[0001] Die Erfindung betrifft eine Fangvorrichtung für einen Fahrkörper in einer Aufzugsanlage,
eine Aufzugsanlage mit einer Fangvorrichtung und ein Verfahren zum Entsperren einer
Fangvorrichtung.
[0002] Fangvorrichtungen dienen dazu, einen Fahrkörper gegenüber dem Aufzugsschacht zu bremsen.
Fangvorrichtungen in Aufzugsanlagen werden mit einer Vielzahl von unterschiedlichen
Wirkprinzipien angewandt. Eine Fangvorrichtung weist typischerweise mindestens ein
Festhaltemittel auf, welches in einen gesperrten und einen entsperrten Zustand bringbar
ist, und welches im gesperrten Zustand den Fahrkörper an einer Schiene festhält. Bei
dem Fahrkörper kann es sich um ein Lastaufnahmemittel handeln, das eine Aufzugskabine
und allenfalls einen Kabinenrahmen umfasst, oder auch um ein Gegengewicht für eine
Aufzugsanlage.
[0003] Ein Grossteil der Fangvorrichtungen weist einen Klemm-Mechanismus auf, der nach Betätigung,
beispielsweise durch ein Geschwindigkeitsbegrenzersystem, unter Ausnutzung der kinetischen
Energie des fahrenden Fahrkörpers eine Klemmwirkung zwischen Komponenten der Fangvorrichtung
und wenigstens einer parallel zum Fahrweg des Fahrkörpers angebrachten, feststehenden
Schiene erzeugt. Ein Teil dieser Fangvorrichtungen ist infolge Selbsthemmung im Klemm-Mechanismus
nach dem Fangvorgang nur mit erheblichem Kraftaufwand wieder entsperrbar.
[0004] Um Fangvorrichtungen mit einem selbsthemmenden Klemm-Mechanismus nach einem Fangvorgang
wieder zu entsperren, sind diese entgegen der Bewegungsrichtung vor dem Fangvorgang
zu bewegen, was üblicherweise durch Bewegen des Fahrkörpers geschieht. Eine solche
Bewegung wird üblicherweise durch Anheben des Fahrkörpers mit der Antriebseinheit
der Aufzugsanlage oder durch Absenken des Fahrkörpers mit der Antriebseinheit unter
Ausnutzung der Gewichtskraft des Fahrkörpers, gegebenenfalls eines Gegenwichts und
eventuell einer Zusatzlast erzeugt.
[0005] Zur Überwindung der erwähnten Selbsthemmung des Klemm-Mechanismus ist eine im Vergleich
mit dem Normalbetrieb wesentlich erhöhte Verschiebekraft erforderlich, da die Klemmkräfte
und/oder die Haftreibung überwunden werden müssen.
[0006] Die Verschiebekraft nach einer Sperrung der Fangvorrichtung übersteigt in einigen
Fällen die zur Verfügung stehende Kraft der Antriebseinheit, beziehungsweise die Gewichtskraft
des Fahrkörpers. Eine Entsperrung durch Manipulation an der Fangvorrichtung ist üblicherweise
nicht möglich, da diese im Fangfall nicht zugänglich ist.
[0007] Aus der Druckschrift
EP 1 213 247 A1 ist eine Fangvorrichtung bekannt, die ein Festhaltemittel aufweist, welches relativ
zu dem Fahrkörper innerhalb eines Verschiebewegs bewegbar ist. Der Fahrkörper kann
nach einer Sperrung der Festhaltemittel in einem gewissen Rahmen, nämlich über die
Länge des Verschiebewegs, bewegt werden, ohne dass das Festhaltemittel entsperrt wird.
Die durch die Beschleunigung über den Verschiebeweg entstehende Trägheitskraft, beziehungsweise
Bewegungsenergie, kann zum Entsperren des Festhaltemittels verwendet werden.
[0008] Da eine Aufzugsanlage üblicherweise mit mehreren Festhaltemitteln ausgestattet ist,
kann die zusätzlich aufgebrachte kinetische Energie zum Lösen aller Festhaltemittel
zu gering sein.
[0009] Die Druckschrift
EP 2 352 689 B1 offenbart ein Verfahren zum Lösen eine Fangvorrichtung für einen Fahrkörper aus einer
Fangstellung in Abwärtsrichtung, bei welchem ein mit dem Fahrkörper verbundenes Gegengewicht
zunächst angehoben und auf ein Niveau höherer potentieller Energie gebracht wird.
Wird das Gegengewicht dann zurückbewegt, so entsteht dadurch zusätzliche kinetische
Energie, die dazu beiträgt, die Fangvorrichtung zu entsperren. Dieses Verfahren kann
nur zum Entsperren aus einer Fangstellung in Abwärtsrichtung verwendet werden, ausserdem
kann auch in diesem Fall die kinetische Energie zu gering sein, um alle Festhaltemittel,
die bei einem Fangvorgang gesperrt werden, zu lösen.
[0011] Die Druckschrift
EP 2 785 626 B1 zeigt ein Verfahren zum Zurückstellen einer Sicherheitsbremse mit elektromechanischer
Halteeinrichtung, bei der die Halterichtung zunächst in eine definierte Bremsstellung
gebracht wird, bevor die Haltereinrichtung durch Fahren in entgegengesetzte Richtung
gelöst wird. Beim Lösen der Haltevorrichtung treten die gleichen Probleme auf, wie
bei rein mechanischen Bremsen, es muss ebenfalls die Klemmkraft und/oder die Haftreibung
überwunden werden.
[0012] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Fangvorrichtung, eine
Aufzugsanlage und ein Verfahren zum Entsperren einer Fangvorrichtung zu schaffen,
welche die Nachteile des Bekannten überwinden und welche insbesondere eine Entsperrung
solcher Fangvorrichtungen mit reduzierter Lösekraft, d.h. durch Einsatz der unverstärkten
Antriebseinheit der Aufzugsanlage oder der Gewichtskraft des Fahrkörpers ermöglichen.
[0013] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Fangvorrichtung für einen Fahrkörper mit mindestens
zwei Festhaltemitteln. Die Festhaltemittel sind in einen gesperrten und in einen entsperrten
Zustand bringbar. Sie sind so an einen Fahrkörper montierbar oder an einem Fahrkörper
montiert, dass sie den Fahrkörper im gesperrten Zustand an einer Schiene festhalten.
[0014] Mindestens ein Festhaltemittel ist mit dem Fahrkörper so verbindbar oder verbunden,
dass Festhaltemittel und Fahrkörper relativ zueinander innerhalb eines begrenzten
Verschiebewegs verschiebbar sind.
[0015] Ein erster Verschiebeweg von einem ersten Festhaltemittel ist länger als ein zweiter
Verschiebeweg von einem zweiten Festhaltemittel. Der kürzere Verschiebeweg hat im
Grenzfall die Länge von 0 mm. Das heisst, der kürzere Verschiebeweg kann infinitesimal
kurz sein.
[0016] Wird der Fahrkörper nach einem Fangvorgang in eine Richtung in Bewegung gesetzt,
in welcher die Festhaltemittel entsperrt werden können, wird zunächst das Festhaltemittel
mit dem kürzeren Verschiebeweg entsperrt respektive gelöst oder zumindest angelöst.
Dafür ist weniger Kraft notwendig, als für das Entsperren aller Festhaltemittel gleichzeitig.
In einem zweiten Schritt wird dann das Festhaltemittel mit dem längeren Verschieben
weg entsperrt, wobei wiederum weniger Kraft notwendig ist, als zum Lösen aller Festhaltemittel
gleichzeitig.
[0017] Bevorzugt bilden für mindestens ein Festhaltemittel ein oberer Anschlag eine obere
Begrenzung des Verschiebewegs und ein unterer Anschlag eine untere Begrenzung des
Verschiebewegs. Die Anschläge sind fest mit dem Fahrkörper verbindbar oder verbunden.
Der Anschlag kann beispielsweise eine Anschlagschraube und eine Feststellmutter umfassen
oder er kann durch andere Mittel, wie beispielsweise durch ein oberes und unteres
Ende eines Langlochs gebildet werden.
[0018] Die Anschläge dienen einerseits zur Begrenzung des Verschiebewegs, andererseits als
Kraftübertragungsmittel auf das Festhaltemittel. Ist nach Anfahren des Fahrkörpers
das Ende des Verschiebewegs erreicht, trifft der Anschlag auf das noch festklemmende
Festhaltemittel und überträgt bestenfalls eine Kraft, die ausreicht, um das Festhaltemittel
zu entsperren.
[0019] Da der Kraftaufwand für das Lösen nur eines Teils der Festhaltemittel deutlich kleiner
ist, als zum Entsperren aller Festhaltemittel gleichzeitig, kann die Kraft beim Anfahren
des Fahrkörpers ausreichen, um auch ein Festhaltemittel zu lösen, welches fest mit
dem Fahrkörper verbunden ist und das relativ zum Fahrkörper keinen Verschiebeweg aufweist.
Ein Festhaltemittel, das verschiebbar an dem Fahrkörper angeordnet ist, hat einen
längeren Verschiebeweg als ein festmontiertes Festhaltemittel, dessen Verschiebeweg
eine Länge von 0 mm aufweist.
[0020] Bevorzugt sind aber mindestens zwei Festhaltemittel mit dem Fahrkörper so verbunden,
dass sie relativ zum Fahrkörper innerhalb eines jeweils durch einen oberen Anschlag
und einen unteren Anschlag begrenzten Verschiebewegs verschiebbar sind und für die
mindestens zwei Festhaltemittel die jeweiligen Verschiebewege unterschiedlich lang
sind.
[0021] Zum Entsperren der Festhaltemittel kann jeweils eine kinetische Energie zur Verfügung
gestellt werden, die durch die Bewegung des Fahrkörpers entlang der Verschiebewege
entsteht. Es wird zunächst das Festhaltemittel mit dem kürzeren Verschiebeweg entsperrt
und anschliessend das Festhaltemittel mit dem längeren Verschiebeweg.
[0022] Ein Entsperren muss nicht ein vollständiges Entsperren sein. Je nach Konstruktionsart
des Festhaltemittels ist unter Entsperren auch ein Anlösen einer Klemmmechanik des
Festhaltemittels verstanden. Das Anlösen bedingt in der Regel eine Kraftspitze und
diese Kraftspitze, beziehungsweise die entsprechende Löseenergie wird durch den Aufprall
des Lastmittels an den Anschlag auf das Festhaltemittel übertragen.
[0023] Es können auch mehr als zwei Festhaltemittel vorgesehen sein, die jeweils unterschiedliche
Verschiebewege aufweisen. Diese werden beim Anfahren des Fahrkörpers nach einem Fangvorgang
sukzessive entsperrt. Es können auch Gruppen von Festhaltemitteln vorgesehen sein,
die jeweils den gleichen Verschiebeweg aufweisen, beispielswiese zwei Festhaltemittel
mit kurzem und zwei Festhaltemittel mit längerem Verschiebeweg.
[0024] Die Festhaltemittel können so an dem Fahrkörper angeordnet werden oder sein, dass
sie auf dieselbe Schiene wirken. Bevorzugt ist die Fangvorrichtung dafür ausgelegt,
dass die Festhaltemittel an verschiedenen Schienen bremsen.
[0025] In einer vorteilhaften Ausführung der Fangvorrichtung ist der erste Verschiebeweg
bis zu 1.5-mal so lang wie der zweite Verschiebeweg. Um genügend kinetische Energie
herzustellen, reichen in der Regel Verschiebewege mit einer Länge zwischen 5 und 30mm.
[0026] Bevorzugt ist die Länge der Verschiebewege einstellbar. Dadurch können beispielsweise
gleiche Bauteile für alle Festhaltmittel verwendet werden und eine Einstellung des
Verschiebeweges kann dann individuell vorzugsweise in einem Herstellwerk vorgenommen
werden.
[0027] Die Fangvorrichtung kann Fangkonsolen aufweisen, auf denen die Anschläge angebracht
sind. Die Anschläge können lösbar an der Fangkonsole befestigt sein, so dass der Abstand
und damit auch der jeweilige Verschiebeweg verstellbar sein können. Die Anschläge
können beispielsweise an der Fangkonsole festgeschraubt sein.
[0028] Pro Festhaltemittel kann eine separate Fangkonsole vorgesehen sein. Es können aber
auch mehrere Festhaltemittel auf einer Fangkonsole angeordnet sein. Dabei können die
Festhaltemittel im montierten Zustand der Fangkonsole nebeneinander angeordnet sein,
so dass sie an verschiedenen Schienen bremsen können, oder übereinander angeordnet
sein, sodass sie an derselben Schiene bremsen können.
[0029] Die Verschiebbarkeit der Festhaltemittel gegenüber dem Fahrkörper kann beispielweise
dadurch erreicht werden, dass dessen Verbindung mit dem Fahrkörper mittels Schrauben
oder Bolzen in Führungs-Langlöchern oder mittels einer Schwalbenschwanz-Gleitführung
oder Prisma-Gleitführung, mittels Parallelführungs-Lenkerhebeln, mittels Parallelführungs-Blattfedern
oder auch mittels einer Schwenkbefestigung erfolgt. Bei einer Schwenkbefestigung kann
das Festhaltemittel beispielsweise mittels eines horizontalen Bolzens oder elastischer
Befestigung derart befestigt sein, dass ein Klemmbereich des Festhaltemittels sich
vertikal über den Verschiebeweg verschwenken kann.
[0030] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann die Fangvorrichtung elektromechanische
Festhaltemittel umfassen, die insbesondere im deaktivierten Zustand das Festhaltemittel
zum Bremsen freigeben.
[0031] Insbesondere umfasst die Fangvorrichtung elektromechanische Festhaltemittel, wie
sie in der
EP 2 785 626 B1 offenbart sind. Erst im stromlosen, also deaktivierten, Zustand sind die Festhaltemittel
bereit, den Fahrkörper mechanisch gegenüber einer Schiene zu bremsen.
[0032] Bei einem Entsperren der Festhaltemittel können die Haltemittel wieder in eine Position
gebracht werden, in der sie aktivierbar sind, sodass sie unter Strombeaufschlagung
eine widerstandsfreie Fahrt des Fahrkörpers ermöglichen.
[0033] In einer Ausführung ist nur ein Festhaltemittel mit einem Auslöser oder einem Sensor
verbunden, der die Sperrung auslöst. Der Auslöser kann hierbei ein herkömmlich bekannter
mechanischer Geschwindigkeitsbegrenzer sein, oder es kann auch ein elektronischer
Geschwindigkeitsbegrenzer sein. Die Festhaltemittel sind dann über einen Koppelmechanismus
miteinander verbunden, so dass die Festhaltemittel gemeinsam sperren.
[0034] In einer alternativen bevorzugten Ausführung der Fangvorrichtung sind die Festhaltemittel
separat ansteuerbar. Insbesondere eignet sich diese Ausführung für Fangvorrichtungen
mit elektromechanischen Festhaltemitteln, die über jeweils eigene elektrische Ansteuerungen
verfügen. Bevorzugt umfasst die Fangvorrichtung somit elektromechanische Festhaltemittel.
[0035] Vorteilhafterweise umfasst die Fangvorrichtung ausserdem elektromagnetische Halteeinrichtungen,
die mit den elektromechanischen Festhaltemitteln derart zusammenwirken, dass die Festhaltemittel
von den elektromagnetischen Halteeinrichtungen im bestromten Zustand offengehalten
werden und bei einer Stromlosschaltung zum Bremsen freigeben werden. Die elektromagnetischen
Halteeinrichtungen sind hierbei vorzugsweise von einem elektronischen Geschwindigkeitsbegrenzer
angesteuert. Die Funktion des elektronischen Geschwindigkeitsbegrenzers kann natürlich
auch in eine Aufzugssteuerung oder eine entsprechende Sicherheitsbox der Aufzugsanlage
integriert sein.
[0036] In einer vorteilhaften Ausführung der Fangvorrichtung ist ein Federelement an dem
Festhaltemittel anordnet, zum Beispiel steht das mindestens eine bewegliche Festhaltemittel
durch das Federelement in Kontakt mit einem Anschlag, der die obere Begrenzung des
Verschiebewegs bildet oder in Kontakt mit einem Anschlag, der die untere Begrenzung
des Verschiebewegs bildet. Durch das Federelement ist das Festhaltemittel im Normalbetrieb
der Aufzugsanlage in einer gewünschten Stellung gehalten und positioniert.
[0037] Das Federelement kann das Festhaltemittel gegen den unteren Anschlag drücken. Alternativ
kann ein Federelement derart angeordnet sein, dass das Festhaltemittel gegen den oberen
Anschlag gedrückt wird.
[0038] Bevorzugt sind alle Festhaltemittel der Fangvorrichtung, beziehungsweise zumindest
alle Festhaltemittel die über einen Verschiebeweg zum Lastaufnahmemittel verbunden
sind, mit einem Federelement ausgestattet.
[0039] Im Normalbetrieb wird das Festhaltemittel in Kontakt mit dem die obere Begrenzung
des Verschiebewegs bildenden und mit dem Fahrkörper direkt oder indirekt verbundenen
Anschlag gehalten, wobei dieses Federelement mindestens die Gewichtskraft des Festhaltemittels
zu kompensieren hat.
[0040] Mit dieser Massnahme wird vermieden, dass bei einem Fangvorgang aus einer Abwärtsbewegung
der Fahrkörper auf das an der feststehenden Schiene festgeklemmte Festhaltemittel
fällt. Beim Entsperren der Fangvorrichtung durch Anheben des Fahrkörpers mit der Antriebseinheit
der Aufzugsanlage verschiebt sich der Fahrkörper gegenüber dem auf der feststehenden
Schiene festsitzenden Festhaltemittel entgegen der Federkraft aufwärts, bis ein die
untere Begrenzung des Verschiebewegs bildender Anschlag auf das Festhaltemittel prallt
und damit hilft, dessen Klemm-Mechanismus zu entsperren.
[0041] Für Aufzugsanlagen mit Ausgleichsgewicht, bei denen eine Fangvorrichtung den Fahrkörper
auch vor Übergeschwindigkeit in Aufwärtsrichtung zu sichern hat, ist es vorteilhaft,
ein Festhaltemittel einzusetzen, das als eine Einheit in beiden Bewegungsrichtungen
des Fahrkörpers wirksam ist. Hierbei drückt das Federelement die Festhaltemittel im
Normalbetrieb vorzugsweise weiterhin gegen den oberen Anschlag. Damit befinden sich
die Festhaltemittel bei Einleitung eines Fangvorgangs bei Abwärtsfahrt bereits im
Anschlag, während bei einem Fangvorgang in Aufwärtsfahrt dann bei Einleitung des Fangvorgangs
sich das Lastmittel noch im Rahmen des Verschiebeweges verschiebt. Diese Lösung ist
vorteilhaft, da bei einem Fangvorgang in Abwärtsfahrt, im Vergleich zur Aufwärtsfahrt,
höhere Bremskräfte gefordert sind und da somit beim Fangvorgang in Abwärtsfahrt beide
Festhaltemittel zum gleichen Zeitpunkt die Schiene klemmen und eine entsprechende
Bremskraft über den oberen Anschlag auf das Lastmittel übertragen können. Als Konsequenz
dieser Auslegung werden bei einem Fangvorgang in die Gegenrichtung, das heisst in
Aufwärtsfahrt, beide Festhaltemittel betätigt, ein Übertrag der Bremskraft auf das
Lastmittel erfolgt dann jedoch zeitlich versetzt, da eines der Festhaltemittel einen
grösseren Verschiebeweg durchlaufen muss.
[0042] Hier setzt ein weiterer Vorteil der separat ansteuerbaren Festhaltemittel an. Vorzugsweise
steuern die jeweils eigenen elektrischen Ansteuerungen oder Betätigungen die zugehörigen
Festhaltemittel bei einem Fangvorgang in Aufwärtsfahrt mit einer geringen Zeitverschiebung
an. Die Zeitverschiebung entspricht dabei einer Zeit die benötigt wird, um eine der
Differenz zwischen den beiden Verschiebewegen entsprechende Fahrstrecke zurückzulegen.
Derart abgestimmt erreichen beide Festhaltemittel gleichzeitig den unteren Anschlag,
womit eine Krafteinleitung in das Lastaufnahmemittel schlussendlich synchron oder
gleichzeitig erfolgt.
[0043] Die Anordnungen können natürlich auch getauscht werden. Dabei kann das Federelement
oder allenfalls eine Schwerkraft die Festhaltemittel im Normalbetrieb gegen den unteren
Anschlag drücken und die elektrischen Ansteuerungen oder Betätigungen steuern dann
bei einem Fangvorgang in Abwärtsfahrt die zugehörigen Festhaltemittel so an, dass
dasjenige Festhaltemittel mit dem kürzeren Verschiebeweg mit der entsprechenden Zeitverschiebung
angesteuert wird.
[0044] In einer vorteilhaften Ausführung umfasst die Fangvorrichtung somit Festhaltemittel,
die in beiden Bewegungsrichtungen bremsen. Das Festhaltemittel wird nach einem Fangvorgang
in Abwärtsrichtung in den entsperrten Zustand gebracht, wenn der untere Anschlag gegen
das Festhaltemittel schlägt. Das Festhaltemittel wird nach einem Fangvorgang in Aufwärtsrichtung
in den entsperrten Zustand gebracht, wenn der obere Anschlag gegen das Festhaltemittel
schlägt.
[0045] Bevorzugt wirken alle Festhaltemittel der Fangvorrichtung in beide Richtungen, wobei
für Ab- und Aufwärtsrichtung unterschiedliche Bremskräfte erzeugt werden können.
[0046] Für Aufzugsanlagen ohne Ausgleichsgewicht genügen Fangvorrichtungen mit Festhaltemitteln,
die nur in Abwärtsrichtung des Fahrkörpers funktionieren.
[0047] Die Aufgabe wird ausserdem gelöst durch eine Aufzugsanlage mit einer Fangvorrichtung
wie oben beschrieben.
[0048] Eine Aufzugsanlage umfasst typischerweise einen Fahrkörper, insbesondere eine Aufzugskabine,
und eine Schiene. Bevorzugt umfasst die Aufzugsanlage auch einen zweiten Fahrkörper,
insbesondere ein Gegenwicht, das über Tragmittel mit dem ersten Fahrkörper verbunden
ist. Die Aufzugsanlage kann über eine Geschwindigkeitsbegrenzervorrichtung verfügen,
beispielsweise mit einem Geschwindigkeitsbegrenzerseil, über die ein Fangvorgang auslösbar
ist.
[0049] In einer vorteilhaften Ausführung der Aufzugsanlage sind Festhaltemittel mit unterschiedlichen
Verschiebewegen derart montiert, dass sie an unterschiedlichen Schienen wirken. Insbesondere
sind sie beidseitig eines Fahrkörpers angeordnet.
[0050] Die Aufgabe wird ausserdem gelöst durch ein Verfahren zum Entsperren einer Fangvorrichtung,
insbesondere wie oben beschrieben, für einen Fahrkörper einer Aufzugsanlage, wobei
die Fangvorrichtung mindestens zwei Festhaltemittel umfasst, die von einem gesperrten
in einen entsperrten Zustand bringbar sind. Der Fahrkörper wird entgegen seiner Bewegungsrichtung
vor dem Fangvorgang in Bewegung gesetzt und mindestens ein Festhaltemittel wird später
als mindestens ein weiteres Festhaltemittel in einen entsperrten Zustand gebracht.
Es muss daher zum Lösen der jeweiligen Festhaltemittel eine geringere Kraft aufgebracht
werden, als zum gleichzeitigen Lösen aller Festhaltemittel notwendig ist.
[0051] In einer bevorzugten Ausführung des Verfahrens sind der Fahrkörper und mindestens
ein Festhaltemittel relativ zueinander über einen Verschiebeweg bewegbar. Der Verschiebeweg
bezüglich mindestens einem Festhaltemittel ist länger als ein weiterer Verschiebeweg
bezüglich mindestens einem weiteren Festhaltemittel. Es wird daher zuerst das mindestens
eine Festhaltemittel entsperrt oder zumindest angelöst, das den kürzesten Verschiebeweg
aufweist oder das fest an dem Fahrkörper montiert ist und anschliessend das Festhaltemittel
mit dem längeren Verschiebeweg.
[0052] Die bei der Bewegung über den Verschiebeweg gewonnene kinetische Energie kann zum
mechanischen Entsperren des Festhaltemittels verwendet werden.
[0053] Wenn das Festhaltemittel mit dem kürzeren Verschiebeweg entsperrt wird, hat der Fahrkörper
gegenüber dem Festhaltemittel mit dem längeren Verschiebeweg in der Regel schon einen
Teil des zur Verfügung stehenden längeren Verschiebeweges zurückgelegt. In einer Ausführung
wird dann der Fahrkörper kontinuierlich weiter bewegt und nach Durchlaufen des übrigen
Verschiebeweges des längeren Verschiebeweges prallt der Fahrkörper auf das Festhaltemittel
mit dem längeren Verschiebeweg. Da das Festhaltemittel mit dem kürzeren Verschiebeweg
zu diesem Zeitpunkt bereits entsperrt oder zumindest angelöst ist, steht die gesamte
restliche Antriebs- und Bewegungsenergie für das Festhaltemittel mit dem längeren
Verschiebeweg zur Verfügung.
[0054] In einer alternativen Ausführung des Verfahrens wird nach dem Lösen eines ersten
Festhaltemittels der Fahrkörper wieder kurzzeitig in Richtung der Bewegungsrichtung
vor dem Fangvorgang bewegt, bevor der Fahrkörper erneut entgegen seiner Bewegungsrichtung
vor dem Fangvorgang in Bewegung gesetzt wird und mindestens ein weiteres Festhaltemittel
in einen entsperrten Zustand gebracht wird.
[0055] Auf diese Weise kann für verschiebbare Festhaltelemente jeweils der gesamte Verschiebeweg
zum Gewinnen von kinetischer Energie ausgenutzt werden. Dies ist besonders vorteilhaft,
wenn Festhaltemittel mit einer elektromagnetischen Halteeinrichtung verwendet sind.
Die aktivierten elektromagnetischen Halteeinrichtungen halten dann das erste Festhaltemittel
in der entsperrten Position fest. Dadurch wird ein erneutes Klemmen dieses ersten
Festhaltemittels verhindert und zum Entsperren des weiteren Festhaltemittels steht
dann die gesamte Antriebs- und Bewegungsenergie zur Verfügung.
[0056] Vorteilhafterweise werden die Festhaltemittel mittels Positionssensoren oder entsprechenden
Schaltern überwacht, so dass eine Freigabe der Aufzugsanlage für einen Normalbetrieb
erst erfolgt, wenn alle Festhaltemittel entsperrt und zurückgestellt sind.
[0057] Der stromlose Zustand bei einer Fangschaltung mit elektromechanischen Festhaltemitteln
kann durch ein kritisches Ereignis hervorgerufen werden, in dem ein Fangvorgang erforderlich
ist und ein Bremsen über eine Klemmung oder eine Anpressung des Festhaltemittels erfolgt.
Der stromlose Zustand kann aber auch über ein unkritisches Ereignis hervorgerufen
werden, beispielweise wenn die Aufzugsanlage bewusst abgeschaltet oder ein Test durchgeführt
wird.
[0058] Das elektromechanische Festhaltemittel kann so ausgestaltet sein, dass eine Bereitschaft
zum Bremsen erst wieder herstellbar ist, wenn das Festhaltemittel durch eine Bewegung
gegenüber der Schiene gespannt und wieder in die Ausgangsstellung gebracht wird. Tritt
der stromlose Zustand durch ein unkritisches Ereignis ein, kommt es unter Umständen
gar nicht zu einer Klemmung und das Festhaltemittel wird bei einem Anfahren nicht
in die Bereitschaftsstellung, also in die Position, die es beim regulären Verfahren
des Fahrkörpers einnimmt, gebracht.
[0059] Vor dem Lösen der Festhaltemittel kann dann der Fahrkörper in Richtung einer Bewegungsrichtung
vor dem Fangvorgang bewegt werden, um die Festhaltemittel zu spannen. Anschliessend
wird der Fahrkörper entgegen der Bewegungsrichtung vor dem Fangvorgang in Bewegung
gesetzt. Das Festhaltemittel kann nach Durchqueren des Verschiebewegs gegen einen
Anschlag prallen, wodurch das Festhaltemittel entsperrt wird. Der Fahrkörper wird
weiter entgegen der Bewegungsrichtung vor dem Fangvorgang in Bewegung gehalten, wodurch
das weitere Festhaltemittel nach Durchqueren des weiteren Verschiebewegs gegen einen
weiteren Anschlag prallt, wodurch auch das weitere Festhaltemittel in seinen entsperrten
Zustand gebracht wird.
[0060] In einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemässen Verfahrens sind die Festhaltemittel
elektromechanisch ausgebildet. Das Entsperren umfasst insbesondere die folgenden Schritte.
Zunächst erfolgt ein Aktivieren von Halteeinrichtungen, insbesondere von elektromagnetischen
Halteeinrichtungen, um sie zum Halten der Festhaltemittel in einer Bereitschaftsstellung
vorzubereiten. Dazu wird beispielsweise ein Magnet bestromt, der dann in der Lage
ist, ein auf dem Festhaltemittel angebrachtes Gegenstück zu halten.
[0061] Der Fahrkörper wird in eine erste Fahrtrichtung bewegt, bevorzugt in die vor dem
Fangvorgang vorhandene Bewegungsrichtung, um die Festhaltemittel zu spannen oder nachzuspannen.
Dabei wird das Festhaltemittel entweder in eine Sperrposition gebracht oder die Sperrposition
wird nach einem Fangvorgang verstärkt. Das Festhaltemittel befindet sich nun in einer
definierten Sperrposition.
[0062] Wenn gar kein Fangvorgang stattgefunden hatte, wenn beispielweise die elektromechanische
Fangvorrichtung aus einem unkritischen Ereignis, wie beispielsweise bei einem Stromunterbruch,
heraus deaktiviert wurde, sorgt die Bewegung in der ersten Fahrtrichtung dafür, dass
die Fangvorrichtung eine Position einnimmt, die derjenigen entspricht, welche sie
nach einem Fangvorgang in Richtung der ersten Fahrtrichtung einnehmen würde. Die erste
Fahrtrichtung entspricht somit der Bewegungsrichtung vor dem Fangvorgang.
[0063] Der Fahrkörper wird danach in eine der ersten Fahrtrichtung entgegengesetzte Richtung
bewegt, um die Festhaltemittel in eine Bereitschaftsstellung zu bringen, in der sie
von der aktivierten Halteeinrichtung gehalten werden.
[0064] Wird der Fahrkörper in eine Richtung entgegen der ersten Fahrrichtung bewegt, so
lösen sich die Festhaltemittel sukzessive von der Schiene und werden wieder in eine
entsperrte Position gebracht.
[0065] Bevor der reguläre Fahrbetrieb nach dem Deaktivieren der elektromechanischen Festhaltemittel
wieder aufgenommen wird, wird daher der Fahrkörper zunächst in eine Richtung bewegt,
in der das Festhaltemittel entweder in Sperrposition gebracht wird oder die Sperrposition
verstärkt wird. Damit ist ein definierter Ausgangszustand für das Entsperren der Festhaltemittel
geschaffen, der unabhängig davon ist, ob ein kritisches oder unkritisches Ereignis
zum stromlosen Zustand geführt hat. Aus diesem Zustand heraus kann die Fangvorrichtung
gemäss dem weiter oben beschriebenen Verfahren entsperrt werden, bei welchem die Festhaltemittel
nacheinander entsperrt werden.
[0066] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens ist der Fahrkörper die
Aufzugskabine und er ist über ein Tragseil mit einem weiteren Fahrkörper in der Form
eines Ausgleichsgewichts oder eines Gegengewichts verbunden und beide werden gemeinsam
mittels einer Antriebseinheit angetrieben. Nach einem Fangvorgang in einer Abwärtsfahrt
der Aufzugskabine wird das Ausgleichsgewicht zunächst angehoben und anschliessend
nach unten bewegt. Insbesondere handelt es sich um ein Verfahren, wie es in der
EP 2 352 689 B1 offenbart ist.
[0067] Zu der kinetischen Energie des angehobenen Ausgleichsgewichts kommt zum Entsperren
des Festhaltemittels mit Verschiebeweg noch die kinetische Energie des Fahrkörpers
hinzu, die dieser über den Verschiebeweg gewinnt.
[0068] Beispiele für Festhaltemittel sind in der
EP 1 213 247 A1 offenbart. So kann das Festhaltemittel einen Grundkörper mit einer Aussparung für
die Schiene aufweisen, auf deren einer Seite eine durch Federelemente gestützte erste
Bremsbacke und auf deren gegenüberliegender Seite eine zweite Bremsbacke vorhanden
sind.
[0069] Letztere ist auf einen im Grundkörper gelagerten Exzenter abgestützt, der mit einer
Abrollscheibe drehfest verbunden ist, welche an ihrem Umfang eine Flachstelle aufweist.
Bei der Betätigung der Fangvorrichtung wird die mit dem Exzenter verbundene Abrollscheibe
durch einen Auslösemechanismus soweit um ihre Achse gedreht, dass der nicht abgeflachte
Teil ihrer Peripherie gegen die Schiene drückt. Infolge der Relativbewegung zwischen
der Schiene und der Abrollscheibe wird letztere mit dem Exzenter bis zu einem Verdrehanschlag
weiter gedreht, so dass der Exzenter die auf ihm abgestützte zweite Bremsbacke gegen
die Schiene bewegt und letztere zwischen den beiden Bremsbacken einklemmt. Das Festhaltemittel
kann eine Abwärts- und eine Aufwärtsbewegung des Fahrkörpers bremsen.
[0070] Alternativ kann das Festhaltemittel einen Grundkörper mit einer Aussparung für die
Schiene aufweisen, auf deren einer Seite eine Bremsplatte und auf deren anderer Seite
eine schräg zur Schiene verlaufende Klemmrampe vorhanden sind. Das Festhaltemittel
weist einen Auslösemechanismus und einen Klemmkörper auf. Bei Betätigung der Fangvorrichtung
durch ein Geschwindigkeitsbegrenzersystem führt ein Auslösemechanismus den Klemmkörper
so zwischen die Schiene und die sich relativ zu letzterer bewegende Klemmrampe, dass
sich der Klemmkörper zwischen diesen beiden verkeilt.
[0071] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in Figuren dargestellten Beispielen näher
erläutert.
[0072] Es zeigen
- Fig. 1:
- eine schematische Darstellung eines ersten Beispiels für eine Aufzugsanlage mit einer
erfindungsgemässen Fangvorrichtung;
- Fig. 2a:
- schematisch ein erstes Beispiel für eine erfindungsgemässe Fangvorrichtung nach einem
Fangvorgang aus einer Abwärtsbewegung des Fahrkörpers;
- Fig. 2b:
- schematisch die Fangvorrichtung aus Fig. 2a in einem ersten Moment des Entsperrvorgangs;
- Fig. 2c:
- schematisch die Fangvorrichtung aus Fig. 2a und 2b in einem zweiten Moment des Entsperrvorgangs;
- Fig. 3:
- schematisch ein zweites Beispiel für eine erfindungsgemässe Fangvorrichtung nach einem
Fangvorgang aus einer Abwärtsbewegung des Fahrkörpers;
- Fig. 4:
- eine schematische Darstellung eines zweiten Beispiels für eine Aufzugsanlage mit einer
erfindungsgemässen Fangvorrichtung.
[0073] Fig. 1 zeigt schematisch ein erstens Beispiel für eine mit einer erfindungsgemässen
Fangvorrichtung 13 ausgerüstete Aufzugsanlage 100. Die Aufzugsanlage 100 besteht im
Wesentlichen aus einem an Schienen 1a, 1b geführten Fahrkörper 2, einer Antriebseinheit
3, einem Ausgleichsgewicht 4, einer Anzahl Tragseile 5 und einem Geschwindigkeitsbegrenzersystem
6.
[0074] Der Fahrkörper 2 umfasst eine Kabine 10, einen Kabinenrahmen 11, obere Führungsschuhe
12 sowie eine erfindungsgemässe Fangvorrichtung 13. Eine solche Fangvorrichtung 13
umfasst zwei Festhaltemittel 14a, 14b, die jeweils an einer mit dem Fahrkörper 2 verbundenen
Fangkonsole 16a, 16b montiert sind. Diese tragen zusätzlich zwei untere Führungsschuhe
17a, 17b.
[0075] Der Fahrkörper 2 und das Ausgleichsgewicht 4 hängen an den über eine Treibscheibe
18 der Antriebseinheit 3 geführten Tragseilen 5 und werden durch das aus diesen Komponenten
gebildete Antriebssystem entlang der Schienen 1a, 1b auf- und ab bewegt.
[0076] Im Falle der Überschreitung einer Geschwindigkeitslimite wird ein im Normalfall synchron
zum Fahrkörper 2 bewegtes Geschwindigkeitsbegrenzerseil 20 durch einen Geschwindigkeitsbegrenzer
21 blockiert, was über einen Auslösehebel 15 die über einen Koppelmechanismus 22 miteinander
verbundenen Festhaltemittel 14a, 14b der Fangvorrichtung 13 in den Bremszustand versetzen
also entsprechend deaktivieren.
[0077] In den Festhaltemitteln 14a, 14b enthaltene Klemm-Mechanismen erzeugen dabei unter
Ausnutzung der kinetischen Energie des Fahrkörpers 2 eine Klemmwirkung zwischen den
Festhaltemitteln 14a, 14b und den Führungsschienen 1a, 1b.
[0078] Fig. 2a bis 2c veranschaulichen die Wirkungsweise der an einem Fahrkörper 2 angebrachten
erfindungsgemässen Fangvorrichtung 13. Zu erkennen sind die Führungsschienen 1a, 1b,
die Festhaltemittel 14a, 14b, die Fangkonsolen 16a, 16b, untere Führungsschuhe 17a,
17b und Federelemente 41a, 41b.
[0079] Die Festhaltemittel 14a, 14b sind jeweils mit in Langlöchern 42a, 42b geführten Bundschrauben
43 vertikal verschiebbar an den Fangkonsolen 16a, 16b befestigt.
[0080] Ein in der Fangkonsole 16a integrierter oberer Anschlag 8a und ein unterer Anschlag
9a, der als Führungsschuh 17a ausgelegt, beziehungsweise in diesen integriert ist,
begrenzen einen Verschiebeweg 7a des ersten Festhaltemittels 14a.
[0081] Ein in der Fangkonsole 16b integrierter oberer Anschlag 8b und ein unterer Anschlag
9b, der als Führungsschuh 17b ausgelegt, beziehungsweise in diesen integriert ist,
begrenzen den Verschiebeweg 7b des zweiten Festhaltemittels 14b.
[0082] Der Verschiebeweg 7a des ersten Festhaltemittels 14a ist länger als der Verschiebeweg
7b des zweiten Festhaltemittels 14b.
[0083] Lösbare Schrauben 40 und Positionierschrauben 45 ermöglichen die Einstellung der
optimalen Verschiebewege 7a, 7b. Im Normalbetrieb halten die Federelemente 41a, 41b
die Festhaltemittel 14a, 14b gegen deren jeweilige Gewichtskraft in Kontakt mit dem
jeweiligen oberen Anschlag 8a, 8b.
[0084] In Fig. 2a ist die Position der Festhaltemittel 14a, 14b nach einem Fangvorgang aus
einer Abwärtsbewegung des Fahrkörpers 2 dargestellt, die auch der Position im Normalbetrieb
entspricht.
[0085] Entsperrt werden die mit Selbsthemmung auf den Führungsschienen 1a, 1b festsitzende
Klemm-Mechanismen der Festhaltemittel 14a, 14b, indem mit Hilfe der Antriebseinheit
3 der Aufzugsanlage 100 (siehe Fig. 1) der Fahrkörper 2 mit grösstmöglicher Beschleunigung
aufwärts bewegt wird. Um eine grösstmögliche Beschleunigung zu erreichen, kann zunächst
das Ausgleichsgewicht 4 etwas angehoben werden, sodass die kinetische Energie des
fallenden oder sich zurückbewegenden Ausgleichgewichts zur Beschleunigung beiträgt.
Das Anheben kann so erfolgen, wie es in der
EP 2 352 689 B1 ausgeführt ist.
[0086] Fig. 2b zeigt die Anordnung der Fangvorrichtung 13 nach einem Fahrweg des Fahrkörpers
2, der dem kürzeren Verschiebeweg 7b entspricht.
[0087] Der als unterer Anschlag 9b dienende untere Führungsschuh 17 bewegt sich mit dem
Fahrkörper 2 und schlägt auf das noch festklemmende Festhaltemittel 14b auf. Unter
Ausnutzung der kinetischen Energie des gesamten Fahrkörpers 2 wird der Klemm-Mechanismus
entsperrt oder aus der Endklemmstelle losgelöst. Der untere Anschlag 9a der anderen
Fangkonsole 16a hat das Festhaltemittel 14a noch nicht erreicht.
[0088] In Fortsetzung des Bewegungsvorgangs des Fahrkörpers 2, nachdem das Festhaltemittel
14b zumindest teilweise entsperrt oder losgelöst ist, fährt der Fahrkörper 2 weiter.
Fig. 2c zeigt die Anordnung der Fangvorrichtung 13 nach einem Fahrweg, der dem längeren
Verschiebeweg 7a entspricht. Das Festhaltemittel 14b mit dem kürzeren Verschiebeweg
ist bereits entsperrt. Da das komplette Zurückstellen des Festhaltemittels, nach dessen
Loslösen von der Endklemmstelle einen grösseren Weg erfordert, liegt das Festhaltemittel
14b immer noch am unteren Anschlag 9b an. Es wird erst nach dem kompletten Loslösen
von dem Federelement 41b gegen den oberen Anschlag 8b gedrückt werden.
[0089] Nach Zurücklegen des längeren Verschiebewegs 7a schlägt auch der untere Anschlag
9a auf das noch immer festklemmende Festhaltemittel 14a auf und entsperrt dieses.
[0090] Daraufhin nimmt zuerst das als erstes losgeschlagene Festhaltemittel 14b bezüglich
der Fangkonsole 16b wieder die Normalposition ein und anschliessend nimmt auch das
folgende Festhaltemittel 14a bezüglich der Fangkonsole 16a wieder die Normalposition
ein und die Fangvorrichtung 13 hat wieder die in Fig. 2a dargestellte Anordnung.
[0091] Die Entsperrwirkung der erfindungsgemässen Fangvorrichtung 13 ist auch bei Fangvorgängen
aus einer Aufwärtsbewegung des Fahrkörpers 2 gegeben. Es kommen dabei entweder nicht
im Detail gezeigte doppelt wirkende oder zwei ebenfalls nicht im Detail gezeigte je
einer Bewegungsrichtung zugeordnete einfachwirkende Festhaltemittel 14a, 14b zum Einsatz.
[0092] Nach dem Auslösen der Fangvorrichtung 13 infolge von Übergeschwindigkeit des Fahrkörpers
2 in Aufwärtsrichtung klemmen sich die Festhaltemittel 14a, 14b reibschlüssig an den
Führungsschienen 1a, 1b fest und verschieben sich dadurch relativ zu den Fangkonsolen
16a, 16b gegen die Kraft der Federelemente 41a, 41b bis zum Anschlag an den unteren
Führungsschuhen 17a, 17b.
[0093] In dieser Position verbleibt das Festhaltemittel 14a, 14b üblicherweise auch nach
dem Stillstand des Fahrkörpers 2. Zur Entsperrung der an den Führungsschienen 1a,
1b festsitzenden Klemm-Mechanismen der Festhaltemittel 14a, 14b wird der Fahrkörper
2 mit den Fangkonsolen 16a, 16b mit grösstmöglicher Beschleunigung abgesenkt, was
üblicherweise mit Hilfe der Antriebseinheit 3 geschieht. Nach einer dem kürzeren beschränkten
Verschiebeweg 7b entsprechenden Sinkbewegung des Fahrkörpers 2 schlägt der obere Anschlag
8b auf das entsprechende Festhaltemittel 14b auf und entsperrt dieses. Wenn nach einer
weiteren Sinkbewegung auch der längere Verschiebeweg 7a zurückgelegt ist, schlägt
auch der andere obere Anschlag 8a auf das entsprechende Festhaltemittel 14a auf, wodurch
auch dieses entsperrt wird.
[0094] Fig. 3 zeigt schematisch ein zweites Beispiel für eine erfindungsgemässe Fangvorrichtung
13' nach einem Fangvorgang aus einer Abwärtsbewegung des Fahrkörpers 2. Die in Fig.
3 gezeigte Position entspricht zugleich auch der Position im Normalbetrieb.
[0095] Die Fangvorrichtung entspricht in weiten Teilen der in Figuren 2a bis 2c gezeigten
Fangvorrichtung 13. Die Festhaltemittel 14a, 14b sind auch hier jeweils mit zwei in
Langlöchern 42a, 42b geführten Bundschrauben 43 vertikal verschiebbar an den Fangkonsolen
16a, 16b befestigt. Die oberen Anschläge 8a, 8b sind weiterhin in die Fangkonsolen
16a, 16b integriert.
[0096] Die unteren Anschläge 9a', 9b' werden jedoch nicht der von den Führungsschuhen 17a,
17b festgelegt. Die unteren Anschläge 9a', 9b' und damit die unteren Begrenzungen
der Verschiebewege 7a', 7b' werden durch die Langlöcher 42a, 42b gegeben. Die unteren
Anschläge 9a', 9b' sind somit nicht einstellbar. In einer angepassten Ausführung können
auch die oberen Anschläge durch obere Enden der Langlöcher 42a, 42b gegeben sein.
[0097] Fig. 4 zeigt schematisch ein anderes Beispiel für eine Aufzugsanlage 100'. Diese
entspricht in weiten Teilen der Aufzugsanlage 100 aus Fig. 1 und umfasst ebenfalls
einen an Schienen 1a, 1b geführten Fahrkörper 2, eine Antriebseinheit 3, eine Ausgleichsgewicht
4, eine Anzahl Tragseile 5 und ein Geschwindigkeitsbegrenzersystem 6'.
[0098] Das Geschwindigkeitsbegrenzersystem 6' umfasst in diesem Beispiel jedoch einen elektronischen
Geschwindigkeitsbegrenzer 6.1, welcher mittels Signalleitungen 6.2 elektromagnetische
Halteeinrichtungen 23a, 23b der Festhaltemittel 14a, 14b ansteuern. Die Festhaltemittel
14a, 14b werden von elektromagnetische Halteeinrichtungen 23a, 23b im bestromten Zustand
offen gehalten werden und bei einer Stromlosschaltung zum Bremsen freigegeben.
1. Fangvorrichtung (13, 13') für einen Fahrkörper (2)
mit mindestens zwei Festhaltemitteln (14a, 14b), die in einen gesperrten und in einen
entsperrten Zustand bringbar sind und welche dazu ausgelegt sind, den Fahrkörper (2)
im gesperrten Zustand an einer Schiene (1a, 1b) festzuhalten,
wobei mindestens ein Festhaltemittel (14a) mit dem Fahrkörper (2) so verbindbar oder
verbunden ist, dass das Festhaltemittel (14a) und der Fahrkörper (2) relativ zueinander
innerhalb eines begrenzten Verschiebewegs (7a, 7a') verschiebbar sind,
wobei zum Entsperren der Festhaltemittel (14a, 14b) nach einem Fangvorgang der Fahrkörper
(2) in eine Richtung in Bewegung gesetzt wird, und wobei ein erster Verschiebeweg
(7a, 7a') von einem ersten Festhaltemittel (14a) länger als ein zweiter Verschiebeweg
(7b, 7b') von einem zweiten Festhaltemittel (14b) ist
dadurch gekennzeichnet, dass beim Entsperren der Festhaltemittel (14a) zunächst das Festhaltemittel (14a) mit
dem kürzeren zweiten Verschiebeweg (7b, 7b') entsperrt oder angelöst wird und in einem
zweiten Schritt das Festhaltemittel (14a) mit dem längeren ersten Verschiebeweg (7a,
7a') entsperrt wird.
2. Fangvorrichtung gemäss Anspruch 1, wobei für mindestens ein Festhaltemittel (14a)
ein oberer Anschlag (8a) eine obere Begrenzung des Verschiebewegs (7a, 7a') und ein
unterer Anschlag (9a, 9a') eine untere Begrenzung des Verschiebewegs (7a, 7a') bilden
und die Anschläge (8a, 9a, 9a') fest mit dem Fahrkörper (2) verbindbar oder verbunden
sind.
3. Fangvorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei mindestens zwei der mindestens
zwei Festhaltemittel (14a, 14b) mit dem Fahrkörper (2) so verbindbar oder verbunden
sind, dass sie relativ zum Fahrkörper (2) innerhalb eines jeweils durch einen oberen
Anschlag (8a, 8b) und einen unteren Anschlag (9a, 9b, 9a', 9b') begrenzten Verschiebewegs
(7a, 7b, 7a', 7b') verschiebbar sind und für mindestens zwei Festhaltemittel (14a,
14b) die jeweiligen Verschiebewege (7a, 7b, 7a', 7b') unterschiedlich lang sind.
4. Fangvorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1-3, wobei der erste Verschiebeweg (7a,
7a') bis zu 1.5-mal so lang wie der zweite Verschiebeweg (7b, 7b') ist.
5. Fangvorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1-4, wobei die Fangvorrichtung elektromechanische
Festhaltemittel (14a, 14b) umfasst, die insbesondere im deaktivierten Zustand das
Festhaltemittel (14a, 14b) zum Bremsen freigeben.
6. Fangvorrichtung gemäss Anspruch 5, wobei die Fangvorrichtung elektromagnetische Halteeinrichtungen
(23a, 23b) umfasst, die mit den elektromechanischen Festhaltemitteln (14a, 14b) derart
zusammenwirken, dass die Festhaltemittel (14a, 14b) von den elektromagnetischen Halteeinrichtungen
(23a, 23b) im bestromten Zustand offen gehalten werden und bei einer Stromlosschaltung
zum Bremsen freigeben werden.
7. Fangvorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1-6, wobei ein Federelement (41a, 41b)
derart an einem Festhaltemittel (14a, 14b) anordnet ist, dass es das Festhaltemittel
(14a, 14b) gegen einen unteren, den Verschiebeweg begrenzenden Anschlag (9a, 9b, 9a',
9b') oder gegen einen oberen, den Verschiebeweg begrenzenden Anschlag (8a, 8b) drückt.
8. Fangvorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1-7, wobei die Festhaltemittel (14a, 14b)
dafür geeignet sind, in zwei Bewegungsrichtungen zu bremsen.
9. Aufzugsanlage mit einer Fangvorrichtung (13, 13') gemäss einem der Ansprüche 1-8.
10. Aufzugsanlage gemäss Anspruch 9, wobei die Festhaltemittel (14a, 14b) mit unterschiedlichen
Verschiebewegen (7a, 7b) derart montiert sind, dass sie an unterschiedlichen Schienen
(1a, 1b) wirken, insbesondere beidseitig eines Fahrkörpers (2) angeordnet sind.
11. Verfahren zum Entsperren einer Fangvorrichtung (13, 13') gemäss einem der Ansprüche
1-8 für einen Fahrkörper (2) einer Aufzugsanlage (100), wobei die Fangvorrichtung
(13, 13') mindestens zwei Festhaltemittel (14a, 14b) umfasst, die von einem gesperrten
in einen entsperrten Zustand bringbar sind, wobei der Fahrkörper (2) entgegen seiner
Bewegungsrichtung vor dem Fangvorgang in Bewegung gesetzt wird und mindestens ein
Festhaltemittel (14a) später als mindestens ein weiteres Festhaltemittel (14b) in
einen entsperrten Zustand gebracht wird.
12. Verfahren gemäss Anspruch 11, wobei der Fahrkörper (2) und mindestens ein Festhaltemittel
(14a) relativ zueinander über einen Verschiebeweg (7a, 7a') bewegbar sind und ein
erster Verschiebeweg (7a, 7a') bezüglich eines ersten Festhaltemittels (14a) länger
ist als ein zweiter Verschiebeweg (7b, 7b') bezüglich eines zweiten Festhaltemittels
(14b).
13. Verfahren gemäss Anspruch 11 oder 12, wobei vor dem Lösen eines ersten Festhaltemittels
(14b) der Fahrkörper (2) in Richtung der Bewegungsrichtung vor dem Fangvorgang bewegt
wird, um die Festhaltemittel (14a, 14b) zu spannen.
14. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 11-13, wobei die Festhaltemittel elektromechanisch
ausgebildet sind und das Entsperren die Schritte umfasst:
(i) Aktivieren von Halteeinrichtungen, insbesondere von elektromagnetischen Halteeinrichtungen,
um sie zum Halten der Festhaltemittel in einer Bereitschaftsstellung vorzubereiten,
(ii) Bewegen des Fahrkörpers (2) in eine erste Fahrtrichtung, bevorzugt in die vor
dem Fangvorgang vorhandene Bewegungsrichtung, um die Festhaltemittel (14a, 14b) zu
spannen oder nachzuspannen,
(iii) Bewegen des Fahrkörpers (1) in eine der ersten Fahrtrichtung entgegengesetzte
Richtung, um die Festhaltemittel (14a, 14b) zu entsperren und in eine Bereitschaftsstellung
zu bringen, in denen sie von aktivierten Halteeinrichtungen, insbesondere von den
elektromagnetischen Halteeinrichtungen, gehalten werden.
15. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 11-14, wobei der Fahrkörper (2) über ein Tragseil
(5) mit einem Ausgleichsgewicht (4) verbunden ist und beide gemeinsam mittels einer
Antriebseinheit (3) angetrieben werden, wobei nach einem Fangvorgang bei einer Abwärtsfahrt
des Fahrkörpers (2) das Ausgleichsgewicht (4) zunächst angehoben und anschliessend
nach unten bewegt wird.
1. A catching device (13, 13') for a traveling body (2)
with at least two retaining means (14a, 14b) which can be brought into a blocked state
and into an un-blocked state and which are designed, in the blocked state, to retain
the traveling body (2) on a rail (1a, 1b),
wherein at least one retaining means (14a) can be or is connected to the traveling
body (2) in such a manner that the retaining means (14a) and the traveling body (2)
can be slid relative to one another within a limited sliding displacement (7a, 7a'),
wherein, to unblock the retaining means (14a, 14b) after a catching process, the traveling
body (2) is set in motion in one direction, and wherein a first sliding displacement
(7a, 7a') of a first retaining means (14a) is longer than a second sliding dis-placement
(7b, 7b') of a second retaining means (14b),
characterized in that for unblocking the retaining means (14a), first the retaining means (14a) with the
shorter second sliding displacement (7b, 7b') is unblocked or released and in a second
step, the retaining means (14a) with the longer first sliding displacement (7a, 7a')
is unblocked.
2. The catching device according to claim 1, wherein for at least one retaining means
(14a) an upper stop (8a) forms an upper limit of the sliding displacement (7a, 7a')
and a lower stop (9a, 9a') forms a lower limit of the sliding displacement (7a, 7a')
and the stops (8a, 9a, 9a') can be or are firmly connected to the traveling body (2).
3. The catching device according to any one of claims 1 or 2, wherein at least two of
the at least two retaining means (14a, 14b) can be or are connected to the traveling
body (2) in such a manner that they can slid relative to the traveling body (2) within
a sliding displacement (7a, 7b, 7a', 7b') which is de-limited in each case by an upper
stop (8a, 8b) and a lower stop (9a, 9b, 9a', 9b'), and the respective sliding displacements
(7a, 7b, 7a', 7b') are of different lengths for at least two retaining means (14a,
14b).
4. The catching device according to any one of claims 1-3, wherein the first sliding
displacement (7a, 7a') is up to 1.5 times as long as the second sliding displacement
path (7b, 7b').
5. The catching device according to any one of claims 1-4, wherein the catching device
comprises electro-mechanical retaining means (14a, 14b) which, in particular in the
deactivated state, release the retaining means (14a, 14b) for braking.
6. The catching device according to claim 5, wherein the catching device comprises electromagnetic
holding devices (23a, 23b) which interact with the electromechanical retaining means
(14a, 14b) in such a manner that the retaining means (14a, 14b) are kept open by the
electromagnetic holding devices (23a, 23b) in the energized state and are released
for braking when power is turned off.
7. The catching device according to any one of claims 1-6, wherein a spring element (41a,
41b) is arranged on a retaining means (14a, 14b) in such a manner that it presses
the retaining means (14a, 14b) against a lower stop (9a, 9b, 9a', 9b') that delimits
the sliding displacement or against an upper stop (8a, 8b) that delimits the sliding
displacement.
8. The catching device according to any one of claims 1-7, wherein the retaining means
(14a, 14b) are suitable for braking in two directions of movement.
9. An elevator system with a catching device (13, 13') according to any one of claims
1-8.
10. The elevator system according to claim 9, wherein the restraining means (14a, 14b)
with different sliding displacements (7a, 7b) are mounted in such a manner that they
act on different rails (1a, 1b), arranged in particular on both sides of a traveling
body (2).
11. A method for unblocking a catching device (13, 13'), in particular according to any
one of claims 1-8, for a traveling body (2) of an elevator system (100), wherein the
catching device (13, 13') comprises at least two retaining means (14a, 14b) which
can be brought from a blocked state into to an un-blocked state, wherein the traveling
body (2) is set in motion against its direction of movement before the catching process
and at least one retaining means (14a) is brought into an unblocked state later than
at least one further retaining means (14b).
12. The method according to claim 11, wherein the traveling body (2) and at least one
retaining means (14a) are movable relative to each other over a sliding displacement
(7a, 7a'), and a first sliding displacement (7a, 7a') with respect to a first retaining
means (14a) is longer than a second sliding displacement (7b, 7b') with respect to
a second retaining means (14b).
13. The method according to claim 11 or 12, wherein be-fore releasing a first retaining
means (14b), the traveling body (2) is moved in the direction of the direction of
movement before the catching process in order to tension the retaining means (14a,
14b).
14. The method according to any one of claims 11-13, wherein the retaining means are of
electromechanical design and unblocking comprises the steps:
(i) activating holding means, in particular electromagnetic holding means, to prepare
them for holding the retaining means in a ready position,
(ii) moving the traveling body (2) in a first direction of travel, preferably in the
direction of travel existing before the catching process, in order to tension or re-tension
the retaining means (14a, 14b)
(iii) moving the traveling body (1) in a direction opposite to the first direction
of travel in order to unblock the retaining means (14a, 14b) and bring them into a
ready position in which they are held by activated holding means, in particular by
the electromagnetic holding means.
15. The method according to any one of claims 11-14, wherein the traveling body (2) is
connected to a counterweight (4) via a suspension rope (5) and both are driven jointly
by means of a drive unit (3), wherein after a catching process in a downward travel
of the traveling body (2), the counterweight (4) is first lifted and subsequently
moved downwards.
1. Dispositif antichute (13, 13') pour un corps mobile (2)
pourvu d'au moins deux moyens de retenue (14a, 14b), qui sont susceptibles d'être
amenés dans un état de blocage et dans un état de déblocage et qui sont conçus pour
maintenir le corps mobile (2) sur un rail (1a, 1b) dans l'état de blocage,
au moins un moyen de retenue (14a) étant susceptible d'être relié ou étant relié avec
le corps mobile (2), de telle sorte que le moyen de retenue (14a) et le corps mobile
(2) soient déplaçables l'un par rapport à l'autre sur une trajectoire de déplacement
(7a, 7a') limitée,
pour débloquer le moyen de retenue (14a, 14b) après un processus de saisie, le corps
mobile (2) étant amené en mouvement dans une direction, et une première trajectoire
de déplacement (7a, 7a') d'un premier moyen de retenue (14a) étant plus longue qu'une
deuxième trajectoire de déplacement (7b, 7b') d'un deuxième moyen de retenue (14b),
caractérisé en ce que lors du déblocage des moyens de retenue (14a), d'abord le moyen de retenue (14a)
assorti de la deuxième trajectoire de déplacement (7b, 7b') plus courte est débloqué
ou déclenché et dans une deuxième étape, le moyen de retenue (14a) assorti de la première
trajectoire de déplacement (7a, 7a') plus longue est débloqué.
2. Dispositif antichute selon la revendication 1, pour au moins un moyen de retenue (14a),
une butée (8a) supérieure assurant une limitation supérieure de la trajectoire de
déplacement (7a, 7a') et une butée (9a, 9a') inférieure assurant une limitation inférieure
de la trajectoire de déplacement (7a, 7a') et les butées (8a, 9a, 9a') étant susceptibles
d'être assemblées ou étant assemblées de manière fixe avec le corps mobile (2).
3. Dispositif antichute selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, au moins deux
parmi les au moins deux moyens de retenue (14a, 14b) étant susceptibles d'être assemblés
ou étant assemblés avec le corps mobile (2) de sorte à être déplaçables par rapport
au corps mobile (2) sur une trajectoire de déplacement (7a, 7b, 7a', 7b') respectivement
limitée par une butée (8a, 8b) supérieure et une butée (9a, 9b, 9a', 9b') inférieure
et pour au moins deux moyens de retenue (14a, 14b), les trajectoires (7a, 7b, 7a',
7b') respectives étant de différentes longueurs.
4. Dispositif antichute selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, la première
trajectoire de déplacement (7a, 7a') ayant une longueur correspondant à jusqu'à 1.5
fois celle de la deuxième trajectoire de déplacement (7b, 7b').
5. Dispositif antichute selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, le dispositif
antichute comprenant des moyens de retenue (14a, 14b) électromécaniques, qui notamment
à l'état désactivé libèrent les moyens de retenue (14a, 14b) pour un freinage.
6. Dispositif antichute selon la revendication 5, le dispositif antichute comprenant
des systèmes de maintien (23a, 23b) électromagnétiques, qui coopèrent avec les moyens
de retenue (14a, 14b) électromécaniques, de telle sorte qu'à l'état alimenté en courant,
les moyens de retenue (14a, 14b) soient maintenus ouverts par les systèmes de maintien
(23a, 23b) électromagnétiques et que lors d'une coupure du courant, ils soient libérés
pour un freinage.
7. Dispositif antichute selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, un élément à
ressort (41a, 41b) étant placé sur le moyen de retenue (14a, 14b), de sorte à appuyer
le moyen de retenue (14a, 14b) contre une butée (9a, 9b, 9a', 9b') inférieure, limitant
la trajectoire de déplacement ou contre une butée (8a, 8b) supérieure, limitant la
trajectoire de déplacement.
8. Dispositif antichute selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, les moyens de
retenue (14a, 14b) étant aptes à freiner dans deux directions de déplacement.
9. Installation d'ascenseur pourvue d'un dispositif antichute (13, 13') selon l'une quelconque
des revendications 1 à 8.
10. Installation d'ascenseur selon la revendication 9, les moyens de retenue (14a, 14b)
assortis de trajectoires de déplacement (7a, 7b) différentes étant montés de sorte
à agir sur différents rails (1a, 1b), étant montés notamment de part et d'autre d'un
corps mobile (2).
11. Procédé, destiné à débloquer un dispositif antichute (13, 13') selon l'une quelconque
des revendications 1 à 8 pour un corps mobile (2) d'une installation d'ascenseur (100),
le dispositif antichute (13, 13') comprenant au moins deux moyens de retenue (14a,
14b) qui sont susceptibles d'être amenés d'un état bloqué dans un état débloqué, le
corps mobile (2) étant amené en mouvement à l'encontre de sa direction de déplacement
avant le processus de saisie et au moins un moyen de retenue (14a) étant amené dans
un état débloqué plus tard qu'au moins un moyen de retenue (14b) supplémentaire.
12. Procédé selon la revendication 11, le corps mobile (2) et au moins un moyen de retenue
(14a) étant déplaçables l'un par rapport à l'autre sur une trajectoire de déplacement
(7a, 7a') et une première trajectoire de déplacement (7a, 7a') par rapport à un premier
moyen de retenue (14a) étant plus longue qu'une deuxième trajectoire de déplacement
(7b, 7b') par rapport à un deuxième moyen de retenue (14b).
13. Procédé selon la revendication 11 ou 12, avant la désolidarisation d'un premier moyen
de retenue (14b), le corps mobile (2) étant déplacé dans la direction de déplacement
avant le processus de saisie, pour tendre les moyens de retenue (14a, 14b).
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications 11 à 13, les moyens de retenue étant
conçus en version électromécanique et le déblocage comprenant les étapes consistant
à :
(i) activer des systèmes de maintien, notamment des systèmes de maintien électromécaniques,
pour les préparer à maintenir les moyens de retenue dans une position d'attente,
(ii) déplacer le corps mobile (2) dans une première direction de circulation, de préférence
dans la direction de déplacement présente avant le processus de saisie, pour tendre
ou pour retendre les moyens de retenue (14a, 14b),
(iii) déplacer le corps mobile (1) dans une direction opposée à la première direction
de circulation, pour débloquer les moyens de retenue (14a, 14b) et pour les amener
dans une position d'attente, dans laquelle ils sont maintenus par des systèmes de
maintien activés, notamment par les systèmes de maintien électromécaniques.
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications 11 à 14, le corps mobile (2) étant
relié par l'intermédiaire d'un câble porteur (5) avec un contrepoids (4) et les deux
étant entraînés conjointement à l'aide d'une unité d'entraînement (3), après un processus
de saisie lors d'une circulation en descente du corps mobile (2), le contrepoids (4)
étant d'abord relevé, puis déplacé vers le bas.