[0001] Die Erfindung betrifft eine Behandlungsanlage zum Behandeln von Werkstücken, insbesondere
zum Beschichten und/oder Trocknen von Fahrzeugkarosserien, mit
- a) einer Behandlungseinrichtung mit einem Gehäuse, in dem ein Behandlungsraum untergebracht
ist;
- b) einem Fördersystem, welches eine Vielzahl von Transportwagen umfasst, mittels denen
die Werkstücke durch den Behandlungsraum förderbar sind, wobei jeder Transportwagen
ein Fahrwerk und eine Befestigungseinrichtung für zumindest ein Werkstück umfasst,
die mittels einer Verbindungseinrichtung miteinander gekoppelt sind;
wobei
- c) außerhalb des Behandlungsraumes ein Führungsbereich mit einem Fahrraum für das
Fahrwerk vorhanden ist;
- d) der Fahrraum über einen Verbindungsdurchgang mit dem Behandlungsraum derart verbunden
ist, dass das Fahrwerk eines Transportwagens in dem Fahrraum bewegbar ist und dabei
die Befestigungseinrichtung im Behandlungsraum mitgeführt wird und sich die Verbindungseinrichtung
durch den Verbindungsdurchgang hindurch erstreckt.
[0002] Außerdem betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Behandeln von Werkstücken, insbesondere
zum Beschichten und/oder Trocknen von Fahrzeugkarosserien, umfassend das Hindurchführen
von Werkstücken durch einen Behandlungsraum mittels eines Fördersystems, welches eine
Vielzahl von Transportwagen umfasst, wobei jeder Transportwagen ein Fahrwerk und eine
Befestigungseinrichtung für zumindest ein Werkstück umfasst, die mittels einer Verbindungseinrichtung
miteinander gekoppelt sind, und wobei außerhalb des Behandlungsraumes ein Führungsbereich
mit einem Fahrraum für das Fahrwerk vorhanden ist, der über einen Verbindungsdurchgang
mit dem Behandlungsraum derart verbunden ist, dass das Fahrwerk eines Transportwagens
in dem Fahrraum bewegbar ist und dabei die Befestigungseinrichtung im Behandlungsraum
mitgeführt wird und sich die Verbindungseinrichtung durch den Verbindungsdurchgang
hindurch erstreckt.
[0003] In einer solchen Behandlungsanlage können Behandlungseinrichtungen insbesondere in
Form von Beschichtungskabinen oder Trocknern vorhanden sein. In Beschichtungskabinen
werden die Werkstücke mit einer Beschichtung versehen und beispielsweise lackiert;
der Behandlungsraum ist in diesem Fall ein Beschichtungstunnel bzw. ein Lackiertunnel.
Bei einem Trockner ist der Behandlungsraum entsprechend ein Trockentunnel.
[0004] Behandlungseinrichtungen können auch in Form von Montageeinrichtungen und/oder Kontrolleinrichtungen
vorhanden sein, in denen die Werkstücke montiert oder an den Werkstücken Montagearbeiten
vorgenommen werden bzw. in denen die Werkstücke im laufenden Produktionsprozess kontrolliert
werden.
[0005] Durch den Verbindungsdurchgang kann es zu einem Übertreten der Atmosphäre des Behandlungsraumes
in den Fahrraum kommen. Insbesondere bei Trocknern ist diese Atmosphäre mit Lösemittel
belastet, welches dann in dem in der Regel kühleren Fahrraum auskondensieren und sich
auf den Komponenten der Fördertechnik in dem Fahrraum niederschlagen kann. Dies greift
jedoch das Fördersystem an.
[0006] Darüber hinaus herrschen in dem Fahrraum insbesondere bei Trocknern Temperaturen,
bei welchen die Fördertechnik, die sich in dem Fahrraum befindet, unerwünscht hohen
thermischen Belastungen ausgesetzt ist.
[0007] Die
DE 20 2017 106 843 U1 schlägt bei einer Behandlungsanlage und einem Verfahren der eingangs genannten Art
vor, dem Fahrraum ein Gas zuzuführen, so dass stets Gas aus dem Fahrraum in den Behandlungstunnel
strömt und nicht umgekehrt. Dies hat jedoch den beträchtlichen Nachteil, dass auf
diese Weise Verunreinigungen aus dem Fahrraum in den Behandlungstunnel eingeschleppt
werden. Bei solchen Verunreinigungen handelt es sich insbesondere um Abrieb oder Schmiermitteln
der Komponenten des Fördersystems in dem Fahrraum. Die
DE 20 2017 106 843 U1 schlägt außerdem vor, dass der Fahrraum ein eigenes Gehäuse hat und diesem ein Gas
unter Überdruck zugeführt wird. Aber auch dann müssen verhältnismäßig große Gasvolumina
bewegt werden. Außerdem müssen an den Enden des Fahrraumes Schleusen vorgesehen sein,
um den Druck in dem Fahrraum auch beim Ein- und Ausfahren der Transportwagen aufrechtzuerhalten;
diese Schleusen sind jedoch allein wegen des notwendigen Querschnitts des Fahrraums
bauaufwendig.
[0008] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Behandlungsanlage und ein Verfahren der
eingangs genannten Art bereitzustellen, welche diesen Gedanken Rechnung tragen.
[0009] Diese Aufgabe wird bei einer Behandlungsanlage der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, dass
e) der Fahrraum durch ein Fahrraumgehäuse definiert ist;
f) eine Gaseinrichtung vorhanden ist, welche derart eingerichtet es, dass ein Durchströmungsgas,
insbesondere Luft, dem Fahrraum zuführbar und zumindest ein Großteil des Durchströmungsgases
als Abgas wieder aus dem Fahrraum abführbar ist, ohne dass dieses Durchströmungsgas
durch den Verbindungsdurchgang in den Behandlungsraum gelangt.
[0010] Der Fahrraum wird auf diese Weise durchströmt, wodurch unerwünschte Bestandteile
abgeführt und zugleich eine Kühlwirkung erzielt werden können. Gleichzeitig wird vermieden,
dass Luft aus dem Fahrraum in den Behandlungsraum gelangen kann.
[0011] Dabei ist es besonders effektiv, wenn die Gaseinrichtung derart eingerichtet ist,
dass das Durchströmungsgas den Fahrraum mit einer Richtungskomponente quer zu einer
Bewegungsrichtung der Transportwagen durchströmt.
[0012] Ergänzend kann es vorteilhaft sein, wenn die Gaseinrichtung derart eingerichtet ist,
dass das Durchströmungsgas den Fahrraum mit einer Richtungskomponente parallel zu
einer Bewegungsrichtung der Transportwagen durchströmt. Dies entspricht einer schrägen
Strömungsführung bezogen auf die Bewegungsrichtung der Transportwagen.
[0013] Das Fahrraumgehäuse hat eine oder mehrere Gaseinlassöffnungen und eine oder mehrere
Gasauslassöffnungen aufweist. Jeweils mehrere Einlässe und Auslässe sind dabei günstig,
damit der Fahrraum gezielt und steuerbar von dem Durchströmungsgas durchströmt werden
kann, ist es günstig.
[0014] Vorzugsweise ist die Gaseinrichtung derart eingerichtet, dass der Volumenstrom Q
[m
3s
-1] des zugeführten Durchströmungsgases an einer oder an mehreren Gaseinlassöffnungen
einstellbar ist und/oder dass der Volumenstrom Q [m
3s
-1] des abgeführten Abgases an einer oder an mehreren Gasauslassöffnungen einstellbar
ist.
[0015] Es ist von Vorteil, wenn
- a) eine oder mehrere Gaseinlassöffnungen mit einem Zuführ-Leitungssystem eines Zuführsystems
verbunden sind, durch welches Durchströmungsgas zu den Gaseinlassöffnungen strömen
kann, und das Zuführsystem in dem Zuführ-Leitungssystem eine aktive Einblaseinrichtung
und/oder eine passive Einlasseinrichtung aufweist;
und/oder
- b) eine oder mehrere Gasauslassöffnungen mit einem Abführ-Leitungssystem eines Abführsystems
verbunden, durch welches das Abgas von den Gasauslassöffnungen wegströmen und abgeführt
werden kann, und das Abführsystem in dem Abführ-Leitungssystem eine aktive Absaugeinrichtung
und/oder eine passive Auslasseinrichtung aufweist.
[0016] Dabei ist es günstig, wenn
- a) die aktive Einblaseinrichtung ein oder mehrere Zuführgebläse umfasst;
und/oder
- b) die passive Einlasseinrichtung ein oder mehrere Einlass-Ventileinrichtungen, insbesondere
Klappenventile, umfasst, durch welche der Strömungsquerschnitt für das Durchströmungsgas
veränderbar ist;
und/oder
- c) die aktive Absaugeinrichtung ein oder mehrere Abführgebläse umfasst;
und/oder
- d) die passive Auslasseinrichtung ein oder mehrere Auslass-Ventileinrichtungen, insbesondere
Klappenventile, umfasst, durch welche der Strömungsquerschnitt für das Abgas aus dem
Fahrraum veränderbar ist.
[0017] Wenn mehrere Zuführgebläse und/oder mehrere Abführgebläse vorhanden sind, ist zugleich
sichergestellt, dass bei einem Ausfall eines oder gegebenenfalls auch mehrerer Gebläses
die Gaseinrichtung funktionsfähig bleibt, da die verbleibenden funktionierenden Gebläse
das oder die defekten Gebläse kompensieren können. Hierzu werden die verbleibenden
Gebläse dann mit entsprechend höherer Leistung betrieben.
[0018] Es ist vorteilhaft, wenn
- a) ein Zuführgebläse jeweils mit einer einzigen Gaseinlassöffnung oder jeweils mit
mehreren Gaseinlassöffnungen verbunden ist;
und/oder
- b) eine Einlass-Ventileinrichtung jeweils mit einer einzigen Gaseinlassöffnung oder
jeweils mit mehreren Gaseinlassöffnungen verbunden ist;
und/oder
- c) ein Abführgebläse jeweils mit einer einzigen Gasauslassöffnung oder jeweils mit
mehreren Gasauslassöffnungen verbunden ist;
und/oder
- d) eine Auslass-Ventileinrichtung jeweils mit einer einzigen Gasauslassöffnung oder
jeweils mit mehreren Gasauslassöffnungen verbunden ist.
[0019] Für eine effektive Ressourcennutzung ist es günstig, wenn eine Konditioniervorrichtung
vorhanden ist, welcher das Abgas zuführbar ist, wobei das konditionierte Gas einer
Frischluftzufuhr für die Behandlungseinrichtung zuführbar ist.
[0020] Bei einem Verfahren der eingangs genannten Art wird die oben angegeben Aufgabe dadurch
gelöst, dass
der Fahrraum durch ein Fahrraumgehäuse definiert wird;
eine Gaseinrichtung vorhanden ist, welche derart eingerichtet es, dass ein Durchströmungsgas,
insbesondere Luft, dem Fahrraum zugeführt wird und zumindest ein Großteil des Durchströmungsgases
als Abgas wieder aus dem Fahrraum abgeführt wird, ohne dass dieses Durchströmungsgas
durch den Verbindungsdurchgang in den Behandlungsraum gelangt.
[0021] Die Vorteile dieser und der nachfolgenden Maßnahmen entsprechen den Vorteilen, die
zur Behandlungsanlage beschrieben wurden.
[0022] Dementsprechend ist es günstig, wenn das Durchströmungsgas den Fahrraum mit einer
Richtungskomponente quer zu einer Bewegungsrichtung der Transportwagen durchströmt.
[0023] Ergänzend durchströmt das Durchströmungsgas den Fahrraum mit einer Richtungskomponente
parallel zu einer Bewegungsrichtung der Transportwagen.
[0024] Das Fahrraumgehäuse weist bevorzugt eine oder mehrere Gaseinlassöffnungen und eine
oder mehrere Gasauslassöffnungen auf.
[0025] Der Volumenstrom Q [m
3s
-1] des zugeführten Durchströmungsgases kann an einer oder an mehreren Gaseinlassöffnungen
(92) eingestellt werden und/oder der Volumenstrom Q [m
3s
-1] des abgeführten Abgases kann an einer oder an mehreren Gasauslassöffnungen (94)
eingestellt werden.
[0026] Ebenso ist es günstig, wenn
- a) eine oder mehrere Gaseinlassöffnungen mit einem Zuführ-Leitungssystem eines Zuführsystems
verbunden sind, durch welches Durchströmungsgas zu den Gaseinlassöffnungen strömt,
und das Zuführsystem in dem Zuführ-Leitungssystem eine aktive Einblaseinrichtung und/oder
eine passive Einlasseinrichtung aufweist;
und/oder
- b) eine oder mehrere Gasauslassöffnungen mit einem Abführ-Leitungssystem eines Abführsystems
verbunden, durch welches das Abgas von den Gasauslassöffnungen wegströmt und abgeführt
wird, und das Abführsystem in dem Abführ-Leitungssystem eine aktive Absaugeinrichtung
und/oder eine passive Auslasseinrichtung aufweist.
[0027] Entsprechend ist es außerdem von Vorteil, wenn
- a) die aktive Einblaseinrichtung ein oder mehrere Zuführgebläse umfasst;
und/oder
- b) die passive Einlasseinrichtung ein oder mehrere Einlass-Ventileinrichtungen, insbesondere
Klappenventile, umfasst, durch welche der Strömungsquerschnitt für das Durchströmungsgas
veränderbar ist;
und/oder
- c) die aktive Absaugeinrichtung ein oder mehrere Abführgebläse umfasst;
und/oder
- d) die passive Auslasseinrichtung umfasst ein oder mehrere Auslass-Ventileinrichtungen,
insbesondere Klappenventile, durch welche der Strömungsquerschnitt für das Abgas aus
dem Fahrraum veränderbar ist.
[0028] Es ist ferner vorteilhaft, wenn
- a) ein Zuführgebläse jeweils mit einer einzigen Gaseinlassöffnung oder jeweils mit
mehreren Gaseinlassöffnungen verbunden ist;
und/oder
- b) eine Einlass-Ventileinrichtung jeweils mit einer einzigen Gaseinlassöffnung oder
jeweils mit mehreren Gaseinlassöffnungen verbunden ist;
und/oder
- c) ein Abführgebläse jeweils mit einer einzigen Gasauslassöffnung oder jeweils mit
mehreren Gasauslassöffnungen verbunden ist;
und/oder
- d) eine Auslass-Ventileinrichtung jeweils mit einer einzigen Gasauslassöffnung oder
jeweils mit mehreren Gasauslassöffnungen verbunden ist.
[0029] Vorteilhaft wird Abgas einer Konditioniervorrichtung und das konditionierte Gas einer
Frischluftzufuhr für die Behandlungseinrichtung zugeführt.
[0030] Als Durchströmungsgas wird Umgebungsluft aus der Umgebung der Behandlungseinrichtung
verwendet wird. Da das Durchströmungsgas nicht oder nur zu einem geringen Teil in
den Behandlungsraum gelangen kann, muss diese Umgebungsluft nicht gereinigt oder in
anderer Weise aufbereitet werden.
[0031] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nun anhand der Zeichnungen näher erläutert.
In diesen zeigen.
- Figur 1
- schematisch einen vertikalen Querschnitt einer Behandlungsanlage mit einem Behandlungsraum
und einem außerhalb des Behandlungsraumes angeordneten Führungsraum mit einem Fahrraum
für ein Transportsystem, wobei ein erstes Ausführungsbeispiel einer Gaseinrichtung
zum Erzeugen einer Strömung durch den Fahrraum gezeigt ist, durch welche ein Durchströmungsgas
in den Fahrraum einströmen und als Abgas aus dem Fahrraum ausströmen kann;
- Figur 2
- eine perspektivische Ansicht des Fahrraumbereichs der Behandlungsanlage bei einem
Schnitt entlang der Schnittlinie IV-IV in Figur 1;
- Figur 3
- einen Schnitt der Behandlungsanlage entlang der Schnittlinie III-III in Figur 1;
- Figuren 4 bis 8
- jeweils einen Schnitt der Behandlungsanlage entlang der Schnittlinie IV-IV in Figur
1 mit unterschiedlichen Ausführungsbeispielen der Gaseinrichtung;
- Figur 9
- einen Ausschnitt des Schnittes der Figur 3, wobei eine Konditioniervorrichtung für
das aus dem Fahrraum kommende Abgas gezeigt ist;
- Figur 10
- einen der Figur 1 entsprechenden Querschnitt der Behandlungsanlage mit abgewandeltem
Fahrraum.
[0032] Die Figuren illustrieren schematisch eine insgesamt mit 10 bezeichnete Behandlungsanlage
zur Behandlung von Werkstücken 12, welche beispielhaft als Fahrzeugkarosserien 14
veranschaulicht sind.
[0033] Die Behandlungsanlage 10 umfasst eine Behandlungseinrichtung 16 mit einem Gehäuse
18, in dem ein Behandlungsraum 20 untergebracht ist, der als Behandlungstunnel 22
ausgebildet ist und zwei Tunnelwände in Form von Seitenwänden 24 sowie zwei weitere
Tunnelwände in Form einer Decke 26 und eines Tunnelbodens 28 umfasst. Bei einem bevorzugten
und hier beispielhaft beschriebenen Ausführungsbeispiel ist die Behandlungseinrichtung
16 ein Trockner 30, bei dem der Behandlungstunnel 22 einen Trockentunnel 32 vorgibt.
Die Behandlungseinrichtung 16 kann aber beispielsweise auch eine Beschichtungseinrichtung
sein, in welcher die Werkstücke 14 beschichtet und insbesondere automatisch mit Hilfe
von Lackierrobotern oder manuell lackiert werden.
[0034] Die Werkstücke 12 werden mit einem Fördersystem 34 durch den Behandlungstunnel 22
der Behandlungseinrichtung 16 hindurch gefördert. Die Behandlungseinrichtung 16 wird
im Durchlauf betrieben und hat dementsprechend an einem stirnseitigen Ende einen in
den Figuren 4 bis 9 zu erkennenden Eingang 36 und am gegenüberliegenden stirnseitigen
Ende einen nur in Figur 3 zu erkennenden Ausgang 38. Als Behandlungstunnel 22 bzw.
Trockentunnel 32 sind jedoch auch Behandlungsräume zu verstehen, die als Batch-System
ausgelegt sind und gegebenenfalls nur einen einzigen Zugang haben, über den die Werkstücke
12 in den Behandlungsraum 20 hinein und nach der Behandlung auch wieder aus diesem
heraus gefördert werden.
[0035] Das Fördersystem 34 umfasst eine Vielzahl von Transportwagen 40, auf denen die Werkstücke
12 transportiert werden. Die Transportwagen 40 werden auf einem Schienensystem 42
verfahren. Bei einer nicht eigens gezeigten Abwandlung können die Transportwagen 40
als freifahrende Transportwagen im Sinne von fahrerlosen Transportsystemen ausgebildet
sein, die dem Fachmann als sogenannte FTS geläufig sind.
[0036] Das vorliegende Schienensystem 42 ist einspurig ausgebildet und umfasst eine Tragschiene
44, auf welcher ein Transportwagen 40 verfährt und welche beim vorliegenden Ausführungsbeispiel
als an und für sich bekanntes I-Profil ausgebildet ist, aber auch andere Querschnitte
haben kann. Das Schienensystem 42 kann auch mehrspurig, insbesondere zweispurig sein.
Die Tragschiene 44 ist bodengebunden und an einem Boden, hier am Boden der Behandlungsanlage
10 verankert.
[0037] Jeder Transportwagen 40 umfasst ein Fahrwerk 46 und ein Antriebssystem 48, welche
beim vorliegenden Ausführungsbeispiel eine Antriebsrolle 50 umfasst, die an der Tragschiene
44 abläuft und mittels eine Antriebsmotors 52 angetrieben werden kann. Die Transportwagen
40 sind auf diese Weise unabhängig voneinander antreibbar. Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel
läuft die Antriebsrolle 50 auf der Oberseite der Tragschiene 44 ab. Bein einer Abwandlung
kann die Antriebsrolle 50 auch seitlich an der Tragschiene 44 angreifen.
[0038] Zusätzlich zu oder anstelle von den hier erläuterten Transportwagen 40 mit jeweils
einem eigenem mitgeführten Antriebssystem 48 können gegebenenfalls auch andere Transportwagen
vorhanden sein, welche durch ein zentrales Antriebssystem angetrieben werden. Beispielsweise
kann ein solches zentrales Antriebssystem durch einen Kettenzug oder dergleichen ausgebildet
sein. Die hier erläuterten Transportwagen 40 können entsprechend auch unabhängig von
anderen Antriebseinrichtungen angetrieben und verfahren werden.
[0039] Um zu verhindern, dass der Transportwagen 40 in Transportrichtung oder quer zur Transportrichtung
verkippt, ist ein Stützsystem 54 mit Stützrollen vorgesehen, die an der Tragschiene
44 anliegen und in an und für sich bekannter Art und Weise ein entsprechendes Verkippen
des Transportwagens 40 verhindern.
[0040] Der Transportwagen 40 umfasst eine Befestigungseinrichtung 56, an welche ein Werkstück
12 oder ein entsprechender Werkstückträger für Werkstücke 12 befestigt werden kann.
Für die Befestigung von Fahrzeugkarosserien 14 umfasst die Befestigungseinrichtung
56 beim vorliegenden Ausführungsbeispiel ein Tragprofil 58 mit Lagerbolzen 60, die
in an und für sich bekannter Art und Weise mit Gegenelementen an der Fahrzeugkarosserie
14 zusammenarbeiten, so dass die Fahrzeugkarosserie 14 an der Befestigungseinrichtung
56 fixiert werden kann. Die Befestigungseinrichtung 56 kann auch mehrere Sätze von
solchen Lagerbolzen 60 aufweisen, die an unterschiedliche Fahrzeugkarosserien 14 mit
verschiedenen Abmessungen und Ausgestaltungen angepasst sind, so dass die Befestigungseinrichtung
56 flexibel für unterschiedliche Fahrzeugkarosserietypen genutzt werden kann. Die
Befestigungseinrichtung 56 nimmt eine Fahrzeugkarosserie 14 somit unmittelbar auf,
ohne dass die Fahrzeugkarosserie 14 auf einem Werkstückträger, wie beispielsweise
einem an und für sich bekannten Skid, befestigt ist.
[0041] Das Fahrwerk 46 des Transportwagens 40 ist mittels einer Verbindungseinrichtung 62
mit der Befestigungseinrichtung 56 gekoppelt. Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel
umfasst die Verbindungseinrichtung 62 wenigstens eine nach oben weisende Strebe 64,
wobei aus Stabilitätsgründen zwei Streben 64 vorhanden sind; jede vorhandene Strebe
64 koppelt das Fahrwerk 46 des Transportwagens 40 mit der Befestigungseinrichtung
56.
[0042] Der Transportwagen 40 kann derart ausgebildet sein, dass er in der Lage ist, Kurvenabschnitte
der Tragschiene 44 zu durchfahren. Hierfür kann das Fahrwerk 46 des Transportwagens
40 insbesondere mit einer Vorläufereinheit 66 und einer Nachläufereinheit 68 konzipiert
sein, die gelenkig miteinander verbunden sind. Dabei können die Vorläufereinheit 66
und die Nachläufereinheit 68 jeweils eine Antriebsrolle 50 mit Antriebsmotor 52 mit
sich führen.
[0043] Wenn der Transportwagen 40 für Kurvenfahrten ausgelegt ist, ist auch die Kopplung
zwischen dem Fahrwerk 46 und der Befestigungseinrichtung 56 durch die Verbindungseinrichtung
62 so eingerichtet, dass entsprechende Kurvenfahrten möglich sind. Hierfür sind die
Streben 64 beispielsweise als Gelenkstreben ausgebildet, die es durch ein Gelenk ermöglichen,
dass die Befestigungseinrichtung 56 um eine vertikale Drehachse gegenüber dem Fahrwerk
46 des Transportwagens 40 verschwenken kann. Sowohl die Vorläufereinheit 66 als auch
die Nachläufereinheit 68 kann mit jeweils einer Strebe 64 bzw. mit jeweils einer Gelenkstrebe
verbunden sein.
[0044] Die Behandlungseinrichtung 16 und das Fördersystem 34 sind so aufeinander abgestimmt,
dass sich nur ein Teil des Fördersystems 34 in dem Behandlungsraum 20, d.h. in dem
Behandlungstunnel 22 bewegt, während der andere Teil des Fördersystems 34 außerhalb
des Behandlungsraumes 20 bewegt wird.
[0045] Hierfür ist außerhalb des Behandlungsraumes 20 ein Führungsbereich 70 mit einem ebenfalls
außerhalb des Behandlungsraumes 20 angeordneten Fahrraum 72 vorgesehen, in dem das
Schienensystem 42 untergebracht ist und in welchem sich das Fahrwerk 46 eines jeweiligen
Transportwagens 40 bewegt. Der Behandlungsraum 20 und der Führungsbereich 70 bzw.
der Fahrraum 72 sind nach oben durch eine Trennwand 74 getrennt.
[0046] In den Figuren 1, 2 und 11 sind zwischen dem Tunnelboden 28 und dem Anlagenboden
vertikale Stützpfeiler zu erkennen, die jedoch kein eigenes Bezugszeichen tragen.
[0047] Eine Anordnung des Führungsbereichs 70 "außerhalb" des Behandlungsraumes 20 ist so
zu verstehen, dass es eine strukturelle Trennung zwischen dem Behandlungsraum 20 und
dem Führungsbereich 70 durch die angesprochene Trennwand 74 gibt.
[0048] Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel ist diese Trennwand 74 ein Abschnitt 28a des
Tunnelbodens 28, wobei der Führungsbereich 62 mit dem Fahrraum 64 unterhalb dieses
Abschnitts 28a des Tunnelbodens 28 angeordnet ist. Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel
hat der Tunnelboden 28 insgesamt einen gewinkelten Verlauf und weist seitlich neben
dem Abschnitt 28a zwei Abschnitte 28b auf, welche gegenüber dem Abschnitt 28a nach
unten versetzt an ihren zur Mitte des Behandlungsraumes 20 weisenden Rändern durch
jeweils einen vertikalen Abschnitt 28c des Tunnelbodens 28 mit den gegenüberliegenden
Rändern des Abschnitts 28a verbunden sind.
[0049] Bei dieser Ausbildung überlappt der Fahrraum 72 im Querschnitt mit einem oberen Bereich
mit dem Behandlungsraum 20 und ist ein unterer Bereich des Fahrraums 72 auf einem
Höhenniveau unter den Abschnitten 28b des Tunnelbodens 28 angeordnet.
[0050] Bei einer Abwandlung kann der Tunnelboden 28 auch plan sein, dann bildet ein entsprechender
Abschnitt 28a des Tunnelbodens 28 die Trennwand 74, wobei dieser Abschnitt 28a dann
in seitliche Richtung unmittelbar und in derselben horizontalen Eben in Abschnitte
28c übergeht, ohne dass es vertikale Abschnitte 28b gibt. Der Fahrraum 72 ist dann
vollständig auf einem Höhenniveau unter dem Tunnelboden 28 angeordnet.
[0051] Der Fahrraum 72 ist durch ein Fahrraumgehäuse 76 definiert, d.h. zumindest bereichsweise
begrenzt. Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel umfasst das Fahrraumgehäuse 76 die
vertikalen Abschnitte 28c des Tunnelbodens 28 und dessen Abschnitt 28a, d.h. die Trennwand
74 zum Behandlungsraum 20. Außerdem umfasst das Fahrraumgehäuse 76 noch zwei weitere
Gehäusewände 78, welche sich in Längsrichtung des Behandlungsraumes 20 und vom Tunnelboden
28 nach unten erstrecken. Bei den in den Figuren 1 bis 10 gezeigten Ausführungsbeispielen
bilden diese weiteren Gehäusewände 78 in etwa eine Weiterführung der vertikalen Abschnitte
28c des Tunnelbodens 28 nach unten. Das Fahrraumgehäuse 76 kann einen gesonderten
Gehäuseboden aufweisen; bei den hier gezeigten Ausführungsbeispielen übernimmt ein
entsprechender Abschnitt des Anlagenbodens diese Aufgabe.
[0052] An den Stirnseiten der Behandlungseinrichtung 16 am Tunneleingang 36 bzw. Tunnelausgang
38 ist das Fahrraumgehäuse 76 offen. Bei einer Abwandlung können dort auch Schleusen
vorhanden sein; in jedem Fall muss ermöglicht sein, dass die Transportwagen 40 am
Tunneleingang 36 in den Fahrraum 72 einfahren und am Tunnelausgang 38 wieder aus dem
Fahrraum 72 herausfahren. Grundsätzlich muss das Fahrraumgehäuse 76 jedenfalls nicht
strömungs- oder fluiddicht ausgebildet sein, wobei dies als Abwandlung vorgesehen
sein kann.
[0053] Der Fahrraum 72 ist über einen Verbindungsdurchgang 80 in der Trennwand 74 mit dem
Behandlungsraum 20 verbunden. Der Verbindungsdurchgang 80 ist komplementär zu der
Verbindungseinrichtung 62 der Transportwagen 40 und die Verbindungseinrichtung 62
erstreckt sich derart durch den Verbindungsdurchgang 80 hindurch, dass sich die Befestigungseinrichtung
56 mit dem Werkstück 12 in dem Behandlungsraum 20 und sich das Fahrwerk 46 eines Transportwagens
40 in dem Fahrraum 72 befinden.
[0054] Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel ist der Verbindungsdurchgang 80 geradlinig
und als geradliniger Durchgangsschlitz oder -spalt ausgebildet, der sich zwischen
dem Tunneleingang 36 und dem Tunnelausgang 38 in der Trennwand 74 erstreckt. Der Verbindungsdurchgang
80 kann auch gewinkelt, d.h. im Querschnitt zum Beispiel labyrinthartig ausgebildet
sein, wobei dann die Streben 64 dazu komplementär ausgebildet sind.
[0055] Durch den Verbindungsdurchgang 80 kann einerseits die mit Schadstoffen, wie Lösemitteln
und dergleichen, belastete Tunnelatmosphäre aus dem Behandlungsraum 20 in den Fahrraum
72 strömen und andererseits Atmosphäre aus dem Fahrraum 72, die beispielsweise mit
Abrieb oder Schmiermitteln der Fördertechnik in dem Fahrraum 72 belastet sein kann,
in den Behandlungsraum 20 gelangen. Um dies zu verhindern oder zumindest abzumildern,
ist außerdem noch eine Abschirmeinrichtung 82 vorhanden.
[0056] Die Abschirmeinrichtung 82 umfasst bei den vorliegenden Ausführungsbeispielen eine
Schuppendichtung 84 bei welcher ein Vielzahl von Dichtlamellen 86 in Längsrichtung
des Behandlungsraumes 20 überlappend so angeordnet sind, dass sie den Verbindungsdurchgang
80 der Trennwand 74 abdecken. Die Dichtlamellen 86 sind in der Praxis aus einem biegbaren
Blech oder einem temperaturbeständigen biegbaren Kunststoff. Unabhängig vom Material
haben die Dichtlamellen 86 vorzugsweise eine Breite, d.h. eine Erstreckung in Längsrichtung
des Behandlungsraumes 20, von etwa 10 cm bis 20 cm, vorzugsweise von 15 cm.
[0057] Wie in Figur 3 zu erkennen ist, führen die Transportwagen 40 eine Verstelleinrichtung
88 mit sich, durch welche die Dichtlamellen 86 bewegbar sind, wenn der Transportwagen
40 durch die Behandlungseinrichtung 16 bewegt wird. Dabei werden die Dichtlamellen
86 am Ort und für die Dauer des Durchgangs der Verbindungseinrichtung 62, d.h. beim
vorliegenden Ausführungsbeispiel konkret der Streben 64, durch den Verbindungsdurchgang
80 von ihrer Dichtstellung an dem Verbindungsdurchgang in eine Freigabestellung bewegt,
in welcher sie von dem Transportwagen 40 passiert werden können.
[0058] Wenn der Transportwagen 40 also in die Behandlungseinrichtung 16 einfährt, gelangen
die Gelenkstreben 64 in den Verbindungsdurchgang 80, wobei die Verstelleinrichtung
88 die Dichtlamellen 86 aus dem Weg drücken, so dass immer nur im Bereich der Gelenkstreben
64 ein entsprechendes Durchtrittsfenster zwischen Fahrraum 72 und Behandlungsraum
20 vorhanden ist.
[0059] Im Zusammenhang mit Dichtlamellen kennt der Fachmann den Jargonbegriff eines "Lamellenaufweisers".
Derartige Lamellenaufweiser sind bekannt und werden verwendet, um die Lamellen von
Schuppendichtungen insbesondere an dadurch abgedichteten Schlitzen zur Seite zu schieben.
Die Verstelleinrichtung 88 ist dementsprechend nach Art eines solchen Lamellenaufweisers
ausgebildet.
[0060] Es ist eine Gaseinrichtung 90 vorhanden, welche derart eingerichtet es, dass ein
Durchströmungsgas, insbesondere Luft, dem Fahrraum 72 zuführbar und zumindest ein
Großteil des Durchströmungsgases als Abgas wieder aus dem Fahrraum 72 abführbar ist,
ohne dass dieses Durchströmungsgas, d.h. dieser Großteil des Durchströmungsgases,
durch den Verbindungsdurchgang 80 in den Behandlungsraum 20 gelangt. Im Idealfall
wird das Durchströmungsgas vollständig als Abgas aus dem Fahrraum 72 abgeführt. Zumindest
darf nur ein Volumenanteil des Durchströmungsgases aus dem Fahrraum 72 in den Behandlungsraum
20 übertreten, durch den im Behandlungsraum 20 keine Schäden oder Qualitätseinbußen
des Behandlungsergebnisses verursacht werden.
[0061] Dabei kann es zwar unvermeidbar sein, dass es abhängig von lokalen Druck- und Strömungsverhältnissen
in dem Fahrraum 72 dazu kommt, dass ein Anteil des Durchströmungsgases durch den Verbindungsdurchgang
80 nach oben in den Behandlungsraum 20 übertritt. Wie erwähnt, ist dies für den Großteil
des zugeführten Durchströmungsgases jedoch nicht der Fall.
[0062] Einerseits kann der Fahrraum 72 auf diese Weise im Vergleich zu den Temperaturbedingungen
im Behandlungsraum 20 gekühlt werden, so dass die in dem Fahrraum 72 befindliche Fördertechnik
und insbesondere die Transportwagen 40 bei ihrer Durchfahrt durch den Fahrraum 72
keinen oder jedenfalls geringeren thermischen Belastungen ausgesetzt sind, als ohne
die Gas-Versorgungseinrichtung 90. Das Durchströmungsgas ist in diesem Fall folglich
ein Kühlgas bzw. dient in diesem Fall als Kühlgas.
[0063] Andererseits können aggressive oder aus anderen Gründen unerwünschte Bestandteile,
die gegebenenfalls durch einen Atmosphärenübertritt aus dem Behandlungsraum 20 durch
den Verbindungsdurchgang 80 in den Fahrraum 72 gelangen und ebenfalls die dortige
Fördertechnik beanspruchen können, aus dem Fahrraum 72 entfernt werden, da diese Bestandteile
von dem Durchströmungsgas mitgerissen und mit dem Abgas aus dem Fahrraum 72 abgeführt
werden. Das Durchströmungsgas ist in diesem Fall folglich ein Spülgas bzw. dient in
diesem Fall als Spülgas.
[0064] Die Gaseinrichtung 90 ist derart eingerichtet, dass das Durchströmungsgas den Fahrraum
72 mit einer Richtungskomponente quer zu der Bewegungsrichtung der Transportwagen
40 durchströmt.
[0065] Das Fahrraumgehäuse 76 weist einen oder mehrere Gaseinlassöffnungen 92, die im Weiteren
als Gaseinlässe 92 bezeichnet werden, und einen oder mehrere Gasauslassöffnungen 94,
die im Weiteren als Gasauslässe 94 bezeichnet werden, auf. Bei den vorliegend beschriebenen
Ausführungsbeispielen sind mehrere Gaseinlässe 92 und mehrere Gasauslässe 94 vorgesehen.
Wenn nur ein einziger Gaseinlass 92 und/oder ein einziger Gasauslass 94 vorgesehen
sein soll, können diese beispielsweise als Schlitzöffnung über die Länge des Fahrraums
72 hinweg ausgebildet sein. Die Luftverteilung im Fahrraum 72 kann in diesem Fall
zum Beispiel durch einstellbare Schiebebleche im Fahrraum 72 oder an den Schlitzöffnungen
erfolgen.
[0066] Die Gaseinlässe 92 sind mit einem Zuführ-Leitungssystem 96 eines Zuführsystems 98
verbunden, durch welches Durchströmungsgas zu den Gaseinlässen 94 strömen kann. Die
Gasauslässe 94 sind mit einem Abführ-Leitungssystem 100 eines Abführsystems 102 verbunden,
durch welches das Abgas von den Gasauslässen 94 wegströmen und abgeführt werden kann.
[0067] Das Zuführsystem 96 bezieht das Durchströmungsgas aus der Umgebungsluft der Behandlungseinrichtung
16, das Durchströmungsgas ist in diesem Fall somit Zuluft und das Abgas ist hauptsächlich
Abluft. Das Zuführ-Leitungssystem 96 ist hierfür eingangsseitig durch eine oder mehrere
Zugänge strömungstechnisch mit der Umgebung der Behandlungseinrichtung 16 verbunden.
Die genutzte Umgebungsluft muss nicht gefiltert oder in anderer Weise konditioniert
werden.
[0068] Die Gaseinrichtung 90 ist derart eingerichtet, dass der Volumenstrom Q [m
3s
-1] des zugeführten Durchströmungsgases an einem oder an mehreren Gaseinlässen 92 eingestellt
werden kann und/oder dass der Volumenstrom Q [m
3s
-1] des abgeführten Abgases an einem oder an mehreren Gasauslässen 94 eingestellt werden
kann.
[0069] Hierfür umfasst das Zuführsystem 98 in dem Zuführ-Leitungssystem 96 eine aktive Einblaseinrichtung
104 und/oder eine passive Einlasseinrichtung 106 und/oder, d.h. ergänzend oder alternativ,
umfasst das Abführsystem 102 in dem Abführ-Leitungssystem 100 eine aktive Absaugeinrichtung
108 und/oder eine passive Auslasseinrichtung 110. Die passive Einlasseinrichtung 106
und die passive Auslasseinrichtung 110 sind in den Figuren 5 und 7 bezeichnet.
[0070] Eine aktive Einblaseinrichtung 104 umfasst ein oder mehrere Zuführgebläse 112. Dabei
kann ein vorhandenes Zuführgebläse 112 jeweils mit einem einzigen Gaseinlass 92 oder
jeweils mit mehreren Gaseinlässen 92 verbunden sein, wozu das Zuführ-Leitungssystem
96 entsprechend komplementär ausgebildet ist. In zwei Extremfällen kann somit einerseits
ein einziges Zuführgebläse 112 für alle Gaseinlässe 92 vorgesehen sein oder andererseits
jedem Gaseinlass 92 ein eigenes Zuführgebläse 112 zugeordnet sein.
[0071] Eine passive Einlasseinrichtung 106 umfasst ein oder mehrere Einlass-Ventileinrichtungen
114, durch welche der Strömungsquerschnitt für das Durchströmungsgas veränderbar ist.
In den Figuren sind solche Einlass-Ventileinrichtungen 114 als Klappenventile 116
veranschaulicht. Eine vorhandene Einlass-Ventileinrichtung 114 kann jeweils mit einem
einzigen Gaseinlass 92 oder jeweils mit mehreren Gaseinlässen 92 verbunden sein, wozu
das Zuführ-Leitungssystem 96 entsprechend komplementär ausgebildet ist. In zwei Extremfällen
kann somit einerseits eine einzige Einlass-Ventileinrichtung 114 für alle Gaseinlässe
92 vorgesehen sein oder andererseits jedem Gaseinlass 92 eine eigene Einlass-Ventileinrichtung
114 zugeordnet sein.
[0072] Eine aktive Absaugeinrichtung 108 umfasst ein oder mehrere Abführgebläse 118. Dabei
kann ein vorhandenes Abführgebläse 118 jeweils mit einem einzigen Gasauslass 94 oder
jeweils mit mehreren Gasauslässen 94 verbunden sein, wozu das Abführ-Leitungssystem
100 entsprechend komplementär ausgebildet ist. In zwei Extremfällen kann somit einerseits
ein einziges Abführgebläse 118 für alle Gasauslässe 94 vorgesehen sein oder andererseits
jedem Gasauslass 94 ein eigenes Abführgebläse 118 zugeordnet sein.
[0073] Eine passive Auslasseinrichtung 110 umfasst ein oder mehrere Auslass-Ventileinrichtungen
120, durch welche der Strömungsquerschnitt für das Abgas aus dem Fahrraum 72 veränderbar
ist. In den Figuren sind solche Auslass-Ventileinrichtungen 120 ebenfalls als Klappenventile
116 veranschaulicht. Eine vorhandene Auslass-Ventileinrichtung 120 kann jeweils mit
einem einzigen Gasauslass 94 oder jeweils mit mehreren Gasauslässen 94 verbunden sein,
wozu das Abführ-Leitungssystem 100 entsprechend komplementär ausgebildet ist. In zwei
Extremfällen kann somit einerseits eine einzige Auslass-Ventileinrichtung 120 für
alle Gasauslässe 94 vorgesehen sein oder andererseits jedem Gasauslass 94 eine eigene
Auslass-Ventileinrichtung 120 zugeordnet sein.
[0074] Wie eingangs erläutert ist, ist bei mehrere Zuführgebläsen 112 und/oder mehreren
Abführgebläsen 118 zugleich ein Sicherheitssystem etabliert, da bei einem Ausfall
eines oder gegebenenfalls auch mehrerer der vorhandenen Gebläse 112, 118 die Gaseinrichtung
90 funktionsfähig bleibt, da die verbleibenden funktionierenden Gebläse 112, 118 dieses
oder diese defekten Gebläse 112, 118 kompensieren können. Hierzu werden die verbleibenden
Gebläse 112, 118 dann mit entsprechend höherer Leistung betrieben.
[0075] Bei dem Ausführungsbeispiel nach den Figuren 1 bis 4 umfasst das Zuführsystem 98
für jeden Gaseinlass 92 ein gesondertes Zuführgebläse 112. Das Zuführ-Leitungssystem
96 umfasst dort zwischen jedem Zuführgebläse 112 und dem jeweils zugehörigen Gaseinlass
92 eine separate Zuführleitung 122. Es gibt keine passive Einlasseinrichtung 106.
[0076] In entsprechender Weise umfasst das Abführsystem 102 für jeden Gasauslass 94 ein
gesondertes Abführgebläse 118. Das Abführ-Leitungssystem 100 umfasst dort zwischen
jedem Gasauslass 94 und dem jeweils zugehörigen Abführgebläse 118 eine separate Abführleitung
124. Es gibt keine passive Auslasseinrichtung 110.
[0077] Der Volumenstrom an jedem Gaseinlass 92 oder an jedem Gasauslass 94 kann dort eingestellt
werden, indem die Leistung für jedes Zuführgebläse 112 bzw. für jedes Abführgebläse
118 separat gesteuert wird. Dies kann beispielsweise mittel Frequenzumrichtern erfolgen,
wie es an und für sich bekannt ist. Eine solche individuelle Ansteuerung der vorhandenen
Gebläse 112 bzw. 118 ist auch bei allen anderen beschriebenen Ausführungsbeispielen
und Varianten möglich.
[0078] Bei dem Ausführungsbeispiel nach Figur 5 sind ergänzend die passive Einlasseinrichtung
104 und die passive Auslasseinrichtung 110 vorhanden. Dort ist in jeder separaten
Zuführleitung 122 und in jeder separaten Abführleitung 124 ein Klappenventil 116 angeordnet.
Die Position der Klappenventile kann dabei stromauf oder stromab des jeweiligen Zuführgebläses
112 oder Abführgebläses 118 sein.
[0079] Figur 6 zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei dem das Zuführsystem 98 für mehrere Gaseinlässe
92 ein Zuführgebläse 112 aufweist. Dort sind beispielhaft drei Gaseinlässe 92 als
Gruppe über eine mehrarmige Zuführleitung 126 mit hier drei Armen mit dem Zuführgebläse
112 verbunden. Wenn nur zwei oder mehr als drei Gaseinlässe 92 mit einem gemeinsamen
Zuführgebläse 112 zusammenarbeiten, weist die mehrarmige Zuführleitung 126 entsprechend
zwei oder mehr als drei Arme auf.
[0080] In entsprechender Weise weist das Abführsystem 102 für mehrere Gasauslässe 94 ein
Abführgebläse 118 auf. Dort sind beispielhaft ebenfalls drei Gasauslässe 94 als Gruppe
über eine mehrarmige Abführleitung 128 mit hier drei Armen mit dem Abführgebläse 118
verbunden. Wenn nur zwei oder mehr als drei Gasauslässe 94 mit einem gemeinsamen Abführgebläse
118 zusammenarbeiten, weist die mehrarmige Abführleitung 128 entsprechend zwei oder
mehr als drei Arme auf. Bei dieser Anordnung kann der Volumenstrom nur gruppenweise
an den Gaseinlässen 92 oder an den Gasauslässen 94 eingestellt werden, die mit einem
ansteuerbaren Gebläse 112 bzw. 118 verbunden sind.
[0081] Beim in Figur 7 gezeigten Ausführungsbeispiel sind wieder ergänzend die passive Einlasseinrichtung
106 und die passive Auslasseinrichtung 110 vorgesehen, indem in jedem Arm der mehrarmigen
Abführleitung 128 ein Klappenventil 122 angeordnet ist. Auf diese Weise kann der Volumenstrom
trotz eines gemeinsamen Zuführgebläses 112 oder Abführgebläses 118 an jedem Gaseinlass
92 oder Gasauslass 94 individuell vorgegeben werden, indem die zugehörigen Klappenventile
122 entsprechend eingestellt werden.
[0082] Wenn das Abführsystem 102 die aktive Absaugeinrichtung 108 umfasst, kann das Zuführsystem
98 auch lediglich das Zuführ-Leitungssystem 96 ohne die passive Einlasseinrichtung
106 oder das Zuführ-Leitungssystem 96 mit der passiven Einlasseinrichtung 106 umfassen,
wobei jeweils keine aktive Einblaseinrichtung 104 vorhanden ist. Diese Abwandlungen
sind in den Figuren nicht eigens gezeigt.
[0083] Wenn in entsprechender Weise das Zuführsystem 98 die aktive Einblaseinrichtung 104
umfasst, kann das Abführsystem 102 auch lediglich das Abführ-Leitungssystem 100 ohne
die passive Auslasseinrichtung 110 oder das Abführ-Leitungssystem 100 mit der passiven
Auslasseinrichtung 110 umfassen, wobei jeweils keine aktive Absaugeinrichtung 108
vorhanden ist. Auch diese Abwandlungen sind in den Figuren nicht eigens gezeigt.
[0084] Bei den in den Figuren 1 bis 7 gezeigten Ausführungsbeispielen sind die Gaseinlässe
92 und die Gasauslässe 94 jeweils in Richtung quer zur Transportrichtung gegenüberliegend
angeordnet.
[0085] Die Figuren 8 und 9 zeigen Ausführungsbeispiele, bei denen die Gaseinlässe 92 und
die Gasauslässe 94 in Transportrichtung zueinander versetzt angeordnet sind. Figur
8 veranschaulicht dabei eine regelmäßig alternierende Anordnung, bei welcher die Abstände
der Gaseinlässe 92 und der Gasauslässe 94 in Transportrichtung gleich sind. Dort sind
beispielhaft die separaten Zuführleitungen 122 und die separaten Abführleitungen 124
vorhanden. Figur 9 zeigt eine unsymmetrische Anordnung, bei welcher die Abstände der
Gaseinlässe 92 und der Gasauslässe 94 in Transportrichtung unregelmäßig und nicht
immer gleich sind. Beispielhaft sind dort die separaten Zuführleitungen 122 in Kombination
mit den mehrarmigen Abführleitungen 128 gezeigt, die beim Ausführungsbeispiel nach
Figur 9 als Variante zweiarmig ausgebildet sind.
[0086] Bei einem solchen Versatz der Gaseinlässe 92 und der Gasauslässe 94 strömt das Durchströmungsgas
auch mit einer Richtungskomponente parallel zur Bewegungsrichtung der Transportwagen
40, wobei diese Richtungskomponente in die oder entgegen der Bewegungsrichtung der
Transportwagen 40 weisen kann. Hierdurch wird eine verbesserte Umströmung der Fördertechnik
im Fahrraum 72 erreicht.
[0087] Wie Figur 10 veranschaulicht, kann das aus dem Fahrraum 72 abgeführte Abgas durch
eine Konditioniervorrichtung 130 geführt werden, die mit dem Abführsystem 102 bzw.
dessen Abführ-Leitungssystem 100 verbunden ist. Gegebenenfalls kann der Konditioniervorrichtung
130 ein unterstützendes Fördergebläse 132 zugeordnet sein, welche sich abweichend
von der in Figur 10 gezeigten Position auch stromauf der Konditioniervorrichtung 130
befinden kann.
[0088] Die Konditioniervorrichtung 130 filtert beispielsweise Verunreinigungen aus dem Abgas
heraus. Dieses konditionierte Gas weist dann eine ausreichende Qualität auf, dass
es einer Frischluftzufuhr für die Behandlungseinrichtung 16, insbesondere für den
Trockner 30, und auf diesem Wege dem Prozess in der Behandlungseinrichtung 16 zugeführt
werden kann. Das konditionierte Gas wird dabei bei einem Trockner 30 in einem Frischluftwärmetauscher
erhitzt, wie es an und für sich bekannt ist.
[0089] Um die Temperaturverhältnisse im Fahrraum 72 zu überwachen, können dort Temperatursensoren
vorgesehen sein, so dass ein Temperaturprofil des Fahrraums 72 erstellt werden kann.
Abhängig von lokalen Sensorantworten kann der Volumenstrom an bestimmen Gaseinlässen
92 und/oder Gasauslässen 94 verändert und eingestellt werden, indem die vorhandenen
aktiven und passiven Einrichtungen 104, 108 bzw. 106, 110, d.h. hier konkret die die
vorhandenen Gebläse 112, 118 und/oder die vorhandenen Klappenventile 122 so angesteuert
werden, dass die gewünschte Temperaturverteilung im Fahrraum 72 sichergestellt ist.
[0090] Die Komponenten und Bauteile der Gaseinrichtung 90 können zumindest zum Teil an den
Seitenwänden 24 der Behandlungseinrichtung 16 angebracht sein. Bei einer Variante
ist dafür gesorgt, dass diese Komponenten und Bauteile in den Raumbereichen des Führungsbereichs
62 neben dem Fahrraumgehäuse 76 untergebracht sind, so dass sie innerhalb der auf
die Aufstellfläche der Behandlungseinrichtung 16 projizierte Außenkontur der Behandlungseinrichtung
16 angeordnet sind.
[0091] Figur 11 zeigt noch eine Abwandlung des Fahrraumgehäuses 76, bei welcher die Gehäusewände
78 weiter außen angeordnet sind und in etwa eine Weiterführung der Seitenwände 24
der Behandlungseinrichtung 16 nach unten bilden. In diesem Fall bilden auch die Abschnitte
28c des Tunnelbodens 28 einen Teil des Fahrraumgehäuses 76.
[0092] Während bei den gezeigten Ausführungsbeispielen alle Gaseinlässe 92 und alle Gasauslässe
94 auf jeweils einer Seite des Fahrraumgehäuses 76 angeordnet sind, kann bei einer
nicht eigens gezeigten Abwandlung auch vorgesehen sein, dass auf jeder Seite des Fahrraumes
76 sowohl Gaseinlässe 92 als auch Gasauslässe 94 vorgesehen sind, woran das Zuführ-Leitungssystem
96 und das Abführ-Leitungssystem 100 entsprechend angepasst sind.
[0093] Abhängig von der Ausbildung der Gaseinrichtung 90 kann der Volumenstrom Q [m
3s
-1] an den Gaseinlässen 92 und den Gasauslässen 94 auf den Betrieb der Behandlungseinrichtung
16 abgestimmt und insbesondere dem Weg eines bestimmten Transportwagens 40 durch den
Fahrraum 72 hindurch folgen.
[0094] Wenn sich ein Transportwagen 40 entlang dem Verbindungsdurchgang 80 bewegt, ist es
unvermeidbar, dass sich im Bereich der Verbindungseinrichtung 62, namentlich im Bereich
der Streben 64, ein mitwanderndes Durchgangsfenster zwischen dem Fahrraum 72 und dem
Behandlungsraum 20 öffnet, wenn die Dichtlamellen 86 der Abschirmeinrichtung 82 nach
oben ausgelenkt werden. Durch dieses Durchgangsfenster kann es zu einem stärkeren
Wärmeübergang und zu einem stärkeren Atmosphärenübertritt aus dem Behandlungsraum
20 in den Fahrraum 72 kommen.
[0095] Wenn lokal dort, wo sich ein bestimmter Transportwagen 40 befindet, der Volumenstrom
Q an dort vorhandenen Gaseinlässen 92 temporär erhöht wird, kann mehr Wärme von dem
Durchströmungsgas abgeführt werden. Auch die in den Fahrraum 72 einströmende Atmosphäre
aus dem Behandlungsraum 20 kann auf diese Weise lokal effektiv abgeführt werden.
[0096] Durch eine entsprechende Ansteuerung der Gaseinrichtung 90 bzw. des Zuführsystems
98 und/oder des Abführsystem 102 kann erreicht werden, dass am Verbindungsdurchgang
80 zwischen dem Behandlungsraum 20 und dem Fahrraum 20 keine Druckdifferenz herrscht,
durch welche Atmosphäre aus dem einen in den anderen Raum übertreten würde. Im Idealfall
herrschen insbesondere an den angesprochenen Durchgangsfenstern ausgeglichene Druckverhältnisse.
[0097] Mittels der Gaseinrichtung 90 kann zumindest lokal ein Druck erzeugt werden, der
dem lokalen Druck im Behandlungsraum 20 auf der anderen Seite des Verbindungsdurchganges
zumindest weitgehend entspricht.
1. Behandlungsanlage zum Behandeln von Werkstücken (12), insbesondere zum Beschichten
und/oder Trocknen von Fahrzeugkarosserien (14), mit
a) einer Behandlungseinrichtung (16) mit einem Gehäuse (18), in dem ein Behandlungsraum
(20) untergebracht ist;
b) einem Fördersystem (34), welches eine Vielzahl von Transportwagen (40) umfasst,
mittels denen die Werkstücke (12) durch den Behandlungsraum (20) förderbar sind, wobei
jeder Transportwagen (40) ein Fahrwerk (46) und eine Befestigungseinrichtung (56)
für zumindest ein Werkstück (12) umfasst, die mittels einer Verbindungseinrichtung
(62) miteinander gekoppelt sind;
wobei
c) außerhalb des Behandlungsraumes (20) ein Führungsbereich (70) mit einem Fahrraum
(72) für das Fahrwerk (46) vorhanden ist;
d) der Fahrraum (72) über einen Verbindungsdurchgang (80) mit dem Behandlungsraum
(20) derart verbunden ist, dass das Fahrwerk (46) eines Transportwagens (40) in dem
Fahrraum (72) bewegbar ist und dabei die Befestigungseinrichtung (56) im Behandlungsraum
(20) mitgeführt wird und sich die Verbindungseinrichtung (62) durch den Verbindungsdurchgang
(80) hindurch erstreckt,
dadurch gekennzeichnet, dass
e) der Fahrraum (72) durch ein Fahrraumgehäuse (76) definiert ist;
f) eine Gaseinrichtung (90) vorhanden ist, welche derart eingerichtet es, dass ein
Durchströmungsgas, insbesondere Luft, dem Fahrraum (76) zuführbar und zumindest ein
Großteil des Durchströmungsgases als Abgas wieder aus dem Fahrraum (76) abführbar
ist, ohne dass dieses Durchströmungsgas durch den Verbindungsdurchgang (80) in den
Behandlungsraum (20) gelangt.
2. Behandlungsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gaseinrichtung (90) derart eingerichtet ist, dass das Durchströmungsgas den Fahrraum
(76) mit einer Richtungskomponente quer zu einer Bewegungsrichtung der Transportwagen
(40) durchströmt.
3. Behandlungsanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gaseinrichtung (90) derart eingerichtet ist, dass das Durchströmungsgas den Fahrraum
(76) mit einer Richtungskomponente parallel zu einer Bewegungsrichtung der Transportwagen
(40) durchströmt.
4. Behandlungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrraumgehäuse (76) eine oder mehrere Gaseinlassöffnungen (92) und eine oder
mehrere Gasauslassöffnungen (94) aufweist.
5. Behandlungsanlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Gaseinrichtung (90) derart eingerichtet ist, dass der Volumenstrom Q [m3s-1] des zugeführten Durchströmungsgases an einer oder an mehreren Gaseinlassöffnungen
(92) einstellbar ist und/oder dass der Volumenstrom Q [m3s-1] des abgeführten Abgases an einer oder an mehreren Gasauslassöffnungen (94) einstellbar
ist.
6. Behandlungsanlage nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) eine oder mehrere Gaseinlassöffnungen (92) mit einem Zuführ-Leitungssystem (96)
eines Zuführsystems (98) verbunden sind, durch welches Durchströmungsgas zu den Gaseinlassöffnungen
(94) strömen kann, und das Zuführsystem (98) in dem Zuführ-Leitungssystem (96) eine
aktive Einblaseinrichtung (104) und/oder eine passive Einlasseinrichtung (106) aufweist;
und/oder
b) eine oder mehrere Gasauslassöffnungen (94) mit einem Abführ-Leitungssystem (100)
eines Abführsystems (102) verbunden, durch welches das Abgas von den Gasauslassöffnungen
(94) wegströmen und abgeführt werden kann, und das Abführsystem (102) in dem Abführ-Leitungssystem
(100) eine aktive Absaugeinrichtung (108) und/oder eine passive Auslasseinrichtung
(110) aufweist.
7. Behandlungsanlage nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) die aktive Einblaseinrichtung (104) ein oder mehrere Zuführgebläse (112) umfasst;
und/oder
b) die passive Einlasseinrichtung (106) ein oder mehrere Einlass-Ventileinrichtungen
(114), insbesondere Klappenventile (116), umfasst, durch welche der Strömungsquerschnitt
für das Durchströmungsgas veränderbar ist;
und/oder
c) die aktive Absaugeinrichtung (108) ein oder mehrere Abführgebläse (118) umfasst;
und/oder
d) die passive Auslasseinrichtung (110) ein oder mehrere Auslass-Ventileinrichtungen
(120), insbesondere Klappenventile (116), umfasst, durch welche der Strömungsquerschnitt
für das Abgas aus dem Fahrraum (72) veränderbar ist.
8. Behandlungsanlage nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) ein Zuführgebläse (112) jeweils mit einer einzigen Gaseinlassöffnung (92) oder
jeweils mit mehreren Gaseinlassöffnungen (92) verbunden ist;
und/oder
b) eine Einlass-Ventileinrichtung (114) jeweils mit einer einzigen Gaseinlassöffnung
(92) oder jeweils mit mehreren Gaseinlassöffnungen (92) verbunden ist;
und/oder
c) ein Abführgebläse (118) jeweils mit einer einzigen Gasauslassöffnung (94) oder
jeweils mit mehreren Gasauslassöffnungen (94) verbunden ist;
und/oder
d) eine Auslass-Ventileinrichtung (120) jeweils mit einer einzigen Gasauslassöffnung
(94) oder jeweils mit mehreren Gasauslassöffnungen (94) verbunden ist.
9. Behandlungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Konditioniervorrichtung (130) vorhanden ist, welcher das Abgas zuführbar ist,
wobei das konditionierte Gas einer Frischluftzufuhr für die Behandlungseinrichtung
(16) zuführbar ist.
10. Verfahren zum Behandeln von Werkstücken (12), insbesondere zum Beschichten und/oder
Trocknen von Fahrzeugkarosserien (14), umfassend
das Hindurchführen von Werkstücken (12) durch einen Behandlungsraum (20) mittels eines
Fördersystems (34), welches eine Vielzahl von Transportwagen (40) umfasst, wobei jeder
Transportwagen (40) ein Fahrwerk (46) und eine Befestigungseinrichtung (56) für zumindest
ein Werkstück (12) umfasst, die mittels einer Verbindungseinrichtung (62) miteinander
gekoppelt sind, und wobei außerhalb des Behandlungsraumes (20) ein Führungsbereich
(70) mit einem Fahrraum (72) für das Fahrwerk (46) vorhanden ist, der über einen Verbindungsdurchgang
(80) mit dem Behandlungsraum (20) derart verbunden ist, dass das Fahrwerk (46) eines
Transportwagens (40) in dem Fahrraum (72) bewegbar ist und dabei die Befestigungseinrichtung
(56) im Behandlungsraum (20) mitgeführt wird und sich die Verbindungseinrichtung (62)
durch den Verbindungsdurchgang (80) hindurch erstreckt,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Fahrraum (72) durch ein Fahrraumgehäuse (76) definiert wird;
eine Gaseinrichtung (90) vorhanden ist, welche derart eingerichtet es, dass ein Durchströmungsgas,
insbesondere Luft, dem Fahrraum (76) zugeführt wird und zumindest ein Großteil des
Durchströmungsgases als Abgas wieder aus dem Fahrraum (76) abgeführt wird, ohne dass
dieses Durchströmungsgas durch den Verbindungsdurchgang (80) in den Behandlungsraum
(20) gelangt.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Durchströmungsgas den Fahrraum (76) mit einer Richtungskomponente quer zu einer
Bewegungsrichtung der Transportwagen (40) durchströmt.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Durchströmungsgas den Fahrraum (76) mit einer Richtungskomponente parallel zu
einer Bewegungsrichtung der Transportwagen (40) durchströmt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrraumgehäuse (76) eine oder mehrere Gaseinlassöffnungen (92) und eine oder
mehrere Gasauslassöffnungen (94) aufweist.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Volumenstrom Q [m3s-1] des zugeführten Durchströmungsgases an einer oder an mehreren Gaseinlassöffnungen
(92) eingestellt werden kann und/oder dass der Volumenstrom Q [m3s-1] des abgeführten Abgases an einer oder an mehreren Gasauslassöffnungen (94) eingestellt
werden kann.
15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) eine oder mehrere Gaseinlassöffnungen (92) mit einem Zuführ-Leitungssystem (96)
eines Zuführsystems (98) verbunden sind, durch welches Durchströmungsgas zu den Gaseinlassöffnungen
(94) strömt, und das Zuführsystem (98) in dem Zuführ-Leitungssystem (96) eine aktive
Einblaseinrichtung (104) und/oder eine passive Einlasseinrichtung (106) aufweist;
und/oder
b) eine oder mehrere Gasauslassöffnungen (94) mit einem Abführ-Leitungssystem (100)
eines Abführsystems (102) verbunden, durch welches das Abgas von den Gasauslassöffnungen
(94) wegströmt und abgeführt wird, und das Abführsystem (102) in dem Abführ-Leitungssystem
(100) eine aktive Absaugeinrichtung (108) und/oder eine passive Auslasseinrichtung
(110) aufweist.
16. Verfahren nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) die aktive Einblaseinrichtung (104) ein oder mehrere Zuführgebläse (112) umfasst;
und/oder
b) die passive Einlasseinrichtung (106) ein oder mehrere Einlass-Ventileinrichtungen
(114), insbesondere Klappenventile (116), umfasst, durch welche der Strömungsquerschnitt
für das Durchströmungsgas veränderbar ist;
und/oder
c) die aktive Absaugeinrichtung (108) ein oder mehrere Abführgebläse (118) umfasst;
und/oder
d) die passive Auslasseinrichtung (110) umfasst ein oder mehrere Auslass-Ventileinrichtungen
(120), insbesondere Klappenventile (116), durch welche der Strömungsquerschnitt für
das Abgas aus dem Fahrraum (72) veränderbar ist.
17. Verfahren nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) ein Zuführgebläse (112) jeweils mit einer einzigen Gaseinlassöffnung (92) oder
jeweils mit mehreren Gaseinlassöffnungen (92) verbunden ist;
und/oder
b) eine Einlass-Ventileinrichtung (114) jeweils mit einer einzigen Gaseinlassöffnung
(92) oder jeweils mit mehreren Gaseinlassöffnungen (92) verbunden ist;
und/oder
c) ein Abführgebläse (118) jeweils mit einer einzigen Gasauslassöffnung (94) oder
jeweils mit mehreren Gasauslassöffnungen (94) verbunden ist;
und/oder
d) eine Auslass-Ventileinrichtung (120) jeweils mit einer einzigen Gasauslassöffnung
(94) oder jeweils mit mehreren Gasauslassöffnungen (94) verbunden ist.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass Abgas einer Konditioniervorrichtung (130) zugeführt wird und das konditionierte Gas
einer Frischluftzufuhr für die Behandlungseinrichtung (16) zugeführt wird.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass als Durchströmungsgas Umgebungsluft aus der Umgebung der Behandlungseinrichtung (16)
verwendet wird.