahrzeugkarosserie
14. Der Druckraum 42 bildet eine Hauptdruckkanalwand 43 des Behandlungsraums 20.
[0067] Figur 2 veranschaulicht den Trocknerbereich 12 der Figur 1 in einer Längsschnittansicht.
Durch Heckfensterausschnitte 64 der Fahrzeugkarosserien 14 hindurch sind die in der
Hauptdruckkanalwand 43 liegenden Auslassöffnungen 54 für erhitztes Gas zu erkennen.
In der in Figur 2 dargestellten Situation befindet sich die Fördervorrichtung 22 in
Ruhe und die Gasströme, die aus den Gasauslässen 54 austreten, befinden sich planmäßig
mittig zu der Frontscheibenöffnung 60 der Fahrzeugkarosserie 14 und treten in den
Innenraum 58 der Fahrzeugkarosserie 14 ein.
[0068] Eine andere Situation ist in Figur 3 dargestellt. Dort befindet sich die Fördervorrichtung
22 in Bewegung und überführt die Fahrzeugkarosserie 14 zu einem zweiten Takt- bzw.
Halteplatz. Entsprechend bildet die Situation der Figur 2 eine erste Behandlungsphase
ab, in der über die Gasauslässe 54 die Fahrzeugkarosserie 14 mit einer hohen Gasaustrittsintensität
beaufschlagt wird, während in der Phase der Figur 3 die Fahrzeugkarosserie 14 die
Gasauslässe 54 mit einer verringerten Intensität beaufschlagt werden.
[0069] Zur koordinierten Ansteuerung von Fördervorrichtung 22 und Behandlungseinrichtung
26 ist die Steuereinrichtung 24 mit der Fördervorrichtung 22 und der Behandlungseinrichtung
26 verbunden. Dies ist symbolisch durch Leitungen 66 in Figur 1 dargestellt.
[0070] Figur 4 veranschaulicht den Trocknungsbereich bzw. Trocknungstunnel 12 der Figuren
1-3 in einer perspektivischen isometrischen Darstellung ohne Fahrzeugkarosserien 14.
Zu sehen ist der für alle Transporthilfsmittel 32 zuständige Querförderer 28 mit den
beiden
[0071] Spuren 27, 29. Von dem Behandlungsraum 20 ist ein Teil der Hauptdruckkanalwand 43
sowie die gegenüberliegende Unterdruckleitung 44 mit der einen Auslassöffnung 48 zu
erkennen.
[0072] Figur 5 veranschaulicht in einer schematischen Längsschnittansicht die Kräftesituation
bei einem Fördern einer Fahrzeugkarosserie 14 in Längsrichtung, d.h., die Transportrichtung
entspricht der Längserstreckung der Fahrzeugkarosserie 14. Der Schwerpunkt der Karosserie
14 ist durch das Symbol 70 dargestellt. Bei einer Beschleunigung der Fahrzeugkarosserie
14 wirken Kräfte auf die Fahrzeugkarosserie 14. Dies ist durch den Pfeil 72 veranschaulicht.
Gleichzeitig wirkt auf die Fahrzeugkarosserie 14 eine Gewichtskraft, dargestellt durch
den Pfeil 74.
[0073] Zunächst soll der Fall betrachtet werden, dass die Fahrzeugkarosserie 14 mit konstanter
Geschwindigkeit gefördert wird und abrupt abgebremst wird. Das Abbremsen wird symbolisiert
durch den Pfeil 76, der auf eine Kufe des Skids 34 gerichtet ist. Aufgrund der Trägheit
der Masse der Karosserie 14 wirkt die Kraft 72 auf den Schwerpunkt 70 und verursacht
über den Abstand des Schwerpunkts 70 von einer möglichen Kippkante - hier die Vorderkante
78 der Skidkufe des Skids 34 - ein Drehmoment um die Skidkante 78. Wie aus der Darstellung
der Figur 5 zu erkennen ist, ist dieses Drehmoment vergleichsweise gering und führt
nicht oder nur unter extremen Umständen zu einem Verkippen der Fahrzeugkarosserie
14. Gleiches gilt im Falle einer abrupten Beschleunigung der Fahrzeugkarosserie 14
beispielsweise aus dem Stillstand. Auch hier ergäbe sich kein so hohes Drehmoment,
dass die Karosserie 14 eine Kippbewegung ausführen könnte.
[0074] Das Verhältnis aus dem Abstand des Schwerpunkts zur möglichen Kippkante 78 (beispielsweise
ca. 3000 mm) zur Höhe des Schwerpunkts (beispielsweise ca. 400 mm) beträgt in etwa
7,5. Ein Kippen oder Verrutschen der Fahrzeugkarosserie 14 ist somit äußerst unwahrscheinlich.
[0075] Anders gestaltet sich dies bei einem Fördern der Fahrzeugkarosserie 14 mit einer
Ausrichtung quer zur Hauptförderrichtung X. Wie insbesondere der Figur 7 zu entnehmen
ist, führen Beschleunigungen wie bei einem Bremsen oder bei einer Zunahme der Geschwindigkeit
unter Umständen zu einer vollständigen Entlastung der Auflagepunkte des Skids 34 auf
der Fördervorrichtung 22. Aufgrund des damit einhergehenden Haftungsverlustes kann
es zu Relativbewegungen zwischen Skid 34 und Fördervorrichtung 22 kommen.
[0076] Dies ergibt sich unter anderem aus dem geringen Abstand der beiden Skidkufen des
Skids 24 verglichen mit der Schwerpunkthöhe. Bei einer Skidspurweite von 1000 mm ergibt
sich ein Stützabstand von 500 mm. Zusammen mit der bereits genannten Schwerpunkthöhe
von 400 mm ergibt sich ein geringes Verhältnis von 1,25. Schon geringe Beschleunigungswerte
können zu einer Schwerpunktverlagerung und damit zu einer Entlastung der Skidkufen
führen. Dies erzeugt unter Umständen eine Positionsverlagerung des Skids 34 auf einer
der beiden Skidspuren der Fördervorrichtung 22. Bei einer Förderweise, die für die
verschiedenen Behandlungsphasen verschiedene Geschwindigkeiten vorsieht, kann sich
dieser Effekt leicht in negativer Weise verstärken.
[0077] Um die Gefahr des Kippens zu mindern, sind bei der Ausführungsform der Figur 7 die
Fördereinheiten der Fördervorrichtung 22 mit der Steuereinrichtung 24 verbunden, welche
eine Ansteuerung mit einer lastunabhängigen Ansteuerung, beispielsweise mittels eines
Frequenzumformers, vorsieht. Somit können abrupte Beschleunigungen in oder entgegen
der Hauptförderrichtung X vermieden werden und die Gefahr eines Kippens oder Verrutschens
der Fahrzeugkarosserie 14 relativ zu der Fördervorrichtung 22 vermieden werden.
[0078] Figur 8 veranschaulicht in einer perspektivischen isometrischen Teilaufrissansicht
eine erfindungsgemäße Ausführungsform einer Fördervorrichtung 122. Merkmale, welche
derjenigen der Ausführungsform der Figur 4 gleichen oder vergleichbar sind, werden
mit den gleichen Bezugszeichen versehen und nicht erneut erläutert, um Wiederholungen
zu vermeiden.
[0079] Im Unterschied zu der Fördervorrichtung 22 der Figur 4 (sowie auch der Figuren 1-3)
weist die Fördervorrichtung 122 mehrere Fördereinheiten auf. Es sind in der Ausführungsform
der Figur 8 drei unabhängig bewegbare Fördereinheiten 123-127 dargestellt, die jeweils
zwei Spuren 123.1, 123.2 aufweisen. Auf den Fördereinheiten 123-127 können Fahrzeugkarosserien
(in Figur 8 nicht dargestellt) mittels Transporthilfsmittel 32, in Figur 8 als Skids
34 dargestellt, gefördert werden. Förderrichtung ist die Hauptförderrichtung X, die
Fahrzeugkarosserien bzw. Skids 34 werden quer zu ihrer Längserstreckung in dem Behandlungsraum
20 gefördert.
[0080] Die Fördereinheiten 123-127 sind als Querkettenförderer ausgebildet. Die jeweiligen
Antriebsmotoren sind in der Figur 8 aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht gezeigt.
[0081] Figur 9 zeigt eine alternative Ausführungsform einer Fördervorrichtung 222. Hier
sind die einzelnen Fördereinheiten als Rollenbahnen 223, 225 dargestellt, jeweils
mit einzelnen Förderelementen 223.1, 223.2, 225.1, 225.2. Die Fahrzeugkarosserie 14
(in Figur 9 nicht dargestellt) wird über Transporthilfsmittel 32 in, Figur 9 in Form
von Traversen 35 ausgestaltet, gefördert. In dem gezeigten Beispiel sind jeweils zwei
Traversen 35 miteinander verbunden. Dies ist nicht erforderlich, wenn die Traversen
35 fest mit der Fahrzeugkarosserie 14 verbunden sind.
[0082] Figur 10 zeigt in einer schematischen Darstellung einen Längsschnitt durch einen
Behandlungsraum 20, wir er beispielsweise schon in den Figuren 1 bis 4 und 8 bis 9
gezeigt wurde. Wie auch in den Figuren 8 und 9 beschrieben, ist jeder Fahrzeugkarosserie
14 eine einzelne Fördereinheit 222 zugeordnet, die dem Ausführungsbeispiel der Figur
10 als Rollenbahn ausgebildet ist. Alternativ könnte die Fördereinheit auch als Kettenförderer
ausgebildet sein. In der Wandung des Behandlungsraums 20 sind für jede Fahrzeugkarosserie
Gasauslässe 54 mit entsprechender Strahlrichtung 80 symbolhaft angedeutet.
[0083] Figur 11 stellt eine Situation in dem Behandlungsraum 20 der Figur 10 dar, bei der
zwischen zwei benachbarten Fahrzeugkarosserien 14.1 und 14.2 ein vergrößerter Abstand
erzeugt worden ist. Dieser wird in der gezeigten Situation dafür verwendet, um beispielsweise
durch Veränderung der Wirkrichtung 82 des dargestellten Gasauslasses 54.1 eine Außenfläche
84 der Fahrzeugkarosserie 14.1 gezielt zu behandeln.
[0084] Es kann bei einer Ausgangsform vorgesehen sein, dass alle Gasauslässe 54 mit einer
solchen Verstellmöglichkeit versehen sind. Dann kann die Außenseitenbestrahlung an
allen Fahrzeugkarosserien 14 vorgenommen werden, insbesondere auch an jedem Behandlungsplatz
innerhalb des Behandlungsraums 20. Alternativ ist es auch möglich, nur bestimmte Bereiche
innerhalb des Behandlungsraum 20 so auszurüsten und anzusteuern.
[0085] Figur 12 zeigt eine Zwischensituation, in der eine Fahrzeugkarosserie 14.2 von einer
Behandlungsstelle zu einer weiteren Behandlungsstelle gefördert wird. In dieser Situation
können sogar zwei Fahrzeugkarosserien 14.1, 14.3 an Außenflächen 84, 86 behandelt
werden.
[0086] In Figur 13 ist der Behandlungsplatzwechsel durch die Fahrzeugkarosserie 14.2 vollzogen,
die nächste Fahrzeugkarosserie 14.3 kann schon an einer Außenseite 86 behandelt werden.
[0087] Figur 14 zeigt in einer schematischen Längsschnittansicht von oben einen Behandlungsraum
20 beispielsweise eines Trockenbereichs 12. Es sind vier Fahrzeugkarosserien 14.1-14.4
gestrichelt dargestellt, die auf Transporthilfsmitteln 32, hier Skids 34 gelagert
sind und mittels einer Fördervorrichtung 22 durch den Behandlungsraum 20 förderbar
sind. Die Skids ruhen auf zwei Spuren 27, 29, die für die gezeigten vier Fahrzeugkarosserien
14.1-14.4 eine gemeinsame Fördereinheit bilden. Der Massenschwerpunkt 70 ist für jede
Fahrzeugkarosserie 14 eingezeichnet. Wie zu erkennen ist, liegt der Massenschwerpunkt
nicht in der Mitte zwischen beiden Spuren 27, 29 sondern ist seitlich zu einer der
Spuren 27 hin verlagert. In der Figur 14 werden die Fahrzeugkarosserien 14 von oben
nach unten entlang der Hauptförderrichtung X gefördert.
[0088] Figur 15 zeigt einen weiteren Abschnitt des Behandlungsraums 20 eines Trocknerbereichs
12. Nachdem die Fahrzeugkarosserien 14.1-14.4 eine Reihe von Beschleunigungen durchlaufen
haben, haben sich die Fahrzeugkarosserien 14.2 und 14.3 bezüglich der Fördervorrichtung
22 verlagert. Da bei der dargestellten Fördertechnik 22 bei jedem Bewegungsvorgang
eine große Anzahl an Fahrzeugkarosserien bewegt werden muss, sind entsprechend leistungsfähige
Antriebseinheiten erforderlich. Werden diese nicht geregelt, entstehen aufgrund der
für jede Fahrzeugkarosserie 14.1-14.4 individuellen Stützverhältnisse - bedingt beispielsweise
durch unterschiedliche Fahrzeugkarosserietypen oder/und Zustände der Transporthilfsmittel
32 - Positionsverlagerungen der Skids 34 auf dem Querförderer 22.
[0089] In dem in Figur 15 gezeigten Beispiel hat sich die Karosserie 14.2 aufgrund von Bremsungen
im Bereich des Motorraumes 62.2 in Richtung der Hauptförderrichtung X verlagert. Die
Fahrzeugkarosserie 14.3 hingegen hat sich in diesem Beispiel durch Anfahrbeschleunigungen
im Motorraumbereich 62.3 entgegen der Hauptförderrichtung X auf dem Querförderer 22
verlagert.
[0090] Dadurch hat sich der vorgesehene Abstand zwischen den benachbarten Fahrzeugkarosserien
14.2, 14.3 verkleinert. In weiterer Folge könnten Kollisionen der Fahrzeugkarosserien
14.2, 14.3 auftreten. Ebenso ist nicht mehr gewährleistet, dass bei einer Beaufschlagung
des Innenraums der Fahrzeugkarosserien 14.2, 14.3 mit einem Gasstrom die gewünschte
Intensität erreicht ist. Es besteht somit die Gefahr von Qualitätseinbußen.
[0091] Um diese Fehlausrichtungen zu korrigieren, sind in dem Behandlungsraum Figur 15 Korrigierstationen
vorgesehen.
[0092] Bei der Ausführungsform der Figur 15 sind zwei Korrekturstationen 90, 92 vorgesehen.
Die in Hauptförderrichtung X erste Korrekturstation 90 weist zwei Anschläge 90.1-90.2
auf. Die Anschläge 90.1-90.2 sind mit einer Bewegung entgegen der Hauptförderrichtung
X anfahrbar. Die zweite Korrekturstation 92, die in Hauptförderrichtung X als zweite
angeordnet ist, weist ebenfalls Anschläge 92.1-92.2 auf, die im Unterschied in Hauptförderrichtung
X anfahrbar sind.
[0093] Beide Korrekturstationen 90,92 sind beispielsweise durch Feder- oder Schnappmechanismen
oder alternativ auch motorisch betätigbar.
[0094] Bei der vorliegend in Figur 15 dargestellten Situation ist beispielsweise die Korrekturstation
92 für die Fahrzeugkarosserie 14.2 nutzbar. Wird die Fördervorrichtung 22 so angesteuert,
dass der Skid 34.2 der Fahrzeugkarosserie 14.2 gegen die Anschläge der Korrekturstation
92 fährt, kann insbesondere der Anschlag 90.2 eine Korrektur der Position des Skids
34.3 auf der Seite der Motorhaube 62.2 vornehmen.
[0095] Entsprechend kann zur Korrektur der Position der Karosserie 14.3 deren Skid 34.3
die Anschläge 90.1-90.2 der ersten Korrekturstation 90 verwenden. Insbesondere der
Anschlag 90.2 kann verwendet werden, um im Reversierbetrieb die Fehlausrichtung des
Skids 34.3 auf Seite der Motorhaube 62.3 zu korrigieren.
[0096] Figur 16 zeigt eine weitere erfindungsgemäße Ausführungsform eines Trocknerbereichs
12. In der Ausführungsform der Figur 16 ist eine Situation dargestellt, bei der eine
zeitweise Vergrößerung eines seitlichen Abstands zweier benachbarter Fahrzeugkarosserien
geschaffen wurde. Bei der in Figur 16 gezeigten Situation ist sowohl zwischen den
Fahrzeugkarosserien 14.1 und 14.2 als auch zwischen den Fahrzeugkarosserien 14.2 und
14.3 ein vergrößerter Zwischenraum erzeugt. Dies kann in der Ausführungsform der Figur
16 durch geeignete Ansteuerung des Querkettenförderers 22, insbesondere der Fördereinheiten
28.1-28.4 erfolgen. Die einzelnen Fördereinheiten 28.1-28.4 sind unabhängig voneinander
bewegbar. Der geschaffene Zwischenraum kann beispielsweise für den Einsatz von Mess-
und/oder Kontrollorganen 94 verwendet werden. Diese können beispielsweise eine Messeinrichtung
zur Ermittlung der Temperatur aufweisen. Selbstverständlich sind auch andere Messvorrichtungen
wie beispielsweise Kameras oder Strömungsdetektoren möglich. Auch kann der Zwischenraum
für die Beaufschlagung der Außenflächen der Fahrzeugkarosserien 14.1-14.3 verwendet
werden.
[0097] Wie in Figur 17 gezeigt kann, wie ebenfalls bereits beschrieben wurde, eine Korrekturstation
90 dazu verwendet werden, die Fehlausrichtung der Karosserie 14.2 relativ zur Fördervorrichtung
22 vorzunehmen. Die Korrekturstation 92 kann, wie bereits in Figur 15 beschrieben,
im Reversierbetrieb zur Ausrichtung angefahren werden. Bei dem in Figur 17 gezeigten
geringen Abstand zwischen den Fahrzeugkarosserien 14.2 und 14.3 ist keine sinnvolle
Messung bzw. Kontrolle durch die Messeinrichtung 94 der Figur 17 möglich.
[0098] Die Figur 18 veranschaulicht in einer schematischen Schnittansicht eine weitere Ausführungsform
eines Trocknungsbereichs 12, in dem eine alternierende Anordnung von Fahrzeugkarosserien
114.1, 114.2 auf der Fördervorrichtung 22 möglich ist. Gleiches gilt für die Ausführungsform
der Figur 19.
[0099] Bei der Figur 18 fluchten der Frontbereich 150.2 der Fahrzeugkarosserie 114.2 mit
dem Heckbereich 152.1 der Fahrzeugkarosserie 114.1 (und umgekehrt auch der Heckbereich
152.2 der Karosserie 114.2 mit dem Frontbereich 150.1 der Karosserie 114.1). Bei der
Ausführungsform der Figur 19 sind im Wesentlichen der Frontscheibenbereich und der
Heckscheibenbereich in Flucht gebracht.
[0100] Während bei der Figur 18 somit ein insgesamt schmälerer Behandlungsraum 20 entsteht,
verbreitert sich dieser bei der Ausführungsform der Figur 19. Umgekehrt sind mögliche
Strömungswege für Austrittsgase bei der Ausführungsform der Figur 18 unterschiedlich
von der Auslassöffnung bis zum Eintritt in die Fahrzeugkarosserie. Dies ist bei der
Ausführungsform der Figur 19 nicht der Fall.
[0101] Die Figuren 20-22 zeigen eine weitere Ausführungsform eines Trockenbereichs 12. Um
beispielsweise bei kleinen Zwischenabständen zwischen den Fahrzeugkarosserien 14.1,
14.2 (siehe Figur 20) ausreichend Wärmeenergie in die unteren Bereiche der Fahrzeugkarosserien
14.1, 14.2 zu bringen, insbesondere in die Schwellerbereiche 63.2, die vergleichsweise
viel Materialmasse aufweisen, ist es bei der Ausführungsform der Figur 21 vorgesehen,
stationäre Luftauslässe 96 für ein heißes Behandlungsgas vorzusehen. Bei der Ausführungsform
der Figur 21 befinden sich Luftauslässe 96.1 und 96.2 paarweise unterhalb einer Fahrzeugkarosserie
14.2, um jeweils einen linken und rechten Schweller 63.2, 63.1 mit Heißluft zu beaufschlagen.
Eine entsprechende Zuleitung 97 kann beispielsweise die entsprechende Heißluft aus
der Hauptkanalwand 43 entnehmen und den Auslässen 96.1, 96.2 zuführen. Auf diese Weise
entstehen feste Plätze innerhalb des Behandlungsraums 20, an denen die Schweller 63.1,
63.2 einer Fahrzeugkarosserie 14 mit zusätzlicher Heißluft beaufschlagbar sind.
[0102] Alternativ können die Luftauslässe als mitfahrende Öffnungen an der Fördervorrichtung
22, beispielsweise durch einen unten liegenden Druckraum 99, der mit Lamellen 95 abgedeckt
ist, realisiert werden.
1. Anlage (10) zum Trocknen von Fahrzeugkarosserien (14), mit einem Beschichtungsbereich,
einem Trocknungsbereich (12), einer Fördervorrichtung (22) für den Transport von Fahrzeugkarosserien
(14) durch den Beschichtungsbereich oder/und den Trocknungsbereich (12) sowie einer
Steuereinrichtung (24), wobei
a) der Trocknungsbereich (12) eine Behandlungseinrichtung (26) zur Beaufschlagung
einer Karosseriefläche einer Fahrzeugkarosserie (14) mit Behandlungsenergie aufweist
und der Trocknungsbereich (12) so ausgelegt ist, dass Fahrzeugkarosserien (14) zumindest
abschnittsweise quer zur ihrer Längserstreckung gefördert werden, wobei
b) die Steuereinrichtung (24) zur Ansteuerung der Behandlungseinrichtung (26) und
der Fördervorrichtung (22) eingerichtet ist und Behandlungseinrichtung (26) und Fördervorrichtung
(22) so ansteuert, dass
c) in einer ersten Phase die Karosseriefläche mit der Behandlungsenergie mit einer
ersten Intensität und in einer zweiten Phase mit einer zweiten Intensität beaufschlagt
wird, wobei die erste Intensität höher als die zweite Intensität ist.
2. Anlage nach Anspruch 1, wobei in der zweiten Phase die Karosseriefläche zumindest
teilweise verdeckt ist.
3. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Fördergeschwindigkeit einer
Fahrzeugkarosserie (14) in der ersten Phase verschieden von der Fördergeschwindigkeit
einer Fahrzeugkarosserie in der zweiten Phase ist.
4. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Fördergeschwindigkeit einer
Fahrzeugkarosserie in einer Phase null ist.
5. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Fördervorrichtung (22) mehrere
Fördereinheiten (123, 125) für den Transport von Fahrzeugkarosserien (14) durch den
Trocknungsbereich (12) aufweist und die Steuereinrichtung (24) dazu ausgelegt ist,
jeder Fördereinheit (123, 125) eine eigene Fördergeschwindigkeit oder/und eine eigene
Intensität während einer Phase vorzugeben.
6. Anlage nach Anspruch 5, wobei jeder Fahrzeugkarosserie (14) genau eine Fördereinheit
(222) zugeordnet ist.
7. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einer Korrekturstation (90, 92)
zur Ausrichtung der relativen Lage von Fahrzeugkarosserie (14) und Fördervorrichtung
(22).
8. Anlage nach Anspruch 7, wobei die Korrekturstation (90, 92) in einem Behandlungsraum
(20) angeordnet ist.
9. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Steuereinrichtung (24) dazu
eingerichtet ist, die Fördervorrichtung (22) mit einer lastunabhängigen Ansteuerung
für Beschleunigungswerte anzusteuern.
10. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Fördervorrichtung (22) für
einen reversierbaren Betrieb ausgelegt und ansteuerbar ist.
11. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Trocknungsbereich (12) zumindest
zwei Einlassöffnungen (54) oder/und Auslassöffnungen mit gleicher Wirkfunktion aufweist,
wobei die Einlass- (54) oder/und Auslassöffnungen in Förderrichtung X so angeordnet
sind, dass der Wirkmittenabstand der Einlass- (54) oder/und Auslassöffnungen dem Mittenabstand
zweier benachbarter Fahrzeugkarosserien (14) entspricht.
12. Anlage nach Anspruch 11, wobei sich die Fahrzeugkarosserien (14) in der gleichen Behandlungsphase
befinden.
13. Verfahren zum Behandeln von Fahrzeugkarosserien mit einer Anlage nach einem der vorhergehenden
Ansprüche.