[0001] Die Erfindung betrifft eine Bodenbearbeitungsmaschine, insbesondere eine Straßenfräsmaschine,
einen Stabilisierer oder dergleichen, mit einer Fräswalze, die an einem Maschinenrahmen
drehbar gelagert ist und die an ihrem Außenumfang mit Arbeitswerkzeugen bestückt oder
bestückbar ist, wobei die Arbeitswerkzeuge dazu vorgesehen sind, während des Arbeitsbetriebs
in Kontakt mit dem zu bearbeitenden Boden zu treten um diesen abzutragen, wobei eine
Antriebseinheit vorgesehen ist, die die Fräswalze mittels eines Antriebsmotors antreibt,
wobei an die Fräswalze eine Antriebswelle angeschlossen ist, die an den Antriebsmotor
ankoppelbar ist, und wobei ein Auflastelement als kinetische Masse zur Steigerung
der kinetischen Energie der Fräswalze vorgesehen ist.
[0002] Bodenbearbeitungsmaschinen sind in vielfältigen Ausführungen bekannt. Beispielsweise
offenbart die
DE 20 122 928 U1 als Bodenbearbeitungsmaschine eine Straßenfräsmaschine. Sie weist einen Antriebsstrang
auf. Dieser umfasst einen Antriebsmotor, eine Schaltkupplung und ein Getriebe (das
sogenannte Fräswalzengetriebe), sowie diese Einheiten vermittelnde Organe, insbesondere
Wellen, Zahn- oder Endlosantriebe.
[0003] Gemäß der
DE 20 122 928 U1 ist die Verwendung einer Fräswalze bekannt, die an der Oberfläche ihres Fräswalzenrohrs
mit Arbeitswerkzeugen bestückt ist. Unter Arbeitswerkzeugen versteht man im Sinne
der Erfindung insbesondere Baueinheiten der Fräswalze, die während des Arbeitsprozesses
funktional mit dem Fräsgut in Wechselwirkung treten. Beispielsweise sind dies die
Fräsmeißel, mit denen der Untergrund aufgefräst wird und/oder Auswerferwerkzeuge,
denen eine Leit- und Förderfunktion für das gefräste Material zukommt.
[0004] Bei der Verwendung einer erfindungsgemäßen Maschine wird das Arbeitsergebnis maßgeblich
von der Drehzahl der Fräswalze beeinflusst. Hierbei ist die optimale Drehzahl im Allgemeinen
von der Anwendung abhängig. Beim Feinfräsen von Straßenoberflächen, zur Wiederherstellung
der Griffigkeit, mit geringer Frästiefe, werden im Verhältnis höhere Drehzahlen benötigt,
um ein einheitliches Fräsbild zu erzeugen. Mithin erfolgt hier lediglich eine oberflächliche
Bearbeitung.
[0005] Beim Ausbau von ganzen oder mehreren Schichten des Straßenaufbaus sind tendenziell
niedrigere Drehzahlen günstiger, da sich gezeigt hat, dass eine geringere Entwicklung
von Feinkornanteilen und daher eine reduzierte Staubentwicklung gewährleistet werden
kann. Darüber hinaus wird der Verschleiß an den Fräswerkzeugen bei niedrigen Drehzahlen
deutlich reduziert. Weiterhin wird bei reduzierter Fräswalzendrehzahl auch eine geringere
Antriebsleistung für die Fräswalze benötigt, was bei gleichbleibendem Vorschub zu
einem niedrigeren Kraftsstoffverbrauch führt. Andererseits kann der Vorschub auch
erhöht werden wodurch eine höhere Ausbauleistung ermöglicht wird. Insgesamt ist bei
solchen Anwendungen daher eine möglichst geringe Fräswalzendrehzahl anzustreben.
[0006] Um den verschiedenen Anforderungen gerecht zu werden ist es daher bekannt die Fräswalzendrehzahl
bei Straßenfräsen variabel einstellen zu können. Wird die Drehzahl jedoch zu niedrig
gewählt reicht die kinetische Energie der Fräswalze nicht mehr aus, um das Fräsgut
effektiv zu bearbeiten, es kommt zu einem unrunden und unruhigen Lauf der Fräswalze
der sich unter anderem durch Vibrationen der gesamten Bodenbearbeitungsmaschine bis
hin zum Aufschaukeln der Maschine zeigt. Hierbei können auch Beschädigungen an der
Maschine auftreten. Weiterhin leidet durch den unruhigen Lauf der Fräswalze die Arbeitsqualität
und es können Ungleichmäßigkeiten im Fräsbild auftreten. Im Extremfall kann bei nicht
ausreichender kinetischer Energie die Fräswalze stecken bleiben.
[0007] Ein hohes Gewicht der Bodenbearbeitungsmaschine trägt dazu bei, die Laufruhe auch
bei niedrigen Drehzahlen zu erhöhen. Dies ist allerdings in mehrfacher Hinsicht nachteilig,
da hierdurch zum einen besondere Anforderungen an den Transport gestellt werden müssen
(Großfräsen > 40 t; Schwertransport) und zum anderen die Einsatzmöglichkeiten auf
statisch wenig tragfähigen Untergründen eingeschränkt wird.
[0008] Es ist daher bekannt Fräsmaschinen zur Stabilisierung aufzulasten. Hierzu werden
auf der Maschine Zusatzgewichte befestigt. So ist es beispielsweise bekannt, bei einer
Straßenfräsmaschine mit ca. 4,5 Tonnen Gesamtgewicht 1,3 Tonnen durch Zusatzgewichte
verfügbar zu machen. Mit anderen Worten machen die Zusatzgewichte knapp 1/3 des Maschinengewichtes
aus. Eine solche Maschine ist somit flexibel einsetzbar, muss jedoch für die optimale
Anpassung an die jeweilige Aufgabenstellung mit großen Zusatzgewichten aufgelastet
werden.
[0009] Aus der
US 4,006,936 A ist eine Bodenbearbeitungsmaschine mit einem Fräsgerät bekannt. Zur Verbesserung
der Laufruhe der Fräswalze wird die Verwendung eines Fräswalzenrohres empfohlen, das
eine größere Wandstärke aufweist als übliche Fräswalzenrohre. Dieses Vorgehen erweist
sich insbesondere bei der Fertigung als nachteilig, da die Fräswalzenrohre aus einem
flächenförmigen Zuschnitt gerollt werden. Der gerollte Zuschnitt wird dann an seinen
längsseitigen Stoßstellen verschweißt. Anschließend muss das so gefertigte und geschweißte
Rohr überdreht werden. Die große Materialstärke erhöht den Fertigungsaufwand erheblich.
Die Verwendung des dickeren Zuschnittes bedingt eine deutliche Erhöhung des Umformaufwandes.
Aufgrund der großen Wandstärke lässt sich das Fräswalzenrohr nur deutlich unrund fertigen,
so dass ein erhöhter Zerspanaufwand beim Überdrehen erforderlich wird. Eine flexible
Anpassung an die jeweilige Aufgabenstellung kann bei dieser Ausgestaltung des Fräswalzenrohres
darüber hinaus nicht erfolgen.
[0010] Aus der
DE 10 2014 118 802 A1 ist eine Straßenfräsmaschine bekannt, bei der eine Fräswalze über einen Antriebsstrang
antreibbar ist. Der Antriebsstrang umfasst dabei insbesondere einen Antriebsmotor,
eine Schaltkupplung und ein Getriebe (das sogenannte Fräswalzengetriebe). Die
DE 10 2014 118 802 A1 schlägt nun vor, am Antriebsstrang oder an der Fräswalze als kinetische Masse ein
Auflastgewicht zur Steigerung der kinetischen Energie auswechselbar anzubringen. Hierzu
weist die Fräswalze beispielsweise taschenförmige Aufnahmen auf, in die Auflastgewichte
eingeschoben werden können. Bei dieser Straßenfräsmaschine macht man sich die Erkenntnis
zu Nutze, dass eine höhere Laufruhe der Fräswalze dann erreicht werden kann, wenn
die kinetische Energie im Antriebsstrang und/oder der Fräswalze erhöht wird. Die kinetische
Energie errechnet sich nach der Formel:

[0011] Dabei gibt m den Betrag der rotierenden Masse und r den Abstand dieser Masse von
der Rotationsachse an. Das Produkt mr
2 stellt das sogenannte Trägheitsmoment der bewegten Masse und ω die Winkelgeschwindigkeit
(2 π * Drehzahl) dar.
[0012] Nachdem, wie vorstehend beschrieben, eine Reduzierung der Drehzahl erwünscht ist,
wird mit den auswechselbaren Auflastgewichten eine Erhöhung des Trägheitsmoments angestrebt,
wozu diese Auflastgewichte an den rotierenden Teilen des Antriebsstranges oder der
Fräswalze verbaut werden.
[0013] Mit den auswechselbaren Auflastgewichten lässt sich die Fräswalze individuell an
die jeweils gestellte Arbeitsaufgabe anpassen. Allerdings ist ein gewisser Rüstaufwand
hier zur Anpassung erforderlich. Darüber hinaus belasten die Auflastgewichte den Antriebsmotor
und die Kupplung bzw. das Fräsgetriebe, insbesondere beim Anfahren der Maschine.
[0014] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Bodenbearbeitungsmaschine der eingangs erwähnten
Art bereitzustellen, welche auf unterschiedliche Fräsanwendungen einfach anpassbar
ist und sich dabei durch eine hohe Laufruhe, bei gleichzeitig geringer Belastung des
Antriebsstranges auszeichnet.
[0015] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die kinetische Masse über eine schaltbare
Kupplung an die drehbare Fräswalze oder an einen mit der Fräswalze mittelbar oder
unmittelbar gekoppelten Rotationskörper an- oder abkoppelbar ist.
[0016] Die kinetische Masse lässt sich nach Wunsch des Maschinenführers über die schaltbare
Kupplung entweder an die Fräswalze ankoppeln oder von dieser abkoppeln. Im abgekoppelten
Zustand ist die Bodenbearbeitungsmaschine optimiert auf einen Standardbetrieb ausgelegt.
Soll nun ein Wechsel von diesem Standardbetrieb hin zu niedrigeren Drehzahlen vorgenommen
werden, so kann der Maschinenführer die kinetische Masse über die schaltbare Kupplung
komfortabel zuschalten, um dadurch eine Anpassung der Maschine durchzuführen. Dabei
können aufwändige Rüstvorgänge zur Anpassung der Maschine vermieden werden. Es kann
insbesondere vorgesehen sein, dass die kinetische Masse erst dann an die Antriebswelle
oder die Lagerwelle angekoppelt wird, wenn die Fräswalze sich bereits im rotierenden
Betrieb befindet. Auf diese Weise kann die Fräswalze, ohne zugeschaltete kinetische
Masse, angefahren werden. Dementsprechend belastet die kinetische Masse dann mit ihrem
Eigengewicht den Antriebsstrang, insbesondere den Antriebsmotor, das Schaltgetriebe
bzw. eine den Antriebsmotor und das Schaltgetriebe vermittelnde Schaltkupplung, nicht.
Durch diese einfache Maßnahme verlängert sich die Lebensdauer der Komponenten des
Antriebsstranges.
[0017] Durch die Zuschaltung der kinetischen Masse kann, unter sonst gleichen Bedingungen,
eine Reduzierung der Drehzahl während des Betriebseinsatzes unter gleichzeitiger Erhöhung
des Trägheitsmoments vorgenommen werden mit der Senkung der Fräswalzendrehzahl geht
eine geringere erforderliche Leistungsaufnahme einher, was zu einer Absenkung des
Treibstoffbedarfs und der Emissionen des Antriebsmotors führt. Mit geringeren Drehzahlen
gehen dann auch ein geringerer Meißelverschleiß, und ein geringerer Kühlmittelbedarf
einher.
[0018] Gemäß einer bevorzugten Erfindungsausgestaltung kann es vorgesehen sein, dass die
Antriebswelle oder eine gegenüberliegend der Antriebswelle angeordnete Lagerwelle,
mittels der die Fräswalze an einem Maschinenrahmen gelagert ist, den Rotationskörper
bildet Für die Ankopplung der kinetischen Masse an die Antriebswelle bzw. die Lagerwelle
ist ein geringer konstruktiver Aufwand erforderlich. Insbesondere steht an diesen
Stellen in der Regel ein ausreichender Bauraum zur Verfügung, der eine Integration
der kinetischen Masse und der schaltbaren Kupplung ermöglicht.
[0019] Es ist auch denkbar, dass das die kinetische Masse auswechselbar ist. Sie kann dann
insbesondere gegen eine andere kinetische Masse mit einem abweichenden Gewicht ausgetauscht
werden. Dies ermöglicht es, eine Anpassung der Fräswalze auf beliebige Anwendungssituationen
vornehmen zu können. Es ist allerdings in der Regel ausreichend, wenn eine geeignete
kinetische Masse zur Verfügung steht, die geeignet dimensioniert ist, um ein breites
Anwendungsspektrum abdecken zu können.
[0020] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltungsvariante der Erfindung kann es vorgesehen sein,
dass die kinetische Masse unter Vermittlung eines Übersetzungsgetriebes an den Rotationskörper
oder die Fräswalze angekoppelt ist, und dass das Übersetzungsgetriebe die Drehzahl
mit der die Fräswalze oder der Rotationskörper rotiert zu einer höheren Drehzahl,
mit der die kinetische Masse rotiert, übersetzt. Hierbei ist es insbesondere auch
denkbar, dass das Übersetzungsgetriebe als schaltbares Getriebe mit zwei oder mehreren
Übersetzungsstufen oder als Getriebe ausgeführt ist, bei dem das Übersetzungsverhältnis
stufenlos veränderbar ausgebildet ist. Auf diese Weise lässt sich in unterschiedlichen
Stufen (oder stufenlos) eine Drehzahlvariation vornehmen. Damit ist es möglich, die
Drehzahl, mit der die kinetischen Masse rotiert, zu verändern, um das an der Fräswalze
wirkende Trägheitsmoment zu verändern und dadurch eine weitere Anpassung auf individuelle
Arbeitsanforderungen vornehmen zu können.
[0021] Im Rahmen der Erfindung ist es denkbar, dass die Lagerwelle oder die Antriebswelle
der Fräswalze unmittelbar zur Antriebsseite des Übersetzungsgetriebes geführt ist.
Hierdurch wird ein minimaler Bauaufwand geboten. Denkbar ist es jedoch auch, dass
die Lagerwelle oder die Antriebswelle mittelbar zur Antriebsseite des Übersetzungsgetriebes
unter Vermittlung wenigstens eines Drehkörpers geführt ist. Besonders bevorzugt ist
eine Erfindungsvariante derart, dass die Abtriebsseite des Übersetzungsgetriebes über
die Kupplung an die kinetische Masse angeschlossen ist. An dieser Stelle kann die
kinetische Masse mit geringem baulichen Aufwand einfach an- bzw. abgekoppelt werden.
Darüber hinaus tragen die rotierenden Teile des Übersetzungsgetriebes in gewissem
Maße auch zur Erhöhung der kinetischen Energie und zur Stabilisierung des Fräsbetriebs,
auch bei abgekoppelter kinetischer Masse bei.
[0022] Denkbar ist es auch, dass die schaltbare Kupplung zwischen der Lagerwelle und der
Eingangsseite des Übersetzungsgetriebes angeordnet ist. Bei geschalteter Kupplung
können damit gleichzeitig sowohl das Übersetzungsgetriebe als auch die kinetische
Masse abgekoppelt werden. Im abgekoppelten Zustand wird das Übersetzungsgetriebe nicht
betrieben, was eine Maßnahme zur Verschleißoptimierung darstellt.
[0023] Wenn als Bodenbearbeitungsmaschine eine Straßenfräsmaschine Verwendung findet, so
kann es besonders bevorzugt erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass die Fräswalze mit
einer Drehzahl im Bereich zwischen 30 bis 240 Umdrehungen/min und die kinetische Masse
mit einer Drehzahl im Bereich zwischen 60 bis 4000 Umdrehungen/min. Besonders bevorzugt
wird die Drehzahl der kinetischen Masse im Bereich zwischen 1000 und 4000 Umdrehungen/min
gewählt. Dieser bevorzugte Bereich eignet sich insbesondere für den Einsatz bei Straßenfräsmaschinen,
da hier mit einer relativ geringen kinetischen Masse eine hohe Laufruhe erreicht werden
kann.
[0024] Bei Fräsanwendungen, bei denen wenigstens eine Schicht vom Fahrbahnbelag einer Straße
abgetragen werden müssen, hat sich gezeigt, dass die Dimensionierung Vorteilhafterweise
so vorgenommen wird, dass das Trägheitsmoment der Fräswalze bei ausgekoppelter Kupplung
einen ersten Wert aufweist und dass bei eingekoppelter Kupplung das Trägheitsmoment
der die Fräswalze und die kinetische Masse aufnehmenden Baueinheit einen zweiten Wert
aufweist, wobei der zweite Wert mindestens doppelt so groß ist wie der erste Wert.
[0025] Ein zuverlässiger Ausgleich von Unwuchten bei Straßenfräsanwendungen kann dann erreicht
werden, wenn vorgesehen ist, dass das Trägheitsmoment der kinetischen Masse größer
oder gleich T/i
2 ist, wobei T dem Trägheitsmoment der Fräswalze entspricht und i das Drehzahlverhältnis
von Drehzahl der kinetische Masse zu Drehzahl der Fräswalze ist. Es ist unmittelbar
einsichtig, dass einer höheren Drehzahl ein größeres wirksames Trägheitsmoment auf
der Antriebsseite erzeugt werden kann, da diese nämlich im Quadrat eingeht.
[0026] Dieser Zusammenhang wird auch aus der nachstehenden Formel deutlich:

[0027] Das an der Fräswalze wirkende Trägheitsmoment entspricht dem Trägheitstmoment der
Fräswalze (sowie vorhandener Anbauteile, wie Teile des Antriebsstranges) plus dem
Trägheitsmoment der kinetischen Masse multipliziert mit dem Quadrat des Drehzahlverhältnisses
i. Aus Gründen der Vereinfachung wird hierbei ein ideales Getriebe angenommen.
[0028] Daraus folgt dann auch unmittelbar das im vorherigen Absatz gesagte, wenn:

[0029] Dann ergibt sich als wirksames Drehmoment an der Fräswalze 2*T.
[0030] Eine erfindungsgemäße Bodenbearbeitungsmaschine kann dadurch gekennzeichnet sein,
dass das Übersetzungsgetriebe zumindest bereichsweise in dem von der Fräswalze umschlossenen
Bauraum angeordnet ist. Auf diese Weise ist das Übersetzungsgetriebe platzsparend
untergebracht. Denkbar ist es zusätzlich oder alternativ auch, dass das Übersetzungsgetriebe
zumindest bereichsweise innerhalb eines Fräswalzenkastens aufgenommen ist. Eine solche
Konstruktion empfiehlt sich dann, wenn im Bereich des Fräswalzenkastens bereits ein
ausreichender Bauraum zur Verfügung steht, welcher die Integration des Übersetzungsgetriebes
ermöglicht. Selbstverständlich kann das Übersetzungsgetriebe auch zumindest bereichsweise
innerhalb des Fräswalzenkastens angeordnet sein, wobei es gleichzeitig auch zumindest
bereichsweise in dem von der Fräswalze umgebenen Bauraum hineinragt.
[0031] Der Teil des Übersetzungsgetriebes, welcher sich im Fräswalzenkasten befindet, sollte
dann durch geeignete Maßnahmen vor dem Angriff des sich im Fräswalzenkasten befindlichen
abgetragenen Materials geschützt werden. Wenn es so ist, dass das Übersetzungsgetriebe
in den von der Fräswalze umgebenen Bauraum zumindest teilweise hineinragt, dann schützt
die Fräswalzengeometrie das Übersetzungsgetriebe
[0032] Gemäß einer Erfindungsalternative kann es auch vorgesehen sein, dass die Fräswalze
innerhalb des Fräswalzenkastens zumindest teilweise aufgenommen ist, wobei die Lagerwelle
im Bereich einer Seitenwand des Fräswalzenkastens angeordnet ist, und dass das Übersetzungsgetriebe
am Fräswalzenkasten außerhalb des die Fräswalze aufnehmenden Innenraums, vorzugsweise
an der Außenseite des Fräswalzenkastens, besonders bevorzugt außenseitig an der Seitenwand,
angebracht oder angeordnet ist. Eine solche Vorgehensweise empfiehlt sich dann, wenn
seitlich am Fräswalzenkasten ein genügend großer Bauraum für das Übersetzungsgetriebe
zur Verfügung gestellt werden muss. Dadurch dass das Übersetzungsgetriebe außerhalb
des Fräswalzenkastens angeordnet ist, muss es selbstverständlich dann nicht mehr von
Abraummaterial geschützt werden.
[0033] Wie dies vorstehend beschrieben wurde, kann die Verwendung eines Übersetzungsgetriebes
vorgesehen sein. Die Erfindung ist allerdings hierauf nicht beschränkt. Vielmehr ist
es auch denkbar, dass die Fräswalze im eingekuppelten Zustand der Kupplung mit der
kinetischen Masse derart gekoppelt ist, dass die Drehzahl der Fräswalze der Drehzahl
mit der die kinetische Masse rotiert, unter Vernachlässigung des Schlupfs der Kupplung,
einander entsprechen.
[0034] Eine besonders platzsparende Bauweise kann erreicht werden, wenn vorgesehen ist,
dass die Kupplung und die kinetische Masse innerhalb des von der Fräswalze umschlossenen
Bauraums angeordnet sind.
[0035] Im Rahmen der Erfindung kann auch eine Bremsvorrichtung verwendet sein, die dazu
ausgelegt ist, die kinetische Masse dann zu bremsen, wenn sich die Kupplung im geöffneten
Zustand befindet, also die kinetische Masse dann von der Fräswalze abgekoppelt ist.
Auf diese Weise wird verhindert, dass bedingt durch Schleppmomente innerhalb der Kupplung
(beispielsweise bei Viscokupplungen), die kinetische Masse bewegt wird.
[0036] Wie dies vorstehend beschrieben wurde, kann die Kupplung im Bereich zwischen dem
Übersetzungsgetriebe und der kinetischen Masse angeordnet sein. Dies hat den Vorteil,
dass eine kostengünstigere, schwächer ausgelegte Kupplung Verwendung finden kann.
[0037] Denkbar ist es jedoch auch, dass die Kupplung vor dem Übersetzungsgetriebe angeordnet
ist. Dementsprechend werden bei ausgekuppelter Kupplung sowohl das Übersetzungsgetriebe
als auch die kinetische Masse von der Fräswalze abgekoppelt. Da nun auch das Übersetzungsgetriebe
nicht mehr in diesem Betriebszustand bewegt werden muss, ergibt sich ein besserer
Wirkungsgrad.
[0038] Gemäß einer Erfindungsvariante kann auch eine Überwachungseinrichtung vorgesehen
sein, die mit einer Erfassungseinheit einen oder mehrere Maschinenzustände erfasst.
Beispielsweise kann ein Vibrationssensor und/oder eine Drehmomentsensor, welcher ein
Drehmoment im Bereich des Antriebsstrang, insbesondere am Antriebsmotor erfasst vorgesehen
sein. Weiterhin ist es denkbar, dass das auf den Hubsäulen einer Straßenfräsmaschine
auflastende Maschinen-Gewicht überwacht wird. Das von der Erfassungseinheit erfasste
Überwachungssignal wird der Überwachungseinrichtung zugeleitet. Dort wird das Überwachungssignal
ausgewertet. Falls eine unzulässige Abweichung von einem Vorgabe-Signal vorliegt,
wird von der Überwachungseinrichtung ein Schaltsignal generiert. Dieses veranlasst,
unter Verwendung eines Stellelements, beispielsweise eines Stellantriebs, die Öffnung
der schaltbaren Kupplung. Damit wird dann bei Auftreten eines unerwünschten Maschinenzustands
die kinetische Masse durch Betätigung der schaltbare Kupplung von der Fräswalze abgekoppelt.
[0039] Beispielsweise beim Gleichlauffräsen besteht die Gefahr, dass die Maschine, aufgrund
unzulässiger Betriebskräfte, aus dem Schneideingriff ausgehoben und nach vorne gezogen
wird. Dies ist beispielsweise in der
EP 2 354 310 A1 beschrieben. Sollte die Überwachungseinrichtung einen unerwünschten Betriebszustand
detektieren, so wird die schaltbare Kupplung betätigt und die kinetische Masse von
der Fräswalze abgekoppelt. Damit reduziert sich sofort das Trägheitsmoment der Fräswalze.
Durch diese Reduzierung des Trägheitsmoments bleibt die Fräswalze stecken bzw. wird
der Antriebsmotor abgewürgt, sodass ein unerwünschter Maschinenzustand unterbunden
werden kann.
[0040] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 als Beispiel für eine Bodenbearbeitungsmaschine eine Großfräse in Seitenansicht,
Figur 2 in schematischer Darstellung ein Fräsaggregat der Bodenbearbeitungsmaschine
nach Figur 1,
Figur 3 in schematischer Darstellung einen Fräswalzenkasten mit einer darin aufgenommenen
Fräswalze und
Figur 4 in schematischer Darstellung einen Fräswalzenkasten mit einer darin aufgenommenen
Fräswalze als Alternative zu der Ausgestaltung gemäß Figur 3.
[0041] Figur 1 zeigt als Bodenbearbeitungsmaschine eine Straßenfräsmaschine 10 zum Fräsen
von Straßenbelägen aus Asphalt, Beton oder dergleichen. Die Straßenfräsmaschine 10
weist einen Maschinenrahmen 11 mit einem Fahrstand 12 auf. Auf dem Fahrstand 12 kann
der Maschinenführer die Straßenfräsmaschine führen und die Funktionen der Straßenfräsmaschine
steuern.
[0042] Der Maschinenrahmen 11 ist von einem Fahrwerk 13 getragen. Das Fahrwerk 13 umfasst
beispielsweise vier Kettenlaufwerke 14, die an der Vorder- und Rückseite auf beiden
Seiten des Maschinenrahmens 11 angeordnet sind. Die Kettenlaufwerke 14 ermöglichen
eine Vor- und eine Rückbewegung der Straßenfräsmaschine entlang einer Fahrspur. Zur
Höhenverstellung des Maschinenrahmens 11 gegenüber dem Fahrwerk 13 sind Hubsäulen
15 vorgesehen. An diesen Hubsäulen 15 sind die Kettenlaufwerke 14 einerseits und der
Maschinenrahmen 11 andererseits befestigt. Der Maschinenführer kann über eine Verstellung
der Hubsäulen 15 eine Höhenausrichtung des Maschinenrahmens 11 gegenüber einer Fahrbahn
vornehmen.
[0043] Anstelle von Kettenlaufwerk 14 können auch Räder vorgesehen sein
Die Straßenfräsmaschine verfügt über eine Arbeitseinheit, bei der es sich um eine
Fräseinrichtung mit einer Fräswalze 30 handelt. Die Fräswalze 30 ist mit Arbeitswerkzeuge
31 bestückt.
[0044] Die Arbeitswerkzeuge 31 sind unter Vermittlung von Halteanordnungen, beispielsweise
Meißelhalter oder Meißelhalterwechselsysteme an der Fräswalze 30 auswechselbar befestigt.
[0045] Wie Figur 1 zeigt, ist die Fräswalze 30 am Maschinenrahmen 11 zwischen den vorderen
und den hinteren Kettenlaufwerk 14 angeordnet. Selbstverständlich ist die Erfindung
nicht auf die Anwendung bei solchen, üblicherweise als Großfräsen bezeichneten, Maschinentypen
beschränkt. Vielmehr ist es auch denkbar, dass die Fräswalze 30 zwischen den hinteren
Laufwerken angeordnet ist. Solche Maschinentypen werden in der Regel als Kompakt-
oder Kleinfräsen bezeichnet. Mit der Fräswalze 30 wird der Straßenbelag abgefräst.
Für den Antrieb der Fräswalze 30 weist die Straßenfräsmaschine eine Antriebseinheit
20 auf, die ebenfalls vom Maschinenrahmen 11 getragen ist. Die Antriebseinheit 20
ist in Figur 1 schematisch dargestellt und gestrichelt gezeichnet.
[0046] Die Antriebseinheit 20 treibt neben der Fräswalze 30 auch die Kettenlaufwerke 14
sowie weitere Aggregate der Straßenfräsmaschine an, zu denen beispielsweise die Hubsäulen
15 für die Verstellung des Maschinenrahmens 11 oder nicht dargestellte Stellantriebe
für die Lenkung oder eine nicht dargestellte Wasserpumpe zur Kühlung der Arbeitswerkzeuge
31 der Fräswalze 30 zählen.
[0047] In Figur 2 ist die Antriebseinheit 20 schematisch dargestellt. Diese Zeichnung zeigt
wieder die Fräswalze 30 und zwar in einer Ansicht quer zur Fahrtrichtung, senkrecht
zu der Bildebene gemäß Figur 1 in Ansicht von links. In dieser Darstellung sind die
Arbeitswerkzeuge 31 schematisch dargestellt. Wie die Darstellung weiter zeigt, ist
die Fräswalze 30 in einem Fräswalzenkasten 40 angeordnet. Der Fräswalzenkasten 40
besitzt Seitenwände 41 und eine Deckwand 42. Die Seitenwände 41 und die Deckwand 42
schirmen die Fräswalze 30 gegenüber der Umgebung ab. Üblicherweise ist am Fräswalzenkasten
40 eine Öffnung vorgesehen durch die Material auf eine nicht dargestellte beispielsweise
aus Förderbändern bestehende Fördervorrichtung gelangen kann, um von das Material
zum Beispiel auf einen Lkw zu verladen.
[0048] Die Fräswalze 30 ist an dem Maschinenrahmen 11 oder dem Fräswalzenkasten 40 drehbar
gelagert. Die Fräswalze 30 besitzt eine Antriebswelle 33 und eine Lagerwelle 32.
[0049] Die Fräswalze 30 kann mit der Antriebseinheit 20 angetrieben werden. Im Einzelnen
umfasst die Antriebseinheit 20 einen Antriebsmotor 21, welcher üblicherweise von einem
Verbrennungsmotor gebildet ist. Der Antriebsmotor 21 ist über ein Koppelelement 22
an ein Pumpenverteilergetriebe 23 angeschlossen. Für eine platzsparende Bauweise kann
das Koppelelement 22 zumindest bereichsweise in einem Freiraum 24 des Pumpenverteilergetriebes
angeordnet sein. Im Pumpenverteilergetriebe wird ein Fluid unter Druck gesetzt. Dieses
Fluid wird über Druckleitungen an einzelne Funktionseinheiten der Straßenfräsmaschine,
beispielsweise die Hubsäulen 15 oder zu Hydraulikmotoren der Kettenlaufwerk 14 geführt.
Im Anschluss an das Pumpenverteilergetriebe 23 ist eine Schalteinrichtung 25 vorgesehen.
[0050] Mittels der Schalteinrichtung 25 kann der Antriebsmotor 21 wahlweise an eine Welle
26 angekoppelt oder von dieser abgekoppelt werden.
[0051] Die Welle 26 trägt eine Riemenscheibe 27, die Teil einer Übertragungseinheit 28 ist.
Die Übertragungseinheit 28 umfasst auch eine weitere Riemenscheibe 29. Die beiden
Riemenscheiben 27, 29 sind über einen endlos umlaufenden Riementrieb miteinander verbunden.
[0052] Wie Figur 2 veranschaulicht, ist die Riemenscheibe 29 auf der Antriebswelle 33 der
Fräswalze gehalten. Die Antriebswelle 33 wird durch eine seitliche Öffnung in der
zugeordneten Seitenwand 41 des Fräswalzenkastens 40 geführt. Die Antriebswelle 33
ist an die Fräswalze 30 mittelbar oder unmittelbar angekoppelt. Konzentrisch zu der
Antriebswelle 33 ist auf der gegenüberliegenden Seite der Fräswalze 30 eine Lagerwelle
32 vorgesehen. Die Antriebswelle 33 und die Lagerwelle 32 bilden gemeinsam die Drehachse
für die Fräswalze 30.
[0053] Figur 2 veranschaulicht weiterhin, dass außerhalb des Fräswalzenkastens ein Übersetzungsgetriebe
50 angeordnet ist. Dieses Übersetzungsgetriebe 50 kann als Getriebe mit einer oder
mehreren Getriebestufen oder als stufenlos arbeitendes Getriebe ausgelegt sein. Die
Lagerwelle 32 führt unmittelbar zur Eingangsseite des Übersetzungsgetriebes 50. An
der Abtriebseite des Übersetzungsgetriebes 50 ist als Rotationskörper ein Verbindungsstück
54 in Form einer Welle angeordnet. Das Verbindungsstück 54 stellt die Verbindung zu
einer Kupplung 55 her. Es handelt sich hierbei um eine schaltbare Kupplung. 55 Die
schaltbare Kupplung 55 kann vom Fahrstand 12 aus bedient werden. Denkbar ist es auch,
dass in der Nähe des Fräswalzenkastens 40 eine separat betätigbare Schalteinheit zur
Bedienung der Kupplung 55 vorgesehen ist. Vorzugsweise ist die schaltbare Kupplung
55 allerdings vom Fahrstand 12 aus zu bedienen, was eine erhebliche Bedienungserleichterung
bietet.
[0054] Die Kupplung 55 ist über eine Tragwelle 56 an eine kinetische Masse 57 angeschlossen.
Bei der kinetischen Masse 57 handelt es sich um ein Gewicht, welches an die Tragwelle
56 angeschlossen ist. Denkbar ist es, dass die kinetische Masse 57 austauschbar an
die Tragwelle 56 mittelbar oder unmittelbar angekoppelt ist.
[0055] Der Aufbau, wie er in Figur 2 dargestellt ist, ist in Figur 3 nochmals detailierter
veranschaulicht, wobei hier eine Darstellung gewählt ist, bei der die Fräswalze 32
von der gegenüberliegenden Seite dargestellt ist.
[0056] Wie Figur 3 zeigt, ist das Übersetzungsgetriebe 50 an der zugeordneten Seitenwand
41 außenseitig befestigt.
[0057] Das Übersetzungsgetriebe 50 kann beispielsweise als Planetengetriebe ausgebildet
sein. Dabei ist an der Lagerwelle 32 ein Treibelement 51 gehalten, welches das Sonnenrad
des Planetengetriebes bildet. Weiterhin ist auf dem Verbindungsstück 54 ein Planetenträger
52 mit Abtriebelement 53 (Planetenräder) drehfest gehalten. Der Planetenträger 52
trägt, wie Figur 3 veranschaulicht, Zahnräder, die mit dem Sonnenrad kämmen. Die Erfindung
ist selbstverständlich nicht auf die Verwendung eines Planetengetriebes als Übersetzungsgetriebe
50 beschränkt. Vielmehr ist es auch denkbar, dass andere Getriebeformen Verwendung
finden.
[0058] Die Funktionsweise der in den Figuren 2 und 3 gezeigten Anordnung ist wie folgt.
Der Antriebsmotor 21 treibt über das Koppelelement 22 das Pumpenverteilergetriebe
23 an. Bei geschalteter Schalteinrichtung 25 ist die Welle 26 mit dem Antriebsmotor
21 verbunden. Auf diese Weise wird die Übertragungseinheit 28 mit einer Drehzahl n2,
die der Drehzahl n1 des Antriebsmotors 21 entsprechen kann, angetrieben. Auf der Abtriebseite
der Übertragungseinheit 28 steht an der Antriebswelle 33 die Drehzahl n2 an. Bei Großfräsen
entspricht die Drehzahl n1 in etwa der Drehzahl n2. Selbstverständlich kann jedoch
auch ein abweichendes Übersetzungsverhältnis gewählt sein. Diese Drehzahl n2 wird
nun mittels eines, in der Zeichnung nicht dargestellten Fräsgetriebes hin zu einer
niedrigeren Drehzahl n3 untersetzt, mit der die Fräswalze 30 rotiert. Bei üblichen
Straßenfräsmaschinen beträgt dieses Übersetzungsverhältnis zwischen der höheren Drehzahl
n2 und der Fräswalzendrehzahl n3 im Bereich zwischen 10 bis 30
[0059] Die gleiche Drehzahl n3 mit der die Fräswalze 30 rotiert, steht auch an der Lagerwelle
32 an. Dementsprechend läuft in die Antriebseite des Übersetzungsgetriebes 50 die
Drehzahl n3 ein, wie Figur 3 zeigt.
[0060] Das Übersetzungsgetriebe 20 übersetzt nun die Drehzahl n3 zu einer höheren Drehzahl
n4, welche an dem Verbindungsstück 54 ansteht. Bei geschlossener Kupplung 55 liegt
diese Drehzahl n4 auch an der Tragwelle 56 an, sodass die kinetische Masse 57 mit
der höheren Drehzahl n4 rotiert.
[0061] Bei geschlossener Kupplung 55 kann mithin die kinetische Masse 57 über die Kupplung
55 und das Übersetzungsgetriebe 50 an die Fräswalze 30 angekoppelt werden. Die während
der Drehbewegung der kinetischen Masse 57 erzeugte Rotationsenergie wird in die Fräswalze
30 eingebracht. Auf diese Weise erhöht sich die kinetische Energie der Fräswalze 30.
Dies führt zu einer erhöhten Laufruhe der Fräswalze 30.
[0062] In Figur 4 ist eine alternative Ausgestaltungsvariante der Erfindung dargestellt.
Wie diese Zeichnung veranschaulicht, ist die Fräswalze 40 wieder im Fräswalzenkasten
40 untergebracht. Die Antriebswelle 33 und die Lagerwelle 32 sind wieder drehbar am
Maschinenrahmen 11 oder am Fräswalzenkasten 40 angekoppelt. In dem von der Fräswalze
30 umgebenen Raum ist ein Fräsgetriebe 60 untergebracht. Mit diesem Fräsgetriebe 60
kann, wie dies vorstehend erläutert wurde, die Drehzahl n2 der Riemenscheibe 29 untersetzt
werden. Das Fräsgetriebe 60 kann als Planetengetriebe ausgebildet sein. Es besitzt
ein Treibelement 61, üblicherweise ein Zahnrad, welches drehfest mit der Antriebswelle
33 verbunden ist. Mit diesem Treibelement 61 kämmen ein oder mehrere Zahnräder 62
(Planetenräder), um eine Untersetzung der Drehzahl zu erreichen. Diese untersetzte
Drehzahl entspricht dann der Drehzahl n3 der Fräswalze 30. Die Antriebswelle 33 hat
ein Verbindungsstück 63, welches über eine Kupplung 55 an eine Tragwelle 56 angeschlossen
ist. Die Tragwelle 56 trägt die kinetische Masse 57. Dementsprechend entspricht die
Drehzahl n4 mit der die kinetische Masse 57 rotiert, der Drehzahl n2 der Antriebswelle
33, wenn die Kupplung 55 geschlossen ist. Es ist auch denkbar, dass ein Übersetzungsgetriebe
50 vorgesehen ist, das vor oder nach der Kupplung 55 angeordnet ist und das die Drehzahl
n2 der Antriebswelle 33 hin zu einer höheren Drehzahl n4 übersetzt, mit der die kinetische
Masse 57 rotiert.
[0063] Wie Figur 4 erkennen lässt, sind die kinetische Masse 57 und die Kupplung 55 geschützt
innerhalb des von der Fräswalze 30 umgebenen Bauraums angeordnet. Das Fräsgetriebe
60 ist ebenfalls bereichsweise innerhalb des Fräswalzenkastens 40 und teilweise innerhalb
des von der Fräswalze 30 umgebenen Bauraums angeordnet.
[0064] In den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen fluchtet die Achse, mit der
die kinetische Masse 57 rotiert mit der Drehachse der Fräswalze 30. Denkbar ist es
jedoch auch, dass diese beiden Drehachsen zueinander parallel beabstandet angeordnet
sind. Weiterhin ist es denkbar, dass diese Drehachsen winklig zueinander verlaufen.
1. Bodenbearbeitungsmaschine (10), insbesondere Straßenfräsmaschine, Stabilisierer oder
dergleichen, mit einer Fräswalze (30), die an einem Maschinenrahmen (11) drehbar gelagert
ist und die an ihrem Außenumfang mit Arbeitswerkzeugen (31) bestückt oder bestückbar
ist, wobei die Arbeitswerkzeuge (31) dazu vorgesehen sind, während des Arbeitsbetriebs
in Kontakt mit dem zu bearbeitenden Boden zu treten um diesen abzutragen, wobei eine
Antriebseinheit (20) vorgesehen ist, die die Fräswalze (30) mittels eines Antriebsmotors
(21) antreibt,
wobei an die Fräswalze (30) eine Antriebswelle (33) angeschlossen ist, die an den
Antriebsmotor (21) ankoppelbar ist,
und wobei ein Auflastelement als kinetische Masse (57) zur Steigerung der kinetischen
Energie der Fräswalze (30) vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die kinetische Masse (57) über eine schaltbare Kupplung (55) an die drehbare Fräswalze
(30) oder an einen mit der Fräswalze (30) mittelbar oder unmittelbar gekoppelten Rotationskörper
an- oder abkoppelbar ist.
2. Bodenbearbeitungsmaschine (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebswelle (33) oder eine gegenüberliegend der Antriebswelle (33) angeordnete
Lagerwelle (32), mittels der die Fräswalze (30) an einem Maschinenrahmen (11) gelagert
ist, den Rotationskörper bildet.
3. Bodenbearbeitungsmaschine (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die kinetische Masse (57) unter Vermittlung eines Übersetzungsgetriebes (50) an den
Rotationskörper oder die Fräswalze (30) angekoppelt ist, und dass das Übersetzungsgetriebe
(50)) die Drehzahl (n2, n3) mit der die Fräswalze (30) oder der Rotationskörper rotiert
zu einer höheren Drehzahl (n4), mit der die kinetische Masse (57) rotiert, übersetzt.
4. Bodenbearbeitungsmaschine (10) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerwelle (32) oder die Antriebswelle (33) unmittelbar zur Antriebsseite des
Übersetzungsgetriebes (50) geführt ist oder mittelbar zur Antriebsseite des Übersetzungsgetriebes
(50) unter Vermittlung wenigstens eines Drehkörpers geführt ist.
5. Bodenbearbeitungsmaschine (10) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtriebsseite des Übersetzungsgetriebes (50) über die Kupplung (55) an die kinetische
Masse (57) angeschlossen ist.
6. Bodenbearbeitungsmaschine (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Fräswalze (30) mit einer Drehzahl (n3) im Bereich zwischen 30 bis 240 Umdrehungen/min
und die kinetische Masse (57) mit einer Drehzahl (n4) im Bereich zwischen 60 bis 4000
Umdrehungen/min rotieren.
7. Bodenbearbeitungsmaschine (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das wirksame Trägheitsmoment der Fräswalze (30) bei ausgekoppelter Kupplung (55)
einen ersten Wert aufweist und dass bei eingekoppelter Kupplung (55) das Trägheitsmoment
der die Fräswalze (30) und die kinetische Masse (57) aufnehmenden Baueinheit einen
zweiten Wert aufweist, wobei der zweite Wert mindestens doppelt so groß ist wie der
erste Wert.
8. Bodenbearbeitungsmaschine (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägheitsmoment der kinetischen Masse (57) größer oder gleich T/i2 ist, wobei T dem Trägheitsmoment der Fräswalze (30) entspricht und i das Drehzahlverhältnis:
Drehzahl (n4) kinetische Masse (57)/Drehzahl (n3) Fräswalze (30) ist.
9. Bodenbearbeitungsmaschine (10) nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das die Übersetzung des Übersetzungsgetriebes (50) in wenigstens zwei Schaltstufen
oder stufenlos veränderbar ist.
10. Bodenbearbeitungsmaschine (10) nach einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Übersetzungsgetriebe (50) zumindest bereichsweise in dem von der Fräswalze (30)
umschlossenen Bauraum angeordnet ist, und/oder dass das Übersetzungsgetriebe (50)
zumindest bereichsweise innerhalb eines Fräswalzenkastens (40) aufgenommen ist.
11. Bodenbearbeitungsmaschine (10) nach einem der Ansprüche 3 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Fräswalze (30) innerhalb eines Fräswalzenkastens (40) zumindest teilweise aufgenommen
ist, und dass das Übersetzungsgetriebe (50) am Fräswalzenkasten (40) außerhalb des
die Fräswalze (30) aufnehmenden Innenraums, vorzugsweise an der Außenseite des Fräswalzenkastens
(40), besonders bevorzugt außenseitig an einer Seitenwand (41) des Fräswalzenkasten
(40), angebracht oder angeordnet ist.
12. Bodenbearbeitungsmaschine (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Fräswalze (30) im eingekuppelten Zustand der Kupplung (55) mit der kinetischen
Masse (57) derart gekoppelt ist, dass die Drehzahl der Fräswalze (30) der Drehzahl
(n3) mit der die kinetische Masse (57) rotiert, unter Vernachlässigung des Schlupfs
der Kupplung (55), einander entsprechen.
13. Bodenbearbeitungsmaschine (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Fräswalze (30) im eingekuppelten Zustand der Kupplung (55) mit der kinetischen
Masse (57) derart gekoppelt ist, dass die Drehzahl der Fräswalze (30) von der Drehzahl
(n3), mit der die kinetische Masse (57) rotiert, abweicht, wobei zwischen der Fräswalze
(30), insbesondere der Antriebswelle (33) und der kinetischen Masse (57) ein vorzugsweise
schaltbares Getriebe mit einer oder mehreren Schaltstufen oder ein stufenloses Getriebe
wirksam ist.
14. Bodenbearbeitungsmaschine (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebswelle (33) zu einem Fräsgetriebe (60) geführt ist, das zumindest bereichsweise
innerhalb des von der Fräswalze (30) umschlossenen Bauraums angeordnet ist, dass das
Fräsgetriebe (60) vorzugsweise als Planetengetriebe ausgebildet ist, und dass die
kinetische Masse (57) vorzugsweise unmittelbar an eine ein Sonnenrad des Planetengetriebes
tragende Welle des Planetengetriebes ankoppelbar ist.
15. Bodenbearbeitungsmaschine (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplung (55) und die kinetische Masse (57) innerhalb des von der Fräswalze (30)
umschlossenen Bauraums angeordnet sind.
16. Bodenbearbeitungsmaschine (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die kinetische Masse (57) auswechselbar ist.
17. Bodenbearbeitungsmaschine (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsmotor (21) über eine Übertragungseinheit (28), die vorzugsweise als endlos
umlaufender Bandantrieb oder als Übertragungsgetriebe ausgebildet ist, an die Antriebswelle
(33) angeschlossen ist.
18. Bodenbearbeitungsmaschine (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsmotor (21) ein Pumpenverteilergetriebe (23) antreibt, das vorzugsweise
vor der Übertragungseinheit (28) angeordnet ist.