Gebiet der Erfindung
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine intelligente, selbst-adaptive Regel- und
Steuerungsvorrichtungen zur automatisierten Regelung und Steuerung von Mahl- und Walzsystemen,
insbesondere Mühlenanlagen mit einem Walzenstuhl, aber auch Mühlensysteme und Mahlanalagen
im Allgemeinen. Die Erfindung bezieht sich insbesondere auf Regelungsvorrichtungen
für Getreidemühlen und andere Anlagen zur Verarbeitung und Zerkleinern von Getreide,
insbesondere Anlagen zum Zerkleinern, Transportieren, Fraktionieren und Konditionieren
von Getreide sowie auf Regel- und Steuerverfahren und Regelvorrichtungen zum selbst-optimierten
Steuern und Überwachen solchen Anlage. Mögliche Anwendungen der erfindungsgemässen
Vorrichtung betreffen zudem Mahl- und Walzsystemen mit real-time oder quasi-real-time
Messung und Überwachung von Betriebsparametern, wie Walzentemperatur, Walzenspalt,
Walzendrehzahl, Walzenpresskraft und/oder Energieaufnahme eines oder verschiedener
Walzenantriebe, und/oder mit real-time oder quasi-real-time Messungen von Inhaltsstoffen
oder Qualitätsparametern während der Produktaufbereitung und - Verarbeitung in den
Getreidemühlenanlagen zum Zweck der Prozessüberwachung (Messen, Monitoring) sowie
Steuerung und/oder Regelung der Anlagen bzw. Prozesse, wie z.B. Messgrössen wie Wassergehalt,
Proteingehalt, Stärkebeschädigung, Aschegehalt (Mineralstoffe) von Mehlen (oder Mahlzwischenprodukten),
Reststärkegehalt, Mahlfeinheit etc. Die Erfindung bezieht sich jedoch wie erwähnt
auch ganz allgemein auf Mühlensysteme, beispielsweise Kugelmühlen (ball mill) oder
sogenannte Semi-Autogenously Grinding Mühlen (SAG), die zum Zermahlen von grob körnigen
Materialien, wie z.B. Erzen oder Zement usw., bestimmt sind. Auch bei solchen Mühlen
wird der Durchsatz und die Produktequalitätsparameter mittels Einstellens verschiedener
Stell- oder Führungsgrößen, wie z.B. Rotationsgeschwindigkeit der Mühlentrommel, Energieaufnahme
der Mühlentrommel, Zufuhr des (grob-)körnigen Ausgangsmaterials/Eingangsstoffe, Wasserzufuhr
bei Erzmühlen und/oder Austragsgeschwindigkeit des am Ausgang vorliegenden gemahlenen
Materials, gesteuert. Auch bei diesen Mühlen ist die Korngrößenverteilung des zermahlenden
Materials ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Sie kann insbesondere die Ausbeute der dem
Mühlensystem nachgeschalteten weiteren Komponenten, wie z.B. der Flotation, beeinflussen.
Es wird ein möglichst hoher Durchsatz bei hoher Produktqualität und bei niedrigem
Energieverbrauch und Materialbedarf, d.h. Kosten, angestrebt.
[0002] Die vorliegende Erfindung betrifft somit in bevorzugter Anwendung Walzsystemen, Produktverarbeitungsanlagen
und Mahlanlagen enthaltend Walzen oder Walzenpaarung, sowie entsprechende Verfahren
zum optimierten Betreiben derartiger Mahl- und Walzsystemen bzw. Produktverarbeitungsanlagen.
Die genannten Anlagen betreffen insbesondere komplette Anlagen für (i) die Getreidemüllerei,
(ii) Mehlaufbereitung für industrielle Bäckereien, (iii) Anlagen für die Spezialmüllerei,
(iv) Produktionsanlagen zur Herstellung von hochwertigem Futter für Nutz- und Haustiere,
(v) Spezialanlagen zur Herstellung von Futter für Fische und Krustentiere, (vi) Premix-
und Konzentratenanlagen zur Herstellung von Wirkstoffmischungen, (vii) Ölgewinnung
aus Ölsaaten, (viii) Behandlung von Extraktionsschroten und White Flakes, (ix) Hochleistungsanlagen
zur Verarbeitung von Biomasse und Herstellung von Energiepellets, (x) Anlagen für
die Ethanol-Herstellung, (xi) Komplette Reisprozessanlagen, (xii) Sortieranlagen für
Lebensmittel, Saatgut und Kunststoffe, (xiii) Getreide- und Sojahandling, (xiv) Anlagen
für das Entladen und Beladen von Schiffen, LKW und Bahn über die Lagerung bis zum
Austrag von Getreide, Ölsaaten und Derivaten, (xv) Siloausrüstungen für vertikale
Stahl- und Betonsilos sowie Flachlager, (xvi) Mechanische und pneumatische Schiffsentlader
und Schiffsbeiader, (xvii) Förderkomponenten, (xviii) industrielle Mälzerei- und Schroterei-Anlagen,
(xix) Maschinen und Anlagen zur Verarbeitung von Kakaobohnen, Nüssen und Kaffeebohnen,
(xx) Maschinen und Anlagen zur Herstellung von Schokolade sowie Füll- und Überzugsmassen,
(xxi) Maschinen und Anlagen zur Einformung von Schokoladeartikeln, (xxii) Gesamtkonzepte
für Produktionslinien zur Herstellung von Langwaren, Kurzwaren, Nidi, Lasagne, Couscous
und Spezialitäten-Teigwaren, (xxiii) Systeme und Anlagen zum Extrudieren (Kochen und
Formen) von Frühstücks-Cerealien, Food- und Feed-Ingredients, Petfood, Aquafeed und
Pharmaprodukten, (xxiv) Anlagen zur Herstellung von Farben, Lacken und Dispersionen,
(xxv) Planung von Nassmahltechnik-Gesamtlösungen und Fertigung von Maschinen und Prozess-Ausrüstungen
zur Her-stellung von Druckfarben, Coatings und Partikeldispersionen für die Kosmetik-,
Elektronik- und Chemische Industrie, (xxvi) Wärmebehandlung von Polymeren (PET), (xxvii)
Anlagen für die Herstellung von Flaschen-PET, (xxviii) SSP und Konditionierungsanlagen
für die Behandlung von PET und anderen Kunststoffen, (xxix) Anlagen für bottle-to-bottle
Recycling, (xxx) Herstellung von gebrauchsfertige Nanopartikel-Dispersionen, (xxxi)
Schlüsselfertige Verarbeitungsprozesse für Nanopartikel in der Flüssigphase, (xxxii)
Industrielösungen für Trocknung und weitere thermische Prozesse, (xxxii) Isolation
und Charakterisierung von Aleuron aus Weizenkleie, Reisfortifizierung etc.
Hintergrund der Erfindung
[0003] Die Müllerei, insbesondere die Getreidemüllerei, wird auch als eine Kunst bezeichnet.
Anders als in anderen Gebieten der Industrie, in welchen der Einfluss der verschiedenen
Faktoren meist gut bekannt ist, die die Dynamik eines Prozesses bestimmen, und in
welchen sich die relevanten Prozesse deshalb durch entsprechende Gleichungen und Formeln
einfach parametrisieren lassen bzw. die beteiligten Apparaturen und Vorrichtung einfach
entsprechend ansteuern und regeln lassen, ist die Anzahl der relevanten Faktoren,
die Mahlqualität und gleicherweise die Ausbeute des verarbeiteten Endproduktes beeinflussen,
in der Müllerei ausserordentlich hoch. Es bedarf deshalb oft, dass ein Müller, als
Human Expert, nach der Analyse des Ausgangs-/Rohmaterials die gesamte Mahl- oder Mühlenanlage
manuell anpassen und einstellen muss basierend auf seiner Intuition und Knowhow, um
best-mögliche Resultate zu erhalten im Sinne der erwarteten Qualität und Ausbeute
des Endproduktes (z.B. Ash Content, Yield, Baking Quality etc.). Das alles zudem unter
Minimierung der Kosten, d.h. insbesondere der Energieeffizienz. Ebenfalls zu berücksichtigen
ist, dass die Mahleigenschaften des Ausgangsmaterials, z.B. des gewählten Weizens
oder Getreides, fundamental sind für den Mahlprozess. Da die Mahlanlage typischerweise
vom Obermüller geregelt werden muss, hat der Obermüller auch entscheidenden Einfluss
auf und Kontrolle bei den Charakteristiken des produzierten Mehls. Das beginnt bei
der Wahl der Weizenklasse, was sich sowohl auf die Marktklasse als auch auf den Produktionsortes
oder -region des Weizens beziehen kann, um bestimmte Kornattribute, wie z.B. ein bestimmter
Proteinbereich, zu beeinflussen. Der Müller kontrolliert auch die Weizenzusammensetzung
(wheat blend/grists), welches in die Mahlanlage gegeben wird. Der Müller kann ebenfalls
den Mahlfluss (mill flow), Walzendrehzahl (roll speed), Geschwindigkeitsunterschiede
(speed differentials), Verteilung der geriffelten Walzen (fluted rolls) z.B. sharp-to-sharp,
und Walzendruck bei Glattwalzen (smooth rolls). Weitere Regelmöglichkeiten hat der
Müller in Kombination mit dem Sieben und dem Reinigen und schliesslich in der Mahlstromauswahl
zum Vermengen des produzierten Endmehls. All diese Parameter und Regelmöglichkeiten
werden vom Müller benutzt, um konsistent ein Mehl mit einer bestimmten Qualität zu
erzeugen.
[0004] Wie das diskutierte Beispiel zeigt, bedürfen besonders Mahlwalzen, wie sie beispielsweise
in der Getreidemüllerei verwendet werden, einer ständigen Überwachung. Abgesehen von
der Optimierung der Produktion und der Charakteristiken des Endproduktes, kann es
beispielsweise auch passieren, dass ein sogenannter Trockenlauf, Aufschaukeln in der
Regelsteuerung oder andere operative Anomalien auftreten. Dauert ein anormaler Zustand
zu lange an, so kann z.B. die Temperatur der Mahlwalze in einen kritischen Bereich
steigen und möglicherweise einen Brand oder Schäden an den Walzen verursachen. Operative
Anomalien können den optimalen Betrieb der Anlage aber auch anders beeinflussen, insbesondere
die Qualität, Ausbeute oder Energieverbrauch. Obwohl Mahlanlagen in vielen Bereich
mindestens teilweise automatisiert sind, können derzeitige Systeme betreffend die
automatische Steuerung und optimierten Betriebs nur schwer automatisiert werden. Im
Stand der Technik werden Mühlensysteme deshalb oft noch manuell vom Bedienpersonal
nach dessen empirischen Erfahrungswerten eingestellt. Automatisierte Steuerung oder
Reglung des Betriebs beschränkt sich dabei häufig auf die Signalübertragung und Übertragung
der Steuerbefehle, z.B. mittels SPS-Steuerung und angeschlossenem Inputvorrichtungen
mit graphischem User Interface (GUI). SPS bezeichnet dabei eine speicherprogrammierbare
Steuerung (auch: Programmable Logic Controller (PLC)), welche als Vorrichtung zur
Steuerung oder Regelung einer Maschine oder Anlage eingesetzt und auf digitaler Basis
programmiert werden kann. Ändert sich die Qualität des zugeführten Materials, vergeht
typischerweise eine bestimmte Zeit, bis wieder ein hoher Durchsatz bei guter Produktqualität
erreicht werden kann. Oft steht dem Operator ausserdem auch nur eine indirekte Qualitätskontrolle,
die sich beispielsweise anhand eines Ausbeuterückgangs in einer der nachgeschalteten
Komponenten ergibt, zur Verfügung. Dies erschwert zusätzlich eine gute Einstellung
des Mühlensystems oder etwa das rechtzeitige Eingreifen beim Auftreten von Anomalien
im Mahlprozess. Besteht in der Regelung und Steuerung eines Mahlwalzensystems aus
einer Bedienungsperson (Obermüller) ist jedoch eine vollständige Beherrschung des
gesamten Produktionsablaufes unbedingt erforderlich, um eine solche Steuerung "von
Hand" überhaupt durchführen zu können. Das Ergebnis der Steuerung ist dabei wesentlich
abhängig von dem jeweiligen fachlichen Können und der Erfahrung der Bedienungsperson,
d.h. den betreuenden Obermüller. Wird weniger qualifiziertes Personal für die Bedienung
eingesetzt, z. B. während spezieller Zeiten (Ferien, Nachtarbeit usw.), so kann sich
unter Umständen eine Ergebnisschmälerung für die Mühle einstellen, etwa durch eine
geringere Ausbeute an hellen Mehlen o.ä. Versuche, den Obermüller, durch prozessor-gestützte
Regelvorrichtungen zu ersetzen, dass sich das komplexe Wissen und Erfahrung des Obermüllers
nicht einfach über regelgesteuerte Vorrichtungen automatisierten lies, insbesondere
nicht durch selbständig, autark funktionierende Regeleinrichtungen, die ohne regelmässige
Routineeingriffe des Menschen auskommen.
[0005] Was die Mahl- und Verkleinerungssysteme betrifft, sind im Stand der Technik unterschiedliche
Mahl- und Verkleinerungssysteme bekannt. Bei Getreide und Getreidemühlen ist der Walzenstuhl
bei weitem die wichtigste Vermahlungsvorrichtung. Ob Mais, Weichweizen, Hartweizen,
Roggen, Gerste oder Malz zu verarbeiten sind, meist bietet der Walzenstuhl die idealste
Verarbeitung aller Getreidesorten. Der in einer Getreidemühle eingesetzte Prozess
ist eine Stufenzerkleinerung. Der Mehlkern (Endosperm) wird schrittweise zerkleinert,
indem er mehrere geriffelte oder glatte Stahlwalzenpaare passiert. Er wird in Sichtern
durch Siebe von der Kleie und dem Keimling getrennt. Bei Walzenpaaren eines Walzenstuhls
rotiert typischerweise eine Walze schneller als die andere. Durch die gegenläufige
Rotation der beiden Walzen wird das Gut in den Walzenspalt hineingezogen. Form, Tiefe
und Drall der Riffelung bestimmen zusammen mit dem Drehzahldifferential die Intensität
des Vermahlens in jedem Schritt. Ebenfalls bekannt sind Schlagmühlen. Schlagmühlen
eignen sich z.B. für das Vermahlen verschiedenster Produkte in Getreidemühlen (Getreide
und Nebenprodukte der Vermahlung), Futtermittelwerken (Futtermittel, Hülsenfrüchte),
Brauereien (Feinschrotherstellung für die Maischefiltration), Ölmühlen (Extraktionsschrote
und geschrotete Ölkuchen) oder sogar Teigwarenfabriken (Teigwarenabfälle). Das Produkt
wird der Schlagmühle oder Hammermühle aus einem Vorbehälter zugeführt und durch den
Schlägerrotor erfasst. Die Teilchen werden so lange zerkleinert, bis sie die Öffnungen
eines den Rotor umgebenden Siebmantels passieren können. Schliesslich sind auch Flockieranlagen
bekannt, bei welchen das Flockierwalzwerk zusammen mit dem entsprechenden Dämpfapparat
das Herzstück bildet. Im vorgeschalteten Dämpfapparat wird das Flockiergut hydrothermisch
behandelt, bevor es in das Flockierwalzwerk gelangt. Die Anlage eignet sich für die
Verarbeitung von Graupen (ganze, gereinigte und geschälte Haferkerne) sowie Grütze
(geschnittene Haferkerne), Mais, Weichweizen, Gerste, Buchweizen und Reis. Anzumerken
ist, dass sich auf Grund der spezifischen Probleme und Anforderungen in der Herstellung
von Mehl und Griess aus Getreide und ähnlichen Produkten eine selbständige Gattung
von Walzwerken, der sogenannte Müllerei-Walzenstuhl entwickelt hat, der im Unterschied
etwa zur Mahltechnik von Gesteinen, der Herstellung von Flocken aus pflanzlichen Rohstoffen
usw. eine ganz eigenartige Mahltechnik beinhaltet.
[0006] Unbesehen der spezifischen Eigenschaften der Getreidemühlen, ist bei allen der diskutierten
Vermahlungssysteme des Standes der Technik bekannt (siehe z.B.
DE-OS 27 30 166), dass es immer wieder Störeinflüsse gibt und geben kann, die idealisiert Vermahlungsbedingungen
nicht zulassen. Zu diesen Störeinflüssen zählen unter anderem ungleichmäßige Walzentemperaturen,
Veränderung der Federcharakteristik eines Walzenpaares, Veränderung des Mahlspaltes
oder Mahldruckes etc. Die Erfindung bezieht sich insbesondere auf eine Steuer- und
Regeleinrichtung zur stabilen, adaptiven Steuerung und Regelung von den beschriebenen
Vermahlungssystemen zur Vermahlung von Getreide und zur Beeinflussung von Prozesselementen
(Mahlgut und Anlageelemente) und diesen zuordenbaren operativen Prozessparametern
der Getreidemühlenanlagen unter rechtzeitiger Erkennung von Störeinflüssen oder anderen
operativen Anomalien. Bekannt ist, dass die Bereitstellung und Automatisierung derartiger
Steuer- und Regelsystemen komplex ist, da eine Vielzahl von mindestens teilweise gegenseitig
abhängigen, d.h. korrelierten, Parameter berücksichtigt werden müssen (z.B.
EP0013023B1,
DE2730166A1). So wird der Betrieb der Vermahlungsvorrichtungen durch eine Vielzahl von Parametern
beeinflusst, wie z.B. durch die Auswahl der Getreideart oder der Getreidemischung
und des Anbaugebietes, der Erntezeit, der gewünschten Qualitätskriterien, des spezifischen
Gewichtes und/oder der Feuchtigkeit der einzelnen Getreidesorten bzw. der Getreidemischungsanteile,
der Lufttemperatur, der relativen Luftfeuchtigkeit, der technischen Daten der in der
Mühlenanlage verwendeten Anlageelemente und/oder der gewünschten Mehlqualität als
vorgegebene Prozessgrössen und der Auswahl des Abstandes, des Mahldruckes, der Temperatur
und/oder der Leistungsaufnahme der Motoren der Mahlwalzen, der Durchflussmenge und/oder
der erzielten Feuchtigkeit des Mahlgutes und/oder der Qualität des Mehles bezüglich
der Mischungsanteile, welche ausreichend differenzierte Steuerung des Vermahlungsprozesses
in den Getreidemühlenanlagen erschwert. Häufig genügt es schon, dass einige wenige
dieser Prozessgrössen und operativen Prozessparameter ausserhalb ihrer Toleranz rutschen,
um den Betrieb der Mühle massiv zu beeinflussen. Dieser Komplexität des Prozesses
ist es zu verdanken, dass trotz allen Bemühungen einer Automatisierung der Anlangen,
der Obermüller immer noch aktuell ist, da er, als "human expert", darüber entscheiden
muss, ob eine Änderung der den Eingangssignalgrössen jeweils zugeordneten Steuersignale
wünschenswert erscheint oder nicht. Der Obermüller wird dabei stets die Zielgrössen
berücksichtigen. Hat er eine optimale Zuordnung zwischen den genannten Eingangssignalgrössen
und den Steuersignalgrössen gefunden, so wird diese Zuordnung typischerweise durch
entsprechende Speicherbelegung und -adressierung innerhalb der Getreidemühlenanlage
gewährleistet.
[0007] Das Dokument
WO9741956A1 des Standes der Technik offenbart ein Verfahren für die automatisierte Kontrolle
des Vermahlprozesses in einer Mühle mit einer Vielzahl von Vermahleinheiten. Dabei
wird beim Ausgang der Vermahleinheiten eine Stichprobe ausgesiebt. Bei der Stichprobe
wird der Prozentsatz von Durchsatz zu zurückbehaltenen Mahlgut verglichen mit vordefinierten
Standardwerten. Wird eine Abweichung gemessen, wird der Spalt zwischen den Mahlwalzen
der Mahlwalzenpaarung der betroffenen Vermahleinheit entsprechend der Abweichung angepasst.
DE2413956A1 des Standes der Technik betrifft ebenfalls ein Verfahren zum Vermahlen von Getreide
zu Mehl unter Verwendung von Mahleinheiten, sowie nachfolgendem Sieben. Beim Mahlen
des Getreide wird das Mahlgut, wie bekannt, durch eine Anzahl aufeinanderfolgender
Walzenmühlen geleitet, wobei das austretende Material gesiebt wird, um das Material
abzutrennen, das auf die erforderliche Größe gemahlen ist, während das übrigbleibende
Material zu der nachfolgenden der hintereinander angeordneten Mahleinheiten geführt
wird. Mittels einer Überwachungseinheit werden die Mahleinheiten überwacht. Das Verhalten
der Vermahleinheiten wird basierend auf einem vordefinierten Schema während des Vermahlprozesses
gesteuert, so dass es mit dem vordefinierten Schema zusammenpasst. Schliesslich zeigt
JPH06114282A ein Verfahren zur Überwachung der Partikelgrössenverteilung in einer
Mahlanlage, mit dem Ziel innerhalb der Anlage ein stetig gleich Partikelgrössenverteilung
zu erhalten. Bei dem Verfahren werden die Fördermenge, der Abstand zwischen den Mahlwalzen
und der Federdruck der Walzen überwacht, um die gewünschte Partikelgrössenverteilung
zu erhalten. Das Verfahren passt die Regelung der Mahlanlage an, falls eine Abweichung
der Partikelgrössenverteilung zur gewünschten Partikelgrössenverteilung detektiert
wird.
Zusammenfassung der Erfindung
[0008] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die aus dem Stand der Technik bekannten
Nachteile und technischen Probleme zu lösen. Insbesondere soll eine intelligente,
selbst-adaptive Steuerungs-/Regelvorrichtung zur automatisierten Optimierung und Steuerung
der Vermahlungslinie eines Walzensystems bereitgestellt werden, mit dem die Vermahlung
und/oder Schrotung optimiert und automatisiert durchgeführt werden kann, und welches
die Betriebssicherheit einer Mühle erhöht und gleichzeitig den Betrieb optimiert bzw.
automatisch auf auftretende Anomalien reagiert. Die Steuerungs-/Regelvorrichtung soll
dabei in der Lage sein, langfrist-Trends in der Produktion zu Identifizieren und Auffälligkeiten
im Betrieb zu erkennen. Sie soll eine einfache automatisierte Überwachung und Erkennung
kritischer Produktionsparameter, insbesondere Ausbeute, Energie und Durchsatz/Maschinenlaufzeit
ermöglichen, sowie eine automatisierte Anpassung des Betriebs unter Optimierung der
relevanten Parameter bzw. eine automatisierte Anpassung des Betriebs bei Auffälligkeiten
oder Anomalien erlauben. Schliesslich soll das Verfahren beim initialen Einstellen
ein schnelles, automatisiertes und stabiles Einstellen eines Mühlensystems erlauben.
[0009] Gemäss der vorliegenden Erfindung werden diese Ziele durch das Verfahren gemäß Anspruch
1 und die Vorrichtung gemäß Anspruch 11 erreicht. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen
gehen ausserdem aus den abhängigen Ansprüchen, den Zeichnungen und der Beschreibung
hervor.
[0010] Insbesondere werden diese Ziele durch die Erfindung für ein intelligentes, selbst-adaptives
Regel- und Steuerungsvorrichtung und/oder -apparatus zur selbst-optimierten Steuerung
einer Mühlenanlage und/oder einer Vermahlungslinie eines Walzensystems der Mühlenanlage
dadurch erreicht, dass die Vermahlungslinie eine Mehrzahl von Verarbeitungseinheiten,
wie z.B. Riffel- und/oder Glattwalzen und/oder Siebe etc., umfasst, welche basierend
auf operativen Prozessparametern jeweils einzeln mittels der Regel- und Steuerungsvorrichtung
ansteuerbar und im ihrem Betrieb einzeln regelbar sind, wobei mittels einem operativen
Prozessrezept eine Chargen-Steuerung (engl. Batch) mit einer definierten Verarbeitungsfolge
in den Verarbeitungseinheiten regelbar ist, wobei mittels dem operativen Prozessrezept
aus einem oder mehreren Ausgangsstoffen eine definierte Menge eines Endproduktes erzeugbar
ist, und wobei die Verarbeitungseinheiten basierend auf spezifisch, dem operativen
Prozessrezept zugeordneten operativen Chargen-Prozessparametern gesteuert werden.
Die Regel- und Steuerungsvorrichtung umfasst ein Pattern-Recognition-Module zum Erkennen
von operativen Prozessrezepten mit multi-dimensionalen Chargen-Prozessparameter-Pattern,
wobei ein operatives Prozessrezept mindestens ein oder mehrere Ausgangsstoffe, eine
definierte Abfolge eines Vermahlungsprozesses innerhalb der Verarbeitungseinheiten
der Vermahlungslinie, und operative Chargen-Prozessparameter zu den jeweiligen Verarbeitungseinheiten
der Vermahlungslinie zugeordnet abgespeichert umfasst. Die Regel- und Steuerungsvorrichtung
umfasst eine Speichervorrichtung zum Speichern historischer operativen Prozessrezepten
mit historischen Chargen-Prozessparameter, wobei die historischen Chargen-Prozessparameter
eines Prozessrezeptes jeweils ein prozess-typisches, multi-dimensionales Chargen-Prozessparameter-Pattern
eines optimierten Chargen-Prozesses im Normbereich definieren. Bei Eingabe von Endprodukteparametern
und/oder Eingangsprodukteparametern eines neuen operativen Prozessrezeptes werden
mittels Pattern-Recognition des Pattern-Recognition-Modules eines oder mehrere der
abgespeicherten historischen operativen Prozessrezepten basierend auf den zugeordneten
multi-dimensionalen Chargen-Prozessparameter-Pattern als nächstliegende Chargen-Prozessparameter-Pattern
getriggert und/oder selektiert. Mittels der Regel- und Steuerungsvorrichtung werden
basierend auf den getriggerten nächstliegenden Chargen-Prozessparameter-Pattern neue
Chargen-Prozessparameter-Pattern mit neuen Chargen-Prozessparameter für das eingegebene
neue operative Prozessrezept generiert, wobei die Verarbeitungseinheiten basierend
auf den generierten operativen Prozessrezepten mit den zugeordneten Chargen-Prozessparameter
mittels der Regel- und Steuerungsvorrichtung entsprechend angesteuert und geregelt
werden. Während des Vermahlungsprozesses des neuen operativen Prozessrezeptes sind
die operativen Prozessparameter mittels der Regel- und Steuerungsvorrichtung kontinuierlich
überwachbar, wobei bei der Detektion einer Anomalie als definierte Abweichung der
überwachten operativen Prozessparameter vom den bestimmten operativen Prozessparametern
des neuen operativen Prozessrezeptes ein Warnsignal auf eine Alarmeinheit übertragen
wird. Die Chargen-Prozessparameter können z.B. mindestens Messparameter betreffend
der Ströme und/oder Leistungsaufnahme eines oder mehrerer Walzenstühle der Mühlenanlage
umfassen. Die ein oder mehreren Walzenstühle können z.B. mindestens Riffelwalzen (B
Passage) und/oder Glattwalzen (C Passage) umfassen. Die Chargen-Prozessparameter können
insbesondere z.B. mindestens Messparameter betreffend der Ströme und/oder Leistungsaufnahme
aller Walzenstühle der Mühlenanlage umfasst. Die Erfindung hat unter anderem den Vorteil,
dass eine technisch neuartige, intelligente, selbst-adaptive Steuerungs-/Regelvorrichtung
zur automatisierten Optimierung und Steuerung der Vermahlungslinie eines Walzensystems
bereitgestellt werden kann, mit dem die Vermahlung und/oder Schrotung optimiert und
vollständig automatisiert durchgeführt werden kann, und welches die Betriebssicherheit
einer Mühle erhöht und gleichzeitig den Betrieb optimiert bzw. automatisch auf auftretende
Anomalien reagiert. Die erfinderische Steuerungs-/Regelvorrichtung ist dabei in der
Lage, langfrist-Trends in der Produktion zu Identifizieren und Auffälligkeiten im
Betrieb zu erkennen. Sie erlaubt eine neuartige, einfache und automatisierte Überwachung
und Erkennung kritischer Produktionsparameter, insbesondere Ausbeute, Energie und
Durchsatz/Maschinenlaufzeit, und ermöglicht eine automatisierte Anpassung des Betriebs
während des Betriebs zur Optimierung dieser Parameter bzw. eine automatisierte Anpassung
des Betriebs bei detektierten Auffälligkeiten oder Anomalien während des Betriebs.
Wird das erfinderische System und Verfahren schliesslich beim initialen Einstellen
angewendet, erlaubt es das eine schnelle und stabile Einstellung eines Mühlensystems
basierend auf historischen, optimierten Parametersets.
[0011] In einer Ausführungsvariante sind mittels der prozess-typischen Chargen-Prozessparameter
eines optimierten Chargen-Prozesses im Normbereich definierte Qualitätsparameter des
Endproduktes und spezifische Mehlausbeute in Abhängigkeit vom den Ausgangsprodukten
bestimmbar. Die definierten Qualitätsparameter können z.B. mindestens Partikelgrössenverteilung
und/oder Stärkebeschädigung und/oder Proteinqualität und/oder Wassergehalt umfassen.
Die überwachten Chargen-Prozessparameter können z.B. mindestens Ausbeute und/oder
Energieaufnahme/- verbrach und/oder Durchsatz/Maschinenlaufzeit umfassen.
[0012] In einer weiteren Ausführungsvariante werden während des Vermahlungsprozesses bei
der Detektion von Anomalie kontinuierliche Langzeit-Veränderungen bei den überwachten
Chargen-Prozessparametern von der Regel- und Steuerungsvorrichtung erfasst, wobei
die definierte Abweichung der überwachten operativen Prozessparametern vom den generierten
operativen Prozessparametern des neuen operativen Prozessrezeptes in Abhängigkeit
der gemessenen kontinuierlichen Langzeit-Veränderungen bestimmt wird.
[0013] In einer anderen Ausführungsvariante werden die überwachten Chargen-Prozessparametern
von einer Vielzahl von Regel- und Steuerungsvorrichtungen über ein Netzwerk an eine
zentrale Überwachungseinheit übermittelt, wobei die Vielzahl von Regel- und Steuerungsvorrichtungen
zentral überwacht und geregelt werden.
[0014] In einer wieder anderen Ausführungsvariante wird die definierte Abweichung der überwachten
operativen Prozessparametern von den generierten operativen Prozessparametern des
neuen operativen Prozessrezeptes in Abhängigkeit der natürlichen Schwankungen innerhalb
definierbarer
χ2-Standordabweichungen bestimmt.
[0015] An dieser Stelle soll festgehalten werden, dass sich die vorliegende Erfindung neben
der erfindungsgemässen Vorrichtung (engl. apparatus) auch auf ein Verfahren zur Realisierung
der erfindungsgemässen Vorrichtung bezieht.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
[0016] Nachfolgend werden Ausführungsvarianten der vorliegenden Erfindung anhand von Beispielen
beschrieben. Die Beispiele der Ausführungen werden durch folgende beigelegten Figuren
illustriert:
Figur 1 illustriert schematisch eine Darstellung einer erfindungsgemässen Ausführungsvariante,
bei welcher die Ströme von allen Walzenstühlen (B(2: 21,...,23)/C(3: 31,...,33)) betrachtet
werden, unterteilt in B Passage (hier: Riffelwalzen 21,...,23) und C Passage (hier:
Glattwalzen 31,...,33). Für jedes Rezept und Vorrichtungseinstellung/-charakteristiken
ergibt sich ein typisches Pattern, das in Abhängigkeit vom Rohmaterial und den vorhergehenden
Prozessschritten die Qualität 61 des Endproduktes bestimmt (wie z.B. Partikelgrössenverteilung
611, Stärkebeschädigung 612, Proteinqualität 613, Wassergehalt 614) sowie die spezifische
Mehlausbeute 62. Das typische Pattern kann auch durch eine spezifische, typisches
Farbe dargestellt werden. Eine Veränderung des Patterns oder des Farbmusters der Ströme
wird als Anomalie detektiert und ein entsprechendes elektronisches Signal zur Erzeugung
einer Warnmeldung oder der Aktivierung weiterer Vorrichtungen oder Apparati erzeugt.
Figur 2 illustriert schematisch eine Darstellung eines typischen Patterns (Muster)
des Stroms eines Walzwerkes (roller mill), d.h. einer typischen Signatur eines Rezeptes.
Der Mittelwert des Stroms für ungefähr 6 Monate Betrieb für die 4 produzierten Rezepte.
Figur 3 zeigt schematisch eine Darstellung eines ähnlichen Musters für die Fluktuationen.
Die Standard-Abweichung des Stroms für die gleiche Periode und die gleichen Rezepte.
Die Figuren 4 und 5 zeigen schematisch eine Darstellung von lang-zeit Trends der Signaturen.
Die Pattern verändern sich über die Zeit wegen Abnutzung, saisonal oder anders bedingte
Faktoren. Fig. 4/5 zeigen die Fluktuationen in den Monaten März (Fig. 4) und Juni
(Fig. 5).
Figur 6/7 zeigen schematisch eine Darstellung von Ausreissern (Outliers/Batches) mit
anormalem Verhalten, wobei solch anormales Verhalten basierend auf ihrer unterschiedlichen
Signatur detektiert werden kann. Gute/Normale Batches können von einer selbst-lernenden/maschinen-lernenden
Einheit oder Operatoren als "gut" gekennzeichnet werden, so dass die Definition des
als "normal" zu erwartenden Verhaltens dynamisch wird und lang-zeit Trends berücksichtigt
werden können.
Figur 8-11 zeigen schematisch weitere Darstellungen der Detektion von Auffälligkeiten
in Abhängigkeit von Prozessgrössen (Fig. 8-9), sowie deren Prozessanalytik (Fig. 10)
und Rezeptübersicht (Fig. 11).
Figur 12 zeigt schematisch eine Mühlenanlage 1, bei welcher Sensordaten während des
Prozesses z.B. alle 3 Minuten gemessen und erfasst werden. Insbesondere zeigt sie
das Messes von Messparameter 51 des Eingangsproduktes 5, wie den Feuchtegehalts des
Eingangsproduktes 5, sowie das Messen der Mehleigenschaften 61 und der Ausbeute 62
des Endproduktes 6.
[0017] Unter "Produkt" wird im Sinne der vorliegenden Erfindung ein Schuttgut oder eine
Masse verstanden. Unter "Schuttgut" wird im Sinne der vorliegenden Erfindung ein pulver-,
granulat- oder pelletförmiges Produkt verstanden, welches bei der Schuttgut verarbeitenden
Industrie, d. h. bei der Verarbeitung von Getreide, Getreidevermahlungsprodukten und
Getreideendprodukten der Müllerei (insbesondere Vermahlen von Weichweizen, Durum,
Roggen, Mais und/oder Gerste) oder Spezialmüllerei (insbesondere Schalen und/oder
Vermahlen von Soja, Buchweizen, Gerste, Dinkel, Hirse/Sorghum, Pseudocerealien und/oder
Hülsenfruchten), der Herstellung von Futter für Nutz- und Haustiere, Fische und Krustentiere,
der Verarbeitung von Ölsaaten, der Verarbeitung von Biomasse und Herstellung von Energiepellets,
industriellen Mälzerei und Schroterei-Anlagen; der Verarbeitung von Kakaobohnen, Nüssen
und Kaffeebohnen, der Herstellung von Düngemitteln, in der Pharmaindustrie oder in
der Feststoffchemie Einsatz findet. Unter "Masse" wird im Sinne der vorliegenden Erfindung
eine Lebensmittelmasse, wie etwa eine Schokoladenmasse oder eine Zuckermasse, oder
eine Druckfarbe, eine Beschichtung, ein Elektronikmaterial oder eine Chemikalie, insbesondere
eine Feinchemikalie verstanden. Unter "Verarbeitung eines Produktes" wird im Sinne
der vorliegenden Erfindung Folgendes verstanden: (i) das Mahlen, Zerkleinern und/oder
Flockieren von Schuttgut, insbesondere Getreide, Getreidevermahlungsprodukten und
Getreideendprodukten der Müllerei oder Spezialmüllerei wie oben ausgeführt, wofür
als Walzenpaarungen beispielsweise die weiter unten noch detaillierter beschriebenen
Paarungen von Mahlwalzen oder Flockierwalzen eingesetzt werden können; (ii) die Verfeinerung
von Massen, insbesondere von Lebensmittelmassen wie etwa Schokoladenmassen oder Zuckermassen,
wofür beispielsweise Paarungen von Feinwalzen eingesetzt werden können; und (iii)
das Nassmahlen und/oder Dispergieren, insbesondere von Druckfarben, Beschichtungen,
Elektronikmaterialien oder Chemikalien, insbesondere Feinchemikalien.
[0018] Mahlwalzen im Sinne der vorliegenden Erfindung sind dafür ausgelegt, körniges Mahlgut
zu vermahlen, welches üblicherweise zwischen einer Mahlwalzenpaarung von zwei Mahlwalzen
geführt wird. Mahlwalzen, insbesondere die Mahlwalzen der erfindungsgemässen Mahlwalzenpaarungen,
verfugen üblicherweise über eine im Wesentlichen unelastische Oberfläche (insbesondere
an ihrer Umfangsfläche), die zu diesem Zweck beispielsweise Metall enthalten kann
oder daraus bestehen kann, wie etwa Stahl, insbesondere Edelstahl. Zwischen den Mahlwalzen
der Mahlwalzenpaarung besteht üblicherweise ein relativ fester und häufig hydraulisch
geregelter Mahlspalt. In vielen Mahlanlagen wird das Mahlgut im Wesentlichen vertikal
abwärts durch einen solchen Mahlspalt geführt. Zudem wird das Mahlgut in vielen Mahlanlagen
den Mahlwalzen einer Mahlwalzenpaarung mittels seiner Schwerkraft zugeführt, wobei
diese Zuführung optional pneumatisch unterstutzt werden kann. Das Mahlgut ist üblicherweise
körnig und bewegt sich als Fluidstrom durch den Mahlspalt. Durch diese Eigenschaften
unterscheiden sich eine Mahlwalze und eine mindestens eine solche Mahlwalze enthaltende
Mahlanlage beispielsweise von anderen in der Technik verwendeten Walzen, welche z.B.
zum Transport von Papier verwendet werden.
[0019] Mindestens eine Walze, insbesondere zwei Walzen einer Mahlwalzenpaarung, einer Vermahlungsanlage
können beispielsweise als Glattwalze oder als Riffelwalze oder als Walzengrundkörper
mit aufgeschraubten Platten ausgebildet sein. Glattwalzen können zylindrisch oder
bombiert sein. Riffelwalzen können verschiedene Riffelgeometrien, wie z.B. dachförmigen
oder trapezförmigen Riffelgeometrien, aufweisen und/oder an der Umfangsfläche aufgesetzte
Segmente aufweisen. Mindestens eine Walze, insbesondere beide Walzen der Mahlwalzenpaarung,
insbesondere mindestens eine Mahlwalze, insbesondere beide Mahlwalzen der Mahlwalzenpaarung,
kann bzw. können eine Lange im Bereich 500 mm bis 2000 mm und einen Durchmesser im
Bereich von 250 mm bis 300 mm aufweisen. Die Umfangsfläche der Walze, insbesondere
der Mahlwalze, ist bevorzugt unlösbar mit dem Walzenkörper verbunden und insbesondere
einstückig damit ausgebildet. Dies erlaubt eine einfache Herstellung und eine zuverlässige
und robuste Verarbeitung, insbesondere Vermahlung, des Produktes. Die Walzen können
mit mindestens einem Sensor zur Erfassung von Messwerten ausgebildet sein, die einen
Zustand mindestens einer der Walzen, insbesondere beider Walzen der Walzenpaarung
charakterisieren. Insbesondere kann es sich dabei um einen Zustand einer Umfangsfläche
mindestens einer der Walzen, insbesondere beider Walzen der Walzenpaarung handeln.
Der Zustand kann beispielsweise eine Temperatur, ein Druck, eine Kraft (Kraftkomponente(n)
in einer oder mehreren Richtungen), ein Verschleiss, eine Vibration, eine Deformation
(Ausdehnung und/oder Auslenkweg), eine Drehgeschwindigkeit, eine Drehbeschleunigung,
eine Umgebungsfeuchtigkeit, eine Position oder eine Orientierung mindestens einer
der Walzen, insbesondere beider Walzen der Walzenpaarung sein. Die Sensoren können
beispielsweise als MEMS-Sensor ausgebildet sein (MEMS: Micro-Electro-Mechanical System).
Bevorzugt steht der Sensor in Datenverbindung mit mindestens einem Datensensor, wobei
der Datensender zur berührungslosen Übertragung der Messwerte des mindestens einen
Sensors an einen Datenempfänger ausgebildet ist. Die Messwerte können mit Hilfe des
mindestens einen Datensenders berührungslos an einen Datenempfänger übertragen werden,
der nicht Bestandteil der Walze ist. Die Mahlanlage kann weitere Sensoren und Messeinheiten
umfassen zum Erfassen von Prozess- oder Produkte- oder Betriebsparametern, insbesondere
Messvorrichtungen zum Messen der Strom-/Leistungsaufnahmen einer oder mehreren Walzen.
Unter anderem können die Sensoren (i) mindestens ein Temperatursensor, bevorzugt aber
mehrere Temperatursensoren zum Messen der Walzentemperatur oder eines Temperaturprofil
entlang einer Walze; (ii) ein oder mehrere Drucksensoren; (iii) ein oder mehrere Kraftsensoren
(zur Bestimmung der Kraftkomponente(n) in einer oder mehreren Richtungen); ein oder
mehrere Verschleisssensoren; (iv) ein oder mehrere Vibrationssensoren, insbesondere
zum Ermitteln eines Wickelns, also einer Anhaftung des verarbeiteten Produktes an
der Umfangsfläche der Walze, was Verarbeiten, insbesondere Vermahlen, an dieser Position
behindert; (v) ein oder mehrere Deformationssensoren (zur Bestimmung einer Ausdehnung
und/oder eines Auslenkwegs); (vi) ein oder mehrere Drehgeschwindigkeitssensoren, insbesondere
zum Ermitteln eines Stillstandes der Walze; (vii) ein oder mehrere Drehbeschleunigungssensoren;
(viii) ein oder mehrere Sensoren zum Ermitteln einer Umgebungsfeuchtigkeit, der bevorzugt
an einer Stirnseite der Walze angeordnet ist; (ix) ein oder mehrere gyroskopischer
Sensoren zum Ermitteln der Position und/oder der Orientierung der Walze, insbesondere
zum Ermitteln der von der Position und/oder der Orientierung abhängigen Breite eines
Spaltes zwischen den beiden Walzen der Walzenpaarung sowie der Parallelität der Walzen;
und/oder (x) ein oder mehrere Sensoren zum Ermitteln der Breite eines Spaltes zwischen
den beiden Walzen der Walzenpaarung, insbesondere eines Mahlspaltes zwischen den beiden
Mahlwalzen der Mahlwalzenpaarung, beispielsweise ein in einer Stirnseite der Walze
angeordneter Sensors, insbesondere ein MEMS-Sensor. Beliebige Kombinationen davon
sind ebenfalls möglich. Beispielsweise kann eine Walze mehrere Temperatursensoren
und Deformationssensoren enthalten. Zudem ist es möglich und liegt im Rahmen der Erfindung,
dass alle Sensoren vom gleichen Typ sind, also beispielsweise als Messeinheiten zum
Messen der Leistungsaufnahme einer oder mehreren Walzen ausgebildet sind.
[0020] Unter einem Verschleiss wird dabei hier und im Folgenden die mechanische Abnutzung
der Umfangsfläche der Walze, insbesondere der Mahlwalze, verstanden. Ein solcher Verschleiss
kann im Stand der Technik beispielsweise über eine Widerstandsänderung bestimmt werden,
die durch einen Materialabtrag an der Umfangsfläche entsteht. Alternativ oder zusätzlich
kann ein Verschleiss über einen veränderten Druck und/oder über eine veränderte Weglänge
und/oder über eine veränderte elektrische Kapazität bestimmt werden. Wenn eine Einheit
nur einen einzigen Datensender enthält, so kann diese Einheit mindestens einen Multiplexer
umfassen, der zur abwechselnden Übermittlung der von den Sensoren erfassten Messwerte
an den Datensender angeordnet und ausgebildet ist. Die berührungslose Übertragung
kann beispielsweise durch Infrarotstrahlung, durch Lichtpulse, durch Radiofrequenzsignale,
durch induktive Kopplung oder durch eine beliebige Kombination davon erfolgen. Die
berührungslose Übertragung der Messwerte umfasst hier und im Folgenden stets auch
die Übertragung von Daten, welche durch eine entsprechende Verarbeitung der Messwerte
gewonnen werden und die somit auf den Messwerten beruhen. Beispielsweise kann eine
Einheit mit Sensoren mindestens einen Signalwandler, insbesondere mindestens einen
A/D-Wandler, zur Umwandlung der von dem mindestens einen Sensor erfassten Messwerte
enthalten. Jedem Sensor kann mindestens ein Signalwandler zugeordnet sein, der die
von diesem Sensor erfassten Messwerte umwandelt. Anschliessend können die umgewandelten
Signale einem wie bereits oben beschriebenen Multiplexer zugeführt werden. Handelt
es sich bei den Signalwandlern um einen A/D-Wandler, so kann der Multiplexer ein digitaler
Multiplexer sein. In einer zweiten möglichen Variante kann der Signalwandler auch
zwischen einem wie oben beschriebenen Multiplexer und dem Datensender angeordnet sein.
In diesem Falle kann der Multiplexer ein analoger Multiplexer sein. Eine Einheit mit
Sensoren kann mindestens eine Leiterplatte (insbesondere eine MEMS-Leiterplatte) umfassen,
auf welcher einer oder mehrere ihrer Sensoren und/oder mindestens ein Multiplexer
und/oder mindestens ein Signalwandler und/oder der mindestens eine Datensender und/oder
mindestens ein Energieempfänger und/oder mindestens ein Energieerzeuger angeordnet
sind. Die Leiterplatte kann Messleitungen enthalten, über die die Sensoren mit dem
Multiplexer verbunden sind. Eine solche Leiterplatte hat den Vorteil, dass die genannten
Bauteile hierauf sehr kompakt angeordnet werden können und dass die Leiterplatte als
separate Baugruppe gefertigt und zumindest in einigen Ausführungsbeispielen bei Bedarf
wieder ausgetauscht werden kann. Alternativ zu einer Leiterplatte können die Sensoren
aber auch über einen Kabelbaum mit dem Datensender und/oder dem Multiplexer verbunden
sein. Eine oder mehrere der Walzen der Vermahlungsanlage können mindestens einen Datenspeicher
enthalten, insbesondere einen RFID-Chip. In diesem Datenspeicher kann beispielsweise
eine insbesondere individuelle Identifikation der Walze gespeichert oder speicherbar
sein. Alternativ oder zusätzlich kann im Datenspeicher mindestens eine Eigenschaft
der Walze gespeichert oder speicherbar sein, wie etwa mindestens eine ihrer Dimensionen
und/oder ihre Bombierung. Die im Datenspeicher gespeicherten Daten werden bevorzugt
ebenfalls berührungslos übertragen. Hierzu kann die Walze einen Datensender aufweisen.
Dabei ist es denkbar, dass die Daten des Datenspeichers mittels des gleichen Datensenders
übertragen werden, mittels dem erfindungsgemäss die Messwerte des mindestens einen
Sensors übertragen werden. Messvorrichtungen mit Sensoren können auch einen darin
integrierten Datenprozessor enthalten, insbesondere einen Mikroprozessor, einen FPGA,
einen PLC-Prozessor oder einen RISC-Prozessor. Dieser Datenprozessor kann beispielsweise
die von dem mindestens einen Sensor erfassten Messwerte weiterverarbeiten und dann
optional an den Datensender übertragen. Insbesondere kann der Datenprozessor die Funktion
des oben beschriebenen Multiplexers und/oder des oben beschriebenen Signalwandlers
ganz oder teilweise übernehmen. Der Mikroprozessor kann Bestandteil der ebenfalls
oben beschriebenen Leiterplatte sein. Der Mikroprozessor kann alternativ oder zusätzlich
auch mindestens eine der folgenden Funktionen übernehmen: Kommunikation mit mindestens
einem Datenbussystem (insbesondere Verwaltung von IP-Adressen); Leiterplattenspeicherverwaltung;
Steuerung von insbesondere wie unten beschriebenen Energiemanagementsystemen; Verwaltung
und/oder Speicherung von Identifikationsmerkmalen der Walze(n), wie beispielsweise
geometrischen Daten und Walzengeschichte; Verwaltung von Schnittstellenprotokollen;
drahtlose Funktionalitäten. Ferner kann die Messeinrichtung, insbesondere die Leiterplatte,
über ein Energiemanagementsystem verfügen, welches eine, mehrere oder sämtliche der
folgenden Funktionen durchfuhren kann: (i) regelmassige, insbesondere periodische,
Übertragung der Messwerte vom Datensender; (ii) Übertragung der Messwerte vom Datensender
nur bei Vorliegen einer vorgegebenen Bedingung, insbesondere bei Erfüllung eines weiter
unten noch beschriebenen Warnkriteriums; (iii) regelmassige, insbesondere periodische
Ladung und Entladung eines Kondensators oder eines Energiespeichers. Eine Vermahlungs-/Produktverarbeitungsanlage
für die Verarbeitung eines Produktes, insbesondere die Mahlanlage für das Vermahlen
von Mahlgut, enthält mindestens eine Walze oder Walzenpaarung, insbesondere eine Mahlwalzenpaarung.
Zwischen den Walzen der Walzenpaarung ist ein Spalt gebildet. Insbesondere ist zwischen
den Mahlwalzen einer Mahlwalzenpaarung ein Mahlspalt gebildet. Insbesondere beim Vermahlen
von Mahlgut kann das Mahlgut im Wesentlichen vertikal abwärts durch einen solchen
Mahlspalt geführt werden. Zudem wird insbesondere beim Vermahlen von Mahlgut dieses
Mahlgut den Mahlwalzen bevorzugt mittels seiner Schwerkraft zugeführt, wobei dies
optional pneumatisch unterstützt werden kann. Das Produkt, insbesondere das Schuttgut,
insbesondere das Mahlgut, kann körnig sein und sich als Fluidstrom durch den Mahlspalt
bewegen. Insbesondere bei der Verfeinerung von Massen wie etwa Schokoladenmassen oder
Zuckermassen, kann diese Masse alternativ auch von unten nach oben durch den zwischen
den Walzen gebildeten Spalt geführt.
[0021] Die Erfindung betrifft z.B. Produktverarbeitungsanlagen, insbesondere Mahlanlagen
für das Vermahlen von Mahlgut. Die Produktverarbeitungsanlage enthält mindestens eine
Walze oder Walzenpaarung. Zusätzlich kann die Produktverarbeitungsanlage mindestens
einen insbesondere ruhenden Datenempfänger zum Empfangen der vom Datensender mindestens
einer der Walzen oder Walzenpaarungen übertragenen Messwerte aufweisen. Bei der Mahlanlage
kann es sich beispielsweise um einen einzelnen Walzenstuhl einer Getreidemühle oder
auch um eine ganze Getreidemühle mit mindestens einem Walzenstuhl handeln, wobei mindestens
ein Walzenstuhl mindestens eine wie oben beschriebene Mahlwalze enthalt. Die Produktverarbeitungsanlage
kann aber auch ausgebildet sein als (i) ein Flockierwalzwerk für das Flockieren von
Schuttgut, insbesondere Getreide, Getreidevermahlungsprodukten und Getreideendprodukten
der Müllerei oder Spezialmüllerei wie oben ausgeführt, (ii) eine Walzenmühle oder
ein Walzwerk für die Herstellung von Schokolade, insbesondere ein Vorwalzwerk mit
beispielsweise zwei oder fünf Walzen, insbesondere zwei oder fünf Feinwalzen, oder
ein End-Feinwalzwerk, (iii) ein Walzwerk für das Nassmahlen und/oder Dispergieren,
beispielsweise von Druckfarben, Beschichtungen, Elektronikmaterialien oder Chemikalien,
insbesondere Feinchemikalien, insbesondere ein Dreiwalzwerk. Die Erfindung betrifft
insbesondere ein Verfahren zum Betreiben einer wie oben beschriebenen Produktverarbeitungsanlage,
insbesondere einer oben beschriebenen wie Mahlanlage. Das Verfahren umfasst einen
Schritt, in dem mit dem Datenempfänger der Produktverarbeitungsanlage von einem Datensender
mindestens einer der Walzen oder Walzenpaarung übertragene Messwerte empfangen werden.
Die somit empfangenen Daten werden anschliessend weiterverarbeitet. Zu diesem Zweck
können sie einer Steuereinheit der Produktverarbeitungsanlage, insbesondere der Mahlanlage,
zugeführt werden, von wo aus sie noch weiter an ein optionales übergeordnetes Leitsystem
weitergegeben werden können. Mit Hilfe der Steuereinheit und/oder des Leitsystem kann
die gesamte Produktverarbeitungsanlage, insbesondere die gesamte Mahlanlage, oder
ein Teil davon gesteuert und/oder geregelt werden.
[0022] Von der Steuereinheit kann z.B. eine Warnmeldung ausgegeben oder ein elektrisches
Alarmsignal erzeugt werden, falls ein vorgegebenes Warnkriterium erfüllt ist. Das
Warnkriterium kann beispielsweise darin bestehen, dass der Messwert mindestens eines
der Sensoren einen für diesen Sensor vorgegebenen Grenzwert überschreitet. In einer
anderen Variante kann das Warnkriterium darin bestehen, dass die Differenz zwischen
dem grössten Messwert und dem kleinsten Messwert, die von einer vorgegebenen Menge
von Sensoren gemessen werden, einen vorgegebenen Grenzwert übersteigt. Falls das Warnkriterium
erfüllt ist, kann ein Warnsignal ausgegeben werden (beispielsweise optisch und/oder
akustisch) und/oder die Produktverarbeitungsanlage kann zum Stillstand gebracht werden
(beispielsweise durch die Steuereinheit). Ausserdem kann die Steuereinheit die von
dem mindestens einen Sensor erfassten Messwerte oder daraus gewonnene Daten visualisieren.
Die Produktverarbeitungsanlage kann produktstrom-abwärts von einer Walzenpaarung eine
Vorrichtung zur Messung von Partikelgrössen und deren Verteilungen enthalten. Hierdurch
kann die Messung der Partikelgrössen und deren Verteilungen beispielsweise mit einer
Messung des Verschleisszustandes und/oder des Walzenanpressdrucks kombiniert werden.
Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die Walze, insbesondere die Mahlwalze,
eine Riffelwalze ist. Alternativ oder zusätzlich kann produktstrom-abwärts von einer
Walze, insbesondere einer Mahlwalze, auch eine Vorrichtung zur NIR-Messung des Produktstromes,
insbesondere des Mahlgutstromes, angeordnet sein. Dies ist besonders dann vorteilhaft,
wenn es sich bei Walzen, insbesondere den Mahlwalzen, um Glattwalzen handelt. Beide
Varianten ermöglichen aufgrund der Erkennung des Verschleisszustandes eine frühzeitige
Planung der Wartung.
[0023] Mit der erfindungsgemässen Produktverarbeitungsanlage ist es möglich, objektiv die
Leistungsaufnahme von Mahlwalzen (einzeln oder als Paarung) kontinuierlich während
des Mahlvorganges beispielsweise einer Produktcharge zu überwachen. Dabei können weitere
Parameter gemessen und überwacht werden. Zum Beispiel kann in die Überwachung zusätzlich
die Walzentemperatur oder die Innenraumtemperatur des Gehäuses des Walzenstuhles und/
oder die Raumtemperatur, also die Außentemperatur eingehen, da diese Temperaturwerte
Einflüsse auf die Temperatur der Mahlwalzen haben etc. Je höher der Anpressdruck ist,
umso größer ist der Energiebedarf, also der Kilowatt-Verbrauch. Bei einem höheren
Anpressdruck wird mehr Zerkleinerungsenergie erzeugt, welche zum Teil als Wärme an
das zu zerkleinernde Produkt und auch an das Walzenmaterial abgegeben wird. Das bedeutet,
dass sich auch die Temperatur im Innenraum des Walzenstuhles oder einer ähnlichen
Maschine erhöht. Ist der Produktschleier gleichmäßig, kann man mit Hilfe der Temperatur,
die sich auf der Oberfläche der Walze einstellt und mit Temperaturfühlern erfasst
wird, die Mahlarbeit optimieren, indem man eine dem zu bearbeitenden Produkt zugeordnete
optimale Temperatur mit Hilfe des Anpressdruckes und/oder der Mahlspaltverstellung
verändert. Diese Veränderung kann sowohl manuell als auch vollautomatisch mit Hilfe
eines Computers und/oder einer Steuerung, beispielsweise einer SPS-Steuerung (Selbst
Programmierbare Steuerung) oder auch PLC-Steuerung (Programable Logic Control) (Regelvorrichtung),
erfolgen. Die weiteren überwachten Parameter können als notwendig einzuhaltende Randbedingungen
zugeordnet physikalische, technologische oder prozessbedingte Grenzen vorgegeben.
Die zusätzliche Überwachung derartiger Randbedingungen kann zu einer Verbesserung
des Regelungsverhaltens und zu einer besseren Produktqualität der Endprodukte führen.
[0024] Erfindungsgemäss wird die Vermahlungsanlage 1 durch eine intelligente, selbst-adaptive
Regel- und Steuerungsvorrichtung 4 mit selbst-optimierter Steuerung der Mühlenanlage
1 und der Vermahlungslinie eines Walzensystems der Mühlenanlage 1 geregelt. Die Vermahlungslinie
umfasst eine Mehrzahl von Verarbeitungseinheiten 2(B)/3(C), welche basierend auf operativen
Prozessparametern 4111,...,411x jeweils einzeln mittels der Regel- und Steuerungsvorrichtung
4 ansteuerbar und im ihrem Betrieb einzeln regelbar sind. Mittels eines operativen
Prozessrezept 411 ist eine Chargen-Steuerung mit einer definierten Verarbeitungsfolge
in den Verarbeitungseinheiten 2(B)/3(C) regelbar, wobei mittels des operativen Prozessrezept
411 aus einem oder mehreren Ausgangsstoffen 5 mit den Messparameter 51 eine definierte
Menge eines Endproduktes 6 mit den Messparametern 61 (611,...,61x) und der Ausbeute
62 erzeugt wird. Die Verarbeitungseinheiten 2(B)/3(C) werden basierend auf spezifisch,
dem operativen Prozessrezept zugeordneten operativen Chargen-Prozessparametern gesteuert.
Die Regel- und Steuerungsvorrichtung 4 umfasst ein Pattern-Recognition-Module zum
Erkennen von operativen Prozessrezepten 41 mit multi-dimensionalen Chargen-Prozessparameter-Pattern
4111,...,411x, wobei ein operatives Prozessrezept 41 mindestens ein oder mehrere Ausgangsstoffe
5, eine definierte Abfolge eines Vermahlungsprozesses innerhalb der Verarbeitungseinheiten
2(B)/3(C) der Vermahlungslinie, und operative Chargen-Prozessparameter 4111,...,411x
zu den jeweiligen Verarbeitungseinheiten der Vermahlungslinie zugeordnet abgespeichert
umfasst. Die Regel- und Steuerungsvorrichtung 4 umfasst eine Speichervorrichtung 43
zum Speichern historischer operativen Prozessrezepten 431 mit historischen Chargen-Prozessparameter
4311,...,431x, wobei die historischen Chargen-Prozessparameter 4311,...,431x eines
Prozessrezeptes 431 jeweils ein prozess-typisches, multi-dimensionales Chargen-Prozessparameter-Pattern
4321,...,432x eines optimierten Chargen-Prozesses im Normbereich definieren.
[0025] Bei Eingabe von Endprodukteparameter und/oder Eingangsprodukteparameter eines neuen
operativen Prozessrezeptes 411 werden mittels Pattern-Recognition des Pattern-Recognition-Modules
eines oder mehrere der abgespeicherten historischen operativen Prozessrezepten 432
basierend auf den zugeordneten multi-dimensionalen Chargen-Prozessparameter-Pattern
4321,...,432x als nächstliegende Chargen-Prozessparameter-Pattern 432i getriggert
und/oder selektiert. Das Pattern-Recognition-Modul kann insbesondere eine maschinen-basierte
neuronale Netzstruktur umfassen. Die Identifizierung und Recognition der Pattern findet
dann z.B. im Rahmen des Netztrainings statt. Ein auf einem neuronalen Netz basierendes
Training kann z.B. nur beruhend auf historischen Pattern 432 aufgebaut sein. Die Regelung
der Regelungsparameter 411 des Mühlensystems 1 kann auf Basis der aktualisierten neuronalen
Netzstruktur und insbesondere auf mindestens eine vorgebbare Zielgröße ausgerichtete
Optimierung erfolgen. Mittels der Regel- und Steuerungsvorrichtung 4 werden basierend
auf den getriggerten nächstliegende Chargen-Prozessparameter-Pattern 432i neue Chargen-Prozessparameter-Pattern
mit neuen Chargen-Prozessparameter 4111,...,411x für das eingegebene neue operative
Prozessrezept 411 generiert, wobei die Verarbeitungseinheiten 2(B)/3(C) basierend
auf den generierten operativen Prozessrezepten mit den zugeordneten Chargen-Prozessparameter
mittels der Regel- und Steuerungsvorrichtung 4 entsprechend angesteuert und geregelt
werden. Während des Vermahlungsprozesses des neuen operativen Prozessrezeptes 411
werden die operativen Prozessparameter mittels der Regel- und Steuerungsvorrichtung
4 kontinuierlich überwacht, wobei bei der Detektion einer Anomalie als definierte
Abweichung der überwachten operativen Prozessparameter 4111,...,411x vom den bestimmten
operativen Prozessparametern 4111,...,411 x des neuen operativen Prozessrezeptes 411
ein Warnsignal auf eine Alarmeinheit übertragen wird. Die Chargen-Prozessparameter
können z.B. mindestens die Ströme eines oder mehrerer Walzenstühle 2(B)/3(C) der Mühlenanlage
1 umfassen. Die ein oder mehreren Walzenstühle können z.B. mindestens Riffelwalzen
(B Passage) und/oder Glattwalzen (C Passage) umfassen. Die Chargen-Prozessparameter
können z.B. mindestens die Ströme aller Walzenstühle 2(B)/3(C) der Mühlenanlage 1
umfassen. Mittels der prozess-typischen Chargen-Prozessparameter eines optimierten
Chargen-Prozesses im Normbereich können z.B. definierte Qualitätsparameter 61 (611,...,61x)
des Endproduktes 6 und spezifische Mehlausbeute 62 in Abhängigkeit vom den Ausgangsprodukten
5 und/oder dessen Messparameter 51 bestimmt werden. Die definierten Qualitätsparameter
61 können z.B. mindestens Partikelgrössenverteilung 611 und/oder Stärkebeschädigung
612 und/oder Proteinqualität 613 und/oder Wassergehalt 614 umfassen. Die überwachten
Chargen-Prozessparametern 4111,...,411x können z.B. mindestens Ausbeute 62 und/oder
Energieaufnahme/- verbrach und/oder Durchsatz/Maschinenlaufzeit umfassen. Während
des Vermahlungsprozesses können z.B. bei der Detektion von Anomalie kontinuierliche
Langzeit-Veränderungen bei den überwachten Chargen-Prozessparametern von der Regel-
und Steuerungsvorrichtung erfasst werden, wobei die definierte Abweichung der überwachten
operativen Prozessparametern vom den generierten operativen Prozessparametern des
neuen operativen Prozessrezeptes in Abhängigkeit der gemessenen kontinuierlichen Langzeit-Veränderungen
bestimmt wird. Die überwachten Chargen-Prozessparametern können z.B. von einer Vielzahl
von erfindungsgemässen Regel- und Steuerungsvorrichtungen 4 über ein Netzwerk an eine
zentrale Überwachungseinheit übermittelt werden, wobei die Vielzahl von Regel- und
Steuerungsvorrichtungen 4 zentral überwacht und geregelt werden. U.a. hat die Erfindung
den Vorteil, dass sie auf eine technisch neue Art die Identifikation von langfrist-Trends
in der Produktion, das automatisierte Erkennen von Auffälligkeiten, die automatisierte
24/7 (Fern) Überwachung und Erkennung der Produktionsparameter für (i) Ausbeute, (ii)
Energie, und (iii) Durchsatz / Maschinenlaufzeit etc. erlaubt.
[0026] In einer Ausführungsvariante können die Ströme aller Walzenstühle 2(B)/3(C) betrachtet
werden, z.B. unterteilt in B Passage (Riffelwalzen) und C Passage (Glattwalzen). Für
jedes Rezept ergibt sich ein typisches Pattern 421, das in Abhängigkeit vom Rohmaterial
5 und den vorhergehenden Prozessschritten die Qualität 61 des Endproduktes 6 bestimmt
(Partikelgrössenverteilung 611, Stärkebeschädigung 612, Proteinqualität 613, Wassergehalt
614) sowie die spezifische Mehlausbeute 62. Eine Veränderung des Patterns 421 der
Ströme wird als Anomalie vom System 4 automatisch detektiert und eine Warnmeldung
erzeugt.
Referenzliste
[0027]
- 1 Mühlenanlage
- 2 Verarbeitungseinheiten (B)
21,...,23 Riffelwalzen
- 3 Verarbeitungseinheiten (C)
31,...,33 Glattwalzen
- 4 Regel- und Steuerungsvorrichtung
41 Input Parameter
411 Operatives Prozessrezept
4111,...,411x Operative Prozessparameter
421 Pattern
4121,...,412x Chargen(Batch)-Parameter-Pattern
42 Pattern-Recognition-Module
43 Speichervorrichtung
431 Historische operative Prozessrezepte
4311,...,431x Historische operative Prozessparameter
431i Getriggerte nächstliegende Prozessparameter
432 Historische Pattern
4321,...,432x Chargen-Parameter-Pattern
432i Getriggertes nächstliegendes Pattern
- 5 Eingangsprodukte
51 Messparameter Eingangsstoffe
- 6 Endprodukte
61 Messparameter Endprodukte
611 Partikelgrössenverteilung
612 Stärkebeschädigung
613 Proteinqualität
614 Wassergehalt
62 Spezifische Ausbeute
1. Selbst-adaptives Regel- und Steuerungsverfahren für eine Regel- und Steuerungsvorrichtung
(4) zur selbst-optimierten Steuerung einer Mühlenanlage (1) und einer Vermahlungslinie
eines Walzensystems der Mühlenanlage (1), wobei die Vermahlungslinie eine Mehrzahl
von Verarbeitungseinheiten (2(B)/3(C)) umfasst, welche basierend auf operativen Prozessparametern
(4111,...,411x) jeweils einzeln mittels der Regel- und Steuerungsvorrichtung (4) ansteuerbar
und in ihrem Betrieb einzeln regelbar sind, wobei mittels einem operativen Prozessrezept
(41/411) eine Chargen-Steuerung mit einer definierten Verarbeitungsfolge in den Verarbeitungseinheiten
(2(B)/3(C)) regelbar ist, wobei mittels dem operativen Prozessrezept (411) aus einem
oder mehreren Eingangsstoffen (5) eine definierte Menge eines Endproduktes (6) erzeugbar
ist, und wobei die Verarbeitungseinheiten (21,...,23,31,...,33) basierend auf spezifisch,
dem operativen Prozessrezept (41) zugeordneten operativen Chargen-Parametern (4111,...,411x)
gesteuert werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Regel- und Steuerungsvorrichtung (4) ein Pattern-Recognition-Module zum Erkennen
von operativen Prozessrezepten (411) mit multi-dimensionalen Chargen-Parameter-Pattern
(4121,...,412x) umfasst, wobei ein operatives Prozessrezept (411) mindestens ein oder
mehrere Eingangsprodukteparameter (51) und/oder Endprodukteparameter (61), eine definierte
Abfolge eines Vermahlungsprozesses innerhalb der Verarbeitungseinheiten (2/3) der
Vermahlungslinie, und operative Prozessparameter (4121,...,412x) zu den jeweiligen
Verarbeitungseinheiten (21,...,23/31,...,33) der Vermahlungslinie zugeordnet abgespeichert
umfasst,
dass die Regel- und Steuerungsvorrichtung (4) eine Speichervorrichtung (43) zum Speichern
historischer operativen Prozessrezepten (431) mit historischen Chargen-Prozessparameter
(4311,...,431x) umfasst, wobei die historischen Chargen-Prozessparameter (4311,...,431x)
eines Prozessrezeptes (431) jeweils ein prozess-typisches, multi-dimensionales Chargen-Prozessparameter-Pattern
(4321,...,432x) eines optimierten Chargen-Prozesses im Normbereich definieren,
dass bei Eingabe von Endprodukteparametern (61) und/oder Eingangsprodukteparametern (51)
eines neuen operativen Prozessrezeptes (41) mittels Pattern-Recognition des Pattern-Recognition-Modules
(42) eines oder mehrere der abgespeicherten historischen operativen Prozessrezepten
(431) basierend auf den zugeordneten multi-dimensionalen Chargen-Parameter-Pattern
(4321,...,432x) als einem neuen Chargen-Parameter-Pattern (4121,...,412x) nächstliegende
Chargen-Prozessparameter-Pattern (432i) getriggert und/oder selektiert werden,
dass mittels der Regel- und Steuerungsvorrichtung (4) basierend auf den getriggerten nächstliegende
Chargen-Prozessparameter-Pattern (432i) neue operative Prozessparameter (4111,...,411x)
für das eingegebene neue operative Prozessrezept (41) generiert werden, wobei die
Verarbeitungseinheiten basierend auf dem generierten operativen Prozessrezept (41)
mit den zugeordneten neuen operativen Prozessparametern (4111,...,411x) mittels der
Regel- und Steuerungsvorrichtung (4) entsprechend angesteuert und geregelt werden,
und
dass während des Vermahlungsprozesses des neuen operativen Prozessrezeptes (41) die operativen
Prozessparameter (4111,...,411x) mittels der Regel- und Steuerungsvorrichtung (4)
kontinuierlich überwachbar sind, wobei bei der Detektion einer Anomalie als definierte
Abweichung der überwachten operativen Prozessparameter vom den bestimmten operativen
Prozessparametern (4111,...,411x) des neuen operativen Prozessrezeptes (41) ein Warnsignal
auf eine Alarmeinheit übertragen wird.
2. Regel- und Steuerungsverfahren zur selbst-optimierten Steuerung einer Mühlenanlage
(1) und einer Vermahlungslinie eines Walzensystems einer Mühle (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die operative Prozessparameter (4111,...,411x) mindestens Messparameter betreffend
der Ströme und/oder Leistungsaufnahme eines oder mehrerer Walzenstühle der Mühlenanlage
(1) und/oder Ausbeute und/oder Durchsatz/Maschinenlaufzeit umfasst.
3. Regel- und Steuerungsverfahren zur selbst-optimierten Steuerung einer Mühlenanlage
(1) und einer Vermahlungslinie eines Walzensystems einer Mühle nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die ein oder mehreren Walzenstühle (21,...,23/31,...,33) mindestens Riffelwalzen
(B Passage/21,...,23) und/oder Glattwalzen (C Passage/31,...,33) umfassen.
4. Regel- und Steuerungsverfahren zur selbst-optimierten Steuerung einer Mühlenanlage
(1) und einer Vermahlungslinie eines Walzensystems einer Mühle (1) nach einem der
Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die operativen Prozessparameter (4111,...,411x) mindestens Messparameter betreffend
der Ströme und/oder Leistungsaufnahme aller Walzenstühle der Mühlenanlage (1) umfasst.
5. Regel- und Steuerungsverfahren zur selbst-optimierten Steuerung einer Mühlenanlage
(1) und einer Vermahlungslinie eines Walzensystems einer Mühle (1) nach einem der
Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der prozess-typischen operativen Prozessparameter (4111,...,411x) eines optimierten
Chargen-Prozesses im Normbereich definierte Qualitätsparameter des Endproduktes (6)
und spezifische Mehlausbeute in Abhängigkeit vom den Eingangsprodukten (5) bestimmbar
sind.
6. Regel- und Steuerungsverfahren zur selbst-optimierten Steuerung einer Mühlenanlage
(1) und einer Vermahlungslinie eines Walzensystems einer Mühle (1) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die definierten Qualitätsparameter (61) mindestens Partikelgrössenverteilung (611)
und/oder Stärkebeschädigung (612) und/oder Proteinqualität (613) und/oder Wassergehalt
(614) umfassen.
7. Regel- und Steuerungsverfahren zur selbst-optimierten Steuerung einer Mühlenanlage
(1) und einer Vermahlungslinie eines Walzensystems einer Mühle (1) nach einem der
Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die überwachten operativen Prozessparameter (4111,...,411x) mindestens Ausbeute (62)
und/oder Energieaufnahme/-verbrauch und/oder Durchsatz/Maschinenlaufzeit umfassen.
8. Regel- und Steuerungsverfahren zur selbst-optimierten Steuerung einer Mühlenanlage
(1) und einer Vermahlungslinie eines Walzensystems einer Mühle (1) nach einem der
Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass während des Vermahlungsprozesses bei der Detektion von Anomalie kontinuierliche Langzeit-Veränderungen
bei den überwachten operativen Prozessparameter (4111,...,411x) von der Regel- und
Steuerungsvorrichtung (4) erfasst werden, wobei die definierte Abweichung der überwachten
operativen Prozessparameter (4111,...,411x) vom den generierten operativen Prozessparametern
(4111,...,411x) des neuen operativen Prozessrezeptes (41) in Abhängigkeit der gemessenen
kontinuierlichen Langzeit-Veränderungen bestimmt wird.
9. Regel- und Steuerungsverfahren zur selbst-optimierten Steuerung einer Mühlenanlage
(1) und einer Vermahlungslinie eines Walzensystems einer Mühle (1) nach einem der
Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die überwachten operativen Prozessparametern (4111,...,411x) von einer Vielzahl von
Regel- und Steuerungsvorrichtungen (4) über ein Netzwerk an eine zentrale Überwachungseinheit
übermittelt werden, wobei die Vielzahl von Regel- und Steuerungsvorrichtungen (4)
zentral überwacht und geregelt werden.
10. Regel- und Steuerungsverfahren zur selbst-optimierten Steuerung einer Mühlenanlage
(1) und einer Vermahlungslinie eines Walzensystems einer Mühle (1) nach einem der
Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die definierte Abweichung der überwachten operativen Prozessparameter (4111,...,411x)
vom den generierten operativen Prozessparametern (4111,...,411x) des neuen operativen
Prozessrezeptes (41) in Abhängigkeit der natürlichen Schwankungen innerhalb definierbarer
χ2-Standardabweichungen bestimmt wird.
11. Selbst-adaptive Regel- und Steuerungsvorrichtung (4) zur automatisierten Steuerung
und Selbst-Optimierung einer Mühlenanlage (1) oder einer Vermahlungslinie eines Walzensystems,
wobei die Vermahlungslinie eine Mehrzahl von Verarbeitungseinheiten (2(B)/3(C)) umfasst,
welche basierend auf operativen Prozessparametern (41) jeweils einzeln mittels der
Regel- und Steuerungsvorrichtung (4) ansteuerbar und im ihrem Betrieb einzeln regelbar
sind, wobei mittels einer Chargen-Steuerung eine definierte Menge eines Endproduktes
(6), welche aus einem oder mehreren Eingangsprodukten (5) nach einer definierten Reihenfolge
der Verarbeitungseinheiten (2(B)/3(C)) basierend auf spezifisch zugeordneten operativen
Prozessparametern (4111,...,411x) erzeugbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Regel- und Steuerungsvorrichtung (4) ein Pattern-Recognition-Module zum Erkennen
von operativen Prozessrezepten (41) umfassend multi-dimensionalen Chargen-Parameter-Pattern
(4121,...,412x) umfasst, wobei ein operatives Prozessrezept (41) mindestens ein oder
mehrere Eingangsprodukteparameter (51) und/oder Endprodukteparameter (61), eine definierte
Abfolge eines Vermahlungsprozesses innerhalb der Verarbeitungseinheiten (2/3) der
Vermahlungslinie, und operative Prozessparameter (4121,...,412x) zu den jeweiligen
Verarbeitungseinheiten (21,...,23/31,...,33) der Vermahlungslinie zugeordnet abgespeichert
umfasst,
dass die Regel- und Steuerungsvorrichtung (4) eine Speichervorrichtung (43) zum Speichern
historischer operativen Prozessrezepten (431) mit historischen operativen Prozessparametern
(4311,...,431x) umfasst, wobei die historischen operativen Prozessparametern (4311,...,431x)
eines operativen Prozessrezeptes (41) jeweils ein prozess-typisches, multi-dimensionales
Chargen-Parameter-Pattern (4321,...,432x) eines optimierten Chargen-Prozesses im Normbereich
definieren,
dass bei Eingabe von Endprodukteparametern (61) und/oder Eingangsprodukteparametern (51)
eines neuen operativen Prozessrezeptes (41) mittels Pattern-Recognition des Pattern-Recognition-Modules
eines oder mehrere der abgespeicherten historischen operativen Prozessrezepten (431)
basierend auf den zugeordneten multi-dimensionalen Chargen-Parameter-Pattern (4321,...,432x)
als einem neuen Chargen-Parameter-Pattern (4121,...,412x) nächstliegende Chargen-Parameter-Pattern
(432i) selektierbar und/oder triggerbar ist,
dass mittels der Regel- und Steuerungsvorrichtung (4) basierend auf den getriggerten nächstliegende
Chargen-Parameter-Pattern (432i) neue operative Prozessparameter (4111,...,411x) für
das eingegebene neue operative Prozessrezept (41) bestimmbar sind, wobei die Verarbeitungseinheiten
(2/3) basierend auf dem bestimmten operativen Prozessrezept (41) und den operativen
Prozessparametern (432i) mittels der Regel- und Steuerungsvorrichtung (4) entsprechend
angesteuert und geregelt werden, und
dass während des Vermahlungsprozesses die operativen Prozessparameter mittels der Regel-
und Steuerungsvorrichtung (4111,...,411x) kontinuierlich überwachbar sind, wobei bei
der Detektion einer Anomalie als definierte Abweichung der überwachten operativen
Prozessparametern (4111,...,411x) von den bestimmten operativen Prozessparametern
(4111,...,411x) des neuen operativen Prozessrezeptes (41) ein Warnsignal auf eine
Alarmeinheit übertragen wird.
1. Self-adaptive regulating and control method for a regulating and control device (4)
for controlling a milling system (1) and a grinding line of a roller system of the
milling system (1) in a self-optimising manner, wherein the grinding line comprises
a plurality of processing units (2(B)/3(C)), which can be respectively individually
controlled by means of the regulating and control device (4) based on operative process
parameters (4111,..., 411x) and can be regulated individually in terms of their operation,
wherein a charge controller can be controlled by means of an operative process formula
(41/411) with a defined processing sequence in the processing units (2(B)/3(C)), wherein
a defined amount of an end product (6) can be generated from one or more starting
substances (5) by means of the operative process formula (411), and wherein the processing
units (21,..., 23, 31,..., 33) can be controlled based on specifically operative charging
parameters (4111,...,411x) allocated to the operative process formula (41),
characterised in that
the regulating and control device (4) comprises a pattern recognition module for recognising
operative process formulae (411) with multi-dimensional charging parameter patterns
(4121,...,412x), wherein an operative process formula (411) comprises at least one
or more starting product parameters (51) and/or end product parameters (61), a defined
sequence of a grinding process within the processing units (2/3) of the grinding line,
and operative process parameters (4121,..., 412x) stored to be allocated to the respective
processing units (21,...,23/31,...33) of the grinding line,
the regulating and control device (4) comprises a storage device (43) for storing
historical operative process formulae (431) with historical charging process parameters
(4311,...431x), wherein the historical charging process parameters (4311,..., 431x)
of a process formula respectively define a process-typical, multi-dimensional charging
process parameter pattern (4321,..., 432x) of an optimised charging process in the
normal range,
when inputting end product parameters (61) and/or starting product parameters (51)
of a new operative process formula (41), one or more of the stored historical operative
process formulae (431) are triggered and/or selected by means of pattern recognition
of the pattern recognition module (42) based on the allocated multi-dimensional charging
parameter pattern (4321,...,432x) as closest charging process parameter patterns (432i)
to a new charging parameter pattern (4121,...,412x),
new operative process parameters (4111,...,411x) are generated for the input new operative
process formula (41) by means of the regulating and control device (4) based on the
triggered closest charging process parameter pattern (432i), wherein the processing
units are correspondingly controlled and regulated based on the generated operative
process formula (41) with the allocated new operative process parameter (4111,...,411x)
by means of the regulating and control device (4), and
during the grinding process of the new operative process formula (41), the operative
process parameters (4111,...,411x) can be continuously monitored by means of the regulating
and control device (4), wherein, in the event of an anomaly being detected as a defined
deviation of the monitored operative process parameters from the determined operative
process parameters (4111,..., 411x) of the new operative process formula (41), a warning
signal is transmitted to an alarm unit.
2. Regulating and control method for controlling a milling system (1) and a grinding
line of a roller system of a mill (1) in an self-optimised manner according to claim
1, characterised in that the operative process parameters (4111,...,411x) comprises at least measuring parameters
relating to the currents and/or power consumption of one or more rollers of the milling
system (1) and/or yield and/or efficiency/engine running time.
3. Regulating and control method for controlling a milling system (1) and a grinding
line of a roller system of a mill in a self-optimising manner according to claim 2,
characterised in that the one or more rollers (21,...,23/31,...,33) comprise at least ripple rollers (B
Passage/21,...,23) and/or smooth rollers (C passage/31,...,33).
4. Regulating and control method for controlling a milling system (1) and a grinding
line of a roller system of a mill (1) in a self-optimising manner according to one
of claims 2 or 3, characterised in that the operative process parameters (4111,..., 411x) comprises at least measuring parameters
relating to the currents and/or power consumption of all rollers of the milling system
(1).
5. Regulating and control method for controlling a milling system (1) and a grinding
line of a roller system of a mill (1) in a self-optimising manner according to one
of claims 1 to 4, characterised in that quality parameters of the end product (6) defined in the normal range by means of
the process-typical operative process parameters (4111,...,4111x) of an optimised
charging process and specific flour yield can be determined depending on the starting
products (5).
6. Regulating and control method for controlling a milling system (1) and a grinding
line of a roller system of a mill (1) in a self-optimising manner according to claim
5, characterised in that the defined quality parameters (61) comprise at least particle size distribution
(611) and/or strength damage (612) and/or protein quality (613) and/or water content
(614).
7. Regulating and control method for controlling a milling system (1) and a grinding
line of a roller system of a mill (1) in a self-optimising manner according to one
of claims 1 to 6, characterised in that the monitored operative process parameters (4111, ..., 411x) comprise at least yield
(62) and/or energy consumption/use and/or efficiency/machine lifespan.
8. Regulating and control method for controlling a milling system (1) and a grinding
line of a roller system of a mill (1) in a self-optimising manner according to one
of claims 1 to 7, characterised in that, during the grinding process if an anomaly is detected, continuous long-term changes
in the monitored operative process parameters (4111,...,411x) are recorded by the
regulating and control device (4), wherein the defined deviation of the monitored
operative process parameters (4111,..., 411x) from the generated operative process
parameters (4111,...,411x) of the new operative process formula (41) is determined
depending on the measured continuous long-term changes.
9. Regulating and control method for controlling a milling system (1) and a grinding
line of a roller system of a mill (1) in a self-optimising manner according to one
of claims 1 to 8, characterised in that the monitored operative process parameters (4111,...,411x) are transmitted by a plurality
of regulating and control devices (4) to a central monitoring unit via a network,
wherein the plurality of regulating and control devices (4) are centrally monitored
and regulated.
10. Regulating and control method for controlling a milling system (1) and a grinding
line of a roller system of a mill (1) in a self-optimising manner according to one
of claims 1 to 7, characterised in that the defined deviation of the monitored operative process parameters (4111,..., 411x)
from the generated operative process parameters (4111,..., 411x) of the new operative
process formula (41) is determined depending on the natural fluctuations within definable
χ2 standard deviations.
11. Self-adaptive regulating and control device (4) for automatically controlling and
self-optimising a milling system (1) or a grinding line of a roller system, wherein
the grinding line comprises a plurality of processing units (2(B)/3(C)), which can
be respectively individually controlled by means of the regulating and control device
(4) based on operative process parameters (41) and can be regulated individually in
terms of their operation, wherein a defined amount of an end product (6), which can
be generated by means of a charge controller from one or more starting products (5)
according to a defined sequence of the processing units (2(B)/3(C)) based on specifically
allocated operative process parameters (4111,...,411x),
characterised in that
the regulating and control device (4) comprises a pattern recognition module for recognising
operative process formulae (41) comprising multi-dimensional charging parameter patterns
(4121,..., 412x), wherein an operative process formula (41) comprises at least one
or more starting product parameters (51) and/or end product parameters (61), a defined
sequence of a grinding process within the processing units (2/3) of the grinding line,
and operative process parameters (4121,..., 412x) stored to be allocated to the respective
processing units (21,...,23/31,...33) of the grinding line,
the regulating and control device (4) comprises a storage device (43) for storing
historical operative process formulae (431) with historical operative process parameters
(4311,..., 431x), wherein the historical operative process parameters (4311,..., 431x)
of an operative process formula (41) each define a process-typical, multi-dimensional
charging process parameter pattern (4321,..., 432x) of an optimised charging process
in the normal range,
when inputting end product parameters (61) and/or starting product parameters (51)
of a new operative process formula (41), one or more of the stored historical operative
process formulae (431) can be selected and/or triggered by means of pattern recognition
of the pattern recognition module based on the allocated multi-dimensional charging
parameter pattern (4321,...,432x) as the closest charging parameter pattern (432i)
to a new charging parameter pattern (4121,...,412x),
new operative process parameters (4111,...,411x) can be determined for the input new
operative process formula (41) by means of the regulating and control device (4) based
on the triggered closest charging process parameter pattern (432i), wherein the processing
units (2/3) are correspondingly controlled and regulated based on the determined operative
process formula (41) and the operative process parameters (432i) by means of the regulating
and control device (4), and
during the grinding process, the operative process parameters can be continuously
monitored by means of the regulating and control device (4111,...,411x), wherein,
in the event of an anomaly being detected as a defined deviation of the monitored
operative process parameters (4111,...,411x) from the determined operative process
parameters (4111,..., 411x) of the new operative process formula (41), a warning signal
is transmitted to an alarm unit.
1. Procédé de réglage et de commande autoadaptatif destiné à un dispositif de réglage
et de commande (4) pour une commande auto-optimisée d'une installation de minoterie
(1) et d'une ligne de mouture d'un système à cylindres de l'installation de minoterie
(1), ladite ligne de mouture comprenant une multiplicité d'unités de transformation
(2(B)/3(C)) susceptibles d'être commandées individuellement et d'être réglées individuellement
dans leur fonctionnement compte tenu de paramètres de processus opérationnels (4111,
..., 411x) au moyen du dispositif de réglage et de commande (4) ; une commande des
lots étant réglable avec une séquence de transformation définie dans les unités de
transformation (2(B)/3(C)) au moyen d'une recette de processus opérationnelle (41/411),
une quantité définie d'un produit final (6) pouvant être produite au moyen de la recette
de processus opérationnelle (411) à partir d'une ou plusieurs matières de départ (5),
et les unités de transformation (21, ..., 23, 31, ..., 33) étant commandées compte
tenu de paramètres de lots opérationnels (4111, ..., 411x) spécifiquement associés
à la recette de processus opérationnelle (41) ;
caractérisé en ce que
le dispositif de réglage et de commande (4) comprend un module de reconnaissance de
formes destiné à reconnaître des recettes de processus opérationnelles (411) présentant
des formes de paramètres de lots multidimensionnelles (4121, ..., 412x) ; une recette
de processus opérationnelle (411) comprenant l'enregistrement d'au moins un ou de
plusieurs paramètres de produits de départ (51) et/ou paramètres de produits finaux
(61), d'une séquence précise propre à un processus de mouture au sein des unités de
transformation (2/3) de la ligne de mouture, et de paramètres de processus opérationnels
(4121, ..., 412x) associés aux diverses unités de transformation (21, ..., 23/31,
..., 33) de la ligne de mouture,
le dispositif de réglage et de commande (4) comprend un dispositif mémoire (43) destiné
à contenir des recettes de processus opérationnelles historiques (431) comportant
des paramètres de processus par lots historiques (4311, ..., 431x), lesdits paramètres
de processus par lots historiques (4311, ..., 431x) d'une recette de processus (431)
définissant respectivement une forme de paramètres de processus par lots multidimensionnelle
(4321, ..., 432x) typique du processus, propre à un processus par lots optimisé, dans
un intervalle normal,
lors de l'entrée de paramètres de produits finaux (61) et/ou de paramètres de produits
de départ (51) d'une nouvelle recette de processus opérationnelle (41) et au moyen
d'une reconnaissance de formes, effectuée par le module de reconnaissance de formes
(42), d'une ou plusieurs des recettes de processus opérationnelles historiques (431)
enregistrées, des formes de paramètres de processus par lots (432i) sont déclenchées
et/ou sélectionnées comme étant le plus approchant d'une nouvelle forme de paramètres
de lot (4121, ..., 412x) compte tenu des formes de paramètres de lots multidimensionnelles
(4321, ..., 432x) associées,
de nouveaux paramètres de processus opérationnels (4111, ..., 411x) relatifs à la
nouvelle recette de processus opérationnelle (41) entrée sont générés au moyen du
dispositif de réglage et de commande (4), compte tenu des formes de paramètres de
processus par lots (432i) le plus approchant déclenchées, lesdites unités de transformation
étant commandées et réglées en conséquence, compte tenu de la recette de processus
opérationnelle (41) générée comportant les nouveaux paramètres de processus opérationnels
(4111, ..., 411x) associés, au moyen du dispositif de réglage et de commande (4),
et
pendant le processus de mouture propre à la nouvelle recette de processus opérationnelle
(41), les paramètres de processus opérationnels (4111, ..., 411x) peuvent être surveillés
en continu au moyen du dispositif de réglage et de commande (4), étant entendu que,
lorsqu'une anomalie est détectée sous la forme d'un écart défini des paramètres de
processus opérationnels surveillés par rapport aux paramètres de processus opérationnels
(4111, ..., 411x) déterminés propres à la nouvelle recette de processus opérationnelle
(41), un signal d'avertissement est communiqué à une unité d'alarme.
2. Procédé de réglage et de commande pour une commande auto-optimisée d'une installation
de minoterie (1) et d'une ligne de mouture d'un système à cylindres d'une minoterie
(1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que les paramètres de processus opérationnels (4111, ..., 411x) comprennent au moins
des paramètres de mesure concernant les flux et/ou la consommation d'énergie d'un
ou plusieurs appareils à cylindres de l'installation de minoterie (1) et/ou le rendement
et/ou le débit/temps d'exploitation des machines.
3. Procédé de réglage et de commande pour une commande auto-optimisée d'une installation
de minoterie (1) et d'une ligne de mouture d'un système à cylindres d'une minoterie
selon la revendication 2, caractérisé en ce que lesdits un ou plusieurs appareils à cylindres (21, ..., 23/31, ..., 33) comprennent
au moins des cylindres cannelés (Passage B/21, ..., 23) et/ou des cylindres lisses
(Passage C /31, ..., 33).
4. Procédé de réglage et de commande pour une commande auto-optimisée d'une installation
de minoterie (1) et d'une ligne de mouture d'un système à cylindres d'une minoterie
(1) selon l'une des revendications 2 et 3, caractérisé en ce que les paramètres de processus opérationnels (4111, ..., 411x) comprennent au moins
des paramètres de mesure concernant les flux et/ou la consommation d'énergie de tous
les appareils à cylindres de l'installation de minoterie (1).
5. Procédé de réglage et de commande pour une commande auto-optimisée d'une installation
de minoterie (1) et d'une ligne de mouture d'un système à cylindres d'une minoterie
(1) selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les paramètres de processus opérationnels (4111, ..., 411x) typiques du processus
propres à un processus par lots optimisé permettent de déterminer des paramètres de
qualité du produit final (6) définis dans l'intervalle normal et des rendements de
farine spécifiques en fonction des produits de départ (5).
6. Procédé de réglage et de commande pour une commande auto-optimisée d'une installation
de minoterie (1) et d'une ligne de mouture d'un système à cylindres d'une minoterie
(1) selon la revendication 5, caractérisé en ce que les paramètres de qualité (61) définis comprennent au moins la distribution des tailles
de particules (611) et/ou l'endommagement de l'amidon (612) et/ou la qualité des protéines
(613) et/ou la teneur en eau (614).
7. Procédé de réglage et de commande pour une commande auto-optimisée d'une installation
de minoterie (1) et d'une ligne de mouture d'un système à cylindres d'une minoterie
(1) selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que les paramètres de processus opérationnels (4111, ..., 411x) surveillés comprennent
au moins le rendement (62) et/ou la consommation/l'absorption d'énergie et/ou le débit/temps
d'exploitation des machines.
8. Procédé de réglage et de commande pour une commande auto-optimisée d'une installation
de minoterie (1) et d'une ligne de mouture d'un système à cylindres d'une minoterie
(1) selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que, pendant le processus de mouture, lorsqu'une anomalie est détectée, des variations
de longue durée continues sont détectées par le dispositif de réglage et de commande
(4) dans les paramètres de processus opérationnels (4111, ..., 411x) surveillés, ledit
écart défini des paramètres de processus opérationnels (4111, ..., 411x) surveillés
par rapport aux paramètres de processus opérationnels (4111, ..., 411x) générés propres
à la nouvelle recette de processus opérationnelle (41) est déterminé en fonction des
variations de longue durée continues mesurées.
9. Procédé de réglage et de commande pour une commande auto-optimisée d'une installation
de minoterie (1) et d'une ligne de mouture d'un système à cylindres d'une minoterie
(1) selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que les paramètres de processus opérationnels (4111, ..., 411x) surveillés sont transférés
par une pluralité de dispositifs de réglage et de commande (4) par le biais d'un réseau
à une unité de surveillance centrale, ladite pluralité de dispositifs de réglage et
de commande (4) étant surveillés et réglés de manière centralisée.
10. Procédé de réglage et de commande pour une commande auto-optimisée d'une installation
de minoterie (1) et d'une ligne de mouture d'un système à cylindres d'une minoterie
(1) selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que l'écart défini des paramètres de processus opérationnels (4111, ..., 411x) surveillés
par rapport aux paramètres de processus opérationnels (4111, ..., 411x) générés propres
à la nouvelle recette de processus opérationnelle (41) est déterminé en fonction des
variations naturelles au sein d'écarts-types χ2 définissables.
11. Dispositif de réglage et de commande (4) autoadaptatif destiné à une commande automatisée
et une auto-optimisation d'une installation de minoterie (1) ou d'une ligne de mouture
d'un système à cylindres, ladite ligne de mouture comprenant une multiplicité d'unités
de transformation (2(B)/3(C)), susceptibles d'être commandées individuellement et
d'être réglées individuellement dans leur fonctionnement compte tenu de paramètres
de processus opérationnels (41) au moyen du dispositif de réglage et de commande (4),
une quantité définie d'un produit final (6) qui peut être produite au moyen d'une
commande des lots à partir d'un ou plusieurs produits de départ (5) selon un enchaînement
défini des unités de transformation (2(B)/3(C)) compte tenu de paramètres de processus
opérationnels (4111, ..., 411x) spécifiquement associés ;
caractérisé en ce que
le dispositif de réglage et de commande (4) comprend un module de reconnaissance de
formes destiné à reconnaître des recettes de processus opérationnelles (41) comprenant
des formes de paramètres de lots multidimensionnelles (4121, ..., 412x) ; une recette
de processus opérationnelle (41) comprenant l'enregistrement d'au moins un ou de plusieurs
paramètres de produits de départ (51) et/ou paramètres de produits finaux (61), d'une
séquence précise propre à un processus de mouture au sein des unités de transformation
(2/3) de la ligne de mouture, et de paramètres de processus opérationnels (4121, ...,
412x) associés aux diverses unités de transformation (21, ..., 23/31, ..., 33) de
la ligne de mouture,
le dispositif de réglage et de commande (4) comprend un dispositif mémoire (43) destiné
à contenir des recettes de processus opérationnelles historiques (431) comportant
des paramètres de processus opérationnels historiques (4311, ..., 431x), lesdits paramètres
de processus opérationnels historiques (4311, ..., 431x) d'une recette de processus
opérationnelle (41) définissant respectivement une forme de paramètres de lot multidimensionnelle
(4321, ..., 432x) typique du processus, propre à un processus par lots optimisé, dans
un intervalle normal,
lors de l'entrée de paramètres de produits finaux (61) et/ou de paramètres de produits
de départ (51) d'une nouvelle recette de processus opérationnelle (41) et au moyen
d'une reconnaissance de formes, effectuée par le module de reconnaissance de formes,
d'une ou plusieurs des recettes de processus opérationnelles historiques (431) enregistrées,
des formes de paramètres de lots (432i) peuvent être déclenchées et/ou sélectionnées
comme étant le plus approchant d'une nouvelle forme de paramètres de lot (4121, ...,
412x) compte tenu des formes de paramètres de lots multidimensionnelles (4321, ...,
432x) associées,
de nouveaux paramètres de processus opérationnels (4111, ..., 411x) relatifs à la
nouvelle recette de processus opérationnelle (41) entrée peuvent être déterminés au
moyen du dispositif de réglage et de commande (4), compte tenu des formes de paramètres
de lots (432i) le plus approchant déclenchées, lesdites unités de transformation (2/3)
étant commandées et réglées en conséquence, compte tenu de la recette de processus
opérationnelle (41) déterminée et des paramètres de processus opérationnels (432i),
au moyen du dispositif de réglage et de commande (4), et
pendant le processus de mouture, les paramètres de processus opérationnels peuvent
être surveillés en continu au moyen du dispositif de réglage et de commande (4111,
..., 411x), étant entendu que, lorsqu'une anomalie est détectée sous la forme d'un
écart défini des paramètres de processus opérationnels (4111, ..., 411x) surveillés
par rapport aux paramètres de processus opérationnels (4111, ..., 411x) déterminés
propres à la nouvelle recette de processus opérationnelle (41), un signal d'avertissement
est communiqué à une unité d'alarme.