[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Bereitstellung von warmem Trinkwasser
gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1. Weiters betrifft die Erfindung eine Wasserbehandlungseinrichtung
für eine solche Einrichtung sowie ein Verfahren zum Behandeln von warmem Trinkwasser
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 17.
[0002] Bei Warmwasserversorgungsanlagen besteht die Gefahr, dass es bei den warmen Wassertemperaturen
zur Ablagerung von Biomasse und zur Keimbildung kommt. Unter diesen Keimen können
auch Krankheitserreger, insbesondere gesundheitsschädliche Legionellen, sein. Aus
diesem Grund hat man bisher häufig vorgeschlagen, die Wassertemperatur über einen
bestimmten Wert, beispielsweise 60° C, aufzuheizen, um damit die Bildung von gesundheitsschädlichen
Keimen anzuhalten oder solche Keime zu vernichten. Das Aufheizen auf hohe Temperaturen
hat allerdings auch Nachteile. Einerseits ist der Energiebedarf dazu sehr hoch, andererseits
hat man häufig nur niedrigere Temperaturen aus Solaranlagen oder anderen Anlagen mit
Wärmepumpen zur Verfügung.
[0003] Es wurde bereits auch vorgeschlagen, in der Zirkulationsleitung oder parallel dazu
Filter anzuordnen, um allfällig gebildete Keime und sonstige Biomasse aus dem Wasser
zu entfernen und damit die schädliche Stoffe, insbesondere die Anzahl der gefährlichen
Keime zu reduzieren. Ein solcher Stand der Technik ist beispielsweise in der
DE 10 2017 101 532 A1 beschrieben.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine verbesserte Einrichtung zur Bereitstellung von
warmem Trinkwasser, eine dafür geeignete Wasserbehandlungseinrichtung und ein entsprechendes
Verfahren anzugeben, mit dem es auch bei relativ niedrigen Warmwassertemperaturen
(vorzugsweise unter 60° C) möglich ist, die Bildung von Keimen, insbesondere gesundheitsschädlichen
Legionellen und/oder die Ablagerung von Biomasse einzudämmen oder ganz zu unterdrücken.
[0005] Erfindungsgemäß wird dies durch die Merkmale der Ansprüche 1, 35 und 37 gelöst.
[0006] Die Grundidee der Erfindung besteht darin, durch den Einsatz einer Kombination aus
Filter und Kalkschutzeinrichtung einen Synergieeffekt zu erzielen und damit die Ablagerung
von Biomasse und/oder die Vermehrung von Keimen, insbesondere von gesundheitsschädlichen
Legionellen, im Trinkwasser stark zu verringern oder ganz hintanzuhalten, und zwar
auch dann, wenn die Trinkwassertemperatur unter 60° C liegt. Durch die Kalkschutzeinrichtung
kann nämlich die Bildung von Kalkbelägen auf den Oberflächen von wasserführenden Elementen
verhindert oder zumindest reduziert werden, womit diese Oberflächen glatt bleiben
und damit die Anlagerung und Bildung von Biomasse und/oder Keimen reduziert oder ganz
verhindert wird. Das gilt insbesondere auch für die Anlage oder Keimbildung im Filter
selbst. Umgekehrt lagern sich aufgrund des Filters auch weniger Biomasse und/oder
sonstige Schwebestoffe auf den aktiven Oberflächen der Kalkschutzeinrichtung an, womit
diese lange effektiv arbeiten kann. Kalkschutzeinrichtung und Filter helfen sich somit
im Sinne eines Synergieeffektes gegenseitig.
[0007] Insgesamt kann man somit eine Reduktion der Biomasse und/oder sonstiger Anlagerungen
erzielen und damit schädliche Keime reduzieren - sei es durch direktes Ausfiltern
oder durch "Aushungern", indem Biomasse oder andere Anlagestellen, die sonst die Keimbildung
begünstigen, entfernt werden.
[0008] Als Kalkschutzeinrichtungen können insbesondere physikalisch arbeitende Kalkschutzeinrichtungen
zum Einsatz kommen, die auf dem Prinzip der heterogenen Katalyse arbeiten. Eine solche
Kalkschutzeinrichtung weist ein modifiziertes, schwach saures lonenaustauschermaterial
zur katalytischen Kalkfällung, vorzugsweise in der Ca-Form, als wasserbehandelden
Stoff auf.
[0009] Es können aber auch andere Kalkschutzeinrichtungen zum Einsatz kommen. Beispielsweise
solche, die über die Zudosierung Antiscalants, insbesondere von Phosphaten arbeiten
oder solche, die auf dem Prinzip der lonentauscher arbeiten und Härtebildnerionen
wie Ca
2+ und Mg
2+ z.B. gegen Na
+ austauschen. Das Wasser wird also wirklich im chemischen Sinne durch den Austausch
von Ionen enthärtet. Bei der oben beschriebenen, heterogenen Katalyse findet während
der Kalkfällung kein lonenaustausch statt. Vielmehr findet diese katalytisch statt.
[0010] Es gibt auch noch die Möglichkeit, elektro-physikalische Verfahren oder weitere Verfahren
einzusetzen, über die die Kalkschutzeinrichtung betrieben wird.
[0011] Was den Filter betrifft, so weist dieser vorzugsweise eine Membran auf, deren Porengröße
unter 0,2 µm, vorzugsweise unter 0,1 µm, liegt. Solche Filter bezeichnet man auch
als Ultrafiltrationsfilter. Sie können insbesondere Membranen aus organischem Material
und/oder aus keramischem Material aufweisen.
[0012] Allgemein wird man die Membran asymmetrisch aufbauen mit einer Trägerschicht (beispielweise
Flies), einer porösen Stützschichte und der darauf liegenden, eigentlichen filternden
Membran. Andere Aufbauten von Membranen sind aber auch durchaus denkbar und möglich.
[0013] Bei der Verwendung von keramischen Membranen besteht der Vorteil, indem diese eine
wohldefinierte Porenstruktur aufweisen. Sie können auch durch "Ausglühen" vollständig
von organischen Rückständen befreit werden, ohne selbst darunter zu leiden. Sie sind
damit auch lange wiederverwertbar.
[0014] Insgesamt haben keramische Membranen eine hohe Temperaturbeständigkeit und eine hohe
Materialkompatibilität beim Einsatz im Trinkwasser.
[0015] Mittels der bevorzugten Ultrafiltration lassen sich zahlreiche Stoffe aus dem Trinkwasser
entfernen, unter anderem auch Biomasse, Bakterien, Viren, Kolloide, etc.
[0016] Selbst, wenn die erfindungsgemäße Kombination des Filters mit einer Kalkschutzeinrichtung
ein Zusetzen des Filters durch Anlagern von Kalk verhindert, so wird der Filter im
Allgemeinen doch über eine gewisse Zeit mit den auszufilternden Stoffen zugesetzt.
Der Filter kann daher bevorzugt regeneriert werden und zwar bevorzugt ohne ihn auszubauen,
indem er einfach gespült wird. Entweder in normaler Vorwärtsrichtung oder durch Umkehr
der Flussrichtung. Eine elektronische Steuereinrichtung kann diese Rückspülung oder
Spülung auch automatisiert in Abhängigkeit von Systemparametern, wie beispielsweise
dem Druckabfall, über den Filter regeln.
[0017] Ebenfalls möglich ist es, dass diese elektronische Steuereinrichtung einen sogenannten
thermischen Desinfektionszyklus steuert, bei dem der Filter und die Kalkschutzeinrichtung
zumindest zeitweise auf erhöhte Temperatur gebracht werden und zwar über 60°C, vorzugsweise
auf über 75°C. Dazu ist eine Heizeinrichtung vorgesehen, die noch bevorzugt in der
Kalkschutzeinrichtung selbst ausgebildet sein kann.
[0018] Durch geeignete Rohrleitungen und Ventile kann sichergestellt werden, dass während
des Desinfektionszyklus beide Elemente, nämlich die Kalkschutzeinrichtung und der
Filter effektiv durch heißes Wasser durchströmt und damit erfolgreich desinfiziert
werden, um auch die von vornherein durch die erfindungsgemäße Maßnahme reduzierten
Keime vollständig auszurotten.
[0019] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand der nachfolgenden Figurenbeschreibung
näher erläutert. Dazu zeigen:
- Fig. 1
- ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Einrichtung zur Bereitstellung von
warmem Trinkwasser mit einer Zirkulationsleitung und einem Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäß ausgebildeten Wasserbehandlungseinrichtung,
- Fig. 2
- Alternative eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Wasserbehandlungseinrichtung,
- Fig. 3
- eine weitere Alternative,
- Fig. 4
- eine weitere Alternative,
- Fig. 5
- detailliertere, schematische Darstellung eines weiteren Ausführungsbeispiels einer
erfindungsgemäßen Wasserbehandlungseinrichtung, und
- Fig. 6
- Ausführungsbeispiel einer Kalkschutzeinrichtung mit Heizung.
[0020] Die in Fig. 1 gezeigte Einrichtung zur Bereitstellung von warmem Trinkwasser weist
einen Warmwasserbereiter 1 auf, der eine Warmwasserheizeinrichtung 2 sowie einen Wärmetauscher
3 aufweist. Die Warmwasserheizeinrichtung 2 kann auch dezentral (Fernwärme) angeordnet
sein.
[0021] Der Wärmetauscher 3 erwärmt das über den Kaltwasserzulauf zugeführte Trinkwasser,
welches im Anschluss über den Warmwasservorlauf 5 einer Entnahmearmatur 6 zugeführt
wird. Im Allgemeinen sind zahlreiche Entnahmearmaturen im Gebäude vorhanden. In Fig.
1 ist der Einfachheit halber beispielhaft nur eine Entnahmearmatur 6 gezeigt.
[0022] Von der Entnahmearmatur 6 führt eine Zirkulationsleitung 7 mit einer Zirkulationspumpe
8 zurück zum Eingang des Wärmetauschers 3. Bei geschlossener Entnahmearmatur 6 fließt
ein geringer Wasserstrom über die Zirkulationsleitung 7 zum Wärmetauscher 3 zurück,
womit im gesamten Leitungssystem 5, 7 immer Wasser mit hoher Temperatur zur Verfügung
steht, sodass beim Öffnen der Entnahmearmatur 6 nicht lange gewartet werden muss,
bis gegebenenfalls abgekühltes Wasser aus dem Warmwasservorlauf entnommen werden kann.
[0023] An die Zirkulationsleitung ist eine Wasserbehandlungseinrichtung angeschlossen, die
allgemein mit "9" bezeichnet ist. Anschließend sind ein Zulaufanschluss 10 und ein
Ablaufanschluss 11 vorgesehen. Über Ventile 12, die insbesondere von einer nicht dargestellten
Steuereinrichtung elektronisch ansteuerbar sind, kann einfach reguliert werden, wieviel
Wasser gerade durch die Zirkulationsleitung strömt und wieviel Wasser durch die Wasserbehandlungseinrichtung
9 strömt. Es ist möglich, einen Teilstrom aus der Zirkulationsleitung zu nehmen oder
in bestimmten Betriebszuständen das gesamte Wasser der Zirkulationsleitung über die
Wasserbehandlungseinrichtung zu führen.
[0024] Die Wasserbehandlungseinrichtung 9 weist erfindungsgemäß einen Filter 13 (bei diesem
Ausführungsbeispiel einen Ultrafiltrationsfilter UF) sowie eine Kalkschutzeinrichtung
14, KS auf. Darüber hinaus ist noch eine Einrichtung 15, TD zur thermischen Desinfektion
vorgesehen. Über eine Spülablaufleitung 16 kann während eines Spülprozesses des Filters
13 ausgespültes Material in einen Ablauf 17 gelangen.
[0025] Die Fig. 2 zeigt eine erste Variante, wie die einzelnen Komponenten innerhalb der
Wasserbehandlungseinrichtung 9 vom Teilstrom des Trinkwassers in der Zirkulationsleitung
durchströmt werden. In dem in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel wird die Kalkschutzeinrichtung
und der als Ultrafiltrationsfilter ausgebildete Filter seriell durchströmt, wobei
es auch möglich ist, den Ultrafiltrationsfilter 13 in Strömungsrichtung vor der Kalkschutzeinrichtung
14 anzuordnen. Über eine Rückspülleitung 18 ist der Ultrafiltrationsfilter 13 zu Reinigungszwecken
rückspülbar, wobei das verschmutzte Spülwasser über die Leitungen 16, 17 abgeführt
werden.
[0026] Die Kalkschutzeinrichtung selbst kann ein vorzugsweise granulatförmiges lonenaustauschermaterial
enthalten und beispielweise so ausgebildet sein, wie es die
EP 0 957 066 B1 zeigt.
[0027] Insbesondere ist es möglich, dass die Kalkschutzeinrichtung ein modifiziertes, schwach
saures lonenaustauschermaterial zur katalytischen Kalkfällung aufweist, welches vorzugsweise
in der Ca-Form als Wasser-behandelnder Stoff vorliegt. Durch die katalytische Fällung
kann der Einsatz von chemischen Aufbereitungsstoffen und damit die Kontaminierung
von Trinkwasser verhindert werden. Besonders bevorzugt ist eine Ausführungsform, bei
der das lonenaustauschermaterial an seiner Oberfläche funktionelle Gruppen aufweist,
die mit Gegen-Ionen beladen sind, wobei die Gegen-Ionen vorzugsweise Kationen und
insbesondere Ca
2+-Ionen sind. Als schwach-saures lonenaustauschermaterial eignen sich funktionelle
Gruppen, die Carboxylat enthalten.
[0028] Wie bereits eingangs erwähnt können aber auch andere Kalkschutzeinrichtungen zum
Einsatz kommen.
[0029] Der Filter 13 ist bevorzugt als Ultrafiltrationsfilter aufgebaut, der mindestens
eine Membran aufweist, die vorzugsweise rohrförmig angeordnet ist und von innen nach
außen durchströmt wird.
[0030] Die Porengröße des Ultrafiltrationsfilters oder der darin angeordneten Membran (Membranen)
liegt unter 0,2 µm, vorzugsweise unter 0,1 µm.
[0031] Was die Trenngrenze (Molecular Weight Cut Off, MWCO) betrifft, so liegt diese beim
bevorzugten Ultrafiltrationsfilter zwischen 1 kDa und 200 kDa.
[0032] Bevorzugt ist vorgesehen, dass die zumindest eine Membran des Filters ausgebildet
ist als
- Hohlfaser-Membran, vorzugsweise angeordnet in einem Bündel von mehreren solchen Hohlfaser-Membranen
und/oder
- Platten-Membran, vorzugsweise angeordnet in einem Stapel aus mehreren hintereinanderliegenden
parallelen Platten-Membranen
und/oder
- als vorzugsweise radial durchströmbare Wickel-Membran und/oder
- als vorzugsweise radial durchströmbare Rohr-Membran.
[0033] Die typischen Transmembrandrücke liegen zwischen 0,01 bar und 5 bar, vorzugsweise
zwischen 0,1 bar und 1 bar.
[0034] Über den Ultrafiltrationsfilter lassen sich auch kleinste, störende Kontaminationen
des Wassers entfernen, insbesondere Biomasse und andere Schwebestoffe aber auch direkt
Keime sowie Bakterien und Viren.
[0035] Damit sich der Filter über längere Zeit verwenden lässt, kann er spülbar oder rückspülbar
ausgebildet sein, um die im Filter zurückgehalten Stoffe in einem Spülprozess nach
außen zu fördern.
[0036] Ebenso kann die Kalkschutzeinrichtung 14 spülbar oder rückspülbar ausgebildet sein.
Bei dem in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist eine Spülleitung 20 mit einer
Spülpumpe 19 vorgesehen, die einen Teilstrom oder den gesamten Wasserstrom zu Spülzwecken
durch den Ultrafiltrationsfilter 13 und die Kalkschutzeinrichtung 14 führen kann,
über die Ablaufleitung 16 gelangen dann die ausgespülten Stoffe in den Abfluss 17.
Es ist auch möglich, wie dies durch kleine Pfeile unterhalb des Ultrafiltratrationsmoduls
13 oder der Kalkschutzeinrichtung 14 angedeutet ist, möglich, diese beiden Einheiten
rückzuspülen, also in umgekehrter Richtung zu durchströmen, um die aufgehaltenen Stoffe
auszuspülen. Die Spülleitung 20 ist dann entsprechend anders zu führen.
[0037] Das in Fig. 4 dargestellte Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem Ausführungsbeispiel
der Fig. 3 im Wesentlichen dadurch, dass in der Kalkschutzeinrichtung 14 eine Einrichtung
TD, 15 zur thermischen Desinfektion integriert ist, wie das später anhand der Fig.
5 noch näher beschrieben werden wird. Eine elektronische Steuereinrichtung (in Fig.
nicht gezeigt) kann dabei das Mehrwegventil 21 ansteuern und zwar so, dass im Wesentlichen
der gesamte Flüssigkeitsstrom über die Spülleitung 20 geführt wird, wenn der thermische
Desinfektionszyklus aktiviert wird.
[0038] Über das Mehrwegventil 21 kann in Zusammenwirkung mit der Ventilgruppe 12 auch eine
Rückspülung mit Leitungsdruck aus der Kaltwasserleitung 4 über 7 und 11 in die Wasserbehandlungseinheit
9 oder mit erwärmten Wasser aus 4 über 3, 5 und 7 in die Wasserbehandlungseinheit
9 erfolgen. Das Rückspülwasser wird dabei über 16 in den Abfluss 17 befördert.
[0039] Die in Fig. 1 gezeigten Ventile 12, die zur oder von der Wasserbehandlungseinrichtung
9 führen, sind dann während des Desinfektionszyklus vorzugsweise gesperrt. Der Desinfektionszyklus
kann durch verschiedene Umstände bzw. Parameter ausgelöst werden, beispielsweise durch
eine Messung des Druckabfalls über den Filter oder die Kalkschutzeinrichtung. Auch
eine Zeitsteuerung ist möglich. Auch ist es möglich, Durchflussmengen zu messen und
in Abhängigkeit davon die Anlage zu desinfizieren. Mit dem Desinfizieren kann auch
ein Spülen oder Rückspülen verbunden sein. Die Heizeinrichtung der Einrichtung zur
thermischen Desinfektion kann auch gesondert vom Ultrafiltrationsfilter und gesondert
von der Kalkschutzeinrichtung ausgebildet sein. Bei der Integration in der Kalkschutzeinrichtung
(und/oder im Filter) können Bauteile eingespart und kompakte Bauformen realisiert
werden.
[0040] Das in Fig. 5 dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt ein Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäßen Wasserbehandlungseinrichtung in größerem Detail. Zentrale Komponenten
der Wasserbehandlungseinrichtung 9 sind wiederum der Ultrafiltrationsfilter 13, die
Kalkschutzeinrichtung 14 mit integrierter thermischer Desinfektion (Heizeinrichtung
15). Zusätzlich ist noch ein Mikrofilter 23 vorgesehen, der eine größere Porengröße
aufweist, als der Ultrafiltrationsfilter. Beispielweise eine Porengröße über 0,1 µm,
besonders bevorzugt zwischen 5 µm und 500 µm.
[0041] Die Wasserbehandlungseinrichtung 9 gemäß Fig. 5 weist eine elektronische Steuereinrichtung
100 auf, die über nicht dargestellte Sensoren, unter anderem Parameter, wie beispielsweise
Drücke oder Temperaturen, in der Wasserbehandlungseinrichtung messen kann. Auch die
Durchflussmessungen in bestimmten Leitungen sind möglich.
[0042] Die elektronische Steuereinrichtung 100 kann die elektromagnetischen Ventile 22 sowie
die in Fig. 1 gezeigten Ventile 12 ansteuern.
[0043] Die in Fig. 5 dargestellten Komponenten sind von einem strichliert angedeuteten Gehäuse
30 umgeben, das schrankartig ausgeführt sein kann und vorzugsweise eine öffenbare
Türe (nicht dargestellt) aufweist.
[0044] Im Normalbetrieb wird bei dem in Fig. 5 dargestellten Ausführungsbeispiel ein Teilstrom
des Trinkwassers aus der Zirkulationsleitung 7 über den Zulaufanschluss der Wasserbehandlungseinrichtung
9 zugeführt und von dieser über den Ablaufanschluss 11 der Zirkulationsleitung 7 zurückgeführt.
Im Normalbetrieb gelangt das Trinkwasser durch den Mikrofilter 23 zum Ultrafiltrationsfilter
13 und von diesem in die Kalkschutzeinrichtung 14 und von dieser wiederum zurück zum
Ablaufanschluss 11. Trinkwasser wird somit im Mikrofilter 23 vorgefiltert und im Ultrafiltrationsfilter
13 ultrafeingefiltert und anschließend in der Kalkschutzeinrichtung 14 kalkschutzbehandelt.
Das Wasser gelangt dann anschließend über die Zirkulationsleitung, die Umwälzpumpe
8, den Wärmtauscher 3, den Warmwasservorlauf 5 und die Zirkulationsleitung 7 sowie
den Zulaufanschluss 10 wieder in die Wärmebehandlungseinrichtung 9 zurück. Das Wasser
wird also insgesamt ständig im Kreislauf geführt, wobei es ausreicht, wenn ein Teilstrom
durch die Wasserbehandlungseinrichtung 9 geführt wird. Es ist aber auch möglich, das
in der Zirkulationsleitung direkt vorgesehene Ventil 12 ganz zu schließen, womit der
gesamte Strom über die Wärmebehandlungseinrichtung strömt. Durch diesen Normalbetrieb
wird ständig Biomasse, sonstige Schwebestoffe und auch Keime aus dem Trinkwasser entfernt
und außerdem das Trinkwasser ständig durch die Kalkschutzeinrichtung gegen Kalkablagerungen
behandelt. Damit ist es möglich, auch bei niedrigen Trinkwassertemperaturen von unter
60°C eine Keimbildung und/oder die Bildung von Legionellen hintanzuhalten.
[0045] Von Zeit zu Zeit kann aber trotzdem die Wasserbehandlungseinrichtung 9 thermisch
desinfiziert werden. Dazu werden von der elektronischen Steuereinrichtung die Ventile
22 so geschaltet, dass heißes Wasser aus der Kalkschutzeinrichtung 14 über eine Pumpe
19 durch den Mikrofilter 23 und den Ultrafiltrationsfilter 13 strömt. Das Wasser kann
dabei prinzipiell im Kreislauf geführt werden. Es ist aber auch möglich, das Wasser
gleich für einen Spülvorgang zu verwenden und über entsprechende Schaltung der Ventile
22 der Spülwasserleitung 16 und dem Ablauf 17 zuzuführen.
[0046] Es ist möglich, die Wasserbehandlungseinheit 9 und insbesondere deren Komponenten
13, 14 und 23 manuell zu spülen und/oder zu desinfizieren, und einzuschalten. Es ist
aber auch möglich, dass Systemparameter automatisch mit Hilfe der elektronischen Steuerung
100 eine solche Spülung bzw. Desinfektion vornehmen, beispielsweise zeitgesteuert
oder druckgesteuert, indem der Druckabfall über bestimmte Komponenten, beispielsweise
den Ultrafiltrationsfilter 13 und/oder die den Mikrofilter 23 und/oder die Kalkschutzeinrichtung
14 gemessen werden. Steigt der Druckanfall über einen bestimmten Wert, beginnt die
elektronische Steuereinrichtung die Ventile und die Pumpe 19 so anzusteuern, dass
das Wasser einen Spülvorgang oder eine thermischen Desinfektionsvorgang vornimmt.
[0047] Das in Fig. 6 dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt im Detail eine Kalkschutzeinrichtung
14 mit einer in Form einer Manschette ausgeführten Heizeinrichtung 23.
[0048] Über einen Zulauf 24 gelangt Wasser in der Außenhülle 25 nach unten. Auf einem Sieb
26 liegt granulatförmiges lonenaustauschermaterial 28, das von unten im Sinne eines
Schwebebettes durchströmt wird. Der Ablauf aus der Kalkschutzeinrichtung 14 ist mit
29 bezeichnet. Die Heizmanschette 23 erlaubt es, das Wasser innerhalb der Kalkschutzeinrichtung
14 vor allem bei geringem Durchfluss oder bei stehendem Wasser auf Temperaturen über
60°C, vorzugsweise über 75°C zu erhöhen und damit dieses Wasser nicht nur dazu zu
verwenden, die Kalkschutzeinrichtung selbst zu desinfizieren, sondern auch eine thermische
Desinfektion angeschlossener Komponenten, wie beispielsweise des in Fig. 5 Ultrafiltrationsfilters
13 oder des Mikrofilters 23 vorzunehmen.
[0049] Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele
beschränkt. Ausführungsbeispiele mit den Merkmalen der Unteransprüche aber auch andere
Ausführungsbeispiele sind durchaus denkbar und möglich.
[0050] Die Erfindung bezieht sich außerdem nicht nur auf die gesamte Einrichtung, wie sie
beispielsweise in Fig. 1 gezeigt ist, sondern auch auf eine Wasserbehandlungseinrichtung
für eine solche Einrichtung, wie sie in den Figuren 2 bis 5 gezeigt ist. Diese können
als alleinstehende Produkte zum Anschluss an bestehende Zirkulationsleitungen (Nachrüstbarkeit)
bereitgestellt werden.
[0051] Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass zur Reduktion der
im Trinkwasser befindlichen Biomasse zumindest ein Teilstrom des in der Zirkulationsleitung
über eine Zirkulationspumpe geförderten Trinkwassers aus der Zirkulationsleitung entnommen
wird, mittels zumindest eines Filters gereinigt wird, mittels mindestens einer Kalkschutzeinrichtung
behandelt wird und anschließend der Zirkulationsleitung rückgeführt wird.
1. Einrichtung zur Bereitstellung von warmem Trinkwasser mit einem von einem Warmwasserbereiter
(1) zu mindestens einer Entnahmearmatur (6) führenden Warmwasservorlauf (5) und einer
- vorzugsweise mit einer Zirkulationspumpe (8) versehenen - Zirkulationsleitung (7)
vom Bereich der Entnahmearmatur zurück zum Warmwasserbereiter (1), mit einer mit der
Zirkulationsleitung (7) in Verbindung stehenden Wasserbehandlungseinrichtung (9),
die zumindest einen Filter (13) aufweist und über die wenigstens ein Teilstrom von
Wasser aus der Zirkulationsleitung (7) und anschließend stromabwärts zurück in diese
geführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Wasserbehandlungseinrichtung (9) wenigstens eine Kalkschutzeinrichtung (14) aufweist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kalkschutzeinrichtung (14) ein modifiziertes, schwach saures lonenaustauschermaterial
(28) zur katalytischen Kalkfällung, vorzugsweise in der Ca-Form als Wasser-behandelnden
Stoff aufweist.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das lonenaustauschermaterial (28) an seiner Oberfläche funktionelle Gruppen aufweist,
die mit Gegen-Ionen beladen sind, wobei die Gegen-Ionen vorzugsweise Kationen und
insbesondere Ca2+-Ionen sind und/oder dass die Kalkschutzeinrichtung (14) ein schwach saures lonenaustauschmaterial
(28) enthält, dessen funktionelle Gruppen an der Oberfläche Carboxylat (COO-) sind.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Filter (13) einen Ultrafiltrationsfilter (UF) umfasst.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Ultrafiltrationsfilter (UF) eine Porengröße von weniger als 0,2 µm, vorzugsweise
weniger als 0,1 µm aufweist, wobei vorzugsweise vorgesehen ist, dass der Ultrafiltrationsfilter
(UF) mindestens eine Membran mit einer Porengröße zwischen 0,002 µm und 0,2 µm, vorzugsweise
zwischen 0,01 µm und 0,1 µm, aufweist.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Membran des Filters (13) ausgebildet ist als
- Hohlfaser-Membran, vorzugsweise angeordnet in einem Bündel von mehreren solchen
Hohlfaser-Membranen
und/oder
- Platten-Membran, vorzugsweise angeordnet in einem Stapel aus mehreren hintereinanderliegenden
parallelen Platten-Membranen
und/oder
- als vorzugsweise radial durchströmbare Wickel-Membran und/oder
- als vorzugsweise radial durchströmbare Rohr-Membran.
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Wasserbehandlungseinrichtung (9) - in Strömungsrichtung gesehen - zumindest zwei
hintereinander geschaltete Filter (23, 14) unterschiedlicher Porengröße aufweist.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass neben dem Ultrafiltrationsfilter (UF) ein Mikrofilter (23), vorzugsweise mit einer
Porengröße über 0,1 µm und besonders bevorzugt zwischen 5 µm und 500 µm, vorgesehen
ist.
9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Wasserbehandlungseinrichtung (9) eine Einrichtung (TD, 15) zur thermischen Desinfektion
von Komponenten der Wasserbehandlungseinrichtung (9) aufweist, insbesondere zur thermischen
Desinfektion der Kalkschutzeinrichtung und des zumindest einen Filters.
10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zur thermischen Desinfektion (TD, 15) in einem Desinfektionszyklus
zeitweise einschaltbar ist, wobei während dieses Desinfektionszyklus die Wasserbehandlungseinrichtung
(9) von der Zirkulationseinrichtung (7) vorzugsweise hydraulisch getrennt ist.
11. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (TD) zur thermischen Desinfektion eine Heizeinrichtung (15) aufweist,
mittels derer das Wasser über 60° Celsius, vorzugsweise über 75° Celsius aufheizbar
ist.
12. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (TD) zur thermischen Desinfektion eine Heizeinrichtung (15) umfasst,
die in oder an der Kalkschutzeinrichtung (14) angeordnet ist und mittels derer das
in der Kalkschutzeinrichtung (14) befindliche Wasser aufheizbar ist.
13. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine elektronische Steuereinrichtung vorgesehen ist, die den thermischen Desinfektionszyklus
und/oder einen Spülzyklus in Abhängigkeit von gespeicherten Zeitintervallen und/oder
von der gemessenen Druckdifferenz über mindestens einen Filter und/oder von gemessenen
Durchflussmengen durch mindestens einen Filter steuert.
14. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponenten der Wasserbehandlungseinrichtung (9), insbesondere die Kalkschutzeinrichtung
(14) und der zumindest eine Filter zu einer Baueinheit zusammengefasst sind, die vorzugsweise
von einem schrankartigen Gehäuse (30) umgeben sind.
15. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (30) einen Zulaufanschluss (10) und einen Ablaufanschluss (11) aufweist,
die - vorzugsweise lösbar - mit der Zirkulationsleitung (7) verbindbar sind.
16. Wasserbehandlungseinrichtung für eine Einrichtung zur Bereitstellung von warmem Trinkwasser
nach einem der Ansprüche 1 bis 15, die - vorzugsweise in einem gemeinsamen Gehäuse
(30) - eine Kalkschutzeinrichtung (14) und zumindest einen Filter (13), sowie einen
Zulaufanschluss und einen Ablaufanschluss zum Anschließen an eine Zirkulationsleitung
aufweist.
17. Verfahren zum Behandeln von warmem Trinkwasser in einer Einrichtung zur Bereitstellung
von Trinkwasser, dadurch gekennzeichnet, dass zur Reduktion der im Trinkwasser befindlichen Biomasse zumindest ein Teilstrom des
in der Zirkulationsleitung über eine Zirkulationspumpe geförderten Trinkwassers aus
der Zirkulationsleitung entnommen wird, mittels zumindest eines Filters gereinigt
wird, mittels mindestens einer Kalkschutzeinrichtung behandelt wird und anschließend
der Zirkulationsleitung rückgeführt wird.
18. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das entnommene Wasser über eine Einrichtung zur thermischen Desinfektion vorzugsweise
über 60° und besonders bevorzugt über 75° Celsius aufheizbar ist.
19. Verfahren nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass während des Aufheizens des Wassers in der Wasserbehandlungseinrichtung die hydraulische
Verbindung zur Zirkulationsleitung unterbrochen wird und das aufgeheizte Wasser innerhalb
der Wasserbehandlungseinrichtung selbst - vorzugsweise über mindestens eine Umwälzpumpe
- durch dort angeordnete Komponenten, insbesondere durch den zumindest einen Filter
und die Kalkschutzeinrichtung im Kreislauf geführt wird.