[0001] Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit einem Verfahren zur Farbsteuerung
einer Druckmaschine nach einem Maschinenstillstand.
[0002] Die Erfindung liegt im technischen Gebiet des Offsetdrucks.
[0003] Nach einem Maschinenstillstand einer Druckmaschine dauert es beim Wiederanfahren
der Druckmaschine oft mehrere Bogen bis die Fortdruckgeschwindigkeit wieder erreicht
ist. Während dieser Zeit ändert sich trotz gleichbleibender Farbeinstellungen die
erreichte Druckfärbung, da die Farbmenge im Farbwerk und die Farbzufuhr für die sich
verändernde Druckgeschwindigkeit nicht in einem Gleichgewichtszustand sind.
[0004] Bei einer Inline-Farbregelung wird daher in der Regel gewartet, bis die Fortdruckgeschwindigkeit
erreicht ist und erst danach werden wieder Messungen der erreichten Druckfärbung für
die Farbregelung durchgeführt. Auch kurz nach Erreichen der Fortdruckgeschwindigkeit
ist jedoch meist noch kein stabiler Zustand erreicht, da während des Hochlaufens eine
"falsche Menge" Farbe, also meist zu viel, gedruckt wurde. Dies führt vor allem bei
vorliegenden Sollwertänderungen im Maschinenzustand zu einer längeren Wartezeit bis
die Sollwertänderungen von der Farbregelung entsprechend nachgeregelt werden können.
In dieser Zeit werden somit Bogen mit abweichender Druckfärbung produziert, die in
den meisten Fällen als Makulatur anzusehen sind und somit die Performance der Druckmaschine
beeinträchtigen. Besonders problematisch wird dies, wenn sich gleichzeitig mit bzw.
durch den Maschinenstillstand neue Farbsollwerte ergeben. Hier führt dann das Aussetzen
der Inline-Farbregelung bis zum Erreichen der Fortdruckgeschwindigkeit zu einem besonders
hohen Makulaturaufkommen.
[0005] Der Stand der Technik zu dieser Problematik lässt sich dabei in folgenden Punkten
zusammenfassen:
- Warten bis Fortdruckgeschindigkeit erreicht ist
- (Modellbasierte) Prädiktion des stabilen Druckbogens
- Farbregelung nach Prädiktion
[0006] Nachteil dieser bekannten Vorgehensweise ist die relativ lange passive Zeit nach
Maschinenanlauf. Dies betrifft meist ca. 50 Bogen. Da insbesondere bei neuen Farbsollwerten
jedoch die eigentliche Farbregelung die neuen Sollwerte erst nach Erreichen der Fortdruckgeschwindigkeit
einregeln kann, ist ein deutlich höheres Makulaturaufkommen von 50 Bogen + X die Folge.
[0007] Dazu ist aus dem Stand der Technik aus der deutschen Patentanmeldung
DE 10 2008 04 14 30 A1 ein Verfahren zur Farbregelung einer Offsetdruckmaschine bekannt, bei welcher im Rahmen
der Inline-Farbregelung, die mittels eines Bilderfassungssystems ermittelten Messwerte
der jeweiligen Druckfarben als unplausibel bewertet werden, die Farbregelung ausgesetzt
wird. Dabei werden die Messwerte für die einzelnen Farbzonen der Farbwerke ermittelt
und hinsichtlich der Plausibilität überprüft. Stimmt diese nicht mehr mit vorgegebenen
Werten überein, wird dies dem Anwender der Druckmaschine mitgeteilt und die Farbregelung
für diese Farbzonen ausgesetzt. Ist es dem Anwender dann gelungen, die zugrunde liegenden
Fehler zu beheben und liefert das Bilderfassungssystem wieder plausible Messwerte
für die einzelnen Farbzonen, wird die Farbregelung wieder aufgenommen. Das hierbei
vorgestellte Verfahren ist jedoch nicht hinsichtlich der Problematik der Farbregelung
nach einem Maschinenstillstand entworfen, und ist somit für die spezifischen Probleme
einer Farbregelung nach einem Maschinenstillstand, welcher mit entsprechenden Makulaturbögen
verbunden ist, nicht eingestellt. Die gewünschte Reduzierung von Makulatur nach dem
Wiederanlauf einer Druckmaschine nach einem Maschinenstillstand ist somit mit diesem
Verfahren nicht möglich.
[0008] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, ein verbessertes Verfahren
zur Farbsteuerung in einer Druckmaschine zu offenbaren, welches die Makulatur einer
Druckmaschine im Hochfahren nach einem Maschinenstillstand spürbar reduziert.
[0009] Gelöst wird diese Problematik durch ein Verfahren zur Farbsteuerung einer Druckmaschine
durch einen Rechner, wobei der Rechner zur Farbsteuerung einen ersten Inline-Farbregelmodus
durchführt, welcher gewünschte Farbsollwerte einregelt, der erste Inline-Farbregelmodus
während eines Starts der Druckmaschine nach einem Maschinenstillstand ausgesetzt wird
und erst nach Erreichen einer gewünschten Fortdruckgeschwindigkeit wieder aktiviert
wird, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass der Rechner während des Starts der
Druckmaschine bis zum Erreichen der gewünschten Fortdruckgeschwindigkeit einen zweiten,
separaten Farbregelmodus durchführt, welche die gewünschten Farbsollwerte durch Ansteuerung
einer hierfür notwendigen Farbmenge in die betreffenden Farbwerke realisiert. Der
Kern des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht somit darin, die Problematik der auszusetzenden
Farbregelung bis zum Erreichen der normalen Fortdruckgeschwindigkeit und somit die
Produktion von Makulatur zu reduzieren, indem eine Ersatzfarbsteuerung in diesem Zeitraum
durchgeführt wird, welche anders als die Farbregelung nicht mehr auf einem vollständigen
geschlossenen Regelkreis mit ankommenden Messwerten, die ausgewertet werden, zurückgreift,
sondern direkt die für die gewünschten Farbsollwerte notwendigen Farbmengen in die
betreffenden Farbwerke einbringt. Da hierbei auf einen geschlossenen Regelkreis verzichtet
wird und somit keine Validierung der vorgenommenen Farbsteuerung in den einzelnen
Druckwerken durch Überprüfung mittels Messung durchgeführt wird, ist das Ergebnis
natürlich nicht so gut wie das einer kompletten Farbregelung mit geschlossenem Regelkreis.
Dennoch nähert man sich mit dem erfindungsgemäßen Verfahren den gewünschten Farbsollwerten
wesentlich schneller an, als wenn während der Zeit des Hochfahrens der Druckmaschine
nach dem Maschinenstillstand überhaupt keine Farbregelung oder Farbsteuerung durchgeführt
wird. Daher lässt sich mit diesem Ansatz die während des Hochfahrens der Druckmaschine
auflaufende Makulatur spürbar verringern und somit die gestellte erfindungsgemäße
Aufgabe entsprechend lösen.
[0010] Vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildungen des Verfahrens ergeben sich aus
den zugehörigen Unteransprüchen sowie aus der Beschreibung mit den zugehörigen Zeichnungen.
[0011] Eine bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei, dass es
sich bei der Druckmaschine um eine Offset-Druckmaschine handelt und der Transport
der Farbmengen ins Farbwerk direkt über die Farbzonen der Farbwerke der Offset-Druckmaschine
durchgeführt wird. Das erfindungsgemäße Verfahren ist dabei in der Hauptsache für
eine Offsetdruckmaschine gedacht, wobei hier der Transport der benötigten Farbmengen
ins Farbwerk direkt über die Farbzonen der einzelnen Farbwerke realisiert wird. Alternativ
ist natürlich auch eine Anwendung in einer Anicolor-Maschine ohne Farbzonen möglich,
auch wenn die Effizienz des erfindungsgemäßen Verfahrens verringert ist.
[0012] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei,
dass der erste Inline-Farbregelmodus einen geschlossenen Regelkreis umsetzt, während
der zweite Farbregelmodus einen offenen Regelkreis darstellt. Die Inline-Farbregelung
verfügt dabei über eine Rückkopplung in Form vorliegender Messwerte, welche bevorzugt
von einem inline in der Druckmaschine vorhandenen Farbmesssystem bereitgestellt wird.
Über diese Rückkopplungen wird somit ein geschlossener Regelkreis umgesetzt. Da dies
aus bereits genannten Gründen während des Hochfahrens der Druckmaschine nicht sinnvoll
möglich ist, fehlt diese Rückkopplung während der erfindungsgemäßen Ersatzfarbsteuerung
im Zeitraum des Hochfahrens der Druckmaschine. Dies stellt dann einen offenen Regelkreis
dar.
[0013] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei,
dass der geschlossene Regelkreis des ersten Inline-Farbregelmodus eine Rückkopplung
in Form einer Farbmessung samt Auswertung von Farbmesswerten durch den Rechner zum
Erreichen der gewünschten Farbsollwerte aufweist. Die Rückkopplung in Form der bereits
genannten Farbmessung wird dabei durch den Rechner, welcher den geschlossenen Regelkreis
umsetzt, ausgewertet und zum Einregeln des gewünschten Sollwertes verwendet.
[0014] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei,
dass die Farbmessung mittels eines Inline-Kamerasystems, welches nach dem letzten
Druckwerk der Druckmaschine angebracht ist, durchgeführt wird. Bevorzugt wird das
Inline-Bilderfassungssystem mittels eines Kamerasystems realisiert, welches üblicherweise
nach dem letzten Druckwerk der Druckmaschine angebracht ist. Meist sind Inline-Bilderfassungs-
bzw. Kamerasysteme in vielen Druckmaschinen ohnehin bereits vorhanden, um eine entsprechende
Bildinspektion zur Qualitätskontrolle der erzeugten Druckprodukte durchzuführen. Sie
eignen sich je nach Aufbau des Inline-Kamerasystems auch hervorragend zur Verwendung
einer Inline-Farbmessung. Prinzipiell sind natürlich auch externe Farbmessungen außerhalb
der Druckmaschine möglich. Sie sind jedoch hinsichtlich einer Automatisierung des
erfindungsgemäßen Verfahrens weniger gut geeignet, weil die Messungen fortlaufend
geschehen müssen, was bei externen Messungen einen erhöhten Aufwand nach sich zieht.
[0015] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei,
dass der offene Regelkreis des zweiten Farbregelmodus die Ansteuerung der für die
gewünschten Farbsollwerte notwendigen Farbmenge in die Farbwerke ohne eine Rückkopplung
in Form einer Farbmessung samt Auswertung von Farbmesswerten durch den Rechner durchführt.
Im erfindungsgemäßen Verfahren der Farbsteuerung, welche während des Zeitraums des
Hochfahrens der Druckmaschine nach dem Maschinenstillstand angewendet wird, muss auf
die Rückkopplung in Form der Farbmessung verzichtet werden. Hier wird ein offener
Regelkreis mittels einer direkten Ansteuerung der betreffenden Farbwerke zum Einbringen
der notwendigen Farbmengen zum Erreichen der gewünschten Farbsollwerte umgesetzt.
Dies ist zwar, wie bereits erwähnt, weniger genau als ein geschlossener Regelkreis
mit Rückkopplung in Form von Messwerten für die Farbmessung, jedoch immer noch deutlich
besser als eine komplett deaktivierte Farbregelung, wie es im Stand der Technik aktuell
durchgeführt wird.
[0016] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei,
dass der Rechner überprüft, ob beim Start der Druckmaschine nach dem Maschinenstillstand
neue Farbsollwerte vorhanden sind und nur in diesem Fall die Farbsteuerung bis zum
Erreichen der gewünschten Fortdruckgeschwindigkeit durchführt. Das Vorhandensein neuer
Farbsollwerte nach dem Maschinenstillstand ist zum einen der Hauptanwendungsfall für
das erfindungsgemäße Verfahren, da im Falle, dass keine neuen Farbsollwerte vorliegen,
das Ausmaß der erzeugten Makulatur geringer ist und somit auch die Notwendigkeit für
eine eigene Farbsteuerung während des Hochfahrens der Druckmaschine weniger dringend.
Der Einsatz des erfindungsgemäßen Verfahrens nach einem Maschinenstillstand ist somit
in der Hauptsache dann notwendig und durchzuführen, falls neue Farbsollwerte entsprechend
vorhanden sind. Der Rechner sollte dies daher überprüfen und nur bei Vorhandensein
neuer Farbsollwerte die erfindungsgemäße Farbsteuerung durchführen.
[0017] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei,
dass der Rechner beim Start der Druckmaschine nach dem Stillstand neben der Überprüfung
auf neue Farbsollwerte die letzten, vorliegenden Messwerte der Farbmessung auf Plausibilität
überprüft und nur bei validen Messwerten die Farbsteuerung bis zum Erreichen der gewünschten
Fortdruckgeschwindigkeit durchführt. Neben der Überprüfung, ob neue Farbsollwerte
für den durchzuführenden Druckauftrag vorliegen, kann es auch sinnvoll sein, die letzten
vorliegenden Messwerte, welche über die Farbregelung mit geschlossenem Regelkreis
bis zum Maschinenstillstand erzeugt worden sind, entsprechend zu validieren und nur,
falls plausible Messwerte vorliegen, das erfindungsgemäße Verfahren mit der Farbsteuerung
durchzuführen. Der Grund hierfür liegt darin, dass bei Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens ohne entsprechende Rückkopplung man sich darauf verlassen muss, dass das
vor dem Maschinenstillstand durchgeführte Farbregelungsverfahren noch innerhalb der
Zielparameter gearbeitet hat. Denn ein quasi blindes Einstellen neuer Zielfarbwerte
in den einzelnen Farbwerten ohne Rückkopplung in ein Farbsteuerungssystem, welches
völlig aus dem Tritt geraten ist, wäre nicht zu empfehlen.
[0018] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei,
dass der Rechner während des Starts der Druckmaschine nach einem Maschinenstillstand
bis zum Erreichen der gewünschten Fortdruckgeschwindigkeit auch für eine Feuchte-
und/oder Temperaturregelung unter Ausschalten der jeweiligen Inline-Regelung gewünschte
Sollwerte durch direkte Ansteuerung umsetzt. Das erfindungsgemäße Verfahren ist nicht
nur für die Farbsteuerung, sondern auch für eventuelle Feuchte- und Temperaturregelungen
in der verwendeten Druckmaschine anwendbar. Daher kann auch hier nach einem Maschinenstillstand
die jeweilige Feuchteregelung und/oder Temperaturregelung bis zum Erreichen der gewünschten
Fortdruckgeschwindigkeit durch eine direkte Ansteuerung erfindungsgemäß umgesetzt
werden. Dies setzt natürlich voraus, dass die eigentlichen Regelkreise zur Feuchte-
und/oder Temperaturregelung während des Starts der Druckmaschine ebenfalls nicht einsetzbar
sind. Andernfalls ist es natürlich naheliegender, auf deren geschlossene Regelkreise
mit entsprechender Rückkopplung zurückzugreifen.
[0019] Die Erfindung als solche sowie konstruktiv und/oder funktionell vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung werden nachfolgend unter Bezug auf die zugehörigen Zeichnungen anhand
wenigstens eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher beschrieben. In den Zeichnungen
sind einander entsprechende Elemente mit jeweils denselben Bezugszeichen versehen.
[0020] Die Zeichnungen zeigen:
- Figur 1:
- ein Beispiel eines verwendeten Bilderfassungssystems in einer Offset-Druckmaschine
- Figur 2:
- den schematischen Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens
[0021] Figur 1 zeigt ein Beispiel für ein Bilderfassungssystem 2, welches zur Farbmessung
der Farbregelung einer Offset-Druckmaschine verwendet wird. Es besteht aus mindestens
einem Bildsensor 5, üblicherweise in Form eines Kamerasystems 5, welche in die Offset
- Druckmaschine 4 integriert ist. Die mindestens eine Kamera 5 nimmt die von der Druckmaschine
4 erzeugten Druckbilder auf und sendet die Daten an einen Rechner 3, 6 zur Auswertung.
Dieser Rechner 3, 6 kann ein eigener separater Rechner 6 sein, z.B. ein oder mehrere
spezialisierte Bildverarbeitungsrechner 6, oder auch mit dem Steuerungsrechner 3 der
Offset-Druckmaschine 4 identisch sein. Mindestens der Steuerungsrechner 3 der Offset-Druckmaschine
4 besitzt ein Display 7, auf welchem die Ergebnisse der Bildinspektion dem Anwender
1 angezeigt werden.
[0022] Figur 2 zeigt nun den Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens. Die Inline-Farbregelung
in Form eines ersten Farbregelmodus 8 läuft standardmäßig im normalen Betrieb der
Offset-Druckmaschine 4. Kommt es zu einem Maschinenstillstand wird diese Farbregelung
8 vom Steuerungsrechner 3 der Offset-Druckmaschine 4 unterbrochen. Der Rechner 3 überprüft
dann, ob zusammen mit dem Maschinenstillstand neue Farbsollwerte 12 vorliegen. Ist
dem der Fall, leitet der Rechner 3 eine separate Farbsteuerung 9 in Form eines zweiten
Farbregelmodus 9 mittels Nachführung der hierfür notwendigen Farbmengen in die betreffenden
Farbwerke ein. Liegen keine neuen Farbsollwerte 12 vor, wird wie im Stand der Technik
gewartet, bis die Fortdruckgeschwindigkeit 10 wieder erreicht ist. Meist reichen die
vor dem Unterbrechen der eigentlichen Farbregelung 8 eingestellten Farbwerte in den
Farbwerken aus, um keine allzu große Makulatur bis zum Wiedereinsetzen der Farbregelung
8 hervorzurufen. Ein Verwenden der erfindungsgemäßen, zweiten Farbregelmodus 9 ist
natürlich auch ohne vorliegende neue Farbsollwerte 12 prinzipiell möglich. Hier kommt
es auf den jeweiligen Einzelfall an. Da beim erfindungsgemäßen zweiten Farbregelmodus
9 keine Regelung mit Rückkopplung 8 durch gemessene Farbwerte 11 vorliegt, werden
natürlich mittels des zweiten Farbregelmodus 9 die neuen Farbsollwerte 12 nicht sofort
erreicht. Sobald jedoch die eigentliche Farbregelung 8 nach Erreichen der Fortdruckgeschwindigkeit
10 der Offset-Druckmaschine 4 wieder rechnergesteuert einsetzt, kann sie die neuen
Farbsollwerte 12 wesentlich schneller einregeln, als dies im Stand der Technik ohne
erfindungsgemäßen zweiten Farbregelmodus 9 möglich wäre. Dadurch reduziert sich die
anfallende Makulatur beträchtlich.
[0023] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsvariante überprüft der Rechner 3 neben dem
Vorliegen auf neue Farbsollwerte 12 auch zusätzlich die gespeicherten letzten Farbmesswerte
11 der eigentlichen Farbregelung 8 auf Validität. Beide Werte 11, 12 werden entsprechend
additiv beachtet. Die gespeicherten letzten Messwerte 11 zeigen dabei an, wie gut
die gewünschten Farbsollwerte 12 vor dem Maschinenstillstand eingeregelt waren, bzw.
ob das Farbregelungsverfahren 8 noch innerhalb der Zielparameter gearbeitet hat. Nur
wenn sie valide sind und neue Farbsollwerte 12 vorliegen, wird der zweite Farbregelmodus
9 entsprechend durchgeführt. Vorteil dieser Ausführungsvariante ist, dass hierbei
beide Größen 11, 12 beachtet werden. Zudem wird die Statik sofort nachgeführt, die
Dynamik erfolgt über eine zeitabhängige Steuerung. Da der Zustand der Dynamik nur
schlecht abschätzbar ist, wird nur die Dynamik der Sollwertänderung bei Wiederanlaufen
der Offset-Druckmaschine 4 berücksichtigt. Damit wird ein Überschwingen der Farbregelung
8 vermieden.
[0024] Der gleiche Ansatz der direkte Ansteuerung der betreffenden Aktoren in der Offset-Druckmaschine
4 bis zum Erreichen gewünschten Sollwerte 12 kann zudem auch für eine Feuchte- und/oder
Temperaturregelung umgesetzt werden, falls auch dort ein Ausschalten der jeweiligen
Inline-Regelung bis zum Erreichen der jeweiligen Fortdruckgeschwindigkeit 10 auftritt.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 1
- Anwender
- 2
- Bilderfassungssystem
- 3
- Steuerungsrechner
- 4
- Druckmaschine
- 5
- Kamerasystem / Bildsensor
- 6
- Bildverarbeitungsrechner
- 7
- Display
- 8
- erster (Inline-)Farbregelmodus
- 9
- zweiter Farbregelmodus
- 10
- Fortdruckgeschwindigkeit
- 11
- Farbmesswerte
- 12
- Farbsollwerte
1. Verfahren zur Farbsteuerung einer Druckmaschine (4) durch einen Rechner (3), wobei
der Rechner (3) zur Farbsteuerung einen ersten Inline-Farbregelmodus (8) durchführt,
welcher gewünschte Farbsollwerte (12) einregelt, der erste Inline-Farbregelmodus (8)
während eines Starts der Druckmaschine (4) nach einem Maschinenstillstand ausgesetzt
wird und erst nach Erreichen einer gewünschten Fortdruckgeschwindigkeit (10) wieder
aktiviert wird
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rechner (3) während des Starts der Druckmaschine (4) bis zum Erreichen der gewünschten
Fortdruckgeschwindigkeit (10) einen zweiten, separaten Farbregelmodus (9) durchführt,
welche die gewünschten Farbsollwerte (12) durch Ansteuerung einer hierfür notwendigen
Farbmenge in die betreffenden Farbwerke realisiert.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass es sich bei der Druckmaschine (4) um eine Offset-Druckmaschine (4) handelt und der
Transport der Farbmengen ins Farbwerk direkt über die Farbzonen der Farbwerke der
Offset-Druckmaschine (4) durchgeführt wird.
3. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Inline-Farbregelmodus (8) einen geschlossenen Regelkreis umsetzt, während
der zweite Farbregelmodus (9) einen offenen Regelkreis darstellt.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der geschlossene Regelkreis des ersten Inline-Farbregelmodus (8) eine Rückkopplung
in Form einer Farbmessung samt Auswertung von Farbmesswerten (11) durch den Rechner
(3) zum Erreichen der gewünschten Farbsollwerte (12) aufweist.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Farbmessung mittels eines Inline-Kamerasystems (5), welches nach dem letzten
Druckwerk der Druckmaschine (4) angebracht ist, durchgeführt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der offene Regelkreis des zweiten Farbregelmodus (9) die Ansteuerung der für die
gewünschten Farbsollwerte (12) notwendigen Farbmenge in die Farbwerke ohne eine Rückkopplung
in Form einer Farbmessung samt Auswertung von Farbmesswerten (11) durch den Rechner
(3) durchführt.
7. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rechner (3) überprüft, ob beim Start der Druckmaschine (4) nach dem Maschinenstillstand
neue Farbsollwerte (12) vorhanden sind und nur in diesem Fall den zweiten Farbregelmodus
(9) bis zum Erreichen der gewünschten Fortdruckgeschwindigkeit (10) durchführt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6 und nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rechner (3) beim Start der Druckmaschine (4) nach dem Stillstand neben der Überprüfung
auf neue Farbsollwerte (12) die letzten, vorliegenden Farbmesswerte (11) der Farbmessung
auf Plausibilität überprüft und nur bei validen Farbmesswerten (11) den zweiten Farbregelmodus
(9) bis zum Erreichen der gewünschten Fortdruckgeschwindigkeit (10) durchführt.
9. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rechner (3) während des Starts der Druckmaschine (4) nach einem Maschinenstillstand
bis zum Erreichen der gewünschten Fortdruckgeschwindigkeit (10) auch für eine Feuchte-
und/oder Temperaturregelung unter Ausschalten der jeweiligen Inline-Regelung gewünschte
Sollwerte durch direkte Ansteuerung umsetzt.